Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 08 -- Aller guten Dinge sind drei, der dritte Abstieg in den Abgrund

Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
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Pierre Agramant de Souvagne

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Kapitel 08 -- Aller guten Dinge sind drei, der dritte Abstieg in den Abgrund

#1

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Do 9. Mai 2019, 01:13

Kapitel 08 -- Aller guten Dinge sind drei, der dritte Abstieg in den Abgrund


Pierre Agramant de Souvagne
Der Morgen dämmerte und die Nacht wandelte sich von einem finsteren Schwarz in ein verwaschenes Grau. So begrüßte man in den unteren Gefilden von Obenza den neuen Tag. Niemand sprach hier von neuer Tag - neues Glück. Das Glück bestand schon darin, einfach den neuen Tag erlebt zu haben. Waren Obenzas untere Gefilde tagsüber schon gefährlich, so waren nachts die Straßenzüge mörderisch. Es sei denn man verfügte über die passenden Fähigkeiten - Kampf oder Tarnung. Im Falle der Souvagner war es ein schwerstgepanzertes Stahlschiff, dass vermutlich selbst noch nach einem atomarem Endschlag an der gleichen Stelle in einer verkohlten Welt geparkt hätte. Schwarz, kantig und abweisend, so stand es in dem Unrat wie ein Raubtier das sich in eine fremde Welt verlaufen hatte. Die kleinen Gossenratten wagten sich nicht näher an den Stahlkoloss heran. Und auch jene die hier über mehr Einfluss verfügten, hielten Abstand. Jeder wusste, ein Opfer dass sich nicht wie eines verhielt war auch keines. Und dieses "Ding" aus der souvagnischen Welt, hatte schon beim ersten Besuch seinen Parkplatz selbst geschaffen. Raureif überzog den Giganten, schmierig durch den Dunst und Dreck der beständig in der Luft Obenzas zu finden war. Einen Augenblick später kam Leben in das Gefährt. Die Triebwerke fuhren grollend hoch und die kleinen Gossenzwerge, die es aus der Entfernung gemustert hatten, verschwanden in die Dunkelheit der Gassen. Sanft hob das Schiff ab und steuerte auf die Mitte von Obenza zu. Über dem gähnenden Abgrund der wie ein klaffendes Maul nach unten führte verharrte es eine Weile, dann ging es langsam im Schwebeflug nach unten. Langsam, sehr langsam bewegte es sich fort, wo eben noch das verwaschene Grau vorgeherrscht hatte, wurde es nun wieder dunkler. 40 Stockwerke in die Tiefe hinabgesunken, 41... 42... Taudis 42. Nach einer Viertelstunde Sinkflug im Schneckentempo hatten sie den Taudis 42 erreicht. Die Müllhalde Obenzas in der alles entsorgt wurde und aus der es ohne ein Schiff kein Entkommen gab. Alles was seinen Weg hinein oder hinausfand kam von oben. Die Tortue setzte in der Unrat übersähten Umgebung auf und schaltete die Flutscheinwerfer ein. Die Gruppe sah aus dem Cockpit wie sich graue, humanoide Wesen mit erstaunlicher Geschwindigkeit in die Dunkelheit flüchteten. "Taudis 42 - wir sind da", sagte Pierre mit nicht zu deutender Stimme und holsterte seine Gauswaffe. Mit hydraulischem Zischen entriegelte die Schleuse des Schiffes. Die Gruppe trat ein und einen Augenblick später standen sie dort, wofür sie die Reise nach Obenza gewagt hatten - sie standen im Abgrund.

Oliver Vallis de Souvagne
Als Erstes stieg eine Gestalt aus, die manch einer wohl für am wenigsten dafür geeignet halten würde, den ersten Schritt hinein in eine solche Welt zu machen: Der Bluthexer Oliver de la Grange. Zumindest hatte er es vor, doch er blieb noch vor Beendigung dieses Schrittes in der Luke stehen und spähte hinaus. Die lange, scharlachrote Robe hing träge von dem gesund gebauten, aber vollkommen untrainierten Körper. Kein Lüftchen regte sich an dieser Stelle, schwer stand der Gestank von verwesendem Unrat in der Luft. Oliver musste würgen, trat wieder in die Tortue zurück und schloss die Schotten hinter sich. »Die Luft riecht nicht gesund. Haben wir einen Chemiker dabei, der dieses Gasgemisch analysieren kann? Ich bezweifle, dass man hier gefahrlos atmen kann.« im Hintergrund zogen die Tuteurs sich gerade irgendwelche Hüftgurte an und wer schon fertig war, behängte ihn mit Karabinerhaken und Schlingen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte seinen Mann und zückte dann sein Handcom. "Laut Basisdata der Auszugswerte der Tortue handelt es draußen um eine atembare Atmosphäre die zu 24 % durch Faulgase verunreinigt ist. Also atembar mit Würgereizaroma, öffne die Tür Oliver Vallis, falls es gar nicht geht, nutze Deine Atemmaske. Also Atemmasken nicht vergessen, Medpads nicht vergessen und Lampen. An einigen Stellen nützt auch eine Nachtsicht nichts, da völlige Dunkelheit herrscht. Wer über Infrarot verfügt nutzt das", erklärte Pierre und öffnete via Interkom die Tür und trat nach draußen. "Stink genauso nach Scheiße wie ich es in Erinnerung habe, wie ein gigantischer Kuhfladen", lachte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Da lachst du«, murrte Oliver. »Wenn du hier je wieder herauskommst, hast du zu all den anderen Wehwehchen auch noch Asthma, das versichere ich dir.« Er selbst ließ sich ein Atemgerät über Mund und Nase legen, wie Bolek, Younes und Enzo sie um den Hals hängen hatten. »Warum hat nicht jeder ein Infrarotgerät?«, fragte er Vas.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hob beschwichtigend die Hände. "Methan Oliver, ich kann nichts dafür. Ah und bitte, niemand sollte hier rauchen. Das wäre ungünstig, gerade zu fatal", fügte er an und gesellte sich zu seinem Mann. "Sei doch nicht gleich grantig", bat er freundlich. "Laut Rivkins Unterlagen müssten wir dort entlang - Norden", erklärte Pierre der Gruppe und Rivkin nickte zustimmend. "So ist es Eure Majestät", bestätigte dieser.

Vas
Vas hängte sich seine Atemmaske um, kontrollierte noch einmal seine Waffen und seine sonstige Ausrüstung und übernahm die Führung der Gruppe. "Rivkin neben mich, Du kennst den Weg auch persönlich. Bollek und Enz zweite Reihe, dann folgt die Krone umgeben von den restlichen Tuteurs, das Schlusslicht bilden Al, Luca, Kabir und Michelle. Der Meddroide bleibt bei Euch, damit ihm nichts geschieht. Er ist unsere letzte Rückversicherung. Gillian bleibt in der Tortue zurück um uns vor dort mit zusätzlichen Infos zu versorgen und gegebenenfalls sofort reagieren zu können. Fragen? Sonst Abrücken. Hoheit nicht jeder hat künstliche Augen, also verfügt man in dem Falle auch nicht über Infrarotsicht", erklärte Vas freundlich und marschierte los.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver war nicht gewillt, seine Stimmung aufhellen zu lassen. Dafür war nun wirklich nicht der geeignete Anlass. Er wies mit seiner Barrinetta auf den voranmarschierenden Truppführer, während er sich gemeinsam mit den anderen in Bewegung setzte. »Vas, ich habe dir bereits eine Frage gestellt! Hier unten bin ich gezwungen, auf dein Kommando zu hören, aber das heißt nicht, dass es dir gestattet ist, mich zu ignorieren!«

Vas
"Ich habe Euch die Frage beantwortet, ich ignoriere Euch doch nicht", gab Vas gelassen zurück und marschierte weiter.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute von Vas zu Oli und verkniff sich ein Schmunzeln. Der Bluthexer war wirklich wie sein Sohn, es musste in ihren Genen liegen wie Pierre erklärt hatte, war es dieses auf den Sack-Gen. Selbst wenn es nichts zu meckern gab, meckerte ein Bluthexer darüber. Max dachte wehmütig an seinen kleinen Ciel, der soviel verbessern wollte und dafür einiges auf sich genommen hatte. Von Reisen bis Kämpfe und natürlich von seinen Besserwissereien. Das hatte ihn aber nicht davon abgehalten, tatsächlich viel Gutes zu bewirken. Sein Manko war seine Ungeduld gewesen. Max schob es auf Ciels Jugend, er war als junger Mann nicht anders gewesen. Er hatte seine Mitmenschen nur anders die Nerven geraubt. Max schaute zu Cy und nickte ihm knapp zu, während er zwischen Mitch und Bollek lief und Aleron versuchte im Auge zu behalten. Die Umgebung war wirklich grauenvoll. Müll und Dreck meterhoch, scharfe, dreckverkrustete Metallgegenstände die förmlich schrien hier gibt es Wundbrand, oder was einen hier sonst noch erwarten konnte. Ob es hier Ungeziefer gab? Beißendes Ungeziefer? Wer wusste dann was es übertrug? Und hier hatte Pierre gelebt, Wasser getrunken und für einen winzigen Moment beschlossen hier unten zu bleiben. Max fragte sich ob etwas mit Pierre nicht in Ordnung war oder mit seiner direkten Umwelt, dass er dies in Erwägung gezogen hatte. Er zählte jetzt schon die Minuten, die sie hier verbrachten. Unter seinem Befehl wären Maschinen, diese Droiden, in den Abgrund gestiegen. Deren Verlust konnte man verschmerzen. Aber den Kommentar verkniff sich Max, da er Pierres Technikfimmel kannte.

Younes Morland
Oliver musste sich also mit einem Einzeiler zufriedengeben, wo er vermutlich eine seitenlange Erklärung erwartet hatte. Mürrisch stapfte er neben seinem Mann her. Younes hatte die kurze Auseinandersetzung amüsiert verfolgt. Wie graues Packeis waren hier alte Haustrümmer ineinandergeschoben, vom Gewicht der Häuser, die darüber errichtet worden waren, einfach in den Taudis hineingedrückt. Von dem Trichter, von dem sie aus losgingen, zweigten mehrere Gänge in alle Richtungen ab. Jeder Gang war einst eine Gasse gewesen. Manche waren von abbrechenden Hauswänden wieder verschüttet worden, andere muteten noch fast wie die Straßen einer verfallenen Geisterstadt an. Und was in den Hohlräumen hinter den zerstörten Fenstern hauste, wusste man nur in Bruchteilen. Er stupste Rivkin mit dem Ellbogen an. »Wetten, der Bluthexer ist der erste, der `nen Nervenzusammenbruch kriegt und wieder nach Hause zu Mami will?«, flüsterte er. Doch er sah Rivkin dabei nicht an, sondern betrachtete die schroffe Umgebung.

Rivkin Korvann
Rivkin grinste leicht und nickte knapp, während er ebenso wie Yo permanent die Gegend im Auge behielt. Er lief mit umgehangener Waffe, so wie jeder der Tuteurs. Die Mündungen zeigten von der Gruppe weg, so jeder gesichert war, ohne Gefahr zu laufen von einem Kollegen angeschossen zu werden. "Oder möglicherweise ist er der Letzte der die Nerven behält, ich habe schon so manche unerwartete Wende gesehen Yo. Manches haut den stärksten Kerl aus den Socken und er regt sich vorher auf, vermutlich ist er aber die Ruhe selbst, wenn es drauf ankommt. So schätze ich ihn ein und ich hoffe ich schätze richtig", antwortete Rivkin genauso leise, während sie über große Trümmerteile hinweg kletterten. Sie waren noch gar nicht so weit gegangen, aber schon war das Schiff durch die verwinkelten Gassen außer Sicht. Die nächste Abbiegung war so schmal, dass sie einzeln im Gänsemarsch hindurchgehen mussten. Das gefiel keinem, aber es war nicht anders möglich. Sie überquerten einen offenen Platz, wo sie besonders vorsichtig waren. In einiger Entfernung hockte ein weiß-grauer Kerl hoch oben auf einem Trümmerteil. Seine Haut hatte die Optik von Leder. Mit Argusaugen folgte er ihren Bewegungen. `Wir werden beobachtet, auf drei Uhr´, übermittelte Rivkin an die Gruppe.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano schenkte Maximilien ein Lächeln, als dieser ihm zunickte. Er war im Gegensatz zu seinem Kumpel Oli guter Dinge. Wie oft bekam man schon die Gelegenheit, in eine so andersartige Welt wie diese einzutauchen, sogar noch mit Wissenschaftlern zur Begleitung, damit sie alles genau erforschen konnten, was sie hier fanden? Er selbst trug als Waffe ein Gerät, das an eine traditionelle Hellebarde erinnerte, jedoch in seinen Funktionen weit darüber hinausging. Nicht zuletzt war sie deutlich leichter, da nicht aus Eisen, sondern aus diversen Verbundstoffen gefertigt, so massiv sie auch aussehen mochte. Sein Blick folgte dem von Rivkin und stellte voller Entzücken eine Wesenheit fest, die dort hockte. »Wer ist für die Dokumentation zuständig, Anakonda? Was ist das dort, ist es intelligent? Ich würde es gern von nahem sehen für ein paar gute Aufnahmen.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Das ist ein Wildling, so nannten die Separe sie. Hochgefährliche Jäger, die hier unten am Ende der Nahrungskette stehen. Jedenfalls würde ich es so bezeichnen. Sie beten einen Heizungskessel an, haben selsame Totenköpfe drauf gemalt und ihn mit Schädeln und anderen Knochen verziert. Mich hat einer der Burschen einmal angegriffen, dass war keine angenehme Erfahrung. Ich teile eine Erinnerung mit Dir Cy", erklärte Pierre und übermittelte ihm die Erinnerung an die Begegnung mit dem Wildling. <<Die riesigen Kiefer weit auseinander geklafft lag er da, während ihm Blut aus dem Maul floss und sein Körper noch kurz spastisch zuckte.

Ich stand auf, schulterte meine Waffe und die Separe brachen in Jubel aus.

Im selben Moment sprang mich etwas von hinten an, grabschte mit einer Hand in meinen Umhang um mich zu strangulieren und griff zeitgleich nach meinem Gewehr!

Geistesgegenwärtig ließ ich mich mit dem Oberkörper nach vorne fallen und trat so fest ich konnte nach hinten aus. Mein Stiefel traf, die Bestätigung war, dass ein Kerl hinter mir aufbrüllte.

Nur wo ich meinen Angreifer getroffen hatte, konnte ich nicht ausmachen, da er mir huckepack ins Kreuz sprang. Super! Mit so einer bekloppten Aktion hatte nicht mal ich gerechnet. Verzweifelt versuchte ich diese humanoide Wanze abzuschütteln, aber im gleichen Moment bekam ich einen Arm um den Hals geschlungen.

Wütend ergriff ich den Arm und warf meinen Angreifer über die Schulter. Allerdings ließ der mich nicht los, sondern riss mich bewusst mit zu Boden! Der Kerl riss mich herum, hockte sich auf mich und presste mir den Lauf meines Snipers auf den Hals.

„Es gehört mir! Gib auf!“, fauchte mich ein weißer Kerl an, der die Hautstruktur eines alten Ledersofas besaß. Um seine Meinung zu unterstreichen, schlug er mir mit der flachen Hand ins Gesicht.
„Leck mich am Arsch!“, fauchte ich zurück und versuchte ein Bein um seinen Hals zu schlingen um ihn in die Beinschere zu nehmen und von mir herunter zu reißen.

Dumme Idee, denn in dem Moment grabschte er mir mit einer Hand in die Weichteile und packte zu. Mir wurde schlecht vor Schmerz und schwarz vor Augen.

„Du bist meins! Gewehr ist meins! Von Assifi gesandt! Was nun Großmaul?“, lachte er gehässig und schnupperte an mir! Angewidert drehte den Kopf weg.
"Assifi Du mich auch", knurrte ich wütend.

Einen winzigen Augenblick später hörte ich so etwas wie einen ratschenden Knall und der Kerl flog im hohen Bogen von mir runter und krachte in die gegenüberliegende Tunnelwand. Dabei verstreute er während des Fluges seine Eingeweide in der Gegend. Ich starrte mit zusammengekniffenen Augen nach oben und Dot starrte auf mich herab.

„Alles gut Liebes?“, fragte er besorgt und reichte mir seine blutbeschmierte Pranke.
„War das ein Stray? Das war doch kein Stray oder? Sag mir dass das kein Stray war“, sagte ich zu Dot und nahm die gereichte Hand entgegen. Vorsichtig zog er mich auf die Beine.

Dot musterte mich, als hätte ich mir den Schädel angeschlagen und schüttelte langsam den Kopf.

„Ein Wildling Liebes, schon von Wildlinge erzählt. Sehr gefährlich, Wildlinge haben auch so Donner-Dings. Es sicher gehört Donnerruf von Dings von unser Liebes. Wir gehen sofort. Es macht das Dings klein und umhängen, wir tragen Liebes. Komm“, sagte Dot.

Ich nickte knapp, sicherte den Sniper und schulterte ihn. Dot nahm mich Huckepack und ging zurück zu den anderen. Zur Begrüßung wurde ich von jedem berührt und getätschelt.

„Es hat Glück gehabt! Woher ist der Wildling gekommen?“, fragte mich Mince aufgebracht.
„Von hinten“, antwortete ich trocken.

„Versteht es nicht“, sagte Mince.
„Glaub mir Mince, ich hab es auch nicht verstanden“, antwortete ich ihm.>> "So war das damals, vor denen sollten wir uns hüten, kommt er uns zu nah, werden wir ihn erledigen", gab Pierre zurück.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Vielleicht hast du es versehentlich provoziert, Onkelchen. Sie sind auch nicht alle gleich, vielleicht ist dieser hier ganz anders. Man muss mehr über sie erfahren, wenn sie eine Gefahr sind, um ihnen angemessen begegnen zu können. Wir sind doch alle bewaffnet, lasst uns versuchen, näher heranzukommen.« Cyrano bemerkte, wie Bolek ihrem Truppführer einen besorgten Blick zuwarf. Das war gut, vielleicht würde Bolek eines Tages ein so tüchtiger Tuteur für ihn sein wie Mitchell für Maximilien. »Mach ein paar Aufnahmen mit dem Helmcom, Anakonda«, bat Cyrano und bog ab, um sich dem Grauen zu nähern. »Wozu dienen überhaupt diese merkwürdigen Namen?« Langsam ging er auf das Geschöpf zu, was oben auf dem Trümmerteil hockte.

Pierre Agramant de Souvagne
"Ich habe ihn nicht provoziert, ich habe gar nicht gewusst dass er dort war. Falls ich ihn tatsächlich provoziert haben sollte, dann ganz ohne mein Wissen Cy", erklärte Pierre.

Vas
Vas hob die Hand und entsicherte seine Waffe. "Gut gehen wir ein Stück näher, aber macht das Ding irgendwelche Anstalten uns anzugreifen, wird geschossen. Unser Augenmerk gilt der Krone und unserer Gruppe", warnte Vas Cy vor, während er ein Bild von der Kreatur mit dem Handcom schoss.
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"Irgendwie hat es Ähnlichkeit mit seiner Hoheit Oliver", sagte Vas erstaunt.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Aber das ist doch ein Mensch«, stellte Cyrano erstaunt fest. Für ihn sah das Geschöpf aus wie ein ganz normaler Mann, vielleicht etwas missgestimmt und mit seinen Staubsaugerschläuchen über der Brust und dem Lendenschurz etwas merkwürdig gekleidet, aber eindeutig menschlich. »Wie Oli, in der Tat. Ein ganz normaler Mann mit Glatze und ein paar Tätowierungen im Gesicht. Leute, wenn Ihr mit Euren Mündungen genau auf sein Gesicht zielt, ist es kein Wunder, falls er nun merkwürdig reagiert«, tadelte Cyrano, der die roten Laserpunkte bemerkte, die über die Stirn des Kahlköpfigen flimmerten. Cyrano nahm sein Atemgerät ab und ließ es um seinen Hals baumeln, damit der Mann sein Gesicht sehen konnte. Da sie hier unter Obenza waren, versuchte er sich mit seinem eingestaubten Rakshanisch. »Tegu ia, Taksha«, grüßte er freundlich und wiederholte das Ganze noch mal auf Asameisch, damit ihn alle verstanden. »Ich grüße dich, Freund.«

Vas
Wildling: Der Wildling musterte misstrauisch die Gruppe die sich näherte und ihn mit ihren Donnerbüchsen anvisierten. Er blieb hocken wo er war, es waren zuviele von den Strays. Und bestimmt waren sie wieder unterwegs um Nutzlosen zu helfen. Plötzlich sprach ihn einer der Strays an und er musste sich zusammenreißen nicht zu zucken. Warum sprach ihn ein Stray an? Noch nie war ein Stray in ihrem Clan erschienen. Gab es einen Stray hier unten, musste man versuchen in einzufangen, sie hüteten Wissen. Ziemlich viel Wissen wie Cest gerade feststellte, gewaltiges Waffenwissen. "Wieso nennt der Stray mich Freund? Ihr kommt nur zu den Separe, den nutzlosen Fleischvieh. Warum nennst Du mich Freund?", krächste der Wildling.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Zu Cyranos Verwunderung antwortete der Mann auf Asameisch. »Seht ihr, er ist ein Mensch, vielleicht sogar ein Almane, der hier verunglückte, am Ende ein Souvagner!« Cyrano setzte sich in einiger Entfernung zu dem Mann auf ein Trümmerteil. Er legte die Waffe zu Boden und zog einen Proteinriegel aus der Tasche. Er riss die Verpackung auf und legte den Riegel zwischen sie beide auf den Boden, so dass der Mann ihn sich nehmen konnte. »Für dich, etwas zu essen.« Er fragte sich, wie lange er schon hier unten war, was er alles erlebt und überlebt hatte. Sicher war er hungrig, hier unten herrschte vermutlich ein Mangel an allem, stellte Cyrano mit Blick auf die dunklen, langen Fingernägel fest. Alles in ihm wünschte sich, diese Fingernägel zu schneiden und zu reinigen. »Ich nenne dich Freund, weil ich kein Feind bin. Wir sind nicht hier, um dir etwas zu tun, wir sind Gäste auf der Durchreise. Von den Separet weiß ich nichts, wer sind sie?« Er kannte zwar Pierres Version, aber noch viel mehr interessierte ihn die des Mannes. »Ich bin Cyrano«, stellte er sich vor.

