Kapitel 78 - Herzlichen Glückwunsch Tekuro

  • Herzlichen Glückwunsch Tekuro


    Bellamy räkelte sich und drehte sich behutsam zur Seite. Tekuro lag schlafend neben ihm, die Flammen im Kamin prasselten leise vor sich hin und verliehen dem Nest in der 109. Etage der Himmelslanze damit mehr als nur wohlige Wärme. Nein diese Wärme konnte kein Kamin erzeugen die Bellamy überkam, sobald er seinen Mann anschaute. Wie viele Jahrhunderte waren sie nun schon Seite an Seite durch das Leben geschritten? Standen für einander ein und hielten sich heute noch so liebevoll wie am ersten Tag an der Hand?


    Und schon bald, in einer nicht mehr fernen Zukunft, würde ihr gemeinsamer Sohn das Licht der Welt erblicken. Tekullamy, Belluro, wie würde er wohl aussehen? Welche Eigenschaften würde er von ihnen in sich vereinen? Eines stand fest, wenn es jemals ein Kind auf dieser Welt gegeben hatte, das verwöhnt werden würde, dann wäre es ihr Sohn. An nichts würde es ihm mangeln und geschützt wurde er von den Besten der Besten. Bellamy zählte die Stunden, bis sie ihren Spross in den Armen halten konnten. Allein wenn er darüber nachdachte, dass er und Tekuro ein gemeinsames Kind hatten, schnürte es ihm vor Glück die Kehle zu.


    Aber heute war auf andere Weise ein besonderer Tag, heute wurde Tekulinos Geburtstag gefeiert und dafür hatte er sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Etwas dass Teku hoffentlich gefiel, denn es war eine Sonderanfertigung für ihn. Also im Grunde gab es heute zwei Geschenke, zwei Sonderanfertigungen für den Mann seines Herzens, grinste Bellamy und küsste Teku zärtlich auf die Wange.


    "Aufwachen Tekulino...

    Im Mondschein,

    da sieht man nur wenig.

    Man suchte die Feder,

    man suchte das Feuer.

    Bei dieser Suche

    fand man, ich weiß nicht was.

    Aber ich weiß, dass die Tür

    sich hinter ihnen schloss...", sang Bellamy liebevoll in Tekus Ohr und biss spielerisch in sein Ohrläppchen.

  • Tekuros langsames Schnaufen verriet, dass er erwachte. Sogleich drückte er sein Ohr an den Mund von Bellamy, damit dieser ihn mit den Lippen sanft liebkoste, während er sang. Ihr Lied. Damit hatte es begonnen und falls es dereinst mit ihnen zu Ende ging, so wünschte Tekuro sich, dass Bellamy erneut dieses Lied für sie beide sang und wenn er es nicht mehr konnte, so würde Tekuro dies für ihn tun.


    Als Bellamy geendet hatte, drehte Tekuro sich langsam auf den Rücken und zog seinen Mann auf sich. Mit langsamem Schlecken auf der Wange begrüßte er ihn, folgend von einem Kuss auf den Mund, bei dem er genussvoll Bellamys Bartstoppen spürte.


    "Guten Morgen, mein Belly, mein Schatz. Was für eine Begrüßung. Ich hab dich vermisst, während ich schlief, weil ich dich nicht sehen konnte mit geschlossenen Augen. Doch nun bist du ja wieder hier, bei mir."

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • Bellamy küsste seinen Mann liebevoll und innig mit.


    "Heute nur für Dich Tekulino.


    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, meine herzlichsten Wünsche.

    Möge das ganze Jahr süß und leicht für Dich sein.
    Alles Gute zum Geburtstag, alles Liebe, alles Gute Tekulinolein.


    Das Herz war da, aber das Auge hinter den Kulissen.
    Wir suchten den Kuchen, natürlich mit Blut, dass wirst Du längst wissen.


    So viele Kerzen, so viele Frühlinge gesehen.
    913 Jahre alt bist Du geworden... 913 Jahre wie durch Magie... alles Liebe zum Geburtstag...

    alles Liebe Tekulino, alles Liebe Mon Cheri", sang Bellamy für seinen Mann und küsste ihn erneut fest in innig.


