Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Das Com

Im Jahre 1077 nach der Asche wird Souvagne von mehreren Mauern geschützt und die Technik ist auf einem hohen Stand. Die Souvagner sind genetisch mit anderen Menschen nicht mehr kompatibel.
Souvagne 1077.
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Audric Bizier
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Das Com

#1

Beitrag von Audric Bizier » Di 9. Jul 2019, 21:42

Das Com


Audric besuchte seinen Bruder Ferres im Tempel. Sie umarmten sich bewusst so, dass Ferres seine Schützlinge im Auge behalten konnte.

"Wieso hat Nethlee ein Com und rennt vor die Tür?", fragte Audric neugierig.
"Keine Ahnung, fragen wir ihn doch einfach. Da möchte wer was von Dir", grinste Ferres seinen kleinen Bruder an.

Hinter Audric stand ein kleiner schneeweißer Junge, knetete seine Hände und starrte zu Audric auf.

"Pepe, Schätzchen", freute sich Audric.

Er nahm den kleinen Kerl auf den Arm und drückte ihn fest an sich. Pepe klammerte sich an Audric und kniff die Augen zusammen, damit er nicht weinte.

"Nicht Mäuschen, alles ist gut. Ferres passt auf Dich auf. Na komm, heute bin ich da und Du bleibst bei mir", sagte Audric liebevoll.
"Bleibst Du hier Audri?", fragte Pepe hoffnungsvoll und umschlang Audrics Hals.

"Nur heute ich wurde abberufen Mäuschen, mein Bruder passt auf Dich auf. Heute passe ich nochmal auf Dich auf. Zuerst gehen wir Neth auf die Nüsse und dann in SubSouv Eis essen ja?", bot er an.
"Wir spielen einen Streich?", fragte Pepe grinsend.

"So ungefähr", lachte Ferres und strubbelte Pepe und Audric.


****

Audric Bizier
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Re: Das Com

#2

Beitrag von Audric Bizier » Do 11. Jul 2019, 00:29

Das Com - das kommt davon


Audric Bizier
Nachdem Audric mit seinem Bruder gesprochen und Pepe für den Tag übernommen hatte, machte er sich nun auf, Oliver abzuholen. Ferres hatte mit seinen Kindern zu tun und Audric musste seiner Neugier nachgehen. Also kehrte er zu seinem Bruder Oliver zurück, damit ihm dieser bei der Ermittlung half. Er zog die Karte durch die Türsicherung und schaute sich um. "Oliver?", fragte er gut gelaunt und setzte Pepe auf einen Stuhl an der Küchenzeile. "Schön hierbleiben, der Oli kommt gleich", sagte er freundlich und wartete.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hatte sich gerade ausgehfertig gemacht, da er ein wenig unter die Leute gehen wollte. So kam es ihm nur Recht, dass Audric vorbeischaute und sogar einen kleinen Gast mitgebracht hatte. Auf diese Weise konnte er zudem schon einmal sehen, wie der Mannie mit seinen Schutzbefohlenen umging. Theorie war das eine, ihn in der Praxis zu erleben etwas anders. „Audric“, grüßte er freundlich. „Ich wollte gerade einen Spaziergang unternehmen, kommt ihr beiden mit?“ Er ging zu dem Jungen und reichte ihm die Hand. „Hallo, kleiner Mann. Ich bin der Oli und wer bist du?“

Audric Bizier
Pepe: Der Kleine reichte ihm die Hand und lächelte schüchtern. "Hallo Oli ich bin Pepe. Wir gehen Eis essen. Waldmeister. In Sub Souv hat Audri versprochen. Vorher spielen wir einen Streich, wegen einem Com. Audri ist nur heute wieder mein Hüter. Dann wird er wieder weggerufen. Dann muss ich zu Ferres. Kennste den?", fragte Pepe und hielt die Arme auf, damit ihn jemand vom Stuhl hob. Die Küchenstühle waren ehr Barhocker, wo der Kurze nicht mit den Beinen auf den Boden kam.

Audric Bizier
Audric grinste und schüttelte gut gelaunt den Kopf. "Ferres ist mein Bruder", erklärte er Oliver und nahm Pepe wieder auf den Arm. "Du weißt doch noch, das Neth ein Com hatte und sogar vor die Tür gegangen ist. Wieso? Da muss mehr dahinter stecken als pure Sorge. Bei mir steckt Neugier und ein bisschen Sorge dahinter. Was kann einen Behüter veranlassen, seinen Bereich zu verlassen?", fragte Audric. `Denk an die Kleinen dort´, schob er mental hinterher.

Audric Bizier
Pepe: "Vielleicht Eis", schlug Pepe vor und umarmte Audric um den Hals.

Oliver Vallis de Souvagne
'Du meinst, es könnte Gefahr drohen? Nethlee ist Behüter, er hat die Schleuse nicht zu durchqueren bis zu seinem Tod. Vermutlich nicht einmal danach, ich weiß gar nicht, wie die Behüter bestattet werden. Lass uns dem nachgehen.' Den kleinen Novizen betrachtete er interessiert. Er hatte bisher nicht allzu viel mit den Kindern des Ordens zu tun gehabt, er hatte sie erlebt, aber sich nicht weiter um sie gekümmert. Nun würde er selbst Vater werden und sah die Kleinen mit anderen Augen. „Ferres kenne ich nur vom Sehen, Pepe“, erklärte er. „Aber vielleicht zeigst du ihn mir irgendwann. Ist Ferres dein Papa? Oder dein Mannie?“

Audric Bizier
`Genau dass habe ich mich auch gefragt. Einen Behüter außerhalb des Kreises, hinter dem Tor, fernab der Schöpfermaschinen das ist so... ich habe kein Wort dafür. Es ist unheimlich. Wenn ich länger darüber nachdenke, bekomme ich eine Gänsehaut, so als ob etwas wie ein Pilz über mich kriecht, etwas das da ist, nicht gesehen werden kann, aber nicht hier hin gehört. Und das Schlimme ist nicht nur, das Neth vor die Tür ging Oli. Alles hat zwei Seiten. Um vor die Tür zu gehen, hat er diese Tür geöffnet. Wenn jemand rausgehen kann, kann auch jemand oder etwas in dem Moment hinein. Vergiss das nicht Bruder. Dieser Bereich ist die Keimzelle des Ordens. Nur mit Erlaubnis darf man den Bereich betreten und das aus guten Grund. Alle ungeborenen reifen dort, die Kleinsten leben dort. Das darf nicht sein. Wenn es nur um Fulcaire ging, dann bin ich beruhigt. Möchte aber trotzdem wissen, weshalb er hofiert wird. Die Bevorzugung von Flucaire ist die Benachteiligung der Kinder, das geht nicht. Ich war Pepes Mannie, bis ich zu Euch abkommandiert wurde. Mein Bruder hat ihn übernommen. Pepe bleibt immer rund um die Uhr bei einem, sein Ältester kommt nicht zurück Oli. Wir haben es ihm schon mehrfach erklärt, aber er versteht es nicht. Also lassen wir es so, eines Tages wird er es begreifen. Wobei, wer begreift sowas wirklich. Er ist ganz lieb, aber er liebt Streiche und wir nehmen ihn heute mit. Ich kümmere mich allein um ihn, Du wirst ihn kaum bemerken´, antwortete Audric mental und machte sich gemeinsam mit Oliver auf den Weg.

Pepe:
"Ferres ist der Bruder von Audri und mein Mannie. Bis der Papa wieder kommt. Aber er ist verspätet, schon lange. Er war draußen kämpfen, dass macht er so. Kennst Du meinen Papa? Eloy er sucht die Vampire", erkärte Pepe gewichtig, während er sich an Audric festhielt.

Oliver Vallis de Souvagne
„Nein, Pepe, Eloy kenne ich nicht. Ferres kümmert sich gut um dich, da bin ich sicher. Audric wird bald auf meinen kleinen Sohn aufpassen, ich werde auch bald ein Papa.“ Via Interkom fragte er Audric: 'Ist er gefallen? Oder verschollen? Manchmal hilft es, wenn man das Grab besucht, um zu begreifen. Ich hoffe, Nethlee ist sich der Schwierigkeiten bewusst, in der er steckt, wenn sein Fehlverhalten zu Problemen geführt hat. Nicht mal auf die Behüter ist Verlass, es hat schon seinen Grund, warum dort unten kein Interkom funktioniert, damit sie nicht die Versuchungen der Außenwelt sehen, sondern sich ganz auf den Bereich hinter der Schleuse konzentrieren.'

Audric Bizier
`Richtig Oliver, der Versuchung soll erst gar keinen Raum eingeräumt werden. Denn so stark jeder von uns auch ist, jeder kennt einen schwachen Moment. Ich habe versucht herauszufinden, was Neth veranlasst haben könnte und mir viel ein, dass er eventuell der Behüter von Fulcaire gewesen ist? Wäre dem so, gut dann könnte ich sogar seine Handlung verstehen. Ful ist mehr Kind als Pepe. Da würde ich sogar mit ruhigerem Gewissen Pepe und mit einer 9mm losschicken als unser Maskottchen. Sein Vater ist tot, er wurde von der Bestie hinterrücks ermordet. Nicht eine Bestie, die Bestie, Vier-Flügel. Pepe kann ihn nicht sehen, Du kennst den Alarm? Du hast die Bestie schon mal bei der Ernte gesehen? So traf es Eloy als er versucht hat eine Gruppe zu beschützen, die noch nicht die Sicherheit der Mauer erreicht hatte. Er tat was ein Bluthexer tut Bruder, er opferte sein Leben. Deshalb falls Pepe Dich mal nerven sollte, sei gnädig, er hat niemanden wohin er zurück gehen kann. Drum bleibt er dauerhaft in Ordensobhut, in seinem Fall bei Ferres. Das ist mein älterer Bruder und er führt mit Pepe sieben Küken. Oli, Bruder hör auf das Interkom zu benutzen. Wir beide sind vom Orden, wir können mental miteinander sprechen. Ich weiß, Du hast zu lange getrennt vom Orden gelebt. Ich erinnere Dich nur daran, damit Du zurück findest, nicht um Dich zu maßregeln ja? Bei mir benötigst Du kein Interkom´, übermittelte Audric und dachte mit einem mulmigen Gefühl über Olivers Worte nach. `Was ist, wenn Neth keinen wirklich Grund gehabt hat? Was machen wir dann? Wir müssen in dem Fall dem Oberhaupt Bericht erstatten. Es geht um die Kleinen und wir müssen die anderen Behüter bitten, den Bereich zu durchkämmen. Jetzt stell ich mir die ganze Zeit dort Vampire vor, die in dunklen Ecken lauern und nur darauf warten die Kleinsten auszusagen. Kopfkino super´, stöhnte Audric mental.

Pepe:
Der Kleine legte seinen Kopf auf Audrics Schulter ab. "Ferres ist lieb. Aber ich will bei Audri bleiben. Dann hast Du bald auch ein Kind. Wird das bei Audri bleiben? Wann denn? Wann kommt Dein Kind? Jagst Du auch Vampire?", fragte Pepe gähnend. "Bin was müde", fügte er an und rieb sich die Augen.

Oliver Vallis de Souvagne
'Na eben, wozu das Interkom, ich bin völlig entfremdet', stöhnte Oliver mental. 'Ein weiteres Familienmitglied aus dem Orden war längst schon überfällig, ich bin froh, dass wir dich haben, nicht nur als Mannie unseres Sohnes, sondern auch als Freud, Bruder und Berater.' Er umgriff kurz seine Hand und drückte sie, während sie weitergingen. 'Ein Trost für Eloys Opfer wäre, dass die Bestie sich an ihm hoffentlich den Magen verrenkt hat. Unser Blut ist giftig für Vampire und wenn er gleich den ganzen Mann einverleibt hat, wird er hoffentlich lange krank in einer Höhle gelegen und vielleicht sogar daran krepiert sein. Wann war das? Vielleicht sollte man die Chance nutzen, so lange er geschwächt ist, eine Truppe zu entsenden. Dass du noch schlechter auf Felix zu sprechen bist als ich, ist absolut verständlich.'
Voll Mitgefühl betrachtete er Pepe, der vergebens auf seinen Vater wartete. Er strich ihm über das runde, kahle Köpfchen. „Audric wird auf meinen Sohn aufpassen, ja. Audric wohnt dafür bei uns, weil ich nicht im Tempel des Blutes lebe. Wann mein Kind kommt, weiß ich nicht genau, das kann Nethlee uns verraten, den wir jetzt besuchen. Und du kannst uns auch besuchen und mit meinem Sohn spielen. Aber wenn du Ferres verlässt, ist der bestimmt sehr traurig. Er hat dich doch lieb. Ich jage keine Vampire mehr, früher habe ich das gemacht. Jetzt passe ich auf, dass der Vampir, der bei mir zu Hause wohnt, brav bleibt.“
'Was Nethlee angeht, sollten wir anschließend auch Fulcaire auf den Zahn fühlen. Er war es schließlich, der den Behüter wider besseren Wissens dazu versucht hat, den sicheren Bereich zu verlassen und sich sogar ein Com zu besorgen!'

Audric Bizier
`Warte ich muss nachdenken, oder besser gesagt nachschauen´, bat Audric und zog sein Handcom. `Am 18.08.1077, seit dem wurde Vierflügel nicht mehr gesehen. Sein letzter Angriff auf Souvagne, es gab Großalarm und der Dome riegelte völlig ab und fuhr die Verteidigung hoch. Vierflügel hatte sich am Dome verbrannt, aber er hat einige unserer Schäfchen draußen erwischt und leider auch Bruder Eloy. Das war vor einem Jahr. Ich hoffe er kotzt schwarzes Blut und ist elendig eingegangen. Danke für die lieben Worte, ich sehe Dich auch als Freund und ich freue mich auf meine Aufgabe. Eine gute Idee die beiden miteinander spielen zu lassen. Das nehme ich gerne in Anspruch und Pepe kommt ein bisschen raus. Richtig, fühlen wir beiden auf den Zahn´, stimmte Audric Oliver zu, während sie sich auf den Weg zum Tempel machten. Die Fahrt dauerte zwar etwas, aber sie hatten eine Mission zu erfüllen.