Vas
Wildling: "Separe? Das ist Fleisch, Beute. Wir jagen sie und essen sie. Manche sind schwer und groß, gute Beute. Andere sind klein und dürre, leichte Beute. Manchmal fallen Menschen von oben herein, sehr gute Beute. Sehr dumm. Was ist das? Was ist mit Deiner Waffe? Willst Du mir die schenken? Cest, das bin ich", sagte der Wildling und griff den Riegel. Er roch dran und legte ihn zurück. "Da ist kein Fleisch drin", sagte er tadelnd.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Hat jemand einen herzhaften Riegel, am besten mit Fleischgeschmack?«, fragte er in die Runde. »Er möchte kein Kiwi.« Gut, ein grüner Riegel war vielleicht nicht die beste Wahl gewesen. Cyrano nahm den Riegel und biss demonstrativ ab, um zu zeigen, dass er ihm etwas Gutes hatte tun wollen, auch, wenn es missglückt war. »Die Waffe habe ich abgelegt, weil ich sie gerade nicht brauche. Aber ich kann sie dir nicht schenken, wir haben noch eine gefährliche Reise vor uns, Cest.« Er fragte sich, was gerade in Pierre vorging, als er erfuhr, dass dieser Mann seine geliebten Separe zum Fressen gern hatte. Dabei sah er überhaupt nicht wie eines der Monster aus, die es hier unten geben sollte. »Wenn du kein Separe bist und kein Stray, was bist du dann?« Er hoffte, dass Yoyo oder Vas oder wer auch immer nun für die Dokumentation verantwortlich war, alles aufzeichnete. Cyrano fand diese Reise großartig und er verstand nicht, warum Rivkin ihnen allen unnötige Sorgen bereitet hatte mit seinen endlosen Warnungen. Cyrano bemerkte, wie Younes die ganze Zeit nach oben blickte.

Younes Morland
Den fremden Mann würdigte Younes keines Blickes, er sah unentwegt hinauf und ließ den Blick über all die Fenster und sonstigen Spalten schweifen, die wie schwarze Augenhöhlen waren. »Wir sind hier wie auf dem Präsentierteller«, sprach er besorgt. »Das ist nicht gut, Rivkin hatte uns davor gewarnt, auf offenen Flächen zu verweilen. Und der Kerl da sitzt genau auf der Engstelle und versperrt sie.«

Vas
Vas nickte knapp. `Du hast Recht, er ist der Lockvogel. Lasst uns ganz langsam abrücken, wer weiß wo die anderen hocken. Majestät sehen sie wo die anderen von dem Kerl hocken?´, übermittelte Vas an Pierre. `Keiner schießt auf den Lockvogel, sonst fangen wir uns von wer weiß wo was ein. Solange der Kerl redet, werden seine Leute nicht feuern´, übermittelte Vas.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute sich die Häuser in der Nähe an und wechselte durch alle Sichtmodi. `Die Wände sind hier zu dick, die ganze Masse ist gestaucht, von daher könnten sie sich überall befinden. Kabir?´, fragte Pierre den Sentir.

Kabir
Kabir schloss halb die Augen und versuchte Gedanken zu orten, etwas das auf Personen schließen lassen würde. Mitten in der Bewegung hielt der Psyoniker inne und blinzelte. `Schon dabei, Yo und Rivkin haben Recht. Das ist zu ruhig. Die Burschen sind gut, sie sind nicht über oder bei ihm... die Kerle sind in den Trümmern und zwar hinter uns... Aber noch sind sie nicht auf Krawall aus, sie sind... neugierig? Ja sie sind neugierig...´, warnt Kabir per Interkom.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano hörte seinen Freunden zu, aber er konzentrierte sich weiterhin auf Cest. Er verließ sich ganz auf den Schutz der Truppe. Er glaubte nicht an einen Hinterhalt, eher an eine normale Vorsichtsmaßnahme dieser Menschen. »Niemand scheint einen Riegel mit Fleischgeschmack für dich zu haben«, sprach er bedauernd und hoffte, Cest würde ihm trotzdem seine Fragen beantworten.

Wildling:
"Dann hast Du was anderes zu tauschen? Splittereier nehme ich auch. Was wir sind? Wie was wir sind? Was ist das für eine Frage? Was bist Du? Wir wohnen hier, oder meinst Du mein Clan? Wir sind die Grauen. Wir wurden von den Ältesten erschaffen! Und das Schicksal weißt Du nicht Stray! Du bist kein Sternenkundler oder doch? Habt Ihr Sternenkundler, Magie und Legenden? Den anderen von Euch, ich glaub den kennen wir, das ist der Drachenfresser oder? Der Drachentöter?", fragte Cest und nahm Cy den Riegel aus den Mund.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Ist einer von euch unter dem Namen Drachentöter bekannt?«, fragte Cyrano in sein Interkom. Den Riegel überließ er dem Mann. »Die Grauen, aber du bist doch gar nicht so grau. Etwas blass, aber das ist Oliver auch. Der Älteste ist also euer Stammvater, ihr ehrt eure Altvorderen, genau wie wir.« Cyrano überlegte, was er tauschen konnte. Schließlich zog er einen altmodischen Kugelschreiber hervor, den er in Obenza als Werbegeschenk des Schlüsselmuseums erhalten hatte, zusammen mit einem kleinen Zettelblock. »Das hier könnte ich dir schenken. Kennst du so was? Natürlich haben wir Sternenkundler, es sind unsere Astrologen. Magie und Legenden haben wir so viele, dass ich sie dir in einer Woche ohne Pause nicht am Stück erzählen könnte.« Er überlegte, was wohl ein Splitterei sein mochte. Doch keine Granate?

Pierre Agramant de Souvagne
`Das war einst ich vor langer Zeit, ich landete unsanft hier im Taudis und wurde von einer Gruppe Separe aufgelesen. Sie nennen uns Strays, also Streuner, damit sind weiße oder helle Wesen gemeint wie wir. Menschenähnlich, sie kamen um einst zu helfen. Wer immer sie waren ich weiß es nicht, die Separe hielten mich für einen von ihnen. Hier unten lebte ein gigantischer Aligator, er war wirklich riesig. Die Separe konnten wegen ihm nicht mehr auf Jagd gehen, sie nannten ihn den Drachen. Ich erschoss das Vieh mit dem Scharfschützengewehr und so aßen wir "Drachenfleisch", aber dass die Wildlinge sich daran erinnern... bei der Jagd hat mich einer von ihnen angegriffen. Also kurz danach, er wollte mein Gewehr rauben. Die Separe haben ebenfalls Legenden. Sie sprechen eben von den Streunern, sie stellen sie als Hunde dar, weiße Hunde. Aber es sind wie gesagt wohl Menschen oder GMOs die menschlich aussehen. Darum nennen sie uns so, am ehesten würde wohl Oli in das Bild passen. Aber wie gesagt, die Separe dachten ich wäre einer und so behandelten sie mich auch. Dafür dachten sie ich wüsste auf jedes Problem eine Antwort oder ich hätte die Lösung´, übermittelte Pierre.

Wildling:
"Das hat nichts mit der Farbe zu tun. Grau ist die Vorzeit, vor dem hier. Daher stammen wir, der Älteste ist ein Gott, er erscheint im roten Turm. Wenn der rote Turm zu rumoren und zu singen beginnt, versammeln wir uns und beten. Schlachten Opfer, schmücken den Turm, tanzen und singen und dann wird er zu uns sprechen. Dazu müssen die Sterne günstig stehen. Was ist das für eine Waffe? Ich kenne das nicht. Wir haben nicht soviel Zeit, ich kann nicht Wochen mit Dir reden Stray", sagte Cest und probierte einen Bissen von dem Riegel. Er hielt beim Kauen inne und starrte Cy an. "Das schmeckt nach Pflanze!", beschwerte er sich.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Manche Pflanzen kann man essen, es schmeckt nach einer Frucht«, klärte Cyrano ihn auf. »Meine Waffe? Es ist eine Maßanfertigung, ein Einzelstück nach meinen Wünschen. Es ist eine moderne Hellebarde mit dem Namen Foudre. Den Kugelschreiber möchtest du nicht haben? Dann nehme ich ihn wieder mit. Schade, dass du keine Zeit hast, aber vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder. Ich habe noch so viele Fragen. Zum Beispiel, was das für ein roter Turm sein mag? Aber ich werde dich nicht weiter aufhalten, du hast sicher heute noch viel zu erledigen. Danke für das angenehme Gespräch.« Er erhob sich und nahm seine Waffe wieder zur Hand.

Wildling:
Der Wildling stand auf und musterte Cy. "Du hast mir nicht gesagt, ob Du mir ein Splitterei schenkst. Du hast doch bestimmt eins. Der rote Turm ist ein Turm der rot ist. Das ist ganz einfach. Er ist ein runder, roter, riesiger Turm. Er steht in unserem Clanhaus, also unserem Abschnitt. Das ist aber für Dich nicht wichtig. Hast Du Zwicker? Die langen mit der Spitze?", fragte Cest.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Einen Zwicker? Wie sehen diese Zwicker den aus? Vas, könntest du mir bitte eine Handgranate reichen?«, fragte er den Truppführer.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schüttelte den Kopf. "Wir können ihm keine Handgranate aushändigen, denn er könnte sie gegen uns benutzen. Er soll sich etwas aussuchen das keine Waffe ist", antwortete Pierre gelassen.

Wildling:
"Das habe ich schon, einen Zwicker! Hattest Du schon mal so ein Kratzen? Sie helfen dagegen. Es ist lang und spitz mit einer Nadel vorn. Das ist ein Zwicker. Zeig mal was Du dabei hast, dann tauschen wir was", bot Cest Cy und Pierre an.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Warum sollte er das tun? Vielleicht möchte er sich damit schützen. Cest, wozu benötigst du das Splitterei?« Er rätselte noch immer, was für ein Zwicker das sein könnte. Vielleicht eine Spritze mit Cortison gegen Hautkrankheiten? »Und wo juckt es dich? Manchmal hilft eine Salbe.« Cyrano trug kaum etwas bei sich, da er sich ganz auf den Schutz der Truppe verließ, ebenso, dass man ihn rundum versorgte und er sich um nichts, was über seine Amtsgeschäfte als Prince hinaus ging, Gedanken machen musste, wenn er nicht wollte. Kugelschreiber waren also kein gutes Tauschgeschäft. Schließlich zog er eine Pinzette aus der Tasche. »Benötigst du so etwas? Damit kann man kleine Splitter aus der Haut ziehen.«

Wildling:
"Wozu ich so ein Ei brauche? Für die Jagd. Ich erkläre Dir das, Du solltest das aber wissen in Deinem Alter. Du siehst eine Gruppe Separe, dann nimmst Du ein Splitterei siehst das Stäbchen und wirfst es zwischen sie. Dann spuckt es Splitter, viele sind verletzt oder tot. Schon hast Du Beute. Ganz leicht. Splittereier sind selten und sehr gut für die Jagd. Hast Du schon mal gejagt Cyrano?", fragte Cest und befühlte Cys Gesicht. "Ja Milben jucken meine Haut, Deine ist schön", sagte er grinsend und man sah seine Zähne.

Pierre Agramant de Souvagne
`CY, sieh zu dass Du Dein Gesicht aus seinen Milbenhänden bekommst!´, warnte Pierre seinen Neffen.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Milben«, rief Cyrano, doch sein Ausruf klang nicht angewidert, sondern erfreut. »Wer ist unser Mediziner? Das ist ein Weg, um unseren guten Willen zu zeigen!« Er dachte gar nicht daran, sich vom Fleck zu rühren, sondern blieb sitzen wie eine Statue, während er darauf wartete, dass jemand sich um die Leiden von Cest kümmerte.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre starrte seinen Neffen an und schüttelte langsam den Kopf. "Cy komm her, wenn Du keine Milben haben möchtest. Luca händige diesem Wildling eine Salbe oder irgendwas aus, das gegen das Jucken hilft. Vielleicht ein Stück Seife", bot Pierre an.

Luca:
"Wie Ihr wünscht, aber ich habe keine Seife einstecken. Hier nehmt dies Hoheit Cyrano. Es ist eine Heilsalbe. Mehr können wir für ihn nicht tun, wir wissen nicht was uns noch erwartet. Der Weg ist noch weit", sagte die Ordensschwester der Saint Verrill und reichte ihm die Salbe.

Wildling:
"Wohin willst Du laufen Cyrano? Du musst die Gebiete beachten. Die Creme nehme ich", grinste Cest und freute sich, dass er etwas geschenkt bekam. Immerhin hatte er noch nichts dafür eintauschen müssen.

Bolek Bovier
»Wenn der Kerl ihn noch einmal anfasst mit seinen verseuchten Griffeln, baller ich ihm den Schädel weg«, grollte Bolek, der das Treiben mit finsterer Miene verfolgte. Zu seiner Sorge um die Sicherheit seines Herrn gesellte sich ein anderes Gefühl im Hintergrund, bohrend und sehr unangenehm. War das Eifersucht? Er warf einen kurzen Blick zu Mitchell und fragte sich, ob das Gefühl normal war. Auf seinen letzten Herrn war er ebenfalls eifersüchtig gewesen, aber das war etwas anderes gewesen. Er riss sich zusammen und konzentrierte sich. Der Laserpunkt glitt wieder in die Mitte von Cests Stirn.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano beobachtete verärgert den roten Punkt. Dann wurde sein Blick wieder freundlich. »Das ist eine Salbe, reibe dir damit die juckende Haut ein und sie wird Linderung erfahren. Schenkst du mir auch etwas?« Er war neugierig, was ein Grauer woll so bei sich trug und als Geschenk verwenden würde.

Mitch
Mitch erwiderte kurz den Blick von Bolek. Er behielt die Position bei, denn so schirmte er Max, Aleron und Cy von den Gefahren hinter ihnen ab. Cest wäre das geringste Problem, ihn konnte man sehen und einschätzen, also benötigte man einen gut gezielten Schuss. Was anderes waren die unsichtbaren Feinde. Mitch nickte knapp, er kannte den Blick, wenn jemand seine Leute befummelte, fühlte er genauso.

Wildling:
"Gut das mache ich, dass ist ein guter Tausch. Hier das ist für Dich, ein kleines Knochenmesser. Du warst freundlich Stray, das erkenne ich an. Nimm das Knochenmesser von mir, ich schnitze mir ein neues. Ein guter Tausch für die Salbe. Dein Heiler ist gut, wenn das hilft. Wir reiben uns mit Blut ein, aber das hilft nicht so viel", sagte Cest und legte das kleine, geschnitzte Knochenmesser vor Cy hin. "Ich hab das geschnitzt, das gehört jetzt Dir", sagte er und tippte auf das Messer.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano betrachtete das kleine Geschenk ausführlich. Das Messer war mit viel Sorgfalt erstellt worden und vermutlich aus dem Knochen eines Separe. »Danke, Cest. Das ist ein sehr schönes Messer. Sehen wir uns wieder? Oder wie wäre es damit. Du führst uns über sichere Pfade und wir schenken dir dafür Splittereier?« Cyrano war begeistert von seiner Idee. So hätten sie gleich einen einheimischen Führer und er könnte ihn unterwegs weiter zu seiner Kultur ausfragen. »Du könntest uns zum roten Turm führen! Habt ihr diesen Turm erbaut?«

Wildling:
"Das kann ich machen, aber dann brauch ich auch was Fleisch, sonst hab ich nichts zu essen. Wenn man mit uns tauscht, tauschen wir auch. Das ist Brauch bei uns. Zum roten Turm? Das mach ich, dann kannst Du ihn anschauen und beten. Wir haben den Turm nicht erbaut, wir bauen nichts. Was wir brauchen suchen wir und manchmal hängen da noch Separe oder Menschen dran. Wir nehmen es ihnen weg. Du willst zum roten Turm, dann führ ich Dich. Danach muss ich zurück zu meinem Clan, bald werden wir jagen. Du bist auf dem Land der Grauen Cyrano. Wenn ich Dich führe, sollen Deine Leute mich nicht bedrohen. Ich gehe vorne weg, ich will keine Löcher im Rücken", sagte Cest und steckte sie Salbe in seinen Hosenbund.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano war vor Freude außer sich. »Vas, hast du das gehört? Ich habe uns einen Fremdenführer organisiert, er zeigt uns ihr Heiligtum! Bolek soll aufhören, ihm Angst zu machen. Cest möchte allerdings Fleisch essen, herrje, woher bekommen wir das für ihn?«

Cest:
"Ich hab keine Angst, ich will nur nicht durchlöchert werden. Das macht mich nicht ängstlich, sondern tot", gab Cest zu bedenken.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Noch schlimmer«, ärgerte sich der Prince. »Vas, du bist der Truppführer, ich darf hier unten keine Befehle geben. Also walte doch bitte deines Amtes!«

Vas
"Ich habe es klar und deutlich vernommen Hoheit, meine Sorge bleibt bestehen. Wir nehmen das Angebot der Führung an, gut ausgehandelt. Aber wir werden trotzdem den Weg auf unseren Karten nachvollziehen und überprüfen. Die Waffen werden nicht auf ihn zielen, ganz ruhig Eure Hoheit. Ich bin gerade dabei", sagte Vas freundlich. "Gehen wir", forderte er Cest auf.

Cest:
Cest sprang von dem Trümmerteil und schaute sich um. Dann marschierte er an die Spitze der Truppe und schaute sie an. "Ihr müsst mir nur nachgehen. Wir haben getauscht, da werde ich Euch nicht in eine Falle führen. Das ist gegen das Dogma. Passt auf Eure Füße auf", sagte Cest und gab den Weg vor. Dabei lief er geschickt und leichtfüßig durch das unwegsame, triste und hochgefährliche Terrain. Der Weg war das Ziel - der rote Turm. Einlass in den wahren Abgrund.

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Pierre Agramant de Souvagne

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Durch das Trümmerlabyrinth

#2

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » So 12. Mai 2019, 03:59

Durch das Trümmerlabyrinth


Weiter ging der Marsch durch die ewige Dunkelheit von Taudis 42. Die Tuteurs hielten sich mit den Waffen im Anschlag dicht zu allen Seiten der Truppe. Younes summte die ganze Zeit vor sich hin, Cyrano hörte es durch sein Interkom. Vielleicht versuchte er auf die Weise, seine Nervosität zu überspielen. Cyrano für seinen Teil war bester Dinge und freute sich über den Führer, den sie zum Preis einer Hautsalbe bekommen hatten. Cest kletterte und ging vorneweg. Obgleich er keinerlei Hilfsmittel hatte, keine Seile, keine Karte, keinen Kompass, nicht einmal Schuhwerk, übertraf er an Gewandtheit jeden einzelnen von ihnen. Er war hier unverkennbar zu Hause. Sie passierten mit Trümmerhügeln bedeckte Gassen zerdrückter Häuser und folgten eine Weile einem Schienensystem, ehe Cest in einen alten Fluchttunnel abbog. Cyrano hatte inzwischen jegliche Orientierung verloren.
›Ich packe meinen Koffer und packe ein: Mein Handcom‹, hörte er Younes im Interkom.
Kurz darauf antwortete Enzo: ›Ich packe meinen Koffer und packe ein: Yoyos Handcom und einen Proteinriegel.‹
Es folgte eine Pause. ›Bolek‹, erinnerte Younes.
›Also schön. Ich packe meinen Koffer und packe ein: Yoyos Handcom, einen Proteinriegel und ein Kissen.‹
Ein kleiner Steinschlag polterte hinter ihnen in die Tiefe, doch niemand wurde verletzt. Dafür sah der Weg nun völlig anders aus als vorher.
›Die pseudoseismischen Prozesse hier unten werden vermutlich durch das Gewicht der Stadt verursacht, die über uns steht‹, erklärte Oliver. ›Obenza wächst immer weiter nach oben und die unteren Etagen werden in den Untergrund gedrückt. Brücken werden zu Straßen umgeformt und der unterste Teil der Grube somit versiegelt. Fertig ist die neue Untergrundetage des Taudis. Je tiefer man steigt, umso brüchiger wird es, umso enger sind die Gänge.‹

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hörte sich mit einem Schmunzeln das Spiel der Tuteurs an, während Cest sie wie eine ledrige Raubkatze durch die Katakomben des Taudis führte. Einiges kam ihm bekannt vor, aber er konnte nicht sagen ob dies Einbildung war, oder tatsächliche Erinnerung. Hier war ständig alles in Bewegung und wie sie einen Moment später feststellen mussten, sogar die Decke. Pierres Blick wanderte nach oben. Dunkelheit und in der Dunkelheit... Schatten? Dinge die noch dunkler waren als das Schwarz der Endlosigkeit und sich dort scheinbar so mühelos fortbewegten, wie Cest auf dem Müll übersähten Boden. Pierre schaute einen Moment länger, bis die Bildparalaxe ihn warnte - Warnung - in 7,23 Meter Höhe koordinierte Verfolgung, Verfolger unbekannt, Spezies unbekannt, Ziel Freund/Feind-Erfassung nicht möglich, Wärmeabtastung nicht möglich, generelle Zielerfassung nicht möglich.... `WARNUNG an alle, wir haben Besuch´, teilte Pierre sofort seiner Gruppe mit und spiegelte die Warnung seines HUD des Puce Chip auf ihre Interkoms, während er die P8 aktivierte und die Gauswaffe hochlud. `Bis jetzt scheinen sie uns nur zu folgen, wappnen für einen Angriff von oben. Cy, frag Deinen ledrigen Freund, ob er weiß was uns folgt´, übermittelte Pierre und rückte unbewusst nah zu Oliver auf.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano verlangsamte sofort seinen Schritt, so dass die anderen aufschlossen. Er trug eine moderne Hellebarde und wie jeder seines Standes beherrschte er die wichtigsten Kampftechniken, doch war er bislang noch nie in einen wirklichen Kampf verwickelt gewesen. Er kannte nur die Trainingskämpfe auf dem Übungsgelände des Palasts. Nun ergriff auch ihn Nervosität. »Cest«, rief er so leise, wie es ging. »Cest, warte!«

Cest:
Der Graue blieb stehen und trabte dann zurück zu Cyrano um ihm in die Augen zu schauen. Das Vorhaben misslang, dafür war Cest zu klein, mit seinen knappen 160cm. "Was ist los Stray?", fragte Cest und schaute sich um. "Der rote Turm ist nicht mehr weit, nur noch einige Hunderter", sagte er und kratzte sich ausgiebig.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Wir werden verfolgt«, sprach Cyrano ernst und musste auf den kleinen Mann hinabblicken. »Weißt du, wer oder was das ist? Über uns.« Er wies mit der Hellebarde ein wenig nach oben.

