CDT Terraformer Dienstbeginn Naridien Alessa

  • CDT Terraformer Dienstbeginn Naridien Alessa



    Die Straßen Alessas waren verstopft, denn jeder versuchte einen Blick aus nächster Nähe auf die Souvagnische Technik zu erhaschen, die sich Dank des Landes Soleil ihrem von Dürre geprägtem Land näherte. Jene Naridier die es rechtzeitig bis zum Regierungsplatz geschafft hatten, drängten hinter den Absperrungen nach vorne. Die Bannmeile um den Empfangsplatz des Terraformers, des wichtigsten und mächtigsten Ortes in Naridien, hielt.


    Bei dem Regierungsplatz handelte es sich um den Platz vor dem höchsten Gericht und Regierungssitzes Naridiens.


    Die interne Nachrichtendienst verkündete via der höchsten Sicherheitsstufe dem Rat der Zehn, dass ein 200 Meter langer, souvagnischer Flugkörper soeben die naridischen Grenzen erreicht hatte. Die Flugsicherheit bat um Bestätigung, den Flugkörper passieren zu lassen. Die Erlaubnis wurde umgehend vom obersten Richter Naridiens erteilt, die anderen neun Richter bestätigten über ihren Sicherheitscode die Genehmigung. Das Fluggerät überflog die Grenze und hielt direkt auf Alessa samt Regierungssitz zu.


    Eine lange metallfarbene Stahlröhre näherte sich, einem Luftschiff nicht unähnlich. So schnell wie das Fluggerät heran geschossen war, so langsam überflog es nun Alessa die Hauptstadt Naridiens. Der Rat der Zehn hatte sich auf dem Regierungsplatz versammelt und die 10 mächtigsten Männer Naridiens schauten hoffnungsvoll zum Himmel auf.


    Wenn das kein Terraformer war, war das Ihr Ende. Sie hätten den Feind mitten in das Herz ihres Landes eingeladen. Sie wären mit einem Schlag ausgelöscht.


    Der fliegende Koloss erschien über der Hauptstadt. Ein infernalisches Kreischen ging durch die Menge und ein Großteil deutete auf den Flugkörper. Die Sicherheitskräfte hatten alle Mühe, die Absperrungen aufrecht zu halten. Bei der Geschwindigkeit hatte man als Zuschauer unweigerlich das Gefühl, dass der 200 Meter Koloss eigentlich wie ein Stein vom Himmel fallen müsste. Das Schiff wurde noch langsamer und ging in den Schwebeflug über. So verharrte es einen Moment, bis es einen ohrenbetäubenden Signalton von sich gab.


    Das Gekreische wandelte sich für einen Moment in Entsetzen und die Bürger hinter den Absperrungen gingen in Deckung. Was in den Köpfen jedes einzelnen Richters des Rates in dem Moment vor sich ging, konnte man nicht an ihren Gesichtern ablesen. Ernst und würdevoll beobachteten sie das Geschehen. Ihre Sicherheitsleute und Assistenten nur einen Schritt hinter ihrem jeweiligen Richter. Das spitze Heck des Giganten stieg in die Höhe, unaufhaltsam bis das Fluggerät 20 Meter senkrecht über dem Boden aufragte, wie ein schwebender, stählerner Turm.


    Erneut erklang dieses seltsame Geräusch und vier gewaltige, spinnenartige Füße lösten sich aus dem unteren Ende. Vorsichtig streckten sie sich dem Boden entgegen. Bei Kontakt löste sich der Schwebemodus und die durchgestreckten Stahlbeine gingen in die Knie, um das Gewicht des Giganten abzufangen.


    Für einen Augenblick kam Ruhe in die Maschine. Dann klappten an den Seiten Flächen aus, die an Flossen erinnerten. Eine Luke ging auf und etwas Langes wie ein Mast schob sich nach außen. Er knickte mittig ab, fächerte blütenartig aus und rastet ein. Der ersten Parabolantenne folgten zig weitere auf gleiche Art und Weise.
    Zum Schluss fuhr aus der Heckspitze eine lange Antenne, die sich Richtung Himmel streckte. Statisches Rauschen zerriss die Stille, eine seltsame Tonabfolge erklang, fast wie das uralte Durchwählen eines Faxgerätes. Minuten später flammten blau irisierend die Schutzschilde der Maschine auf.


    Stille.