Pepe:
"Audri passt gut auf. Warum wohnst Du nicht im Tempel? Ein Vampir wohnt bei Dir? Das ist gefährlich. Ich komm zum Spielen, dann bring ich Spiele mit. Ja Audri? Ferres ist nicht unglücklich, ich bleib doch da Oli", antwortete Pepe und freute sich über die Aufmerksamkeit und Steicheleinheiten von den beiden.

Oliver Vallis de Souvagne
'Wir sollten uns vergewissern, in welchem Zustand Vierflügel ist. Wenn er sich so lange nicht mehr hat blicken lassen, dann wird er vielleicht krepiert oder zumindest geschwächt sein. Ist er Letzteres, dürfen wir nicht warten, bis er genesen ist. Ich weiß nicht, wie diese Vampir drauf ist, aber manche werden ganz zugänglich, wenn man einen von ihnen als Geißel hat. Womöglich kann Felix uns helfen.'
Er streichelte noch immer Pepes Kopf, der sich an Audris Hals eingekuschelt hat.
„Schlaf ruhig, Pepe. Der Vampir, der bei uns wohnt, ist zwar äußerlich schon ein Jugendlicher, aber trotzdem noch ein Babyvampir. Er weiß nicht mal, wie man jemanden beißt und nuckelt Spenderblut aus einer Nuckelflasche. Darum keine Angst. Und wenn er frech wird, gibt es ja immer noch Audric und mich. Ich wohne nicht im Tempel, weil ich einen Mann geheiratet habe, der außerhalb wohnt und draußen arbeitet. Er kann mir nicht in den Tempel folgen, also bin ich ihm nach Beaufort gefolgt.“

Audric Bizier
Audric musterte Oliver gerührt. `Der Kleine mag Dich, Du hättest Deine Berufswahl überdenken sollen. Wobei Du bist bald mehr als ein Mannie, ein Ältester. Du hast völlig Recht, falls Vierflügel noch lebt, müssen wir unsere Chance nutzen. Mich stört Felix als Köder nicht. Ich mag jeden aus unserer Gemeinschaft, aber Felix ist mir suspekt und ich traue dem Vampir nicht. Ich gehe davon aus, dass er seine Unschuld heuchelt. Und falls nicht, wird irgendwann eines Tages das Raubtier in ihm erwachen Oli. Es kommt der Tag, wo er keine "Tütensuppe" mehr nuckeln will. Er wird seine Zähne in Fleisch schlagen wollen, es ist seine Natur und der entgeht niemand. Ich hätte auch nicht etwas anderes werden können als Mannie. Es liegt mir im Blut. Wie meinen Ältesten und deren Ältesten. Und so liegt es auch Felix im Blut, er wird vielleicht nicht begreifen was ihn dort ruft, aber es ist da. Alle Beteuerungen von Prince Maximilien in Ehren, ich achte und verehre die Krone Oli - aber ich glaube er ist sich der Gefahr nicht bewusst. Felix spricht etwas in ihm an, wie Kinder in mir. Und so behütet er ihn auch, achte darauf. Ich hoffe nicht, dass Felix kippt und sich gegen Maximilien wendet. Oder schlimmer noch ihn aussaugt. Nimm es mir bitte nicht übel, aber Felix sollte Nachts generell eingesperrt und in seiner Zelle angekettet sein. Das wäre mein Wunsch. Und sobald Ciel da ist, wird er nicht frei in der Wohnung herumlaufen. Wie soll der Kleine da schlafen? Ich werde bei Ciel schlafen. Wir stellen die Betten in L Form hin. So habe ich ihn im Auge, wenn er schläft. Es schläft sich für kleine Kinder besser, wenn die Eltern oder Vertraute anwesend sind. Das liegt in der Natur der Sache, zum Überleben brauchen sie ihre Eltern. Also falls Dir jemals jemand so einen Unsinn erzählt, wie lass das Baby schreiben, reagiere nicht wenn der Kleine ruft - sonst lernt er nicht zu warten, vergiss diesen Unfug sofort. Oder besser noch, züchtige diese Person auf Härteste. Kinder allen voran Babys haben gar nicht das Begreifen, dass ihr Ruf oder Weinen und Deine Weigerung zusammenhängen. Sie können keine Verbindung herstellen, ich weine, er kommt nicht, ich soll leise sein. Denn für sie läuft das gedanklich wie folgt ab - ich hab ein Bedürfnis. Hunger, Liebe, Schutz, Nähe. Ich kann nur rufen oder weinen. Niemand kommt... Das Baby das aufhört zu weinen, wenn man nicht sofort kommt, hat nichts gelernt Oliver. Es hat aufgegeben. Und das was Du dort in den ersten Gemeinsamkeiten versauen kannst, prägt die Seele für das ganze Leben. Eine Person der die elementare Geborgenheit fehlt, das Urvertrauen weil es nicht geachtet wurde, wird immer eine Verletzung auf der Seele mit sich tragen. Das Kleine könnte später Bindungsprobleme bekommen, Vertrauensprobleme oder sogar süchtig werden. Denn Lieblosigkeit verursacht Schmerz. Und jeder versucht Schmerzen zu lindern. Denk immer daran, auch wenn das jetzt nichts mit unserem Thema zu tun hatte. Oder nur am Rande. Du wirst ein guter Ältester sein, ich weiß es. Also nehmen wir Felix als Wurm an der Angel´, schmunzelte Audric.

Pepe:
"Dann kommen wir Dich besuchen, wenn Du den Tempel vermisst. Ich bastel Dir was. Dein Mann wohnt hier und Dein Kind bald. Dann komm ich gucken", freute sich Pepe mit schweren Augen.

Oliver Vallis de Souvagne
„Da bin ich ja gespannt, was du uns Schönes basteln wirst. Ja, komm ruhig zu uns gucken. Aber jetzt machst du die Äuglein erstmal zu, Pepe.“ Oliver lächelte. 'Ich könnte kein Mannie sein, Audric. Dafür mangelt es mir an Geduld. Ich bin jetzt geduldig, wo du den Kleinen in der Obhut hast und es nur ein Kind ist. Aber fünf, sechs oder sieben gleichzeitig? Die alle Unsinn treiben? Das wäre mir zu viel. Davon, Kinder weinen zu lassen, halte ich auch nichts. Würde man einen Erwachsenen weinen lassen, der so unglücklich ist? Da würde man sich doch auch erkundigen, wie man ihm helfen kann und wenn es einer der Lieben ist, ihn in den Arm nehmen. Was Maximilien in Felix sieht, weiß er allein. Einen Ersatzsohn? Aber schwarzhaarig mit Schlitzaugen? So können doch seine Söhne nicht ausgesehen haben. Wir sollten ihn einfach mal fragen. Felix liegt nachts nicht angekettet, sondern an Maximiliens Seite. Er nimmt den Vampir mit ins Bett!'
Die Fahrt zum Tempel dauerte eine Weile, doch schließlich hatten sie es geschafft. Oliver atmete wieder die vertraute, nach Räucherwerk riechende Luft, sah die gedämpften Farben, die drückende Decke, die zur Demut gemahnte und die Blutbrunnen und Auditorien. Normalerweise freute er sich, wenn er Nethlee sehen konnte, was selten genug der Fall war – einmal aller paar Jahre – aber heute hatte das Ganze einen unangenehmen Beigeschmack.

Audric Bizier
`Bis jetzt habe ich Dich noch nicht ungeduldig erlebt und Du musst Dir ja nicht von den Zwergen auf der Nase herumtanzen lassen. Das darfst Du sogar nicht. Denn im Zweifelsfall muss Du sie zurückpeifen können und sie müssen gehorchen. Spaß und Spiel jederzeit, aber wenn die Lage ernst wird, müssen sie gehorchen. Sonst kannst Du sie nicht beschützen. Wie eine Bärenmama draußen in der Wildnis. Die Kleinen tollen rum und machen ihren Schabernack, aber taucht eine Gefahr auf, ist Schluss mit lustig und die Kleinen gehören hinter die Mama. Das kann gut sein, ein Ersatzsohn muss Dir persönlich doch nicht ähnlich sehen. Oder Felix sieht jemandem ähnlich den er kannte und sehr mochte. Fragen wir ihn einfach, er sollte da wirklich vorsichtiger sein. Oder ihm geschieht nichts, weil er sich nicht fürchtet. Das gibt es auch. Aber ein Restrisiko bleibt immer. Also ich sorge mich. Manche führen bewusst nur zwei oder vier Küken, manche führen ganze Gruppen. Wichtig ist dabei nur, dass Du den Kleinen gerecht werden kannst. Es geht um die Kleinen, es ist kein Status zehn Küken mit Dir herumzuschleppen als Super-Mannie. Es geht nicht um Dich, es geht um sie. Wenn Du nur auf einen aufpassen kannst, lass es dabei. Wenn Du locker 20 hüten kannst, den Überblick behältst und keiner zu kurz kommt, dann mach es. Allerdings ist das hüten an sich gar nicht das Schwere, für mich ist das einfach pure Freude. Sogar wenn sie manchmal Ärger machen, dass gehört dazu. Schwierig finde ich, wenn sie schlafen und man selbst im Übergang ist, auch einzuschlafen. Ich kann erst einschlafen, wenn meine Kurzen schlafen. Also ich schlafe nicht ein, solange sie noch wach sind. Das mag ich nicht. Und werden sie in der Nacht wach, werde ich auch wach. Drum schlafe ich bei Ciel, um für ihn da zu sein. Nein richtig, einen anderen Erwachsenen würde man fragen, was ist los? Aber ein Baby kann nur weinen und manches Kleinkind in bestimmten Situationen auch. Da bekommt man kein Tatsachenbericht, was gerade geschah, sondern Kullertränen. Und was die Geduld und Ciel angeht, dafür habt Ihr mich ja´, antwortete Audric. Genau wie Oliver genoss er den Geruch des Tempel, es roch nach Zuhause. `Ich liebe den Geruch, wir sollten bei Euch auch Räucherwerk aufstellen. Das wäre sehr schön und würde zum Wohlbefinden beitragen´, übermittelte Audric, während Pepe in seinen Jackenkragen biss, dabei grinste der Kleine Oliver an. Audric führte Oliver zu dem Bereich der Behüter und blieb vor der gewaltigen Tür stehen. Er schaute hoch zur Kamera und wartete ab.

Bruder Ackit
Sie mussten etwa eine Viertelstunde warten, dann wurde die Schleuse von innen geöffnet und ein Behüter zeigte sich. Wie alle seiner Zunft trug er eine reinweiße Robe und nur einige schwarze Punkte als Tätowierung auf seiner bleichen Haut. Das Neonlicht trug sein Übriges dazu bei, dass er wie ein Lichtwesen erschien. Wie alle Behüter war er groß, gut gebaut und wirkte sehr gesund. Nur die fähigsten Bluthexer wurden Behüter, denn wenn ein Bluthexer allein darum bat, ein Kind führen zu dürfen, waren sie es, die ihr Blut als zweiter Part hinzugaben, damit das Kind entstehen konnte. „Seid gegrüßt. Was kann ich für Euch tun?“

Audric Bizier
Audric freute sich den Behüter zu sehen, mehr noch als die Mannies standen sie für die Grundfesten des Ordens. Er verneigte sich und hielt dabei selbstverständlich Pepe fest. "Bruder, wir grüßen Dich. Wir möchten mit Bruder Nethlee sprechen. Es ist sehr wichtig", bat er respektvoll.

Oliver Vallis de Souvagne
Auch Oliver verneigte sich. Sein weltlicher Rang spielte hier unten keine Rolle. Was ein anderer vielleicht als Demütigung empfunden hätte, empfand er als große Erleichterung. Im Tempel war er nur Bruder Oliver, so lange er nicht bewusst den Prince hervorkehrte und dafür hatte es nie Anlass gegeben.

Bruder Ackit
„Wartet bitte einen Moment. Ich werde nachsehen, ob er Zeit hat.“ Ackit schloss die Schleuse und man hörte, wie sich ein mehrfacher Verschlussmechanismus in Gang setzte. Nach einer geraumen Wartezeit erklangen die entsprechenden Geräusche wieder in umgekehrter Reihenfolge.

Nethlee
In der Tür stand Nethlee. Er lächelte ein wenig, als er die drei Gäste sah, da er davon ausging, dass Oliver sich nach seinem Sohn erkundigen wollte. „Guten Abend. Wie kann ich behilflich sein?“

Audric Bizier
Audric schaute Nethlee ernst an. "Bruder wärst Du so freundlich uns einige Schritte zu begleiten? Wir möchten kurz mit Dir privat sprechen. Es geht um Fulcaire und seine Rettung. Ihm ist nichts geschehen, er ist in bester Ordnung. Dennoch müssen wir mit Dir etwas klären. Zeig Dich zugänglich Bruder Nethlee, wir sorgen uns um das Kindswohl. Sprich mit uns", bat Audric freundlich.

Nethlee
Einen Moment schwieg Nethlee. Misstrauen und Angst kämpften gleichermaßen in ihm. Er wollte erwidern, dass ein Behüter die Schleuse nicht durchqueren durfte, aber Oliver würde sich im Zweifelsfall durchzusetzen wissen, auch gegenüber einem Behüter. „Nun gut“, sagte er leise. Er verschwand noch einmal kurz im Inneren und gab Bescheid, was als aufgebrachtes Stimmengewirr hörbar wurde, als er die Schleuse wieder öffnete und hindurchtrat. Hinter ihnen wurde sie von einem anderen Behüter wieder geschlossen. Erwartungsvoll blickte er die Gäste an, was sie nun mit ihm vorhatten.

Audric Bizier
Audric streichelte Pepe, aber wohl ehr um sich gerade selbst zu beruhigen, als den kleinen, schlafenden Jungen. "Bruder Ihr habt mit Fulcaire über Com gesprochen. Ihr habt dafür die Lebenskammer verlassen. Ihr habt Euch zweifach schuldig gemacht. Wir sind nicht hier um Euch Vorhaltungen zu machen, Bruder Nethlee. Wir sorgen uns um die Kinder. Bedenkt, wenn Ihr die Tür grundlos öffnet, könnt Ihr heraus- aber auch andere hineintreten. Wir gehen nicht davon aus, dass sich eine Wesenheit überhaupt Zutritt in den Tempel verschaffen kann. Dennoch Bruder, hat die Schleuse einen Grund, hat das Dogma einen Grund und hat auch das Comverbot einen Grund. Diese Tür bewacht das Heiligste unseres Ordens, unsere Kinder. Und es jagt mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich mir vorstelle, dass Ihr diese Tür grundlos geöffnet habt. Die Rettung von Fulcaire ist natürlich nicht grundlos, aber er hätte uns auch selbst informieren können und wir wären ihm zur Hilfe geeilt. Also bitte im Namen der Kinder und vor allem auch Olivers Kind, was ist der Hintergrund Eures Handelns? Warum habt Ihr den Bereich der Behüter verlassen um mit Fulcaire über Com zu sprechen? Klärt uns bitte darüber auf", bat Audric.

Nethlee
Nethlee antwortete nicht sofort. Der Behüter blickte trotz seiner Statur und Körpergröße ängstlich drein. Er wusste um sein Fehlverhalten, aber es war auch die Welt hier draußen, vor der Schleuse, an die er nicht mehr gewöhnt war. Er umklammerte sich selbst mit den Armen und blickte eine Wand an. „Dass wir Behüter den geschützten Bereich nicht verlassen dürfen, weiß ich. Wir verlassen ihn niemals, so wie auch kein Außenstehender ihn betreten darf, es sei denn, um sein Blut zu geben. Als Kind verlassen die neuen Bluthexer den Bereich durch die Schleuse und suchen sie erst wieder auf, um selbst darum zu bitten, Blut geben zu dürfen, damit sie ein Kind führen können. Das alles sind Gründe, die dazu berechtigen, die Schleuse zu öffnen – werdende Väter zu empfangen und deren Kinder zu entlassen. Die Behüter aus anderen Gründen aufzusuchen, ist ein Frevel. Manche tun es trotzdem, weil sie uns noch aus der Zeit vermissen, da sie selbst Kinder waren. Und andere, weil sie meinen, ihr Herz an einen der unseren verloren zu haben.“

Audric Bizier
Audric schaute Nethlee in die Augen und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Bruder Liebe ist niemals machtlos. Er liebt Dich und Du erwiderst seine Gefühle, nicht wahr? Ich freue mich für Euch und es muss eine Lösung für Euch geben. Die Lösung muss von Fulcaires Seite her erfolgen, Du gehörst hierher. Unsere Sorge war unbegründet, aber um Eurer Liebe willen, redet mit dem Oberhaupt. Vielleicht kann Fulcaire bei Euch eine Aufgabe zu Handreichungen übertragen bekommen. Somit wäre er kein Behüter. Nur verbietet das Dogma den Aufenthalt anderer. Das wäre ein Grundsatz den das Oberhaupt klären muss. Darf Fulcaire zu Dir, obwohl er kein Behüter ist? Oder darfst Du zu ihm, obwohl ein Behüter nicht hinaus darf? Es muss Möglichkeit geben, dass Ihr zusammen sein könnt. Natürlich sind die Lehren einzuhalten, sonst gäbe es sie nicht. Aber es gibt auch immer den berühmten Ausnahmefall, wo man dem Bruder dient und nicht der Regel. Beste Wünsche für Dich Bruder Nethlee. Jeder von uns schaut mit Freude und auch mit Wehmut auf die Zeit hinter der Schleuse zurück. Jeder", sagte Audric.

Nethlee
„Danke für die freundlichen Worte“, sagte Nethlee gerührt. „Ich hatte nicht mit Verständnis gerechnet. Wir erinnern uns an jeden einzelnen Bluthexer mit Namen, der uns verlässt um sein Leben im Tempel aufzunehmen. Manchmal erkennt man ihre erwachsenen Gesichter nicht gleich wieder, aber wenn man den Namen hört, ist die Erinnerung wieder da. Für Fulcaire und mich ist es eine schwierige Situation. Darum hat Fulcaire mir ein Handcom zugesteckt, nicht wissend, dass es im geschützten Bereich nutzlos ist. Es war seine erste Frage um meine Hand, auch wenn er sie nicht aussprach. Er meinte nur, er hätte mir seine Nummer schon eingespeichert. Er wollte sehen, ob ich ihn zurückrufe. Er war sehr unsicher, sehr nervös, vielleicht war er schon einmal abgewiesen worden. Es hatte ihn sichtlich Überwindung gekostet. Ich habe versucht, in jeder Ecke der Lebenskammer Empfang zu finden, aber es war aussichtslos und auch von der Schleuse aus ließ sich keine Verbindung herstellen. Damit er nicht fürchten muss, dass ich nichts mehr von ihm hören möchte, blieb mir nichts übrig, als diesen Bereich zu verlassen. Das zweite Mal fällt es leichter, wenn man das Verbot ohnehin schon einmal übertreten hat. Er ist stets hier draußen und ich bin so gut wie immer hinter der Schleuse. Unsere Treffen beschränken sich nahezu ausschließlich auf kurze Gespräche zwischen Tür und Angel und dann ist da auch noch die Kamera. Ich kann ihn nicht einmal küssen. Keimgefahr, ich darf ihn nicht berühren.“

Audric Bizier
"Ich habe Dich auch an der Schulter berührt und Du warst draußen, denk an die Kontamination Bruder. Das ist lieb gemeint. Uns ergeht es ähnlich, wenn auch nicht so schwer wie Euch. Ihr zeugt die Kleinen und zieht sie auf und gebt sie für immer fort, bis sie vielleicht selbst eines Tages wieder hier stehen. Wir erhalten unsere Kinder von den Ältesten und geben sie meist abends wieder fort. Und ist unsere Zeit mit ihnen vorbei, kommen sie oft noch genug um Hallo zu sagen. Von daher kann ich Deinen Schmerz nachempfinden. Schau mache dem Oberhaupt doch genau den Vorschlag, dass Fulcaire bei Euch mitarbeiten darf. Nicht als Behüter, aber in einem Bereich, der eine Ausnahme bildet. Als Handlanger vielleicht. Er wäre dort bei Dir als Dein Mann. Er würde für Dich diese Welt für immer hinter sich lassen. Wenn er dazu bereit wäre, sollte es möglich sein. Wer wäre nicht bereit dazu? Nun vielleicht Kampfhexer, aber die meisten anderen wären es. Wir werden Fulcaire für Dich aufsuchen und ihm von Dir Liebesgrüße ausrichten. Pass auf Dich auf Bruder und grüße Ciel von seinem Ältesten", sagte Audric ergriffen. Wie hieß es so schön? Wo die Liebe hinfiel. Und wer wusste nicht besser um die selbstlose Liebe als ein Behüter? Wie man schon sagte, das mächtigste Geschöpf der Welt? Eine liebende Mutter. Und genau das waren sie - männliche Mütter.

Audric Bizier
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Re: Das Com

#3

Beitrag von Audric Bizier » Di 16. Jul 2019, 00:31

Die bluthexerischen Ermittlungsarbeiten von Audric und Oliver


Oliver Vallis de Souvagne
Das Frühstück verlief schweigend. Oliver war noch in einer sehr angenehmen Stimmung. Er genoss die Nachwirkungen des Guten-Morgen-Grußes von Pierre, während er einen giftgrünen Ultra-Wackelpudding aß, der seiner Löffelhand einiges an Geschick abforderte, um ihn ohne Unfall zum Mund zu befördern. Wenn ein Stück herunterfiel, wackelte es dermaßen, dass es über den Tisch wanderte und wenn man es nicht einfing, dann auf den Boden klatschte und im ungünstigsten Fall unter den Möbeln verschwand. Diese Speise war besonders bei Kindern beliebt, aber auch Oliver schätzte sie wegen ihres spritzigen Geschmacks und der damit einhergehenden Achtsamkeit. Da er heute verträumt war, wanderte einiges von dem Frühstück auf Nimmerwiedersehen davon. Als er fertig war, machte er sich auf der Couch gemütlich und bat Audric zu sich. »Was mir gerade durch den Kopf ging - erinnerst du dich, wo wir Fulcaire gefunden haben? Er saß im Keller des Unzucht-Museums in einer Taverne. Ich habe das Interkom befragt. Lavish Lavender hieß der Laden, wo man nach einem Partner für eine Nacht Ausschau hält.«

Audric Bizier
Audric hatte Oliver bei seinem Frühstück beobachtet, sagte aber nichts dazu. Er gönnte ihm das kindliche Vergnügen, er selbst beließ es lieber bei Kaffee. Zudem hatte er schon für das vorherige Vergnügen gesorgt. Was war eine Ehe ohne Besiegelung und Bekundung? Sex und Zärtlichkeit gehörte als fester Bestandteil zu einer Beziehung. Beides war Ausdruck von Zuneigung, Nähe und Begehren. Da Oliver und Pierre endlich in Zweisamkeit zusammengefunden hatten, sollte diese auch vollzogen werden. Für Audrics Geschmack hatten sich beide dafür ein wenig viel Zeit gelassen. So hatte er seinem Bruder unter die Arme gegriffen. Nicht dass Pierre noch auf die glorreiche Idee kam, eine der grauenvollen Frauen zu vermissen, weil Oliver nicht schnell genug seinen Pflichten nachkam. Aber bei Oliver anzusetzen, wäre falsch. Er musste Pierre davon überzeugen, dass er Oliver wollte und zwar nur ihn. Dies war auch absolut der Fall, denn sein "Müsli" hätte Pierre auch jederzeit woanders "abtrainieren" können. Demzufolge war es Liebesbeweis und Liebesbekundung in einem. Er spülte gerade seinen Kaffeebecher aus, als Oliver ihn zu sich bat. Falls es überhaupt möglich war, wurde Audric noch eine Spur blasser. Er starrte seinen Ordensbruder an und wusste nicht was er sagen sollte. Langsam ließ er sich neben Oliver auf die Couch sinken und zuckte mit einer hilflosen Geste die Schultern. "Du meinst er wirbt um Neth und geht dabei schon fremd? Wie widerwärtig und verabscheuungswürdig ist dass denn? Neth war so angetan davon, dass jemand um ihn geworben hat. Normalerweise geht man davon aus, dass Nichtordensmitglieder einem Bruder in der Partnerschaft Ärger machen können. Frag mal Ferres meinen Bruder, er kann davon auch ein Lied singen. Aber er und sein Helfersyndrom. Ich hielt Fulcaire für einen aufrichtigen Bruder. Vielleicht ist seine mindere Gabe ein Zeichen von seinem minderen Geist. Wir sollten diesen Ort erneut aufsuchen und nachsehen ob er wieder dort aufschlägt. Falls dem so ist, kurrieren wir ihn", schlug Audric vor.

Oliver Vallis de Souvagne
»Diesmal mit ausreichend wehrhafter Begleitung«, stimmte Oliver zu. »Wir nehmen Souvrakasier oder Tuteurs mit. Ich fürchte, wir beide haben Hausverbot. Aber diese Sache können wir nicht auf sich beruhen lassen. Am Ende ist Fulcaire ein Nestbeschmutzer und bedenke, du schlugst vor, ihn den Behütern an die Seite zu stellen! Mir wird bei diesem Gedanken ganz anders.« Er regte sich jedoch, untypisch für ihn, heute nur leise auf. Er war noch viel zu entspannt. »Mit wem ist der bedauernswerte Ferres denn liiert? Und ehe ich es vergesse - was war das eigentlich für ein Frühstück, das du meinem Mann serviert hast? Es scheint ihm geschmeckt zu haben und er war danach sehr liebesbedürftig.« Ein Stück Ultrawackelpudding glibberte an ihren Schuhen vorbei.

