Kapitel 17 - Der kaputte Dolch

  • Ciel schmunzelte säuerlich, als der Mann vor ihm auf die Straße spuckte und dann verschwand.


    "Bemerkenswert. Irgendwie kommt der Mann mir bekannt vor, an dieses Kunstwerk der Fäulnis, das er in seinem Munde trägt, erinnere ich mich, an den Rest allerdings weniger."


    Er ließ sich von Linhard in die Taverne ziehen und folgte ihm in eine Ecke, in der sie ein wenig für sich waren. Das Stimmengemurmel um sie herum übertönte ihr leises Gespräch und der Essensduft sorgte nun auch bei Ciel für Magengrummeln. Er rutschte nahe auf, damit sie leise sprechen konnten.


    "Ja, ganz einfach, ich muss nur damit zustechen. Ich habe sie bereits aktiviert. Warum?", fragte Ciel.

  • "Weil sie mich verletzt hat und ich nicht möchte, dass Dir Archis Sohn eine Waffe andreht die im entscheidenen Moment bricht oder sich gegen Dich wendet. Sei vorsichtig, wenn Du sie verwendest Ciel. Du hast ein Händchen dafür in Schwierigkeiten zu geraten und wir beide haben unseren Urlaub in Wolframs Haus immer noch nicht gebucht, geschweige denn je in Anspruch genommen. Irgendwann sollten wir uns dort mal eine ruhige Woche gönnen, fern vom Stress der Welt.


    Deshalb pass auf Dich auf und versuche mehr über die Waffe und ihre Magie in Erfahrung zu bringen. Sie scheint mich abzuwehren, Dich und den Schmied nicht. Das muss einen Grund haben und den solltest Du herausfinden. Jetzt, solange Du sie noch nicht brauchst. Mitten in der Schlacht wäre das fatal. Woher hatte die Waffe?", fragte Lin besorgt.

    "Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

  • "Nun, du bist ein Hohenfelde. Vielleicht liegt es daran? In dir schlummert das gleiche Dunkel wie in Dunwolf. Ich sollte sich auch mal an Vendelin austesten, wenn wir schon einmal einen Wigberg an Bord haben", grübelte Ciel. "Vielleicht ist das eine Anti-Trinitätswaffe? Aber dann wäre sie gegen die Abscheulichkeit unter dem Palast wirkungslos. Hector hatte sie ... ich weiß nicht, woher er sie hat. Er sagte, dies wäre der Dolch des Lichten, des Ältesten, der meine Familie beschützt. Aber das war natürlich gelogen, diese Kreatur nährt sich von meiner Familie und meinem Volk, selbst Thabit nährt sich von seinem ach so geliebten Tazio!"

  • "Das könnte durchaus möglich sein, dass sie sich gegen Hohenfelde richtet. Hat Hector sie angefasst? Dank Brandur und dessen Beschwörung von Alastair wissen wir, dass Archibald sein unehelicher Sohn war. Folglich ist er Paps Halbbruder, also ein Hohenfelde. Und Archibalds Sohn ist nach Blutlinie auch ein Hohenfelde, hat er die Waffe angefasst oder Dir in der Schatulle überreicht?


    Falls in der Schatulle, weißt Du nun warum. Er kann sich gegen Dunwolf gar nicht einsetzen, aber Du kannst es. Er setzt seine Hoffnungen auf Dich. Nun wohl nicht nur er, meist ein ganzes Volk. Zuletzt hast Du Souvagne gerettet, oder sogar mehr noch, die uns bekannte Realität vor Dun", antwortete Linhard.

    "Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde