Beiträge von Miles von Wittelspitz

    "Was weiß er schon über unser Haus? Der Scheißkasten steht noch und? Da gibt es nichts als Staub, Wollmäuse und Geister. Vielleicht nicht einmal mehr dass nach 35 Jahren. Irgendwann wird es mit dem ganzen Plunder abgerissen und dem Erdboden gleich gemacht, falls es noch steht und die Witterung das nicht übernommen hat. Mit dem werdet Ihr noch Spaß haben", murrte Miles rauchend.

    Kochen mit Jerry


    Einige Stunden später war die Gruppe wieder zurück und hatte zudem eingekauft. Miles und Jeremy verschwanden in die Küche um das Essen für die Familie vorzubereiten. Miles räumte die Einkäufe aus, stellte alles bereit und wusch Jeremy die Hände am Waschbecken, ehe er seinen Sohn auf den Stuhl am Küchentisch setzte. Zwar war er optisch 14 Jahre alt, aber so manches zeigte man ihm lieber direkt.


    „Was machen wir denn Papa?“, fragte Jeremy.

    „Wir machen Bratkartoffeln mit Frikadellen und dazu machen wir Salat“, erklärte Miles und wusch sich und Jerry die Hände.

    „Was denn für Salat?“, hakte Jeremy nach.

    „Welchen magst Du denn? Blattsalat, Tomatensalat oder Bohnensalat? Such es Dir aus“, schlug Miles vor.

    „Tomatensalat. Tomaten sind immer gut“, freute sich Jeremy.

    „Das stimmt. Tomaten schmecken zu allem“, pflichtete Wittelspitz bei und hockte sich zu Jeremy dazu.


    Miles und Jeremy saßen gemeinsam am Küchentisch und formten Frikadellen für alle. Jeremy guckte immer wieder zu seinem Vater rüber und zeigte ihm dann seine Werke.


    „Guck mal, die sind komisch“, warf Jerry ein.

    „Die sind nicht rund, sondern sehen aus wie Würstchen“, lachte Miles und küsste Jeremy auf den Kopf.

    „Wie bekomm ich die rund?“, fragte Jeremy und leckte sich die Finger ab.

    „Hier so, guck. Du nimmst sie genau in die Handkuhle und rollst sie was rum. Aber wir lassen Deine jetzt so und in das restliche Hack machen wir noch etwas Paprika und Mais und dann haben wir Hackröllchen. Röstzwiebeln packen wir auch noch rein“, sagte Miles und setzte seine Ankündigung gleich in die Tat um.


    Er würzte das restliche Hack ab, probierte mehrfach und würzte nach bis es ihm schmeckte. Danach stellte Wittelspitz die Schale Jeremy hin.


    „Soll ich jetzt Würstchen rollen?“, fragte Jeremy gut gelaunt.

    „Klar, war doch Deine Idee. Wird den anderen bestimmt gut schmecken. Schmeckt jetzt schon lecker. Probiere“, antwortete Miles.

    „Mit den Fingern?“, grinste Jerry breit.

    „Ja sicher mit den Fingern. Die sind doch sauber. Du hast sie vorhin gewaschen und die ganze Zeit schön sauber geleckt“, prustete Miles.

    „Ja hab ich“, pflichtete Jeremy grinsend bei.



    ****

    Charbogen-Ergänzung:


    Die Legende vom Fuchs:

    ...Heißt doch in den alten Legenden, wenn ein Fuchs auftaucht, folge ihm. Die meisten denken, er führt einen wohin. Das macht er aber nicht. Er führt einen von einer Gefahr fort. Also lauf ihm hinterher. Was an der Sage dran ist, weiß ich nicht.

    ~ Miles von Wittelspitz



    Die Legende der alten Drei (Bär, Wolf und Fuchs) - Der Fuchs:

    Der Fuchs war schon immer schlau und flink. Er ist der kleinste der Wächter der alten Drei, aber das störte den Fuchs nicht. Gerissen wie er ist, findet er immer einen Fluchtweg oder einen Weg in eine Zuflucht. Erscheint er Euch in größter Not, man sagt er sei sogar auf Schlachtfeldern erschienen, müsst Ihr dem Fuchs sofort folgen. Er wird versuchen Euch schnellstmöglich in Sicherheit zu führen.

    Der kleinste Wächter führt Euch nirgendwohin, er führt Euch fort.



    ****

    Charbogen-Ergänzung:


    Die Legende vom Fuchs:

    ...Heißt doch in den alten Legenden, wenn ein Fuchs auftaucht, folge ihm. Die meisten denken, er führt einen wohin. Das macht er aber nicht. Er führt einen von einer Gefahr fort. Also lauf ihm hinterher. Was an der Sage dran ist, weiß ich nicht.

    ~ Miles von Wittelspitz



    Die Legende der alten Drei (Bär, Wolf und Fuchs) - Der Fuchs:

    Der Fuchs war schon immer schlau und flink. Er ist der kleinste der Wächter der alten Drei, aber das störte den Fuchs nicht. Gerissen wie er ist, findet er immer einen Fluchtweg oder einen Weg in eine Zuflucht. Erscheint er Euch in größter Not, man sagt er sei sogar auf Schlachtfeldern erschienen, müsst Ihr dem Fuchs sofort folgen. Er wird versuchen Euch schnellstmöglich in Sicherheit zu führen.

    Der kleinste Wächter führt Euch nirgendwohin, er führt Euch fort.



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    Charbogen-Ergänzung:


    Link:

    Kragen - 1049 n.d.A.



    Kragen - 1049 n.d.A.


    Servatio stand im Flur vor Valerian und schmiss ihm einen Kragen vor die Füße. Das Ding war nichts anderes als ein Sklavenjoch mit irgendwelchen Zusatzfunktionen die den Träger schwächten. Wie? Ich weiß es nicht. Das Ding diente meist dazu, eine Stange daran zu befestigen, so dass man den Gesicherten auf Abstand abführen konnte. Gegenwehr zwecklos, genauso wie die Aussicht, an den Peiniger zu gelangen. Das Ding krachte gerade auf den Boden, als ich dazu trat.


    "Aufheben, umlegen", befahl Servatio Valerian.


    Dieser schaute seinen Vater an, leckte sich ängstlich über die Lippen und musterte den Kragen. Als er einen Schritt nach vorne machte, packte ich ihn an der Schulter.


    "Vergessen wie Du ihn umlegst?", fragte Servatio in seinem seltsam lauernden Ton.

    "Nicht. Dass ist ein Trick", sagte ich leise und Val verharrte neben mir.

    "Halt Dich da raus, sonst fliegst Du raus. Dann kannst Du denn Rest Deiner Kindheit oder das was Du dafür hältst im Heim verbringen Du undankbarer Trottel", warnte mich Servatio.


    "Wäre vielleicht besser", gab ich schnippisch zurück.

    "Verzieh Dich, letzte Warnung Wittelspitz", schnauzte Vals Vater und stieß mich hart zur Seite.


    Im gleichen Moment packte er Valerian im Nacken und zerrte ihn zur Kammer. Servatio riss die Tür auf und schmiss Valerian regelrecht hinein. Meine Welt versank im Rot der Wut und ich sprang dem Kerl ins Kreuz, um ihn von Val wegzukommen. Servatio reagierte schnell, er schleuderte mich über die Schulter hinterher in die Kammer und knallte die Tür zu.


    Ich knallte zu Boden und die Luft wurde mir aus der Lunge gepresst, obwohl ich spürte das Val versucht hatte mich aufzufangen. Wie ein Käfer lag ich auf dem Rücken und es war schlagartig alles schwarz. Stöhnend richtete ich mich auf, als Val mich behutsam auf die Beine zog.


    "Bist Du in Ordnung Milli?", fragte er besorgt und tastete mich ab.

    "Ich glaube ja", antwortete ich ihm und tastete nach seinem Gesicht.

    "Du siehst nichts oder?", fragte Valerian nervös.

    "Du siehst hier drin?", hakte ich nun genauso nervös nach.

    "Umrisse...", sagte er leise und zog mich in seine Arme.


