Kapitel 40 - Aus alten Zeiten

  • "Ob man Dalibor allein mit einer solchen Milchmädchenrechnung ködern kann, wird sich zeigen. Besser wäre ein konkretes Angebot. Wenn Dunwolf fällt, würde Naridien für ihn abfallen. Für Thabit und mich wäre allenfalls Obenza und Daijian als große Hafenstädte interessant, für dich vermutlich keine aufgrund der Wärme und des räumlichen Abstands zu deinem Kernland, oder sehe ich das falsch?"

  • "Du meinst Du möchtest die Beißer unter Dalibors Herrschaft stellen? Damit kann ich mich nicht einverstanden erklären, da ein Großteil der Beißer gleichzeitig Schatten sind. Wir sollten ihm etwas bieten, was unsere Leute nicht betrifft. Ich bin nicht bereit einen Teil meiner Leute zu opfern. Wir sind eh wenige, ich bin froh um jeden Jungvampir der es über die kritische Zeit schafft und sich mit seiner neuen Daseinsform anfreundet. Wir müssen Dalibor etwas anderes bieten. Die Lichtalben möglicherweise? Oder einen Teil Naridiens? So könnte ich meine Schatten aus seinem Einzugsbereich herausziehen. Persönlich habe ich vorrangig Interesse an Arashima, ebenso hätte ich Interesse an den Ländern hinter der Eismeer und der Skalischen See, also Skallion, Skille, Thogrim.


    Unterirdisch ist es zudem gleichbleibend warm und ich hatte vor Carnac einen Besuch abzustatten, einer meiner Statthalter Milothir hat dort das erste Reich der Vampire ausgerufen - das erste Land der Vampire. Das habe ich vor mir anzusehen. Es muss einem Nest oder einer Feste gleichen, nur von riesigem Ausmaß. Selbstredend hege ich daran interesse, er ist mein Statthalter, mein Geschöpf. Ich gehe nicht davon aus, dass Ihr Interesse an dem unterirdischen Land habt oder?


    Die Hafen seien Dein und Ihr seid hier gerne bei uns gesehen Irving", gab Nicodemus zurück.

  • "Du hast sehr große Ansprüche", lachte Iring. "Ob Dalibor sich da nicht veralbert fühlt, wenn du ihn mit solch einer kleinen Ecke abzüglich der wichtigsten beiden Städte abspeisen willst? Da wird er nicht mitziehen. Mich persönlich stören deine Forderungen nicht, so lange ihr uns keine Gewässer verbaut. Dalibor mag das anders sehen. Doch das kann er dann zu gegebener Zeit selbst äußern. Mein Traum wäre ein Kanal zur Arzursee. Dort waren Thabit und ich noch nie. Aber alles zu seiner Zeit. Du bist bei uns ebenfalls gern gesehener Gast, Nicodemus."

  • Nicodemus lachte und es war eine warme, freundliche Lache.


    "Meine Güte Irivng, dass sind keine Forderungen Du hast von meinen Wünschen gesprochen. Mit wem sollte ich die kalten Regionen denn besiedeln? In jeder Stadt ein einsamer Vampir? Nein dass sind Pläne für die spätere Zukunft, Zukunftsmusik wenn Du so möchtest. Möglich ist es noch lange nicht. Dalibor kann Naridien haben, wenn es nach mir geht, er kann nur nicht die Beißer-Schatten haben. Darum geht es mir, verstehst Du? Sollte er Naridien fordern, dann verlange ich, dass die Beißer in meine Hand übergehen und nach Carnac umsiedeln. Dann sei Naridien seins, anders geht es nicht. Wollen wir zurückkehren und Horatio rufen? Wir sollten vorab mit ihm sprechen", schlug Nico vor.


    "Und da wir uns derart einig sind, möchte ich Thabit besuchen, ich möchte ihn betreten. Dafür werde ich Dir unseren Hafen offenbaren. Einen unterirdischen Hafen den Ihr anfahren könnt", erklärte der erste Vampir.

  • "Du kannst den Leib meines Mannes betreten, wenn er einverstanden ist", sprach Irving langsam. "Einen Moment, bitte." Dann rief er Thabit an. 'Liebling? Du hast die Bitte von Nicodemus sicher vernommen, er möchte dich von innen betrachten im Tausch dagegen, uns einen unterirdischen Hafen zu zeigen, den wir anfahren können. Bist du einverstanden?'

