Asa Karane Kapitel 03 - Das Dorf

  • Das Dorf



    Der Wald in dem die beiden Hohenfeldebrüder gelandet waren, stand in vergleichbarer Nähe zu dem Dorf, wie dieses zur Kaltenburg. Die Taudisschwingen kletterten die mächtigen Stämme der uralten Nadelbäume herab. Ein Flug zum Dorf, wie auch zur Kaltenburg wäre zu auffällig gewesen und hätte sie sofort verraten.


    Ast um Ast, den sie tiefer in den Wald hineinkletterten, ließen sie das wenige Licht dass die Nacht geboten hatte, hinter sich. Dieser Wald hatte nichts gemeinsam mit den Nadelwäldern die man einst von der alten Welt kannte.


    Nass, kalt, dunkel, klamm und feucht war es hier. Als die Taudisschwingen den Boden des Waldes erreichten, dämpfte eine dicke Schicht abgestorbener Pflanzenteile jedes Geräusch. Zwischen den Bäumen hing ein feines Gespinst, dass auf Insekten schließen ließ.


    Die Größe ließ allerdings auch auf die Größe der Erbauer schließen. Ob es Spinnen oder andere Tiere waren, schien allein Dunwolf zu wissen. Mit Bedacht führte er die Taudisschwingen so, dass sie mit den feinen Fäden nicht in Berührung kamen. Fest an den Körper gepresst trugen sie ihre Schwingen und setzten jeden Schritt mit Bedacht. Das Weibchen folgte dem großen Männchen, dass von Dunwolf geleitet wurde.


    Der Boden unter den Pranken der Schwingen verwandelte sich langsam in Morast. Es wurde schwieriger sich fortzubewegen, aber noch hatten die Schwingen genug Bewegungsspielraum und Kraft, um voranzukommen. Vor einem großen Felsüberhang hielt Dunwolf an. Die Taudisschwingen verharrten.


    `Gerade aus, in der Dunkelheit.... der Weber...´, erklärte Dun.



    Der Weber:

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    Vorsichtig führte Dunwolf die Schwingen vorbei. Von ihrer Position aus gesehen mussten sich die beiden Brüder südöstlich halten. Es dauerte gefühlt fast zwei Stunden, bevor sie den Waldrand erreichten.


    Schmutzig graue Helligkeit hieß sie willkommen, ein regennasser Tag im Reich der Kaltenburger. Schornsteinrauch kringelte sich über den Dächern des Dorfes zusammen und der Wind trug den Geruch von verbranntem Holz und anderen Dingen mit sich.


    Ein Stück ritten sie noch auf den Rücken der Schwingen, bis Dunwolf eine geeignete Stelle fand, wo sich ihre Reittiere ablegen konnten. Er ließ sich vom Rücken des großen Männchens rutschen, massierte sich die Beine und schaute zur Kaltenburg auf.


    Genau wie die Feste Hohenfelde war die Kaltenburg ein Bollwerk. Das unwegsame Gelände und Vaters bestialische Brutalität hatten sie bis jetzt vor einer Übernahme geschützt. Aber das Geländeproblem der Hügel und Berge war beseitigt, wenn man über eine Flugstaffel verfügte.


    Nordöstlich ihrer Feste hatte einst Haus Laurenloff gestanden und sich auf eine ähnliche Sicherheit verlassen. Nur hatten sie nicht einen schützenden Berg im Rücken, wie die Feste Hohenfelde. Hohenfels, so hatte man ihren steinernen Wächter genannt.

    Neben den Hohenfelde lagen nur noch die Wigbergs ein geschmiegt in das Gebirge, auch sie hatten den Vorteil des Schutzes vor der Mühsal erkannt. Ein Umstand, der sie genau wie ihre Familie bis heute überleben ließ... neben einigen anderen wichtigen Familieneigenschaften. Die hießen Wigberge jene vier steinernen Wächter die ihren Rücken zum Landesinneren hin schützten.


    Kaltenburg lag auf offenem, kahlen, windgepeitschten Land. Die See hier war nicht rauer als vor der Küste Hohenfeldes, aber ihre Stürme trafen ungeschützt auf das Land, die Burg, das Dorf und den Wald. Es herrschte ein ständiger, eisiger Wind, der jedem die Wärme aus den Knochen zu ziehen schien.