Audric Bizier
"Wie Du wünscht Oliver, wir müssen aber auch eine entsprechende Bewaffnung mitnehmen. Mein Vorschlag war nicht diesen Ungläubigen zu einem Behüter zu erheben, Ainuwar ist mein Zeuge! Ich schlug vor, dass er als Hiwi, als Handlanger den Behütern dienen soll. Eine Ausnahme, getroffen für die Liebe zweier die zusammengehören. Sollte es wahr sein, dass Fulcaire wirbt und sich zeitgleich der gottlosen Unzucht mit Fremden hingibt, ist dass keine Liebe, sondern Betrug. Was will er wirklich von Neth? Ist es der Status, die Macht, oder ist es ein infantiles Verlangen, dass er sich dorthin zurückwünscht? Vielleicht sollten wir seine Geißelung übernehmen, er scheint auf sehr weltliche Gedanken zu kommen. Es kann nur sein schwacher Geist sein. Warum sonst sollte sogar Ainuwar ihm die göttliche Gnade versagen? Wir müssen Schlagwerkzeuge einstecken. Zur Not tut es auch ein Fleischklopfer Oliver. Mein Bruder ist mit so einer Nervensäge aus Bariere zusammen. Ein Hafenarbeiter der übelsten Sorte. Andere Brüder haben Ferres nicht interessiert, er hat jedes Werben abgelehnt. Aber dieser Kerl hat es ihm angetan. Ich befürchte es ist sein Helfersyndrom, der Kerl sah aus wie aus dem Hafenbecken gezogen. Jeder Mannie betüddelt gerne, aber das sollte sich auf Kinder beschränken und nicht auf Wildfremde. Und dieser Widerling ist stets freundlich und zuvorkommend, auf jedem Familientreffen benimmt er sich als hätte er Benehmen. Mir ist er suspekt und ich habe ihn immer argwöhnisch im Auge behalten. Die Kleinen durften nicht zu ihm. Er erzählt ständig Lügengeschichten, schneidet auf und meint noch das wäre lustig. Und er erzählt witze von Frauen in Form von Fischdosen, dass einem das letzte Essen hinten am Zäpfchen steht. Also von mir aus könnten sie ihn wieder im Hafen versenken. Er hat den Charm einer nackten, neunäugigen Katze. Pepe mochte ihn auch nicht und Pepe hat ein sehr gutes Gespür. Er möchte Dir eines seiner Meerschweinchen schenken. Du darfst Dir eines aussuchen, dass soll ich Dir ausrichten. Ehe Du etwas Falsches denkst Bruder, ich habe unserem Duc, sprich seiner Majestät natürlich keine Drogen verabreicht. Sondern eine Medizin - Tomagat. Tomagat steigert das körperliche Wohlbefinden, stärkt Kreislauf, Immunsystem und Abwehrkräfte und hat als nette Nebenwirkung dass man scharf wird wie eine Rasierklinge. Der Körper baut es auf diese Weise ab, einfach erklärt. Ein gesunder Körper verspürt gesundes Verlangen. Ein bisschen überdosiert und es wirkt wahre Wunder, ganz ohne Nebenwirkungen. Der Körper scheidet es einfach aus. Er hätte auch eine Runde um den Block rennen können um runterzukochen. Aber das zeigt Dir doch, mit wem er gerne Sport treibt und wie. Tomagat schmeckt fruchtartig, wie Wassermelone Waldmeister Mix, so würde ich es beschreiben, fruchtig, herb-süß, lecker", antwortete Audric und schaute dem Pudding hinterher. "Oli Du bekommst ab morgen auch ein Lätzchen um", grinste Audric.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver grinste. »Es ist nicht schlimm, wenn mal etwas daneben geht. Dafür gibt es Reinigungsdrohnen und Felix. Geht dir der Vampir auf die Nerven - gib ihm Ultrawackelpudding, das Pulver vor der Zubereitung am besten mit Instantblut versetzt. Die Stücken jagt er durch die ganze Wohnung. Da wird er richtig wild. Einer der Tuteurs hat sich das ausgedacht, ich glaube, Bolek war es, der hat einen Narren an dem Vampir gefressen. Kaffee?« Er schenkte erst Audric, dann sich noch einen weiteren Becher ein. »Meerschweinchen hält man nicht allein, wenn, dann muss Pepe mir zwei schenken, damit es sich nicht einsam fühlt. Zwei, die sich gut verstehen, aber bitte zwei Männchen, sonst habe ich bald mehr als nur diese. Die Medizin hat hervorragend gewirkt, bitte organisier mir davon auch eine Packung, nur für alle Fälle. Manche Ordensbrüder bevorzugen eine Beziehung ohne Fleischeslust, um ihren Geist rein von weltlichen Begierden zu halten, ich aber zähle mich nicht zu diesen. Ich denke, körperliche Zweisamkeit festigt die Bindung, wann sonst ist man sich je so nahe? Der Partner von Ferres hört sich abscheulich an, sind sie überhaupt verheiratet? Eine Fischdose als Frau zu benutzen, das ist regelrecht naridisch, so benehmen sich sonst Nekromanten. Weiß er, wie sehr er Ferres damit kränkt, ihn auf eine Stufe mit einer Dose voller Fischleichen zu stellen? Dass er ihre Partnerschaft damit entweiht?«

Audric Bizier
Audric ließ sich in der Couch herunter sinken. "Die Meerschweinchen sind nicht echt, sondern gebastelt Oli. Pepe bastelt gerne. Dir werden sie gefallen, glaub mir. Ferres ist mit Loan fast fünf Jahre verheiratet. Was einen Mann dazu treibt seinen Schwanz in eine Fischkonserve zu bohren, kann ich Dir nicht sagen. Und ganz ehrlich, ich möchte es auch nicht erfahren. Ich würde auch nicht ohne Körperlichkeit in einer Ehe leben wollen. Man möchte doch alles mit seinem Partner teilen. Geist und Körper, sprich Gedanken, Freude, Leid und eben auch Zärtlichkeit und Sex. Selbst wenn man seinen Partner nur fest in die Arme nimmt, ist das doch schon körperlich. Soll man darauf verzichten? Das hat nichts mit Lust, sondern Geborgenheit zu tun. Sie gehört ebenfalls zur Liebe dazu, ohne Geborgenheit funktioniert keine Beziehung. Du kannst von mir einige Päckchen Tomagat haben, erinnere mich nachher daran. Einfach ins Getränk oder in andere Flüssigkeit wie eben im Müsli und Du kannst es genießen. Du kannst es auch selbst einnehmen. Nebenbei Oli, Du solltest langsam anfangen Deinen Orden aufzustellen. Gerade jetzt in dieser Situation könnten wir ihn gebrauchen", erinnerte Audric. Der Mannie stand auf, verschwand kurz in seinem Zimmer und drückte Oliver dann einige kleine Tütchen in die Hand mit einem grünen-rotem Pulver. "Ein Tütchen, eine Dosierung, Tomagat. Kannst Du Deinem Mann ruhig so verabreichen, da es seine Gesundheit unterstützt und Deine Zufriedenheit erst", grinste Audric.

Oliver Vallis de Souvagne
»Danke, Bruder.« Mit einem breiten Grinsen, das ein Außenstehender einem Bluthexer sicher nicht zutrauen würde, verwahrte er die Kostbarkeiten im Schrank bei seinen persönlichen Habseligkeiten. »Hast du denn einen Partner im Blick, um den du werben möchtest? Ich bin dann so weit. Wir sollten Fulcaires Standort über sein Handcom ermitteln, bevor wir losziehen. Am Ende ist er inzwischen im Freudenhaus gestrandet, zuzutrauen ist es ihm. Meine erste Amtshandlung wird sein, diesen scheußlichen obenzischen Radiosender zu verbieten, der sich auf auditive Unzucht spezialisiert hat. Der ist doch tatsächlich in Souvagne erlaubt!« Oliver knurrte. »Was mich nicht wundert«, fügte er böse hinzu.

Audric Bizier
Audric grinste genauso breit zurück. Untereinander war dies erlaubt, andere Ungläubige ging ihre gute Laune einen feuchten Kehrrecht an. "Nein ich habe keinen Partner im Blick, ich habe auch noch nicht um jemanden geworben. Ich wurde schon zweimal von Kampfmagiern umworben, aber dass passt nicht zu mir Bruder. Einen Mann der ständig unterwegs ist und dem jederzeit etwas geschehen könnte? Wir haben an Vaden gesehen wie es enden kann. Ich suche einen großen, gemütlichen Kerl, der seine Abende am liebsten auf der Couch mit mir verbringt und Kinderlieb muss er sein. Ein Mann der gerne etwas außerhalb mit mir und den Kindern unternimmt, aber der es sich genauso gerne Zuhause gemütlich macht. Jemanden dem ich sein Essen vor die Nase stelle und mich freue dass es ihm schmeckt. Ich benötige keinen Krieger an meiner Seite, ich hätte ständig Angst um ihn. Der Mann muss kein Ordensbruder sein, Dein Ehemann ist auch keiner Oliver. Jemand mit dem Mantra Gemütlichkeit, dass wäre meiner. Zu diesem Radiosender, dass ist kein Radiosender, dass ist ein hörbares Sexmuseum. Ein Audio-Sexmuseum dass durch den Äther geblasen wird. Und das Schlimme ist, es ist nicht nur das was man sieht, sondern was man sich dann in Gedanken an Unzucht vorstellt. Das geht meist über die anderen Bilder hinaus. Über sein Interkom sollten wir Fulcaire suchen, sein Handcom hat er nachher absichtlich einem Penner ist in Buxe gesteckt und wir landen im Taudis 42!", warnte Audric.

Oliver Vallis de Souvagne
»Über das Interkom? Ich habe noch nie jemanden über Interkom gesucht, wonach muss man da schauen? Besitzt Fulcaire überhaupt ein Interkom? Wozu sollte er eins benötigen? Dieser Sender ist wirklich das Letzte, diese Unwissenden haben keine Ahnung, was sie sich damit antun, wenn sie diese Unklänge konsumieren. Ihr eigener Partner wird ihnen zu leise sein, zu monoton, zu gewöhnlich, völlige Abstumpfung, wie dies auch bei visuellen Unzuchtmedien der Fall ist. Es mag einen Unwissenden ohne Paarbindung vielleicht kurzfristig trösten - langfristig schaufelt er damit das Grab für seine zukünftige Ehe. Es ist Betrug am zukünftigen Partner, nichts anderes!«

Audric Bizier
Audric schaute Oliver verlegen an. "Ich habe keine Ahnung, wie man das machen soll. Aber ich weiß, dass es geht. So hat uns Dein Mann gefunden. Ob Fulcaire ein Interkom hat? Keine Ahnung, zu viele Variablen, wir suchen ihn im Nexus. Spüren wir nach seiner Seele, wobei dann weiß er dass wir ihn suchen. Oder auch nicht, bei ihm weiß man eigentlich nichts. Vergiss meinen Vorschlag, ich suche ihn per Handcom und das kann ich. Da Interkoms eh unzuverlässig sind, habe ich mir angewöhnt immer Handcoms dabei zu haben. Also falls mal etwas ist, darüber erreichst Du mich immer", erklärte Audric, zückte sein Com und gab die Nummer von Fulcaire ein. Er schaute ob die Standortermittlung freigeschaltet war und sie war es. Audric hielt Oliver das Com unter die Nase. "Dort ist er", sagte er mit einer Spur grimmiger Genugtuung in der Stimme. "Bollek ist der große Tuteur mit dem Halbbart oder? Ich werde mal mit ihm über Felix reden. Brechen wir auf", sagte Audric und starrte kopfschüttelnd auf das Com. "Warte mal", bat Audric kurz, ging auf die Radio-Funktion und wählte 69,6 - FM-XXX an. "Kenne Deinen Feind", erklärte er und hielt das Com so, dass sie beide zuhören konnten. "Und heute meine Lieben, wieder ein besonderer Ohrenschmaus von Titten-Tanja. Zu Gast in der Höhle der Löwin Prügel-Paule....", schallte es aus dem Gerät. Ein Pseudohörspiel begann und es kam sehr schnell zur Sache wo die Handlung kaum, aber die Körperlichkeit extrem detalliert beschrieben wurde. Audric schaute auf das Com in seiner Hand, als wäre es ein giftiges Insekt.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ja, Bolek ist der schwarzhaarige Tuteur mit der Affinität zu dem Jungvampir. Das ist so abartig wie das, was wir hier hören müssen«, schnaubte Oliver im Brustton tiefster Verachtung. »Natürlich sind Frauen wieder als Hauptpersonen beteiligt. Sie sind sich doch für nichts zu Schade. Einmal mehr bin ich dankbar, dass unser Orden frei von X-Chromosomen ist. Zum Glück ist dieser Müll auf Rakshanisch, der gemeine Mann beherrscht nur Asameisch. Das dürfte die Verbreitung auf den Adel beschränken.« Er beendete das Grauen und schaute, wo Fulcaire sich befand. »Er befindet sich in einem Geschäft in der Einkaufspassage von Beaufort?« Irritiert betrachtete er die Anzeige. »In einem Dessouladen?«

Audric Bizier
"Laut Com befindet er sich genau dort, absolut korrekt Bruder. Ich möchte Bolek und Maximilien überzeugen, dass Felix woanders nächtigen muss. Ciel kann nicht in der Nähe eines Vampires schlafen. Da kann der kleine Prince gleich draußen in bitterkalter Nacht auf einem Findling in der Wüste schlafen. Das wäre vermutlich sogar sicherer. Richtig, aber das macht diesen Sender nicht besser Bruder. Es ist grauenvoll was man da zu hören bekommt. Wenn ein Adliger Leute stöhnen hören möchte, soll er die Augen schließen und den hart arbeitenden Leuten auf dem Bau oder der Scholle zuhören. Wobei er sicher dann auch seltsame Gedanken hegt. Ein Dessouladen, ob Fulcaire dort etwas kauft, dass er dann in diesem Lokal trägt? Er wird doch wohl nicht in Dessous in dieser Singlebar aufschlagen um wen aufzureißen?", keuchte Audric.