  • Irving spürte die Neugier und Belustigung seines Mannes.


    `Der Tausch hinkt, Nico denkt verkehrt herum. Einfacher wäre es, er zeigt Dir vorher den Hafen und ich fahre ihn an. Dann kann er mich betreten. Er ist einer von unserem Blut und hätte Ditzlin sich etwas mehr ins Zeug gelegt, wäre es vielleicht sogar Indu geworden. Sprich dass der Fürst von Hohenfelde freiwillig die Waffen gestreckt hätte. Aber hätte, wäre, wenn... Das ist der Untergang der Denker. Sag dem Tausch zu, er ist willkommen. Aber zuerst den Hafen, dann der Besuch.


    Und Irving, ich bin stolz auf Dich wie Du für Amias entschieden hast. Gib ihm die Chance, ich gab sie ihm ebenso. Falls er versagt, wird er mehr verlieren als nur seine Eier´, übermittelte Thabit.

  • Irvings Gesicht war völlig entrückt von dieser Welt, als er mit seinem Mann sprach und seine Präsenz deutlich in seiner Seele verankert spürte.


    'Danke, Liebling. Indutiomarus wäre ein guter Wigberg geworden, er hatte die besten Veranlagungen, aber leider die falsche Erziehung und Ditzlins Liebe reichte nicht aus, da er selbst mehr wie ein Hohenfelde dachte und handelte.


    Was Amias betrifft: Ein Teil von mir ist damals für immer in Kaltenburg zurückgeblieben, darum denke ich manchmal ein wenig anders. Ich mag Amias, daran bestand nie Zweifel, eine zeitlang liebte ich ihn sogar. Aber ich liebte ihn als mein Ruspante und nicht als den Fürsten von Wolkenhaim. Verstehst du den Unterschied? Süße Unschuld im Tausch gegen schiere Macht und Gefahr. Das ist nicht mehr mein Amias ... es ist jemand, der einst Amias war.'


    Thabit konnte die Trauer spüren, die Irving empfand. Auch, nachdem seine Liebe sich in freundschaftliche Gefühle verwandelt hatte, war Amias ihm stets nahe gewesen in der weiten Fremde außerhalb von Asa Karane. Er widmete seine Aufmerksamkeit wieder Nicodemus.


    "Mein Mann ist einverstanden unter der Voraussetzung, dass du uns zuerst den Hafen zeigst, damit er ihn anfahren kann. Das wäre für uns alle bequemer."

  • Thabit umarmte Irvings Seele mit seiner.


    `Ob Du Amias verlierst Irving liegt bei Dir. Macht und Gefahr gegen Unschuld? Vielleicht tauscht Ihr beiden einfach anders, Unschuld, Macht und Gefahr gegen Freundschaft. Es muss doch nicht von einem Extrem ins andere rutschen. Er kniete vor Dir nieder, Du hast ihn erhört. Du hast ihm die Hand gereicht, dann schüttele sie ihm doch zur Freundschaft. Er ist mit Alexandre glücklich, er empfindet etwas, dass ich ihm gönne. Wir ziehen unsere Stärke aus Essenzen Irving, aber nicht aus unnötigem Leid. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun, denn sonst würden wir in den gleichen Gewässern fahren, wie so viele Hohenfelde. Indutiomarus war weniger Hohenfelde als Du glaubst mein Liebling. Er hatte eines, was kaum einer glaubt - Angst.


    Angst dass ihn seine eigene Vergangenheit wieder einholen würde, wenn er nur einen Funken Schwäche zeigt. Die Maske darf niemals verrutschen Irving, zur Not trägt man sie im Zwiebelmuster, Maske über Maske über Maske... bis Du selbst nicht mehr weißt wie Dein Gesicht unter all den Masken überhaupt aussieht.