    "Steh auf und lass Dir die Augen verbinden, ich führe Dich zu Deiner Überraschung. Keine Angst Teku", bat Bellamy. Er stand auf und zog Teku mit auf die Beine.


    "Bist Du bereit?", fragte Belly aufgekratzt und grinsend.

  • Tekuro lauschte dem selbstgeschriebenen Gedicht und seine schmalen dunklen Augen weiteten sich mit feuchtem Glanz. Es war gut, dass Bellamy ihn auf die Beine zog, denn sonst hätte Tekuro ihn seinerseits auf sich gezerrt, um mit ihm im Bett zu liegen, weil er ihn unbedingt der Länge nach spüren wollte. So aber umarmte er ihn im Stehen und erneut wurde Bellamys Gesicht mit aller Zärtlichkeit bedacht, die Tekuro aufzubringen vermochte.


    "913 Jahre. Damals wurde ich als kleiner Tekuro geboren und als Niemand ausgesetzt. Im Heim machte man einen Robere aus mir und Boldi schenkte mir den Namen Robby. Erinnerst du dich an unser Kennelernen, damals, als ich solche Angst hatte und du mir eine Rauchstange schenktest, auf der Parkbank? Da war ich noch Robby für dich. Robby."


    Er wiederholte den Namen, der so fremd für ihn geworden war und der sich dennoch vertraut anfühlte.


    "Dann kam Papa zurück in mein Leben und ich wurde wieder Tekuro. Nun bin ich dein. Belly. Ich bin so glücklich. Danke für das Gedicht, danke. Ich hab keine Angst, ich mach die Augen zu."


    Und artig schloss er die Lider, damit Bellamy ihm die Augen verbinden konnte, wenn ihm danach war.

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • Bellamy ließ sich etwas Zeit ehe er Tekuro die Augen verband, denn vorher nahm er ihn fest in die Arme und drücke ihn an sich. Lange hielt er ihn so fest, mehrere Minuten wo sie einfach nur schweigend und in einer innigen Umarmung vereint fest aneinander gedrückt in ihrem Nest standen. Dann erst gab Belly seinen Mann frei, küsste ihn sanft auf die Lippen und verband ihm mit einem Schal die Augen. Bell ergriff eine Hand von Teku, küsste die Handfläche und führte ihn kreuz und quer durch das Nest. Dann ging ihre Reise hinaus auf den Flur. Wieder wurde Teku in die Irre geführt, nur um dann das gleiche Spiel mit den Aufzügen zu erleben. Hoch und runter, runter und rauf fuhren sie, so dass Teku am Ende gar nicht mehr wusste, wo sie ausgestiegen waren.


    Und genau dass war das Ziel von Bellamy. Immerhin sollte das was Teku zu sehen bekam eine Überraschung sein. Die Hand fest um die seines Liebsten geschlossen wurde Teku wieder von Bellamy durch die Gegend geführt. Leise wurde es, die Geräusche wurden fremdartig, fern, so als hätten sie einen abgesperrten Bereich betreten. Warm war es geworden. Eine trockene Wärme hatte sich ausgebreitet, die sich angenehm auf der sonst klammen Haut eines Vampirs anfühlte.


    Einen Augenblick später spürte Teku wie ihn Bellamy sanft auf eine Sitzgelegenheit hinabdrückte. Ganz sachte wurde ihm die Augenbinde entfernt und Tekuro starrte in eines der großen Habitate aus dem Zoo von Valerian. Sein Geburtstagsgeschenk stand vor der Scheibe und betrachtete die beiden Gäste, so wie er betrachtet wurde.


    "Rouge. Rot und riesig, wie meine Liebe zu Dir. Geschaffen für Dich, Dein lebender Glücksbringer und wenn Du magst Dein Wahrzeichen Carnacs. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Schwarzer Skorpion... Tekulino", sagte Belly ergriffen und küsste Teku mit aller Liebe die er für ihn empfand.


    Rouge

    Link:

    https://www.minpic.de/i/bogv/cl61j

  • Tekuro hatte nicht die geringste Ahnung, was Bellamy vorhatte. Er roch nicht den Arashigarten und nicht den Sklavenpfuhl, auch nicht die Küche, so dass es kein gemeinsames Essen war. Als es sehr warm wurde, dachte er an das Arashi-Bad, doch der Geruch unterschied sich ...


