Neujahr in der Himmelslanze - 1080

  • Neujahr in der Himmelslanze - 1080



    Altjahr/Neujahr


    Valerian saß am Morgen gut gelaunt in der Küche und aß ein großes Frikadellenbrötchen. Miles gesellte sich dazu und musterte Val.


    „Seit wann isst Du so was? Und dass noch am frühen Morgen, Du wirst doch wohl nicht fett werden wollen Val hm?“, grinste Miles und biss von dem Brötchen ab.

    „Bisschen Speck auf meinen Rippen würde Dir sicher gefallen“, grinste Valerian zurück.
    „Na dann arbeite mal weiter dran. Schmeckt übrigens super“, sagte Miles und goss sich und Valerian einen großen Becher Kaffee ein.
    „Hier nimm. Seit wann bist Du wach und was machst Du überhaupt so früh hier Lalli?“, hakte Miles nach und nahm einen Schluck Kaffee.


    „Schon einige Stunden. Ich hab nach dem Braten geguckt für heute Mittag. Den haben wir auf Niedergarmethode gemacht. Das heißt er war die ganze Nacht auf ganz kleiner Flamme im Backofen. Also wenn der nicht schmeckt, beiß ich mich in den Arsch. Wir haben die ganze Nacht drauf aufgepasst“, antwortete Valerian gut gelaunt.


    „Wer ist wir?“, fragte Miles und biss erneut von Valerians Brötchen ab.
    „Theo, Jeremy und ich. Er hat mir übrigens auch das Brötchen gemacht, also Jerry“, sagte Val und trank ebenfalls von seinem Kaffee.
    „Aha, kein Wunder dass es so bombig schmeckt. Brötchen geschmiert mit extra dick Butter, riesiger Frikadelle und gewaltiger Portion Liebe“, sagte Miles.
    „So ist es, Deines habe ich leider auch aufgegessen“, antwortete Valerian und schlang das restliche Brötchen in mehreren Biss runter.


    „Ehm... Danke Val. Alles was er Dir beziehungsweise uns kocht oder auf andere Art serviert, schmeckt grandios. Wenn er anderen eine Suppe kochen würde, meinst Du die schmeckt so wie die Kartoffelsuppe die er für Dich kocht? Glaubst Du doch wohl selber nicht. Er liebt Dich, das ist Fakt und was er Dir zu essen gibt, hat er mir Liebe zubereitet. Er mag seinen Papa und möchte dass Du ihn auch lieb hast“, grinste Miles entwaffnend.


    „Du hast Recht und das macht der Papa auch“, stimmte Valerian zu und knuffte Miles.
    „Oha, ich hab Recht und dass aus Deinem Mund“, freute sich Wittelspitz.


    „Du hast öfter Recht als mir lieb ist. Egal, wir müssen den Neujahrsbaum noch kaufen, oder hast Du schon?“, hakte Valerian nach und trank seinen Kaffee aus.
    „Nein noch nicht, ich dachte wir fahren gemeinsam“, schlug Miles vor und trank ebenfalls seinen Kaffee aus. Beide gingen gemeinsam in die Garage.


    „Wir nehmen den Wagen und ich fahre“, sagte Valerian und stieg direkt in den Wagen ein. Miles tat es ihm gleich und kaum dass die beiden saßen fuhr Valerian auch schon los.


    „Miles?“, hakte Valerian nach einer Weile nach.
    „Was ist?“, fragte Miles freundlich Retour.
    „Ach nichts“, antwortete Valerian und zuckte die Schultern.
    „Toll! Danke für den überaus wichtigen Input!“, schmollte Wittelspitz, was Valerian losprusten ließ.

    „Miles?“, fragte Val und knuffte seinen Mann.

    „Na komm, sag was los ist“, gab Miles zurück und legte Valerian einen Arm um die Schultern.


    `Du bist in Ordnung´, antwortete Valerian via Interkom.
    `Danke. War es das was Du loswerden wolltest?´, fragte Miles auf gleichem Weg.
    `Nein. Wenn ich Dich nicht hätte Schätzchen. Du bist mein Wachhund weißt Du dass? Du hast mir so oft den Arsch gerettet, das kann ich gar nicht zählen. Ich weiß warum Du mich ankläffst´, übermittelte Valerian.
    `Wie kommst Du jetzt auf das Thema? Ich habe Dich doch gar nicht angekläfft und gleich was Du für einen Holobaum aussuchst, ich werde ihn einfach schweigend absegnen, versprochen. Zu Jerry. Val ich weiß Du meinst es lieb, aber Du kannst Jerry nicht alles erlauben. Jeremy wird sehr schnell begreifen wo seine Grenzen sind, Du musst sie ihm nur mal liebevoll aufzeigen. Du bist in vielerlei Hinsicht leider zu gutmütig und nachsichtig. Ab und an muss man streng sein, sonst schlafen sie alle in Deinem Bett´, lachte Miles.


    `Deine Worte, sei der Vater den Du Dir gewünscht hättest´, antwortete Val mit einem Zwinkern.
    `Der bist Du auch dann noch, wenn Du ihm erklärst, was er darf und was nicht. Das kannst Du ihm ganz ruhig und lieb sagen. Aber sagen musst Du es ihm, nur so lernt er die Regeln des Zusammenlebens Lalli´, gab Miles zu bedenken.
    `Die Grenze zeige ich ihm schon, naja wenn ich es hinbekomme. Jerry im Ehebett ist morgens manchmal wirklich hinderlich. Morgens, wenn man Lust aufeinander hat, dann würde ich ihn gerne mal eine Runde in sein Bett schicken. Nur für eine Stunde, aber Jerry liegt wie Blei im Bett und denkt nicht mal dran ein Stück zu rutschen´, lachte Valerian.

    `Stimmt, aber das bekommen wir schon hin. Wir reden mit ihm´, pflichtete Miles bei.


    `Das sagst Du so Milli. Erkläre Jerry mal, er soll gehen, wenn er Dich dann mit großen Augen anstarrt. Er ist zwar „groß“, aber in Wahrheit doch nichts anderes als ein Baby. Ich bitte ihn eben und wenn er nicht möchte, geht er eben später´, erklärte Valerian.

    `Später?´, prustete Miles.
    `Jau, oder Du klärst das´, lachte Valerian.


    `Bin ich Dein Mann fürs Grobe?´, fragte Wittelspitz mit einem Zwinkern.
    `Och wir beide sind doch ganz sanft´, antwortete Valerian, was Miles loswiehern ließ vor Lachen.
    `Wem willst Du das erzählen? Mir?´, gibbelte Miles.
    `Ja´, prustete Valerian.


    `Lalli ich kenne Dich! Wenn Dich einer wirklich kennt, dann ich. Also versuch es erst gar nicht´, feixte Miles lachend.

    `Ein Versuch war es wert Füchschen´, antwortete Val mit einem Zwinkern.
    `Füchschen? Das sprich bitte nie in der Familie aus, weder verbal noch mental sonst röste ich Dich´, lachte Miles.
    `Und wem willst Du das jetzt erzählen?´, fragte Val grinsend.
    `Unverschämt meine Argumente gegen mich einzusetzen. Du hast nicht den geringsten Anstand Val´, prustete Miles.

    `Brauchen wir sowas?´, hakte Val nach.
    `Absolut nicht´, antwortete Miles, weiß beide loswiehern ließ vor Lachen.


    `Ich liebe Dich Milli´, erklärte Val innig und strich Miles liebevoll über die Wange.
    `Ich Dich auch. Lass uns vorher ein bisschen einkaufen. Neue Schuhe fürs neue Jahr Val? Da hätte ich richtig Lust drauf, wie steht es mit Dir?´, fragte Miles gut gelaunt.

    `Da fragst Du noch? Natürlich habe ich Lust drauf´, sagte Valerian und parkte den Wagen.




    ****

  • Holobaum


    Kaum das die beiden in der Stadt waren, sahen sie ein Werbeplakat für einen Holobaum. Miles und Valerian blieben staunend vor dem Plakat stehen.


    "Guck Dir den wunderschönen Baum an Val! Die Farbe und die Leuchtkraft sind herrlich und die Größe erst. Den Baum können wir ins Wohnzimm stellen, ohne dass er zu mickrig aussieht. Und wir können uns alle darum versammeln. Das wird ein richtig schönes Neujahr diesmal. 600 Taler ist zwar nicht billig, aber immerhin ist es Holobaum. Der hält ewig!", freute sich Miles.

    "Oder länger", warf Valerian ein und betrachtete den Baum gut gelaunt.