    Wir beide wissen, dass es Schmerzen jenseits des Körpers gibt, die andere nicht ermessen können. Und so ging es auch Indutiomarus. Wie sagte jemand einst? Er war der Fürst des Hauses Hohenfelde, aber Zuhause war er nur in den Armen von Ditzlin. Sagt das nicht alles? Er war kein Monster wie Dunwolf, er war eine zerstörte, gequälte Seele und er war viel zu lange allein. Ditzlin hat sein Bestes versucht, vielleicht hätte er ihm ein einziges Mal Gewalt antun sollen und zwar um seiner selbst willen. Um ihn zu zwingen den Wigbergweg einzuschlagen.


    Aber das wagte niemand. Ein Streich ausgeführt in Wut, ist gewaltig. In kalter Berechnung gewaltiger. Aber der größte Antrieb ist Angst. Ein Großteil seiner Macht beruhte darauf, sich soviel Macht anzueignen wie er konnte, um niemanden mehr fürchten zu müssen. Und je mächtiger er wurde, umso mehr fürchtete er dass man ihm diese Macht neidete. Und er sollte Recht behalten. In seiner Familie werden jene geholt, bei denen es was zu holen gibt. Bei uns sieht das anders aus.


    Deshalb Irving, sei nachsichtig mit Amias, aber sei trotzdem umsichtig Schatz. Nico soll mir übermitteln wo der Hafen ist´, bat Thabit.

  • Nicodemus nickte knapp.


    "Auf der anderen Seite des dritten Distrikts, liegt die Hafenanlage. Nicht zu verfehlen, Dein Mann kann von dem Flusseinlauf direkt vor Katagawara direkt unter dem See hindurch zu uns tauchen. Ich werde ihm den Weg übermitteln", erklärte Nicodemus und tat genau dass, was er angekündigt hatte.


    Einen Augenblick später erhielt er die nonverbale Bestätigung von Thabit, dass er sich auf den Weg machte.


    "Dein Mann kommt her, aber das weißt Du bereits", schmunzelte Nico.

  • Irving schaute sich interessiert um und sprach hier und da ein Lob aus, als er der Architektur des Hafenbereichs ansichtig wurde. Allerdings waren sie erst im Eingangsbereich und bereits hier behagte es ihm.


    "Sehr geschmackvoll, Äthetik und Zweck vereint in vollkommener Synthese, so wie es das Optimum darstellt."


    Er nickte anerkennend und schaute sich weiter um, während er gedanklich mit Thabit sprach.


    'Es liegt mir fern, Amias bewusst zu quälen, Liebling', rügte Irving sanft. 'Es ergab sich, dass er als Kastrat leben durfte, denn als Mann zu sterben. Heute stehen die Dinge anders. Ich gönne ihm, dass er und Alexandre sich gefunden haben. Aber man darf nicht außer Acht lassen, wohin das führen kann. Das wäre naiv. Bleibt er uns treu, alles bestens, auch wenn ich mich an seine neue Erscheinung gewöhnen müsste. Bleibt er es nicht, haben wir womöglich ein großes Problem.'

  • Nicodemus führte die beiden weiter in den Hafen hinein. Hier lockerte die ganze Architektur auf und man sah dass, was man fast an jedem wilden Hafen vorfand - eine Ansammlung von Bretterbuden die für bestimmte Zwecke errichtet worden waren. Da dies alles unterirdisch lag, waren die Buden weder Wind noch Wetter ausgesetzt. Dazwischen spross Grün, dass es sonst in der gesamten Feste von Asa Kramaro Dai nicht gab. Fast hatte alles den Anschein einer künstlichen Kulisse, als wäre dies sein Ort an dem ein Schauspiel stattfand und die Bewohner waren die Schauspieler.


    Aber dem war nicht so, der Ort war so real wie Irving und Amias selbst.


    Drei hölzerne Stege führten weit in das Gewässer hinein, dass von der Sturmsee gespeist wurde. Ein winziges, unterirdisches Meer, in dessen Teilabschnitt es ebenso Fische gab, wie Irving anhand der aufgehangenen Salzfische sehen konnte.


    Die schwarze Wasseroberfläche kräuselte sich, als ein gewaltiges Geschöpf langsam im Hafenbecken auftauchte. Ein dunkelblauer Rücken mit schwarzen Sprenkeln, sowie sechs Stabilitätsflossen durchbrachen die Wasseroberfläche. Langsam kam Thabit auf den längsten Steg zu, damit er keine Bugwelle vor sich herschob und die erste Zeile der Häuser nicht ins Wasser gerissen wurden. Vor dem Steg sackte er etwas mit dem Hinterteil ab, so dass sich seine Nase aus dem Wasser hob und auf dem Steg ablegte.