Cest:
"Ich weiß!", sagte Cest die Ruhe selbst. Kaum das er die Worte ausgesprochen hatte, umringten die Mündungen der Gauswaffen seinen Schädel wie einen waffenstarrenden Heiligenschein. Cests Gesicht bestand schlagartig nur noch aus Augen und er machte nun seinem Clannamen alle Ehre, er war fast so grau wie Pierre und er schluckte in Zeitlupe. Mit einem seiner dicken, dreckigen Finger schob er ganz vorsichtig eine der Waffen beiseite. "Die Lianen sind das, sie sind harmlos... meinstes... sie hängen und dröseln und... ja das machen sie, wir sollten weitergehen. Weitergehen ja?", bat er fast und aus seinem reißzahnstarrendem Maul klang dies fast schon flehentlich.

Pierre Agramant de Souvagne
"Lianen? Lianen sind Pflanzen, ihre DNS Modulikation wäre sofort identifiziert worden Du schwachsinniger Primat!", zischte Pierre und drückte Cest die Waffe vor die Schläfe. "Was ist da oben, rede oder ich streich die Wand mit Deinem Hirn!", knurrte der Duc.

Cest:
"Was? Ich verstehe nicht was Du sagst. Cy hilf mir doch, ich versteh nicht was der Drachenfresser sagt, er redet in fremden Zungen!", bettelte Cest, dessen Knien zu schlottern begannen, angesichts der grimmigen Gesichter der Tuteurs aber vor allem deren Finger am Abzug.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Er sagt, dass das keine Lianen sein können, weil Pflanzen sich nicht von allein bewegen! Sie dröseln? Was heißt dröseln?«, fragte Cyrano, der sich zunehmend unbehaglicher fühlte.

Aleron:
"Ja das macht er öfter, das können wir doch ganz einfach regeln", sagte der Ex-Duc und richtete seine Taschenlampe nach oben. Keine zwei Sekunden später schaute Aleron ganz ähnlich wie Cest, nur wurde er nicht grau, sondern schneeweiß, während von der Decke ein infernalisches Kreischen kam. "Bei Ainuwar Hängeeiern, rennt!", brüllte Aleron während er die Liane beleuchtete.
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Cest:
"Sie mögen kein.... Bei Erowans Fettsack, sie hassen Licht, bei Licht greifen sie an Du dussliger Stray!", fauchte Cest, während sich die Liane auf sie stürzte.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano starrte fassungslos hinauf auf das riesige Maul, welches das Licht aus der Dunkelheit schälte. Ein zähnestarrender Trichter, groß genug, einen Mann im Ganzen zu verschlingen, umgeben von wuselnden Barteln. Cyrano glaubte zu erkennen, dass dieser augenlose Kopf an einem Schlangenkörper hing, dick und lang wie ein Güterzug. Bewegung kam in das Ungetüm, Speichel spritzte von dem herumschnellenden Kopf über Cyrano. Während seine Kameraden an ihm vorbei trampelten, um sich in Sicherheit zu bringen, stand er nur da und starrte. Cyrano konnte sich nicht bewegen, seine Beine waren zu leblosen Säulen geworden, sein Hirn zu einem schweren Stein. Boleks breites Kreuz versperrte mit einem Mal sein Sichtfeld. Mit seinem eigenen Körper schirmte er den Prince ab, die Waffe auf das Tier gerichtet.
»Bolle!«, kreischte Younes, der sich umdrehte und stehenblieb. Sein Schrei hallte als vielfaches Echo von den Wänden wieder.

Vas:
Scheiße, hiergeblieben und zurück! Gut das wir rechtzeitig drüber gesprochen haben, FEUER!", brüllte Vas und riss den Abzug seiner Waffe durch, während er Cy mit dem anderen Arm umfasste und fast von den Beinen aber in Sicherheit riss. Keine zwei Sekunden später erfolgte das brüllende Stakato der anderen P8 Waffen. Schlagartig glühte die obere Decke im hellblauen Licht der Gaussfelder, ehe die Lianen zerrissen wurden und in einem Feld von Antimaterie verschwanden. Vas schaute sich um, wer mit einer Antimateriewaffe gefeuert hatte und blickte Pierre in die Augen. Der Duc blinzelte in Zeitlupe, als nonverbales Zeichen für "alles ist gut". Vas wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht und schaute Cy an. "Alles in Ordnung mit Euch Hoheit?", fragte er besorgt.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano war mindestens so blass wie Aleron. Ganz langsam nickte er und begann zu zittern, doch nach einigen Augenblicken hatte er sich wieder so weit im Griff, dass er sprechen konnte. »Alles in Ordnung. Es ist ja noch einmal gut gegangen, dank euch allen. Ich habe wunderbare Nahaufnahmen gemacht, falls Younes nicht dazu gekommen ist. Ist irgendetwas von dem Gewebe der Liane noch verwertbar? Dann nehmt davon etwas mit zur späteren Analyse.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Nein da ich sie atomarisiert habe, ich war leicht besorgt, um Dich Cy, lass uns weitergehen. Ich vermute das wird nicht die erste und letzte Liane gewesen sein, die uns begegnet. "Gibt viele, keine Sorge", warf Cest hilfreich ein, was Pierre mit einem grimmigen Blick quittierte. "Aleron sei so gut und strahle bitte nichts mehr an der Decke an, oder am Boden, auch nicht an den Wänden, oder im Unterboden, oder in Zwischenwänden, einfach nichts... Dankeschön", sagte Pierre und stieß Cest mit dem Kolben seiner Waffe wieder nach vorne. "Lauf voran, dafür haben wir Dich bezahlt Wildling", befahl der Duc und schaute rückversichernd zu Oliver, ehe sie Cest wieder folgten.

Cest:
"Die Liane war nicht meine Schuld, die sind doch immer da", maulte der Graue und übernahm wieder die Führung. "Hab doch nicht gewusst, dass einer Lichtträger ist und rumfunzeln muss, sowas", schmollte der Wildling und führte sie bewusst schnell weiter.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano schämte sich, dass er sie alle in Gefahr gebracht hatte. Er nahm sich vor, es das nächste Mal besser zu machen und sofort den Befehlen folge zu leisten. Wobei er hoffte, dass sie im Roten Turm in Sicherheit sein würden. Er beeilte sich und schloss wieder zu Cest auf. »Ist der Rote Turm ein sicherer Ort? Du musst uns das nächste Mal warnen, wenn du weißt, dass sich ein gefährliches Wesen nähert. Und du musst uns sagen, wie wir uns verhalten müssen. Wir kommen von der Oberwelt, da gibt es solche Geschöpfe nicht. Wir konnten nicht wissen, dass Licht sie wütend machen würde.«

Aleron:
Der ehemalige Duc schritt neben Cy einher und legte ihm tröstend einen Arm um die Schulter. "Es war meine Schuld, ich hätte nicht einfach nach oben leuchten sollen. Aber normalerweise ist es doch so, dass Wesen die in der Dunkelheit leben bei Licht fliehen. Wobei dieses Ding nur so Glüh-Tentakeln hatte und sehr viele Zähne. Extrem viele, scharfe Zähne. Ich habe mich selbst gewaltig erschrocken und keinen absichtlich in Gefahr gebracht. Und das waren nicht die Schatten, die ich meinte... sie leben im Nebel. Dürfte ich bitte auch eine Waffe haben?", fragte er vorsichtig in die Runde.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Du benötigst keine Waffe, du hast die Tuteurs, Aleron, und die Grasschlangen. Sei unbesorgt. Wesen der Dunkelheit werden oft von Licht angelockt, wenn sie die Sinne haben, es wahrzunehmen. Denk an die Tiefsee, Aleron. Anglerfische. Da fällt mir eine schöne Legende ein, wobei, das ist nicht das richtige Wort, denn es handelt sich um eine wahre Geschichte. Das naridische Wort für Speck ähnelt sehr dem asameischen Wort für Leuchtfeuer beziehungsweise Signallicht. So begab es sich, dass ein naridischer Leuchtturmwart die Leuchtschale seines Leuchtturms mit Speck befüllte, weil er die beiden Worte verwechselte und seinen Auftrag falsch verstand. Das Resultat waren zahllose Schiffe, die an den Klippen zerschellten. Den Schiffsfriedhof gibt es noch heute. Als man diesen Leuchtturmwart wegen fahrlässiger Tötung auf den elektrischen Stuhl brachte, misslang die Hinrichtung - ein Elektriker hatte den selben Fehler begangen und ein Stück Speck in den Schaltkreis eingelötet. Die Moral von der Geschichte: Man sollte nur Leute einstellen, welche die selbe Muttersprache haben. Und: Ein Stück Speck ist kein Leuchtfeuer. Das muss man immer im Gedächtnis behalten.« Wieder besser gelaunt, folgte Cyrano Cest.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musste trotz des ernstes der Lage kichern. "Na wenn es wenigstens Mäusespeck gewesen wäre, das hätte sich für eine Naschkatze noch gelohnt, aber so? Frage in die Runde, bei der nächsten Liane müssen wir aufpassen, was kann sie gewesen sein, wenn sie kein Tier und keine Pflanze gewesn ist? einer eine Idee?", fragte Pierre in die Runde, während er die Umgebung und Oliver im Auge behielt.

Oliver Vallis de Souvagne
»Was an hunderten zerschellter Schiffe witzig ist, erschließt sich mir nicht, abgesehen von dem Umstand, dass es offenbar naridische Schiffe waren. Da kommen Menschen sinnlos zu Tode und ihr lacht. Schöne Moral. Was die Liane betrifft, so halte ich sie für ein Tier, das optisch an eine Pflanze erinnert. Das kennt man ja von Gespensterschrecken, die sich als Blattwerk ausgeben. Dieses Wesen hier gibt vor, Liane zu sein. Theoretisch ist es auch möglich, dass es sich um eine mechanische Wesenheit handelt, aber das halte ich hier unten für sehr unwahrscheinlich.«

Maximilien:
"Nicht Tier, nicht Pflanze - Pilze. Sein Kopf erinnerte mich an diese Leuchtpilze. Und manche Schleimpilze sind durchaus in der Lage ihre Position zu wechseln. Langsam zwar, aber sie können es. Vergleicht es mit einem Schwamm, das ist ein Tier, ist aber festgewachsen. Das Ding könnte soetwas wie ein verformter Fungi-Lii gewesen sein, oder das was Eure Wissenschaft daraus gemacht hat. Einen Pilz würde niemand entdecken, der nach einem Tier sucht über Eure Elektronik. Irgendwer hat doch auch von Fleischblumen erzählt, ich meine Rivkin wäre das gewesen. Warum sollte diese Kreatur dann kein GMO-Pilz sein? Geschaffen um ungesehen zu töten, oder wenn jemand das Licht anmacht. Und wer würde Licht entzünden? Jemand der Licht benötigt. Also Menschen, damit hat es seine Opfer", schlug Max als Lösung vor.

Oliver Vallis de Souvagne
»Weil Pilze kein Nervensystem haben«, verteidigte Oliver seine Hypothese. Doch dann wurde er nachdenklich. »Es sei denn ... er hat das Nervensystem eines anderen Organismus infiltriert und sich nutzbar gemacht. Ein Parasit, ähnlich eines Hautpilzes, der die Steuerung des Wesens übernahm und sich seinen ganzen Stoffwechsel nutzbar machte. Wenn es das ist ... sollten wir sofort alle Atemgeräte mit Sporenfilter anlegen!«

Pierre Agramant de Souvagne
"Damit hast Du völlig Recht Schatz, aber Pflanzen haben etwas vergleichbares wie ein Nervensystem, jedenfalls geht man davon aus. Forscher konzentrieren sich dabei auf ein Organ der Pflanzen, das als mögliches Übermittlungssystem für elektrische Impulse eindeutig in Frage kommt und das sogenannte Siebröhrensystem auch Phloem genannt. Es handelt sich um ein Leitungsnetz aus miteinander gekoppelten Zellen, das sich durch die ganze Pflanze zieht. Im Phloem werden unter anderem Zucker und andere Stoffe transportiert. Ob in diesem Netzwerk auch elektrische Impulse in der Pflanze vermittelt werden, war lange Zeit nicht nachweisbar. Es fehlten einfach geeignete Messinstrumente, die sich exakt an das feine Siebröhrensystem anschließen lassen.Dieses Problem haben Forscher raffiniert gelöst. Sie engagierten Spezialisten, die ihre Messfühler stets zielsicher ins Siebröhrensystem von Pflanzen rammen nämlich Blattläuse. Die Pflanzenparasiten zapfen das Gefäßsystem mit ihrem Stechrüssel an, um an die nährstoffreichen Säfte zu kommen. Für ihre Untersuchungen klebten die Forscher den Insekten nun einen feinen Draht an den Rücken und verbanden ihn mit einer Elektrode, die im Wurzelgrund der Pflanze steckte. So bildete sich zwischen Siebröhrensystem, Laus und Boden ein Stromkreis, über den sich die elektrischen Signale in den Leitungen messen ließen. Eigentlich ganz einfach, die Läuse dienten als Transmitter. Und siehe da, sobald eine Pflanze mechanisch verletzt wird oder Kälte ausgesetzt wird, schickt sie elektrische Impulse durch ihren Körper. Interessanterweise verursacht eine Verletzung dabei völlig andere elektrische Signale als ein Kälteschock. Ein Schnitt an einem Blatt löst Impulse aus, die sich über mehrere Minuten hinziehen. Kälte führt hingegen zu schnelleren, kurzen Impulsen. Folglich haben sie eine Art von Nervensystem, sie haben ihre eigene Lösung gefunden. Was nicht verwunderlich sein dürfte, denn Pflanzen existieren wesentlich länger als Tiere und sie hatten somit wesentlich mehr Zeit um sich ihrer Umwelt anzupassen. Bedenkt doch nur, wie sie auf Musik reagieren, aber haben Pflanzen "Ohren"? Ihr wärt erstaunt", sagte Pierre und streichelte Olivers Hand. "Nein es ist nicht witzig wenn andere Personen sterben, aber das war zur Aufmunterung erzählt Oli, versuch Dich zu entspannen", bat Pierre und übermittelte ihm... `Ich passe auf Dich auf´.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver schenkte seinem Mann einen tiefen Blick. »Liebling, ich bin nicht angespannt. Ich finde diese Art von Humor einfach völlig geschmacklos, auch wenn es Naridier waren. Also war diese Liane nun eine Pflanze oder ein Pilz oder, wie von mir vorgeschlagen, ein vom Parasiten völlig vereinnahmter Organismus? Völlig gleich momentan, lasst uns weitergehen, bevor weitere davon angelockt werden.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre nickte zustimmend, während er den Sichtmodus wechselte und hoffte so wenigstens rechtzeitig eine feindliche Kreatur auszumachen, er suchte nicht mehr nach Wärmebildern, DNS-Sequenzen, Spezies oder Lebensformen, er suchte nach Bewegung - was sich bewegte, konnte angreifen. "Du hast wie immer Recht Oli, wir müssen nicht auf die Stufe der Naridier herabsinken. Diese Liane hat mich neugierig gemacht und nun bereue ich fast sie atomarisiert zu haben. Schneller geschossen als gedacht, Cy spiel mir die Bilder bitte aufs Interkom", bat Pierre während sie Cest folgten.

Cest:
Der Graue führte sie weiter und sie spürten an der Neigung des Bodens, dass es beständig abwärts ging. Eine andere Richtung gab es hier auch nicht, entweder man blieb auf der Ebene des Taudis 42 oder man stieg noch weiter hinab. Hinauf ging es für niemanden, der nicht über ein Flugerät verfügte. Die Luft wurde seltsamerweise immer wärmer, fast stickig und leichter Nebel umzog ihre Knöchel, während Cest sich scheinbar immer wohler und heimischer fühlte. Ihre Stiefel knirschten schon bald nicht mehr über Metallreste und sonste rostige Hinterlassenschaften, sondern das was unter ihren schweren Kampfstiefeln zerbröselte war uralter Beton. Noch einige verwinkelte Gänge weiter und sie standen in einer Art Lobby, die vor Äonen von Jahren ein Hotel gewesen sein musste. Die Wände waren verkrustet von einer dicken braunen Paste, der Boden war übersät von einer Art schwarzem Schleim und seltsamerweise surrten und brummten überall gewaltige Fliegenschwärme umher. "Stray-Freunde wir sind fast da!", freute sich Cest.

Rivkin:
`Laut Auszug des Chips handelt es sich bei der getrockneten Pampe um getrocknetes Blut, vorrangig Mensch und andere GMOs, mein Chip klassifiziert sie als Separe. Wir sollten vorsichtig sein, diese Burschen sind Menschenfresser, oder zumindest Schlächter!´, warnte Rivkin und stupste vorsichtig Younes an, damit dieser noch wachsamer war als jetzt schon.

Younes Morland
Younes stand das Adrenalin bis zu seinem kahlen Scheitel, als er über den glitschigen schwarzen Schleim ging. Dennoch zuckte er nicht zusammen, als Rivkin ihn berührte, er wusste sofort, dass dies eine freundschaftliche Berührung war. Manche Dinge wusste man in solchen Situationen einfach, ohne überhaupt darüber nachdenken zu müssen. Der Meister des Nicht-Denkens ihrer Truppe war Bolek, seine Reflexe übertrafen die von allen anderen, nur, dass er auch oft Scheiße baute, weil sein Unterbewusstsein irgendwie blöd war. ›Niemand von uns ist Separe, vielleicht fallen wir gar nicht ins Beuteschema. Es sei denn, wir marschieren gerade treudoof wie die Lämmer zur Schlachtbank und bezahlen Cest auch noch dafür!‹

Rivkin:
`Das möchte ich nicht hoffen, aber dann nehmen wir Cest die kleine Milben-Made mit. Kann Kabir ihn nicht auslesen oder einer der Magier? Haben wir überhaupt einen Magier dabei? Also ich meine einen Geistmagier, nichts für Ungut Oli-Hoheit´, übermittelte Rivkin freundlich. Er wollte es sich schließlich nicht mit dem Bluthexer verderben.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte Younes, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Gegend und Cest lenkte. `Ich bin ihnen damals in meiner Jugend hier unten schon begegnet. Die Wildlinge fressen hauptsächlich Separe, weil sie vorhanden sind. Aber sobald hier ein Mensch hineinstürzt, fressen sie diesen ebenso. Und falls der arme Kerl noch lebt, foltern sie ihn vorher. Ich hatte mal einst eine unliebsame Bekanntschaft hier unten wiedergetroffen. Also sie und ihre Truppe stürzte mit mir in den Taudis und hier unten bei den Wildlingen, fand ich sie festgebunden über dem Opfertrog wieder mit einem damaligen Freund. Sie fressen also Menschen, aber sie werden uns nicht fressen, wir haben die Waffen dabei um sie zu benutzen. Der beste Stahl nützt nichts, wenn der Wille schwach ist. Unser Wille die Waffen sprechen zu lassen ist nicht schwach. Und sollte einer nur verdächtig hungrig gucken, dann werden wir ungemütlich. Bis dato, friedlich aber wachsam bleiben!´, befahl Pierre.

Cest:
"DER ROTE TURM!", verkündete Cest und blieb vor einem gigantischen, roten Zylinder stehen. Das Ding war gewaltig und verschwand in der Decke des einstigen Hotels. Seine blutrote Außenhaut war umgeben von Spießen an denen Knochen baumelten und einem Totenköpfe entgegengrinsten. Die Zeichnungen auf dem Turm waren Chaosspiralen, Totenköpfe und andere Dinge die man so nicht benennen konnte. "Na was sagt Ihr? Cest hat die Strays nicht belogen. Cy sprich für mich!", bat er und deutete mit breitem Grinsen auf den Turm. "Schön nicht wahr? Fühlt Ihr seine Wärme?", fragte Cest glücklich.

Roter Turm:
http://old.gamegrin.com/game-gallery/al ... t_Clan.jpg

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano stutzte, als er die sterblichen Überreste sah. Schädel unterschiedlicher Form und Größe, Personen, die wie sie hier unten gelandet waren, freiwillig oder durch einen Wink des Schicksals. Cyrano hob unwillkürlich eine Hand vor sein Gesicht, um den Anblick abzuschirmen. Er kannte den gewaltsamen Tod nicht, er hatte sich nicht vorstellen können, das jemand in der Lage war, einem anderen solche Grausamkeiten anzutun. Er konnte es sich noch immer nicht vorstellen. Er ließ die Hand wieder sinken und näherte sich langsam dem Turm. Das Schmatzen seiner Stiefelsohlen beim Anheben der Füße klang überdeutlich in seinen Ohren. Ihm war übel. »Cest«, fragte er leise. »Du würdest so etwas nicht tun. Das waren die anderen, du wolltest das nicht. Sie haben dich bedroht, damit du sie nicht störst in ihrem Treiben.«

Cest:
Der Graue stellte sich neben Cyrano und schaute mit ihm gemeinsam zum Kessel auf. "Schau nur wie schön er glüht. Wir müssen ihn schmücken und Opfer darbringen, dann schenkt er uns Wärme. Und Fliegen, die guten Fliegen sind überall hörst Du sie? Lausch mal. Jeder Feind kennt so unsere Grenze. Sobald er das Blut und die Eingeweide sieht und die Schwärme hört, weiß er dass ist Graues Gebiet, hier hat er nicht zu sein. Wir dekorieren sehr schön und kein anderer hat so mächtige Fliegenschwärme wie wir. Möchtest Du beten?", fragte Cest.