    ... und dann sah er ihn.


    "Blutrot", antwortete Tekuro viel leiser als sonst, als er den roten Skorpion erblickte. Was mochte das Tier wiegen? Er griff nach Bellamys Hand. Feierlich hob er die Stimme.


    "Dies wird unser Wappentier, das Wappentier von Carnac. Der rote Skorpion, der Blutskorpion, er soll auf unseren Bannern prangen und von den Zinnen von Dokutsu-jo wehen! Es gibt kein Besseres Symbol unserer Stärke, Wehrhaftigkeit und Entschlossenheit. Der Schwarze Skorpion jedoch bleibt Zeichen des Hauses Chud.


    Danke, Bellamy. Er ist grandios. Was frisst er? Und wie bist du an ihn herangekommen? Erzähl mir diese Geschichte und setz dich dabei zu mir, rutsch ganz nah an mich heran."

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • Bellamy drückte Tekuro glücklich an sich, dabei grinste er von einem Ohr zum anderen.


    "Ich freue mich so, dass Du Dich derart freust. Es gibt einen ganz besonderen Skorpion, er heißt Toffee- oder Kaffee-Skorpion. Die Tiere werden Handteller groß und sind satt dunkelbraun gefärbt. So ein Tier wollte ich Dir erst schenken. Jedenfalls hatte ich mich schlau gemacht, wo man so ein Tier finden könnte und während ich so überlegte, was ich Dir dieses Jahr zum Geburtstag schenken könnte, bin ich durch die Himmelslanze gestreift um mir Inspiration zu holen. Auf meinem Weg streifte ich durch den Park, durch den Narashi-Distrikt und letztendlich durch den Zoo.


    Hier habe ich die Tiere bewundert Teku. Es sind alles Tiere, die es so auf der Welt kein zweites Mal gibt. Sie sind Sonderanfertigungen, Unikate jedes für sich. Andere mögen das vielleicht herabwertend betrachten, aber ist nicht das wertvoll was rar ist? Ein Kaffeeskorpion kann sich jeder Mann fangen, der mutig genug ist des Nachts die Wüste in Rakshanistan zu durchstreifen. Aber was soll mein Mann mit einem kaffeebraunen Skorpion?


    Mein Mann ist ein Beißer, ein Jäger, ein Vampir, ein Blutsauger und genau dass hat sein Skorpion zu sein. Rot wie Blut, rot wie unsere Liebe. Mächtig wie Du selbst und gigantisch wie unsere Hingabe zueinander. Das Tekuro ist ein Unikat und zwar Deines. Es gibt keinen zweiten von ihm auf dieser Welt, es sei denn Du würdest es eines Tages wünschen. Ich habe Valerian gebeten einen Kaffeeskorpion nach meinen Vorgaben zu schaffen und zwar dergestalt, dass er meine Liebe zu Dir wiederspiegelt. Man soll dem Tier ansehen, was ich für Dich empfinde, was Du mir bedeutest. Und hier steht er - Rouge. Von mir, für Dich.


    Tekulino Rouge ist wie Du, er ist ein Fleischfresser nur muss seine Beute etwas größer sein. Kleine Kaffeeskorpione haben einen reich gedeckten Speiseplan. Zu ihrer Nahrung zählen Insekten, Spinnen, Schnecken, kleinere Wirbeltiere wie Schlangen oder Eidechsen. Rouge kannst Du mit Schafe, Ziegen oder ungehorsamen Sklaven glücklich machen", erzählte Bellamy ergriffen und setzte sich neben Tekuro.


    Gerade als er sich anlehnen wollte, beugte er sich noch einmal herab und zerrte einen Picknickkorb auf seinen Schoss.


    "Der Zoo ist heute für uns beide reserviert und ich habe uns einen kleinen Snack mitgebracht. Blutbeutel, etwas Gebäck und Blutwurst mit saftigen Fettstückchen", sagte Belly.


