Kapitel 18 - Der Speer des Lichts

  • "Wir werden sehen, wer hier hingerichtet wird. Betet dafür dass ich meinen knackigen Arsch zu mache, denn ansonsten werde ich mir Eure Ärsche holen. Das schwöre ich Euch. Ich kann vieles verzeihen, aber Verrat verzeihe ich nicht. Ich habe nicht nur Deinen Arsch gerettet, sondern auch den von Deinem Vater.


    Aber wie meine Mutter schon immer sagte, verlass Dich auf andere und Du bist verlassen. Lerne alleine stehen, lauf alleine durchs Leben, sonst wird ein Kriechen draus. Und das werdet Ihr lernen. Das schwöre ich Euch, sollte ich entkommen, wird es für Euch keine ruhige Minute mehr geben. Ihr werdet ständig über die Schulter schauen müssen, nur um festzustellen, ich habe Euch von vorne abgestochen. Ich spreche Euch die Blutfehde aus!", knurrte Archibald piepsig und biss mit Kazrar mit seinen messerscharfchen Zähnchen.


    "Du elendige Made!", keuchte Kaz und schüttelte die Hände.

  • Linhard zog fragend eine Augenbraue hoch.


    "In meiner Seele existiert nur Schwärze? Na schau mal einer an, das lässt tief blicken", antwortete er mürrisch.

    "Du bist ja nur neidisch, weil heute meine Lanze gefragt war und Du nicht mitspielen durftest", fügte er flötend an.


    "Er existiert? Nun das tut er Prince Ciel, was geschieht, wenn man die Lanze berührt?", fragte Bellamy misstrauisch.

    "Nichts, man verbrennt sich die Flossen. Sie wird heiß. Eigentlich ideal um unterwegs Wasser heiß zu machen, für einen Kaffee oder Tee. Aber ich glaube sie hat einen anderen Verwendungszweck", grinste Linhard.


    "Das vermute ich auch. Sie sieht jedenfalls äußerst mächtig und prächtig aus. Daran besteht nicht der geringste Zweifel, die Lanze des Lichts. Also wollt Ihr immer noch Dunwolf jagen?", fragte Belly und grinste so breit wie Lin.

    "Er ist noch was unentschlossen, jagen, töten, einstellen oder heiraten", prustete Linhard.


    Der faulige Piet trat aufs Deck und legte eine Hand über die Augen.

    "Wo ist das Jungchen?", fragte er und man roch die Schnapsfahne bis zu ihnen, Arbo trat neben ihn und legte ihn einen Arm um die Schulter.

    "Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

  • Wütend fetzte Tekuro die Fledermaus vom Finger seines Vaters und presste sie wie einen nassen Badeschwamm in seiner Faust. "Hat er dich gebissen oder nur gekniffen?", rief er panisch. "Schau nach, ob du blutest!" Er schüttelte Archibald durch und fragte sich, warum er den Kerl nicht einfach töten durfte, sondern ihn bis nach Beaufort bugsieren musste.


    "Blutfehde, ich lach mich scheckig, du Narr! Wofür, dafür, dass wir nicht unseren Kopf hinhalten und alles hinschmeißen, dafür, dass wir nicht wie du als Penner in einem Erdloch hausen wollen, sondern aufrecht durch Souvagne flanieren dürfen an der Seite des Prince, der uns schützt und hätschelt?!"

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • "Wer redet denn von Dunwolf? Nein, ich will den Ältesten vernichten, der unter dem Palast nistet und souvagnische Seelen zehrt", rief Ciel triumphierend und hielt Bellamy die Waffe hin. "Teste es, fass sie an!"


    Aus den Augenwinkeln bemerkte er die beiden Trinker, die offenbar beide Tekuro vermissten.


    "Tekuro ist einige Zeit unterwegs, er wird in wenigen Tagen wieder hier sein."

  • Kaz öffnete seine Hand ganz langsam und da sah er ihn, den Gebissabdruck dieses kleinen Unholds.


    "Er hat mich gebissen!", keuchte Kaz und wurde so bleich wie ein Laken.