    Sie überquerten ein Stück der staubigen Ebene, die zum Dorf der Kaltenburger führte. Die Mäntel fest um ihre Körper geschlungen bildeten sie dennoch eine optische Ausnahme in diesen fremden Umgebung.


    Hohlwangige, ausgemergelte Gestalten in Lumpen blickten ihnen mit einem Hunger entgegen, der nicht weltlich zu sein schien. Ihre hagere Gestalt war gewollt, aber dies hier war nicht das Werk der Bewohner. Sie spürten einen seltsamen Sog, etwas dass versuchte sich an ihren Kräften zu schaffen zu machen.


    `Wappne Dich Bruder und tarne Dich, schirm Dich ab´, warnte Dunwolf, wohlwissend dass sein Bruder garantiert die gleichen Schutzmaßnahmen wie er getroffen haben würde. Ansonsten wäre er nicht mehr am Leben.


    Eine ausgemergelte Frau stellte sich beiden in den Weg, gab den Anblick auf verrottete Zähne preis und versuchte sich an einem koketten Lächeln. Ihre schmutzstarrende Hand fuhr durch ihr strähnig fettiges Haar.


    "Eine Münze für einen Tag voller Vergnügen", bot sie an.

    Dunwolf blieb vor ihr stehen und lächelte so breit, dass es Poldi schon unangenehm werden musste.


    "Zwei Münzen...", antwortete Dun, dabei trat ein gieriger Glanz in die Augen der Frau, den man ihr gar nicht mehr zugetraut hätte.

    "Zwei Münzen... für die neusten Gerüchte... erzähle sie uns... in der Taverne... wir wollen uns aufwärmen. Und Du siehst aus, als könntest Du ebenso einen Bissen vertragen... oder mehr...", erklärte Dunwolf.


    "In die Taverne, ja ich führe Euch in die Taverne... sucht Ihr Arbeit bei den Herren? Mein Name ist Rose", erklärte die Frau und richtete ihre nicht vorhandene Frisur.

    "Ein würdiger Name... für eine würdige Frau... nur die Umgebung ist Deiner weit weniger würdig... Rose... Sieht man uns so sehr unseren Hunger an? Ja wir sind auf der Suche nach einem Herrn, der unsere Künste zu schätzen weiß... Du hast Weitsicht...", lobt Dun und ein Hauch Rose farbene Verlegenheit lebte sich auf die eingefallenen Wangen der Frau.


    "Hier entlang", sagte sie und gab den Weg vor. Dabei führte sie ihre Gäste so, dass diese nicht in das Abwasser traten, dass mitten durch die schlammige Straße floss.


    Das Dorf war groß, genauso groß wie Kuttenthal, allerdings schien hier eine Epidemie oder dergleichen gewütet zu haben. An einigen Türen waren seltsame Zeichen angebracht, auf Karren lagen abgedeckte Leichen. Faulige Füße schauten unter Laken hervor, umschwirrt von schwarzen Schwärmen. Für Fliegen waren die Tiere zu groß, oder sie hatten hier derart reichlich Nahrung, dass sie zu solchen Brummern heranwuchsen.


    Sie ließen den äußeren Ring des Dorfes hinter sich und die Straßen wurden etwas sauberer, dass hieß der Schlamm und die Fäkalien waren nicht mehr knöcheltief. Gepflastert war auch hier nichts, bestenfalls festgestampften Lehm fand man als Gehweg vor.


    Dunwolf versuchte so gut es ging dem Unrat auszuweichen, seine Stiefel waren trotzdem ruiniert. Nun besser die Stiefel, als die ganze Existenz.


    Rose führte sie zu einer Taverne, aus der es derart stank, dass sich einem schon warnend vor der Tür der Magen umdrehte.


    "Das ist das Haus zum eitrigen Eibel", sagte sie und deutete auf ein Schild, dass man weder lesen noch deuten konnte.

    "Hier... gibt es die besten Arbeitsangebote?", fragte Dun zweifelnd.

    "Ja Herr am Brett für Arbeit. Und fast wanzenfreie Betten", grinste Rose.


    "Fast... wanzenfrei? Das ist purer... Luxus, komm mein Lieber, das wollen wir uns doch nicht entgehen lassen", schmunzelte Dunwolf und trat ein. Rose folgte ihm und hielt Poldi die Tür auf.