Vas:
"Cyrano betet nicht, nur im Tempel des Ainwuar, Cyrano kommt her und fasst diesen Kessel nicht an. Es sieht für mich jedenfalls wie ein Heizungskessel aus. Einer schon mal etwas ähnliches gesehen? Hoheit hierher zu Eurem eigenen Schutz, gesellt Euch zu Eurem Onkel oder anderen verwandten, bitte", sagte Vas nachdrücklich.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Mit feuchten Augen blickte Cyrano erst Vas an und danndas Geschöpf an, dann nickte er. »Vergesst nicht, dass wir Gäste sind. Dies ist nicht unser Land, sondern ihres und hier gelten ihre Gesetze. Wenn dies ihr Tempel ist und ihr Gott der des Abgrunds, dann sollten wir ihm die Ehre erweisen.« Auch Oliver wollte etwas sagen und Cyrano ahnte, dass es ähnliche Einwände sein würden wie die von Vas, nur noch heftiger. Er gebot ihm mit einer Geste zu schweigen, bevor auch nur ein Laut über seine Lippen kam. »Wer wenn nicht dieser Gott und seine Jünger kann uns hier schützen und sicher wieder hinaufbringen?« Er kniete vor dem Kessel nieder, den Rücken aufrecht durchgedrückt. Er neigte das Haupt, die Hände hielt er locker vor dem Bauch verschränkt, indem eine Hand das Gelenk der anderen umfasste. »Leite das Gebet an«, bat er Cest.

Cest:
Der Graue packte Cyrano und zog ihn auf die Beine. "Das freut mich Mann! Kein Stray hat je den Turm Ehre erwiesen. Warte ja?", bat Cest erfreut und flitzte so schnell davon, dass Vas mit seinem Gleichgewicht kämpfen musste, als der kleine Kerl an ihm vorbeischoss. Einen Augenblick später durfte er erneut kämpfen, da Cest schon wieder zurück war. Die anderen der Gruppe beobachteten gespannt was der Graue mitgebracht hatte. Mitch nahm vorsichtshalber Max in den Arm um ihn abschirmen zu können, während Luca versuchte etwas zu erkennen. Vas überblickte die Truppe und Rivkin zog die Stirn so tief in Falten, dass es aussah als wollten seine Augenbrauen sein Kinn berühren. Pierre schien hin und her gerissen zu sein zwischen Sorge, Neugier. Der einzige der keinen Gesichtsausdruck an den Tag legte war 006 der Medroide. Cest öffnete Cyranos Hand und legte ein Stück Kreide hinein. "Siehst Du das ist Weißstift. Damit beten wir jetzt. Das nimmst Du in die Hand, so", erklärte Cest und machte es vor. Dann trat er an den roten Turm. "Ältester wir erbitten einen sicheren Weg für die Stray. Das erste Mal dass sie zu uns gekommen sind! Halt Deine Krallen über sie und halt ihre Zähne scharf Ältester!", sang Cest und malte voller Imbrunst Chaosspiralen auf den Tank. "Zu Deinen Ehren!", sang er und malte wie besessen.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano war ein sehr religiöser Mensch. Er verehrte gewöhnlich Ainuwar, doch glaubte er nicht, dass dieser es ihm übel nehmen würde, wenn er heute eine andere Gottheit anrief. Ainuwar würde verstehen, denn er war das Wissen und die Vernunft. »Zu deinen Ehren, Ältester«, sprach Cyrano dem Grauen nach und malte seine Chaosspiralen mit großer Sorgfalt. »Ehre sei dir und deinen Kindern, ein voller Magen und ein warmes Bett sei ihr tägliches Gut. Wir kommen als Forscher in friedlicher Absicht. Wir bitten darum, dein dunkles Reich passieren und auch wieder verlassen zu dürfen. Bring alle, die hier in diesem Raum sind, am Ende der Reise wieder wohlbehalten wieder ans Tageslicht.« Er malte eine besonders schöne Spirale.

Maximilien:
Max lehnte sich gegen Mitch und schaute Cyrano dabei zu wie er betete. Cy war wirklich die Reinkarnation von Ciel, auch sein Sohn hätte vermutlich aus Neugier das Gleiche getan und den Ältesten angerufen. Warum der Älteste ausgerechnet ein Heizungskessel war, erschloss sich Max nicht. Aber er versorgte die Wesen in einer beständig kalten, klammen und schmutzigen Welt mit Wärme. Vielleicht sogar lebensrettender und spendender Wärme, wer konnte ihnen die Verehrung also verdenken? Und dankten sie Ainuwar im Herbst nicht auf für all die Gaben die er auf dem Feld wachsen ließ? Dankten sie im Winter nicht zur Jahresfeier für das Herdfeuer? Vielleicht war der Älteste gar nichts anderes, als ihr Verständnis für Ainuwar oder einer Wesenheit, die es trotz aller Härte doch gut mit ihnen meinte. Das letzte bisschen Hoffnung in einer Welt der Trostlosigkeit. Max sicherte seine Waffe, stellte sich neben Cyrano und nahm sich das Stück Kreide. "Der Weißstift heißt Kreide, damit hat man früher auf Tafeln gezeichnet. Tafeln waren Schwarz und aus Schiefer Cest", erklärte Max dem Wildling und malte neben die Spirale von Cyrano ein geflügeltes Auge. "Schutz und ein warmes Herdfeuer für die Grauen, gepriesen sei Ainuwar - so nennen wir unseren Ältesten", erklärte Max und malte eine Spirale um das Auge.

Cest:
Der Graue schaute die Zeichnungen von Cy und Max gerührt an. "Essen und Wärme ja, dass habt Ihr gut gebetet Stray, sehr gut. Er wird vielleicht zu uns sprechen", freute sich Cest und legte seine Hand auf den Kessel. Einen Moment später zog er sie zurück und zeigte ihnen die Brandblasen. "Wärme", strahlte er übers Gesicht.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano lächelte Maximilien dankbar zu, während er in seinem Interkom Olivers wütenden Gedankenhagel abschirmte. Die Brandblasen von Cest hingegen gefielen ihm weniger. »Wie wird dieser Altar beheizt, woher kommt all die Wärme?«

Cest:
Cest deutete auf den Heizungskessel. "Dort heraus, aus dem roten Turm, der Älteste schickt dort Wärme hinein. Und manchmal öffnet er sich und man sieht das andere Land. Manche von uns gehen hinein, werden gerufen. Dann sind sie im Land der Finsternis. Niemand kommt von dort zurück und niemand weiß was dort ist", erklärte Cest und kratzte sich am Kopf. "Muss aber schön da sein, es fühlt sich warm an", erklärte er.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Er ruft?« Cyranos Augen glitten über den Kessel hinweg. »Er muss von unten irgendwie beheizt werden. Sicher gibt es da unten eine verborgene Zivilisation, erwachsen aus der euren. Vielleicht ist das Land wirklich so wundervoll, so dass niemand, der es sah, je wieder in den Taudis 42 zurückkehren möchte?« Cyrano betrachtete seine Handschuhe. Sie waren feuerfest und bis zu einem gewissen Grad schirmten sie auch die Hitze ab. Doch der Kessel war glatt, es gab keine Unebenheiten, an denen ein Mensch Halt fand. Er winkte Mitchell zu sich, da dieser der körperlich Größte von ihnen allen war. »Schieb mich dort hinauf! Ich möchte in die Klappe sehen.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre gesellte sich zu Cyrano und Max, aber er zeichnete nicht, sondern er tastete den Kessel mit den Händen ab, ehe er ihn auf sämtlichen Sichtmodi untersuchte. `Kann von Euch einer einen Schließmechanismus erkennen? Angeblich soll dies die Tür zum wahren Abgrund sein. Neben ihm sind es wohl noch einige Schleusen. Die Schleusen habe ich auf dem Plan, aber kann einer erkennen wie dieses Ding aufgeht? Vor 28 Jahren stand ich schon einmal vor dem Ding und ich hielt es für einen Heizkessel, wir haben ihm keine weitere Beachtung geschenkt. Meine Erinnerung dazu... <<Der schmale Gang dem wir folgten gab auf einmal den Blick auf einen großen roten Heizkessel preis. Auf dem Heizkessel prangte als Zeichen eine Hand. In der Hand war ein Totenkopf abgebildet und um diese „Statue“ herum waren überall Schädel dekoriert worden.

Einige hingen von der Decke, andere waren auf Spieße aufgespießt worden. Die Wände des Raumes waren überall mit Zeichen bedeckt. Totenköpfe, Spiralen, Kraken.

Es hatte fast den Anschein, als beteten sie den Ältesten in Form des Heizkessel an. Der würde sich ein Bein ausfreuen, wenn er das wüsste. Nun gut, so wie ich einmal in dem Taudis gefroren hatte, war das keine so abwegige Vorstellung. Wärme war hier unten was besonders, vielleicht war sie ihnen heilig.

Als wir den Heizkessel halb umrundet hatten, stießen wir auf eine Tür. Die Tür war genauso dunkel wie die Wände und man hätte sie leicht übersehen können. Mince deutete auf sie und ich schob die Tür vorsichtig auf. Zuerst konnte ich nichts erkennen, aber Mince schob sich an mir vorbei und betrat den Raum.

Wir beide standen vor einem großen kreisrunden Becken, dass mit Körpern gefüllt war. Der Essensraum, oder die Speisekammer.

Über dem Becken war eine Konstruktion angebracht und in dieser Konstruktion war eine Frau gespannt. Die Arme und Beine weit von sich gestreckt hing sie da. Wenn ich mir die Schlachtabfälle in dem Becken anschaute, konnte ich mir denken wozu man die Konstruktion verwendete – zum Ausweiden.

Mein Blick folgte den Beinen der Frau und dann schaute ich in ein sehr bekanntes Gesicht. Ich konnte mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, als ich Candice Grineuf erkannte.

Ihr Kopf zuckte nach oben und sie musterte mich zuerst aus brennenden Augen, ehe sie mich erkannte.

„Albino! Befreie mich! Schnell ehe sie wiederkommen!“, befahl sie mir.
„Candice Grineuf, Du bist nicht in der Position um mir Befehle zu erteilen hm?“, gurrte ich und zwinkerte ihr zu.

„Zudem wir nur hier zu gucken“, warf Mince ein.
„Richtig mein Freund“, stimmte ich Mince zu.

Candice musterte mich mit Panik in den Augen. Sie starrte zur Tür und wieder zu mir zurück.

„Gut, hör zu. Wenn Du mich freilässt verhandeln wir“, bot sie mir an.
„Worüber Candice Grineuf? Wenn ich Dich da einfach hängen lasse, hat sich die Sache für mich schon erledigt. Übrigens, scharfe Pose“, prustete ich.

„Witzig Du Idiot!“, brüllte sie mich an.
„Also beleidigen lassen muss ich mich nicht, komm wir gehen“, sagte ich zu Mince und wir machten uns auf den Weg zur Tür.

Wir kamen nicht einmal an der Tür an, da rief sie uns schon hinterher.

„WARTE! Warte! Ich hab es nicht so gemeint! Bitte komm zurück und schneide mich los. Ich bezahle Dir was Du willst, ich schwöre es“, bettelte sie mich an.

Ich drehte mich in Zeitlupe zu ihr um und grinste sie freundlich an....>> .... Wer immer von dort aus ruft, kann es nicht gut mit ihnen meinen. Bedenkt auch Aleron wurde aus der Finsternis gerufen. Wie geht dieses Ding auf?´, fragte Pierre und schaute Oliver an, als wüsste sein Mann auf alles eine Lösung.

Mitch
Mitch gesellte sich umgehend zu Cyrano und hob ihn hoch. "Stell Euch auf meine Schultern, dann könnt Ihr noch höher greifen. Wisst Ihr woran mich der Kessel eigentlich erinnert? Kennt Ihr noch die alten Drehtüren aus alten Filmen? Die die sich ganz langsam drehen und die man wie eine Schleuse verschließen kann?", fragte Mitch und stützte sich am Kessel ab. Er musste ebensowenig die Hitze fürchten, Dank seiner Einsatzhandschuhe.

Pierre Agramant de Souvagne
"Schleusen?", fragte Pierre baff und starrte Oli an, "Denkst Du was ich gerade denke?", hakte er nach.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hatte bei der Erinnerung von Pierre mit den Augen gerollt und schlenderte nun beleidigt beiseite. Cyrano und Maximilien beteten hier unten den Gott der Menschenschlächterei an und Pierre führte sich seine lasterhaften Erinnerungen in aller Ausführlichkeit zu Gemüte. Er gesellte sich zur Schwester der Saint Verrill, von der er ausging, dass sie seine Ansichten zu dem Unfug hier unten teilte.

Luca:
Luca hieß Oliver mit einem freundlichen Nicken willkommen. Die Ordensschwester der Saint Verrill stützte sich dabei auf ihren Kampfstab ab und fragte sich, wie dieses seltsame Gebilde wohl als Schleuse funktionieren konnte. `Na hoffentlich funktioniert diese Schleuse nicht wie eine Art Rohrpost mit der wir durch den Taudis geschossen werden. Sonst nehmt es mir nicht krumm, folge ich Euch zu Fuß mit etwas Abstand. Wir sind Kampfmediziner Hoheit, soll ich Eurem majestätischen Gatten etwas zur Beruhigung geben?´, bat sie via Interkom verschmitzt an.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano stellte seine Hellebarde beiseite, schob ein Knie auf Mitchells Schulter, griff um dessen Kopf, stützte sich mit der anderen Hand an der roten Kesselwand ab und drückte das Bein durch. Nun konnte er sich weiter nach oben stemmen und die Füße auf Mitchells Schultern stellen. Er griff oben auf den Rand des Kessels und zog sich mit einem Klimmzug bis ganz nach oben.

Maximilien:
Max und Mitch schauten Cyrano hinterher. Die gesamte Gruppe folgte dem jungen Mann und sogar Cest schaute, dass ihm nichts passierte. "Sei vorsichtig da oben und verbrüh Dich nicht. Was kannst Du dort sehen Cy?", fragte Max nach oben, während sich Aleron neben ihn stellte.

Aleron:
"Dieses Ding habe ich schon einmal gesehen, in einem.... ja in einem der Träume... auf der anderen Seite schwebten herausgerissene Augen und ich hörte Leid.... unendliches Leid...", wisperte er.

Mitch:
Mitch musterte Aleron, dann Max und zum Schluss schaute er Vas hilfesuchend an.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hingegen hatte ganz andere Gedanken. Er freute sich, dass die Schwester der Saint Verrill genau so fromm dachte, wie er es erwartet hatte. ›Eine medizinische Kopfnuss auf das royale Haupt wäre nicht schlecht‹, schlug er vor.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Also ausgerissene Augen sehe ich hier keine. Aber das ist ganz schön hoch«, rief Cyrano herunter und schaute, was sich unter seinen Füßen befand.

Luca:
Luca öffnete öffnete eine ihrer vielen Taschen und reichte Oliver eine Tablette. `Euer Mann möge diese Tablette schlucken, das beruhigt seine aufgewühlten Nerven, auch in anderen Gegenden, wenn ich so unschicklich über das großherzogliche Verlangen sprechen darf´, übermittelte sie.

Pierre Agramant de Souvagne
Cyrano sah einen großen Kranz, der nicht einfach mit Schrauben, sondern mit seltsamen Verstrebungen und Zeichen gesichert war. Die scheinbaren Schrauben waren drehbar und unter ihnen waren jeweils Zeichen angebracht, Zeichen die man auch auf dem Kranz darüber finden konnte. Allerdings standen sie nicht in der richtigen Reihenfolge, die Zeichen des Kranzes waren nicht mit denen der Schrauben identisch.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Hier oben, das sieht aus wie ein Zahlenschloss, nur mit Symbolen. Man kann die Schrauben drehen, es erinnert mich an eine Tresorschleuse der eibenbergschen Bank. Die Sicherheitsschließfächer da. Kann jemand von euch Schlösser knacken?« Er begann, an den Schrauben herumzustellen und versuchte, die Zeichen darauf mit den Zeichen des Kranzes in Übereinstimmung zu bringen.

Pierre Agramant de Souvagne
Die Schrauben ließen sich problemlos drehen. Nur verstellten sich mit einer gedrehten Schraube zeitgleich mehrere andere. Er stellte somit eine Position richtig, während die anderen sich neu sortierten. Ob richtig oder falsch, konnte er nicht im Blick behalten. Von seiner Warte es aus war es Versuch und Irrtum.

Vas:
"Ich kann Schlösser knacken, warte wir versuchen es gemeinsam", antwortete Vas und tippte Younes an. "Sei so gut und heb mich zu Cyrano hoch, damit wir das Ding geöffnet bekommen", bat er freundlich.

Younes Morland
Younes hob Vas um die Hüfte herum an. »Für einen Menschen bist du ganz schön schwer«, kicherte er. »Wehe, du furzt jetzt.« Er hielt ihn so hoch wie er konnte. »Kannst auch auf mich drauftreten, wenn du noch nicht rankommst.«

Vas:
"Ich werde versuchen meine Winde im Zaum zu halten, das letzte was ich wäre ist ein Mensch Bruder Younes", lachte Vas und stemmte sich nach oben. "Das ist ein Kombinationsschloss und die Zeichen sind auf Demonai, kann dass wer?", fragte Vas.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver beherrschte Demonai hervorragend. Er hatte sein Großes Demonicum während der Ausbildungszeit mit »Ausgezeichnet« absolviert. Er hatte jedoch beschlossen, nicht mehr zu helfen und guckte desinteressiert einen Totenkopf an. Die Tablette mit dem Hängolin wanderte in seine Tasche.

Vas:
"Na wunderbar, Cyrano wir beide werden das Rätsel einfach anhand der Bilder lösen. Also genau schauen müssen, was sieht gleich aus, und dass muss übereinander. Könnte aber auch sein, das bestimmte Zeichen hintereinander müssen. Was weiß ich - 1 auf 2, drei auf vier und so weiter. Es muss nicht immer 1 zu 1, verstehst Du? Schau Dir die Sachen genau an und schaue, ob Du etwas siehst, was sich wiederholt. Das könnte die Kombi sein", erklärte Vas und drehte vorsichtig an einer Schraube, so dass die anderen sich ebenfalls drehten.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano versuchte, ein System dahinter zu erkennen, wie sich welcher Mechanismus auf den anderen auswirkte. »Oli kann Demonai«, raunte er Vas zu. »Aber ich glaube, ihm gefällt nicht, was wir hier machen. Er zieht ein Gesicht wie ein Korgox. Schau mal, hier sind schon zwei gleich. Versuche, sie nicht wieder zu verstellen.«

Vas:
Vas nickte. "Versuche mal sie festzuhalten, während ich eine weitere Schraube drehe. Es scheinen sich immer drei gleichzeitig zu drehen", antwortete Vas und zeigte auf die Schrauben, wenn er eine drehte, zogen zwei mit der Schraube mit. "Es sind neun Schrauben", erklärte Vas nachdenklich. "Das ist doch eine Gleichung oder nicht? Drei mal drei ist neun. Drei drehen sich, wir brauchen noch einen hier oben!", sagte Vas nach unten.

Bolek Bovier
»Ich komme schon«, brummte Bolek. »Yoyo!« Er gab seinem Kameraden einen Wink und Younes half ihm unter deutlich größerer Anstrengung als bei Vas, Bolek auf den Kessel zu hieven. Es war nun hier oben ziemlich eng, stellte Bolek fest. Beiläufig tätschelte er Cyrano, der ihm vorhin einen gewaltigen Schrecken eingejagt hatte. »So, hier bin ich. Was soll ich tun?«

Vas:
"Mit uns gemeinsam an den Schrauben drehen, synchron. Das ist das erste was mir einfällt. Oder in einer Kombi nacheinander. Es sind neun Schrauben und drei drehen immer zusammen. Also muss das einen Sinn ergeben", sagte Vas.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano rieb sich die Atemmaske, so wie man sich sonst nachdenklich das Kinn rieb. »Drei mal drei ist neun. Neun durch drei ist drei. Die drei ist der Schlüssel.« Er schaute sich das Rätsel noch einmal ganz genau an. »Wir sind zu dritt, aber jeder hat zwei Arme, sechs Schrauben werden gedreht, wenn wir mit beiden Händen anpacken. Dann bleiben drei Schrauben statisch. Wir sollten es einmal so versuchen.«

Vas:
Vas nickte zustimmen. "Los Bolle, versuchen wir es, Cy und ich drehen und Du hältst schön fest", bat er und drehte seine Schrauben vorsichtig. Gleichzeitig beobachtete er, was Cy trieb und wie er voran kam. "Das Ding ist kreisrund, kreisrund. Merkt Euch das, vielleicht kommt dass nochmal vor", bat Vaz und schaute wie weit die anderen waren.

Cyrano Fulgence de Souvagne
"Nein, er soll auch drehen", gab Cyrano zu bedenken. "Wir alle drei drehen mit beiden Händen, damit drei Schrauben so bleiben, wie sie sind. Also los, alle gemeinsam!" Er drehte so fest, wie er konnte und auch Bolek strengte sich an.