    "Lalli, ging die Tür nach innen oder außen auf?", fragte ich ihn und legte ihm einen Arm um die Hüfte.

    "Nach außen, Servatio hat sie zu sich gezogen und von außen zugeknallt", beantwortete er meine Frage.


    "Dann könnten wir die Tür von innen eintreten. Ansonsten hätten wir nur versuchen können sie über die Angeln auszuhebeln. Oder wir zerschießen das Schloss", schlug ich vor.

    "Hast Du eine Waffe dabei? Du bist bewaffnet? Woher hast Du die Waffe?", fragte er neugierig. Ich hörte das Grinsen in seiner Stimme.


    "Servatio geklaut, er hat überall Waffen im Haus versteckt wie ein Eichhörnchen Nüsse. Der wird nicht mal merken, dass sie weg ist", erklärte ich Val.

    "Solange wir hier drin sind, haben wir vor ihm Ruhe", flüsterte er mir ins Ohr und küsste mich.


    Gemeinsam setzten wir uns ganz hinten in der Kammer auf den Boden. Meine Finger strichen über Valerians Rücken, um ihn zu beruhigen.


    "Würdest Du wirklich gehen wollen?", fragte er nach einer Weile. Ich spürte wie er bei der Frage zitterte.

    "Ohne Dich gehe ich nirgendwo hin Lalli. Weglaufen wäre keine schlechte Idee. Heißt doch in den alten Legenden, wenn ein Fuchs auftaucht, folge ihm. Die meisten denken, er führt einen wohin. Das macht er aber nicht. Er führt einen von einer Gefahr fort. Also lauf ihm hinterher. Was an der Sage dran ist, weiß ich nicht", versuchte ich ihn aufzumuntern.


    "Wir können nicht weglaufen, draußen ist es noch beschissener als hier. Hast Du Obenza vergessen? Ohne Dich hätte ich das nicht gepackt Milli. Vielleicht wird es eines Tages wieder besser, das könnte doch sein oder?", fragte Valerian mit einer Hoffnung, die mich kurz die Augen schließen ließ.

    "Es ist nicht überall Obenza Lalli, glaub mir das. Meinst Du der hat mir den Schädel angehauen, weil alles schwarz ist?", fragte ich Val und drückte mich an ihn.


    "Nein. Du kannst nachts doch eh nicht gut sehen und hier ist zu wenig Restlicht für Deine Augen. Daran wird es liegen. Du bist nicht mit dem Schädel aufgeschlagen... keine Angst. Was an Legenden wahr ist, weiß ich nicht. Keine Ahnung was gerade wieder los war. War sicher wegen Leticia", grübelte Valerian und gähnte leise.

    "Was war mit der alte Fot.. der Alten?", hakte ich nach.


    "Hör auf damit Milli. Sie hatte sich aufgeregt, sie stand in der Küche und ich kam rein. Da ging es wieder los", sagte er tonlos.

    "Was ging los?", fragte ich nach.


    "Ich soll die Küche oder andere Räume nicht betreten, wenn sie drin ist. Ich soll warten, damit ich sie nicht einenge. Sie möchte nicht auf engen Raum mit mir zusammen sein. Ich soll so Abstand halten, dass ich sie nicht berühren kann und so weiter und so fort... ", murrte er traurig.

    "Entschulde die hat sie doch nicht mehr alle! Was immer die ist, eine Mutter ist sie nicht. Nicht im selben Raum. Die hat einen Schuss, aber den Knall nicht gehört. Meine Eltern waren ganz anders. Ich wünschte es wäre umgekehrt und Du wärst die beiden los und würdest bei uns leben. Du hättest es gut, glaub es mir", erklärte ich ihm liebevoll und drückte ihm einen Kuss auf, gleich wohin ich ihn traf.


    Val lachte leise wie freudlos und drückte mich fester.


    "Ja das glaube ich. Was ich mich frage ist, wo war der Bruch. Ich erinnere mich, dass sie mich vor dem Unfall geliebt haben. Sie waren ganz anders zu mir. Sie haben gelacht und sind anders mit mir umgegangen. Gut weißt Du? Sie waren gut zu mir, wirklich nett...

    Alles fing an, als ich aus dem Krankenhaus kam. Da waren sie schon ständig wütend auf mich und enttäuscht. Ich glaube es lag daran, dass ich nicht ganz gesund geworden bin. Daran dass ich manche Dinge nicht mehr gekonnt habe, dann sagt er oft so Dinge wie...


    Wie bescheuert muss man sein...

    Das versteht jeder Schwachsinnige, nur Du nicht...

    Das kann jeder Trottel... schade nicht mal das bist Du...


    Seit ich aus dem Krankenhaus zurück nach Hause gekommen bin, mögen sie mich nicht mehr, weil angedetscht bin", sagte er leise und ohne jede Anklage.


    Ich wusste nicht, was mir mehr wehtat, die Info oder der Ton in dem er es erzählte.


    "Du meinst behindert? Und wenn es so wäre, dann sollten sie Dir helfen. Für mich bist Du nicht behindert. Du weißt einiges einfach nicht mehr. Manches weißt Du nicht mehr vollständig. Ja und? Dann sage ich es Dir und gut. Sowas kann doch die Folge von dem Unfall sein, Du hast erzählt ein Scheißkerl hat Dich abgeknallt. Meinst Du Servatio wäre besser dran gewesen nach dem man ihn abgeknallt hätte? Wohl kaum, er sollte froh sein, dass Du wieder soweit gesund geworden bist. Er hätte Dich beschützen müssen, er ist Dein Vater. Es ist seine Schuld", gab ich zurück.


    "Na, so kannst Du das nicht sehen, er hat ja nicht auf mich geschossen", murmelte Valerian.

    "Nein das hat er nicht. Er zerschneidet Dich jeden Tag mit Worten. Jeden Tag ein bisschen weiter - entschuldige Lalli, das ist so! Und wenn er nicht Worte benutzt, dann das Skalpell", antwortete ich mit der Wut der Verzweiflung.


    "Sag mir dass Du mich nicht verlässt", bat er mich und legte seinen Kopf auf meiner Schulter ab. Der Gedanke und die dazugehörige Bitte ließen mich schlucken.

    "Wie kommst Du denn jetzt auf so eine Idee? Val, Lalli denk sowas erst gar nicht. Ich liebe Dich und ich verlasse Dich niemals Lalli. Nie hörst Du? Ich lasse Dich nie allein", antwortete ich ihm liebevoll.

    "Ich Dich auch", raunte er zurück.




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    Charbogen-Ergänzung:


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    Kragen - 1049 n.d.A.



    Kragen - 1049 n.d.A.


    Servatio stand im Flur vor Valerian und schmiss ihm einen Kragen vor die Füße. Das Ding war nichts anderes als ein Sklavenjoch mit irgendwelchen Zusatzfunktionen die den Träger schwächten. Wie? Ich weiß es nicht. Das Ding diente meist dazu, eine Stange daran zu befestigen, so dass man den Gesicherten auf Abstand abführen konnte. Gegenwehr zwecklos, genauso wie die Aussicht, an den Peiniger zu gelangen. Das Ding krachte gerade auf den Boden, als ich dazu trat.


    "Aufheben, umlegen", befahl Servatio Valerian.


    Dieser schaute seinen Vater an, leckte sich ängstlich über die Lippen und musterte den Kragen. Als er einen Schritt nach vorne machte, packte ich ihn an der Schulter.


    "Vergessen wie Du ihn umlegst?", fragte Servatio in seinem seltsam lauernden Ton.

    "Nicht. Dass ist ein Trick", sagte ich leise und Val verharrte neben mir.

    "Halt Dich da raus, sonst fliegst Du raus. Dann kannst Du denn Rest Deiner Kindheit oder das was Du dafür hältst im Heim verbringen Du undankbarer Trottel", warnte mich Servatio.


    "Wäre vielleicht besser", gab ich schnippisch zurück.

    "Verzieh Dich, letzte Warnung Wittelspitz", schnauzte Vals Vater und stieß mich hart zur Seite.