    "Den kaufe ich. Das wird der beste Neujahrsbaum den wir je hatten! Erinnerst Du Dich noch an die kleinen Pappbäume die Du immer ausgeschnitten hast für uns? Damit wir auch einen Baum haben? Die konnte man wieder zusammenfalten, damit sie Servatio nicht finden konnte. Ich erinnere mich gerne an die kleinen Bäumchen. Was meinst Du zu dem Baum? Gefällt er Dir?", fragte Wittelspitz.
    "Der Baum sieht wunderschön aus. Kauf ihn. Und Miles, natürlich erinnere ich mich an die Pappbäume, ich hab die Bäume gemacht. Mehr oder weniger gut. Aber immerhin hatten wir einen Baum", sagte Valerian und ging in den Laden.


    Miles folgte ihm auf dem Fuße. Sie schauten sich eine ganze Weile um, ehe Miles einen der Holobäume kaufte.


    "Meinst Du ich muss noch einen lebenden Baum kaufen? Wenigstens so ein kleines Bäumchen? Jerry wollte doch etwas haben, dass er hätscheln kann", erklärte Miles und zündete sich eine Rauchstange an.
    "Natürlich kaufen wir ihm einen kleinen, echten Baum", grinste Val.

    Gemeinsam kauften Miles und Valerian noch einen kleinen natürlichen Baum für ihren Sohn. Danach machten sie sich gemeinsam auf den Weg hinein in die Stadt. Nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel fuhren sie einige Stunden später wieder nach Hause zur Himmelslanze


    ****

  • Küche, Kuchen und Kekse



    Kaum Zuhause angekommen, wurden Miles und Valerian direkt von Jerry begrüßt.


    "Was habt Ihr Schönes gekauft?", fragte Jerry aufgekratzt.
    "Schuhe!", antworteten Miles und Val synchron und mussten loslachen.

    "Schuhe? Ihr meint richtige Schuhe? Eh... ja Ehre den Eltern und so, aber wir brauchen einen Neujahrsbaum und Ihr kauft Schuhe???", keuchte Jerry fassungslos.


    "Nicht in dem Ton", gab Miles zurück und Jerry musterte ihn perplex.

    "Entschuldige", antwortete er Jerry betreten.


    "Schätzchen, das war ein Scherz! Selbstverständlich haben wir einen Neujahrsbaum. Sogar zwei. Einen riesigen Holobaum und einen kleinen Baum extra nur für Dich. Hier Jerry", sagte Valerian und überreichte ihm den kleinen lebenden Baum.

    "Oh Dankeschön", freute sich Jerry und drückte Val felsenfest.


    "Erst meckert er uns an, dann werde ich zerquetscht. Miles eines ist klar, Du hast irgendwas bei der Erziehung falsch gemacht", antwortete Valerian liebevoll und befreite sich behutsam aus Jerrys Klammergriff.
    "Ich war vorsichtig", grinste Jerry.

    "Das warst Du, ich benötige erstmal einen Kaffee, denn ich muss gleich noch fit genug sein um kochen zu können", grinste Val und knuffte Jerry innig.
    "Theo hat schon angefangen. Also den Braten macht er gerade langsam warm und Salate hat er auch teilweise vorbereitet. Du musst noch die Klöße machen, aber das sagt er Dir gleich sicher selbst", antwortete Jerry mit einem Zwinkern.


    "Das denke ich auch. Baust Du den Baum auf?", fragte Val Miles.
    "Der war teuer, soll ich echt?", fragte Miles nach.
    "Wieso nicht? Sei einfach vorsichtig und ließ bitte die Gebrauchsanweisung", bat Valerian.


    "Was ist los?", fragte Theo als er ins Wohnzimmer kam.
    "Wir haben einen genialen Neujahrsbaum gekauft. Miles wollte ihn gerade aufbauen, aber Du weißt ja wie er zu Gebrauchsanweisungen steht. Könntest Du bitte bei Aufbau des Baumes mithelfen?", bat Valerian grinsend.

    "Genau Unterstützung kann nie schaden. Wird sicher lustig, komm", flötete Miles und ging vor.


    "Kochen oder Baum aufbauen Jerry? Ruf mich, wenn der Baum steht Milli, ich möchte ihn mir direkt anschauen, sobald er steht", antwortete Valerian freundlich und ging in die Küche.

    "Küche, Kuchen und Kekse!", freute sich Jeremy und folgte seinem Vater Valerian.




    ****

  • Etwas für immer



    Miles verzog sich mit Theo ins Wohnzimmer.


    „Also vor dem Kamin würde ich den Baum jetzt nicht aufbauen. Da sieht man nicht viel von ihm. Ich denke das Feuer würde durch ihn durchscheinen. Lass ihn uns neben dem Holo aufbauen“, schlug Miles vor und trug die Verpackung rüber.


    Das Wohnzimmer in ihrem Quartier war zweifach unterteilt. Die eine Hälfte wurde vom riesigen Kamin beherrscht, vor dem gewaltige Couch stand. Auf der anderen Seite hinter dem Kamin samt der Couchlandschaft war eine Couchsitzecke samt Bar zu finden. Miles packte den Holobaum vorsichtig aus. Im Grunde war es nur eine Fußplatte, die man auf dem Boden stellte und passend aktivieren musste.


    „Also auf besonderen Wunsch von Valerian hin, was steht hier?“, grübelte Miles und zog die Gebrauchsanweisung aus der Verpackung.

    „Bau bloß keinen Mist“, lachte Theo.
    „Was? Wo steht das?“, fragte Miles baff, was Theo erneut loslachen ließ.
    „Nirgendwo! Das war mein Einwand. Wer sollte das denn da für Dich drauf geschrieben haben?“, antwortete Theodor gut gelaunt.

    „Na Val! Wer sonst! Also irgendwie fühlt sich das komisch an mit der Gebrauchsanweisung, ich mach das jetzt ohne“, antwortete Miles und knuffte Theo.
    „Das wirst Du schön bleiben lassen. Gib mir den Zettel“, bat Laurenloff und Wittelspitz reichte ihm die Anleitung.


    Theo studierte kurz die Anleitung, hockte sich auf den Boden und schlang sich seinen Schal wieder richtig um den Hals.


    „Das ist aber komisch beschrieben, hm“, grübelte er laut.
    „Ich sag es doch, da steht immer so ein Kauderwelsch“, antwortete Miles und hockte sich neben ihn auf den Boden.
    „Wo ist Teku? Er kennt sich bestimmt mit Holobäumen aus. Oder kannst Du den Baum hacken?“, flüstere Theodor grinsend.

    „Nie versucht, man müsste ihn doch auch so einschalten können oder?“, hakte Miles flüsternd nach.

    „Heute so zögerlich?“, kicherte Theodor.
    „Weder gestern noch heute, nur bei dem Baum. Valerian hat gesagt, ich soll die Gebrauchsanleitung beachten. Und ich will ihn ja nicht ausgerechnet zu Neujahr gesperrt werden“, prustete Miles und schnappte sich die Anleitung. Er las einen Moment und blinzelte mehrfach.


    „Ist die überhaupt auf Rakshanisch? Oder besser gefragt, wer hat die Gebrauchswanweisung übersetzt? Das könnte alles bedeuten“, lachte Miles.
    „Stellen wir doch einfach die Verpackung auf. So könnte der Baum aussehen, wenn wir wüssten wie er einzuschalten ist“, gibbelte Theo und wurde von Miles gedrückt.
    „Genau, so machen wir das. Wenn es Val nicht passt, muss er die Gebrauchsanweisung lesen, Kopfschmerzen bekommen und sich dann bei uns entschuldigen“, kicherte Miles.
    „Eben, er hat es so gewollt. Wobei die Strafe ist schon was arg“, prustete Theo.
    „Und er wird uns keinen Nachtisch zaubern, wenn wir ihn ärgern. Also lass uns weiter grübeln“, antwortete Miles.


    Jeremy kam neugierig ins Wohnzimmer, hockte sich zu den beiden und musterte die Holoplatte.


    „Onkel Theo, was ist das für eine Lampe? Was zeigt die, wenn die an ist?“, fragte er neugierig.
    „Das ist unser Neujahrsbaum. Das ist der Holobaum, den Deine Väter vorhin mitgebracht haben. Weißt Du wie er angeht?“, fragte Theo und strubbete Jerry durch die Haare.
    „Ja das weiß ich, ich habe so eine, die wirft Sterne an die Decke. Kannst Du Dir bei mir im Lernzimmer anschauen, möchtest Du?“, fragte Jerry freundlich.
    „Ja dass gucken wir uns gerne an, aber vorher schalte bitte den Holobaum ein“, bat Miles grinsend.
    „Mach ich“, antwortete Jeremy und versuchte die Platte umzudrehen. Da er das nicht schaffte, da die Platte aus Metall und für ihn viel zu schwer war, grabschte Miles sie und drehte sie vorsichtig um.