Oliver Vallis de Souvagne
»Kaufen? Meine Güte, er hat keinen Partner, solche Wäsche würde seine Ehre und Sittsamkeit beflecken. Holen wir ihn dort ab.« Oliver marschierte zu seinem neuen Aeromoto. »Hier passen zwei Personen drauf. Steig auf.« Als sie bequem saßen, startete er den Motor. Die weiß-goldene Maschine röhrte auf. »Was Felix betrifft, bin ich deiner Meinung. Genau genommen würde ich den Kerl demontieren, so lange wir es noch können. Noch ist er klein und wehrlos, aber das wird er nicht ewig bleiben.«

Audric Bizier
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Re: Das Com

#4

Beitrag von Audric Bizier » Mi 17. Jul 2019, 00:59

Fortsetzung


Audric Bizier
Audric nickte grimmig. "Das würde nicht nur seine Ehre beflecken, das würde den gesamten Orden beflecken, wenn er sich dort aufführt wie eine naridische Dirne. Er kann den ganzen Orden in den Schmutz ziehen, durch seine Unzucht und Dummheit. Die Reihenfolge ist dabei gleich. Was wäre gewesen, wenn er in Obenza versagt hätte? Er hat nur durch uns überlebt. Und wenn er Neth betrügt, dann ist das erstmalig in der Geschichte, dass ein Bluthexer einen Betrug beging. Bedenke das! Betrug ist Betrug. Die Vorstellung ist schon schlimm genug, ich meine natürlich wird der Duc uns nichts anlasten, aber würdest Du Dich nicht auch als Außenstehender über diesen Bruder wundern? Jeder wundert sich. Wir müssen ihn präventiv züchtigen Oliver, merke Dir meine Worte. Jemand ließ da die Peitsche schleifen. Nun da ich Felix so gesehen nicht persönlich kenne, könnte mir ein bedauernswerter Fehler unterlaufen. Tot ist tot und er ist eh untot. Zudem sind wir unfehlbar, sogar im Irrtum. Denn auch in diesem scheinbaren Fehler steckt die Weisheit des Schutzes meiner Schutzbefohlenen, ich werde ihn töten", sagte Audric so freundlich, dass es gar nicht zu dem Gesagten passte. Er schaute die Maschine etwas missmutig an, ehe er sich draufsetze und Oliver auch schon losdüste. `Bruder, dürfte ich Dich bitten, dieses Abgrundgefährt gegen ein Aero zu tauschen? Schau dass geht nicht gegen Dich, aber Du möchtest ja kein Organ-Puzzle werden. Sicher gehörst Du der Krone an und sicher würde Dich jeder von uns retten und sogar zurückholen. Aber ich bin der Auffassung, sobald man Vater ist, hat ein Moto nichts mehr in der Familie zu suchen. Sie sind hochgefährlich. Viele verunfallen damit tödlich. Wenn Du Deinem Sohn, Deinem Mann und Dir einen Gefallen erweisen möchtest, schaff diese Scheißdinger bitte ab. Dein Ciel soll doch nicht wie Pepe auf seinen Papa warten oder? Und ein Moto ist nicht nötig, es gibt so viele gute und sichere Aeros die auch schnell und schnittig sind. Denk bitte darüber nach´, übermittelte Audric, während er seine Waffe überprüfte.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ja, ich habe mich zwar sehr über die Geste dieses Geschenks gefreut und das Moto ist auch schick, aber ein Gefährt, bei dem ich nicht mit meinem Leib die Knautschzone bilden muss, wäre mir auch lieber.« Er ließ das Moto röhren, es vibrierte unter ihnen und zeigte, was in ihm steckte. Dann zuckelte Oliver im Schneckentempo los. Er hielt an jeder Kreuzung, blinkte, auch wenn weit und breit niemand in Sicht war und fuhr immer deutlich unter der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. »Felix zu töten ist eine gute Idee. Wenn du Zuarbeit brauchst, melde dich. Er springt wie gesagt auf Ultrawackelpudding mit Instantblut gut an und auf Bolek, vielleicht kannst du den einspannen. Max wird dir nicht helfen.« An der Grand’Rue wurden sie von einem pedalbetriebenen Vèlo überholt. »Der spinnt«, kommentierte Oliver und wünschte sich, das Vèlo hätte einen Chip. Nach kurzer Überprüfung stellte er fest, dass es tatsächlich einen besaß. Es war eines mit kleinem Elektromotor, der sich beim Fahren auflud. Einen Moment später bockte das Gefährt, die Pedale spielten verrückt und die Kette sprang herunter. Mit einem Gefühl tiefer Genugtuung überholten Oliver den Raser. Erst, als sie Souvagne verlassen hatten und es durch die Überlandstraßen der Ödnis ging, die heute Naridiens Küstenregion war, beschleunigte er. Hier konnte nichts passieren. Sie kamen gut voran, bis er in der Ferne eine Straßensperre registrierte. »Festhalten!« Das Aeromoto sprang in die Luft. Es gab hydraulisch zischende Geräusche von sich und unter Getöse änderte das Hinterrad seine Ausrichtung. Sie überflogen die Straßensperre und zeigten den Grob-Nobs eine lange Nase. Als Antwort kam ein Geschoss vorbeigerauscht, das sie jedoch verfehlte. Ohne weitere Zwischenfälle erreichten sie Obenza. »So. Am besten, wir fahren gleich mit dem Aeromoto in den Laden, sonst wird es mir geklaut. Da fällt mir ein, hatten wir nicht die Souvrakasier und Tuteurs mitnehmen wollen?«

Audric Bizier
Audric war froh als sie in Obenza angekommen waren und das war ihm schon peinlich genug. Froh in Obenza zu sein... bei dem Nachhall dieses Gedankens fühlte er sich schmutzig. Er ohrfeigte sich selbst links und rechts, schüttelte sich und atmete durch. Oliver war gut gefahren, er hatte sogar einem Raser das Leben gerettet, aber ein Aero war wirklich Pflicht. Mit gerunzelter Stirn schaute Audric Oliver an, ehe sich seine Züge wieder glätteten. Dadurch dass er zur Abwechslung mal nicht grimmig oder ernst schaute, sah er schlagartig wie eine andere Person von der Mimik her aus. Nur nicht für Oliver, er kannte Audric ebenso lächelnd, wie dieser ihn. "Die Tuteurs und Souvrakasier. Bruder Du hast einfach zu viel Stress und dieses Ziel ist Deiner Konzentration abträgig. Gräme Dich nicht, beordere sie hierher oder lass uns nachschauen, ob jemand der unseren vor Ort ist", schlug Audric vor und deutete auf einen Suppenstand.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver parkte das Aeromoto genau neben einem Stehtisch und bedeutete Audric, sich was zu bestellen. Er selbst nahm nur ein stilles Wasser. Er traute den Nudeln nicht, sie sahen aus, als wären sie aus Reismehl gemacht. »Aber nimm besser keinen Tee, du weißt nicht, was sie hier wieder in die Beutel geben.« Er stöberte derweil im Interkom. »Die Brüder Vaden und Yven sind hier! Die Ärmsten, es lässt sie nicht los.« Er versuchte, Yven über Com zu erreichen.

Audric Bizier
Audric bestellte sich eine synthetische und genetisch aufgewertete Brühe, sie kostete das dreifache und schmeckte glücklicherweise grauenvoll. Audric war mit seiner Wahl zufrieden. Er wollte nicht noch ein Genusserlebnis in Obenza durchleiden. Er hoffte auch für Oliver, dass das Wasser schal und steril war. Audric hockte sich Brühe schlürfend neben Oliver und wartete ab.

Yvon:
Kaum dass es zweimal gebimmelte hatte, ging Yvon auch schon an sein Com. "Bruder?", fragte er freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver wunderte sich einen Moment über die Stimme, bis ihm auffiel, wen er da angerufen hatte. Eigentlich hatte er Vaden anrufen wollen. Aber wo sein Sohn nun einmal am Apparat war, konnte er auch mit ihm sprechen. »Hallo, junger Bruder. Du und dein Vater, ihr werdet in Obenza benötigt. Wir sind hier, um einen sündigen Ordensbruder zu geißeln und nach Hause zu holen, bevor noch schlimmeres geschieht.«

Yvon:
"Wir sind auf Obenza, genauer gesagt in Klein Souvagne. Warte eine Sekunde", bat Yvon und schaute kurz auf sein Com. "Wir sind in 15 Minuten bei Dir. Zac wird uns begleiten. Seine Hilfe könnte entscheidend sein, er kennt sich hier aus wie in seiner Westentasche und er weiß zu kämpfen. Bis gleich und lass Dein Com bitte an", bat Yvon und legte auf.

Audric Bizier
Audric musterte Oliver über den Rand seines Brühe-Bechers hinweg. "Du hast Vadens Jungen angerufen? Entweder bist Du durch den Wind Oli, oder Du bist ziemlich clever. Küken lassen sich selten eine Gelegenheit entgegen ihre Kräfte unter Beweis zu stellen. Gerade Backfische nicht, dass könnte ein Spaß für Fulcaire werden", grinste Audric und kippte den Rest der Brühe auf Ex herunter.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver schmunzelte. »Ehrlich gesagt, ich bin durch den Wind. Ich werde Vater, Pips und ich sind uns wieder so nahe wie zur Anfangszeit, ich habe ein neues Amt als geistiges Oberhaupt von Souvagne, mehr noch, ich bin Duc-Gemahl, der unrechtmäßige Mord an Timion Harruck wurde aufgedeckt und Fulcaire betreibt Unzucht. Die Grenzen von Gut und Böse sind nicht mehr so klar zu erkennen wie einst und alles muss neu geordnet werden. Beginnen wir bei Fulcaire. Ich bin gespannt, wie Yvon sich macht. Er möchte den Naridier mitbringen, Zac.«

Audric Bizier
Audric nickte knapp. "Das stimmt, das trägt alles dazu bei, dass es Dich verwirren könnte. Es besteht aber kein Grund dazu. Du wirst Vater, freue Dich drauf. Wir bereiten alles gemeinsam vor. Dein Mann ist endlich DEIN Mann Oliver. Er hat erkannt, was er getan hat und er hat für Dich seine Frauen aufgegeben. Er gehört Dir, so soll es in einer guten Ehe sein, zwei sind ein Paar, nicht wahr? Dein neues Amt zeigt wie sehr er Dich liebt und vor allem wie sehr er Dir vertraut. Das Vertrauen ist gerechtfertigt Oliver, Du hast immer für ihn gehandelt und warst für ihn da. Es offiziell zu tun ist nur ungewohnt für Dich. Du tust, was Du immer tust, Deinen Mann und die Krone beschützen. Dein Mann hat Dich mit den passenden Mitteln dazu ausgestattet, es noch effektiver zu tun. Deinen Orden musst Du noch aufbauen und gleich hast Du die Möglichkeit zwei Mitglieder zu werben. Vaden ist eine Kampfsau, wie jeder im Orden weiß. Also ihn solltest Du rekrutieren. Sein Mann hätte nicht allein handeln dürfen, aber wer sind wir zu wissen, was dort wirklich lief? Und Ich glaube nicht, dass Vaden mit all dem so einverstanden war. Aber Orden ist Orden und Befehl ist Befehl. Timion tut mir jedenfalls sehr leid, zumal er bewusst nach unseren Lehren lebte. Fulcaire wird seiner gerechten Strafe zugeführt. Die Grenzen sind immer klar Oliver, sie verschwimmen niemals. Das Einzige was ab und an verschwimmt Bruder, ist unsere Sicht. Meist im Fall von Tränen. Bei Dir sind es momentan Freudentränen, bis auf Flucaire. Zac war ein rechtschaffener, junger Mann. Er hat für seine Ideale eingestanden und für seinen Mentor. Es gibt nichts Aufrichtigeres Oliver", sagte Audric freundschaftlich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ja, der Junge hat Rückgrat bewiesen. Er hat Timion absolut vertraut, ganz gleich, was andere über ihn sprachen. Und er tat Recht daran, ohne ihn wäre Timions Ansehen nie wieder hergestellt worden. Es freut mich, dass unsere beiden Brüder und Zac in freundschaftlichem Kontakt bleiben. Vaden für den Orden zu rekrutieren, daran dachte ich als erstes, als ich mir Gedanken über die Struktur machte. Er ist ein harter, aufrichtiger Kampfhexer. Und warum nicht auch seinen Sohn? Dass mein Mann wieder ganz mir gehört, das habe ich zum Teil auch dir zu verdanken. Unseren Sohn in guten Händen zu wissen nimmt einen großen Teil der Sorgen. Und das Müsli schuf auch einige angenehme Stunden, die uns enger miteinander verbanden.«

Zaccaria
Das Aero wurde schnell und brutal eingeparkt, so dass die Reifen quietschten und eine neue schwarze Spur auf dem dreckigen Asphalt hinterließen. Aus den Boxen schallten die Bega-Brüder von Frequenz 222,2. Ihre Moderation, die im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung schmutziger Wörter aus dem Repertoire der Gossensprache bestand und wenig Inhalt lieferte, verstummte, als Zaccaria den Zündschlüssel drehte und in einer fließenden Bewegung herausriss. Neben ihm auf dem Beifahrersitz durfte Yvon sitzen, während Vaden auf der Rückbank saß. »Wir sind da.« Er schnallte sich ab, knallte seine Tür zu, marschierte um die Motorhaube und half Yvon beim Abschnallen. »Fulcaire kann sich auf was gefasst machen. Wenn der sich hier mit den Falschen angelegt hat, kriegt er richtig Ärger. Hoffentlich hält sich der Schaden in Grenzen und er hat ein dickes Konto.«

Audric Bizier
"Das Müsli war ein Schubs in die richtige Richtung, damit der Appetit von Deinem Mann nicht auf gefahrvolle Umwege gerät. Denn Jolie schleicht immer noch im Palast umher und versucht mit Pierre in Kontakt zu treten. Sie möchte scheinbar wissen, was schief lief. Die Frau hat Nerven. Zudem unterstützt das Tomagat die Heilung von Deinem Mann. Das kräftigt sein Immunsystem. Dafür reicht allerdings eine Messerspitze als Tagesration. Die Dosis die ich ihm untergemischt habe, war für die Kräftigung Eurer Ehe. So wie er klang, war er rundrum zufrieden und dachte an nichts anderes außer an Dich. Genauso muss es sein. Ich bin da Oliver, gleich was passiert ich passe auf Ciel auf. Tag und Nacht behüte ich ihn. Bei mir ist Euer Sohn gut aufgehoben und ich freue mich darauf, wieder ein Kind zu führen. Ich vermisse das und Pepe am Hals hängen zu haben, hat es nicht leichter gemacht. Am liebsten hätte ich ihn behalten, ich sollte das nicht öfter tun. Aber alte Bande sind stark und die von Ciel und mir werden ebenso stark werden. Vadens Sohn? Warum nicht, ist ein großes Kompliment. Das hast Du sehr gut beschrieben, Zac war wirklich gläubig. Er wusste nichts, er vertraute, er glaubte an Timion", gab Audric Oliver Recht.