    Im gleichen Moment packte er Valerian im Nacken und zerrte ihn zur Kammer. Servatio riss die Tür auf und schmiss Valerian regelrecht hinein. Meine Welt versank im Rot der Wut und ich sprang dem Kerl ins Kreuz, um ihn von Val wegzukommen. Servatio reagierte schnell, er schleuderte mich über die Schulter hinterher in die Kammer und knallte die Tür zu.


    Ich knallte zu Boden und die Luft wurde mir aus der Lunge gepresst, obwohl ich spürte das Val versucht hatte mich aufzufangen. Wie ein Käfer lag ich auf dem Rücken und es war schlagartig alles schwarz. Stöhnend richtete ich mich auf, als Val mich behutsam auf die Beine zog.


    "Bist Du in Ordnung Milli?", fragte er besorgt und tastete mich ab.

    "Ich glaube ja", antwortete ich ihm und tastete nach seinem Gesicht.

    "Du siehst nichts oder?", fragte Valerian nervös.

    "Du siehst hier drin?", hakte ich nun genauso nervös nach.

    "Umrisse...", sagte er leise und zog mich in seine Arme.


    "Lalli, ging die Tür nach innen oder außen auf?", fragte ich ihn und legte ihm einen Arm um die Hüfte.

    "Nach außen, Servatio hat sie zu sich gezogen und von außen zugeknallt", beantwortete er meine Frage.


    "Dann könnten wir die Tür von innen eintreten. Ansonsten hätten wir nur versuchen können sie über die Angeln auszuhebeln. Oder wir zerschießen das Schloss", schlug ich vor.

    "Hast Du eine Waffe dabei? Du bist bewaffnet? Woher hast Du die Waffe?", fragte er neugierig. Ich hörte das Grinsen in seiner Stimme.


    "Servatio geklaut, er hat überall Waffen im Haus versteckt wie ein Eichhörnchen Nüsse. Der wird nicht mal merken, dass sie weg ist", erklärte ich Val.

    "Solange wir hier drin sind, haben wir vor ihm Ruhe", flüsterte er mir ins Ohr und küsste mich.


    Gemeinsam setzten wir uns ganz hinten in der Kammer auf den Boden. Meine Finger strichen über Valerians Rücken, um ihn zu beruhigen.


    "Würdest Du wirklich gehen wollen?", fragte er nach einer Weile. Ich spürte wie er bei der Frage zitterte.

    "Ohne Dich gehe ich nirgendwo hin Lalli. Weglaufen wäre keine schlechte Idee. Heißt doch in den alten Legenden, wenn ein Fuchs auftaucht, folge ihm. Die meisten denken, er führt einen wohin. Das macht er aber nicht. Er führt einen von einer Gefahr fort. Also lauf ihm hinterher. Was an der Sage dran ist, weiß ich nicht", versuchte ich ihn aufzumuntern.


    "Wir können nicht weglaufen, draußen ist es noch beschissener als hier. Hast Du Obenza vergessen? Ohne Dich hätte ich das nicht gepackt Milli. Vielleicht wird es eines Tages wieder besser, das könnte doch sein oder?", fragte Valerian mit einer Hoffnung, die mich kurz die Augen schließen ließ.

    "Es ist nicht überall Obenza Lalli, glaub mir das. Meinst Du der hat mir den Schädel angehauen, weil alles schwarz ist?", fragte ich Val und drückte mich an ihn.


    "Nein. Du kannst nachts doch eh nicht gut sehen und hier ist zu wenig Restlicht für Deine Augen. Daran wird es liegen. Du bist nicht mit dem Schädel aufgeschlagen... keine Angst. Was an Legenden wahr ist, weiß ich nicht. Keine Ahnung was gerade wieder los war. War sicher wegen Leticia", grübelte Valerian und gähnte leise.

    "Was war mit der alte Fot.. der Alten?", hakte ich nach.


    "Hör auf damit Milli. Sie hatte sich aufgeregt, sie stand in der Küche und ich kam rein. Da ging es wieder los", sagte er tonlos.

    "Was ging los?", fragte ich nach.


    "Ich soll die Küche oder andere Räume nicht betreten, wenn sie drin ist. Ich soll warten, damit ich sie nicht einenge. Sie möchte nicht auf engen Raum mit mir zusammen sein. Ich soll so Abstand halten, dass ich sie nicht berühren kann und so weiter und so fort... ", murrte er traurig.

    "Entschulde die hat sie doch nicht mehr alle! Was immer die ist, eine Mutter ist sie nicht. Nicht im selben Raum. Die hat einen Schuss, aber den Knall nicht gehört. Meine Eltern waren ganz anders. Ich wünschte es wäre umgekehrt und Du wärst die beiden los und würdest bei uns leben. Du hättest es gut, glaub es mir", erklärte ich ihm liebevoll und drückte ihm einen Kuss auf, gleich wohin ich ihn traf.


    Val lachte leise wie freudlos und drückte mich fester.


    "Ja das glaube ich. Was ich mich frage ist, wo war der Bruch. Ich erinnere mich, dass sie mich vor dem Unfall geliebt haben. Sie waren ganz anders zu mir. Sie haben gelacht und sind anders mit mir umgegangen. Gut weißt Du? Sie waren gut zu mir, wirklich nett...

    Alles fing an, als ich aus dem Krankenhaus kam. Da waren sie schon ständig wütend auf mich und enttäuscht. Ich glaube es lag daran, dass ich nicht ganz gesund geworden bin. Daran dass ich manche Dinge nicht mehr gekonnt habe, dann sagt er oft so Dinge wie...


    Wie bescheuert muss man sein...

    Das versteht jeder Schwachsinnige, nur Du nicht...

    Das kann jeder Trottel... schade nicht mal das bist Du...


    Seit ich aus dem Krankenhaus zurück nach Hause gekommen bin, mögen sie mich nicht mehr, weil angedetscht bin", sagte er leise und ohne jede Anklage.


    Ich wusste nicht, was mir mehr wehtat, die Info oder der Ton in dem er es erzählte.


    "Du meinst behindert? Und wenn es so wäre, dann sollten sie Dir helfen. Für mich bist Du nicht behindert. Du weißt einiges einfach nicht mehr. Manches weißt Du nicht mehr vollständig. Ja und? Dann sage ich es Dir und gut. Sowas kann doch die Folge von dem Unfall sein, Du hast erzählt ein Scheißkerl hat Dich abgeknallt. Meinst Du Servatio wäre besser dran gewesen nach dem man ihn abgeknallt hätte? Wohl kaum, er sollte froh sein, dass Du wieder soweit gesund geworden bist. Er hätte Dich beschützen müssen, er ist Dein Vater. Es ist seine Schuld", gab ich zurück.


    "Na, so kannst Du das nicht sehen, er hat ja nicht auf mich geschossen", murmelte Valerian.

    "Nein das hat er nicht. Er zerschneidet Dich jeden Tag mit Worten. Jeden Tag ein bisschen weiter - entschuldige Lalli, das ist so! Und wenn er nicht Worte benutzt, dann das Skalpell", antwortete ich mit der Wut der Verzweiflung.


    "Sag mir dass Du mich nicht verlässt", bat er mich und legte seinen Kopf auf meiner Schulter ab. Der Gedanke und die dazugehörige Bitte ließen mich schlucken.

    "Wie kommst Du denn jetzt auf so eine Idee? Val, Lalli denk sowas erst gar nicht. Ich liebe Dich und ich verlasse Dich niemals Lalli. Nie hörst Du? Ich lasse Dich nie allein", antwortete ich ihm liebevoll.

    "Ich Dich auch", raunte er zurück.




    ****

    Kragen - 1049 n.d.A.


    Servatio stand im Flur vor Valerian und schmiss ihm einen Kragen vor die Füße. Das Ding war nichts anderes als ein Sklavenjoch mit irgendwelchen Zusatzfunktionen die den Träger schwächten. Wie? Ich weiß es nicht. Das Ding diente meist dazu, eine Stange daran zu befestigen, so dass man den Gesicherten auf Abstand abführen konnte. Gegenwehr zwecklos, genauso wie die Aussicht, an den Peiniger zu gelangen. Das Ding krachte gerade auf den Boden, als ich dazu trat.


