Kapitel 3 - Die zwei Bluthexer

  • Die zwei Bluthexer

    Dorian setzte seinen Hut auf und folgte Miles zur Tür, damit sie gemeinsam abreisen konnten. "Fliegen wir?", wollte Dorian wissen. "Zunächst möchte ich gern die beiden Bluthexer abholen, es ist mir wichtig, dass wir zuerst die Pflicht erfüllen. Anschließend benötige ich unbedingt andere Kleidung. Ich fühle mich etwas unseriös." Er strich über den mollig gewordenen nackten Bauch, über dem die Jacke nicht mehr zuging. Zudem hatte er noch eine persönliche Frage an Miles, doch die würde er ihm erst stellen, wenn sie unter sich waren und nicht mehr in einer Tür herumlungerten.

  • Miles verließ gemeinsam mit Dorian die Wohnung und führte ihn den Flur entlang herunter. Rechter Hand lag der Aufzug der sie vor einigen Stunden zu Valerians Privatetage nach oben gefahren hatte. Linker Hand lag ein Aufzug, der erst in der 111 Etage begann und rein für den privaten Gebrauch des 3. Richters Naridiens bestimmt war. Miles öffnete die Aufzug, der wie Dorian feststellte, nur über zwei Knöpfe verfügte und zwar die 111 Privat-Etage und das Dach. Der Aufzug sah ehr aus wie ein kleines Zimmer, da er mit dickem Teppich ausgekleidet und holzvertäfelt war. Die Türen schlossen sich und sie fuhren nach oben. Miles musterte Dorian mit freundlichem Blick und schaute dann wieder auf die Anzeigentafel.


    Der Aufzug hielt, öffnete sich und gab den Blick auf das Dach des Gebäudekomplexes preis. Zig Aeromotos standen dort, ein Privatjet und ein kleines Schiff. Sie traten aus dem Aufzug der in einem schützenden Häuschen mündete. Einen Schritt weiter spürte Dorian den starken Wind, der hier oben wehte. Er zerrte an ihren Kleidern und an den Haaren. Mittlerweile war es Abend geworden und Dorian hatte von hier oben einen noch atemberaubenderen Blick auf die Stadt, als er sie schon in der Wohnung von Valerian gehabt hatte. Die Sicherheitsgeländer die das Dach umzäunten wirkten in Anbetracht der gähnenden Tiefe fast lächerlich.


    "Wir nehmen das Schiff", erklärte Miles und deutete auf den kleinen Flieger, der sich bereits öffnete.


    Miles führte Dorian hinein und deutete auf den Co-Pilotensitz. Die Instrumente flammten bunt auf und Miles sicherte sich. Das er keinen Co-Piloten benötigte erkannte Dorian daran, dass sich der Mann via Interkom mit dem Schiff verband. Die Türen schloss sich und wurden verriegelt, dann hob das Schiff sanft ab.


    "Richtung Soleil korrekt?", hakte Miles nach.

    "Zuerst die Bluthexer, dann Deine neue Kleidung. Wir können unterwegs auch etwas essen gehen. Was Deine Kleidung angeht gebe ich Dir Recht. Zur Zeit siehst Du aus wie ein Buntspecht", warf Vals Partner ein und verkniff sich ein Grinsen.


    Das Schiff schoss Richtung Soleil davon.



    Schiff:

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  • Das Panorama suchte seinesgleichen. Vor ihnen erstreckte sich ein Lichtermeer von Horizont zu Horizont. Bevor er einstig, schaute Dorian es sich an, wobei er seinen Hut auf den Kopf drücken musste, damit es ihn nicht davonwehte. "Höher als die Türme von Obenza?", rief er. "Oder täuscht das, weil alles um die Himmelslanze herum kleiner ist?"


    Nun erst stieg er in den eleganten kleinen Flitzer, der sie durch die Luft tragen würde. Dorian schnallte sich ebenfalls an. "Kurs auf Soleil, Distrikt T. Etwas zu Essen wäre nicht schlecht, sonst nehme ich noch ab. Nein, ehrlich, mir knurrt der Magen. Aber es muss schnell gehen, ich mag es nicht, wenn Aufgaben unerledigt bleiben. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass etwas dazwischenkommt. Darf ich dir zwei persönliche Frage stellen, Miles?"

  • "Es täuscht, die Türme von Obenza sind neben dem Dome die höchsten Bauwerke Asamuras. Zudem reichen viele noch extrem tief in den Erdboden hinein. Manche sogar einige Kilometer, klingt unvorstellbar aber ist tatsächlich so Dorian. Die Himmelslanze ist ebenfalls ein extrem hohes Gebäude, aber so hoch wie einige der Türme in Obenza ist sie nicht.