    `Hier bin ich Schatz. Ich weiß wie Du denkst, ich weiß dass Du ihn nicht quälen willst. Es war nur eine sanfte Erinnerung. Berühre mich´, bat Thabit.

  • Irving konnte den Hafen nur einer kurzen Betrachtung widmen, dann zog Thabit all seine Aufmerksamkeit auf sich. Irving ging auf den Steg, bis er bei ihm war. Er legte beide Hände zärtlich auf die nasse Nase, die er streichelnd rieb.


    'Geht es dir gut?', erkundigte er sich etwas besorgt.

  • Irving spürte die glatte, feste Haut die als Hülle den Leib des Leviathans umschloss. Ein Fremder hätte vermutet, dass sich der Biomechanoid kalt anfühlen würde, aufgrund seiner Technik und auch der Temperatur des Wassers. Aber so war es nicht, Irving spürte die Wärme die von Thabit ausging unter seinen Fingern. Sein Mann antwortete nicht sofort, jedenfalls nicht mit mentalen Worten. Irving spürte als Antwort die Gefühle die Thabit in dem Augenblick empfand, er hatte ihn vermisst und genoss das Gefühl von Irvings Händen auf seiner künstlichen Haut.


    `Mir geht es gut Schatz, ich habe Dich und Deine Berührung vermisst. Sobald Du nicht bei mir bist, fehlst Du mir. Wir sind eine untrennbare Einheit und wären wir trennbar, würde ich es nicht wollen. Ein schöner, kleiner Hafen. Eine unterirdische Stadt mit einer anfahrbaren Grotte. Nico hat sich ein gemütliches Plätzchen zum Leben ausgesucht Irving.


    Amias ist fleißig Informationen am sammeln, genau wie Du. Was sagst Du zu Deinem Gastgeber? Sein Blut ist zur Hälfte das von uns. Es würde mich freuen, wenn seine Worte aufrichtig gemeint sind. Wie schätzt Du ihn ein? Ich möchte Deine Meinung hören´, übermittelte Thabit.

  • Irving machte einen leichtfüßigen Satz und schon war er auf Thabits künstlichem Kopf. Da er stets barfuß ging, selbst bei dieser Kälte, spürte Thabit nur Sanftheit, als er sich auf ihm der Länge nach hinlegte, damit sein Mann ihn ganz spüren konnte und Irving ihn. Dabei streichelte er seine neue Haut und küsste sie, ehe er seine Wange auf ihn bettete, als würde er nach Thabits Herzschlag lauschen. Das Streicheln hörte nicht auf, es währte fort.


    'Eine Trennung käme für uns nicht in Frage. Die Zeit im Verlies habe ich überlebt, indem ich daran dachte, wie es wäre, dich wiederzusehen. Noch ein einziges Mal dich zu sehen, das war mein einziges Ziel am Ende, als ich sonst keines mehr hatte. Meine Laterne der Hoffnung hieltest du in deiner Hand.


    Was Nicodemus betrifft, wäre ich froh, seine Worte wären aufrichtig. Ich würde es mir wünschen. Aber auch Harubold war ein Wigberg, sogar reinblütig, und folgte dem Weg der Hohenfeldes. Ich habe noch darüber nachzudenken. Was ist dein Eindruck?'

  • Irving hörte tief im Inneren von Thabit etwas ganz ähnliches wie einen Herzschlag, ein Wummern, dass an- und abschwoll. Es handelte sich nicht um ein Herz, sondern um seinen Nuklearen Fusions Kern. Irving fühlte die seelische Entspannung die Thabit ergriff, als dieser auf ihm lag und ihn derart liebevoll streichelte. Gleich wie mächtig sie waren, Thabit fürchtete immer um seinen Schatz, wenn dieser nicht in seiner schützenden Obhut war. Und Verrills Erpressung hatte dem Gefühl zusätzlich Futter gegeben.