    "Nur rein der Herr, Ihr seht aus, als könnt Ihr einen Fischsud vertragen", sagte sie freundlich.


    "Wo ist denn dieses verfluchte Arbeitsbrett?", fragte Dunwolf und schaute sich suchend um.

    "Ihr steht davor", sagte Rose hilfreich und deutete mit einem schwarzen Finger auf das Brett hinter Dun.


    Dieser drehte sich um, kniff die Augen zusammen und versuchte die einzelnen Schmierzettel zu entziffern. Wer immer das geschrieben hatte, war entweder winzig oder hatte Spaß daran die Leute mit seiner Sauklaue zu quälen.


    "Wer hat das geschrieben? Ging es nicht noch... kleiner?", fragte Dun und drückte fast die Nase an die Zettel.

    "Der edle Großmeister selbst! Der heilige Herr von Kaltenburg! Und die Schreiber malen es dann ab und verteilen es in den Tavernen. So kann sich jeder Reisende an den Arbeitsbrettern informieren. Sie suchen mal wen fürs Haus, mal für die Magie. Alles wird gesucht. Soll ich für Euch schauen?", fragte Rose und stellte sich so dicht neben Dunwolf, dass dieser förmlich die Läuse überspringen fühlte.


    "Ja... bitte...", lächelte er zuckersüß.


    "G... ge...sucht wird ain Mann mid großen Ge...sicht. Nein! Ge...s...schick! Geschick! Für... für Flans...en und Grä...uder. Ein Gärtner wird gesucht Herr!", strahlte Rose.

    "Super... geradezu hervorragend! Allerdings nichts für mich.... vielleicht etwas mit Alchemie, Naturphilosophie oder Stofflicher Essenzlehre, ja?", hakte Dunwolf nach.


    Rose starrte ihn einen Moment an, starrte auf das Brett und schüttelte dann den Kopf.


    "Ei...n Drän...gebrau...er wird gesucht... für... sieben... Stu... Stufen...", stotterte Rose beim Lesen.

    "Ah verstehe, ja das ist etwas für mich. Das bezieht sich auf die Alchemie", antwortete Dunwolf und riss den Zettel vom Brett.


    Danach suchte er sich eine ruhige Ecke, steckte den Zettel in seine Manteltasche und setzte sich. Er klopfte neben sich auf die Bank, damit sich Poldi und Rose setzten. Kaum geschehen, kam eine Schankmaid an den Tisch gewackelt. Ihr üppiger Busen wippte genau vor Poldis Nase und ihr breites, lüsternes Lächeln ließ keinen Zweifel darüber offen, ob dies versehentlich oder beabsichtigt geschah.


    "Was darf ich Euch bringen?", fragte sie keck.

    "Einen strammen Fischsud mit doppelt gebranntem Jöller für uns alle", bestellte Rose und lächelte ihre beiden Begleiter an.

    "Kommt sofort", sagte die Schankmaid und verschwand um kurze Zeit später das seltsame Gebräu zu servieren.


    "Prost Rose... ", sagte Dunwolf und schaute seinen Bruder auffordernd an.


    Solange sie redeten, konnten sie die Umgebung sondieren, ganz vorsichtig abtasten und Rose hockte im Warmen. Es war also in ihrer aller Interesse, wenn sie so lange wie möglich in der Taverne blieben. Und sobald die Nacht heraufzog, würde sich auch das Tor zur Kaltenburg öffnen, da war sich Dunwolf sicher.


    Er nippte an dem ungewöhnlichen Getränk, es schmeckte grauenvoll, wie frisch Erbrochenes... eine hochinteressante Erfahrung.




    ****

  • Für die verbleibende Dauer der Reise hüllte Leopoldius sich in Schweigen. Als Dunwolf ihn kontaktieren wollte, spürte er, dass er auf eine mentale Mauer prallte. Leopoldius öffnete sie einen winzigen Spalt, um die Information 'der Weber' hineinzulassen, nickte kurz und verschloss seine Barrikaden wieder. Die entstellte Gestalt war in der Dunkelheit des sterbenden Waldes kaum auszumachen. Sie besaß weder Nase noch Ohren und schien zudem blind zu sein. Sofern sie über keine magischen Sinne verfügte, war der Tastsinn das Einzige, was ihr blieb. Ihre Haut wucherte unkontrolliert wie ein Geschwür und hing als zähe Masse von seinem Körper. Der Weber zog die entartete Haut von sich, so dass sein blankes Fleisch zum Vorschein kam, vielleicht um seine Qualen zu lindern oder um sich überhaupt bewegen zu können. Er klebte die Masse überall in die Bäume. Etwas so Zähes ließ sich nicht einfach abschütteln, es blieb an den Fingern genau so kleben wie überall anders. So entstand der Eindruck, dass der Weber spinnengleiche Fangnetze wob. Vielleicht nutzte er sie tatsächlich in dieser Weise, Leopoldius wusste es nicht. Er ließ es sich nicht nehmen, mit einem Stöckchen eine Probe des Gespinst in einer Manteltasche abzustreichen, die er zu Hause alchemistisch untersuchen wollte.