    "Was wiegt die Bodenplatte?", fragte Theo erstaunt.
    „Gute 30 Kilo Theo. Und jetzt Jerry, wie geht es weiter?“, hakte Wittelspitz nach.


    „Muss ich gucken. Guck da ist so ein Schnibbel. Zieht den mal raus Papa, damit der Akku an seinen Strom kommt. Dreh die Lampe wieder um, dann fassen wir auf das Glas und sie geht an. Fassen wir noch mal auf das Glas geht sie aus. So geht das. So macht das meine Lampe mit den Sternen. Auriville hat auch so eine mit Bären. Möchtest Du sie mal sehen?“, freute sich Jeremy und zog den Schnibbel aus dem Holoprojektor.
    „Wir gucken uns die beiden Lampen später an. Nur vorher muss der Baum leuchten“, sagte Theo.

    "Richtig sonst ist Paps Val am Neujahrstag noch unzufrieden", warf Miles ein.


    Miles drehte den Holoprojektor vorsichtig wieder um und Jerry tippte auf das Glas. Es dauerte einige Sekunden, dann flammte ein hoher Lichtstrahl auf und entfaltete kurze Zeit später den Holobaum. Der Baum war riesig, reichte bis unter die Decke und war in bunten Farben gehalten. Komplett geschmückt, wie man einen realen Baum zu Neujahr ebenfalls in Naridien geschmückt hätte. Miles schaltete über sein Interkom das Licht aus.


    Holobaum
    Link:
    https://www.minpic.de/i/bdaw/l9u7d


    „Der Baum ist wunderschön!“, freute sich Jerry.
    „Ja das ist er Jerry“, sagte Theo ergriffen. Miles legte ihm einen Arm um die Schulter und zog ihn zu sich heran.

    „Stimmt. Dein erstes Neujahr mit Tekuro“, flüsterte Miles.
    „Wie lang darf man die Bäume aufstellen Papa?“, fragte Jerry und bewunderte den Baum, „er hat sogar Wurzeln. Ich hole schnell Paps Val, er wollte den Baum angucken“.


    Kaum ausgesprochen war Jeremy auch schon unterwegs.


    „Keine Ahnung wie lange man Neujahrsbäume stehen lässt. Nur den Neujahrstag? Oder das ganze Fest über? Was meinst Du?“, fragte Miles Theodor.
    „Das ist doch total unwichtig Miles, wir lassen ihn erst mal für das ganze Fest stehen. Und dann können wir immer noch entscheiden. Vielleicht kann man ihn auch das ganze Jahr stehen lassen. Wir müssten mal Roland fragen ob es dazu auch so Karten gibt, wie für seine Eject-Poster. Dann könnte der Baum vielleicht angepasst werden. Kein Neujahr und er erscheint nur als ungeschmückter Baum, wenn man das Holo aufruft. Roland hat in seinem Quartier an der Decke das ganze Stadtpanorama von Alessa! Wundervoller Ausblick! So etwas möchte ich mir auch anschaffen. Oder Ihr könntet Euch so etwas für eine Wand anschaffen. Jeder darf mal wählen, was gezeigt wird. Das wäre doch der Hingucker“, erklärte Theo, was Miles losprusten ließ.


    „Von mir aus, ich kaufe Dir so ein Poster. Für unsere Bude ebenso und für Jerry Schlafzimmer. Du hast mir auch schon einiges gekauft. Vor allem Danke ich Dir für Sphynx, damit hast Du Val sehr geholfen. Also ich würde mir eine Eislandschaft wünschen. Wenn es wieder so heiß ist, dann auf Gletscher zu gucken hat doch was. Und wenn es hier morgens wieder so arschkalt ist, dann will ich auf was Brennendes gucken, ein Vulkan oder so“, lachte Miles.
    „Soweit kommt es noch. Wenn Du es heiß haben willst, geht das auch anders, frag doch Deinen Mann“, antwortete Theo mit einem Zwinkern.


    „Versteh ich nicht, erklär es genauer“, grinste Miles ihn an.
    "Du verstehst mich schon Wittelspitz, aber heute gehöre ich Teku", grinste Theodor zurück.

    "Nur heute? Nun so wie Ihr beiden Euch anschaut, ist das etwas für immer. Ich gönne es Dir Theo, von Herzen", antwortete Miles freundlich und Theo spürte wie er rot wurde.




    ****

  • So innig, so tief, so völlig anders



    Valerian guckte neugierig in den Ofen und überprüfte den Braten, danach überprüfte er die Pizza.


    "Die Pizza sieht gut aus, die kannst Du Papa Miles servieren", teilte Val Jeremy mit.
    "Der Baum ist aufgebaut Paps", freute sich Jerry, holte die Pizza aus dem Ofen und legte sie auf ein Brettchen. Er verschwand ins Wohnzimmer, wo Theo und Miles den Neujahrsbaum betrachtete.


    Jeremy setzte sich neben Miles und reichte ihm die Pizza.


    „Hier hat Paps Val extra für Dich gemacht“, grinste er seinen Papa Miles an.
    „Die ist für mich?“, fragte Miles baff.
    „Ja. Extra für Dich gemacht“, bestätigte Jeremy.


    Miles nahm die Pizza mit breitem Grinsen entgegen und küsste Jeremy auf den Kopf.


    „Wir teilen uns die Pizza, beiß ab Jerry, danach ist Theo dran", forderte Miles die beiden auf. Er nahm ebenfalls einen Bissen und ließ es sich schmecken. Während die drei genüsslich die Pizza aßen betrachteten sie andächtig den Holobaum.

    „Der Baum ist echt klasse“, freute sich Theo.

    „Der Baum ist der Bringer“, lachte Miles.


    „Oder so. Du?“, hakte Theodor nach.
    „Was denn?“, fragte Miles schmatzend.


    „Danke. Fürs Warten und Ertragen meiner Launen und so“, raunte Theo Miles ins Ohr.

    „Ehrensache Theo, ich mag Dich“, antwortete Miles.
    „Ich Dich auch. Die Pizza schmeckt super. Du bist schuld, wenn ich nachher satt bin und nichts vom Braten runter bekomme“, lachte Theodor und rieb sich den Bauch.
    „Quatsch keinen Unfug! Für den Braten haben wir eine ganze Nacht verbraten, Du wirst davon essen auch wenn Du pappsatt bist“, schmunzelte Jeremy und mummelte sich bei Miles Flanke ein.


    „Na nicht einschlafen Jerry. Wann essen wir den denn?“, hakte Miles nach und kraulte Jeremy den Nacken.

    „Heute Mittag wird der Braten gegessen. Im Moment wird er langsam warm gemacht. Dazu gibt es Salate. Einige habe ich schon vorbereitet, die für den Braten macht Val gerade in der Küche. Ach ja und Klöße gibt es zum Braten dazu, jam-jam“, freute sich Jeremy und rieb sich die Augen.


    „Ich hoffe Du hast genug davon gemacht, jeder futtert die gerne“, prustete Miles.
    „Ich hab keinen einzigen gemacht, das macht Paps Val nachher“, gähnte Jeremy und schmiegte sich fester an.


    „Weiß er das?“, kicherte Miles.
    „Weiß… nich…“, nuschelte Jeremy und war keine Minute später fest eingeschlafen.


    „Eingeschlafen. Er hat so feuerrote Haare wie mein Vater und er trägt seinen Namen. Mein Vater hieß ebenfalls Jeremy. Ich bin so stolz auf Jerry und ich hätte nicht gedacht dass es sich so anfühlt. So innig, so tief, so völlig anders. Dafür gibt es keine Worte, einmalig trifft es nicht einmal annähernd. Wenn er wüsste, wie sehr ich ihn liebe“, flüsterte Miles und räusperte sich.

    "Glaub mir, dass weiß Dein Sohn", antwortete Laurenloff leise.


    Theodor angelte eine der Tagesdecken von der Couch und deckte Jeremy gut zu.
    „Schlaf schön, Du musst nachher fit sein für Deine erste Neujahrsparty“, wisperte er dem schlafenden Jungen zu.




    ****

  • Die Gäste aus dem 109. Neste


    Bellamy bereitete alles soweit vor, sie nachher nur noch hoch auf die 111. Etage fahren mussten. Dann ging zurück zur riesigen Couch und schaute nach Tekuro. Vorsichtig zog Bell die Decke beiseite und musterte Teku, der immer noch tief und fest schlief. Tekuro lag auf dem Rücken in einem Nest aus zerwühlten Decken und hatte einen Arm über seine Augen gelegt. Bellamy zog ihm vorsichtig das Hemd aus der Hose und musterte Tekuros Bauchmuskeln. Da sich sein Schatz nicht rührte, zog Bellamy ihm behutsam die Schlafanzughose ein Stück runter.