    "Aufheben, umlegen", befahl Servatio Valerian.


    Dieser schaute seinen Vater an, leckte sich ängstlich über die Lippen und musterte den Kragen. Als er einen Schritt nach vorne machte, packte ich ihn an der Schulter.


    "Vergessen wie Du ihn umlegst?", fragte Servatio in seinem seltsam lauernden Ton.

    "Nicht. Dass ist ein Trick", sagte ich leise und Val verharrte neben mir.

    "Halt Dich da raus, sonst fliegst Du raus. Dann kannst Du denn Rest Deiner Kindheit oder das was Du dafür hältst im Heim verbringen Du undankbarer Trottel", warnte mich Servatio.


    "Wäre vielleicht besser", gab ich schnippisch zurück.

    "Verzieh Dich, letzte Warnung Wittelspitz", schnauzte Vals Vater und stieß mich hart zur Seite.


    Im gleichen Moment packte er Valerian im Nacken und zerrte ihn zur Kammer. Servatio riss die Tür auf und schmiss Valerian regelrecht hinein. Meine Welt versank im Rot der Wut und ich sprang dem Kerl ins Kreuz, um ihn von Val wegzukommen. Servatio reagierte schnell, er schleuderte mich über die Schulter hinterher in die Kammer und knallte die Tür zu.


    Ich knallte zu Boden und die Luft wurde mir aus der Lunge gepresst, obwohl ich spürte das Val versucht hatte mich aufzufangen. Wie ein Käfer lag ich auf dem Rücken und es war schlagartig alles schwarz. Stöhnend richtete ich mich auf, als Val mich behutsam auf die Beine zog.


    "Bist Du in Ordnung Milli?", fragte er besorgt und tastete mich ab.

    "Ich glaube ja", antwortete ich ihm und tastete nach seinem Gesicht.

    "Du siehst nichts oder?", fragte Valerian nervös.

    "Du siehst hier drin?", hakte ich nun genauso nervös nach.

    "Umrisse...", sagte er leise und zog mich in seine Arme.


    "Lalli, ging die Tür nach innen oder außen auf?", fragte ich ihn und legte ihm einen Arm um die Hüfte.

    "Nach außen, Servatio hat sie zu sich gezogen und von außen zugeknallt", beantwortete er meine Frage.


    "Dann könnten wir die Tür von innen eintreten. Ansonsten hätten wir nur versuchen können sie über die Angeln auszuhebeln. Oder wir zerschießen das Schloss", schlug ich vor.

    "Hast Du eine Waffe dabei? Du bist bewaffnet? Woher hast Du die Waffe?", fragte er neugierig. Ich hörte das Grinsen in seiner Stimme.


    "Servatio geklaut, er hat überall Waffen im Haus versteckt wie ein Eichhörnchen Nüsse. Der wird nicht mal merken, dass sie weg ist", erklärte ich Val.

    "Solange wir hier drin sind, haben wir vor ihm Ruhe", flüsterte er mir ins Ohr und küsste mich.


    Gemeinsam setzten wir uns ganz hinten in der Kammer auf den Boden. Meine Finger strichen über Valerians Rücken, um ihn zu beruhigen.


    "Würdest Du wirklich gehen wollen?", fragte er nach einer Weile. Ich spürte wie er bei der Frage zitterte.

    "Ohne Dich gehe ich nirgendwo hin Lalli. Weglaufen wäre keine schlechte Idee. Heißt doch in den alten Legenden, wenn ein Fuchs auftaucht, folge ihm. Die meisten denken, er führt einen wohin. Das macht er aber nicht. Er führt einen von einer Gefahr fort. Also lauf ihm hinterher. Was an der Sage dran ist, weiß ich nicht", versuchte ich ihn aufzumuntern.


    "Wir können nicht weglaufen, draußen ist es noch beschissener als hier. Hast Du Obenza vergessen? Ohne Dich hätte ich das nicht gepackt Milli. Vielleicht wird es eines Tages wieder besser, das könnte doch sein oder?", fragte Valerian mit einer Hoffnung, die mich kurz die Augen schließen ließ.

    "Es ist nicht überall Obenza Lalli, glaub mir das. Meinst Du der hat mir den Schädel angehauen, weil alles schwarz ist?", fragte ich Val und drückte mich an ihn.


    "Nein. Du kannst nachts doch eh nicht gut sehen und hier ist zu wenig Restlicht für Deine Augen. Daran wird es liegen. Du bist nicht mit dem Schädel aufgeschlagen... keine Angst. Was an Legenden wahr ist, weiß ich nicht. Keine Ahnung was gerade wieder los war. War sicher wegen Leticia", grübelte Valerian und gähnte leise.

    "Was war mit der alte Fot.. der Alten?", hakte ich nach.


    "Hör auf damit Milli. Sie hatte sich aufgeregt, sie stand in der Küche und ich kam rein. Da ging es wieder los", sagte er tonlos.

    "Was ging los?", fragte ich nach.


    "Ich soll die Küche oder andere Räume nicht betreten, wenn sie drin ist. Ich soll warten, damit ich sie nicht einenge. Sie möchte nicht auf engen Raum mit mir zusammen sein. Ich soll so Abstand halten, dass ich sie nicht berühren kann und so weiter und so fort... ", murrte er traurig.

    "Entschulde die hat sie doch nicht mehr alle! Was immer die ist, eine Mutter ist sie nicht. Nicht im selben Raum. Die hat einen Schuss, aber den Knall nicht gehört. Meine Eltern waren ganz anders. Ich wünschte es wäre umgekehrt und Du wärst die beiden los und würdest bei uns leben. Du hättest es gut, glaub es mir", erklärte ich ihm liebevoll und drückte ihm einen Kuss auf, gleich wohin ich ihn traf.


    Val lachte leise wie freudlos und drückte mich fester.


    "Ja das glaube ich. Was ich mich frage ist, wo war der Bruch. Ich erinnere mich, dass sie mich vor dem Unfall geliebt haben. Sie waren ganz anders zu mir. Sie haben gelacht und sind anders mit mir umgegangen. Gut weißt Du? Sie waren gut zu mir, wirklich nett...

    Alles fing an, als ich aus dem Krankenhaus kam. Da waren sie schon ständig wütend auf mich und enttäuscht. Ich glaube es lag daran, dass ich nicht ganz gesund geworden bin. Daran dass ich manche Dinge nicht mehr gekonnt habe, dann sagt er oft so Dinge wie...


    Wie bescheuert muss man sein...

    Das versteht jeder Schwachsinnige, nur Du nicht...

    Das kann jeder Trottel... schade nicht mal das bist Du...


    Seit ich aus dem Krankenhaus zurück nach Hause gekommen bin, mögen sie mich nicht mehr, weil angedetscht bin", sagte er leise und ohne jede Anklage.


    Ich wusste nicht, was mir mehr wehtat, die Info oder der Ton in dem er es erzählte.


    "Du meinst behindert? Und wenn es so wäre, dann sollten sie Dir helfen. Für mich bist Du nicht behindert. Du weißt einiges einfach nicht mehr. Manches weißt Du nicht mehr vollständig. Ja und? Dann sage ich es Dir und gut. Sowas kann doch die Folge von dem Unfall sein, Du hast erzählt ein Scheißkerl hat Dich abgeknallt. Meinst Du Servatio wäre besser dran gewesen nach dem man ihn abgeknallt hätte? Wohl kaum, er sollte froh sein, dass Du wieder soweit gesund geworden bist. Er hätte Dich beschützen müssen, er ist Dein Vater. Es ist seine Schuld", gab ich zurück.


    "Na, so kannst Du das nicht sehen, er hat ja nicht auf mich geschossen", murmelte Valerian.

    "Nein das hat er nicht. Er zerschneidet Dich jeden Tag mit Worten. Jeden Tag ein bisschen weiter - entschuldige Lalli, das ist so! Und wenn er nicht Worte benutzt, dann das Skalpell", antwortete ich mit der Wut der Verzweiflung.


    "Sag mir dass Du mich nicht verlässt", bat er mich und legte seinen Kopf auf meiner Schulter ab. Der Gedanke und die dazugehörige Bitte ließen mich schlucken.