    Dann führte der Weg sie weiter durch den immer feuchter werdenden Wald.


    Die Abschirmung, die Dunwolf bei Leopoldius spürte, galt noch nicht Kaltenburg. Er wollte mit seinen Gedanken für sich sein. Dunwolf hatte in allem, was er sagte, Recht. Was Wern betraf, der sich keineswegs nur an die Gnade erinnern würde, genau so, wie was die große Aufgabe ihres Lebens anbelangte.


    Ein Bündnis der drei Brüder ...


    Der Vorschlag war ungeheuerlich. Sie waren Todfeinde und wurden von klein auf darauf vorbereitet, die anderen beiden beseitigen zu müssen, da diese die gleiche Erziehung genossen. Am Ende würde - durfte - es nur einen geben. Dabei war jedes Mittel erlaubt, es gab keine Grenzen. Leopoldius wusste genau, dass Dunwolf recht damit hatte, was er sagte. Für einen allein war Indutiomarus unbezwingbar. Er war der Erste, der fallen musste, damit wenigstens einer von ihnen dreien am Ende noch stand und die männliche Linie nicht ausstarb. Wahrscheinlich war Vater auch für zwei von ihnen nicht zu überwältigen. Nur zu dritt hatten sie wohl überhaupt eine Chance. So weit war alles gut. Die Frage war, ob Dunwolf tatsächlich meinte, was er damit sagte - oder ob dies nur der Köder war, um seine beiden Brüder aus dem Weg zu räumen, in der Hoffnung, danach allein mit ihrem Vater fertig zu werden.


    Leopoldius würde gern daran glauben, dass Dunwolf wirklich ein Bündnis erwog. Es würde nicht nur die Chance seines eigenen Überlebens erhöhen, sondern auch einige Monate des Waffenstillstands mit sich bringen, Zeit, in der er verschnaufen und sich seinen eigenen Plänen widmen konnte.


    Als sie das Dorf erreichen, öffnete Leopoldius sich wieder für die Kommunikation mit seinem Bruder, der ihn sogleich warnte, sich abzuschirmen und seine eigenen mentalen Tore verrammelte. Leopoldius lächelte kaum merklich und kam seinem Rat nach. Zumindest so lange sie auf dieser Mission waren, arbeiteten sie zusammen, denn sie befanden sich im Hoheitsgebiet eines ihrer mächtigsten Feinde. Er überließ Dunwolf die Führung, der sich von einer alten Hure namens Rose in eine Taverne mit dem selbstironischen Namen Zum eitrigen Eibel führen. Der Inhaber hatte einen derben Galgenhumor, der Leopoldius gefiel. Anders konnte man in solch einem Drecksloch wie diesem wohl nicht überleben, ohne den Verstand zu verlieren.


    Während Dunwolf und Rose sich am Schwarzen Brett mit den Aushängen abmühten, besetzte Leopoldius ihnen einen Platz in einer ruhigen Ecke, von wo aus er die Umgebung im Blick behielt, während sein Bruder im Rücken ungeschützt war. Ehrensache. Doch es gab keine Zwischenfälle. Als alle beisammen saßen, wurde sein Blickfeld plötzlich von zwei hüpfenden Brüsten versperrt, die unter dem Hemd frei schwingen durften. In seiner gereizten Stimmung spürte er trotz der unappetitlichen Umgebung einen heftigen Stich im Schritt. Er richtete die Augen vierzig Zentimeter höher und lächelte der Wirtin freundlich zu. Rose übernahm die Bestellung und Leopoldius das gute Aussehen. Während sie auf den Fischsud und den Schnaps warteten, lehnte Leopoldius sich ein wenig an Dunwolf an. Sein kleiner Bruder war schlau, er war vielleicht der Gerissenste von ihnen dreien. Sich als Dörfler auszugeben und Arbeit in der Kaltenburg zu suchen, war eine hervorragende Idee. Was ihnen jetzt nützte, mochte an einem andern Tag Leopoldius' Tod sein.