    Bell genoss den Anblick von seinem Schatz. Teku war gut bestückt und er war an den Juwelen unbehaart, Dank Patrice. Seine Juwelen sahen schwer und voll aus, seidig und pink. Bellamy grinste seinen Mann an und kroch zu ihm ins Deckennest.


    Tekuro keuchte erschrocken auf und war schlagartig wach, als Bellamys Zunge über seinen glatten Beutel leckte. Bell fühlte Teku zittern, als er der Versuchung nicht widerstehen konnte und ein Juwel in seinen Mund saugte. Es fühlte sich wunderbar glatt an. Er streichelte und massierte es mit der Zunge, ehe er sich dem anderen Juwel auf gleiche Art widmete. Tekuro starrte Bellamy mit Raubtiergrinsen an. Er wühlte mit gespreizten Fingern durch Bellamys Haare und hielt dessen Kopf sanft und gleichzeitig fest gegen seine Mitte gedrückt. Seine Augen war noch etwas schläfrig, aber sein Schwanz war wirklich hellwach.


    "Ich liebe es, wenn Du sie mir leckst. Gefalle ich Dir?", fragte Tekuro erregt.


    Zur Antwort sog Bell wieder ein Juwel in den Mund. Er sah wie sich auf der Eichel die ersten Tropfen von Tekuros Vorfreude verteilten.


    "Bell, Du machst mich fertig. Entweder Schlangenbeschwörung oder lass mich ran", forderte Tekuro keuchend.

    "Deine Schlange hat Sendepause", grinste Bellamy.

    "Von wegen", grinste Tekuro zurück.


    Widerwillig zerrte Tekuro Bell nach oben und wälzte sich direkt auf ihn. Mit seinem ganzen Körpergewicht nagelte Tekuro Bellamy auf die Matratze und zerrte ihm die Hose runter. Bellamy küsste Teku fest und stieß ihm die Zunge in den Mund. Tekuro leckte mit seiner Zunge über die von Bell und schob sie ihm tief in den Schlund. Zeitgleich schob er von seinem Schatz die Unterhose zur Seite und drang mit einem satten Stoß in ihn ein. Bellamy strich ihm mit den flachen Händen über die angespannten Pobacken und krallte hinein, wenn Tekuro zustieß.


    Teku verharrte kurz, pinnte Bell dann richtig fest in die Decken und grinste ihn herausfordernd an. Bell schluckte. Er spürte Tekuros Muskeln, als wollten sie sich einen Weg in ihm bahnen, wenn er ganz in ihm versunken war und ihn völlig ausfüllte. Was für ein Gefühl! Bell schlang Tekuro die Arme um den Nacken, lehnte sich genüsslich zurück und ließ seinen Schatz die ganze Arbeit machen.


    "Wie war das mit der Sendepause? Gefällt es Dir Bell?", fragte Teku und küsste Bellamy zärtlich auf den Hals. Er pumpte immer noch, es waren nur seine Muskeln die sich bewegten, sein Schaft steckte bis zum Anschlag in Bellamys Hintern. Bell reagierte auf das Spiel, indem er seinen Bauch und Hintern knallhart anspannte und Tekuro stöhnte leise in sein Ohr.


    "Nicht ganz so feste", schnurrte Tekuro Bell ins Ohr und nahm das tiefe Stoßen wieder auf. Er drückte sich hart in Bell hinein, bis sich Belly in seinen Rücken krallte. Bellami musterte Tekuro lächelnd und bekam als Antwort einen Nasenkuss, während er die volle Kraft fühlte, die in ihm pulsierte. Einen Moment später presste Tekuro ihm verlangend die Lippen auf seine und ergoss sich in Bellamy.


    "Du bist scharf Belly", ächzte Tekuro glücklich und zog sich ganz langsam aus ihm zurück.

    "Einen Moment. Ich bin fertig, Du hast es mir vielleicht gegeben Tekulino", keuchte Bellamy.


    Tekuro ging ins Bad und kam mit einem warmen feuchten Tuch wieder, mit dem er Bell zärtlich wusch. Sein Schaft war noch steif, er schwang bei seinen Bewegungen hin und her.


    "Dein Schwanz sieht aus wie eine Grasschlange", grinste Bellamy.
    "Die magst doch Schlangen", antwortete Tekuro mit einem Zwinkern und zog sich die Schlafanzughose wieder richtig hoch und kroch wieder zu seinem Mann ins Bett.


    Bellamy musterte ihn verwundert, wie deutlich sich Tekuros Schwanz unter der Hose abzeichnete.

    "Du starrst mir in den Schritt", lachte Teku.
    "Ja natürlich. Weißt Du Dein Schwanz sieht genauso scharf aus, wie er sich anfühlt", flüsterte Bell erregt. Tekuro streichelte Bellamy über die steife Stange und die Hoden, ehe er ihn um den Bauch grabschte und fest an sich zog.


    "Lass uns noch fünf Minuten schlafen", schnurrte Tekuro, was Bell breit grinsen ließ.

    "Woher ich das nur wusste. Schlaf schön Teku. Danach packen wir das Neujahrsschweinchen und ab ins Nest auf der 111. Etage", antwortete Belly und schmiegte sich fest an seinen Schatz.


    Glücksschwein

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    ****

  • Der Tisch füllt sich


    Die Familie samt der Gäste hatten sich zu Mittag eingefunden und setzte sich um den großen Tisch. Der versprochene Braten, Klöße, Salate und auch der Nachtisch standen bereit verspeist zu werden.


    „Du hast gekocht, Du eröffnest die Tafel“, sagte Miles gut gelaunt zu Val.
    „Jeremy hat gekocht, ich hab geholfen“, korrigierte Val mit einem Zwinkern.


    „Guten Hunger“, grinste Theo und nahm sich direkt von allem etwas.
    „So kann man es auch machen. Übrigens gut gemacht, ehe der Braten noch kalt geworden wäre. Du kennst ja Miles und Val… das kann dauern“, prustete Eddy, was die anderen ebenfalls loslachen ließ.


    „Danke Eddy, ich mag Dich auch“, antwortete Val und füllte Jerrys Teller.

    „Wann gibt’s eigentlich die Geschenke?“, fragte Theo neugierig.

    „Da ist wer ganz schön gierig“, lachte Miles.


    „Quatsch, ich will es nur wissen. Heute Abend oder Morgen zum neuen Jahr an sich? Wann überreichen wir sie? In drei Wochen wäre was spät“, gibbelte Theodor.
    „Aber auf keinen Fall zu früh“, prustete Jerry.


    „Heißt ja auch besser spät als nie. Mal eine Frage Jerry, zählst Du als Mensch?“, fragte Eddy neugierig.

    "Du hast echt Eier Eddy oder einen an der Waffel", warf Miles ein.

    "Das war nicht böse gemeint", sagte Edwin beschwichtigend.
    „Er ist ein GMO und zählt als Person“, erklärte Valerian umgänglich.

    „Genau, er war so was wie ein Luxus-Modell unter Menschen. Er ist die verbesserte Variante. Menschlicher als menschlich, zudem ist er lieb und kann super kochen“, ergänzte Theodor und knuffte Jeremy.


    „Direkt zur Info, er ist der einzige der so frech zu mir sein darf“, prustete Jeremy und verpasste Theo eins vor die Brust.

    „Du hast ihn abgerichtet? Sonst hört er ja nicht mal, wenn man es gut mit ihm meint“, warf Eddy ein.


    „Woran immer das liegt. Ich erkläre etwas lang und breit und Theo macht irgendetwas aus meiner Weisung. Miles sagt ihm etwas, schön dass wir drüber gesprochen haben. Er macht scheinbar nur die Dinge, die er nicht machen soll. Üblicherweise im Duo mit Tekuro. Aber Jeremy scheint von Theo eingearbeitet zu werden, was das "Helfen" angeht", erzählte Valerian, was die anderen loswiehern ließ vor Lachen.

    Während die Gruppe zusammen aß, bimmelte das Handcom von Miles. Theo ging einfach ran, hörte einen Moment zu und warf es dann zu Valerian rüber.


    "Bellamy für Dich Val, der Besuch ist da", sagte Theodor freundlich.