    "Wie kommst Du denn jetzt auf so eine Idee? Val, Lalli denk sowas erst gar nicht. Ich liebe Dich und ich verlasse Dich niemals Lalli. Nie hörst Du? Ich lasse Dich nie allein", antwortete ich ihm liebevoll.

    "Ich Dich auch", raunte er zurück.




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    Miles beobachtete mit Genugtuung wie Isenfried die Strandbar betrat. Mit einem höflichen Guten Abend als Gruß setzte sich der gute Mann hin und schoss wenige Sekunden später wieder in die Höhe. Miles befürchtete schon, dass sich Isenfried auf eine Reizzwecke gesetzt hatte, so schnell wie er wieder stand, aber nein es war nur der Anblick von Thabit und Irving der ihn verstört hatte. Gerade als sich Miles auch wieder abgeregt hatte, von dem Schreck, sprang Isenfried schon wieder auf!


    Beim Abgrund was war mit dem Kerl los? Hatte er sich mit einer eingebauten Sprungfeder aufwerten lassen? Miles schüttelte den zweiten Schreck ab und faltete die Hände im Schoß zusammen. Unwillkürlich zuckte seine Linke immer zum Gürtel, wenn einer wie von der Tarantel gestochen aufsprang, gerade im Zusammenhang mit seinem Mann.


    Er schenkte Valerian einen zuckersüßes wie entschuldigendes Lächeln und klopfte auf den Stuhl neben sich.


    "Schön dass Du da bist Isenfried und willkommen zurück Schatz", begrüßte Miles Isenfried und seinen Mann.

    "Isenfried, schön dass Du hergekommen bist, Miles hat Dich über alles informiert?", grüßte Val seinerseits und setzte sich wieder neben seinen Mann.


    Richard grüßte den Neuankömmling freundlich mit einem Nicken und setzte sich seinerseits wieder neben Dorian.

    "Es ist wunderbar für Sibi, Mel und die Sentir gelaufen, ich bin sehr erleichtert", flüsterte er Dorian zu.

    "Soll er Dich als Machtdemonstration hier erschießen und ich fülle ihm vorsorglich schon einmal die Papiere aus? Immunität und so... Du verstehst schon. Du solltest nicht von uns sprechen, denn Dir ist an keiner vernünftigen Lösung gelegen. Dir ist an überhaupt keiner Lösung gelegen, gleich ob vernünftig oder beschissen.


    Jeder hier hat seine Bedenken, was die Sippe angeht und je kleiner das Haus ist, je mehr hat es zu verlieren.

    Du gehst davon aus, dass Du nur einen Abend verloren hast - bestenfalls hattest Du jede Menge Spaß.

    Du kleiner Selbstdarsteller, Du hörst Dich gerne neunmalklug reden.


    ABER so klug bist Du nicht.

    Wärst Du klug wärst Du mit Deinem Arsch Zuhause und im Bett geblieben. Nun ich auch.


    In dem Moment, wo Du Dein so leises Füßchen hier in die gammelige Strandbar gesetzt hast, war Dein Schicksal besiegelt. Friss Vogel oder stirb.


    Alles was Du tatsächlich aushandeln kannst, sind die Bedingungen Deines Weiterlebens oder die für Deinen Tod.

    Oder glaubst Du allen ernstes, Du könntest ablehnen und hier rausspazieren als wäre nichts gewesen?

    Selbst wenn alle anwesenden Häuser Dir versprächen, dass sie Dich in Frieden ziehen lassen, wissen wir doch alle - ehre einen guten Feind, aber versichere Dich vorher - das er auch tatsächlich tot ist.


    Dies hier ist ein Interna, dies hier ist nicht für fremde Ohren bestimmt. Wählst Du ein Fremder zu sein, wird Dir irgendwer... jemand dem Schweigen sehr wichtig ist, ein drittes Nasenloch verpassen, sobald Du nur aufstehst um zu gehen.


    Ich wünsche Dir ein erfreuliches Restleben Tanguy.

    Kleiner Tipp, renne nicht zur Tür - der einzige Unterschied ist, Du stirbst nur außer Atem. Nun geh erhobenen Hauptes wie es sich für einen Mann... oder was immer Du bist gehört", erklärte Miles höflich.


    Val musterte seinen Mann von der Seite und dachte sich seinen Teil, gerade zur letzten Bemerkung. Tanguy hatte schließlich nicht die Hose herunter gelassen, weder real noch im übertragenen Sinne.

    Valerian setzte an etwas, zu sagen aber Miles antwortete für ihn.


    "Da hast Du etwas missverstanden Norik. Was Hohenfelde zu verkünden hat? Hier sitzen zig Hohenfelde, angefangen von Horatio von Hohenfelde, über Nicodemus von Hohenfelde, Davard von Hohenfelde, Anthony von Hohenfelde, Korbinian von Hohenfelde und meinem Mann Valerian.


    Thema Mord an den Sentir und Mord an Valerians Brüdern, diese Morde hat mein Mann nicht verschuldet!

    Die Letzteren ganz sicher nicht! Er existierte überhaupt nicht, er war nicht auf der Welt als seine Brüder gelebt haben. Die Brüder lebten nacheinander, nicht gleichzeitig Norik.

    Und eines sollte hier ebenfalls nicht vergessen werden, Euer Familienanteil!


    Es war ein Wigberg der die Sentir vor über 700 Jahren schuf!

    Osmund von Wigberg!

    WIGBERG nicht WITTELSPITZ!!!


    Sicher suchte er sich in der Sippe Gleichgesinnte, aber der alte Weg wurde nicht nur von Osmund, oder Servatio oder Licinius gelebt. Und ich will diese Kerle ganz sicher nicht verteidigen. Aber eines dürfte allen Anwesenden doch wohl klar sein, ohne Osmund hätte es niemals einen einzigen Sentir gegeben! Wozu er sie schuf war rückwirkend klar, seine persönliche Armee. Seine Eingreiftruppe, die selbst von Magiern nicht aufgehalten werden kann.


    Warum suchte er in der Sippe? Warum Sippenblut? Nun weil er dort für seine Bedürfnisse das Passende gefunden hat. Für einen Mord nutzt man genauso einen Spezialisten wie für Informationsbeschaffung. Und die Sentir sollten jeder für sich sowas wie eine Ein-Mann-Armee darstellen. Agenten die im Namen von Osmund losziehen und jede Störung beseitigen. Also was war da logischer, als Eure Fähigkeiten der Wigbergs mit denen der Hohenfelde zu kreuzen? Das macht Ihr selbst sei Asa Karane so! Also so unschuldig seid Ihr alle nicht!


    Ihr habt keine Sentir gezüchtet und in der aschgrauen Sonne verbraten.

    Aber Ihr habt Euch selbst zu Hochleistungsmagiern, Spitzeln und Mörder gezüchtet. Und damit der Taler rollt, gab es noch einen Spritzer Eibenberg dazu.


    Also Valerian ist kein Unschuldslamm, aber er ist weit davon entfernt, dass Zuchtprogramm der Sippe seit den Aschelanden verschuldet zu haben, noch hat er die Sentir verschuldet oder gar seine Brüder ermordet.


    Und wo wir gerade so schön beim Thema Familie sind.


    Der Traum ist wunderbar, keine Frage. Aber wie Glenn schon sagte, was kostet uns der Traum? Glenn nichts, ein Arschrunzeln, er hat ein fettes Haus hinter sich stehen und die Bankkonten bieten ihm ein sicheres Polster. Er hat den Arsch im Trockenen, wie alle Großhäuser. Aber was sind Endlinge wie Theodor, Garlyn oder ich? Laufburschen, Kanonenfutter? Altes und dennoch frisches Blut für ein neues Zuchtprogramm bevor die ersten Dreiäugigen-Inzuchten geboren werden? Was sind wir?


    Ich hatte vor kurzem mit Dorian einen Streit bezüglich Valerians Mutter. Gleichgültig worum es dabei ging, eines hat mir Dorian offen und ehrlich gesagt als ich ihm sagte, wir wären eine Familie. Er sagte er kann mich nicht als Familie sehen, denn ich wäre kein Wigberg. Nicht einmal Valerian wäre einer. Er kann uns nicht so sehen. Ob er will oder nicht spielt keine Rolle.