    Soleil, Distrikt-T, in Ordnung. Wir gehen auf dem Rückweg etwas essen, wenn wir die beiden Besucher bei uns haben. Ich sehe es so wie Du, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wie schnell einem etwas dazwischen kommen kann, haben wir alle schon erlebt. Allen voran Du, bis vor einem Moment war Deine Welt noch in Ordung und eine Sekunde später lag sie in Trümmern. Val bietet Unterstützung an, er sagt so etwas nicht, würde er es nicht ernst meinen.


    Sicher, was möchtest Du mich fragen?", hakte Miles nach während er den Kurs anpasste.

  • Dorian genoss das Gefühl der Beschleunigung, als die Maschine abhob und sich ihren Weg durch den Luftraum unter den Sternen suchte. Sie ließen den markanten Südstern hinter sich und flogen in Richtung Norden. Das Herz wurde ihm schwer, als Miles ihn wieder an den Tod seiner Familie erinnerte. Dorian war, wie alle Wigbergs, ein hervorragender Schauspieler, doch das änderte nichts an der tiefen Trauer, die er noch immer empfand.


    "Du verstehst mich, Miles. Es kann so schnell gehen ... musstest du Ähnliches durchleben?" Die Frage war sehr direkt, sehr unsensibel gestellt, aber sie war ein Zeichen dafür, dass Dorian mit offenen Karten spielen wollte. Der Hinweis eines Mannes aus einer Familie von Lügnern, in diesem Fall kein Spiel zu spielen. "Fragen wollte ich als erstes, was deine Aufwertungen sind. Du trägst sie offen zur Schau." Er war nicht sicher, ob Miles überhaupt echte Arme hatte.

  • Miles lehnte sich zurück und schaute Dorian unverwandt ins Gesicht. Vermutlich wäre jedem anderen das Herz in die Hose gerutscht, wenn der Pilot überall hinsah nur nicht nach vorne. Allerdings flog dieses Schiff nun autonom.


    "Vermutlich verstehe ich Dich besser als jeder andere, wir beide sind die letzten Überlebenden unserer Familien. Deine ist so alt wie meine, unsere Wurzeln entstammen weder Asamura noch Asa Karane, sie reichen noch weiter zurück. Aber zu jeder Zeit schien es eine Katrastrophe zu geben, die unsere Familie dezimierte oder fast an den Rand der Auslöschung gebracht hat. Warum sollte es diesmal anders sein? Manche Katrastrophe lässt sich Zeit Dorian. Und Eure war durch Osmund leider hausgemacht. Er wollte die Familie rächen und gab sie damit dem Untergang preis, jedenfalls Eurem souvagnischen Zweig. Als hätte der Trottel nicht fünf Minuten länger in seinem Versteck bleiben und die Schnauze halten können. Hochmut kommt vor dem Fall und er ist gefallen. Leider hat er dabei Deine Familie mit in den Abgrund gerissen.


    Meine Aufwertungen? Von Kopf bis Fuß? Na dann zähle ich mal auf.


    Schädel-Aufwertungen

    Infolink

    ermöglicht drahtlose Kommunikation die komplett abhörsicher ist

    Sozialoptimierer

    Analysiert Persone, die man dann entsprechend "überzeugen" kann

    Suchsystem Pfadfinder

    ermöglicht Ortung von Gegnern- organisch, robotisch, syntethisch, Überwachungskameras, Geschützen Hacken

    ermöglicht das Hacken von Sicherheitsterminals, Geschütztürme und Robotern und vielem mehr

    Hackanalyse-Erweiterung

    zeigt das Risiko an um beim Hacken erwischt zu werden und welche Inhalte auf Datenspeichern vorhanden sind


    Augen-Aufwertung Netzhaut-Prothese

    Anzeige des HUDs, Schutz vor Blendgranaten

    Smart Vision

    Ermöglicht es durch Wände zu blicken um Gefahren zu erkennen

    Thermo Vision

    Ermöglicht es durch Wände, Türen und andere feste Gegenstände lebende Organismen oder Personen zu erkennen


    Rumpf-Augmentierungen

    Dermalpanzerung

    Panzerung - abnehmbar. Beim Tragen verhindert sie die Deaktivieren von Aufwertungen und Energieverlust durch EMPs und Elektrizität, Schuss und Stichsicher

    Gesundheitssystem

    Regeneriert Gesundheitüber Andrenalinumwandler

    Energieumwandler

    gewährt zusätzliche Energiezellen und erhöht die Energieregeneration

    Implantierte Atmungsaugmentierung

    gewährt Immunität gegen Giftgas, Gasgranaten und andere Gifte


    Arm-Aufwertungen

    Kybernetische Armprothese

    Heben und Tragen von schweren Lasten im Verbund mit der Gesamtaufwertung. Ich könnte zum Beispiel ohne Probleme einen Getränkeautomaten werfen

    Zielstabilisator

    Ans HUD gekoppelte Zielstabilisierung, verringert die bewegungsbedingte Fadenkreuzvergrößerung