    Er hob das Glas.


    "Prost. Ich habe über deine Worte nachgedacht", sagte er diesmal nicht magisch, sondern mit seiner Stimme, da sie beide sich energetisch abgeschirmt hatten. "Du hast Recht mit dem, was du sagst. Wir drei Brüder müssen zusammenhalten, bis wir einen Schritt weiter sind. Allein sind wir verloren und ich vermute, selbst zu zweit wären wir das. Wir sollten dem Großen einen schönen Torso organisieren, um ihn gewogen zu stimmen, sich uns anzuschließen." Er nannte bewusst keine Namen und sprach sehr vage. Es musste niemand hier wissen, dass sie Hohenfeldes waren. "Aber ich will nicht verschweigen, dass ich weder dir noch unserem Bruder vertraue, ganz gleich, wie vernünftig dein Vorschlag sich anhört. Es besteht dennoch die Möglichkeit einer Finte, um ihn und mich verwundbar zu machen. Ich möchte, dass wir drei in der Kühlkammer an den Bahren unserer gefallenen Brüder einen magischen Schwur schwören, den keiner von uns brechen kann, ohne mit dem Leben zu bezahlen."

  • Dunwolf drehte das Glas zwischen den Fingern und orderte einen einfachen Wein nach. Noch ein Glas von dem seltsamen Gebräu wollte er dann doch nicht trinken. Die Schankmaid kehrte nur zu gerne an ihren Tisch zurück und warf Leopoldius einen glühenden, verehrenden, geradezu schmachtenden Blick zu.


    Sie stellte den großen Krug in die Mitte und drapierte die tönernen Weinkrüge drum herum. Jedem wurde eingeschenkt, zu Letzt Poldi, wobei sie ihm tief in die Augen schaute und sich ihre vollen Lippen zu einem einladenden Lächeln verbreiterten.


    Worauf die Frau aus war, konnte er so in ihrem Gesicht ablesen. In dieser Taverne, in dem ganzen Dorf, waren sie vermutlich die einzigen Kerle, die ihre Verfallszeit noch nicht überschritten hatten. U


    "Falls Ihr noch etwas wünscht, lasst es mich ruhig wissen", flötete sie und verschwand mit wiegenden Hüften.


    Dun schaute er mit verstecktem Grinsen hinterher, während Rose Blicke Dolche verschossen.


    "Warum sollte ich Euch betrügen? Weder von Dir noch dem Großen kam ein Angebot in diese Richtung. Sich zu sehr auf ein Ziel zu fokussieren, vernebelt die Sicht auf das tatsächliche Ziel. Und unser endgültiges Ziel ist nur in Etappen zu erreichen.


    Reine Stärke ist genauso nutzlos wie vollendete Gerissenheit. Das was uns zum Sieg in der ersten Etappe führt, sind unbekannte Pfade. Gehen wir Wege, die vor uns noch niemand ging. Wir benötigen den Überraschungsmoment auf unserer Seite. So eine große Bestie kann man nur erlegen, wenn man sie in eine Falle lockt....


    Jedes Raubtier ist extrem vorsichtig... und dieses Raubtier... ist alt... uralt... es trägt Narben aus Schlachten, die wir nicht eine Minute überlebt hätten...


    Es ist geprägt vom Überlebenskampf, es erwartet ständig einen Hinterhalt, Missgunst, Verrat... aber es erwartet kein Bündnis... mag es auch nur ein Zweckbündnis sein... aber es ist ein Bund.


    Ich erwarte von Euch kein Vertrauen... bleibt misstrauisch... haltet Augen, Ohren und alle Sinne offen, denn dann seht Ihr auch die Krallen des alten Raubtiers, sobald es die Krallen wetzt...


    Wir benötigen einen Köder...

    Wir müssen für seinen Angriff gewappnet sein...

    Wir dürfen es aber erst gar nicht zu seinem Angriff kommen lassen...

    Wir müssen es auf dem falschen Fuß erwischen und gnadenlos zuschlagen...