    Das heißt im Klartext, trägt die Person nicht den Namen Wigberg von Geburt an, dann ist sie keiner. Sie gehört nicht zur Familie.

    Gleich wieviel Wigbergblut in ihren Adern fließt, passt der Nachname nicht - kein Familienmitglied.

    Angeheiratete haben nicht mal das passende Blut vorzuweisen. Nun aus der Sippe schon, da wird ja sehr nah geheiratet.

    Aber Irving hat so wenig Wigbergblut in den Adern wie ich oder unsere Hauskatze!


    Also was ist mit uns?

    All die Regularien sind von heute auf morgen vergessen und wir haben eine Sippe auf Augenhöhe ja?


    Das hätte ich dann gerne bestätigt. Natürlich kann man seine Meinung ändern. Fakt. Und sicher kann man auch über den Tellerrand hinausschauen und dazu lernen. Tatsache. Aber Ihr überseht hier alle eines, wenn es für Euch scheitert, zuckt Ihr mit den Schultern und geht zur Tagesordnung über. Wenn das hier für mich scheitert, ist mein Haus und mein Kind tot! FAKT!


    Also darauf hätte ich gerne eine Antwort!", warf Miles ziemlich grantig ein.

    Miles schaute seinen Mann für einen Sekundenbruchteil an, als wollte er ihn übers Knie legen.


    "Dazu merke ich an, dass Valerian von Servatio genauso behandelt wurde wie seine sieben Brüder. Und Servatio schaffte nicht grundlos einen achten Tank an. Das Wissen händigen wir aus, die Brüder händigen wir nicht aus. Und ich schwöre Euch, meinen Sohn und meinen Mann händige ich garantiert nicht aus, dass das klar ist!", warnte Miles die Anwesenden.

    Frieden und tolle Tänzer


    Miles: Ich wollte ja Frieden, aber so? SO????

    Val: Er sieht nur weiblich aus

    Miles: ER guck ES Dir an. Er soll beweisen das er ein ER ist

    Val: Tan lass die Hose runter

    Miles: Das mindeste

    Richard: :ugly:

    Miles: Ich verlange einen Gentest, ich will die Chromosome sehen

    Val: Wenn Du Dich damit auskennst nur zu

    Miles: Das bekommt jeder hin, jeder weiß wie das aussehen MUSS

    Val: Wir haben Dich verstanden Schatz g

    Miles: :sauer:

    Val: Einer Deiner Vorfahren kannte die Wolkenhaimer sie waren für ihren Gesang und ihre Tanzkünste bekannt :)

    Miles: toll!

    Val: LOL



    ****

    "Noch nicht Garlyn, aber ich bin guter Dinge, dass sich das bald ändert. Nein nicht Roland Krones, sondern mit realem Namen Richard von Wigberg, wie er uns vor Deiner Ankunft offenbarte. Er hatte den Auftrag Valerian zu hüten. Und er hat uns noch einiges mehr zu berichten, laut seiner Information. Kurzum, er gehört zur Sippe und wie mir gerade einfällt ist er damit mit meinem Mann verwandt", beantwortete Miles Garlyns Frage.


    "Miles hat Recht, mein Name ist Richard von Wigberg und wie er korrekt anführte, werde ich nachher erklären warum ich vor Ort war. Aber vorab haben wir etwas weitaus Wichtigeres zu klären, als meine persönliche Aufgabe. Wartet bitte einfach ab. Wir müssen auch den anderen Nachzüglern eine Chance geben. Ihr werdet sehen, wir geben uns selbst damit eine. Auch das klingt kryptisch, ergibt aber bald Sinn und noch viel mehr. Versprochen", erklärte Richard Garlyn und damit allen anderen auch.

    Miles beobachtete die Gruppe die sich hier versammelte. Die Macht der Sippe brachte es auf den Punkt. Die mächtigsten Personen, die die Sippe aufzuwarten hatte, waren fast komplett anwesend. Was er hier zu suchen hatte, fragte er sich dabei allerdings. Er gehörte der Sippe nicht an. Er war nicht einmal angeheiratet, aber das lag an ihm und nicht an Valerian. Miles schickte Val einen Ping auf das Interkom, das Gegenstück zu einem geistmagischen Anstupser.


    Miles beobachtete einen Moment Dorian. Einst waren sie Freunde, aber waren sie es noch? Er konnte sich die Frage nicht beantworten. Sie waren gemeinsam in die Schlacht gezogen, um die Familie zu retten. Sie wollten es besser machen und Dorian hatte ihm damals gesagt, "meine Familie hätte unsere Familie sein können, wenn Valerian es zugelassen hätte. Er hätte sich seine eigene Familie schaffen können".


    Wahre Worte, aber wie viel Schuld trug er selbst daran? Val kämpfte für eine Familie, die er ihm verwehrt hatte, da er kämpfte. Hätte er sie ihm nicht verwehrt, wäre der Kampf vermutlich beendet gewesen. Er hätte gründlicher über die ganze Situation und vor allem über die Gefühle von Valerian nachdenken sollen, bevor er antwortete.


    Ebenso hätte er vorher nachdenken sollen, was er Dorian fragte und damit von ihm verlangte.

    Roland... nein Richard, hatte ihm einen Spiegel vorgehalten. Eine Bitte, eine Person die eine Bedrohung darstellt verschwinden zu lassen. Sie soll einfach nicht wieder auftauchen. Gib Ihr Geld das sie für immer verschwindet, schüchterte sie ein oder wähle den Endweg. Worauf wir uns einigen ist gleich, die Person darf nie wieder hier auftauchen. Er hatte zugehört und zugestimmt Roland bei seinem Problem zu helfen. Bis Roland ihm gesagt hatte um wen es ging - Garlyn.


    Miles setzte zu einer passenden Antwort an, als Roland ihm ganz ruhig sagte,

    "Antworte mir nicht. Sag mir was Du fühlst. Dann weißt Du, was Dorian bei Deiner Bitte gefühlt hat. Was fühlst Du Miles?".


    Gefühlt hatte er im ersten Moment unglaubliche Fassungslosigkeit, Bestürzung über diese Bitte. Wie konnte Roland das verlangen, wo Garlyn doch der einzige noch lebende Blutsverwandte war? Einen Moment später verwandelte sich seine Bestürzung in Wut, aber ehe er reagieren konnte, hatte Roland die Situation aufgeklärt und zwar auf seine Weise.


    Was er in dem Moment fühlte? Scham. Er schämte sich bodenlos dafür, wie er mit Dorian umgegangen war. Ein Freund verhielt sich anders. Und genau dass hatte er Roland gesagt. Und Roland sagte noch etwas, was glaubst Du fühlt Val bei dieser Frage? Für Dorian ist sie Familie - eine Wigberg, für Val ist es die Mutter. Haben beide nicht schon genug Verluste erlebt?

    Er hatte Roland nur angesehen und nicht gewusst, was er antworten sollte. Der Mann hatte Recht.


    Alle beide Dorian wie Val hatten eine Entschuldigung verdient, mehr noch er musste es als Freund und Mann wieder gut machen. Daran führte kein Weg vorbei. Er wollte kein Arsch sein, beileibe dann durft er sich auch nicht wie einer verhalten! Einmal mehr eine Runde nachdenken, hätte ihm sein Vater geraten. Und Roland auch, auf seine ziemlich lehrreiche Art.


    Und nun genau in dem Moment, wo er über sein mieses Verhalten erneut nachdachte, betrat Garlyn den Raum und grüßte ihn derart, dass es ihm die Kehle zuschnürte. Miles grinste Garlyn schief zur Begrüßung an, obwohl er ein Kloß im Hals hatte.


    "Immerhin gibt es jetzt drei, schön Dich zu sehen Garlyn, hock Dich zu mir", bat Miles.

    So innig, so tief, so völlig anders



    Valerian guckte neugierig in den Ofen und überprüfte den Braten, danach überprüfte er die Pizza.