    Hand-Aufwertungen

    V5-Hochspannungshände

    Kybernetische Hände/Hochspannungswaffen. Tensen/Elektrischer Schlag zwecks Betäubung oder bei Bedarf Tötung von Gegnern


    Rücken-Aufwertung in Kopplung mit Infolink

    Reflexverstärker

    Der Name ist Programm, meine Reflexe sind fünfmal schneller als die eines normalen, nicht aufgewerteten Menschen


    Bein-Aufwertungen

    Kybernetische Beinprothese

    ermöglicht höhere Sprünge, schnelleres Laufen oder Sprinten, sich aus einem höheren Fall besser abzufangen und natürlich härteres Zutreten


    Das sind meine Aufwertungen Dorian, klingt wie eine Festung was? Weshalb fragst Du danach? Und Du selbst bis völlig ohne jede Aufwertung? Nicht mal ein Interkom? Oder bist Du einer der berühmt-berüchtigten Stumpfen?", erkundigte sich Miles.








  • Dass das Schiff nun mit Autopiloten flog, störte Dorian nicht. Er war zwar technisch nicht übermäßig versiert, aber lebte auch nicht hinter Oril und Daibos.


    "Oh ja", sprach Dorian gedehnt, während er Miles unverholen musterte. Solch einen extrem aufgewerteten Menschen sah man selten. "Ich bin Antimagier. Meine Qualitäten sind unauffälligerer Natur. Antimagie schließt nicht die kybernetische Aufwertung aus, Miles. Da irrst du dich. Probleme damit haben nur die Bluthexer, die Teilstumpfe sind, aber das liegt nicht an ihrer Stumpfheit, sondern daran, dass sie eine andere Blutgruppe haben und ein anderes Genom als Normalsouvagner. Auf mich trifft das nicht zu.


    Von dir selbst scheint wenig geblieben zu sein." Bei dieser Feststellung verspürte Dorian ein gewisses Mitgefühl. "Ich muss Folgefragen stellen. Sind diese Aufwertungen freiwillig erfolgt oder waren sie notwendig? Ich frage aus purer Neugier danach. Eine Familienkrankheit." Er lächelte traurig. "Du bist der letzte deiner Familie? Welcher? Und was ist mit ihr geschehen?"

  • "Ein Antimagier, habe ich mir fast gedacht, wem könnte man besser ein Haufen Wissen anvertrauen als einer Person die man nicht auslesen kann. Schau an, dass habe ich nicht gewusst. Ich dachte Stumpfe könnten nicht aufgewertet werden, weshalb war mir nicht geläufig. Ich dachte es hat irgendwas mit dem Gehirn zu tun, dass es anders funktioniert. Wie bei Sentir oder dergleichen, wobei die auch aufgewertet werden können. Bluthexer haben eine andere Blutgruppe? Nun vermutlich sind sie alle derart eng verwandt, dann man sogar von dem einen etwas in den anderen verpflanzen könnte. Das geschieht oft bei einem kleinen Spezieskreis und kommt sogar in der Natur vor.


    Wobei Bluthexer alles andere als natürliche Personen sind, jedenfalls heutzutage nicht mehr. Ich kenne sie nur von Bildern und dort sind es hochgewachsene, glatzköpfige Männer die scheinbar dauerhaft schlechte Laune haben. Einige stellen sie auch als schneeweiße Glatzköpfe dar, vermutlich eine Überhöhung um sie noch reiner wirken zu lassen. Diese Gestalten in ihrer schwarzen Kluft wirken ja auch fremdartig und erhaben zugleich.


    Ein Richter der Zehn lebt gefährlich Dorian.

    Valerian war in seinem Büro und es stand ein Karton auf dem Tisch, weshalb er reinschauen musste keine Ahnung, aber er tat es. Ich weiß noch wie ich ihn anschrie und zur Seite stieß und den Detonator sah. Ein Blitz jagte durch meine Gedanken, ...verdammte Schei… Ich warf mich über Val und im selben Moment geht der Detonator hoch.

    Ich wachte auf. Alles war stockfinster. Minuten später begriffen, ich kann nichts mehr sehen. Ich fühle mich fremd an, hatte mein Körpergefühl verloren. Drum blieb ich reglos liegen um bewusst zu fühlen. Was ich spürte war ein Verband über den Augen. Der Rest von mir war betäubt. Um mich zu beruhigen hörte ich auf meinen Atem. Und stellte fest, dass ich gar nicht atmete. Ich atmete weder langsam noch flach, sondern ich atmete überhaupt nicht. Und trotzdem existierte ich noch.

    Ich beschloss mich abzutasten um zu erfahren was los ist. Mein erster vermeintlicher Griff ging zu meiner Waffe. Sollten alle Stricke gerissen sein, würde ich die Reißleine selbst ziehen. Es gab keine Waffe.