    Er reichte Teku einen Pappbecher und goss großzügig aus einem Blutbeutel Blut hinein. Er selbst nahm sich danach ebenfalls einen Becher und füllte ihn. Vorsichtig stieß er mit Tekuro an.


    "Herzlichen Glückwunsch", grinste er.

  • Die Pappbecher stießen aneinander, das Blut schwappte. Ein tiefroter Tropfen rollte den Rand hinab und tropfte von Tekuros Finger. Zähflüssig glitt das Rot über Lippen und Zunge, entfaltete das Aroma von Eisen, ehe es warm in seine Kehle gesaugt wurde. Tekuro weitete die Nüstern, um den Geschmack auch olfaktorisch zu kosten, während er seine Frontzähne leckte.


    "Danke, Belly. Für das Geschenk, für das Blut, dafür, dass du meinen Geburtstag mit mir feierst und über all die Jahrhunderte an meiner Seite bliebst. Bald feiern wir unser Tausendjähriges. Nur noch ein Menschenleben. Dann sind wir tausend Jahre Seit an Seit. Für die Liebe, die so groß, stark und blutrot ist wie Rouge, das Wappentier von Carnac."


    Den freien Arm legte er Bellamy um die Schultern, zog ihn an sich und küsste ihn mit der Zunge.

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • Bellamy erwiderte den Kuss voller Liebe und Leidenschaft. Er schmeckte Blut und vor allem schmeckte er Teku, seinen Mann. Tausendjähriges Jubiläum, gab es dafür überhaupt eine Bezeichnung? Nein vermutlich nicht, denn welches Paar hatte gemeinsam eine derart lange Zeit Seite an Seite gelebt? Nicht einmal ein Ältester oder der Vater aller Vampire Nicodemus konnte auf so eine glückliche gemeinsame Vergangenheit zurückblicken, wie sie beide. Für einen Moment fühlte sich Bellamy herausgezogen aus der gesamten Welt, nur noch er und Tekuro zählten. Aber war das nicht immer schon so gewesen? Sie standen für sich und waren jeweils das Monument des anderen. Andere teilten ihr Leben, durften sie begleiten, aber auf ihren Gipfel, da gab es nur sie. Selbst wenn nur eine Handbreit darunter, so befand sich dennoch niemand mit ihnen auf gleicher Höhe. Dass wusste Teku, er selbst und jeder andere wusste es ebenso.


    Sanft löste sich Belly von Teku und schaute ihm in die Mandelaugen, Augen die so oft alles für ihn gewesen waren, vor allem in finsteren Stunden. Ob Teku davon wusste? Vermutlich, denn wenn immer er jemanden brauchte, war Teku für ihn da. Wortlos und niemals lieblos. Sie waren eins, mehr als sich manch einer vorstellen konnte. Bell lächelte Teku schüchtern an und schaute in seinen Becher voller Blut. Wie sollte er das in Worte fassen?


    Bellamy schmunzelte Teku an und sein Blick wurde verschmitzt.


    "Die Geschenke Tekulino, Du hast nur eins gesehen und zwar dass Geschenk, dass ich nicht transportieren konnte. Rouge ist Geschenk Nummer eins. Dann habe ich Dir etwas mitgebracht, dass ich im Narashi-Distrikt entdeckt habe. Das ist für Dich", antwortete Bellamy und zog aus dem großen Korb ein Geschenk, dass in einem weichen Tuch eingeschlagen war.


    Geschenk

    Link:

    https://www.minpic.de/i/boqu/16e1g3


    Bellamy wartete bis Teku das Geschenk ausgepackt hatte. Das ist ein Singeyon-Zepter übersetzt ein Alles nach Wunsch-Zepter. Dabei handelt es sich um einen Ziergegenstand wie auch Talismann der Arashi und Narashi-Kultur. Dieses Zepter soll Glück bringen, es ist also kein Herrschaftszepter wie aus Souvagne. Gewöhnlich besteht das Zepter aus einem Kopf in Wolkenform, eines Herzens oder eines Pilzes und einem leicht geschwungenen Stiel. Das Zepter wird aus Materialien gefertigt, die ebenfalls Glück bringen oder kostbar sind.