    "Die Pizza sieht gut aus, die kannst Du Papa Miles servieren", teilte Val Jeremy mit.
    "Der Baum ist aufgebaut Paps", freute sich Jerry, holte die Pizza aus dem Ofen und legte sie auf ein Brettchen. Er verschwand ins Wohnzimmer, wo Theo und Miles den Neujahrsbaum betrachtete.


    Jeremy setzte sich neben Miles und reichte ihm die Pizza.


    „Hier hat Paps Val extra für Dich gemacht“, grinste er seinen Papa Miles an.
    „Die ist für mich?“, fragte Miles baff.
    „Ja. Extra für Dich gemacht“, bestätigte Jeremy.


    Miles nahm die Pizza mit breitem Grinsen entgegen und küsste Jeremy auf den Kopf.


    „Wir teilen uns die Pizza, beiß ab Jerry, danach ist Theo dran", forderte Miles die beiden auf. Er nahm ebenfalls einen Bissen und ließ es sich schmecken. Während die drei genüsslich die Pizza aßen betrachteten sie andächtig den Holobaum.

    „Der Baum ist echt klasse“, freute sich Theo.

    „Der Baum ist der Bringer“, lachte Miles.


    „Oder so. Du?“, hakte Theodor nach.
    „Was denn?“, fragte Miles schmatzend.


    „Danke. Fürs Warten und Ertragen meiner Launen und so“, raunte Theo Miles ins Ohr.

    „Ehrensache Theo, ich mag Dich“, antwortete Miles.
    „Ich Dich auch. Die Pizza schmeckt super. Du bist schuld, wenn ich nachher satt bin und nichts vom Braten runter bekomme“, lachte Theodor und rieb sich den Bauch.
    „Quatsch keinen Unfug! Für den Braten haben wir eine ganze Nacht verbraten, Du wirst davon essen auch wenn Du pappsatt bist“, schmunzelte Jeremy und mummelte sich bei Miles Flanke ein.


    „Na nicht einschlafen Jerry. Wann essen wir den denn?“, hakte Miles nach und kraulte Jeremy den Nacken.

    „Heute Mittag wird der Braten gegessen. Im Moment wird er langsam warm gemacht. Dazu gibt es Salate. Einige habe ich schon vorbereitet, die für den Braten macht Val gerade in der Küche. Ach ja und Klöße gibt es zum Braten dazu, jam-jam“, freute sich Jeremy und rieb sich die Augen.


    „Ich hoffe Du hast genug davon gemacht, jeder futtert die gerne“, prustete Miles.
    „Ich hab keinen einzigen gemacht, das macht Paps Val nachher“, gähnte Jeremy und schmiegte sich fester an.


    „Weiß er das?“, kicherte Miles.
    „Weiß… nich…“, nuschelte Jeremy und war keine Minute später fest eingeschlafen.


    „Eingeschlafen. Er hat so feuerrote Haare wie mein Vater und er trägt seinen Namen. Mein Vater hieß ebenfalls Jeremy. Ich bin so stolz auf Jerry und ich hätte nicht gedacht dass es sich so anfühlt. So innig, so tief, so völlig anders. Dafür gibt es keine Worte, einmalig trifft es nicht einmal annähernd. Wenn er wüsste, wie sehr ich ihn liebe“, flüsterte Miles und räusperte sich.

    "Glaub mir, dass weiß Dein Sohn", antwortete Laurenloff leise.


    Theodor angelte eine der Tagesdecken von der Couch und deckte Jeremy gut zu.
    „Schlaf schön, Du musst nachher fit sein für Deine erste Neujahrsparty“, wisperte er dem schlafenden Jungen zu.




    ****

    Etwas für immer



    Miles verzog sich mit Theo ins Wohnzimmer.


    „Also vor dem Kamin würde ich den Baum jetzt nicht aufbauen. Da sieht man nicht viel von ihm. Ich denke das Feuer würde durch ihn durchscheinen. Lass ihn uns neben dem Holo aufbauen“, schlug Miles vor und trug die Verpackung rüber.


    Das Wohnzimmer in ihrem Quartier war zweifach unterteilt. Die eine Hälfte wurde vom riesigen Kamin beherrscht, vor dem gewaltige Couch stand. Auf der anderen Seite hinter dem Kamin samt der Couchlandschaft war eine Couchsitzecke samt Bar zu finden. Miles packte den Holobaum vorsichtig aus. Im Grunde war es nur eine Fußplatte, die man auf dem Boden stellte und passend aktivieren musste.


    „Also auf besonderen Wunsch von Valerian hin, was steht hier?“, grübelte Miles und zog die Gebrauchsanweisung aus der Verpackung.

    „Bau bloß keinen Mist“, lachte Theo.
    „Was? Wo steht das?“, fragte Miles baff, was Theo erneut loslachen ließ.
    „Nirgendwo! Das war mein Einwand. Wer sollte das denn da für Dich drauf geschrieben haben?“, antwortete Theodor gut gelaunt.

    „Na Val! Wer sonst! Also irgendwie fühlt sich das komisch an mit der Gebrauchsanweisung, ich mach das jetzt ohne“, antwortete Miles und knuffte Theo.
    „Das wirst Du schön bleiben lassen. Gib mir den Zettel“, bat Laurenloff und Wittelspitz reichte ihm die Anleitung.


    Theo studierte kurz die Anleitung, hockte sich auf den Boden und schlang sich seinen Schal wieder richtig um den Hals.


    „Das ist aber komisch beschrieben, hm“, grübelte er laut.
    „Ich sag es doch, da steht immer so ein Kauderwelsch“, antwortete Miles und hockte sich neben ihn auf den Boden.
    „Wo ist Teku? Er kennt sich bestimmt mit Holobäumen aus. Oder kannst Du den Baum hacken?“, flüstere Theodor grinsend.

    „Nie versucht, man müsste ihn doch auch so einschalten können oder?“, hakte Miles flüsternd nach.

    „Heute so zögerlich?“, kicherte Theodor.
    „Weder gestern noch heute, nur bei dem Baum. Valerian hat gesagt, ich soll die Gebrauchsanleitung beachten. Und ich will ihn ja nicht ausgerechnet zu Neujahr gesperrt werden“, prustete Miles und schnappte sich die Anleitung. Er las einen Moment und blinzelte mehrfach.


    „Ist die überhaupt auf Rakshanisch? Oder besser gefragt, wer hat die Gebrauchswanweisung übersetzt? Das könnte alles bedeuten“, lachte Miles.
    „Stellen wir doch einfach die Verpackung auf. So könnte der Baum aussehen, wenn wir wüssten wie er einzuschalten ist“, gibbelte Theo und wurde von Miles gedrückt.
    „Genau, so machen wir das. Wenn es Val nicht passt, muss er die Gebrauchsanweisung lesen, Kopfschmerzen bekommen und sich dann bei uns entschuldigen“, kicherte Miles.
    „Eben, er hat es so gewollt. Wobei die Strafe ist schon was arg“, prustete Theo.
    „Und er wird uns keinen Nachtisch zaubern, wenn wir ihn ärgern. Also lass uns weiter grübeln“, antwortete Miles.


    Jeremy kam neugierig ins Wohnzimmer, hockte sich zu den beiden und musterte die Holoplatte.


    „Onkel Theo, was ist das für eine Lampe? Was zeigt die, wenn die an ist?“, fragte er neugierig.
    „Das ist unser Neujahrsbaum. Das ist der Holobaum, den Deine Väter vorhin mitgebracht haben. Weißt Du wie er angeht?“, fragte Theo und strubbete Jerry durch die Haare.
    „Ja das weiß ich, ich habe so eine, die wirft Sterne an die Decke. Kannst Du Dir bei mir im Lernzimmer anschauen, möchtest Du?“, fragte Jerry freundlich.
    „Ja dass gucken wir uns gerne an, aber vorher schalte bitte den Holobaum ein“, bat Miles grinsend.
    „Mach ich“, antwortete Jeremy und versuchte die Platte umzudrehen. Da er das nicht schaffte, da die Platte aus Metall und für ihn viel zu schwer war, grabschte Miles sie und drehte sie vorsichtig um.