Vaden:
Vaden genoss die Fahrt mit dem Aero. Im Radio plärrte verbotene Musik der Bega-Brüder und manche ihrer Kommentare waren durchaus witzig. Vaden verzog keine Miene, auch wenn manchmal seine Mundwinkel gefährlich zuckten. Rebellion - dass war meist die Religion der Backfische. Wir sind dafür, das wir dagegen sind. Zur Not sind wir dagegen, dass wir dafür sind. Anti-Alles, Hauptsache erstmal eine Diskussion lostreten oder so tun, als wäre man völlig anders, als alle anderen. Nur um dann einen Weg zurück in die Gruppe zu finden, von der man sich vor fünf Minuten noch abkapseln wollte. Kurzum tagsüber spielten sie alle den Macker mit dicken Eiern, aber abends krochen sie zurück ins schützende Nest. Vaden scherte sich nicht um sowas, dass gehörte zum Erwachsenwerden dazu und Zac wie auch Yvon waren noch Lichtjahre davon entfernt tatsächlich erwachsen zu sein. Was sie selbst natürlich niemals glauben, geschweige denn zugeben würden. Vaden sprang mit einem Satz wie ein alter Panther aus dem Aero und wartete auf die beiden Backfische. Er schaute ihnen kurz beim Abschnallen zu und rollte gespielt genervt mit den Augen. "Man kann es auch unnötig kompliziert machen. Warum beim Abgrund Jungs schnallt Ihr Euch an?", lachte er mit seiner dunklen Stimme.

Yvon:
"Wegen der Sicherheit und Zaccaria Hodinaux der Entfesslungskünstler hat mich schon befreit. Auf gehts, folgen wir dem Com. Gut wir sind da, das ging schneller als erwartet", erklärte Yvon und deutete auf Oliver und Audric, ehe er freundlich winkte. Vaden packte Zac und Yvon und schob sie zu den beiden Ordensbrüder.

Vaden:
"Grüße, wie ich hörte haben wir ein Problem mit einem Abtrünnigen?", fragte er Oliver und nickte Audric kurz grüßend zu.

Zaccaria
»Dein Vater war wirklich nicht angeschnallt?«, zischte Zaccaria wütend Yvon zu, während die Bluthexer miteinander sprachen.

Yvon:
"Nein er schnallt sich nie an. Er sagt, wenn man mal das Fahrzeug schnell verlassen muss, zum Beispiel wenn es noch fährt oder fliegt, wäre das dem Überleben abträglich da noch stundenlang am Gurt rumfummeln zu müssen. Er schnallt sich nie an. Mach Dir nichts draus, Paps hat seine ganz eigene Meinung. Zu allem und jedem", grinste Yvon und knuffte Zac, ehe er Oliver abwartend anstarrte.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver grüßte ernst zurück. »Gut, dass ihr in der Nähe wart. Bruder Fulcaire bereitet uns Sorgen, schon zum zweiten Mal. Erst verleitete er den Behüter Nethlee dazu, ein Handcom zu benutzen und lockte ihn aus dem Hochsicherheitsbereich. Dann forderte er Verstärkung an, da er von Vampiren belästigt wurde, doch als wir dort aufkreuzten, bändigte er sie mühelos im Alleingang. Nun ist er in einem Dessougeschäft! Er bedarf dringend einer Geißelung.«

Vaden:
Vaden zog fragend eine Augenbraue hoch. Die meisten Passanten machten einen großen Bogen um die Gruppe der vier seltsamen Glatzköpfe, wie Zac und Yvon feststellten. "Bruder Fulcaire scheint sich seiner Handlungen nicht bewusst zu sein. Wir werden gleich sein Bewusstsein erweitern. Gehen wir", antwortete Vaden und zückte einen Taser. "20.000 Volt - Gleichstrom, dass zieht ihm die Hirnstreben schlagartig gerade Brüder. Die Sekundengeißelung mit Stundeneffekt", brummte Vaden kalt.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hielt sein Com vor sich und folgte der Markierung. Tatsächlich befand Fulcaire sich in einem Geschäft, das vor Häresie nur so aus allen Nähten platzte: Es war ein Laden, der sich auf Reizwäsche für Sie und Ihn spezialisiert hatte. Ekelerregende Plakate warben für diesen Schund. Aber das Schlimmste waren die Puppen. »Bluthexer«, keuchte Oliver und deutete auf eine männliche Puppe etwas am Rand, die offenbar darauf wartete, neu eingekleidet zu werden, da ihr selbst die spärlichst Körperbedeckung genommen worden war. Sie war kahlköpfig und ohne Geschlechtsorgane. Oliver betrachtete sie in einer Mischung aus Wut und Mitgefühl. »Diese ... Audric, mir fehlen die Worte!« Auch die anderen männlichen Puppen waren in dieser Manier gestaltet. »Wir müssen sie alle bergen und rituell verbrennen.« In einem Seitengang betrachtete Fulcaire verträumt einen Plastikherren in roter Reizwäsche, die so aussah, als ob sie eher einer Dame gut zu Gesicht stünde. Er hatte sie noch nicht bemerkt.

Audric Bizier
Audric schaute sie die Puppen an und fühlte sich absolut unbehaglich. "Warum sehen diese Puppen aus wie die Statuen im Tempel? Das erscheint mir ein Frevel zu sein. Wer hat sie bewusst so gestaltet? Wir sollten den Laden abfackeln, sicherer ist das meine Brüder", sagte er nachdenklich und strich sich über das Kinn.

Yvon:
Der junge Bluthexer stellte sich zwischen Oliver und Audric und drückte beiden ein seltsames, silbernes Ei in die Hand. "Bitte, damit dürfte das klein Problem sein", sagte Yvon freundlich mit einem zähnefletschenden Grinsen. "Ich denke die Puppen sehen nicht aus wie die Statuen, sie sind neutral. Also versehentlich gleich. Aber fackeln wir sie ab", sagte Yvon und zückte ein eigenes silbernes Ei.

Vaden:
"Steckt die Termaldetonatoren weg, ich werde vorher mit Fulcaire reden. Und seid so gut, fackelt den Laden erst ab, nachdem ich wieder draußen bin", befahl er im üblichen Kommandoton und betrat den Laden. Vaden erweiterte sein Bewusstsein, gab sich der Magie hin und suchte auf diesem Wege Fulcaire. Er entdeckte ihn verträumt in einem Gang. "Bruder?", sagte er fast sanft und musterte ihn.

Fulcaire
Fulcaire zuckte zusammen und drehte sich herum. Vor ihm stand ein anderer Bluthexer, einer der Kampfhexer, dem Auftreten und der Statur nach. Erleichtert fasste er sich an die Brust. »Bruder«, grüßte er. »Was verschlägt Euch denn hier her?«

Vaden:
"Das muss ich Dich fragen", sagte Vaden freundlich. Fulcaire hörte ein Plopp, gefolgt von einem Geräusch wie aufsurrende Wäscheleine. Sekunden später bohrten sich zwei winzige Spieße in seine Brust und er erlitt einen elektrischen Schlag das ihm Hören und Sehen verging. Er fühlte nicht einmal wie der stürzte, er spürte nur wie er über den Boden des Geschäfts zappelte, als ihm sein Körper nicht mehr gehorchte. Der andere Ordenbruder trat auf ihn zu, löste die kleinen Haken aus seinem Fleisch und dreht den immer noch hemmungslos zitternden und zuckenden Fulcaire auf den Rücken. Die hellblauen Augen von Vaden bohrten sich in jene von Fulcaire. "Dein Verhalten verlangen eine strikte Vorgehensweise. Bist Du Dir im klaren, was Du dem Orden damit antust? Du hättest den Weg des Werbens beschreiten sollen, anstatt den der Hurerei", erklärte Vaden. Er schmiss sich Fulcaire über die Schulter und verließ auf direktem Weg das Geschäft. Draußen setzte er ihn an die Häuserfront und deutete auf Fulcaire. "So da wäre er", sagte Vaden zu Oliver und holsterte den Taser. Audric starrte Fulcaire an und fragte sich, was Vaden mit ihm gemacht hatte, dass dieser aussah wie ein sabbernder Lappen mit Schüttelfrost.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver betrachtete Fulcaire voller Abscheu. Der Dauernovize sah schon immer kränklich aus, da er sich nicht um seine Gesundheit kümmerte, doch nach Vadens Behandlung wirkte er wie ein sabbernder Greis mit Schüttelkrankheit. Er warf Audric einen Blick zu, dass dieser das Gespräch übernehmen sollte. Er selbst war dermaßen wütend, als er diesen Laden sehen musste, da dieser ihn an das unsägliche Sexmuseum erinnerte, dass er sich nicht zutraute, neutral zu sprechen.

Audric Bizier
Audric schob sich an Oliver und Vaden vorbei und hockte sich vor Fulcaire. "Bruder, was ist nur in Dich gefahren? Neth hat mir von Euch beiden erzählt. Du hast um ihn geworben. Er war es, der uns gerufen hat, als Dich die Vampire bedrohten. Er hat für Dich eines der größten Dogmen gebrochen. Wir waren in Sorge, sprachen mit ihm und was kam dabei heraus? Liebe. Du hast um Neth geworben Bruder Fulcaire. Er fühlte sich angesprochen und erwiderte Deine Gefühle. Er war in Angst und Sorge um Dich. Und ich sprach mich sogar dafür aus, dass man Dir vielleicht eine Chance bei den Behütern geben sollte. Als Hiwi, an Neths Seite, damit Ihr zusammen sein könnt. Und nun das. Hier hattest Du Dich schon mit den Vampiren vergnügt und Deine Füsse abschlabbern lassen. Da wussten wir noch nicht, dass Du um Neth wirbst! Und jetzt wo wir es wissen, wo finden wir Dich? In einem Haus der Unzucht. Und warum Du hier bist, wissen wir auch, Du warst in einer Singlebar. Für wen hältst Du Dich, dass Du so mit Bruder Neths Gefühlen spielst? Du wirbst noch und betrügst ihn schon dabei. Du kaufst Dir dieses lästerliche und lächerliche Zeug um Kerle abzuschleppen, während Bruder Neth Zuhause auf Dich wartet und vor Sorge vergeht. Nennst Du das Liebe? Wir erwarten eine Antwort und ich hoffe für Dich sie ist plausibel Fulcaire. Wenn ich aufstehe und Vaden Deine Geißelung übernimmt, war es das, dass weißt Du", sagte Audric.

Audric Bizier
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Re: Das Com

#5

Beitrag von Audric Bizier » Do 18. Jul 2019, 00:30

Die Beichte des Bruder Fulcaire


Fulcaire
Fulcaire war nach dem Schock, den der Kampfhexer ihm verpasst hatte, noch benommen. Ihm tat alles weh, als hätte er eine gewaltige körperliche Anstrengung hinter sich und beim Sitzen merkte er, dass er sich wegen der unkontrollierbaren Muskelkontraktionen eingemacht hatte. So musste er nun mit drei sehr grimmig dreinblickenden Ordensbrüdern sprechen, einer davon zu allem Übel Duc-Gemahl und Oberhaupt ihres Ordens. Er faltete die zitternden weißen Hände in seinem Schoß, damit man den nassen Fleck nicht so sah. »L...liebe Brüder«, begann er stammelnd, »v...von Betrug kann keine ... es war nicht meine Absicht ....« Er rieb sich den schmerzenden Kopf. Unter anderen Umständen hätte er so eine heftige Geißelung reizvoll gefunden, aber dass er danach noch bei einem Kreuzverhör sprechen sollte und von allen Seiten finster angestarrt wurde, war weniger angenehm. »Drei Mal muss es schmerzen, so sagt man doch, wenn man um einen Bluthexer wirbt. Sein erstes Ja gab Nethlee mir, als er mich mit dem Handcom zurückrief. Er sprach es nicht aus, doch sein Anruf besagte es. Damit hatte ich nicht gerechnet, es war eigentlich als unlösbare Aufgabe gedacht, damit das Nein nicht so schmerzt. Mehr eine Selbsttherapie als echte Werbung, ich wollte mir Nethlee auf diese Weise aus dem Kopf schlagen. Drum setzte ich die Messlatte beim zweiten Mal noch höher und setzte mich in Obenza ins Lavish Lavender. Er hätte also erst herausfinden müssen, was das überhaupt für ein Laden ist und dann sollte er mich fragen, was ich dort treibe und mich bitten, zurück zu kommen. Das hätte ich sofort getan. Aber dann kam mir dieser Vampir dazwischen und es wurde Ernst. Auch aus dieser Situation hat Nethlee mich heil herausgeholt. Und hier ... na ja. Jedenfalls versteht ihr jetzt.«