    Die Oberfläche des Singeyon-Zepters oft reicht verziert. Besonders mit Symbolen, die die seinem Besitzer Glück oder einen bestimmten Segen bringen sollen wie Liebe, ein langes Leben oder Wohlstand. Es heißt das Zepter geht auf die Rückenkratzer zurück. Reiche und Gelehrte haben sich seinerzeit damit überboten, die Rückenkratzer besonders wertvoll und detailreich zu gestalten. Und so wurden diese Gebrauchsgegenstände ein wertvoller Schmuck, den man als Zierde bei sich trug. Das Ruyi-Zepter erfreute sich als Geschenk großer Beliebtheit. Wofür Dein Zepter steht Tekulino siehst Du in der Mitte, dort stehen zwei Namen - Tekuro und Bellamy", erklärte Belly voller Liebe.

  • Vorsichtig nahm Tekuro die gläserne Skulptur in die Hände, um sie zu betrachten und zu befühlen.


    "Grün und Orange. Ich weiß nicht, warum, aber ich empfinde diese Farbkombination immer als besonders harmonisch und angenehm. Sie ist warm, nicht zu aufdringlich und ich sehe sie mir niemals über. Du hast gut gewählt, Belly.


    Wie filigran die Formen gearbeitet sind, hier bei den Wolkenschnörkeln, diese schönen Vogelschwingen mit den detaillierten Federn und unten erst die Seerosenblüte! Sie ist das Schönste an diesem Zepter. Wenn uns das kein Glück bringt, dann weiß ich auch nicht.


    Das wird nicht irgendwo in der Schatzkammer verwahrt, das kommt über unseren Kamin. Der ist zwar schon voll, aber etwas Älteres wird weichen und in die Schatzkammer wandern. Es ist wunderschön, Belly. Danke."


    Das schüchterne Lächeln von Bellamy beantwortete er mit einem weiteren innigen Kuss, wobei er das Zepter sicher in den Händen hielt.


    "Du brauchst keine Angst mehr haben", sagte er leise und leckte Bellamys Bartstoppeln. "Uns beiden kann niemand mehr was. Unserer Liebe noch weniger. Sie ist unzerstörbar."

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • Bellamy schlang die Arme um Tekuros Hals.


    "All das weiß ich Teku, unsere Liebe ist so ewig wie wir. Aber das heißt nicht, dass ich sie Dir nicht mehr gestehen darf oder beweisen. Dieses Zepter hat förmlich nach uns gerufen und ich habe unsere Namen in das Herz schreiben lassen. Nun ich denke es muss nichts Altes weichen, Du wirst sehen, wir haben mehr Platz als Du denkst. Ich weiß nicht wieso, aber hier in diesem kleinen Narashi-Distrikt bin ich regelrecht auf den Geschmack gekommen, was derartige Dekoration angeht.


    Das liegt in erster Linie nicht an der Deko selbst, sondern an Dir. An den schönen Tag, den wir dort gemeinsam verbracht haben. Und daran, dass diese Kultur ebenso ein Teil von Dir ist. Ein Teil der Dir am Anfang Deines Lebens unbekannt war. Gemeinsam entdecken wir hier vieles von den Arashi und Narashi und ich finde, wir sollten dies auch in unserer Einrichtung wiederspiegeln. Du weißt dass es mir Glücksschweinchen angetan haben. Viele besitze ich nicht, aber mir liegen besonders die am Herzen, die wir hier gemeinsam erworben haben. Alles hat seinen Platz und seine Bedeutung Teku und das ist das Schöne.


    Und dieses Zepter zeigt einen Teil von Dir wie auch einen gewaltigen Teil von uns beiden. Und es gibt noch so vieles, was ich gerne für uns beide anschaffen würde. Unser Nest soll rund werden, gemütlich ist es schon. Aber es kann nie heimelig und gemütlich genug sein, nicht wahr? Drum gilt es die Wärme gut zu verteilen auf Haut und in Herzen. Und dafür ist dieses Zepter da und natürlich ich", grinste Belly.

  • "Dann brauchen wir noch mehr Simse", entschied Tekuro. "Wer sagt denn, dass nur einer über dem Kamin oder vor dem Fenster zu sein hat? Wir lassen überall welche bauen. Das dürfte auch Tiago de Dupont gefallen. Nur seine Kunstwerke, die sind für den Flur reserviert, ich will keine Müllbeutel, Ketten und Schrott im Wohnzimmer oder sogar im Nest von der Decke hängen haben.