    "Jetzt? Ich dachte die kommen heute Abend. Ja, tja, also wir benötigen Blut und Blutspeisen für unsere Gäste. Wer holt es?", fragte Valerian etwas nervös.
    "Mach die Tür auf Lalli, Blutbeutel und Speisen habe ich gestern Abend schon besorgt und in den Getränkekühlschrank gepackt. Ebenso das Spezialfleisch für Garlyn", antwortete Miles freundlich und verzog sich in die Küche.


    "Und geh mal endlich ans Com Val", lachte Theo.

    "Stimmt", grinste Valerian und ging ans Com.


    "Hallo Bellamy, war keine Absicht. Ich lasse Euch rein", sagte Valerian.

    "Wir warten, kein Stress", grinste Bell, legte einen Arm um Tekuro und klopfte an die Tür.


    Patti trat ungeduldig von einem Bein aufs andere, Kazrar wartete entspannt und freute sich schon auf das gemeinsame Neujahrsfest.

    Valerian entriegelte die Wohnungstür via Interkom und ging den Gästen entgegen. Miles hatte während dessen die Blutbeutel, die Blutspeisen und Garlyns Spezialfleisch aufgetischt, so dass die vampirischen Gäste ebenfalls mitessen konnten.


    "Willkommen zu unserer Neujahrsfeier, hockt Euch dazu. Wir haben extra für Euch Blut und Blutspeisen besorgt", begrüßte Miles die Gäste.


    Theo grinste die Teku und sein Gefolge gut gelaunt an. Er hatte sich schon den ganzen Tag auf den Besuch gefreut. Eddy grüßte mit kurzem Handzeichen und tätschelte Garlyns Bein, als Zeichen der innigen Verbundenheit.


    "Danke für den herzlichen Empfang", freute sich Belly und setzte sich.


    Tekuro ging einmal um den Tisch herum und begrüßte jeden auf seine Art. Jeder wurde gedrückt und angeleckt, zuerst die Gastgeber, dann Garlyn und der Rest entkam ebenfalls seiner freundlichen Zunge nicht. Erst dann nahm Tekuro mit glücklicher Miene Platz, während ihm Theodor von allen Blutspeisen etwas auf den Teller füllte. Die anderen durften sich selbst nehmen.Eddy lehnte sich entspannt zurück und prostete den neuen Gästen zu. Bellamy setzte sich auf die andere Seite von Tekuro, Kaz machte es sich auf der anderen Seite neben Garlyn bequem und Patti hockte sich neben Miles, was Wittelspitz grinsen ließ.


    "Hat Miles heute Morgen wieder Kaffee gekocht?", fragte Theodor schmunzelnd.

    "Ja wieso?", hakte Valerian nach.
    "Ich liebe ihn dafür. Wie immer er das schafft, dass Du den ganzen Tag dann umgänglich bist ist gleich. Hauptsache er schafft es", prustete Theo, was auch Val loskichern ließ.


    "Das liegt weniger am Kaffee als an der dazugehörigen... Sahne", grinste Valerian.

    "'Verstehe... sowas macht Ihr im Büro?", lachte Eddy.

    "Kaffeetrinken? Aber sicher", gab Val gut gelaunt zurück.


    "Miles?", sagte Valerian und grinste sich einen ab.

    "Was ist los?", fragte Wittelspitz.


    "Theodor liebt Dich für Deine Kaffee-Kochkünste, soll ich Dir ausrichten", lachte Val.

    "Wenn Ihr nicht lachen würdet, würde ich Euch sogar glauben", grinste Miles.


    Jeremy deutete auf den Holobaum und rutschte nah zu seinem Papa Miles auf.


    "Den haben Papa Miles und ich aufgebaut", verkündete er stolz den Gästen.

    "Ja und Theo", warf Miles ein und trank einen Schluck Limo.

    "Theo hat nur Befehle gegeben", erklärte Jerry, was alle loslachen ließ.

    "Eigentlich ist das Miles Job", warf Valerian ein.


    "Und warum darf Theo dann die Befehle geben?", fragte Jerry neugierig.

    "Darf? Er macht es einfach", sagte Val, was die anderen erneut losgackern ließ.

    "Wer gibt denn für uns die Befehle Paps Val?", fragte Jeremy grübelnd.

    "Richard", lachte sich Valerian schlapp.
    "Ich komm Dir gleich da rüber", prustete Miles.


    "Der Mann mit dem traurigen Gesicht und Seitenscheitel?", fragte Jerry verwirrt.

    "Genau der", stimmte Theo grinsend zu.

    "Das ist... seltsam", grübelte Jeremy.
    "Das war nur Spaß Jerry", antwortete Val und strobelte seinem Sohn durch die Haare.


    "Eine Frage, wurde Richard auch eingeladen?", grinste Theodor und aß in aller Seelenruhe ein Stück Kloß.

    "Ja Richard und Dorian wurden ebenfalls eingeladen, ich denke dass er kommt. Er kommt doch jedes Jahr seit dem wir ihn das erste Mal eingeladen haben. Sonst ruf ihn sicherheitshalber an und frage nochmal nach", antwortete Miles freundlich.

    "Ich habe Richard was besonderes gekauft. Klein aber fein, mal sehen ob er sich freut. Ihr bekommt auch was", schmunzelte Theodor und aß gut gelaunt weiter.


    "Da wird er sich sicher freuen. Bis jetzt haben Deine Geschenke immer gepasst Theo. Glenn, Anthony, Auri und Korbi wurden ebenfalls eingeladen. Um Korbi müssen wir uns ein bisschen kümmern. Er soll Neujahr nicht vor dem Tank bei Hila verbringen", warf Valerian ein und ließ sich sein Essen schmecken.


    Eddy streichelte Garlyns Bein unter dem Tisch, er hoffte für seinen Schatz wäre das keine zu große Hürde. Wobei in lockerer Gesellschaft und ausgelassener Stimmung, wurde es bestimmt ein schönes Neujahrsfest.




    ****





  • Willkommen 1080 n.d.A. - Miles und Valerian


    Etliche Stunden hatten sie geredet, gelacht und ausgiebig gefeiert und nun war es endlich soweit, dass neue Jahr hatte begonnen. Miles tippte Valerian liebevoll an, stand auf und ging in die Küche. Valerian folgte ihm auf dem Fuße. Miles schloss hinter seinem Mann die Tür und küsste ihn zur Begrüßung.


    Val blinzelte, schenkte Miles ein Lächeln und schmiegte sich an ihn.


    "Frohes Neues 1080 Lalli. Unsere Tradition, Wünsche tauschen. Meinen Wunsch hast Du schon erfüllt, bleib so. Lass es so, lass uns eine Familie sein", bat Miles und drückte Val fest an sich.

    "Wegen Jeremy...", setzte er an, aber Miles hielt ihm den Mund zu.


    "Ist alles klar. Was Du gesagt hast vor dem Cafe, hat reingezogen. Val... Lalli ich wollte Dich immer heiraten und habe mir Kinder mit Dir gewünscht. Warum ich zu beidem nein gesagt habe, hatte ich erklärt. Du kämpfst für die Sicherheit der Familie und genau aus dem Grund könnten wir keine haben. Auf der anderen Seite, vielleicht hättest Du aufgehört zu kämpfen, hätte ich ja gesagt. Das Risiko hätte unser Kleiner getragen Schatz. Worum es mir bei dem Nein ging, hast Du begriffen, als Dorian nicht auf die Himmelslanze feuerte. Nicht wahr? Ich wollte nie unser Kind untergehen sehen und Dich genauso wenig", erklärte Miles und kraulte seinen Schatz.


    "Ja in dem Moment habe ich es verstanden. Trotzdem hat es wehgetan. Ich liebe Dich und ich hatte Angst, dass Du vielleicht auf jemanden wartest, den Du heiraten würdest. Jemand den Du mehr liebst als mich. Jeremy war ein Vertrauensbruch aus Liebe. Wie gesagt, ich wollte das etwas von Dir bleibt", antwortete Val gedämpft und streichelte Miles den Nacken.


    "Ich bleibe, meine Güte Val. Wenn ich Dich nicht liebe wen dann? Du bist alles für mich, Du bedeutest mir alles", flüsterte Miles und küsste seinen Schatz erneut.

    "Und dennoch sind wir nicht verheiratet Milli... immer noch nicht", gab Val leise zurück.


    "Noch nicht", grinste Miles.

    "Finde ich nicht witzig. Du sagst zweimal nein, Du fragst mich und machst nicht mal einen Termin aus. Wenn Du nicht heiraten möchtest, ist das in Ordnung für mich. Auch wenn ich es mir wünsche. Am 22.09.1079 hast Du mich gefragt, mir die Ringe gezeigt und bis heute keinen Termin gemacht. Also normalerweise kenne ich Deine Terminvergabe anders Milli... ganz ehrlich", antwortete Valerian ernst.