Vas:
Drehte gemeinsam mit Cyrano mit und ein grauenhaftes Quietschen erklang aus dem Kessel. Mit einem dumpfen Zischen schnappte der Kessel auf und bleicher fast grauer Nebel flutete den Bereich in dem die Gruppe stand. Sie spähten in die Öffnung hinein, konnten aber nichts weiter sehen, als Dunkelheit. Ob dahinter ebenfalls eine Wand folgte, oder ein weiteres Rätsel wussten sie nicht, aber bei einer tatsächlichen Schleuse war dies anzunehmen. Und noch schlimmer war, eine Schleuse funktionierte nur, wenn man die Tür hinter sich schloss. Erst dann ließ sich die Tür vor einen öffnen. Wenn sie sich aus dem Schleusenraum selbst überhaupt öffnen ließ.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Der Decke ist offen«, rief Cyrano erfreut. »Kommt alle Mann hoch! Aleron, jetzt darfst du leuchten, man erkennt hier drin nichts.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute grimmig nach oben und dachte sich völlig privat seinen Teil ´Lass den Armleuchter ruhig leuchten´, aber seine eigenen Gedanken kamen ihm einen winzigen Moment später ungerecht vor. Aleron war hier, weil er ihn dazu gezwungen hatte. Er war zurück im Leben und er war wegen ihm im Taudis. Eigentlich war er der Armleuchter und sogar ein ziemlich mieser dazu. Aber wem der Arsch auf Grundeis ging, der nutzte jede Möglichkeit um sich zu retten. Pierre schaute nach oben, nahm ein Stück Anlauf und sprang dank seiner Kraftverstärker einfach hinein in die Öffnung und weg war er. Wie vom Erdboden verschluckt oder besser gesagt vom Heizungskessel.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver schloss die Augen und zählte gedanklich bis zehn. »Kann der Sack meine Gedanken lesen?«, fragte er in die Runde. Ihm kam der Verdacht, dass Pierre ihm eins auswischen wollte, weil er vorhatte, sich die nächsten Wochen mit Hängolin vollzustopfen. »Worauf wartet ihr unnützes Gesindel«, brüllte er die Tuteurs und die Grasschlangen in einer Lautstärke an, dass der Heizkessel vibrierte. »Euer Duc ist dort drin, holt ihn da raus!«

Vas:
Vas schaute ihn an wie ein geprügelter Hund. "Hoheit, da drin ist nichts, er ist... nunja... weg. Das Ding ist scheinbar unten offen und führt irgendwohin. Wir müssen hinabklettern und ich weiß nicht wie tief es ist. Verzeiht mir die Widerrede, aber Euer Mann ist leider... nun wie sage ich es Recht höflich, ein sehr spontaner Typ ja?", erklärte Vas und stieg auf den Rand des Kessels. "Leute, mit den Schultern an die Wand drücken und mit den Beinen an die andere Seite. Hoffen wir dass die Rutschpartie endet, bevor uns die Kraft ausgeht", befahl Vas und begann mit dem Abstieg. "Darf man einen Duc züchtigen?", fragte er sich selbst und starrte nach unten in den schwarzen Abgrund. Dort sah er mit verschränkten Armen in ungefähr 10 Meter tiefe Pierre stehen der nach oben starrte. Das Wärmebild verriet ihm, dass der Duc alles andere als gelassen war, er war rot - also entweder erregt oder stinksauer. Vas schloss auf letzteres.

Bolek Bovier
Bolek kletterte noch einmal hinab. »Hoheit.« Bolek verneigte sich vor Oliver, was diesen misstrauisch zurückweichen ließ. Er hatte scheinbar geahnt, was nun folgen würde. Bolek packte ihn sich und warf sich den Bluthexer über die Schulter. Hier unten galt das Wort von Vas und es war nur zu Olivers bestem. Mit wütendem Geschrei prügelte Oliver auf Boleks Rücken ein, was diesen nicht weiter störte. »Meine Barrinetta«, rief Oliver. Enzo nahm den Kampfstab an sich, so dass Bolek in Ruhe wieder hinaufklettern konnte. »Schön still halten, Hoheit.« Er tätschelte beruhigend Olivers Rücken, was den Hagel an Schlägen und das Gebrüll noch verstärkte.

Younes Morland
Younes hatte derweil ein Seil am Mechanismus des Deckels befestigt, das er nun nach unten hinabließ. »Sollen wir Euch rausholen?«, rief er hinein.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre grinste als er Olivers Gezettere hörte. Na bitte, es ging doch. `Nein, steigt hinab, hier ist ein weiterer Mechanismus der wie eine alte Uhr aussieht, eine Uhr ein Chrono mit Zeigern. Es scheint antik zu sein, oder sehr sehr alt, vielleicht kann einer damit etwas anfangen. Es ist nur sehr eng hier unten. Ich stehe am Ende des Fallschachts. Geradeaus führt ein Gang weiter. Am Ende des Ganges ist der Chrono an einer Tür, sie zeigt eine Sonne laut Abtastung´, antwortete Pierre Bolle.

Bolek Bovier
Die Tuteurs trugen Klettergurte, wie jedes Mal, wenn sie nach Obenza reisten. Anstelle der mühsamen Kaminkletterei, die Vas sich offenbar anzutun gedachte, klinkten sie ihre Abseil-Acht ein, schlangen das Seil als Schlaufe drumherum und fassten mit einer Hand unterhalb der Acht zu. Wenn man das Seil dort straff zog, konnte man sich mühelos an Ort und Stelle halten, ohne weiter in die Tiefe zu rauschen. Die obere Hand hingegen war dazu nicht in der Lage, das würde einen Sturz ergeben, der erst am Grund endete. Die goldene Regel beim Abseilen lautete, niemals mit der unteren Hand das Seil loszulassen. Den kommenden Sturz konnte man sonst nur noch durch eine zweite Sicherungsleine von oben bremsen oder indem jemand sich von unten mit aller Kraft an das Seil hängte, um es auf diese Weise straff zu ziehen. Doch auf die zweite Sicherheitsleine verzichteten erfahrene Kletterer in der Regel, das war eher etwas für Neulinge oder Leute mit gesundheitlichen Problemen. Nachdem Bolek den Verlauf des Seils kontrolliert hatte, sprang er einfach rückwärts mit ausgestreckten und gespreizten Beinen in den Kessel, was Oliver einen Todesschrei entlockte. Eine Sekunde später donnerten die Stiefel von Bolek gegen die Wand. Er schwang wieder zurück und schaukelte nun frei in der Luft. Während Oliver sich panisch an ihm festkrallte, seilte er sich gemütlich ab, gefolgt von Younes mit Prince Cyrano.
Enzo blickte sich oben um. »Braucht jemand Unterstützung?«

Mitch:
Mitch folgte einige Minuten später mit Maximilien, während Rivkin die anderen abseilte und zum Schluss Luca und Aleron mit sich nach unten nahm. Die Gruppe stand unten in dem engen Tunnel beisammen und zwar so dicht, dass jeder den Atem des anderen spürte.

Cest:
"Strays?", rief der Wildling besorgt von oben. "Soll ich was machen?", fragte er verwirrt.

Oliver Vallis de Souvagne
»Einen kleinen Moment bitte«, rief Oliver unter Aufbietung all seiner Beherrschung hinauf. Dann fuhr er herum und starrte seinen Mann mit einem Blick an, als würde er ihn am liebsten Erwürgen. »Du«, fauchte er. »Erst quälst du mich mit deinen widerlichen Erinnerungen, entweihst den Tempel des Gottes, der unsere Heimkehr garantieren soll, mit deinen unkeuschen Gedanken und wedelst dir einen von der Palme, dann liest du auch noch meine Gedanken aus und rächst dich mit einem Sprung, der dich hätte umbringen können!« Er packte Pierre, den er sonst niemals vor anderen kritisierte, in seiner Aufgelöstheit an den Schultern und schüttelte ihn durch, dass die weißen Haare nur so flogen. »Warum nur bist du so?!«, brüllte er außer sich.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre zuckte bei dem gefauchten Du, reflexartig zusammen. Oliver hielt ihm vor der versammelten Mannschaft eine Standpauke und das vom Feinsten. Pierre konnte es verstehen, denn immerhin hatte er ihn bewusst provoziert, da er sich ausgegrenzt fühlte. Aber als er antworten wollte, packte ihn Oliver und schüttelte ihn durch, dass ihm Hören und Sehen verging und dabei brüllte er ihm auch noch ins Gesicht. Pierre befreite sich mit einer ruckartigen Bewegung, musste durch den Schwung aber einige Ausfallschritte machen. Die hatte er nicht mehr nötig, da er gegen die Wand knallte. Er rieb sich den schmerzenden Schädel und schaute Oliver in der Dunkelheit an. "Oliver beruhige Dich, meine Güte! Ja ich habe Dich gerade provoziert mit dem Sprung und ja ich hätte sterben können. Aber wieso sollte ich sterben? Wer verschließt einen Todesschacht?", murrte Pierre. "Möglicherweise jemand, der nicht möchte, dass andere zu Tode stürzen?", bot Max an. "Danke für den Hinweis Maximilien.... wobei das vermutlich auch hinkommen könnte. Jedenfalls ist das eine Schleuse oder nicht? Also muss es ein anderes Ende geben", knurrte Pierre und strich sich übers Gesicht. "Gut, in aller Ruhe, ich wollte Dich mit der Erinnerung nicht quälen, ich habe nichts entweiht, ich habe mir keinen gehobelt und ich habe Deine Gedanken nicht gelesen. Aber ich habe mich mit dem Sprung gerächt, weil Du mich geschnitten und ignoriert hast und Dir diese Hängolinpille eingesackt hast. War albern von mir und warum ich so bin wie ich bin, weißt Du, ich bin so gut wie erl... auch Scheiß drauf, gehen wir weiter", fauchte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»So nicht«, bellte Oliver, der nun richtig wütend war. Er packte seinen Mann erneut an der Schulter und drückte ihn gegen die Wand. »Du warst also sauer, weil ich für ganze fünf Minuten lieber mit Luca gesprochen habe als mit dir? Sauer, weil ich diesem Streit gerade ausweichen wollte, indem ich weggehe? Bitte, hier bin ich, hier hast du meine ungeteilte Aufmerksamkeit! Du hast mich absichtlich gequält mit dieser Kotzerinnerung an die Frau in Not, an deren Hilflosigkeit du dich aufgegeilt hast wie der letzte Triebtäter! Und mit solchem Unfug verdirbst du uns die Zeit, die uns noch bleibt, und anstatt sie zu genießen, vergiftest du sie.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte Oliver in der Dunkelheit, der jetzt richtig auf 180 war. Und leider war das was er sagte, wieder einmal wahr. Er hatte auch hierbei Recht und Pierre wünschte sich nur für eine Sekunde, dass er ein passendes Gegenargument bringen konnte. Aber alles was er zu seiner Verteidigung hätte sagen können wäre unsachlich oder sogar schlimmer noch beleidigtend. Und das letzte was er wollte war Oliver beleidigen oder noch wütender machen. Er hatte Aufmerksamkeit gewollt, nun jetzt hatte er sie. Allerdings hatte er sich die Aufmerksamkeit etwas anders vorgestellt. Pierre ließ sich einfach gegen die Wand drücken, ohne irgendeine Form von Widerstand zu leisten. Er hörte sich Olivers verbale Ohrfeige an, denn er hatte sie verdient. Eigentlich hätte er sogar eine tatsächliche Klatsche für sein Benehmen verdient. Hier unten mussten sie sich auf einander verlassen und er machte seinem Mann das Leben schwer mit seinem pubertären Eifersüchteleien. Oliver hatte ihm nie einen Anlass dazu gegeben, das kam davon, wenn man von sich auf andere schloss... "Ich weiß und es tut mir leid, ich sollte nicht von mir auf andere schließen. Frieden bitte", bat Pierre leise.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver ließ seinen Mann los. »Natürlich weißt du, dass ich recht habe, es ist der Fluch meinesgleichen, recht zu haben, das verdanken wir unserer überdurchschnittlichen Intelligenz und moralischen Überlegenheit. Wir erwarten ein Kind, Pierre! Einen gesunden Sohn, einen Bluthexer wie mich! Aber wenn du so weitermachst, wirst du ihn nicht einmal kennenlernen.« Er krallte sich Pierre und riss ihn an sich heran. Er umarmte seinen Mann so fest, wie er es mit seinen unmuskulösen Armen konnte. »Lass den Blödsinn«, befahl Oliver. »Ich bin kein pubertärer NormSouv, ich bin ein Bluthexer, der die vierzig bereits überschritten hat. Von mir darfst du erwachsenes und rationales Verhalten erwarten. Du aber benimmst dich manchmal wie ein Rotzgör.« Er küsste Pierre.

Max:
"Der Meinung ist auch ein anderer Anwesender, was Pierres Umgangston und Gebaren angeht, jedenfalls ab und an. Keiner verlangt dauerhaftes handzahmes Verhalten, aber Du solltest nicht jene vors Schienbein treten, die Dich lieben. Denk einfach einmal darüber nach. Selbst wenn Dir nichts passiert, einem anderen kann dabei sehr wohlt etwas passieren, allein schon durch den Schrecken den Du ihm damit einjagst. Und umsonst hat Dein Mann Dich kaum angeschrien. Er meint es gut, weil er Dich liebt. Es gibt keinen Grund hier zu bocken, Du wolltest hierher Pierre und genau dass ermöglicht Dir diese Truppe hier. Halt Dich an Deine eigenen Regeln, wir suchen hier nach der Rettung und nicht nach unserem Untergang", sagte Max und legte Oli kurz eine Hand auf die Schulter, eher er sich neben Mitch quetschte.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre umarmte Oliver mit, allerdings nicht so fest, damit er ihm nicht wehtat. "Ich weiß wer und was Du bist Oli, ich weiß auch dass ich manchmal ein Arschloch bin. Aber meist eines, dass es gut meint. Ich habe mich unmöglich verhalten und ich bitte die Truppe um Entschuldigung, allen voran Dich Oli, Vas und meine Familie, jeden von Euch. Ich bin genauso alt wie Du, auch ü40 also von mir sollte man das gleiche Verhalten erwarten dürfen und mein IQ ist auch über dem einer Banane, wobei das wohl im Moment jeder anzweifelt. Wegen unserem Kind, Du hast Recht. Das schmerzt mich, dass ich so blöde war, sag sowas nicht, dass ich ihn nicht sehen werde. Das werde ich in Ordnung? Das werde ich. Kommt mit, ich zeige Euch die Uhr", sagte Pierre umgänglich und gab den Weg vor.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver warf Maximilien einen Blick zu, als dieser die Hand auf seine Schulter legte, um ihn zu beruhigen. »Mir fehlt meine Selbstgeißelung«, gab er leise zu. »Sonst bin ich auch nicht so unbeherrscht.« Er schluckte das Hängolin, während Pierre ihm den Rücken zudrehte, ehe er es verlor.

Younes Morland
In der Zwischenzeit war Younes noch einmal hinausgeklettert und hatte sich ein zweites mal abgeseilt, diesmal mit Cest im Gepäck. »Hat mal einer was gegen Milben?«, fragte er, seinem Schutzanzug nicht abschließend vertrauend.

Luca:
Die Kampfmedizinerin reichte Yoyo sofort eine ihrer Desinfektionssalben. "Hier, reib Deinen Anzug ein, wobei Du keinen Schaden nehmen dürftest. Er hält so gut wie alles ab - Strahlen, Hitze, Gifte und Milben sicher auch", sagte sie mit einem breiten Grinsen.

Max:
"Die Geißelung Deiner Nerven hat Pierre übernommen, er ist ziemlich gut darin, dass muss man ihm lassen. Wie war das mit dem Auf-den-Sack-GEN?", schmunzelte Max und schüttelte den Kopf.

Rivkin:
Riv befreite vorsorglich seinen Mann von Cest, dem Milbenkönig. Er stellte ihn ein Stück zur Seite und stellte fest, dass der Wildling dabei verloren wirkte. Das gefiel ihm nicht. "Wir müssen ihn bei der ersten Rast behandeln, so geht das nicht", warf Riv in den Raum und klopfte Yoyo ab, auch wenn das nichts brachte, er fühlte sich besser als er seinen Freund ausgiebig betatscht hatte.

Oliver Vallis de Souvagne
»Er geißelt mich falsch. Das Ziel ist ein klarer Geist und nicht, den Gegeißelten blind vor Wut zu machen. Das Prinzip hat Pierre noch nicht abschließend verinnerlicht.« Oliver gesellte sich zu Pierre und knuffte ihn sacht. »Dann zeig mal her dein Rätsel.«

Younes Morland
»Mein Held«, schmachtete Younes, was aus dem Mund eines so klobigen Mannes amüsant klang, doch im Gegensatz zu seinen sonstigen Scherzen meinte er diese Worte ernst. Rivkin war tatsächlich sein Held, nicht gerade für diese eine Tat, aber für die hunderte davor, wegen denen er immer so gern in seine Einheit hatte versetzt werden wollen. »Da sind auch Milben.« Er stellte die Beine weiter auseinander und schob die Hüfte vor. »Cy kann Cest einschmieren, der hat ihn ja angeschleppt. Und wir schmieren uns auch ein prophylaktisch.« Während die anderen sich um das Rätsel kümmerten, ließ Younes sich von Rivkin ausgiebig abklopfen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre führte die Gruppe weiter und blieb vor der großen Tür mit der Sonne stehen. "Hier ist es, eine Sonne die ein Chrono ist. Eine Uhr die eine Sonne darstellt oder umgekehrt. Sie ist das nächste Rätsel", erklärte Pierre und legte Oliver einen Arm um die Hüfte. "Mit dem Einwand hast Du Recht, wie üblich. Ich sollte dafür ein Kürzel erfinden Oli hat Recht - OHR. Vielleicht doch eine andere Abkürzung. Ich will Dir das Leben nicht schwermachen Oli und ich möchte auch nicht Deine Geißel sein, sondern Dein Mann. Ich hab Dich nicht beschützt um Dich hier in den Nervenzusammenbruch zu treiben. Ich liebe Dich, ich pass auf Dich auf. Kannst Du das Rätsel lösen? Vermutlich hat es was mit der Drei oder der Neun zu tun. Darauf würde ich jetzt schließen", erklärte Pierre und zog Oli zu sich heran. "Eine Sonne, eine Uhr, eine Dreierstaffelung da oben. Macht was daraus Leute", bat Pierre und küsste Oli auf den Hals.

Rivkin:
Riv nahm seine Aufgabe sehr ernst und klopfte Yoyo in aller Gründlichkeit ab und an den besonders schwer zugänglichen Stellen war er aufmerksam und vorsichtig. Das bedeutete, dass er die Milben wegmassierte, solange die anderen mit der Sonne beschäftigt waren, durfte bei Yo ruhig der Blitz einschlagen.

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Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 03 -- Aller guten Dinge sind drei, der dritte Abstieg in den Abgrund

#3

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Mo 13. Mai 2019, 00:11

Die Sonnenuhr der Finsternis


Pierre Agramant de Souvagne
"Wie ich eben erläutert habe handelt es sich hier um eine Uhr, sie scheint die Tür zu entriegeln. Wäre einer so gut und würde die Tür beleuchten?", bat Pierre und Aleron kam der Aufforderung umgehend nach. Die Gruppe blickte auf eine große Sonne, die drei Zeiger hatte. Scheinbar war sie das nächste Schloss um das kurze Zwischenstück zwischen der Schleuse, also dem roten Turm und dem dahinterliegenden Abgrund zu überwinden. "Das Rätsel funktioniert wieder über die drei, denn die Uhr hat drei Zeiger, Stunde, Minute, Sekunde", sagte Pierre und dachte angestrengt nach.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano trat an die Uhr heran und versuchte, die Zeiger zu drehen. Dann probierte er, sie auch in andere Richtungen zu bewegen. »Vielleicht ist es gar nicht das Abbild einer Uhr, sondern etwas anderes, das nur so ähnlich aussieht. Es könnte beispielsweise auch ein Wegweiser sein.«

Vas:
Vas stellte sich neben Cyrano und schaute sich die Uhr genau an. "Damit könntet Ihr Recht haben. Teilt einmal 12 durch 3, dann haben wir was? 4 ist das Ergebnis und 4 mal 3 ist 12. Versucht das Hoheit", bat Vas Cyrano während die Gruppe gespannt auf Cyrano und Vas starrte.

Aleron:
"Die Uhr ergibt hier unten überhaupt keinen Sinn... es sei denn sie ist ein Vanitasbild... ein Bildnis das unsere Zei abgelaufen ist... was immer hinter der Tür liegt... es sollte verborgen bleiben...", sagte der alte Duc und schaute hilfesuchend Maximilien an.

Max:
"Wir können nicht zurück, wir müssen diesen Weg beschreiten und wenn es nur einen Weg gibt, der zudem gesichert ist, nimmt ihn scheinbar auch wer anderes. Oder es ist gar kein tatsächlicher Weg, sondern so etwas wie die Wartungsschächte. Die sind bei uns auch gesichert. Wer weiß wo wir uns hier gerade herumtreiben, in der Heizung von Ainuwar. Alles ist möglich", sagte Max schlicht.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano folgte dem Vorschlag von Vas. »Aber wenn wir von zwölf Stunden ausgehen, die wir durch drei Teilen, ergibt es vier. Vier ist nicht das Ziel, wenn man von der drei als Leitsymbol ausgeht.« Er versuchte es dennoch. »Falls das nicht funktioniert, probiere ich, sie einfach einmal alle übereinander zu legen.«

Vas:
Vas schaute sich genau an welche Zahlen Cyrano legte, die anderen konnten den beiden nur über die Schulter schauen.