    Hör nie auf zu zeigen, was du für mich fühlst, hörst du? Ich brauch das, Belly, weil ich dich brauche. Ich versuche es auch, dir jeden Tag der Mann zu sein, den du verdienst, auch wenn ich nicht so gut darin bin, mich mit Worten auszudrücken.


    Was die Arashi-Deko betrifft, bist du vermutlich mehr Arashi als ich. Weil ich mich überhaupt nicht wie ein Arashi fühle, ich bin Souvagner. Immer noch, ich habe die doppelte Staatsbürgerschaft, Caranac und Souvagne. Trotzdem gefällt mir der Schmuck sehr gut."

    "Not all those who wander are lost."
    J.R.R. Tolkien

  • Bellamy zog Teku fest an sich und lehnte seine Stirn gegen die von Tekuro.


    "Du benötigst keine Worte um mir Deine Liebe zu zeigen Teku. Worte sind für unsere Liebe zu schwach, wir können damit nur ein Bruchteil dessen ausdrücken, was unser Herz bewegt und wir sagen möchten. Wir teilen uns auf so viele andere Weisen mit, da musst Du Dir keine Gedanken machen. Nein bitte keine Kunstwerke von Tiago in unserem Nest. Kunst heißt nicht, dass es mir gefällt. Es kann eine Ausagekraft haben und sie haben sicher eine Bedeutung, aber es ist nichts was mir ein angenehmes Gefühl zaubert. Solche Dinge möchte ich um mich haben. Wenn andere sagen, meine Dekoschweinchen sind nichts wert, oder sie sind kitschig bitte. Das ist ihre Meinung. Für mich sind die Schweinchen extrem wertvoll, denn sie erinnern mich an den wunderschönen Tag mit Dir im Narashi-Distrikt und sie schenken mir eine wohlig warme Erinnerung. Für mich sind sie wertvoll und das reicht mir.


    Mehr Simse sind eine sehr gute Idee, die werden wir umsetzen. Ich bin mehr Arashi als Du? Na dass ist mal eine geniale Aussage. Aber Du hast Recht, wenn Du vom Gefühl her Souvagner bist, soll es so sein. Dein Herz gehört Landestechnisch Souvagne und Carnac. Meines ebenso Teku, Souvagne und Carnac. Aber Arashi ist ein Teil von Dir, es ist für mich ein Stück Teku, der Mann mit den Mandelaugen der mir eine Rauchstange mit dem Blick aus den Rippen samt meinem Herzen leierte.


    Weißt Du was? Wir sollten ebensolche Kunst aus Souvagne sammeln und uns hinstellen. Auch wenn heutige Kunstwerke oft die Bluthexer in stilisierter Form zeigen. Wagen wir uns das? Würdest Du Dich trauen eine Statue oder Figur von ihnen hinzustellen? Überlege mal Tekuro, wir haben die Anfänge dieses Ordens erlebt. Wir kannten Alexandre, wir kannten Ciel und überlege was sie heute sind. Stell Alexandre de la Grange neben Oliver Vallis de Souvagne gebürtig la Grange.


    Oder neben dem Beschützer von seinem Sohn. Sie wirken manchmal wie eine finstere, überzogene Karikatur aller Ideologien und der Sturheit Souvagnes und dabei kommen sie blütenweiß daher. Jedenfalls die meisten. Ich weiß noch wie dieser Bluthexer Aleron einfach den Gang heruntergeschleudert hat. Seine Aufgabe war es den kleinen Ciel zu beschützen und da war ihm gleich wer vor ihm stand. Vermutlich hätte er sogar Ainuwar persönlich in den Arsch getreten, hätte dieser an ihm vorbei gewollt.