    "Wir haben einen Termin!", sagte Miles und zog Val fester an sich.

    "Wir haben einen Termin...", echote Val baff und grinste dann breit, "wir haben einen Termin!".


    "Ja, ich musste ihn einmal verschieben, weil mir ein anderer Termin dazwischen gekommen ist. Nicht direkt aufregen, erst zuhören", bat Miles und küsste Valerian.

    "Was kam dazwischen Miles? Ich rege mich nicht auf, sag einfach was dazwischen gekommen ist. Na los jetzt", forderte Valerian liebevoll.


    "Mein Entzug Lalli. Ich hab mich endlich aufgerafft, für Dich und Jerry, auch für die Familie und alle anderen. Du hast mir so oft in den Hintern deswegen getreten. Und Du hast Recht. Ich gehe in die Konstabler-Klinik für den Entzug und zur Einstellung der Schmerzmittel. Ich habe direkt gefragt, Du darfst leider nicht mitkommen. Du wärst mein Kontakt nach draußen und könntest mir mein Zeug besorgen. Ich habe zwar erklärt, dass Du das nicht tun würdest und ich nicht danach verlangen werde.


    Franz Torckbrock der dortige behandelnde Arzt, hat mir erklärt, dass ich danach verlangen werde. Gleich was ich jetzt verspreche oder von mir selbst glaube, sobald ich auf Entzug bin und mein Körper danach verlangt, werde ich es einfordern. Die Schmerzen werden zurückkommen und zeitgleich das Gefühl völliger Ernüchterung und dazu der Schmacht auf die Dosis. Also was immer ich in der Zeit zu Dir sage, oder was ich von Dir verlange am Com, ignorier es bitte", sagte Miles nervös und schaute Val in die Augen.

    "Mach Dir darüber keine Gedanken Milli. Ich liebe Dich", antwortete Valerian, nahm Miles fest in die Arme und kuschelte mit ihm.


    "Ich liebe Dich auch. Dein Wunsch Lalli", schmunzelte Miles.

    "Halt die Klappe", lachte Val leise und küsste seinen Schatz auffordernd.


    "Ist das eine Einladung?", fragte Miles glücklich.

    "Ja", grinste Val ihn an.


    "Hör zu, ich muss Dir trotzdem was erklären. Hör genau zu, ganz genau. Ich liebe Dich und sonst niemand. Weder warte ich auf einen anderen, noch heirate ich einen anderen Kerl. Und ich bin auch nicht immer leicht zu ertragen. Die Bettgäste verschuldest nicht Du, sondern ich. Ich schleppe sie an, aber akzeptiere stets Dein nein. Falls Du ablehnst. Seit der Aufwertung muss ich ständig was fühlen, oder es unterdrücken.


    Torckbrock sagte dass übermäßige Verlangen stammt ebenfalls von der Katze. Es ist nicht nur ein Schmerzblocker, sondern auch eine Stimmulanz. Alles was man genießt verstärkt es und je mehr man bekommt, je mehr will man davon. Vor allem von dem Gefühl. Wo wir beim Thema sind, in der Zeit der Geiselnahme haben Patti und ich uns zusammen getan. Wir hatten Sex... Wir", versuchte Miles zu erklären.


    "Geschenkt. Den Umständen geschuldet", gab Val tonlos zurück.

    "Ich wollte es Dir erklären", flüsterte Miles.


    "Ich benötige keine Erklärung und ich möchte auch keine. Was zwischen Euch war ist Eure Sache und galt nur für die Zeit. Oder etwa nicht?", hakte Valerian sicherheitshalber nach.

    "Es war eine Vereinbarung für die Zeit. Er war verloren und wir beide haben es gebraucht", sagte Miles schlicht.


    "Was die ständige Berührung, den Sex oder das Körpergefühl angeht, da kann ich Dir nur in meinem Rahmen helfen. Zudem verschuldet davon auch ein Großteil die Katze, das muss ich Dir leider ganz ehrlich sagen. Torckbrock hat mit seiner Erläuterung absolut Recht, ich kann dem Mann nur beipflichten. Gebraucht hätte ich Dich auch Milli. Drum wie gesagt geschenkt. Weder Patti noch Du kannst was dafür. Und ob Ihr da raus kommen würdet, wusstet Ihr auch nicht. Lass es damit gut sein", forderte Val und strich seinem Mann durch die Haare.


    "Danke Lalli", antwortete Miles und drückte sich an Valerian.

    "Danke dito. Wir beide sind manchmal blöde. Reden über alles und dann doch wieder nicht. Aber schau was wir erreicht haben. So schlecht sind wir nicht, hm?", schmunzelte Val, setzte sich auf die Küchenzeile und zog Miles zwischen seine Beine.


    "Absolut nicht", stimmte Miles gut gelaunt zu.

    "Sag ich doch, rauf mit Dir", freute sich Val und presste sich an Miles.



    ****

  • Willkommen 1080 n.d.A. - Tekuro und Bellamy


    Es war mittlerweile Mitternacht. Teku hatte sich an Bellamy auf der Couch geschmiegt und schlief scheinbar. Vorsichtig nahm Belly den Arm von Teku zur Seite, den er ihn um den Bauch geschlungen hatte und wollte aufstehen.


    „Wohin willst Du?“, fragte Teku und hielt Bellamy fest.

    „Ich muss mal auf Klo“, flüsterte Belly.


    „Musst Du nicht, bleib liegen“, antwortete Tekuro leise.

    „Woher willst Du wissen ob ich muss?“, hakte Bellamy nach.


    „Belly musst Du wirklich alles diskutieren? Du gehst nie nachts raus zum Klo. Du hockst morgens stundenlang auf dem Klo, als gehst Du den ganzen Tag nicht pinkeln. Also überleg Dir eine bessere Ausrede oder bleib einfach liegen“, flüsterte Teku gut gelaunt und kraulte Bellamy. Da musste sein Mann schon eine bessere Ausrede erfinden.
    „Du kennst mich zu gut. Ich wollte kurz auf die Dachterrasse“, antwortete Bellamy ehrlich.


    „Jetzt?!?“, fragte Teku baff.
    „Ja. Bitte Tekuro“, flüsterte Belly ganz leise.


    „Von mir aus“, antwortete Tekuro kopfschüttelnd. Er packte Bellamy fest, rollte sich von der Couch und ging mit ihm gemeinsam auf das Dach der Himmelslanze.


    „Hier wären wir“, sagte Tekuro und schaute seinen Mann abwartend an.

    „Danke Tekulino. Danke für alles…“, antwortete Belly und starrte zu den Sternen hoch.


    Teku musterte ihn verdutzt.


    "Wen oder was suchst Du?", fragte Theodor leise, während er rauchend an der Brüstung stand.

    "Grüße und angenehme Nachtwache Theo. Ich suche niemanden von uns. Ich suche meine Familie, meine Eltern. Es heißt in der Neujahrsnacht sind die Grenzen der Sphären offen. Und wie jedes Jahr hoffe ich auf ein Zeichen von ihnen, für mich und meinen kleinen Bruder Boldi. Ich dachte vielleicht kann ich von hier oben was spüren, so nahm am Himmel. So nah an der Nacht selbst", antwortete Belly ehrlich und wurde in dem Moment von Teku umarmt.


    Tekuro schmiegte sich felsenfest an ihn und wärmte Bellamy. Nicht mit seinem Körper, dies war ihm nicht mehr möglich, aber seelisch hielt er ihn fest umschlungen.


    "Da muss ich Dich enttäuschen. Das geht leider nicht. Die Zeit, es ist zu lang her Belly. Ich hab selbst vor einiger Zeit versucht nach meinen Leuten zu spüren. Wobei ich andere Möglichkeiten haben als Du. Aber ob Du sie spürst oder nicht, ich hab mir einfach vorstellt, dass einige der Sterne meine Leute sind und geguckt haben.


    Eine alte Legende besagt, wer einst ein Jäger war und fällt wird ein Schatten, ein Stern oder reist mit seinem Ältesten durch die Weiten des Nichts. Such Dir aus was Dir besser gefällt. Aber mach nicht zu lange, das letzte was Du gebrauchen kannst ausgerechnet heute eine dunkle Stimmung. Das Neujahr ist stets ein Neuanfang. Das alte Jahr ist vergangen, es wurde zu nichts, zur Schwärze. Auch wenn uns das neue Jahr genau so empfängt wie uns das alte Jahr verabschiedet - schwarz", antwortete Theodor rauchend.