Vas:
Die Zeiger wurde auf 12 Uhr, auf 8 und auf gedrehte, so dass sie statt einer 3 zu einem E wurden. Die Tür entriegelte sich fast lautlos und schwang auf. Sie gab den Blick in eine fast surreale Welt preis. Ein Korridor aus gepresstem, schwarzen, glänzenden Stein. Seltsame, Geräusche, die wie ein qualvolles Atmen klangen. Das nasse tropfen, einer zähen Flüssigkeit. Flügelschläge, schnell und schwirrend, die sich entfernten. Im Hintergrund am Ende des Korridors war ein Grau auszumachen, etwas schien dort zu leuchten. "Heilige Scheiße...", stöhnte Vas und zückte seine Waffe.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Die Tuteurs traten nach vorn und sicherten den Gang. Cyrano starrte fasziniert das Leuchten an. »Graues Licht?« Verwundert ging er näher. »Was hier wohl so keuchen mag, es klingt wie eine Maschine. Vielleicht ein altes Dampfsystem?« Die flatternden Wesen hielt er für Fledermäuse und maß ihnen keine Bedeutung bei, außer, dass er sich fragte, wie sie hier ein- und ausflogen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre folgte den Tuteurs dicht auf den Fersen und schaute sich aus der Entfernung das Leuchten an. "Graues Licht, oder diffuses Licht? Diffuses Licht würde auf eine Laboranlage schließen lassen, dann könnten wir sehr richtig oder grauenvoll falsch liegen. Das Stöhnen könnte auch von dem beständigen Luftzug herrühren, der durch lange Gänge streicht. Dann klingt es oft ähnlich, es muss keine lebende Kreatur dahinter stecken. Allerdings könnte das hier der Fall sein, wir sollten mit allem rechnen, wie üblich. Ein Dampfsystem? Möglich, was bewegt, oder was heizt es an? Das sollten wir herausfinden, aber was fliegt hier?", fragte Pierre und schaute erneut zur Decke. Zu sehen war dort nichts. Je näher sie dem Licht kamen, je deutlicher wurden die Flügelschläge. Die Wände selbst waren es, die das graue Licht ausstrahlten. Allerdings waren es keine Fledermäuse die sich in dem Raum versammelt hatten, sondern Motten. Große Motten, sehr große Motten...
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Cyrano Fulgence de Souvagne
»Nicht schießen«, rief Cyrano entzückt, als er das mannsgroße Mottenmonster sah. Seine vordersten Arme waren uzu etwas umbebildet, dass an die Kneifzangen von Krabben erinnert,e nur sehr viel größer. »Cest, kennst du diese Tiere?«

Cest:
Der Graue trat neben Cyrano und schüttelte den Kopf. "Nein das hab ich noch nicht gesehen. Ein Fliegedings. Sieht aus wie die Kneifer. Kneifer sind sehr gefährlich. Sie haben Panzer und Zangen und können tödlich kneifen, drum Kneifer. Aber ihr Fleisch ist so zart wie von einem Baby. Wenn man den Kneifer töten kann. Seine Füße sehen aus wie Kneiferfüße. Sollen wir es fangen?", fragte Cest und stellte fest, dass er gar nicht bewaffnet war. "Einer der Dicken muss ihn fangen, ich hab keine Waffe", stellte Cest klar und grinste Cy an.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Aber du weißt, wie man es fängt?«, hakte Cyrano nach. Er blickte fragend ihren Einsatzleiter an. »Vas, was meinst du dazu? Gehen wir das Risiko ein? Wir könnten es fixieren und hier zurücklassen bis zum Rückweg. Mein Traum wäre ein Privatzoo aus solchen Wesenheiten. Wenn wir es nicht fangen können, sollten wir es zumindest erlegen und konservieren.«

Max:
Cyrano Du hast mir wirklich bewiesen dass Du mit Ciel verwandt bist, mehr noch, dass Du vermutlich aus seiner Linie stammst, aber weiß möchtest Du mit einer gigantischen Motte? Hast Du Dir die Zähne der Kreatur angesehen? Und was ist, wenn eines dieser Wesen aus Deinem Zoo entschlüpft?", fragte Max ernst und ruhig.

Aleron:
"Nun er könnte sie in Pierres Zoo unterbringen, da konnte ich auch nicht entschlüpfen. Die Motte ist vermutlich nur hässlich, ich würde sie nicht essen wollen und Zuhause halten ebensowenig", murrte der Ex-Duc.

Vas:
"Wir könnten die Motte betäuben, seid Ihr sicher dass Ihr das Tier betäubt haben wollt?", fragte Vas.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre nickte zustimmend. "Betäubt sie und entnehmt Ihr Gewebeproben. Danach lassen wir sie gesichert zurück. Dafür sind wir hier und Aleron noch so ein Kommetar und Du liegst gesichert neben der Motte, nur holen wir Dich im Gegensatz zu ihr nicht ab", gab Pierre zu bedenken. "Younes und Rivkin, auf zur Mottenjagd", befahl der Duc.

Cyrano Fulgence de Souvagne »Ciel hatte auch einen Zoo, entnehme ich deinen Worten? Wenn man dem Stammbuch vertraut - und warum sollten wir das nicht tun - dann stamme ich in direkter Line von Ciel Felicien ab. Die Motte mag grausig anzuschauen sein, doch hat sie nicht ihre eigene Art von Schönheit? Ihr Maul erinnert mich an einen Piranha, vermutlich ist sie ein Carnivor und attackiert größere Geschöpfe, aus denen sie Stücken herausbeißt. Man muss sie natürlich in einem sicheren Gehege verwahren, aber auch Löwen hält man problemlos in Käfigen. Wir sind diese Tiere einfach nicht gewohnt.«

Max:
Das mag schon sein, aber ich möchte mich auch nicht an ein Tier gewöhnen, das Stücke aus mir herausbeißt und weiterflattert. Es wird schon seinen Grund haben, warum sie hier unten lebt. Ja sie sieht wirklich aus wie ein Piranha. Das macht es nicht besser Cy, halte Abstand von dem Tier", bat Max.
Rivkin:
Riv lud die Waffe durch und näherte sich vorsichtig der Motte. `Yo nähere Dich dem Ding von der anderen Seite, damit wir sie fertig machen können, los mein Bester", bat Riv.

Younes Morland
Younes folgte dem Kommando. ›Ich bin grad sooo entspannt Riv. So mega entspannt! Meine Konzentration ist heute nicht zu brechen, das sag ich dir. Jeder Schuss ein Volltreffer, keine Ablenkung möglich, nur du und ich, auf dem Weg zum triumphalen Triumph!‹ in dem Moment kickte er versehentlich einen Stein weg, der in Richtung der Kreatur flog. ›Ups! Du sag mal, Herzchen, hast du so ein Netz zum Abschießen in deiner Wumme?‹

Rivkin:
`Nein aber sie bekommt einen Betäubungsschuss, der sie beduselt´, erklärte Riv gerade als Younes ein Steinchen wegtrat, dass genau auf die Motte zuschoss. Es prallte der Kreatur vor den Kopf. Erschrocken fiepste die Motte auf und startet durch. Sie war schon ein gutes Stück weit gekommen, als Rivkins Schuss sie im Rücken traf. Er rannte hinterher und griff nach einem ihrer Beine, während die Motte versuchte sich von ihrem Anhängsel zu befreien und höher stieg.

Younes Morland
›Rivkibaby‹, quiekte Younes mit einer Stimme, die nicht zu seiner hünenhaften Gestalt passte. ›Halt dich bloß fest, nicht loslassen! Sie hat so ein Exodingsda, ein Krustenskelett! Da ist die Betäubung drin stecken geblieben!‹ Er stellte an seiner P8 herum, bis sie in dem Modus war, Betäubungsgeschosse abfeuern zu können. ›Ich glaube, ein Flugnetz wäre doch besser gewesen.‹ sehr sorgfältig zielte er auf den Hintern des Tieres, wo er hoffte, dass die Haut besonders dünn sei. Dann zog er den Abzug durch.

Rivkin:
"Da sagst Du was, hilf mir, sie ist nicht zu bändigen!", brüllte Riv und zerrte an der Motte, die keine Anstalten machte sich zureiten zu lassen. Younes Schuss war meisterlich, er traf genau die weiche Stelle des Hinterns der Motte. Das große Wesen fing an zu trudeln, stieg höher und sackte wieder ab, ehe sie zu Boden stürzte. Rivkin rollte sich ab und kam etwas zerschunden wieder auf die Beine. Durch den Ritt hatte er den grauen Raum und die Gruppe ein Stück hinter sich gelassen. Zu seinen Beinen zuckte die große Motte hilflos, aber das interessierte Rivkin im Moment alles nicht mehr. Sein Blick war auf das gerichtet, was jenseits des grauen Raumes lag. Korvan starrte auf eine bizarre, schwarze Stadt. Die Bauart wirkte fremd, verdreht, aber das lag nicht an ihren Erbauern, sondern an ihrem Alter und an den Tonnen von Gewicht, dass diesen Stadtteil in den Boden gepresst hatte. Alles wirkte eine Nummer zu klein, gepresst und gedrungen, und dennoch hart und unerschütterlich wie Granit. Er konnte nicht sagen wo diese Stadt endete, denn sie verlor sich in der Dunkelheit. Er stand auf einem offenen Straßenzug der erstaunlicherweise sauber wirkte. Den Abgrund den er kennengelernt hatte, war ein nasser Sumpf unterhalb des Taudis 42 gewesen. Aber was bei Ainuwars krausem Schamhaar war das? Die Stadt kam ihm fast gepflegt, ja bewohnt vor. Aber wenn er damit Recht hatte, wer beim Abgrund wohnte hier? Er entzündete seine Einsatztaschenlampe und leuchtete umher, nichts. Bis ihm die Schatten auffielen, die sich in die Häuserzeilen zurückzogen. Langsam schaute er nach oben und versuchte die Decke zu beleuchten. Es musste sich um ein Gewölbe handeln. Eine Decke sah er nicht, stattdessen grauen Nebel, der oben entlangwabberte und ab und an von schwarzen Schatten durchzogen wurde. Aber wollte er einen von ihnen genauer betrachten, verschwand er im Nebel. Riv konnte sich keine Erklärung darauf machen, Nebel bedeckte sonst den Boden. Aber hier war alles anders als es schien. Langsam drehte er sich zu Yoyo um schaute ihn an. `Ruf die anderen her...´, übermittelte er, während Yo sah wie sich hinter Rivkin Schatten zusammenzogen.

Younes Morland
Die Freude darüber, die Motte betäubt zu haben und Rivkin sicher am Boden zu wissen, währte nur kurz. ›Alle zu mir, irgendwas Grusliges wabert hier rum‹, brüllte Younes in sein Helmcom. ›Riv! Hinter dir, Schatten!‹ Da er gesehen hatte, dass der Nebel sich zurückzog, wenn Rivkin ihn anstarrte, tat er genau das. Er starrte, wie er vor einigen Tagen auf das erste Bild von Rivkin gestarrt hatte und leuchtete genau in das Wabern hinein.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre folgte mit der Gruppe umgehend nach und sie taten es Younes gleich, alle starrten sie den Schatten an und leuchteten hinein. Rivkin hatte sich bei dem Ruf umgedreht und war zu Younes zurückgewichen. Dankbar berührte er ihn an der Schulter. Der Schatten schien unter der Anstrahlung regelrecht im Boden zu versinken und war dann aus ihrem Blickfeld verschwunden. Die Motte lag allein und zitternd auf einer uralten Straße, die sich hunderte Meter unter Obenza und in einer völlig anderen Welt befand. Pierre deutete auf das Tier. "Kümmern wir uns um sie", sagte er. Kaum hatte er das ausgesprochen, stieß von oben etwas herab das wie ein langer fliegender Wurm aussah. Es ergriff die Motte und schoss davon. Weit kam es nicht, den Mitch schoss dem Wesen hinterher und der riesige, geflügelte Wurm klatschte auf die Straße. Er ringelte sich noch einen Moment seltsam, ehe er erzitterte und schlaff liegenblieb. Pierre schaute zu Younes und Rivkin. "Alles in Ordnung bei Euch? Rücken wir geschlossen gemeinsam vorsichtig bis zur ersten Häuserzeile vor. Wir müssen die Motte bergen. Meint Ihr wir könnten in einem der Häuser ein Camp aufschlagen?", fragte er Duc in die Runde, während sie gemeinsam vorrückten.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Gute Arbeit, Mitch«, freute Cyrano sich. »Nun habe ich gleich zwei Tiere für meinen Untergrundzoo.« Er schaute an den breiten Rücken der Tuteurs vorbei in die schwarze Stadt. Stille und Dunkelheit. »Friedlich«, fand er. »Es mag der Frieden eines Friedhofs sein, aber es hat auch etwas beruhigendes an sich, meint ihr nicht? Die Häuser hier sind stabiler als in dem Bereich, durch den wir gekommen sind. Und wie sauber und ordentlich es hier ist! Fast könnte man meinen, jemand würde hier für Ordnung sorgen. Vielleicht finden wir ein Gebäude, das besonders gemütlich und leicht zu sichern ist. Cest, kommst du mit? Kennst du dich hier aus?« Guter Dinge drängelte Cyrano sich an den Tuteurs vorbei und marschierte zu Motte und Wurm.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre folgte Cyrano und hielt ihn ein Stück zurück. "Ja und genau das bereitet mir Sorge. Wer sorgt hier für Ordnung? Möglicherweise ein Clan wie der von Cest? Oder jemand, der gerne seine Ruhe hat? Darum auch die Absperrung. Den Taudis, den ich vor Augen hatte, ist das hier nicht. Oder ein abgesicherter Teil davon. Ich glaube der Wurm ist tot, warte kurz", sagte Pierre freundlich und schaute sich den Wurm via Medscan an. "Ja der Wurm ist tot, aber die Motte lebt noch. Wir nehmen vom Wurm genug DNS Material mit, dann können wir ihn klonen lassen. Zudem werde wir ihn genau wie die Motte entschlüsseln", sagte Pierre und schaute Oliver an, ob dieser immer noch wütend war.

Cest:
"Nein Cyrano, hier war ich noch nie. Nie hinter dem roten Turm. Es ist anders hier, ich weiß nicht ob wir hier was zu jagen finden. Häuser gibt es hier genug. Wir sollten drin nachschauen, ob sie genauso sicher sind. Drin können sie Löcher haben. Das kenne ich. Dann stürzt man in ein anderes Stockwerk. Das ist gefährlich. Hier sollten wir Wachen aufstellen. Kennt Ihr doch oder?", fragte Cest beunruhigt.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Wachen aufstellen kennen wir. Aber in ein Loch sollte niemand von uns stürzen. Auf den ersten Blick wirkt hier allerdings alles solide.« Cyrano besah sich Wurm und Motte. Er kam nicht umhin, die betäubten Tiere zu streicheln. »Der Untergrundzoo könnte einen Teil des Abgrunds nachbilden«, fand er. Man geht durch einen Glastunnel und kann von dort aus einen Eindruck gewinnen, wie es hier unten aussieht.«

Bolek Bovier
Die Tuteurs hingegen hatten ganz andere Sorgen als den Zoo des Prince. Sie kontrollierten die Eingänge und die Umgebung auf Lebewesen. ›Irgendwas gefunden?‹, fragte Bolek über das Helmcom.

Vas:
Vas und die anderen schauten sich überall sichernd um. `Bei mir nichts, keine besonderen Vorkommnisse. Ich würde vorschlagen, wir suchen und eines der Häuser aus, das nur einen Zugang hat. Den können wir leichter bewachen. Und wir sollten dort ein Feuer entzünden, die Wesen scheinen hier nicht gut auf Licht zu sprechen zu sein´.

Mitch:
`Hier auch negativ, nichts. Auch über uns habe ich nichts ausmachen können. Trotzdem wäre mir ein steinernes Dach über dem Kopf lieber. Wobei, das haben wir ja, aber ihr wisst was ich meine. Ein Dach wo uns kein Wurm überrascht´, teilte Mitch den anderen mit.

Luca:
`Ich habe auch nichts entdecken können, ich kümmere mich um die Entnahme der Gewebeproben. Den Wurm hat es aus dem Leben gerissen. Nun, der Schuss hat gesessen. Ich würde vorschlagen, wir nehmen eines der Häuser dass hier in der Nähe des grauen Raumes ist. So haben wir immer noch Restlicht auf der Straße´, schlug Luca vor, während sie sich gemeinsam mit dem Med-Droiden daran machte die Proben für ihre Forschung zu entnehmen und sicher zu verpacken.

Kabir:
Der Sentir schaute sich ebenfalls und umd spürte in die Gegend hinein. `Weit über uns, kreisen zwei dieser langen Kreaturen. Sie sind in ständiger Bewegung. Ich hatte vorhin versucht den Schatten zu erfassen, er scheint ein Bewusstsein zu haben, war dann aber spurlos verschwuden. Es kann sich nur um Magie gehandelt haben´, teilte er seinen Kameraden mit.

Max:
Maximilien wartete gemeinsam mit Aleron neben Mitch ab, was sie nun als nächstes tun würden. Ein Lager aufzuschlagen war nicht verkehrt, so konnten sie alles weitere in Ruhe besprechen. Das der Ort nicht jener war, den sie eigentlich erwartet hatten, freute Max. In einem schleimigen Sumpf aus hochgefährlichen Tieren zu übernachten war nichts, was er vermisste. Aleron sah wieder etwas besser aus, er hatte sich wohl von dem Anblick der Kreaturen und Pierres Freundlichkeit erholt. Bei allen lagen die Nerven blank, auf die eine oder andere Art. "Suchen wir ein Haus aus", sagte er zustimmend.

Enzo Chaterde
»Feuer ist keine gute Idee«, meldete Enzo sich seit langer Zeit zu Wort. »Faulgase, Methan. Seine Majestät hatte darüber informiert, als Prince Oliver sich ob des üblen Geruchs erkundigte. Einem Feuer sollte eine ausführliche Analyse des Luftgemischs ebenso vorausgehen wie einer Untersuchung des Untergrunds. Ich finde, das hier sieht aus wie ein Kohleflöz, schaut nur diese schwarzen, gleichmäßigen Strukturen an.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre nickte zustimmend und gesellte sich zu Enzo, da Oli ihn immer noch ignorierte. Aber was sein Mann konnte, konnte er auch. Wobei er sich damit weiterhin albern verhielt. Er warf Oli einen versöhnlichen Blick zu, ehe er sich an Enzo wandte. "Das stimmt, hier ist die Luft zum Glück erträglicher. Wir lassen einfach eine der Lampen brennen, es muss kein Feuer sein. Komm mit, wir schauen in einem der ersten Häuser", sagte Pierre und gab den Weg vor. Er wählte das erstbeste Haus aus, das noch in unmittelbarer Nähe zu dem grauen Raum stand und schaute es vorsorglich von außen an, ehe er ganz langsam, geradezu in Zeitlupe durch eine der Fensteröffnungen spähte. Das Innere war leer, nur vertrocknete Flechten oder etwas ähnliches sah man. Ansonsten war der Raum intakt. Pierre zog sich zurück und schaute Enzo an. "Sieht gut aus, ich konnte nichts darin erkennen. Selbst die Flechten oder was immer es einst war, ist vertrocknet und so tot, wie man als Flechte nur sein kann. Irgendwie habe ich ein ungutes Gefühl, aber ich vermute das hängt damit zusammen, das wir immer noch auf der Straße stehen. Sag was dazu", bat Pierre.

Enzo Chaterde
Enzo schob Pierre sacht hinter sich und betrachtete die Gebilde. »Eine Flechte ist eine Pflanze, genauer eine Symbionte aus Alge und Pilzfäden. Sie benötigen Licht, was es hier unten nicht gibt. Das muss etwas anderes sein. Hoffentlich nicht die Wurzeln der Liane? Majestät, könntet Ihr diese Wucherungen dort untersuchen mit Euren Optosensoren?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre nickte zustimmend und schaute sich die scheinbare Flechte über sämtliche Sichtmodi an. "Es ist keine Flechte, laut Puce1055 ist es eine unbekannte Lebensform. Sie ist tot, aber wir sollten uns trotzdem lieber ein Haus suchen, wo nichts in dieser Art vorkommen. Das Licht des grauen Raumes hat dem Wesen vielleicht zu Lebzeiten ausgereicht Enzo, was meinst Du? Oder sie hat sich von etwas anderem ernährt. Wir wollen es nicht herausfinden, denn ich misstraue dem Wesen. Lass uns ein Haus weiterschauen", sagte Pierre freundlich und zog Enzo mit sich.

Enzo Chaterde
Enzo sah das Gebilde noch einmal an. Cyrano brach sich ein Stück davon ab und nahm es mit. Enzo hoffte, dass dieses vertrocknete Etwas nicht giftig war. Cyrano zu hüten war eine Herausforderung an sich, weil Enzo ihm am liebsten aller zehn Minuten sagen würde, dass er dies oder jenes nicht anfassen sollte. Da Cyrano ein Prince war, war es ihm sehr unangenehm, an ihm herumzunörgeln, auch wenn es zu seinem Schutze war. Cyrano folgte Pierre mit seiner Ausbeute. Enzo wurde von Pierre einfach mitgezogen, was diesem trotz seiner geringen Körpergröße mühelos gelang, Muskelverstärkern sei dank. Auch die anderen schlossen auf. Prince Oliver ging als Letztes, er war ein gutes Stück zurückgefallen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre spähte in das nächste Haus, das bis auf uralten Staub völlig leer war. "Das hier sieht schon besser aus. Cyrano, dieses Stück von der Flechte, also was so aussieht wie eine Flechte, gibst Du bitte Luca. Und desinfiziere Dir danach die Hände", sagte Pierre und stieg in das Haus ein. Er schaute sich mit entsicherten Waffen um und ging die Wände ab. "Ich kann keine Gefahr warnehmen, auf keinem Sichtmodi - Kabir?", fragte er vorsichtshalber.

Kabir:
Der Sentir tastete auf seine Art das Haus ab und gesellte sich zu Pierre. "Nichts, alles in bester Ordnung Majestät. Auch dieser Schatten ist nicht mehr zu spüren, er befindet sich außerhalb meiner Wahrnehmung. Sobald ich ihn zurückkehren spüre, oder etwas ähnliches, werde ich Euch und alle anderen umgehend warnen", antwortete Kab und schaute die anderen auffordernd an.

