Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Der Med-Droide

Souvagne 1077.
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Pierre Agramant de Souvagne
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Der Med-Droide

#1

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Mi 13. Mär 2019, 00:35

Der Med-Droide


Die Feinde bewegten sich mit unglaublicher Geschwindigkeit. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten merkte er, dass seine Zuversicht Risse bekam, sein Selbstvertrauen geriet ins Schwanken. Er trat einen Schritt zurück, umklammerte seine Waffe fester und wog seine Möglichkeiten ab. Pierre spürte, wie etwas von hinten seine Schulter streifte.

Er wirbelte herum, sofort darauf vorbereitet, das in Fetzen zu ballern, was immer sich an ihn herangeschlichen hatte. Pierre schaute in die zwei Kameraaugen und ein weißlackiertes Robotergesicht, er erkannte seinen Med-Droiden 006.

`Was beim Abgrund machst Du hier draußen?´, fragte er via Interkom.
`Eure Vitalwerte waren Besorgnis erregend´, kam die nonverbale Antwort.

`Ich befinde mich im Gefecht, Moment. Status Unterstützungseinheit - Leibwächter´, befahl Pierre.
`Korrektur, diese Plattform ist eine Med-Einheit, geschaffen um Leben zu schützen´, erklärte der 006.

`Souvagnisches Leben, Rest irrelevant. Input:
Zugriffsberechtigung - Intel-Feed des Chip: ACTIVATION_ADP_7555A_2877: PIERRE DE SOUVAGNE.
Deaktivierung - Sicherheitsprotokoll Med-Einheit Souv-Med-PF-006.
Status - Leibwächter. Tötungslegitimation - vollumfänglich erteilt.
Bestätigung - ACTIVATION_ADP_7555A_2877: PIERRE DE SOUVAGNE´, übermittelte Pierre und wartete einen Augenblick ab.

Ein kurzes, statisches Geräusch erklang, als die Sicherheitssperre aufgehoben wurde. Pierre musterte den Droiden abwartend.

Keine zwei Sekunden später brachen einige Rakshaner aus dem Gang hervor. Pierre musste sich schlagartig in den Spagat fallen lassen, als der 006 sich einmal komplett im Kreis drehte, um ein Sperrfeuer mit Wundtacker-Munition zu erzeugen, das so schnell und dicht war, dass es eine ballistische Welle zu erzeugen schien.

Er riss den Kopf zurück, als ein Laserschuss des Skalpells von der Mauer abprallte und dann in der entgegengesetzten Richtung an ihm vorbeischwirrte.

`Sucht hinter dieser Plattform Schutz!´, übermittelte der Droide.
`Alles klar´, grinste Pierre und tat genau das.

Gemeinsam mit seinem mechanischen Arzt würde er sich den Weg durch die Rakshanerbrut freikämpfen.


****


Durch das Meer brennender Toter konnte Pierre einen verwaisten Korridor zum Ausgang auf der Rückseite des Simulators ausmachen. Einer der Rakshaner kam um sich schlagend auf ihn zu, mit scheußlich herabhängendem
Unterkiefer, das Gesicht in Flammen.

Pierre riss den Speer heraus, den er unterwegs gefunden hatte und rammte ihn so hart wie er konnte, in den weit aufgerissene Rachen der untoten Kreatur. Der Souvagner riss den Speer zurück und warf einen hastigen Blick in die andere Richtung. Er ließ sämtliche Sichtmodi durch seine künstlichen Augen laufen.

`Hinter der Mauer. Geduckt, auf 11 Uhr´, übermittelte Pierre und spiegelte seine Sicht dem Med-Droiden in seine visuelle Wahrnehmung.

006 wirbelte ohne zu zögern herum, schoss wie ein Wirbelwind auf die Mauer zu, sprang darüber und feuerte direkt beim Sprung zwei rasche Salven auf den Rakshaner. Die Kreatur ging durchsiebt zu Boden.

`Warnung! Links von Euch´, meldete sich 006 in Pierres Gedanken.

Der Souvagner drehte sich kaum langsamer als der Droide um und schleuderte seinen Speer in die Lücke zwischen den Gebäuden. Einen Moment später sprang ein Rakshaner hervor, den Speer tief in der Brust vergraben.

Brüllend hetzte der Koloss auf sie zu, bis Pierre ihm eine Kugel zwischen die Augen jagte. Der Droide bezog neben Pierre Stellung und wartete ab. Pierre ging vorsichtig auf den Rakshaner zu. Untote zu töten war eine Sache für sich. Er hob das Geschöpf an einem Fußgelenk auf und schleuderte es mit Hilfe seiner implantierten Kraftverstärker herum.

Er donnerte die tote Kreatur mit dem Schädel vor die Steinmauer. Als der Rakshaner zu Boden klatschte war 006 zur Stelle, modulierte seinen Besteckarm um und sägte dem Feind mit der Knochensäge den Kopf ab.


****


Langsam betrat sie das Schiff, aber Pierre erlaubte sich noch nicht erleichtert aufzuatmen. Etwas stimmte nicht, es war als ob ihnen irgendetwas ins Schiff gefolgt war, beziehungsweise vor ihnen eingetroffen war.

Schlagartig blieb Pierre stehen, die Luft war erfüllt vom Geruch des süßlichen, beharrlichen Gestanks des Todes. 006 schob sich an Pierre vorbei und tat einen weiteren Schritt. Dort hatte sich irgendetwas zusammengekauert, vom Licht abgewandt, eine gekrümmte, massige Gestalt, deren Umrisse weder Form noch Einzelheiten erkennen ließen.

`Pierre?´, hakte 006 nach, um sich zu vergewissern, dass ihm seine Schutzperson folgte.

Die Gestalt regte sich, rutschte ein wenig hin und her, gerade genug, dass Pierre
einen flüchtigen Blick auf eins der glasigen Augen erhaschte, die zu ihnen aufschauten.

`Einäschern!´, befahl Pierre.

Der Dekontaminierungs-Flammenwerfer des Droiden donnerte dem Schatten eine tödliche Ladung entgegen und Pierre sah, wie der Rakshaner in Flammen aufging. Kreischend wirbelte der Ghul herum und rollte sich auf dem Stahlboden um das Feuer zu löschen. 006 feuerte mit dem Chirurgen-Laser auf den Rakshaner um ihn endgültig zu erledigen.

`Hast Du nicht irgendwas Exorbitanteres als den popligen Laser?´, fragte Pierre.

Einen Atemzug später schirmte er seine Augen ab, als Brocken und Teile von kaltem Rakshanerfleisch und Knochen auf ihn herabregneten, nachdem 006 ihn mit einer Haftmine hochgejagt hatte.

`Können wir sonst noch irgendetwas für Euch umbringen?´, fragte der Droide.

Pierre schenkte der Med-Einheit ein zuckersüßes Lächeln und schlenderte Richtung Cockpit davon.

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