    Man hätte eine Stecknadel in der ganzen Stadt fallen hören, so ruhig war es in diesem Moment. Reglos stand die Maschine dort auf naridischem Boden und hatte sich selbst gesichert. Sie verharrte einige Minuten, die den Zuschauern einschließlich den Richtern wie Stunden vorkamen.


    Dann gruben sich die Füße gruben mit stählernen Krallen durch das Pflaster in den Boden, die Maschine erhob sich ein Stück und öffnete unten eine Luke. Zum Vorschein kam etwas das wie ein überdimensionaler Gewehrlauf aussah.


    "Warnung - Bodenanalysesprengung in 1 Minute", erscholl eine Ansage auf asameisch und man spürte wie sich die Maschine samt der Umgebung statisch auflud.


    Die Interkoms wie alle anderen technischen Körperaufwertungen die über kein EMP-Schutz verfügten, versagten in diesem Moment ihren Dienst. So mach ein Bürger sah nur noch, wie sich sein Empfang in einem schwarzen Bild verabschiedete. Ohne jede weitere Warnung setzte der Terraformer den Lauf auf den Boden und feuerte. Die Erschütterung jagte Wellenartig durch den Boden und riss die Zuschauer fast von den Beinen. In einiger Entfernung barsten Glasscheiben, Alarmsirenen heulten auf und eine riesige Staubwolke legte sich über den Regierungsbezirk.


    Die Sicherheitssystem des Gerichts fuhren hoch und zum ersten Mal in der Geschichte Naridiens luden die Gefechtstürme auf volle Leistung um den "Feind" zu begegnen und mit ihrer Feuergewalt niederzustrecken. Kropuuk gab umgehend alle Sicherheitscodes ein um die Verteidigung in den Leerlauf zu schicken.


    Und so standen sie sich geben über, die Technik Souvagnes und die Technik Naridiens und erneut schwiegen beide. Der CDT stand still, wartete das Ergebnis seiner Probe ab. Der Lauf zog sich zurück und ein anderer "Rüssel" erschien. Sekunden später verstärkte sich der Schild um die Beine und ein Laser brannte ein Loch in die oberste Bodenschicht um den Eingang zu eröffnen und zeitgleich zu befestigen.


    Erneut ein Werkzeugtausch und der CDT begann zu bohren. Die Flossenartigen Fortsätze seines Stahlkörpers klappte nach oben. Elektrizität zuckte über den Leib des Terraformers und entlud sich als gewaltiger Blitz über die Hauptantenne in den Himmel. Sekunden später folgten einige Geschosse die der Former hinterherschickte.


    Das gesamte Schauspiel wurde in Echtzeit in sämtlichen Holo- und Interkomkanälen Naridiens landesweit übertragen. Schlagartig kam Wind auf. Die Bürger erhoben sich und gemeinsam mit dem Rat und den Sicherheitsbeamten schauten sie zum Himmel auf. Der Himmel über Alessa verfinsterte sich Zusehens. Es schien als hätte diese fremdartige Maschine Tinte über den Horizont gekippt und es wäre mitten am Tag die Nacht hereingebrochen. Die Blicke aller waren nach oben gerichtet, hinauf ins Dunkle.


    Richter Bechstein trat nah neben seinen Kollegen von Hohenfelde und nickte minimal in Richtung des obersten Richters Korpuuk.

    `Tränen?´, übermittelte Milan Bechstein irritiert via Interkom.


    Val musterte Korpuuk und starrte dann seinen Kollegen an, der ebenfalls "Tränen" im Gesicht hatte. Einen Sekundenbruchteil später traf ihn selbst etwas das er nicht zuordnen konnte.


    Wasser?
    Wasser woher?!?


    Ein Blitz mit sofort nachfolgendem Donnerschlag zerriss die andächtige Stille und der Himmel öffnete seine Schleusen zu einem flutartigen Regenfall, der kaum von dem ausgedörrten Boden aufgenommen werden konnte. Das Wasser sammelte sich um die Beine des CDT und wurde von einem Schlauchartige Fortsatz ins Bohrloch gepumpt.


    "Regen...", antwortete Valerian ergriffen.


    "CDT 08 Dienst erfolgreich aufgenommen", verkündete der Terraformer.


    Seine technische Stimme erstarb unter der Flut.
    Der Flut des Jubels der Bevölkerung Naridiens.



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