    Nun dann wollte ich wenigstens mein Gesicht abtasten. Fehlanzeige, es ging nicht. Wohlgemerkt ein Stück ging es schon, dann hielten die Fixatoren. Ich lag wer weiß wo, war blind, waffenlos, orientierungslos und war auf irgendetwas festgeschnallt, dass die kleinste Bewegung kaum noch möglich war. In dem Moment bekam ich Panik.


    Ich dachte mir nur, Du musst hier weg und kämpfte mit aller Kraft gegen die Fesselungen an. Frag mich nicht wie ich es geschafft habe, denn normaler weise halten die Dinger. Ich bekam einen Arm frei. Mein Plan zuerst Augenbinde abreißen und dann Rest befreien. Gedacht, getan und meine eigene Hand krachte mir durch die ungelenke Bewegung knallhart ins Gesicht, dass ich fast ohnmächtig wurde. Schmerzvolle Erkenntnis, meine Hand war aus Stahl oder etwas ähnlichem.

    Zeitgleich höre ich jemanden ins Zimmer stürmen und drehe mich nach dem Geräusch um, bereit ihn gebührend zu empfangen wer immer das war. Sie würden mich nicht erneut anketten. In dem Moment war die Person bei mir. Ein Kerl der ohrenbetäubend auf mich einschrie.


    Er packte mich knallhart am Oberarm, die andere Hand drückte er mir auf die Stirn und presst mich mit Gewalt zurück in die liegende Position. Ich hatte Angst er würde mich erneut fixieren und wehrte mich. Schien gut zu klappen. Denn er musste seine Taktik ändern. Er packte mir mit einer Hand um die Kehle und drückte mir seine Finger hinter die Ohren. Nicht fest, aber fest genug dass ich kapierte, hier war jeder Widerstand zwecklos. Er schüttelte mich kurz und brüllte weiter. Bis ich mal schnallte was er die ganze Zeit sagte.


    „Hör auf Dich zu wehren! Du bringst Dich um! Ich bin es - Val!“, schnauzte er mich an und strich mir mit einer Hand über den Schädel. Als ich verstand, gehorchte ich ihm umgehend.


    Was ich dann fühlte, kann ich Dir gar nicht richtig beschreiben. Hätte ich vor Erleichterung heulen können, ich hätte es getan. Glaub mir, in dem Moment war er irgendwie alles was ich noch hatte in meiner kaputten Welt. Er hat die ganze Zeit während ich im Krankenhaus lag Wache an meinem Bett geschoben. Er war immer da. Nach jeder OP, egal wann ich wach wurde, egal welche Uhrzeit es war. Valerian wich nicht von meiner Seite.


    Er hat mir das Leben gerettet, wobei er stets behauptet ich hätte das für ihn getan. Ich denke wir beide haben Recht.


    Ich bin ein Wittelspitz, vielleicht sagt Dir der Name etwas. Es ist nicht immer leicht im Schatten der Macht zu leben, wir waren nie besonders viele, aber nun bin ich der Letzte.


    Wir überqueren gerade das letzte Stück Obenza, dass heißt wir sind gleich da. Irgendwelche Infos die ich benötige? Müssen wir mit feindlichem Kontakt rechnen?", fragte Miles und übernahm wieder die Steuerung des Schiffes.

  • Tief betroffen hörte Dorian zu, als Miles davon berichtete, wie er zu einem halben Menschen geworden war und einer halben Maschine. Dorians Augen glänzten, als er den Mann ansah. Bei einem Wigberg konnte man nie wissen, ob er einem etwas vorspielte, doch in diesem Moment wünschte Dorian sich, Miles würde ihm vertrauen und erkennen, dass seine Gefühle ehrlich waren. Wie Miles seine Familie verloren hatte, hatte er nicht verraten. Vielleicht waren das zu viele Informationen, die ins Gedächtnis zu rufen und auszusprechen Schmerzen brachte.


    "Wer schickte das Paket, wurde das herausgefunden? Es tut mir leid, Miles ... sehr leid, was dir widerfahren ist."


    Auch wenn ihm das Mitleid von Dorian nichts nützte. Diesem Mann konnte man nicht helfen und selbst all die Aufwertungen konnten ihm nicht das zurückgeben, was er verloren hatte. So wenig wie Aldo und Aldo die Familie ersetzen konnte, die Dorian verloren hatte. Einen Moment richtete er sich schockiert im Sitz auf, als ihm bewusst wurde, dass die beiden noch in der Himmelslanze saßen. Hilarius würde doch nicht...?!


    "Entschuldige mich bitte kurz, mir ist gerade etwas Wichtiges eingefallen."


    Dorian zückte sein Handcom, rasch tippte er eine Nachricht.


    An: Hilarius von Hohenfelde

    Von: Zuckerschlange

    Betreff: A1 & A2


    Salut Liebling,


    bitte pass während meiner Abwesenheit auf meine beiden Schätzchen auf. Da du sie mir geschenkt hast, liegen sie mir sehr am Herzen. Melvin hilft dir gern dabei, wenn du ihn darum bittest. Miles und ich sind gerade über Obenza und gehen bald runter nach Soleil. Ich vermisse dich jetzt schon.