    Solange soll unser Bund halten, ab dato geht jeder Jäger seiner Wege...

    Aber vorher jagen wir den uralten Jäger, wir erleben den Bärenhund mit der Narbenschnauze...


    Ein Schwur, gebunden durch Leben, geschrieben in Blut, auf die kalten Leichen unserer Vorgänger... auf das wir in der ersten Etappe nicht bei ihnen zu liegen kommen...

    Ist das alte Scheusal gefallen, ist der Schwur gelöst.


    So sei es", antwortete Dunwolf, "hast Du eine Idee um den Großen zu überzeugen? Außer ein Mitbringsel mit strammen Loch?"

  • "Außer ein Mitbringsel?" Leopoldius überlegte. "Ich denke, der Schwur sollte ihn überzeugen. Du hast wohl gesprochen, was unsere gemeinsame Jagd zu dritt anbelangt. Wenn es im Guten nicht geht, würde vielleicht helfen, ihm etwas vorzuenthalten, was ihm lieb und teuer ist ... falls es so etwas gibt."


    Leopoldius beschränkte sich auf das eine Getränk, was ihm geliefert worden war. Er war hungrig und durstig, aber er würde nicht in der kurzen Zeitspanne verenden, die er darben musste, um ihre Mission zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Er beobachtete die Wirtin, die beim Tresen herumwuselte und ihn mit ihren schwingenden und kreisenden Brüsten erfreute. Er setzte sich auf und nahm ein wenig Abstand zu Dunwolf ein, da er schon wieder eine Latte hatte.


    "Sie sieht recht gesund aus", sinnierte er leise, während seine Blicke sie förmlich auszogen. Er mochte üppige Frauen, die beim Akt wogten wie ein Meer und in deren Fleisch er mit beiden Händen hineingreifen konnte, ohne auf Knochen zu stoßen. Auch beim Tanz war eine solche Frau sehr sinnlich anzusehen. Wenn da nichts zu seiner Verzückung wogte und hüpfte, konnte auch genau so gut ein Mann tanzen. Nicht, dass er etwas gegen männliche Tänzer einzuwenden hätte, doch für sie legte er andere Maßstäbe an für sein Wohlgefallen. Wern hatte sie ganz vortrefflich erfüllt ... einen Moment lang sah er Wern nackt für sich tanzen. Leopoldius hatte einen eigenen Ballsaal, wie er es nannte, auch wenn es nur ein kleiner Raum war. Das Herrenhaus besaß eine Fußbodenheizung, die wegen des Holzmangels lange schon nicht mehr betrieben wurde, doch Leopoldius hatte sie in seinem Flügel umgebaut, so dass sie nur den Ballsaal beheizte. Von unten befeuert wurde der Boden so heiß, dass man sich die Fußsohlen verbrannte, was wildes Springen und Kreischen zur Folge hatte, während der Hohenfelde von der Loge aus zusah, so lange und mit wem es ihm beliebte. Er könnte Wern dazu ein kurzes Kleid anziehen lassen ...


    Rasch riss er sich aus dem Gedanken. Auch diesmal hatte Dunwolf recht - ein voller Sack konnte gewaltig lästig sein und seiner fühlte sich an wie zwei heiße Ofenkartoffeln. Er wandte den Blick von der Wirtin ab und betrachtete seinen Bruder.


    "Einen Köder für das große Raubtier müsste Dimensionen haben, die wir hier nicht besprechen können." Er dachte dabei an politische Taktiken, ganz ähnlich wie die Kaltenburger sie anwandten. "Mit profaner Fleischeslust ist er nicht dingfest zu machen. Über den Verlust seines Spielgefährten wäre er sicher erbost, aber du meinst ja, dass er ihn hinnehmen würde. Man müsste überlegen, was er unbedingt will ... wofür er alle Vorsicht fallen lassen würde."


    Er schaute in Richtung Fenster, um zu sehen, ob es schon dunkel wurde. Seine Lust wurde langsam zur Qual. Er brauchte entweder das Opfer, auf das sie warteten oder er würde sich die willige Wirtin vornehmen.

  • Dunwolf folgte dem Blick seines Bruders und erneut teilten sich seine blutleeren, blassen Lippen zu diesem unheimlichen Grinsen, für das er geliebt und gefürchtet wurde.