    Auch wenn sie für uns brandgefährlich sind, aber für ihre Zusammenhalt und ihren Mut zolle ich den Kerlen Respekt. Zudem weiß ich genau wie Du woher sie stammen. Und Olivers Kind trägt sogar den Namen von jenem Buben, der mich mit Würmer ärgerte und dem ich mit Maden geantwortet habe. Weißt Du wie nahe wir uns waren? Er stand mir sogar vor unserer Pfählung durch Domi bei. Er mag oft den Zeigefinger erhoben haben, aber er tat es stets für eine gute Sache. Er wollte nichts weiter als die Welt retten Teku und wurde oft missverstanden. Ich denke den heutigen Bluthexern ergeht es ähnlich. Sie haben nur das Problem, dass sie sich selbst falsch verstehen. Sie haben ihre Aufgabe, ihr Ziel aus den Augen verloren. Der Orden wurde zum Selbstzweck und sie entfernen sich in ihrem wahnhaften Streben nach Perfektion und Vollkommenheit immer weiter von den anderen Souvagnern, Almanen und Menschen.


    Manchmal wünschte ich, ich könnte mit ihnen reden. Wir kennen noch die alten Zeiten, aber sie werfen keinen Blick zurück. Und falls doch, dann nur verächtlich. Sie sehen das Alte als Schwäche an. Die Optimierung muss voranschreiten. Sie wurden GMOs wie alle Souvagner. Sie wurden eine Sub-Spezies aus reinen Männern. Groß, allesamt Magier, glatzköpfig. Das reichte noch nicht, ab irgendeinem Punkt kamen die ersten Albinos auf. Und jeder der einmal einen schneeweißen Bluthexer sah, weiß dass sie wie sphärische Wesen wirken. Schau Dir Oliver an, er wirkt selbst wie ein Geist, ein strahlend weißes Überwesen.


    Und ab dem Tag wurden sie das Leitbild des Ordens. Schau wie selten sie einst waren und wie häufig sie nun schon vorkommen. Jeder Bluthexer der was auf sich und seine Nachkommen hält, versucht einen dieser Schneeflocken zu ergattern. Eines Tages wird der Orden nur noch aus Albinos bestehen. Was kommt dann? Was ist reiner als ein schneeweißer Bluthexer? Heute wissen wir es noch nicht, aber sie werden eine Steigerung finden. Das tun sie immer.


    Schau Dich hier im Zoo um Teku. Jedes Wesen das hier existiert einschließlich Rouge wurde am Reißbrett entworfen, es entstammt einem Verstand und zwar Valerians. Oder zwei Gedanken, meinem Wunsch und Valerians Können. Die Bluthexer werden mehr als nur einen "Valerian" in ihren Reihen haben. Und diese Männer werden Tag und Nacht darüber nachdenken, wie sie noch effektiver, perfekter, männlicher und souvagnischer werden können. Zeitgleich werden sie zig Gründe finden, warum die anderen weniger wert sind. Eines Tages Tekuro sind die anderen keine Ungläubigen mehr. Eines Tages gehören die anderen zur Flora und Fauna, sie werden Tiere für die Bluthexer sein.


    Der Auftrag für andere zu bluten, sie zu schützen, zu leiten und zur Wahrheit und Wissen zu führen haben sie aufgegeben. Sie führen sie entweder dem Orden oder der Vernichtung zu. Dabei wurde der Orden mit den besten Absichten gegründet und sie verfügen über unvergleichliche Macht und Möglichkeiten. Sie können Leben retten, wo es keinem sonst möglich ist. Aber werden sie dies jemals wieder für Ungläubige oder die Welt tun? Oder ist das zum Privileg für den Orden selbst geworden? Reinheit nur für die Reinen?


    Eines nicht mehr allzufernen Tages Tekuro werden sie eine völlig fremde Spezies sein, soweit gedanklich und gefühlsmäßig entfernt, dass wir einander nicht mehr verstehen werden. Stell Maximilien als unseren höchsten Souvagner - als ein Souvagne selbst neben den kommenden Duc der den gleichen Namen trägt wie einst sein Sohn... Ciel.


    Was verbindet diese beiden Personen noch? Außer die Herkunft? Dabei fließt das gleiche Blut in ihren Adern Teku.

    Und dennoch in Gedenken unserer alten Heimat würde ich mir eine Statue von ihnen hinstellen. Nicht um gutzuheißen wer und was sie sind, sondern was sie einst waren und sein könnten", sagte Bellamy leise.