    Bis hoffentlich sehr bald,

    dein Dori


    Er schickte die Nachricht ab und schob das Handcom wieder in seine Tasche. Betrübt schaute er auf die Schönheit der nächtlichen Stadt, die unter ihnen dahinzog.


    "Soleil ist eine Wüstenei, doch Distrikt T ist auch im Luftraum gesichert, zwar mit sehr primitiver Technik, aber wir wollen ja keine Auseinandersetzung. Du musst Zaccaria anfunken, da das Handcom im Schacht nicht funktioniert, genau wie das Interkom. Ich vermute, sie blocken es gezielt. Achte vor allem auf das Wetter, im Moment tobt ein Sandsturm über Soleil, der nur kurze Zeitfenster lässt. In denen müssen wir unsere Bluthexer einladen. Sie sind übrigens wirklich so weiß, wie man sie sich vorstellt, besonders Nethlee. Es stimmt auch, dass die meisten von ihnen denkbar abweisend und reserviert sind, aber Nethlee und Fulcaire sind wirklich in Ordnung, vermutlich sind sie darum hier und nicht mehr in Souvagne."

  • "Danke für Deine Worte und mir tut es leid was Dir widerfahren ist. Wir können nur versuchen das Beste draus zu machen und denen die Rechnung zu präsentieren, die sie verdient haben. Du meinst ob der Absender seinen wahren Namen drauf geschrieben hatte auf das Paket? So einfach machen sie es einem leider nicht. Meist schreiben sie den Namen ihres Opfers drauf. Die Botschaft heißt dann, dass hast Du Dir selbst zuzuschreiben. Ein Verhöhnen vor dem großen Knall, also falls Du je Post von Dir selbst bekommst, nicht wundern, nicht anfassen und niemals öffnen", erklärte Miles Dorian und ging mit dem Schiff tiefer.


    "Alles klar, ich weiß Bescheid, wir schauen dass wir den Sturm unterfliegen. Ganz werden wir ihn nicht umgehen können", antwortete er und funkte den besagten Zaccaria an.


    `Schiff TS48 bittet um Landeerlaubnis, Besatzung - Dorian von Wigberg, Miles von Wittelspitz´.

  • Hilarius hatte es sich gerade entspannt neben Val gemütlich gemacht, sie beide genossen eine Rauchstange und einen guten Tropfen Wein, als die Nachricht von Dorian einging. Hila las sie und wusste nicht ob er sich freuen oder kreischen sollte. Da Kreischen nicht sehr würdevoll war und zudem seinen Hund erschrecken würde, entschied er sich dafür sich einfach nur zu freuen.


    An: Zuckerschlange

    Von: Hilarius von Hohenfelde

    Betreff: A1 & A2


    Grüße Dori,


    irgendwie wusste ich, dass da noch was nachkommt. Keine Sorge ich kümmere mich um die beiden, ihnen wird nichts geschehen. Melvin geht es ebenfalls gut und er wird auf uns alle aufpassen. Val und ich haben es uns gerade gemütlich gemacht. Wir bewohnen eine Gästewohnung in der 110 Etage, nur zur Info sobald Du zurück bist. Die anderen wohnen dort ebenso in ihren Gästewohnungen. Sieht ganz chick aus. Ich vermisse Dich auch mein Kleiner, ich liebe Dich. Pass gut auf Dich auf und komm bald zurück.


    Ach und sein so gut bringe mir auf dem Rückweg einige Packungen Rauchstangen und ein neues Feuerzeug mit, Danke.


    Bis bald und fühl Dich geknuddel


    Dein

    Hila

  • Dorian schenkte Miles ein Lächeln, als dieser ihm gut zuredete. "Nein, ich meinte nicht, ob da der korrekte Absender drauf stand, sondern ob ihr jemanden im Verdacht habt und seine Fährte aufnehmen konntet. Moment, mein Handcom."


    Das Lächeln wurde zu einem Grinsen bei der Nachricht seines Lieblings. "Rauchstangen müssen wir auf dem Rückweg auch besorgen und ein Feuerzeug, denk bitte mit dran." Er steckte sein Handcom wieder ein. Es würde ohnehin gleich seinen Geist aufgeben.

  • Zaccaria wurde von seinem Funker an die Amaturen gerufen, da einer seiner engeren Bekannten im Anflug war. Verwundert starrte er auf das Radar und hörte sich die Informationen seines Funkers an. Dorian war schon wieder zurück? Wenn er nur etwas vergessen hätte, würde er den Weg nicht in Kauf nehmen, nachdem er so überhastet davongestürzt war. Vermutlich gab es Probleme.


    'Hier Zaccaria Belac', gab er durch. 'Landeerlaubnis erteilt. Landet möglichst nahe der Luke, das momentane Wetterfenster ist instabil. Wir holen euch ab.'