    "Der Morgen hat vor zwei Stunden gegraut mein Lieber... Du wartest sehr lange... wenn Du denn wartest...", säuselte Dun und trank noch einen Schluck Wein.


    Er erkannte in Poldis Blick die Lust und sein Schritt sprach Bände, sein bestes Stück drohte fast die Nähte seiner Hose zu sprengen. Oh ja, Leopoldius hatte zwar einen Saal für seine Tänzer, aber er hatte das Gleiche mit einigen heißen Worten erreicht, ganz ohne die Tanzplatte die sein Bruder sonst verwendete. Die Wirtin war mehr als willig und Poldi schien ihr zu gefallen. Dun prostete der Frau zu.


    "Wir finden schon etwas, ein Mitbringsel macht sich immer gut, zeugt es doch davon, dass wir uns Gedanken um ihn und seine Gunst gemacht haben. Das uns an seinem Wohlwollen gelegen ist. Was den Köder für das Raubtier anbelangt, dass lass meine Sorge sein... ich weiß was wir auf den Haken spießen müssen, damit wir das Biest aus seinem Bau locken...", erklärte Dunwolf und lehnte sich entspannt zurück.


    "Ich höre den Ruf Deiner Glocken bis hier hin läuten, möchtest Du sie nicht klingen lassen bei der guten Wirtsfrau? Wie Rose doch versicherte, sind die Betten fast wanzenfrei.... und ich hätte auch nichts dagegen, etwas zu... entspannen... Danach brechen wir auf und bewerben uns bei den Herren für den Alchemiejob.... der ist uns doch wie auf den Leib geschneidert...", grinste Dun.


    Zudem kamen sie so ungehindert an Kleidung, sie mussten ihre Kleidung etwas kaschieren. Nicht zuviel, dass sie wie arme Schlucker wirkten, aber im Moment war es immer noch zu gewagt, zu aufwendig und stets im Mantel eingehüllt konnte sie auch nicht auftreten. Die Taverne war warm, ebenso würde ihr zukünftiger Arbeitgeber seine Räumlichkeiten geheizt haben. Was sie benötigten, waren einige abgetragene Kleidungsstücke, die keiner mehr vermisste...


    Die Wirtin war süß, willig und hatte ein Narren an Poldi gefressen. Und sie war ganz sicher nicht Eibel... Dun trank einen großen Schluck Wein und knetete seinen eigenen Schritt.

  • Leopoldius schloss einen Moment die Augen, um sich zu sammeln. Dunwolf hatte - schon wieder - recht. Wenn er noch länger wartete, wurde seine Konzentration nicht besser. Dunwolf sabotierte seine Bemühungen, durch schiere Willenskraft abzukühlen, indem er sich selbst streichelte. Und bei aller Kampfkunst, zu der sie ausgebildet waren, war die stärkste Waffe eines Hohenfeldes noch immer seine Magie. So winkte er nach der Holden und als sie nahte, hatte er Mühe, nicht dreinzublicken wie ein ausgehungertes Raubtier, sondern eine höfliche Miene zu wahren.


    "Wir möchten die Übernachtungsmöglichkeit in Anspruch nehmen. Und wenn du Zeit hast und dir etwas dazuverdienen möchtest, kommst du mich dort besuchen."


    Das war dermaßen plump, selbst wenn es nur um einen Fick ging, dass es schon fast peinlich war, aber Leopoldius hatte gerade absolut keinen Nerv für irgendwelches Rumgeeier. Er wollte nur, dass sie ihm half, wieder klar denken zu können und das möglichst schnell.

  • Die Schankmaid lächelte Poldi glücklich an und strich ihm über die Hand.


    "Folgt mir, dann könnt Ihr die Zimmer inspizieren, es sind heute noch alle zu haben. In den kalten Tagen kommen selten Gäste in unsere gute Stube. Ich zeige Euch gerne, was wir in diesem Haus zu bieten haben", sagte sie freundlich.


    Sie ging mit schwingenden Hüften zurück zum Tresen und kramte nach dem Schlüsselbund. Mit wissendem Grinsen stopfte sie es sich in den Ausschnitt und ging dann einige Stufen hinab, scheinbar in die Küche, wie die Gerüche verrieten. Ein schweißtriefender Kerl mit Rauchstangenkippe im Mund und kaum noch Haaren rührte in einem angrenzenden Raum in einem riesigen Kessel. Poldi sah noch wie er sich den Hintern kratzte, als die Schankmaid ihn weiterzog.