Pierre Agramant de Souvagne
"Kommt zu uns, wir schlagen hier unser Lager auf. Cyrano was ist mit Deiner Motte? Soll sie auf der Straße liegen bleiben? Der Zoo gefällt mir, dass muss ich sagen. So könnte man Tiere nachzüchten, die gewisse Stoffe produzieren die wir benötigen und auch einige Exemplare für die Schulen ausstellen", schmunzelte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
Als Letzter trottete Oliver in das Haus. Er wirkte erschöpft, ließ sich neben Pierre niedersinken und zog ihn an sich. »Ruhe dich aus«, bat er. Seine Finger kraulten ihm das Haar. Er selbst schloss die Augen und spürte nach untoten Wesenheiten.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Bolek, holst du bitte meine Motte rein?« Der Tuteur nickte, drehte um und machte sich daran, das große Tier hineinzuziehen. Cyrano bat Cest neben sich, indem er klopfte. »Luca, kannst du mir bitte die Hände desinfizieren und medizinische Handschuhe reichen?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schmiegte sich an seinen Mann an und küsste Oliver. "Ich wollte Dir nicht wehtun, es tut mir leid Oli", flüsterte er ihm zu und legte seinen Kopf auf Olivers Schulter ab. Einen Arm legte er um Olis Hüfte, in der freien Hand hielt er die entsicherte P8. "Du bist doch mein Seelenwächter, schau in der Erinnerung war ich 16 Jahre alt Oli. Ich habe Dir die Geschichte erzählt, nicht alles, weil ich weiß was Dich provoziert. Aber es war vor Deiner Zeit und ich wollte Dich nicht ärgern", erklärte Pierre und kraulte Oli die Flanke.

Luca:
Die Kampfmedizinerin gesellte sich zu Cyrano und zückte ihr Desinfektionsmittel. "Streckt die Hände aus", bat sie und übergoss sie dann mit dem Desinfektionsmittel. Als sie zufrieden war, verstaute sie wieder alles und reichte Cyrano die erbetenen Handschuhe. "Seit vorsichtig und achtet darauf, dass diese Motte gut gefesselt bleibt", bat Luca und nahm an der Seite Platz um ihre Proben zu sortieren.

Cest:
Cest schaute Luca bei ihrem Treiben zu und roch an dem Desinfektionsmittel. Nachdem Luca fertig war und sich zur Seite setzte, nahm erst Cest Platz. Für ihn war Luca der Heiler im Clan, da durfte man nicht im Weg stehen oder sitzen. "Hier bin ich. Das war eine seltsame Reise was? Hast Du was zu essen für mich?", bat der Wildling und rieb seinen Bauch.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Dankesehr.« Cyrano zog sich die Handschuhe über. »Cest, reich mir mal die Salbe, ihr schmiere dir den Rücken ein, den Rest schaffst du selbst. Bevor dich die Milben auffressen oder wir uns auch noch anstecken, muss etwas dagegen unternommen werden.« Er entpackte für Cest einen roten Proteinriegel mit Kirschgeschmack und hoffte, der würde eher sein Gefallen finden als der grüne Kiwiriegel. »Die Reise ist seltsam, aber sie ist auch lehrreich.«

Cest:
"Ja wir sind im Land des Ältesten oder?", fragte Cest und setzte sich so hin, dass Cyrano ihn gut den Rücken einreiben konnte. "Ich schulde Dir was. Lehrreich ist die Reise, wir haben zwei neue Wesen kennengelernt und die Türen geöffnet", antwortete der Wildling und machte den Rücken rund, während er den Riegel nahm. Er war schön rot, schmeckte aber auch nach Pflanze. Cest aß ihn trotzdem, da er ziemlichen Hunger hatte. Er beschloss nie wieder die Welt entdecken zu gehen, ohne Proviant einzustecken. "Proviant brauchen wir", sagte er Cy und legte seinen Kopf auf seinen Knien ab.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Während Cest seinen Riegel im Liegen aß, rieb Cyrano ihm den Rücken, die Arme und den Kopf mit der Milbensalbe ein. Er ging dabei behutsam vor, da er nicht wusste, ob die entzündete Haut schmerzte. Vielleicht war die Berührung aber auch angenehm und linderte den Juckreiz. Dann stellte er Cest die Salbe hin und lehnte sich gemütlich an Boleks warme und vor allem schön große und daher bequeme Seite an. Er schloss die Augen und überließ es Vas, sich um die Wacheinteilung zu kümmern, er war rundum glücklich hier im Abgrund und glaubte zu verstehen, warum Pierre so gern im Taudis gewesen war. Bei aller Gefahr herrschte hier eine ganz eigene Art von Harmonie und er legte seine Hand auf Cest, um sie dort ruhen zu lassen. Er war sicher, dass hier unten kein Abgrundgott herrschte, sondern dies nur ein weiterer Teil von Ainuwars wunderbarer Schöpfung war.

Vas:
Vas schaute über die Gruppe und übernahm selbst die erste Wache. Bei den Tuteurs ging so eine Einteilung schnell und leicht. Der nächste der geweckt wurde, war mit der Wache dran und gab sie nach einer gewissen Zeit selbst weiter. Meist nach 4 Stunden, es sei denn er wurde vorher schläfrig. Dann hatte er die Wache ebenfalls weiter zu geben. Vas positionierte sich in der Nähe des Eingangs um alles gut im Blick behalten zu können, Eingang wie auch seine Gruppe. Die meisten hockten zusammen. Rivkin und Yo, genauso wie Mitch mit Max und Aleron. Kabir hatte es sich neben Luca und dem Droiden bequem gemacht und schien ebenfalls zu wachen. Cy und Pierre sahen trotz der Situation entspannt fast glücklich aus. Vas war etwas darüber verwundert, aber wer wusste warum sie ausgerechnet hier Entspannung fanden? Der Grund war ihm gleich, Hauptsache sie kamen etwas zur Ruhe.

Oliver Vallis de Souvagne
»Pscht«, befahl Oliver seinem Mann liebevoll und drückte seinen Kopf mit der Hand fester an sich. »Kein Wort mehr davon. Denk nicht an das, was hinter uns liegt, denn der Weg durch die Zeit führt nur vorwärts, niemals zurück. Wozu benötigst du solche Erinnerungen, sie sind nicht der Anker, für die du sie hältst, sondern Bleischuhe. Wer einen langen Weg vor sich hat, sollte mit leichtem Gepäck reisen. Lösch den Unfug und mache den Speicher frei für Neues. Wenn wir wieder zu Hause sind, haben die Behüter vielleicht schon gute Nachrichten für uns.« Er lächelte bei dem Gedanken an ihren gemeinsamen Sohn kaum merklich, legte den Kopf an den von Pierre und sang ihm ein Schlaflied. Pierre war nicht der Einzige, der ihm lauschte, Enzo blickte Oliver mit großen Augen an, rollte sich bei ihnen ein und schloss die Augen. Oliver hörte ihn leise weinen, aber das war in Ordnung. Die Tränen waren lange überfällig gewesen. Als die letzten Töne verklangen, waren Enzo und Pierre eingeschlafen.

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Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 03 -- Aller guten Dinge sind drei, der dritte Abstieg in den Abgrund

#4

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Do 23. Mai 2019, 00:29

Camping im Abgrund und andere Freizeitaktivitäten


Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schlief gemütlich, so kuschlig wie schon lange nicht mehr. Sein Unterbewusstsein schien ausgeblendet zu haben, wo er sich tatsächlich befand. Möglicherweise wusste es sein Unterbewusstsein vielleicht aber haargenau, denn einst vor einer halben Ewigkeit, von der er selbst nicht mehr wusste ob er damals 16 oder 18 Jahre alt gewesen war, war er schon einmal im Taudis gewesen. Hineingestürzt in eine Welt weit ab unter jeder Zivilisation, hatte er ein völlig anderes Leben bei den Separe kennengelernt. Knallhart, schmutzig, verwahrlost in einem Rudel voller Zuneigung und Liebe. Eine Familie die verrückter nicht hätte sein können. Und für einen winzigen Moment hatte er tatsächlich darüber nachgedacht, einfach dort zu bleiben. Wie man starb, war letztendlich gleich, bei wem war schon etwas anderes. Seine Brüder waren vor ihm gestorben, die Kinder seiner Brüder ebenso. Fast alle bis auf einen Cy. Sein Vater sah fünf Söhne sterben, sah fast alle seine Enkel sterben und sah seinen Jüngsten ständig im Krankenbett. Entweder weil sein Immunsystem verrückt spielte, oder beschloss in Urlaub zu gehen und den Dienst an den Nagel hing. Er hatte nur einige Wucherungen gehabt und sie waren herausgeschnitten worden. Damit hatte es sich. Jedenfalls war es so gewesen. Mit jedem Sohn und mit jedem Enkel der ging wurde Florin schwächer und klammerte sich an die beiden, die er noch hatte seinen Sohn Pierre und seinen Enkel Cyrano. Und dann geschah genau dass, was die anderen auch geholt hatte. Ungehemmtes Zellwachstum, Krebs, Behandlungen die alles nur noch verschlimmerten. Letztendlich war auch Florian gestorben und zwar so elendig, dass man es nur noch als verrecken bezeichnen konnte. Seine Lungen waren gefüllt mit Blut und die beste Aufwertung half nichts, das wieder in Ordnung zu bringen. Im Gegenteil, die Nanos die ihn beschützen sollten, reparierten dass, was man als "Feind" aus dem Körper herausgeschnitten hatte. Im Grunde war alles auf den Kopf gestellt. Nichtstun war genauso ein Fehler wie jede Behandlung. Und eines Morgens, war es einfach vorbei gewesen. Pierre hatte es gewusst. Als er ihn sah, hatte er sofort gewusst, dass sein Vater nicht mehr lebte, denn so friedlich und unverkrampft hatte er ihn selten auf der Couch liegen sehen. Der Tod schien eine Erlösung für ihn gewesen zu sein, denn sein Gesicht zierte seltsamerweise ein Lächeln. Warum sein Unterbewusstsein ihn an seinen Vater erinnerte, wusste Pierre nicht... noch nicht... denn er träumte. Er träumte aus einer längst vergangenen Zeit, als sein Vater noch unter den Lebenden weilte, genau wie seine Brüder und die anderen kleinen Würmchen, die viel zu früh aus dem Leben gerissen worden waren. Er träumte von dem Schutz und dem persönlichsten Geschenk, dass er von seinem Vater erhalten hatte. Pierre träumte von Nanotriten... „Also wer von Euch will zuerst gepickt werden?“, fragte Florian.
„Na ich. Wobei reicht da picken aus?“, fragte Pierre.

„Natürlich Kleiner. Hier guck Dir die Packung an, ich pack das Implantat schon mal in die Spritze“, antwortete Flo und drückte Pierre die Verpackung in die Hand.

„Ah ja wie ein Chip, den man Hunden unter die Haut setzt. Ist ja gar nicht groß. Ich hatte mir das jetzt total anders vorgestellt. Schmerzt es, wenn man das Implantat bekommt Papa?“, fragte Pierre.

„Nein, wie Du schon sagst, ist wirklich wie chipen. Schmerzen wird der Einstich etwas, da die Nadel eben dementsprechend groß sein muss und ich muss sie Dir nicht in den Muskel jagen, sondern leider intravenös. Das wird schon was zwiebeln, aber als Schmerz würde ich es nicht bezeichnen. Sagen wir so, es ist unangenehm, aber ertragbar“, kicherte Flo.

„Weiß nicht, wenn Du nicht kichern würdest, würde ich Dir ehr glauben. Egal, sag mal dann hab ich endlich Nanos im Blut oder? So wie Du, wie wir alle ja?“, fragte Pierre und machte einen Arm frei.

„Nein nur ihre erste, winzige Garage. Die Nanos gibt’s mit der zweiten Spritze. Die ist aber absolut schmerzlos, denn die Nadel ist hauchdünn. Allerdings wird es sich für Dich komisch anfühlen, sobald die Nanos sich in Dir einnisten“, erläuterte Flo.

„Sie waren von Dir oder? Du weißt dass ich welche von Dir haben wollte Papa“, fragte Pierre und sah zu wie Flo ein Stück von seinem Arm desinfizierte.

„So ist es. Von mir für Dich. Sie haben mich beschützt, nun beschützen meine kleinen Lieblinge meinen kleinen Liebling. Es sind kampffähige Nanos, jene von denen Du schon das Modell gesehen hast – die Spinnen, wie Du sie nennst“, sagte Florian, ergriff Pierres Arm und verpasste ihm die Spritze.

Pierre musste einige Male schlucken, ehe es auch schon vorbei war. Mit großen Augen schaute er Flo an, der keine Miene verzog, sondern die zweite Spritze zur Hand nahm.

„Na na setz Dich besser, oder leg Dich hin. Das wird nach Injektion vermutlich doch unangenehmer für Dich, als ich dachte“, sagte Florian liebevoll.
„In Ordnung Papa“, antwortete Pierre dankbar.

„Gut, hör zu ich kläre Dich vorab noch einmal über die Nanotriten auf. Nanos können ganz erstaunliche Dinge bewirken. Im Fall einer schweren Gewebeschädigung oder eines Organversagens – selbst beim kurzfristigen Ausfall lebenswichtiger Körperfunktionen – haben sich die Nanos als wunderbare zellulare Maschinen erwiesen.

Sie sorgen für ein unfassbar schnelles Gewebewachstum und können sogar Organfunktionen neu starten.
Du hast meine Verletzung nach dem Angriff gesehen, die Nanos haben mich gerettet. 6,5 Sekunden bis zur Einleitung der Heilung einer Wunde.

Wie Dein Wunsch war Pierre, habe ich einige aus meinem Blut extrahiert, auf Deine DNS umgeschrieben und nun warten sie darauf in Dich umzuziehen. Heiß sie willkommen und wehre Dich nicht, dann schmerzt es nicht so sehr.

Ich hab mich damals über meine erste Injektion sehr gefreut und es bis zum heutigen Tag nie bereut. Genau wie Du, habe ich meine Nanos auch von meinen Vater erhalten. Ich hoffe Dir geht es auch so Schatz“, sagte Flo innig.

„Ich bin bereit“, antwortete Pierre und biss die Zähne fest zusammen.

Florian desinfizierte Pierres Hals und verabreichte ihm mit einer besonders dafür vorgesehenen Spritze die Nanos.

„Sie sind drin. Direkt nach Injektion machen sie sich auf den Weg zu Deinem Hirnstamm“, erklärte Florian und strich Pierre über den Schädel.

„Papa! Du könntest mich nicht betäuben oder so?“, fragte Pierre und Flo lächelte breit.
„Nein wo bleibt da der Spaß? Kleiner Witz. Zu Beginn darf sich nichts in Deinem Kreislauf befinden, was Dich betäubt. Die Nanos bedürfen der vollen Hirnaktivität“, sagte Florian und kraulte Pierre.

„Na von mir aus, dann sollen sie die haben“, grummelte Pierre.
„Kurz nach der Einnistung, werde ich Dir eine Betäubung setzen, keine Angst Schatz. Wenn sie sich komplett ausbreiten, wirst Du nicht mehr wach sein“, sagte Florian.

„Und das ist gut so ja?“, fragte Pierre nervös.
„Ja Schätzchen“, antwortete Flo zärtlich.

Pierre spürte erst leichten Druck, dann einen scharfen Schmerz. Es folgte ein brennendes Gefühl in den Adern, dass ihm die Augen tränen ließen. Es war, als stünde seine Kehle in Flammen. Er merkte wie sich das Gefühl in Richtung seines Nackens verschob und dann auf den Hirnstamm zu. Dann wanderte es nach oben.

Die Lichter im Raum wurden blendend hell und Florian verwandelte sich in ein gespenstiges Schemen. Pierre spürte kaum noch die Berührung von seinem Vater, denn inzwischen erfüllte die Wärme seinen ganzen Kopf.

Er hatte zig mal von seinem Papa gehört, dass das Hirn keine Nerven habe, was hieß das es schmerzunempfindlich war. Das war im Moment auch gut so, vermutete er. Trotzdem hatte er das Bedürfnis sich am Kopf zu kratzen, konnte es aber nicht.

Doch dieser Gedanke verging im greller werdenden Licht, dass sich von einem einfachen Feuer zu einer weißen Glut entwickelt hatte. Dann verlosch die Helligkeit auf einmal.

Die sporadischen Hitzeexplosionen in seinem Schädel verebbten. Er wollte etwas zu seinem Vater sagen, aber es war ihm irgendwie nicht möglich sich zu artikulieren.
Genau… die Betäubung…
Papa musste es ihm gegeben haben.

Selbst das Denken fiel ihm mittlerweile schwer. Dennoch dachte er an seinen Vater und seine Brüder. Er machte die Augen zu und schlief ein.

Zig Stunden später wachte er auf. Er lag gut zugedeckt und eingewickelt in seinem Bett. Langsam drehte er sich zur Seite und schaute Florian an.

„Na Du Schlafmütze“, grinste der Duc seinen Sohn an.
„Papa die Nanos haben mich aber weggeballert“, murmelte Pierre und kuschelte sich an Florian.

Eugène betrat den Raum und grinste Pierre ins Gesicht.

„Ist aber alles bestens verlaufen. Eugène sag Deinem Bruder dass er übertreibt und nur einen Grund sucht sich auszupennen“, lachte Florian... Pierre schreckte wie von der Tarantel gestochen hoch, schaute sich argwöhnisch in allen Sichtmodi um und setzte sich wieder neben seinen Ehemann Oliver. "Ich benötige Dein DNS-Profil Oli, dringend und guten Morgen", sagte Pierre verwirrt und versuchte richtig wach zu werden.


Oliver Vallis de Souvagne
Oliver schlief im Sitzen in jener Haltung, die er auch zum Meditieren einnahm, aufrecht im Schneidersitz, die Hände auf den Knien ruhend, den Rücken gerade, den Kopf gesenkt. ›Rückgrat haben, aber Demut zeigen‹, das war der Sinn, den man den Akolythen vermittelte, wie man die jungen Bluthexer nannte, um sie von den Novizen der anderen Magierichtungen abzugrenzen, insbesondere den Hexern der schändlichen Nekromantie. Oliver hatte noch geschlafen, als Pierre ihn ansprach, doch da es seine übliche frühe Weckzeit war, war er sofort munter. Er hob die Arme über den Kopf, streckte sich nach hinten, bis seine Gelenke knackten und entspannte sich wieder. »Guten Morgen, Pips.« Oliver legte einen Arm um seinen Mann, zog ihn an sich heran und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. »Du siehst noch zerknitterter aus als sonst, hast du schlecht geträumt? Und was willst du mit meinem DNS-Profil?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre kramte in seinen Taschen nach Proteinriegeln und drückte einen davon Oliver in die Hand. "Mango", erklärte er freundlich, riss seinen eigenen Riegel auf und drückte sich an seinen Mann. "Nein ich habe nicht schlecht geträumt. Ein Alptraum ist meist nur irgendein Unsinn, was weiß ich, von einem Aircar das nur noch Standgas fährt, wo man von einer Horde Rakshaner verfolgt wird. So eine Merde eben. Ich habe etwas Schlimmeres geträumt, ich habe von meinem Vater geträumt. Von dem Tag wo er mir die Nanos schenkte, sie waren von ihm und er hat sie auf mich umgeschrieben. Und während ich wach wurde, ist mir etwas extrem wichtiges eingefallen. Ich habe meinen Nanos gar keine Freund-Feind-Vorlage geliefert. Deshalb benötige ich Dein DNS-Profil, das von meinen Frauen, von meinen Kindern, von Max und von jedem aus dieser Gruppe. Der Hintergrund ist, sollte ich verletzt werden so das ich blute und einer von Euch würde mir helfen, wäre das sein Todesurteil wenn mein Blut in seinen Organismus gelangt. Meine Nanos würden registrieren, dass sie in einem fremden Körper eingeschleust wurden und dies als feindliche Übernahme werten. In dem Fall setzt die Eigensicherung von ihnen ein, sie greifen an und zerfressen die Organische Masse des Angreifers. Alles was übrig bleibt ist sowas wie Suppe - fachlich grauer Schleim genannt, da er tatsächlich richtig grau ist. Wegen den Nanos eben, die drin herumschwimmen. Deshalb benötige ich Dein Profil Oli", erklärte Pierre während er den Riegel zum Frühstück aß.