  • Miles hob einen Daumen als Zeichen dass sie das Gewünschte kaufen würden.


    "Zu Deiner Frage, wir konnten damals leider niemanden ermitteln, nicht offiziell jedenfalls. Aber Val hatte jemanden in Verdacht und hat seine magischen Fähigkeiten genutzt. Jedenfalls bekam diese Person dann ganz ähnliche Post. Wie ich sagte, das Leben als einer der Zehn ist nicht ungefährlich", antwortete Miles freundlich, aber man sah ihm an, wie gefährlich das Leben als einer der höchsten Richter wirklich werden konnte.


    "Zaccaria Belac hat sich gemeldet und Landeerlaubnis erteilt. Wir sollen möglichst nah an der Luke herunter gehen. Also falls es turbulent wird, halte Dich fest", warnte Miles Dorian vor.


    `Verstanden, Danke wir kommen an der Luke runter´, teilte Miles Zacccaria mit.


    Das Schiff ging runter und wurde im tieferen Luftraum fast wie ein Blatt im Herbst zu Spielball des Windes. Der orkanartige Sandsturm tobte erneut mit großer Kraft, so das Miles alle Hände voll zu tun hatte, das Schiff sicher nach unten zu bringen. Mit einem Rums setzte es vor der Luke auf und Wittelspitz strich sich kurz erschöpft über das Gesicht.


    "Ein Sandsturm, das ist eine stehende Wüste in der Luft. Lass uns zusehen, dass wir sicher reinkommen. Ich öffne die Luke nicht ganz, wir quetschen uns durch einen Spalt, sonst sind die Instrumente nachher hin. Folge mir", bat er Dorian, gurtete sich ab und entriegelte die Luke.


    Er wartete bis Dorian soweit war, dann drückte er die entriegelte Tür einen Spalt auf und zwar nur soweit das sie hinaus schlüpfen konnten. Von außen drückte Miles die Tür wieder zu und hämmerte vor die Luke in der Hoffnung sie wurde schnellstmöglich geöffnet.

  • Dorian musste seinen Hut im Schiff lassen, der Wind riss dermaßen an ihm, dass er beide Hände brauchte. Der Sand drang in seine Augen und seine Atemorgane, er riss sich eine Seite der Jacke vor das Gesicht. Ein Mann mit Schutzbrille und Atemschutz, der vollkommen verhüllt war, erschien in dem tosenden Braun. Er griff sie beide und führte sie so schnell es ging in die offene Luke. Schlagartig wurde es dunkel und still, doch die Stille wurde von Dorians Husten unterbrochen und Sand hatte er auch noch in den Augen. Er wedelte mit der Hand in die Richtung von Miles, damit er die Verhandlungen übernahm.


    Der Schachtsoldat nahm seine Schutzbrille und die Atemmaske ab, darunter kam das bekannte Gesicht von Ronny zum Vorschein, zusammen mit einer Wolke von Alkohol.


    "Schon wieder zurück? Gibt es Probleme?"

  • "Danke für die schnelle Hilfe und Hallo, ich bin Miles. Zu Deiner Frage, nein es gibt keine Probleme. Damit das so bleibt benötigen wir die beiden Bluthexer Fulcair und Nethlee. Und am besten etwas zu trinken, der Sturm ist gewaltig, er hätte uns fast vom Himmel geholt. Diese Bunkeranlage, sie ist absolut strahlengeschützt, man bekommt keinen Kontakt nach draußen. Können Dorian und ich uns irgendwo einen Moment hinsetzen? Ich fühle mich gerade wie sandgestrahlt", sagte Miles.

  • Ronny zog sich noch etwas mehr aus, so dass Kopf und Hals frei waren, dann winkte er die beiden mit sich. "Ronny", stellte er sich vor. "Mädchen für alles." Dafür, dass er meist der Mann fürs Grobe war, fand er die Beschreibung witzig, die ihm einst Zaccaria verpasst hatte.


    "Ab und zu ist der Sturm heftiger als sonst, hängt vielleicht mit diesen Blitzgewittern in der Wüste zusammen, aber man gewöhnt sich daran. Hier unten sind wir geschützt. Korrekt, im Schacht ist alles abhörsicher. Das war früher bitter notwendig, denn niemand durfte von seiner Existenz erfahren. Hat nur leider nichts genützt. Zaccaria könnte dir die ganze Geschichte erzählen von Timion Harruck und Agent Poison und wie sie alle hießen, aber wenn du ihn daraufhin ansprichst, mach dich auf einen langen Vortrag gefasst."


    Er führte die beiden in einen der zahllosen Bunkerräume, den Dorian sogleich wiedererkannte - es war sein Zimmer, kalt und muffig wie immer, wie alles hier unten, trotz der Lüftungsanlage.