    "Er hat Recht Belly, ich möchte auf keinen Fall dass Du dunkle Gedanken hast. Was ist los?", fragte Teku und drückte Bellamy fest an sich.

    "Ich dachte vielleicht kann ich in so einer schönen Nacht etwas von meiner Familie spüren. Ich habe es nicht aufgegeben und ich gebe nicht auf Antworten zu suchen Teku", sagte Belly und blinzelte die Tränen weg.


    Theo neigte den Kopf, nickte beiden knapp zu und ließ sie allein. Dies war Bellys und Tekuros Moment, es ging ihn nichts an. Der Moment stand ihm nicht zu.


    Teku wischte ihm vorsichtig das Gesicht sauber und küsste ihn sanft.


    "Du musst gar nichts aufgeben. Glücklich mit mir?", fragte Teku liebevoll und legte seinen Kopf auf Bellamys Schulter ab.

    "Mehr als das", stimmte Bellamy zu und küsste Teku auf den Mund.


    "Siehst Du, ich hatte Recht. Neujahr mit allen wird Dir gefallen. Und Deine Eltern, wo immer sie sind, freuen sich für Dich mit. Sie gönnen es Dir von Herzen. Weißt Du, wir sollten wieder hinein gehen, uns ganz leise anziehen und in die Einkaufspassage gehen. Nach Klein-Arashi, da hat es Dir doch so gefallen. Für ein oder zwei Blut-Schlummertrunks. Komm Belly, ich lade Dich ein, dass gönnen wir uns jetzt. Unsere Mini-Party für eine Nacht. Guck mal, man kann unseren Atem sehen", grinste Teku und hauchte extra für seinen Bellamy in die Luft, so dass man den Atem sah.


    "Wirklich lausig kalt und wir sind nur im Nachtzeug. Gleich sind wir unbeweglich", bestätigte Belly grinsend.

    "Ja aber wir tauen wieder auf. Wir sind auch ohne Schuhe! Du und Deine mitternächtlichen Ideen", grinste Teku zurück, grabschte sich seinen Mann und lief mit ihm zurück ins Wohnzimmer.


    "Fünf Minuten aufwärmen", bat Bellamy grinsend und kroch schnell auf die Couch unter die Decke.

    "Wärm Dich auf solange Du magst", antwortete Tekuro und kroch direkt hinterher, "Hallo mein Hübscher".


    "Hallo Du", schmunzelte Belly und mummelte sie beide ganz fest ein. Kaum waren sie schön warm eingewickelt, schlang Bellamy seine Arme um Teku und drückte ihn fest an sich.
    "Wir können auch gemeinsam frühstücken gehen. Was sagst Du dazu?", bot Teku an und machte es sich an Bellys Brust gemütlich.

    "Einverstanden, aber da trinke ich das Gleiche wie zum Schlummertrunk", freute sich Belly.


    Teku biss in die Decke um nicht laut loszulachen.


    "Wenn Du das wirklich trinkst, bekommst Du einen kompletten Verwöhntag. Mit allem drum und dran", flötete Tekuro.

    "Ausgiebiges Frühstück ist klasse mit Verwöhntag und Ausflug", kicherte Belly.


    "Ausflug?", hakte Teku gespielt misstrauisch nach.
    "Ja wir fliegen durch den Park und Dein Bützel muss gebissen werden", lachte Bellamy.


    "Mein Bützel wird gebissen! Vielleicht beiße ich Dich jetzt!", antwortete Teku und ließ seine Zähne aufblitzen.

    "Wirklich?", fragte Belly gespielt unschuldig und drückte sich an Tekuro.


    "Du wirst sowas von gebissen", gab Teku zurück und verkroch sich mit seinem Mann unter die Decke.




    ****



  • Vielleicht war es wahr, dass die Sphären sich um diese Jahreszeit öffneten. Vielleicht hatte jemand die Worte von Bellamy gehört und sein Sehnen gespürt.


    Im Traum sah er sich selbst in einem Weidenkorb liegen. Er reckte die winzigen Händchen unbeholfen hinauf und quengelte. Ein Gesicht erschien über ihm, fast ein viel älteres Abbild seiner selbst könnte es sein, ein breites Gesicht mit starkem Kiefer, das Haar tiefschwarz und die Augen leuchtend blau. Bellamy wusste schon, dass dieser Mann "Papa" hieß. Große, warme Hände fassten unter seine Achseln, während die Fingerspitzen sein schweres Köpfchen stützten. Papa redete beruhigend, doch Bellamy nuckelte an seiner Faust, um zu zeigen, dass er nicht nur Gesellschaft wollte, sondern Hunger verspürte.


    Papa verstand ihn und reichte ihn an die Frau, die "Mama" hieß. Dann zog er die Jacke an und ging, doch Bellamy schaute kaum hin, weil er nun bei Mama war. Das runde Gesicht strahlte ihn an, braune große Augen hatte Mama und dunkles Haar. Nach dem Trinken wiegte sie Bellamy im Arm, doch es war nicht seine Schlafenszeit. Mamas Gesicht blieb freundlich, als er erneut quengelte, doch er sah, dass sie sehr müde war, weil er oft Hunger hatte, auch mitten in der Nacht. Und so reichte sie ihn weiter, an den zweiten Papa, um ein wenig zu ruhen.


    Dieser sah ganz anders aus als der erste, sein Gesicht war fein, das Haar hell und die Augen grün. Seine Hände waren meistens kühl, aber er kannte die meisten Lieder. Er setzte Bellamy vorsichtig auf sein Bein, wobei er ihn mit den Händen stützte und ganz langsam das Köpfchen freigab, bis Bellamy es selbst gerade hielt. Dann sang er und wippte sanft das Knie dazu.


    Im Mondschein,

    da sieht man nur wenig.

    Man suchte die Feder,

    man suchte das Feuer.

    Bei dieser Suche

    fand man, ich weiß nicht was ...

    Und Bellamy lachte im Schlaf, so wie er als Kind gelacht hatte.

  • Willkommen 1080 n.d.A. - Garlyn und Eddy



    Eddy saß auf der Couch und schaute den anderen gut gelaunt beim Tanzen zu, als ihm jemand eine Hand vor die Nase hielt.


    "Darf ich bitten?", grinste Garlyn ihn an.
    "Aber hallo, schick... um nicht zu sagen bombig. Du siehst einfach umwerfend aus", freute sich Eddy.


    Er umrundete einmal Meqdarhan und blieb ganz nah vor ihm stehen. Zärtlich streichelte er ihn einmal unter dem Kinn, ehe er Garlyn die Krawatte richtete und das Hemd wieder ordentlich darüber faltete. Garlyn strich die Krawatte über Eddys Brust glatt und kraulte ihm den Bauch lang runter.


    "Du siehst scharf aus", flüsterte Garlyn grinsend.
    "Der Anzug hat ein Vermögen gekostet, 3.000 Taler Schatz, die Schuhe haben 500 Taler gekostet, das Hemd auch, die Krawatte kam 250 Taler - ist reine Seide", flüsterte Edwin Garlyn ins Ohr.


    "Aber sie ist nicht rot", flüsterte Garlyn kichernd.
    "Blau oder schwarze Krawatten passen zu diesem Anzug. Ich dachte mir, wenn ich mich schon lecker für Dich verpacke, damit Du mich nachher aus den Klamotten schälen darfst, muss Dir auch die Krawatte gefallen. Krawatten gehören zu den Accessories, so heißen solche kleinen Dinge habe ich gestern gelernt", raunte Eddy Garlyn ins Ohr und küsste dann drauf.


    "Oha, woher weiß mein kleiner Liebling sowas?", schnurrte Garlyn zurück und umarmte Eddy zum Tanzen.
    "Theodor hat mich als Modeberater aufgeklärt. Ich wollte eigentlich was Leckeres für drunter kaufen. Aber er sagte, wenn man sich heiß verpackt, dann ganz. Das erste heiße ist der Anzug. Drunter ist zweite Garnitur, dass siehst Du erst, wenn ich Dich überzeugt hab. Meine Aufmachung muss Dich umhauen, sonst guckst Du Dir die zweite Garnitur vielleicht gar nicht an", flüsterte Eddy seinem Schatz zu und drückte Garlyn beim Tanzen an sich.


    "Dein Modeberater weiß viel aber nicht alles. Du hast keine zweite Garnitur nötig", antwortete Garlyn und schmiegte sich beim Tanzen an Edwin.
    "Stimmt, aber sowas muss er nicht wissen. Reicht wenn ich das weiß", lachte Eddy leise.


    "Heißt Du trägst nichts drunter?", grinste Garlyn megabreit.
    "Genau", flüsterte Edwin zurück.