Audric Bizier
Audric starrte Fulcaire verdattert an, während Yvon und Vaden synchron aufstöhnten und sich die Hand vor die Stirn schlugen. "Bruder, jetzt mal langsam. Du hast da was missverstanden. Beim Werben um Deinen zukünftigen Mann, geht es darum dem Angebeteten zu zeigen wie sehr man ihn achtet und liebt. Nicht darum ihn dreimal hintereinander zum Nervenzusammenbruch zu bekommen. Du sollst ihm zeigen, dass er Dir wichtig ist. Du sollst nicht dafür sorgen, dass er vor Sorge vergeht. Fulcaire, was hättest Du bitte als Nächstes getan? Dich aufgehangen, damit er Dich abschneidet? Als Selbstgeißelung sicher nie dagewesen, aber Du greifst Eure Beziehung an, die Du scheinbar aufbauen willst. Ich habe selbst noch nie um wen geworben, aber umworben wurde ich schon. Und das sieht meist so aus, dass der andere freundlich auf einen zukommt, man bekommt etwas Liebes gesagt und man bekommt ein Geschenk. Oder ein vermeintliches Geschenk, dass getarnt ist. Das Spiel geht dreimal so. Richtig man wird dreimal freundlich abgewiesen. Beim vierten Mal und gegenseitigem Interesse geht man drauf ein und lässt sich auf den anderen ein. Aber was machst Du bitte mit dem armen Neth? Er erhörte schon das erste Werben. Fehlen jetzt noch zwei. Mehr Ja kannst Du schon gar nicht mehr bekommen. Und Dir fällt nichts besseres ein, als dem armen Kerl ständig in Sorge leben zu lassen. Und nicht nur dass, er ist verhindert, er hat seinen Bereich nicht zu verlassen. Er kann Dir persönlich gar nicht helfen und muss andere schicken. Fulcaire, wenn Du Aufmerksamkeit brauchst, geißele Dich auf Beauforts Marktplatz, aber quäle nicht Deinen Verlobten, dass ist er - Du hast ein JA in der Tasche Bruder. Ich hoffe Du bist einsichtig", sagte Audric und zückte seine Peitsche.
Fulcaire
Fulcaire starte ihn mit offenem Mund an und sah dabei ein wenig dümmlich aus. »Aber woher wisst ihr das? Ich wollte ... also ehrlich gesagt, diese Puppen, die Kleidung war nicht für mich gedacht. Ich habe mir vorgestellt, dass Nethlee mich mit diesen Dessous unter seiner Robe überrascht. Ich wollte Nethlee nicht angreifen, ich dachte nur, dass er ohnehin Nein sagen würde und wollte daher meine Anträge so verpacken, dass ein Ja ausgeschlossen ist. Damit ich mir einreden kann, es würde nicht an mir liegen, sondern an dem zum Scheitern verurteilten Antrag selbst. Als nächstes wollte ich meine Liebe vom höchsten Turm Souvagne aus hinausschreien, von der Spitze eines der Speere, wo er mich hätte abpflücken müssen, wenn er mich erhören würde.« Er stockte und schaute dann zweifelnd. »Hat er wirklich Ja gesagt?«

Audric Bizier
Während sich der Blick von Vaden und Yvon ziemlich verfinsterte, blinzelte Audric mit einer Engelsgeduld und schaute Fulcaire ganz ruhig in die Augen. Er nahm die Peitsche und wickelte sich ihr Ende um die Hand. "Bruder, er hat das Com angenommen. Er hat Dein Geschenk akzeptiert. Genau dieser Umstand ist das JA. Ein Geschenk wird gereicht - man nimmt es an oder man lehnt es ab. Man kann alle drei Geschenke annehmen und die Antwort schuldig bleiben. Das zeigt Sitte, ist trotzdem ein Ja. Man schweigt nur, da noch zwei Akte der Werbung fehlen. Oder man lehnt ab. Dann trollst Du Dich mit Deinem Geschenk wieder und musst mit was Neuem aufwarten. Es kann natürlich auch geschehen, dass Du ein Geschenk mitbringst, die Annahme verweigert wird und Dir gleich unmissverständlich gesagt wird, dass kein Interesse an Dir besteht. Unterlasse das Werben. Das ist hart und schmerzt. Aber wer sich dazu entscheidet zu werben, der entscheidet sich auch, den Schmerz zu tragen. Du hingegen Fulcaire, hast die Sitte umgedreht. Du hast Neth die Sorge aufgezwungen. Das ist kein Werben Bruder, dass ist Erpressung. Steh bitte auf für Deine Geißelung. Dreh Dich um, Hände an die Wand und stelle Dich etwas breitbeinig hin. Ob Du die Robe öffnen möchtest überlasse ich Dir. Fünf Schläge für den Anfang", sagte Audric freundlich, als spräche er mit einem kleinen Kind.

Fulcaire
Fulcaire kam auf seine wackeligen Beine. Ohne Wiederworte zog er sich die Robe von den Schultern, so dass sie am Gürtel wie ein Rock herunterklappte. Man sah nun, dass er an Tiefe und Schwere der Narben die meisten anderen Bluthexer um Längen übertraf. Es war ein Ausmaß an Wunden, das schneller zugefügt wurde, als eine Regeneration möglich war. Über erst halb verheilten Narben waren schon wieder frische Wunden und wenn man sich die Mühe machte, genau hinzusehen, konnte man mehrere solcher Schichten übereinander zählen. Er stellte sich hin, wie angewiesen und machte sich gedanklich bereit. In ihm tobte die Freude über Nethlees Ja, gleichzeitig hatte er Angst, da er das so nicht geplant hatte. Die Geißelung würde ihm hoffentlich helfen, wieder klar im Kopf zu werden. Er schloss die Augen und wartete.

Audric Bizier
Audric stutzte, als er sich den Rücken von Fulcaire betrachtete. Er fuhr mit den behandschuhten Fingerspitzen vorsichtig darüber und untersuchte die Narben. "Ich schlage nicht auf unverheilte Wunden. Dreh Dich um und streck die Arme vor. Die Unterarme Fulcaire, 90 Grad Winkel. Und was beim allwissenden Vater Ainuwar machst Du? Bruder sag mir bitte, was beherrscht Du? Das ist keine Beleidigung, das ist eine ernst gemeinte Frage. Du hast welchen magischen Rang? Du hast welche Hintergrundinformation bei der Werbung? Du hast welche Ahnung von Geißelung? Scheinbar schadest Du Dir ständig und permanent selbst. Was ist los mit Dir? Vergiss meine letzte Order, vergiss die Geißelung, fühle Dich mündlich ermahnt zur Selbstreflektion und darüber erstattest Du mir morgen vollumfänglich Bericht Fulcaire, dass wir beiden uns da klipp und klar verstanden haben! So und nun beantworte mir meine Fragen. Und keine Gegenfragen, rede", verlangte Audric ernst aber mitfühlend, rollte die Peitsche zusammen und verstaute sie in seiner Tasche. Dabei schaute er die ganze Zeit über Fulcaire offen an. Er entließ ihn also nicht aus der Verpflichtung zu antworten, mehr noch er erzog ihn hier gerade.

Fulcaire
Er drehte sich wieder um, zog seine Robe wieder ordentlich an und nahm platz wie zuvor, die Hände verschränkt. Er knetete sie nervös und alle Augen ruhten auf ihm und seinen Fehlern, wie immer. Rasch stoppte er das Kneten und schämte sich. »Ich bin Novize, Bruder, ich bin Bluthexer des ersten Ranges. Mit welchem Namen darf ich dich überhaupt ansprechen? Niemand hier hat sich vorgestellt, bei Prince Oliver ist es natürlich nicht notwendig. Ich beherrsche keine Zauber, ich hoffe aber, dass wenigstens mein Blut die bekannte Giftwirkung auf Vampire hat. Ich geißele mich so hart, aber es scheint keinen Einfluss auf die Entfaltung meiner Gabe zu haben. Ich bemühe mich nach Kräften, alles zu lernen, aber es fällt mir nicht leicht.«

Audric Bizier
Audric hockte sich vor Fulcaire hin. "Das sind Bruder Oliver - geistliches Oberhaupt Souvagnes, Bruder Vaden - Kampfhexer, Bruder Yvon - Kampfhexer und Zögling Zac. Ich bin Bruder Audric - Mannie von Olivers Sohn Ciel. Fangen wir ganz von vorne an, als wärst Du ein Kind, denn scheinbar bist Du das irgendwie Magie technisch betrachtet. Hör mir genau zu Fulcaire. Du hast Dich verrannt. Du bist so fest davon überzeugt den ersten Rang inne zu haben, dass es sich nicht ändern kann. Magie Fulcaire ist Fluss. Man sagt nicht umsonst der Fluss der Magie. Und was tun Flüsse? Sie fließen. Niemand kann Wasser aufhalten. Niemand, es sucht sich stets seinen Weg. Du musst begreifen, dass man manches einfach auf sich zu kommen lassen muss. Du musst Dich öffnen für den Fluss der Magie, da Du einen mentalen Staudamm errichtet hast. Du kannst den Fluss lenken, aber zuerst musst Du ihn ankommen lassen. Verstehst Du das? Je härter Du Dich schlägst, je tiefer gräbst Du den Graben zwischen Dir und Deiner Gabe. Und je verzweifelter Du versuchst sie zu erlangen, je weiter rückt genau das in die Ferne. Du musst zurück zum Ausgangspunkt. Sein offen, sein neutral, warte ab. Nimm an was kommt. Erzwingen kannst Du nichts. Durch Zwang kannst Du aber alles verhindern. Hat Dich eine Geißelung die Du so ausgeführt hast, auch nur eine Erkenntnis und eine Fähigkeit weitergebracht? Nein. Warum setzt Du dann diesen Weg fort, wo er doch eindeutig der falsche Weg ist? Hinterher weiß man immer mehr Fulcaire. Wie oft denn noch hinterher? Solange bis Du Dich möglicherweise getötet hast? Und sollte sich herausstellen, dass die Magie schwach in Dir ist, dass Du für immer den ersten Rang inne haben wirst, was ist dann? Nichts. Es passiert Dir auch nichts. Es ist nicht schlimm Fulcaire, Du bist immer noch Du und wirst um Deiner selbst Willen geliebt, geachtet und geschätzt. Dafür hast Du andere Fähigkeiten. Jeder Bluthexer hat sie. Und der erste Rang ist besser als überhaupt kein Rang Kleiner. Du bist gesegnet mit Magie, gleich wie schwach sie sein mag. Manche Personen haben nicht mal diese Gnade erhalten, nicht wahr? Und es mag der Tag kommen, wo einst etwas Großes vollbracht wird, aber etwas ganz kleines in der Magie fehlt - Du. Wieso also die Herabwürdigung mit dem Wort nur? Ich bin nur... das gibt es nicht unter Brüdern. Du bist... Bluthexer, Magier, einer von uns. Steh auf, wir gehen nach Hause Fulcaire", sagte Audric, stand auf und zog den Bruder hoch.

Fulcaire
Überrascht von so viel Wertschätzung ließ Fulcaire sich auf die Füße ziehen. Unsicher zog er die Falten seiner Robe so zurecht, dass man den Fleck möglichst wenig sah. »Danke für die freundlichen Worte. Ich schlug tiefer, weil ich dachte, es sei zu wenig. Es gibt so viele Beispiele von Ordensbrüdern, die zu sehr mächtigen Geißelungen fähig sind, wie jener, der sich die Augenlider von innen bearbeitet, damit ihn die Augen schmerzen. Und diese Brüder sind sehr fähig.«

Audric Bizier
"Ihre Gabe ist mächtig, ihre Fokussierung ist mächtig, ihre Leid das sie ertragen können ist mächtig. In dieser Reihenfolge Fulcaire. Die Gabe ist der Fluss der Magie, die Fokussierung ist das Flussbett und der Schmerz lenkt den mächtigen Fluss. Du stehst in einem trockenen Flussbett und versuchst verzweifelt das Wasser in die richtigen Bahnen zu lenken. Welches Wasser denn? Welche Magie denn? Ich bete für Dich, dass es ein Wadi ist und auf die Dürre die Du durchleidest die Flut kommen möge. Nur nicht so ungefiltert und brutal, wie es einem wahren Wadi entspricht. Sonst reisst es Dich davon. Du musst verstehen lernen, dass die anderen mächtigen Brüder ihre Gabe und Fähigkeiten damit im Zaum halten. Vielleicht begreifst Du es ehr, mit einem Hund an der Leine. Je stärker das Tier, je haltbarer die Leine. Manche haben solch einen Hund, der kaum zu bändigen wäre, ohne Stachelhalsband. Du Fulcaire, hast Dir ein ganz tolles Stachelhalsband gekauft, leider hast Du noch gar keinen Hund. Alles was Du hast, ist der Wunsch einen Hund zu besitzen. Fangen wir doch dort an", schmunzelte Audric.

Fulcaire
Über diesen Vergleich machte Fulcaire erst große Augen, weil er überlegte, ob man sich erneut über ihn lustig machte, dann aber musste er lachen und nickte - ehe er weinen musste, weil ihm wieder einfiel, dass Nethlee Ja gesagt hatte. Zwei Mal sogar und vermutlich hätte er ihn auch vom Speer gepflückt. Rasch wandte er sich ab und putzte sein Gesicht wieder sauber. »Ich sollte es so herum einmal sehen. Vorerst vielleicht keine Geißelungen mehr, sondern Übungen zur Festigung des Gemüts ohne Einwirkung von Eigengewalt. Könnt ihr mich mit zurück nach Souvagne nehmen? Ich habe kein Fahrzeug mehr«, erklärte er etwas kleinlaut.

Audric Bizier
Audric strich ihm beruhigend über den Rücken. "Lass es einfach raus und hör auf Dich ständig selbst zu manipulieren. Wenn Dir zum Weinen zu Mute ist, weine. Wenn Du müde bist, schlaf. Wenn Du hungrig bist iss. Iss nicht aus Langeweile, versage Dir keinen Schlaf aus unerfindlichen Gründen, höre auf Deine körperlichen Bedürfnisse, anstatt selbstgemacht herbeigeißeln zu wollen. Und ich erkläre es Dir, wie ich es einem Kind erklären würde. Schlichte Beispiele sind das Beste, wozu einen langen Vortrag über die Magie und ihre Wirksamkeiten? Du kannst es nicht nachempfinden. Noch nicht Fulcaire, davon bin ich überzeugt. Sobald Du Dich endlich mal entspannst und ein bisschen zu Dir selbst findest, wird Dich auch die Magie finden. Vertraue mir. Ich habe schon ganz andere groß bekommen, als Dich. Als erstes kaufen wir Dir jetzt neue Kleidung, allerdings nicht da in diesem Unzuchtsladen. Danach kaufen wir ein Geschenk für Neth. Mit diesem Geschenk wirst Du um ihn werben und Dich bei ihm offiziell und in aller Form für die Sorgen die Du ihm gemacht hast entschuldigen. Was mag Dein Zukünftiger? Irgendetwas dass er gerne isst? Etwas das er sich wünscht? Denk gut nach, Du möchtest ihm eine Freude machen. Das Geschenk soll heißen, ich liebe Dich und hab gerade an Dich gedacht. Weder untertreiben noch aufschneiden. Was kaufen wir?", fragte Audric.