Oliver Vallis de Souvagne
Olivers sonst so strenger und fordernder Blick wurde sanft. Er schob den Arm noch etwas weiter um die Schultern seines Mannes, um ihm Halt zu geben. Die Illusion von Halt traf es vielleicht besser, woran sollte man sich festhalten, wenn man ins Bodenlose fiel? Den Proteinriegel riss Oliver dennoch mit den Zähen auf und biss einmal ab, da es beruhigte, wenn jemand aß und er die Geste würdigen wollte. »Den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren ist einfach gesagt, aber nur die Weisesten schaffen das oder die Grausamsten. Für uns Normalsterbliche wird es immer etwas sein, dass uns an Ainuwars Gerechtigkeit zweifeln lässt. Wer etwas anderes behauptet, hat ihn entweder schon zu oft sehen müssen, trägt ihn mit Freuden weiter oder lügt. Wenn du darüber reden möchtest, wie es dir geht, dann rede. Du weißt, du findest bei mir stets ein offens Ohr. Diese Nanotriten vereinen in sich das Leben und den Tod. Sie sind weder Freunde noch Feinde, sondern gefühllose Werkzeuge. Ich bin kein altmodischer Technikfeind, aber bei Magie steht doch am Ende immer noch ein Souvagner als letzte Kontrollinstanz dazwischen. Bei Technologien am Ende niemand mehr, nachdem sie einmal losgelassen wurden. Ein Fehler deinerseits und deine Liebsten wären Geschichte und nicht einmal du könntest ihre Verflüssigung verhindern. Einmal geküsst mit Zahnfleischbluten und dein Oli wäre nicht mehr.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Doch ich kann sie zurückpeifen, indem ich ihnen via Puce befehle DNS-Code XYZ nicht zu attakieren. Oder indem ich ihnen befehle, keinen Angriff zu starten oder den Angriff sofort einzustellen. Das ist die Theorie, in der Praxis habe ich es niemals tun müssen. Und ich weiß nicht wie schnell ein Angriff erfolgt und erfolgreich ist. Heißt zuerst wäre ich erschrocken, dann schicke ich sofort den Befehl den Angriff abzublasen und dann? Wie schwer bist Du dann verwundet? Drum ist es sicherer, sie wissen von vornherein Du bist genauso zu behandeln wie ich. Das ist mir allerdings erst durch den Traum eingefallen. Andernfalls ja, würde ich den Angriff nicht aufhalten können wärst Du tot. Jeder wäre das. Du schneidest Dich im Finger, wie man früher so sagte - Spucke drauf. Dann nahm Papa den Finger in den Mund, damit der Schmerz aufhört. Würdest Du das tun, wäre das Dein Todesurteil. Also übermittele mir Dein DNS-Profil oder ich rufe Deine Daten via Max ab, das geht auch. Ich hätte es auch so gerne, für den Fall der Fälle, falls Du mal verletzt wirst und in einen Heiltank musst. Nun was Du über die Technologie sagst, stimmt nicht so ganz Oli. Denn die Technik viel nicht vom Himmel, ein Souvagner schuf sie. Ist damit nicht auch ein Mensch beteiligt? Und leben sie nicht auch irgendwie? Gut kein Nano hat E-Mote, dass wäre wohl etwas übertrieben. Aber sie sind Helferlein. Warte...", bat Pierre und konzentrierte sich kurz auf die Angaben die er über sein Interkom abrief. "Die gleiche Zeitspanne wie zur Heilungseinleitung hat ein Angriff 6,5 Sekunden... nicht viel Zeit einen Angriff zu stoppen. Rede? Ja warum eigentlich nicht, ich werde nicht umsonst den Traum gehabt haben und das gerade hier. Der Tod ist Bestandteil des Leben Oliver, er ist für die Hinterbliebenen schwer zu ertragen. Für den Betroffenen kann er grauenvoll sein oder auch eine Erlösung. Letzteres war der Tod für meinen Vater. Ich träumte davon, wie er mir die Nanos schenkte. Und vorher, tja vorher erinnerte ich mich irgendwie verschwommen an alle. Meine Brüder starben vor mir, ihre Kinder starben ebenso. Ich hatte fünf Brüder, wir waren zu sechst und ich war der Kleinste. Vater also Flo sah seine fast alle seine Söhne sterben, bis auf mich. Er sah alle seine Enkel sterben bis auf Cy. Sie starben nicht einfach so, sie starben qualvoll an Krebs und an autoimmunen Erkrankungen. Heißt die Krankheit selbst ist nicht das Problem, sondern die Auswirkung. Eine Erkältung steckst Du weg, mich könnte sie töten. Ich habe nichts, womit ich mich gegen die Erkältung wehren könnte. Also fast nichts. Das wurde so genetisch so in unsere DNS geschrieben um die kybernetischen Aufwertungen zu erleichtern. Keine Abstoßreaktion, da das Immunsystem heruntergefahren ist. Dafür hast Du dann Implantate die nicht abgestoßen werden, aber die Abwehrkräfte eines neugeborenen Kätzchens. Cys Vater wurde mit einem alten Immunsystem geboren. Er war also kerngesund, richtig gesund. Und er ließ sich aufwerten... das war fatal, denn sein Körper stieß die Implantate ab. Er musste Medikamente schlucken, damit sein Körper nicht von Entzündungen zerfressen wurde. Entzündungen erzeugen Wärme, permanente Wärme kann Krebs auslösen. Und auch so ist es grausam, wenn Dir innenliegende Implantate regelrecht aus dem Körper eitern. Florian sah mich öfter beim Heiler als Zuhause und Cy war noch klein. Er hatte ein angepasstes Immunsystem, so wie die meisten. Je weniger Abwehr, je höher aufgewertet. Aber die Trauer schwächte ihn weiter. Er bekam Krebs, überall, sogar im Blut. Letztendlich war er ein zerstörter und gebrochener Mann. Das was ihm das Leben erleichtern sollte, das was ihn beschützen sollte versagte. Die Technik verlangte einen Preis, und dieser Preis brachte ihn um. Er wurde behandelt, logischerweise er war der Duc. Aber er hat die Behandlung nicht verkraftet. Er konnte sich davon nicht erholen. Und die Wucherungen die man ihn herausschnitt, reparierten die Nanos als wären sie irre geworden. Und er hatte oft Lungenprobleme, er bekam keine Luft mehr, da auch da alles zugewuchert war. Warum weiß ich nicht, ich war jung und ich hatte Angst mehr zu erfahren. Utopisch, nur wenn man die Augen verschließt oder etwas nicht weiß, verschwindet es nicht. Ihm war oft kalt, von dem ganzen Mist den er nehmen musste, deshalb hatte er auch arge Kreislaufprobleme und Nährstoffmangel. Er schlief auf seine letzten Tage gerne vor dem Kamin. So richtig nah am Feuer, dass es sich auf ihm spiegelte. Als ich ihn an dem besagten Tag fand, lag er da völlig entspannt, er sah glücklich aus, schmerzfrei... da wusste ich er ist tot. Sogar die Deinen Oli waren machtlos. Du kannst keine Seele retten, wenn der Körper ein Wrack ist. Ich will Dich damit auch nicht nerven oder herunterziehen oder so", sagte Pierre tonlos und aß seinen Riegel langsam auf. "Ich habe Deine DNS-Codedierung von MAX erhalten, von Deiner Gesundheitsakte der Krone. Ich habe Deinen und die DNS-Codes der Gruppe an die Nanos weitergegeben. Empfangsbestätigung und Umsetzung wurde bestätigt", erklärte Pierre und grinste dann Oliver an. "Vielleicht finden wir ein Mittel bei all diesen Wesen das uns erlaubt Immunität zu erlangen. Gleich wie hässlich es ist. Wie zum Beispiel dieser Wurm", sagte Pierre und zeigte auf die Tür.
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Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hörte zu, nickte hin und wieder, schwieg aber und ließ Pierre sich alles von der Seele reden. Es tat ihm selbst weh, zu hören, was mit der Familie geschehen war. Er kannte bereits Cyranos Sicht, wusste, warum er sich so vor Aufwertungen fürchtete - er hatte gesehen, wie sie seinem Vater wie Fremdkörper aus dem Fleisch geeitert waren, Aufwertungen, die so untrennbar mit dem Organismus verbunden waren, dass sie eigentlich gar nicht herauseitern konnten. »Was ist mit Cyrano, hat er das Immunsystem seines Vaters oder ist seines ebenfalls angepasst? Er teilt deine Ängste, doch er geht anders damit um. Er ist dreiunddreißig Jahre alt und versteckt sich seit er freie Entscheidungen treffen kann in seinem Elfenbeinturm. Dies ist sein erster Ausflug, der ihn außerhalb von Beaufort führt. Was ihn dazu gebracht hat, mitzukommen, weiß ich nicht, das ist eigentlich nicht seine Art.«
Oliver kraulte seinem Mann ein wenig die Haare, die nicht so gut rochen wie sonst, sondern nach Schweiß und Taudisstaub.
»Die Souvagnes deiner Generation starben unaufhaltsam, trotz all der Technik - oder wegen ihr? Das Immunsystem wurde zerstört, um all die Aufwertungen zu ermöglichen. Und dann brachte ein Heer von Krankheiten sie um, vor denen weder Maschinen noch Magie sie retten konnte. Ich weiß, was hörst du nicht gern, aber denke einmal in Ruhe darüber nach. Vielleicht nicht jetzt, aber in einer ruhigen Minute. Die Nanotriten reparierten die Geschwüre, die man versuchte, Florian zu entfernen - aber warum entfernte man nicht die Nanotriten? War das nicht möglich?«
Er aß nun auch seinen Riegel.
»Und eine Bitte. Wenn ich verletzt bin, was sollte ich da in einem Tank? Ich gehöre in die Hände meines Ordens. Warme, lebende Hände, Bluthexer. Wenn der Wurm da wichtig ist, lass ihn einfangen. Ich hoffe, er ist keine Larve von etwas Größerem!«

Pierre Agramant de Souvagne
"Das Immunsystem wurde gedrosselt um die Aufwertung zu ermöglichen. Es ist nicht wichtig was wir sind, sondern sein könnten... das war das Credo, dem alle folgten. Verbesserungen auf jedem Sektor, genetisch, kybernetisch. Ein Volk das jenseits der Mauer lebt und für andere eine unüberwindbare Mauer ist, an Wissen, Forschung und an ihren Körpern selbst. Die Mauer schützt uns physisch, aber was schützte uns mental? Was hob uns von den anderen ab? Aleron erließ das Dekret, dass damit begann uns selbst ebenfalls einzumauern und abzusondern. Genetisch und später eben auch kybernetisch. Wir könnten die komplette Unterhaltung nonverbal via Interkom führen, ich könnte unser Schiff steuern, während ich auf dem Klo sitze, allein über Puce, dazu muss ich nichts tun, außer entsprechend zu "denken". Wir haben Magie geschaffen aus Technik, oder zumindest etwas, dass manchen Magiesprüchen gleichkommt. Wir haben uns geschadet, uns verletzt um unüberwindbare Heilung zu erreichen. Aber Heilung ist nicht Gesundheit, sondern eigentlich eine Reparaturleistung... vielleicht entspricht es den Tatsachen was Max sagte, dass man einen Schritt zurück machen sollte. Nur wohin? Ich war und bin immer noch der Auffassung, wenn wir die Fehler im vorhandenen System ausmerzen, können wir Perfektion schaffen. Aber perfekt untergehen möchte ich auch nicht. Nanos kann man über Blutwäsche aus dem Blut filtern. Du filterst die Burschen heraus, entfernst den Trägerchip und das wars, Du warst mal Nano-Träger. Das ist also möglich, unangenehm aber machbar Oli. Zu Cy, er hat ein Immunsystem des alten Schlages, wie man so schön sagt. Kybernetiker schlagen die Hände dabei über dem Kopf zusammen. Aber Cy ist ohne jede Aufwertung, also kann es ihm gleich sein, dafür ist er robust. Mir fällt kein anderes Wort ein. Natürlich nicht so robust wie Max und seine Generation es war, aber Cy allein übertrifft mich dabei schon um Längen und ich gönne es ihm von Herzen. Seine Ängste haben verhindert, dass er sich aufwerten ließ. Vernünftige Entscheidung in seinem Fall. Meine Ängste haben mich dazu gebracht mir jeden möglichen Schutz einpflanzen zu lassen, der möglich ist. Dafür ist mein Immunsystem geschaffen. Was ihn vermutlich aus seinem Türmchen trieb ist Max. Das ist meine Vermutung, aber Cy liebt das alte und antike und Max ist sowas wie ein lebendes Fossil, er kann ihn also all die Dinge die er sonst im Museum oder Buch sieht oder liest fragen. Darum ist er hier, wir benötigen sein Wissen. Und Cy hat vielleicht Spaß daran, einmal mitzukommen, wo er doch mit den Tuteurs gut geschützt ist. Zum Tank, wenn Dir hier niemand helfen könnte, kommst Du in den Tank, denn er reapariert all das, was verletzt wurde anhand Deines DNS Profils. Wir haben keinen zweiten Bluthexer dabei Oli. Du musst dann mit den Tank vorlieb nehmen und der steht im Schiff. Also verletze Dich bitte nicht. Der Wurm ist zahnlos, er ist ungefährlich", erklärte Pierre, stand auf und hob den Wurm auf. "Der sieht sogar irgendwie niedlich aus. Guck mal", grinste er und hielt ihn Oli hin.

Oliver Vallis de Souvagne
»Aber ich verstehe nicht, warum man Florian die Nanos dann nicht aus dem Blut herauswusch! Dafür muss es doch einen Grund gegeben haben, wenn bekannt war, dass diese die Wucherungen verursachen.« Er nahm den sich windenden Wurm und sah ihn sich an. »Das ist kein Wurm, sondern eine rosa Schlange. Sie hat Schuppen und einen Kieferknochen, nicht zuletzt Rückenwirbel, es kann also keine Wirbellose sein.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Weil er sich weigerte sie sich entfernen zu lassen, er bekam sie einst von seinem Vater. Sie haben die Wucherungen unterstützt, sogar geschützt und repariert, aber sie haben auch seine OP Wunden schnell heilen lassen, oder alle anderen Wunden. Seine Verletzungen die er davontrug, das war wie ein perverses Spiel, was schadet, was wir geheilt oder repariert. Und ein Teil war selbstverschuldet, da er manche Behandlungen kategorisch ablehnte", erklärte Pierre ehrlich und schaute sich die Schlange an. "Nun dann ist es eine rosa Schlange, sie sieht trotzdem niedlich aus Du kleiner Klugscheißer", sagte Pierre liebevoll und küsste Oliver auf den Mund. "Warum fragst Du das mit den Nanos? Ich kann es mir denken, aber ich hoffe Du denkst nicht in diesen Bahnen", gab Pierre zurück und kramte in seiner Tasche um noch einen Riegel zu essen. "Schade das es hier keinen Imbiss gibt", schmunzelte er und ließ Oli vom Riegel abbeißen.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich frage dich, weil du die gleichen Nanos in deinem Körper trägst, Pips«, sprach Oliver besorgt, nachdem er heruntergekaut hatte. »Noch haben sie nicht bei dir angefangen zu wuchern. Oder? Noch hat das perverse Spiel aus Heilung und Zerstörung nicht begonnen!« Dass diese Worte an Blasphemie grenzten, war Oliver bewusst. Er hoffte, selbst wenn Pierre ihm jetzt nicht zustimmte, dass er zumindest darüber nachdenken würde.

Pierre Agramant de Souvagne
"Als ich jünger war hatte ich einige Wucherungen die mir rausgeschnitten wurden. Sie kamen nicht wieder, das war so in der Pubertät, danach hatte ich Ruhe. Hätte ich eine schwerwiegende Verletzung könnten sie diese zu gut heilen, sprich zuviel Gewebe und dann wäre eine Wucherung da. Aber das ist mir glücklicherweise noch nie passiert. Bis jetzt waren sie artig, aber ich verstehe Deine Sorge und Du hast mir einen guten Hinweis gegeben. Auszug... Naniten - Naniten oder auch Nanos genannt sind winzig kleine Roboter die ganz erstaunliches bewirken. Nach dem Robotikgesetz darf kein Roboter einem Menschen schaden. So schaden auch die Naniten ihrem Träger nicht. Wird der Träger verletzt, tritt der Fall einer schweren Gewebeschädigung oder eines Organversagens ein, haben sich die Naniten als wunderbare zellulare Maschinen erwiesen. Selbst bei kurzfristigen Ausfall lebenswichtiger Körperfunktionen, sorgen sie für ein unfassbar schnelles Gewebewachstum und können sogar Organfunktionen neu starten.... das ist der Knackpunkt... das ist der verdammte Knackpunkt an den Nanos nicht wahr? Mein Vater hat sie uns geschenkt, damit wir geschützt sind. Du meinst der Schutz ist die Gefahr, richtig?", fragte Pierre und streichelte Oli.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver ließ sich nicht anmerken, wie tief er den Stich spürte, als Pierre ihm von den früheren Wucherungen erzählte und gleich darauf nachschob, dass sie problemlos entfernt worden waren, um ihn zu beruhigen. Der Versuch verfehlte seine Wirkung, doch Oliver verbarg seinen Schock, indem er den falschen Wurm auf den Boden setzte und ihm beim Davonschlängeln nachsah. Er nickte unter seiner roten Kapuze. »Der Schutz ist die eigentliche Gefahr, wenn du mich fragst. Die Mauer, die unkontrolliert weiterwächst, so dass sie alle innerhalb von ihr Lebenden zerdrückt. Niemand kommt hinein - doch auch niemand kommt wieder hinaus. Die Lösung, nach der du suchst, ist nicht hier unten - sie liegt genau da, wo wir hergekommen sind!« Er nahm Pierre wieder in die Arme. Im Hintergrund sah er Cyrano herumschlendern und sich über sein neues Haustier Cest freuen, dem er unterschiedliche Riegel zum Frühstück anbot. Pierre dachte an ihren kleinen Sohn, der im Tank heranreifte. »Ganz gleich, wie du für dich selbst entscheidest, Pips - unser Kind wird keine Nanos in den Organismus gespeist bekommen. Wir werden einen anderen Weg finden, dass er sich gesund entwickelt, ganz gleich, wessen Immunsystem er geerbt haben sollte, falls die Behüter es nicht schaffen, ihn rundum gesund zu erschaffen. Auch der Genetik sind Grenzen gesetzt, denn nicht alle Mauern sind von uns gemacht. Manche überwinden wir nie.« Er erhob sich und reichte seinem Mann die Hand, um ihm aufzuhelfen. Mehr denn je war er entschlossen, bis zum Ende für ihn da zu sein - bis zu jedwedem Ende. Er hoffte, es würde ein Gutes sein.

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Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 03 -- Aller guten Dinge sind drei, der dritte Abstieg in den Abgrund

#5

Beitrag von Enzo Chaterde » Fr 24. Mai 2019, 02:55

Bilder für Rivkin

Die Rast war lang und gab ihnen genügend Gelegenheit, sich zu erholen. Die Wache teilten sie in Schichten ein. Younes beobachtete den orange leuchtenden Balken auf seinem Handcom, eines der wenigen Lichter, die man an ihrem stockfinsteren Rastplatz weit unter der Oberfläche sah. Wie eine Maske schwebte sein beleuchtetes Gesicht in der Schwärze. Enzo hatte ihm geholfen, seinen gelöschten Speicher mit einem rasch zusammengeschnipselten Programm wieder herzustellen, doch der Erfolg würde fraglich sein. Sein Lohn war ein Danke gewesen und ein Kuss auf die Wange. Younes starrte auf den Ladebalken und Enzo beobachtete Younes, der auf das Gerät starrte und seinen Kameraden keines Blickes würdigte. Es fiel Enzo schwer, diesen Umstand zu akzeptieren oder diese Art, mit der neuen Situation umzugehen. Er fand es ungerecht und verletzend. Alle rieten ihm, abzuwarten, Younes die Zeit zu geben, die er brauchte, aber Enzo glaubte nicht daran, dass sich noch einmal etwas daran änderte. Der Tod ihrer Kameraden hatte zu viel zerstört und die neu zusammengestellte Einheit würde auf ganz andere Weise zusammenwachsen als die Alte. Enzo vertrieb sich die Zeit ebenfalls mit seinem Handcom, das sehr viel dezenter beleuchtet war und nur schwach grün schimmerte. Er ging seine alten Bilder durch und fand eines aus ihrer Anfangszeit, das Younes in seiner uralten Freizeithose zeigte, die noch aus ihrer Zeit bei der Souv Sec stammte:

Younes in blauer Hose

Zu dieser Zeit hatten sie sich gern gegenseitig mit Permanentmarkern angemalt, die eigentlich zum Beschriften der Ausrüstung gedacht waren. Er liebte dieses Bild, weil es Younes in einem Moment zeigte, als er ganz natürlich schaute, ohne die Grimassen, die er sonst für die Bilder zu schneiden pflegte. Das war kurz nach dem Tod von Adrien und Ethan gewesen - nicht, dass der Tod der Kameraden Younes von seinen Scherzen abgehalten hätte, doch hier hatte Enzo ihn zufällig im richtigen Moment erwischt. Er fand auch noch ein zweites Bild, wo es ihm gelungen war, Younes Gesicht ohne herausgestreckte Zunge oder aufgerissene Augen oder Entenschnute festzuhalten:

Younes neutral

Er wirkte aufgrund des dämmrigen Lichtes dunkler, als er wirklich war. Ein weiteres Bild zeigte Younes mit Adrien nebeneinander. Adrien, der wegen einem eingefangenen Sprengsatz vor ihren Augen explodiert war. Hier war daran noch nicht zu denken:

Younes und Adrien

Dann fand er noch eines von Ethan, das Letzte vor dem Verhängnisvollen Einsatz, bei dem der Kleine von dem herabstürzenden Container erschlagen worden war:

Ethan

Enzo überlegte, was er mit den Bildern machen sollte. Am besten einfach löschen, sie zeigten am Ende doch nur die Vergangenheit. Weder waren sie in der Lage, das, was war, zu erhalten, noch spendeten sie ihm Trost. Wenn er sie anstarrte, spürte er den Sog der Endlichkeit. Wäre es Verrat, das Letzte und Einzige Bild von Ethan zu löschen? Wohl kaum, denn Ethan kümmerte es nicht mehr. Enzo beschloss nach einigem Nachdenken, die Bilder zu verschenken und auf diese Weise loszuwerden. Einzeln würde er das tun, um zu spüren, wie er sie gehen ließ. So wurde Rivkin von mehreren Nachrichten hintereinander behelligt, jeweils mit einer kurzen Beschreibung, wer das war und warum Enzo das Bild eigentlich mochte, denn er ging sehr sorgsam um mit dem ihm zum Verfügung stehenden Speicherplatz um und behielt sich nur sehr wenige Bilder auf Dauer. Diese hatten dazugehört.

"Für dich, Riv", stand in der ersten Nachricht. "Jetzt weißt du, wie Ethan und Adrien ausgesehen haben. Und die Bilder von Yoyo kannst du besser gebrauchen als ich." Doch bei dem Bild von Younes in der blauen Freizeithose zögerte er. Diese Nachricht kam erst gut zwei Minuten nach den anderen bei Rivkin an. Enzo hatte ihm das Bild schlussendlich nur kopiert. Danach schob er das Com wieder in seine Tasche, legte den Kopf auf den Arm und versuchte zu schlafen. Kurz darauf kam Bolek von der Wache zurück, stopfte Enzo ein Stück Rucksack unter den Kopf und legte sich zu ihm. Er sagte nichts, aber legte den Arm über ihn.

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