    "Hier wären wir. Ich lasse euch was zu trinken bringen und die Bluthexer. Nehmt sie ruhig mit, sie sind freie Leute und können kommen und gehen, wie es ihnen beliebt."


    Ronny verschwand. Dorian nahm auf einem der unbequemen grauen Stühle Platz, die an dem schmucklosen dürren Tisch standen. Mit einer Geste lud er Miles ein, ebenfalls platzzunehmen. Kurz darauf kam ein junger Soldat, brachte ihnen zwei Flaschen von kaltem Quellwasser und verschwand wieder. Dorian schaute etwas entschuldigend, da es keine Gläser gab.


    "Hier ist alles etwas rustikal."

  • "Danke für die Gastfreundschaft Ronny. Mädchen für alles, dann weißt Du auch alles. Abhörsicher benötigen wir gerade, da mich Dorian etwas sehr Pikantes gefragt hat. Sollte Zaccaria mit mir sprechen wollen, würde es mich freuen mehr über die Anlage hier zu erfahren", antwortete Miles, als Ronny sie in den Warteraum führte.


    Nach seiner Erläuterung verschwand Ronny wieder und Miles nahm gegenüber von Dorian Platz. Er gönnte sich einen großen Schluck des Quellwassers und lehnte sich dann zurück.


    "Richter Nummer fünf Souu Midaei hat versucht Valerian aus dem Weg zu räumen. Wie es ausgegangen ist, habe ich Dir bereits erzählt. Midaei trat einen Wochenendausflug an und kehrte nicht wieder zurück. Kurzum er hat seinen Urlaub unendlich verlängert. Midaei überquerte gerade das Gebirge Dals Rücken, als die Technik an Bord seines Schiffes verrückt spielte und die Maschine an einem der Berge zerschellte. Ich habe das Schiff in die Autonomie geschaltet und dann die Steuerung übernommen. Gleich was Midaei auch versucht hat, das Endziel seines Ausflugs stand fest. Route - Fahr zum Abgrund, ich habe die Route genau berechnet. Nichts was ich persönlicher genommen habe als diesen Angriff Dorian.


    Meine Familie starb bei den Dock-Sklavenaufständen. Meine Kindheit verlief glücklich bis zu einem schicksalshaften Tag, an dem ich meine Eltern verlor. Wir kamen aus der Stadt und hatten eingekauft, als wir in eine Gruppe Dock-Sklaven liefen. Wir wussten nichts über die Aufstände die damals in Nebreszko tobten. Die Gruppe war groß über 20 Kerle und sie griffen uns an. Ob aus Verzweiflung oder aus Rache, mir war es gleich. Wir standen einer Übermacht gegenüber und mein Vater kämpfte wie besessen. Wir kämpften Seite an Seite.Doch es nützte nichts. Ich selbst war zu klein und meine Mutter war keine ausgebildete Kriegerin oder Magierin.


    Sie fiel als erstes. Sein Vater kämpfte wie eine Bestie und tötete einige der Dock-Sklaven, aber auch der mächtigste Mann geht unter, wenn der Feind über einen herfällt wie ein Schwarm Heuschrecken. Das Einzige was ihm blieb war mich zu beschützen, indem er mich ins Hafenbecken stieß. Denn eines können Dock-Sklaven nicht - schwimmen. Sie sollen schließlich arbeiten und sie malochen so hart um nicht ins Wasser zu müssen. Der gleiche Grund warum viele Seemänner nicht schwimmen können, so verteidigen sie härter das Schiff. Servatio der Vater von Valerian hat mich in die Sippe aufgenommen, in Gedenken an Leopoldius von Hohenfelde. So war das damals Dorian", erzählte Miles aus seinem Leben.

  • Dorian lächelte, als Miles davon berichtete, wie der Attentäter dem Weg seiner Bestimmung zugeführt worden war. So war das, wenn man das Spiel spielte. Jeder wusste, wie es ausging, wenn man eine Runde verlor. In der nächsten Runde war man selbst im Visier und wenn man nicht vorgesorgt hatte, war man aus dem Rennen - manchmal für immer.


    Doch das Lächeln wich aufmerksamem Ernst und Dorian schlug die Augen nieder, als Miles davon berichtete, wie Dock-Sklaven seine Familie ermordet hatten. Miles hatte, wie Dorian auch, ein neues zu Hause gefunden, eine neue Familie, doch das schmälerte den Verlust nicht, machte ihn bestenfalls erträglich.


    Er war froh, als nach einmaligem Klopfen die zwei Bluthexer den Raum betraten, denn es gab keine adäquate Antwort auf solch eine Geschichte, nur ein trauriger Blick von tiefem Verstehen, der Miles weder Trost spenden konnte noch half. Der erste Gast war Fulcaire, von normaler Größe und für einen Bluthexer eher unauffällig, von seinen extremen Narben abgesehen. Er erinnerte an das Opfer eines Reaktorunfalls. Dahinter schritt Nethlee, der sehr viel auffälliger war mit seiner hochgewachsenen, weißen Gestalt und der unnatürlichen Perfektion seiner Proportionen und Züge. Fast wirkte er wie ein Droid, doch er war aus Fleisch und Blut. Beide blieben im Raum stehen, unschlüssig, was man von ihnen verlangte - ein längeres oder ein kürzeres Gespräch?