    `Eine Trennung kommt niemals in Frage, gleich wohin uns das Schicksal noch verschlägt, wir treten den Weg gemeinsam an. Wir existieren nur, weil Du für uns beide gekämpft hast. Es gibt nichts und niemanden den ich mehr liebe als Dich Irving von Wigberg. Du hast mich sogar aus dem Abgrund des Todes zurückgeholt, eine Laterne hattest Du nicht nötig. Und dennoch weisen wir uns gemeinsam den Weg.


    Es gibt viele Wigbergs die sich wünschen ein Hohenfelde zu sein und ebenso gibt es Hohenfelde die sich wünschen ein Wigberg zu sein. Unsere Familien mischen sich bereits seit sehr langer Zeit Irving. Deshalb kommt es vor, dass sowohl manche Wigbergs aus der Art schlagen wie auch so manche Hohenfelde.


    Nach all dem was ich durch Eure Augen sah und hören konnte, glaube ich Nicodemus. Und bedenke eines, er hätte Euch hier sofort festsetzen können oder Euch als Ihr in sein Reich eingedrungen seid angreifen können. All das spricht für ihn. Dennoch bin ich bei einem Hohenfelde stets vorsichtig, denn all das weiß er auch. Sein Vater wäre gerne Wigberg gewesen, davon bin ich überzeugt. Aber sein Vater war auch gerissen bis über beide spitze Ohren.


    Wiederrum müssen wir uns sagen, zu verlieren haben wir nichts, aber extrem viel zu gewinnen. Und rein persönlich betrachtet glaube ich, dass Nicodemus Dich mag. Ihm liegt etwas an Dir´, antwortete Thabit.



  • Irving lauschte mit geschlossenen Augen dem künstlichen Herzschlag, der doch keiner war und genoss die Wärme unter Thabits Oberfläche.


    'Das ist zu viel der Ehre, Liebling, du und deine Bescheidenheit. Ich habe nur einen Abschnitt des Kampfes ausgefochten und das war nicht einmal der Wichtigste. Du warst der Erste, der mir das Leben rettete, so dass ich überhaupt so weit kam, dich aus dem Knochenschiff zu isolieren und mit dir zu fliehen. DU hast Argentocoxos besiedelt und den Ozean zu unserem gemeinsamen Lebensraum gemacht. Das hätte ich nicht gekonnt, wäre ich im Verlies des Ditzlin verendet. Wir bleiben für immer vereint, ich bin deiner Meinung. Eine Trennung, in welcher Form auch immer, ist ausgeschlossen. Ich hoffe sehr, dass der Wigberg in Nicodemus überwiegt, der Gemeinschaftssinn. Denn ich mag ihn auch, er ist sehr gastfreundlich, er zeigt uns, wie Asa Karane hätte sein können. Er ist der Blick in eine Vergangenheit, die nie existierte.'

  • `Das hast Du sehr schön und weise gesagt, er ist der Blick in eine Vergangenheite die nie existierte. Aber vielleicht ist jene "Vergangenheit" unsere Zukunft.


    Gastfreundlich ist er ja. Er hat fast beiläufig erwähnt, dass er bereits mit Horatio gesprochen hat. Ich gehe davon aus, dass dies der Wahrheit entspricht. Das wäre etwas dass ebenfalls für Nicodemus spricht. Denn bedenke, dass sich Horatio nicht freiwillig mit seinen Feinden abgibt. Er würde nicht dem Ruf von Dunwolf folgen, um mit diesem zu sprechen. Das kann ich mir nicht vorstellen, vor allem deshalb nicht da er in ihm die Weiterführung des alten Übels sieht. Eine Linie von Schlächtern und Quälern und Dunwolf ist davon momentan der Erzhexer. Seine Beißer, seine Nester, seine Blumen und sein Herrenhaus. Das Vergnügen dass er sich dort leistet, hätte ebensogut von seinem Opa stammen können, wie ich herausgehört habe.


    Von daher wären wir in einer sehr guten Position und hätten einen immensen Vorteil mit Nico und Horatio im Bunde zu stehen. Und Dunwolf ist momentan allein, ich gehe davon aus, dass es auch so bleibt. Es sei denn Dalibor und er paktieren bereits im Hintergrund. Für mich klingt das nach einer echten Chance´, übermittelte Thabit liebevoll.