    Sie führte ihn durch einen kleinen Gang und bog in eine der letzten Räumlichkeiten. Überall standen Fässer herum, der Staub tanzte in der Luft und vor ihm tanzte einen Augenblick die Schankmaid. Sie drehte sich um sich selbst, so dass Poldi einen guten Blick auf ihre Figur werfen konnte, dann schmiss sie ihm den Schlüsselbund zu, den er geschickt auffing. Er war ein Hohenfelde, er hatte die Reflexe einer Viper und er war gut, sonst wäre er nicht so alt wie er war.


    Die Maid ging etwas tiefer in den Raum hinein, so dass man sie vom Flur aus nicht sehen konnte. In der hintersten Ecke stellte sie sich vor ein Fass und lüftete den Rock. Poldi blickte auf einen klatschnassen, geschwollenen, strammen Pfirsich der vor Lust zuckte, als sie ihm einen Blick über die Schulter zuwarf.


    "Sei leise, Vater darf nichts mitbekommen", wisperte sie und reckte sich ihm wollüstig entgegen.

  • Eine Sekunde lang starrte Leopoldius auf das, was ihm feilgeboten wurde. Ein Vorspiel war damit überflüssig, sie würde flutschen wie eine nasse Seife. Er schaute exakt so lange, wie er benötigte, um seine pralles Glied zu befreien und die Hose ein Stück nach unten zu zerren, damit seine Hoden Raum zum Schwingen hatten. Wobei da heute kaum etwas schwingen würde, so dick wie sie sich anfühlten.


    Er tastete kurz mit dem Zeigefinger, ob sie offen war oder sich vor Aufregung zusammenkniff. Als sie seinen Einlass fordernden Finger spürte, öffnete sie sich noch weiter und schob sich ihm entgegen. Er zog den Finger wieder heraus, ließ ihn zwischen ihren Schamlippen nach vorn gleiten. Er spielte mit zwei Fingern an ihrer empfindsamsten Stelle, während er sich in sie schob. Sie war schleimig wie ein Frosch, er glitt beim ersten Schieben bis zu seinem rasierten Bauch in sie hinein. Ihre Schamlippen küssten feucht seine Hoden. Er legte sofort los.


    Er packte ihre Hüften und stieß sie so tief und schnell, dass ihre Körper laut aneinander klatschten. Die Brüste der Wirtin sprangen aus ihrem weiten Ausschnitt und rasten vor und zurück wie zwei wildgewordene Dreschflegel. Leopoldius stieß sie nicht irgendwie, er wusste, wie man eine Frau zum Höhepunkt trieb. Die Frau wurde zwischen ihren Beinen so nass, dass ihre Feuchtigkeit ihre Oberschenkel hinablief bis zu den Knien. Es war nicht zu unterscheiden, ob sie sich vor Lust bepisst hatte oder ob das ihre normale Flüssigkeitsmenge war, aber die Vorstellung, dass sie ihre Blase gerade ungewollt entleert hatte, machte Leopoldius noch geiler.


    Er presste den Mund zusammen, damit er nicht stöhnte, als er spürte, wie es ihm kam. Er bäumte sich auf und verpasste ihr, als er abspritzte, noch einige extra harte Stöße, um zu sehen, wie ihre Brüste tobten, während er ihr seine Ladung verpasste. Als er sich wieder aus ihr zurückzog, stand ihre Pforte weit geöffnet und als ihre Unterleibsmuskeln vor Lust nachzuckten, floss weiße Flüssigkeit heraus. Leopoldius stellte fest, dass er untenrum kaum sauberer aussah aus sie. Er klatschte ihr auf den dicken Hintern und ließ sich mit offener Hose rücklings aufs Bett fallen, um seine Kleidung nicht zu beschmutzen.


    "Ich benötige eine Waschschüssel", erklärte er und warf aus dem Liegen heraus einige Münzen nach unten auf das Fußende des Bettes. "Bei der gottlosen Leere", stöhnte er tief befriedigt. Es ging noch intensiver, doch die entscheidende Komponente - Schmerz - konnte er unter diesen Umständen nicht verwirklichen. Spätestens zu Hause würde er das gründlich nachholen, vielleicht sogar schon eher, hier im Hoheitsgebiet der Kalten.