  • Dorian hörte ihm wortlos zu, er unterbrach ihn nicht, er hakte nicht mitten im Gespräch nach und damit bezeugte er Respekt. Miles wusste die Geste zu schätzen. Er kramte eine Packung Kaugummi aus seiner Hemdtasche nahm sich einen heraus und reichte dann die Packung Dorian. Er schaute sich kurz in dem Zimmer um und versuchte Kontakt nach außen zu bekommen. Fehlanzeige. Der Raum, die gesamte Anlage war völlig abgeschottet. Ein grauer Lebensraum, der auch die Gedanken im Grau der Trostlosigkeit gefangen hielt. Wer hier nicht nach fünf Minuten einen Bunkerkoller bekam, liebte entweder das Zwielicht oder kannte die neonbunten Welten von Naridien und Obenza nicht. Selbst der Gestank der Gosse war eine Abwechslung zu diesem Einerlei, wenn auch eine widerwärtige.


    Das Grau wurde unterbrochen, als zwei Gestalten den Raum betraten. Die beiden Bluthexer waren angekommen. Einer der beiden Männer wirkte als hätte er einen schweren Unfall überstanden, durch die unzähligen Narben die ihn schmückten. Sein Begleiter wirkte wie jene Bluthexer die man aus Erzählungen und Berichten kannte. Hochgewachsen, blass und mit einer Aura des Übernatürlichen. Der Mann sah so perfekt aus, dass es ans Widernatürliche grenzte.


    Miles erinnerte der zweite Bluthexer an das "unheimliche Tal".

    Das unheimliche Tal bezeichnete das Phänomen, dass die Akzeptanz von technisch simuliertem, nonverbalem Verhalten durch Zuschauer vom Relitätsgehalt des Ausübenden wie zum Beispiel einem Roboter abhängt. Die Akzeptanz steigerte sich jedoch nicht stetig gleichbleibend mit der Menschenähnlichkeit, sondern verzeichnete innerhalb einer bestimmten Spanne einen starken Einbruch.


    Fälschlicherweise könnte man annehmen, dass der Betrachter Roboter oder künstliche Personen eher akzeptieren würde, je realistischer sie dargestellt sind, zeigte die Praxis jedoch, dass genau dies nicht stimmt. Personen finden als rein künstlich zu erkennende Geschöpfe sympathischer und akzeptabler als jene, die besonders menschenähnlich oder natürlich gestaltet sind.


    Die Akzeptanz fällt der Theorie zufolge ab einem bestimmten Niveau des Anthropomorphismus schlagartig ab und steigt erst ab einem bestimmten, sehr hohen Grad wieder an. Die Akzeptanz wäre dann am höchsten, wenn sich die Imitationen überhaupt nicht mehr von echten Menschen unterscheiden ließen.


    Miles erklärte sich dies mit dem Warnsystem der Natur. Ein Roboter war klar als Maschine zu erkennen, man konnte ihn und sein Gefahrenpotential einschätzen. Ein menschenähnlicher Roboter hingegen der zu perfekt getarnt war, konnte die Gruppe unterwandern. Man erkannte die Gefahr in den eigenen Reihen zu spät und genau das war es, was in seinen Augen das unheimliche Tal wirklich ausmachte.


    Und dieser Bluthexer vor ihm wohnte regelrecht im unheimlichen Tal.

    Er war ein Almane, ein Souvagner, aber er war derart übermenschlich perfekt, dass er dadurch jede Menschlichkeit verlor. Er erzeugte durch seine pure Gegenwart ein ungutes Gefühl, als müsste man sich schützen oder rechtfertigen. Aber wer wusste wie dieser Mann die restlichen Menschen sah? Vermutlich hatte er das gleiche Gefühl, wenn er nicht unter seines gleichen war.


    Miles trat vor die beiden und nickte knapp wie freundlich zur Begrüßung. Er hatte keine Ahnung wie man einen Bluthexer ordnungsgemäß grüßte und seine Infodatenbank seines Gedächtnisspeichers, also seine Wissensdatenbank hatte darüber ebensowenig Information.


    "Ich grüße Euch, mein Name ist Miles von Wittelspitz und Dorian hat mir Euch beide empfohlen. Naridien benötigt Euren Rat, genauer gesagt möchte der dritte Richter der hohen Zehn mit Euch sprechen. Wir hätten einige Fragen bezüglich unserer nationalen Sicherheit, wobei Ihr helfen könntet. Wärt Ihr dazu bereit?", fragte Miles höflich und gerade heraus.