    "Heiß", antwortete Garlyn leise und küsste Eddy liebevoll mit Zunge.
    "Das nenne ich heiß. Wieso wollte ich mir Dessous kaufen, wenn Dich ein Anzug so geil macht?", lachte Eddy und küsste Garlyn hemmungslos mit.


    "Woher soll ich das wissen? Der Anzug steht Dir erstklassig, aber schälen werde ich Dich trotzdem", antwortete Garlyn glücklich und kuschelte sich an Edwin.
    "Dafür der Aufwand Garlyn. Ich wollte mit Dir richtig schön Neujahr feiern. Lecker Essen, tolle Klamotten, Du und ich zusammen, geiler Sex. Ich hab uns ein bisschen was gekauft für nachher. Ein kleines Spielzeug und Creme. Heute führst Du zuerst, dann ich mein Großer", gurrte Eddy in Garlyns Ohr.


    Garlyn schaute Eddy genau in die Augen, ehe er seinen Schatz beim Tanzen um den Hals umarmte und sich wieder feste anschmiegte. Eddy umarmte Garlyn einfach um die Hüfte und tanzte so mit ihm weiter.


    "Du bist richtig glücklich", freute sich Eddy.
    "Ja bin ich, genau wie Du", antwortete Garlyn und strich Eddy über den Nacken.


    "Direkt zu uns, oder vorher ein Glas Bowle? Darfst Du Bowle trinken?", hakte Eddy nach.

    "Ein Glas ohne Früchte und wir beide halbe-halbe?", fragte Garlyn.


    "Klar. Und danach schlüpfen wir in was Bequemes - unser Bett", grinste Eddy was Garlyn loslachen ließ.



    ****

  • Willkommen 1080 n.d.A. - Richard und Theodor


    Theodor hatte die Wohnung von Valerian und Miles verlassen, allerdings nicht die 111. Etage. Er stand im Wartebereich des Flurs, der selbst wie ein Wohnzimmer eingerichtet war. Er schaute sich kurz um, hier war es leise, still und er war mit seinen Gedanken allein. Theo nahm einen der Aschenbecher zur Hand, trat an die große Fensterfront und schaute hinaus auf das Feuerwerk. Das Geböller verabscheute er, es erinnerte ihn an schweren Beschuss. Aber das Feuerwerk und die Farben, die hatten ihm schon immer gefallen.


    Er hörte wie die Wohnungstür hinter sich aufging und darauf wieder schloss. Jemand trat leise an seine Seite. Theo musste sich nicht umdrehen um zu wissen, dass es Richard war. Er sah die Spiegelung in der Scheibe. Richard stellte sich neben Theodor und schaute sich mit ihm das Feuerwerk an. Die beiden schwiegen einmütig, bis Theo zu Richard rüberschaute.


    "Danke", schmunzelte er und drückte die Rauchstange im Aschenbecher aus.

    "Gerne", gab Richard mit einem Lächeln zurück.


    "Ich habe Dir was gekauft, ich hoffe Du freust Dich drüber. Dein Hobby muss nur Dir gefallen, trotzdem wollte ich Dir etwas schenken, dass genau dazu passt. Eben als Zeichen", erklärte Theo und holte das Geschenk für Richard. Die Geschenke waren im Vorraum abgelegt worden, damit nichts zu Schaden kommen konnte.


    "Als Zeichen für was, könnte ich fragen", antwortete Richard und nahm das Geschenk entgegen das ihm Theo grinsend reichte.

    "Könntest Du, tust Du aber nicht. Du wirst doch wohl nicht stänkern", hielt Theo grinsend dagegen.


    Richard schüttelte gut gelaunt den Kopf und öffnete sein Geschenk.


    Richards Geschenk

    Link:

    https://www.minpic.de/i/bewd/1crra4


    "Beleuchtete Häkelnadeln? Wo hast Du sowas her? Das ist... da bleiben sogar mir die Worte weg. Die sind wundervoll, vielen Dank", freute sich Richard und drückte die Verpackung an sich.

    "Bitteschön, freut mich, dass Dich die Nadeln so freuen. Viel Spaß damit", antwortete Theo ein klein wenig verlegen.


    "Ich habe ebenfalls ein Geschenk für Dich Theodor. Allerdings steht es in Deiner Wohnung, ich war so frei mir den Schlüssel aushändigen zu lassen. Wir hatten mal darüber gesprochen vor einigen Jahren. Möchtest Du die Überraschung nachher alleine anschauen, oder möchtest Du sie gemeinsam mit mir ansehen?", fragte Richard freundlich.


    "Lass sie uns gemeinsam anschauen", bat Theo.


    Richard nickte knapp und beipflichtend und gemeinsam fuhren sie auf die 110. Etage und betraten das Quartier von Theodor. Theo hatte gerade aufgeschlossen, als er wie angewurzelt stehen blieb.


    Theodors Neujahrsgeschenk

    Link:

    https://www.minpic.de/i/bewf/14us9v


    "Du bist verrückt! Meine Güte", keuchte er fassungslos wie gerührt.


    Er blieb vor dem Glasbehälter stehen und betrachtete ihn eingehend.

    "Du hast sie Dir gewünscht. Ich hoffe mit ihr geht es Dir bald ein kleines bisschen besser. Etwas Lebendes, dem Du alles anvertrauen kannst, dass nichts ausplaudert und zu dem Du gefahrlos gut sein kannst. Du musst Dich gut um sie kümmern, aber sie nimmt auch nicht viel übel. Sie wird immer da sein, versprochen. Sie muss sich noch an Dich gewöhnen. Ihre Serienbezeichnung ist irrelevant, man nennt sie schlicht Wunsch- oder Wandelblume. Denn es kommt vor, dass sie andersfarbige Blüten trägt. Für Dich Theodor", gab Richard gut gelaunt zurück.


    Theo drehte sich zu Richard um und umarmte ihn felsenfest.


    "Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Dass kann ich nicht annehmen!", antwortete er mit einem Kloß im Hals.

    "Du musst sie annehmen, aber Du musst nichts sagen. Frohes Neues. Lust auf ein paar Vanillekekse?", bot Richard schmunzelnd an.

    "Gerne", stimmte Theo zu.




    ****


  • Kekse bei Richard


    "Lass uns zu mir gehen", bat Richard und machte eine einladende Geste.

    "Wir können auch bei mir übernachten", "hielt Theodor gut gelaunt dagegen.


    Richard schaute sein Gegenüber ernst an und schüttelte den Kopf.


    "In Deinem Bett kann ich nicht schlafen. Wer hat alles darin geschlafen Theodor? Gehen wir zu mir", bat Richard.

    "Nur ich habe darin geschlafen und einmal Tekuro. Nur genächtigt. Wir können es uns auf der Couch gemütlich machen", gab von Laurenloff zurück.


    "Mit der Antwort habe ich nicht gerechnet. Nur Du und einmal Tekuro, verstehe. Gut bleiben wir hier, wenn es Dir wichtig ist", stimmte Richard freundlich zu.


    Theo starrte Richard an.
    "Ich weiß dass die meisten mich für eine Hure halten. Dass Du dazugehörst, habe ich nicht gewusst", antwortete er wütend.


    Richard trat ganz nah an Theodor heran, so nah, dass sie sich fast berührten und von Laurenloff einen Schritt zurückwich. Richard packte ihn am Arm und hielt ihn fest.


    "Beruhige Dich bitte. Ich halte Dich nicht für eine Hure. Ich halte Dich für jemanden der verzweifelt etwas sucht, dass er in fremden Betten nicht finden wird. Das tut mir leid und weh für Dich. Ich mag Dich Theodor. Du tust Dir keinen Gefallen mit Deinem Verhalten", gab Richard ruhig und freundlich zurück, ohne Theo loszulassen.


    "Bist Du fertig?", fragte von Laurenloff tonlos.
    "Eigentlich nicht, ich hätte Dir noch einiges zu sagen. Aber das verträgst Du nur in kleinen Dosen. Du bist sehr ungerecht zu Dir selbst. Das hast Du nicht verdient. Oder meinst Du ich schenke einem Widerling etwas, auf das ich sparen muss?", hakte Richard besonnen nach.


    Theodor kaute auf der Unterlippe und grinste verlegen.
    "Nein, dass denke ich nicht. Wieder gut miteinander?", bat Theo.


    Richard schmunzelte Theo an.
    "War nie anderes. Also ab zu mir, Film, Kekse, Übernachtung und Frühstück und morgen machen wir es uns bei Dir gemütlich. Keine Widerrede", entschied Richard und zog Theo hinter sich her.



    ****