    "Was wiegt die Bodenplatte?", fragte Theo erstaunt.
    „Gute 30 Kilo Theo. Und jetzt Jerry, wie geht es weiter?“, hakte Wittelspitz nach.


    „Muss ich gucken. Guck da ist so ein Schnibbel. Zieht den mal raus Papa, damit der Akku an seinen Strom kommt. Dreh die Lampe wieder um, dann fassen wir auf das Glas und sie geht an. Fassen wir noch mal auf das Glas geht sie aus. So geht das. So macht das meine Lampe mit den Sternen. Auriville hat auch so eine mit Bären. Möchtest Du sie mal sehen?“, freute sich Jeremy und zog den Schnibbel aus dem Holoprojektor.
    „Wir gucken uns die beiden Lampen später an. Nur vorher muss der Baum leuchten“, sagte Theo.

    "Richtig sonst ist Paps Val am Neujahrstag noch unzufrieden", warf Miles ein.


    Miles drehte den Holoprojektor vorsichtig wieder um und Jerry tippte auf das Glas. Es dauerte einige Sekunden, dann flammte ein hoher Lichtstrahl auf und entfaltete kurze Zeit später den Holobaum. Der Baum war riesig, reichte bis unter die Decke und war in bunten Farben gehalten. Komplett geschmückt, wie man einen realen Baum zu Neujahr ebenfalls in Naridien geschmückt hätte. Miles schaltete über sein Interkom das Licht aus.


    Holobaum
    Link:
    https://www.minpic.de/i/bdaw/l9u7d


    „Der Baum ist wunderschön!“, freute sich Jerry.
    „Ja das ist er Jerry“, sagte Theo ergriffen. Miles legte ihm einen Arm um die Schulter und zog ihn zu sich heran.

    „Stimmt. Dein erstes Neujahr mit Tekuro“, flüsterte Miles.
    „Wie lang darf man die Bäume aufstellen Papa?“, fragte Jerry und bewunderte den Baum, „er hat sogar Wurzeln. Ich hole schnell Paps Val, er wollte den Baum angucken“.


    Kaum ausgesprochen war Jeremy auch schon unterwegs.


    „Keine Ahnung wie lange man Neujahrsbäume stehen lässt. Nur den Neujahrstag? Oder das ganze Fest über? Was meinst Du?“, fragte Miles Theodor.
    „Das ist doch total unwichtig Miles, wir lassen ihn erst mal für das ganze Fest stehen. Und dann können wir immer noch entscheiden. Vielleicht kann man ihn auch das ganze Jahr stehen lassen. Wir müssten mal Roland fragen ob es dazu auch so Karten gibt, wie für seine Eject-Poster. Dann könnte der Baum vielleicht angepasst werden. Kein Neujahr und er erscheint nur als ungeschmückter Baum, wenn man das Holo aufruft. Roland hat in seinem Quartier an der Decke das ganze Stadtpanorama von Alessa! Wundervoller Ausblick! So etwas möchte ich mir auch anschaffen. Oder Ihr könntet Euch so etwas für eine Wand anschaffen. Jeder darf mal wählen, was gezeigt wird. Das wäre doch der Hingucker“, erklärte Theo, was Miles losprusten ließ.


    „Von mir aus, ich kaufe Dir so ein Poster. Für unsere Bude ebenso und für Jerry Schlafzimmer. Du hast mir auch schon einiges gekauft. Vor allem Danke ich Dir für Sphynx, damit hast Du Val sehr geholfen. Also ich würde mir eine Eislandschaft wünschen. Wenn es wieder so heiß ist, dann auf Gletscher zu gucken hat doch was. Und wenn es hier morgens wieder so arschkalt ist, dann will ich auf was Brennendes gucken, ein Vulkan oder so“, lachte Miles.
    „Soweit kommt es noch. Wenn Du es heiß haben willst, geht das auch anders, frag doch Deinen Mann“, antwortete Theo mit einem Zwinkern.


    „Versteh ich nicht, erklär es genauer“, grinste Miles ihn an.
    "Du verstehst mich schon Wittelspitz, aber heute gehöre ich Teku", grinste Theodor zurück.

    "Nur heute? Nun so wie Ihr beiden Euch anschaut, ist das etwas für immer. Ich gönne es Dir Theo, von Herzen", antwortete Miles freundlich und Theo spürte wie er rot wurde.




    ****

    Miles senkte den Kopf auf Dorians Worte hin. Einen Plan konnte man fassen und ebenso wieder verwerfen. Insoweit hatte Dorian Recht. Und ebenso stimmte es, dass es eine Familienangelegenheit war. Warum sollte er sich damit befassen? Die Wigbergs würden es schon selbst zu ahnden wissen, was Leticia getan hat.


    Miles beschloss Dorian auf seinem Com zu antworten und ihm genau dass zu sagen, was er empfand.


    `Dori, ich nochmal. Hör zu, ich wollte Dich ganz sicher nicht vor den Kopf stoßen, aus Deiner Wohnung oder der Lanze vertreiben. Ich wollte Dich und Deine Familie nicht bedrohen, auch wenn es sich für Dich so angehört hat.

    Ein Plan kann jederzeit verworfen werden. Mein Plan war es sie von Jerry und Dir fernzuhalten.


    Glaub mir das bitte.

    Ich möchte keinen Streit mit Dir oder Krieg!

    Dafür waren wir nicht zusammen in der Wüste oder?


    Wie, tja das hätte ich gerne mit Dir besprochen.


    Du hast völlig Recht. Ich werde die Füße still halten, das habe ich bis jetzt getan, ich werde es weiterhin tun.

    Es geht mich nichts an und ich sollte mich da überhaupt nicht einmischen. Das soll Deine Familie unter sich klären. Sie ist eine Wigberg, sie hat zugeschaut wie Wigbergs ermordet werden. Sollen die Wigbergs über sie richten´, übersandte Miles Dorian via Interkom aufs Com.


    Da Dorian gegangen war, überprüfte Miles ob die Küchengeräte alle ausgeschaltet waren. Er stellte die Limonaden zurück in den Kühlschrank und verabschiedete sich von Richard, den Aldos und Mel. Von Letzteren war es wohl ein Abschied für immer, so wie Dorian seine Frage interpretiert hatte.

    Miles schaute Dorian perplex an. Gleich was geschehen würde, er würde doch niemals Dorian bedrohen! Er war für ihn wie ein Bruder, ein Freund, zudem der Patenonkel von Jerry. Nein bedrohen würde er Dorian niemals, er versuchte ihm beizustehen und sein Leben neu aufzubauen. Und gerade deshalb sprach er mit ihm, damit keine Kerbe entstand. Zudem wusste er sich selbst keinen Rat und Dorian war ein kluger Kopf. Vielleicht fand er eine Lösung. Möglicherweise war die Lösung einfach, alles beim alten zu belassen und sich nicht ständig zu sorgen. Aber das musste man manchmal von anderen hören, denn sonst drehte man sich gedanklich permanent im Kreis vor Sorge.


    "Nein natürlich nicht, wieso sollte ich das Dorian? Warum sollte ich Dir drohen? Du bist mit eine der Personen, denen ich niemals drohen würde. Ich kämpfe für uns Dori, nie gegen uns. Du hast das missverstanden. Du zählst für mich als Familienmitglied. Du gehörst zu mir, zu uns. Würde ich einfach handeln... dann hättest Du ein Problem. Das war meine Aussage.


    Aber ich handele nicht, sondern ich spreche mit Dir. Wir entscheiden gemeinsam was getan werden kann. Ich weiß Du hast viel durchgemacht, aber wir beide sind Verbündete und teilen mehrere Geheimnisse. Denk nichts Finsteres von mir, da ist nichts Finsteres.

    Es geht mir um den Schutz von Jerry und Dir, um nichts anderes.


    Alles was ich möchte ist Dein Beistand, Deinen Rat und Deine Hilfe. Ich selbst weiß nicht, was ich in dieser Situation tun soll. Und solange ich es nicht weiß, tue ich nichts. Ich hoffe Du weißt es und wir beide finden für Jeremy eine Lösung", sagte Miles und drückte Dorian erneut.