    "Mein Sohn, was heißt das? Heißt dass, dass ich nun ebenfalls zu einem Vampir werde? Das ist nicht Recht! Der Älteste schenkte mir diesen Körper damit ich erneut lebe und Archibald hat mich gebissen. Werde ich nun zu einem Vampir?", fragte Kaz dem speiübel wurde.


    "In einem Erdloch? Ich hatte schon Seidentapete an den Wänden, da hast Du noch die Scheiße von der Hühnerleiter gelutscht Du Lusche!", keifte Archibald und versuchte auch Tekuro zu beißen.

  • Bellamy schaute verdutzt und kratzte sich am Kopf.


    "Unter dem Palast lebt ein Ältester? Wie kam er dahin und warum wusste ich als Palaisin nichts davon? Wer ist es und warum hat niemand etwas gegen ihn unternommen? Hat eine andere Person von der Trinität überlebt und ist dorthin geflohen oder seid wann lebt dieser Älteste dort?", fragte Bellamy besorgt.


    Auch wenn er nicht mehr der Palaisin des Duc war, dennoch sorgte er sich um das Wohl seines Regenten und dessen Familie. Bell schaute sich die Lanze an und berührte sie am Schaft. Nichts geschah.


    Linhard deutete auf die Kristallspitze und machte ein Zeichen, dass er vorsichtig sein sollte. Bellamy berührte den Kristall mit einem Finger, es gab ein zischendes Geräusch, als der Kristall aufflammte und auch Bell musste schnell seine Hand zurückziehen.


    "Er hat mich verbrannt", keuchte Bellamy und betrachtete seinen verbrutzelten Zeigefinger.

  • "Huch?", wunderte sich Ciel. Nun verstand er überhaupt nichts mehr. Er hielt auch Boldiszàr die Lanze hin. "Bitte einmal anfassen. Der Älteste ist dort, weil, das muss ich leider so sagen, Verrill von ihm für siene Zwecke manipuliert wurde. Sie schützte ihn all die Jahre, doch das hat nun ein Ende. Sie wohnt in Ledwick und ich habe dieses Artefakt."

  • Als Bellamy vor Schmerzen keuchte, schaute Boldiszàr besorgt. Zum Glück schien alles in Ordnung zu sein bis auf einen kurzen Schreck. Nun sollte auch er selbst als Versuchskaninchen dienen. Er griff mit stoischem Gesichtausdruck an den Kristall und erwartete den gleichen Schmerz, den auch sein Bruder hatte spüren müssen.

  • "Ja, jetzt wirst du auch ein Vampir", schrie Tekuro wütend. Er tat der Fledermaus in seiner Faust weh. Archibald hatte sich mit dem Biss bei ihm ausgesprochen unbeliebt gemacht. "Ich wollte noch Geschwister kriegen, du Scheißkerl", brüllte er ihr ins Gesicht, dass die Ohren nach hinten flatterten.

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • "Das ist die Rache dafür, dass Ihr mich so schändlich verraten habt! Eure Brut soll sich nie wieder mehren!", kreischte Archibald dem die Ohren dröhnten.


    "Warum hast Du das getan? Ich war Dir immer ein loyaler und treuer Freund. Zuerst beißt Du meinen Sohn, so das seine Lenden auf immer verdorren und nun beißt Du mich! So dass auch meine Lenden nutzlos geworden sind. Weder hast Du Tekuros Wunsch beachtet, sondern ihn einfach auf der Choucas gebissen und nun mich! Mich der Dich jahrelang verehrt und geachtet, ja sogar geliebt hat.


    Mein Sohn war es, der Deinem die Unsterblichkeit schenkte auf Deinen Wunsch hin. Und ihn hast Du auch nicht gefragt. Du bist pures Chaos, kein Wunder das Dunwin in Deiner Nähe umkam. Wäre er nicht schon verblichen, wäre er heute sicher auch ein Vampir!", brüllte Kazrar wutentbrannt.

  • Als Boldiszar nach der Lanze griff geschah.... nichts. Er konnte die Waffe ohne Probleme anfassen, damit wäre er auch in der Lage sie zu führen. Die Waffe blieb stumm und akzeptierte seine Berühung.


    "Schau mal einer an", sagte Linhard erstaunt.

    "Was mag das wohl heißen? Was hat es mit der Waffe auf sich?", fragte Bellamy baff.