Fulcaire
Trotz des Hinweises von Audric unterdrückte er seine aufgewühlten Emotionen weiter. Vielleicht würde er später Zeit finden, sich zu entspannen, momentan war er völlig verkrampft und das lag nicht nur an der Elektroschockbehandlung. »Nethlee ist ein haptischer Typ. Er mag gern Dinge, die sich schön oder interessant anfühlen. Dabei hat er hervorragendes Augenlicht, daran liegt es nicht. Er hat zum Beispiel mehrere Schlangenknoten, am liebsten mag er den aus Eisen.

https://nowoczesne-prezenty.pl/userdata ... 0181f2.jpg

Er besteht aus miteinander verbundenen Halbmonden, die am Verbindungsstück drehbar sind. So kann der Schlangenknoten in alle beliebigen Richtungen gedreht und geformt werden. Damit spielt er gern. Einige haben Noppen oder Rillen zum Fühlen.« Fulcaire dachte scharf nach. Dann schaute er wieder traurig. »Am liebsten würde ich ihm eine Massagebürste schenken oder gleich die Massage, aber das ist nicht möglich. Dann besitzt er die Bürste und kann sie sich in den Schrank stellen.«

Audric Bizier
"Verstehe, Du könntest ihm eine Massagebürste, einen Massageigel oder einen Massagestern kaufen. Oder ein buntes Sortiment und dazu ein Buch. Mit der Widmung, dass er die Geschenke nicht alleine testen muss, sondern dass Du ihm gerne dabei zur Hand gehen würdest. Massageigel aus Holz sind die besten Igel, jede Verspannung ist so gut wie weg. Es gibt sogar einen der etwas skuriller ist. Da wären wir wieder bei der Geißelung. Und natürlich ist es möglich, Du musst es nur möglich machen. Sagt er erneut ja, sprich beim Oberhaupt vor und bitte darum, Neth heiraten und bei ihm leben zu dürfen. Hier schau, so sehen die Massageigel und Sterne aus", erklärte Audric und zeigte sie Fulcaire auf dem Handcom.
"Massageigel aus Holz.
https://www.wanthai.de/media/image/prod ... ssagen.jpg
Massagekreuz für die Hand.
https://images-na.ssl-images-amazon.com ... Z9lzFL.jpg
https://www.wanthai.de/media/image/prod ... agen~3.jpg
Massagestern.
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Massageigel als Schlagstock
https://www.wanthai.de/media/image/prod ... ssagen.jpg
Oder auch ein Massageigel in niedlich als Marienkäfer. Marienkäfer stehen für Liebe Fulcaire. https://i.ebayimg.com/00/s/NzY4WDEwMjQ= ... x/$_72.JPG
Und noch ein paar gesammelte Werke. Den Stab kann man auch anders verwenden, Du verstehst schon. Ihr wärt ja ein Paar
http://abnehmen.ai/wp-content/uploads/2 ... -Vogel.jpg
Von daher schau was Dir gefällt, und stell Deinem Mann etwas Schönes zusammen", sagte Audric.

Fulcaire
Interessiert schaute Fulcaire sich die Beispiele an. »Der Schlagstock ist ja klasse! Den unbedingt. Er steht für Vertrauen, denn damit könnte man jemanden auch totschlagen. Und dann nehme ich noch das Set mit dem Kreuz, dem Vogel und dem, ähm, Stäbchen. Weil die Formen vielseitig sind, außerdem sehen sie schön aus, finde ich.« Glücklich betrachtete Fulcaire die Dinge. »Wo gibt es die, ich möchte sie gern kaufen, bevor wir abfliegen. Selbst, wenn das Oberhaupt Nein sagt, so weiß Nethlee doch, was er mir bedeutet und hat ein Andenken. Vier.«

Audric Bizier
"Die Holzsachen bekommst Du in Beaufort, wir fliegen hin. Ob sie hier so etwas haben weiß ich nicht. Das Stäbchen ist ein Dildo Fulcaire. Sozusagen ein Ersatzpenis mit dem man sich allein oder gegenseitig in der Partnerschaft zur sexuellen Stimulation penetieren kann", sagte Audric freundlich.

Fulcaire
»Das wollte ich nicht so aussprechen«, sprach Fulcaire leise. Sein unterdrücktes Grinsen verriet, dass er gewusst hatte, was er da kaufte. »Ich hoffe nur, Nethlee haut mir das Ding nicht um die Ohren. Ich behaupte einfach, es sei ein Nudelholz.«

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Re: Das Com

#6

Beitrag von Audric Bizier » Fr 19. Jul 2019, 01:26

Beauforter Balz-Spielzeug


Audric Bizier
Was Fulcaire und seine Unzucht anging, war es eine schwierige Geburt gewesen. Geboren wurde eigentlich nichts, außer dem Umstand, dass sie alle etwas schlauer waren. Einschließlich Fulcaire. Der Mann machte mit einer Sicherheit die schon unheimlich war, alles dermaßen falsch, dass es eine neue Wertung bekam. Audric fragte sich, wessen Schüler Fulcaire einst gewesen war, oder wer ihn direkt aufgegeben hatte. Ihm tat Fulcaire leid, jemand hätte ihn anleiten und an die Hand nehmen müssen. Und da es niemand getan hatte, hatte Fulcaire versucht sich selbst zu helfen. Er hatte sich abgeschaut was die Mächtigen des Ordens taten und versuchte es ihnen gleichzutun. Keine schlechte Idee an sich, aber er stand bei Null wo seine Vorbilder schon jenseits jeder Skala waren. Aber allen zum Trotz, eines war Fulcaire nicht -feige. Er hatte sich selbst härter gemaßregelt, als alle anderen. Und er hatte nicht aufgegeben. Dass musste man dem Bruder zu Gute halten. Möglicherweise war er in Neths Armen und hinter den Toren der Behüter am besten aufgehoben. Dort würde er unter ständiger Anleitung stehen, denn er war keiner von ihnen. Und würde das Oberhaupt ablehnen, würde der Großmeister die Verbindung untersagen, dann musste ein anderer Weg für Fulcaire her. Am besten ein geduldiger Ehemann, der sich seiner bewusst annahm. Nur wollte Fulcaire dass dann überhaupt? Am wichtigsten war jetzt ein Erfolgserlebnis. Das erste Ja von Neth hatte er in der Tasche. Ein voller Erfolg und auf diesem musste aufgebaut werden. Gemeinsam reisten sie zurück nach Souvagne. Ihr Ziel war klar - Beaufort. Die Hauptstadt bot fast alles, was das Herz begehrte und genau das, was Fulcaire benötigte, Hölzernes Spielzeug zur Entspannung oder zum Anheizen. Eine Ehe lebte von beidem, den gemütlichen wie auch den heißen Momenten. Audric führte die Gruppe zielsicher zu dem Laden und deutete auf das Schild. "Holzspielzeug jeder Art - von 0 - 100"... stand dort in dicken Lettern. In der Auslage lagen ganz niedliche Massageigel, unbekannte Massageinstrumente und in einer separaten Ecke Dinge, die eindeutig tiefer gingen. "Zuviel versprochen?", fragte Audric freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hielt sich zurück. Er war dankbar, dass Audric sich des Problems namens Fulcaire annahm. Ihm selbst mangelte es an der nötigen Geduld. Ein Nervenkostüm hatte nur begrenzte Kapazitäten und sein Ehemann nahm davon schon genug in Anspruch. Fulcaire betrachtete mit leuchtenden Augen die brutalsten Massageinstrumente, andere sagten Schlagstock oder Peitsche dazu. Man sah Fulcaire an, wie sehr es ihn in den Fingern juckte, aber er besann sich dann auf die moderateren Spielzeuge: Das Dreierset, mit dem er schon geliebäugelt hatte. Als er schon an der Kasse stand, rannte er doch noch einmal zurück und holte einen hölzernen Schlagstock mit stumpfen Spitzen. Oliver fragte sich, ob er damit den Mann vermöbeln wollte, den er liebte - so etwas gab es ja - oder das Ding selbst zu spüren bekommen wollte. Am Ende des Einkaufs guckte Fulcaire zwar bitterernst, ganz so, wie die Würde ihres Standes es implizierte, doch seine Wangen waren gerötet und seine Augen blitzten vor Freude. »Na dann«, brummte Oliver, »auf zum Tempel. Oder braucht noch jemand etwas?« Fragend schaute er in die Runde.

Audric Bizier
Audric musterte Oliver und schüttelte minimal den Kopf. "Also Dir hatte doch auch noch anderes gefallen und ein Ja hast Du schon. Möchtest Du nicht vorsorglich auch etwas von dem anderen erwerben und ein Buch? Ich denke Du solltest auch ein Buch für bestimmte Massagepraktiken kaufen, denn erstens möchtest Du Deinen Mann verwöhnen und nicht zum Krüppel massieren und zweitens könnte er auch darin stöbern und Dich verwöhnen. Buch bitte Fulcaire samt Geschenk Teil zwei. Ehe Du nachher wieder auf dusslige Gedanken kommst. Na mach schon. Und bring einen Marienkäfermassageigel für mich mit", bat Audric.

Fulcaire
Fulcaires Mundwinkel zuckten kurz zu einem unsicheren Grinsen auseinander. »Das andere? Ich weiß nicht, ob es nicht zu anmaßend ist für den Anfang.« Er tippte Audrics Arm an, damit der in die entsprechende Abteilung mitkam. »Da, die Kettenpeitsche, die funkelt mich mit ihren Gliedern so verlockend an! Und, hm, die Unterwäsche ... aber ich kann doch Nethlee keine Unterwäsche schenken.«

Audric Bizier
Audric packte beides in den Einkaufskorb. "Doch kann man, wieso kann man das denn nicht? Zudem schenkst Du ihm das doch nicht alles gleich am Anfang. Sondern immer ein bisschen was, so hast Du einen schönen Vorrat an Geschenken die zueinander passen und immer was Neues sind. Falls Du ihm keine Unterwäsche schenken magst, kauf Dir welche und überrasche ihn damit. Unterwäsche ist nur ein heikles Thema wegen der Größe. Zu klein, zwackt sie zu groß nunja das sollte auch nicht der Fall sein. Die Unterwäsche würde ich selbst tragen und ihn damit überraschen. Seine kannst Du kaufen, wenn Du das dritte Ja bekommen hast und Dich mit ihm vereinigt hast. Dann weißt Du seine Größe und fällst nicht auf die Nase, was Peinlichkeiten angeht. Zudem kannst Du ihn nach der Vereinigung ja ein bisschen aushorchen, was er sonst so mag. Was Du auf alle Fälle noch benötigst ist Massageöl, für den Körper und für den Hintern", sagte Audric und packte auch das dazu. "Sonst noch etwas, dass Du Dir für ihn wünscht?"

Fulcaire
Aufgeregt betrachtete Fulcaire den überquellenden Einkaufskorb. Da er enthaltsam gelebt hatte, wie es sich für einen unverheirateten Mann gehörte, kochte ihm bei so viel Anregungen für seine Fantasie fast das Hirn über. »Massagesteine!« Die hatte er in einem Regal gesehen. Man konnte sie erhitzen oder abkühlen und dann auf die Haut legen. Er packte schwarze aus rundgeschliffenem Basalt ein. Er ging an einem Regal mit elektrischen Geräten vorbei, fühlte sich wie in einem Baumarkt und ignorierte alles davon. Dafür steuerte er noch einmal auf die Bücher zu. »Die Kunst der Verführung von Romain de Remuer. Ich habe das im Regal, aber Nethlee gefällt es vielleicht auch, die Anleitungen sind ausführlich und es ist reich bebildert.« In Olivers Gesicht ging eine Regung vor, die Fulcaire nicht ergründen wollte. Sie erinnerte ihn an eine heraufziehende Gewitterfront. Rasch packte er den schweren Wälzer ein, der in schwarzen Samt geschlagen war. Allein für die haptischen Eigenschaften würde Nethlee es lieben. Er dachte auch an den Marienkäfer, stopfte weitere Unterwäsche dazu, liebäugelte mit schönen Schuhen, ließ sie stehen und ging ein weiteres Mal zur Kasse. Fast hätte er die Hälfte doppelt bezahlt. »Fertig, wir können«, rief er vergnügt, was ihm einen weiteren bösen Blick einbrachte. Er ließ die Mundwinkel sinken. »Ich bin so weit«, wiederholte er ernst.

Audric Bizier
Audric nahm eine Packung der Massagesteine, kaufte ein Buch über heilsame Massage und Reflexpunkte und bezahlte beides. Mit beiden Zeigefingern schob er die Mundwinkel von Fulcaire wieder nach oben. "Ein bisschen mehr Toleranz Brüder, es geht um seine Ehe, nicht um eines dieser Schmuddelsender mit Werbung zur Unzucht", bat Auderic, steckte die Massagesteine, das Buch und den Igel in eine Tüte und drückte sie Oliver in die Hand.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver schüttelte den Kopf. »Das hat nichts mit Fulcaire zu tun, sondern mit anderen Leuten, er hat es nur abbekommen. Nichts für ungut, Fulcaire.« Er nahm die Tüte entgegen. »Danke, Audric. Lass uns zum Tempel gehen.« Wenig später waren sie voll bepackt gelandet. Am Eingang stellten sie eine rege Diskussion fest. Ein Grüppchen Bluthexer beschimpfte zwei Unwissende vom Humus-Express, die ihnen ein Sperrgut-Paket andrehen wollten, von dem die Bluthexer behaupteten, die Adresse könne nicht stimmen.

Fulcaire
»Das ist für mich«, rief Fulcaire, drückte Yvon, weil er der Jüngste war, all seine Taschen in die Arme und drängelte sich vor. Das Paket war eine in Polsterfolie und mit Klebeband umwickelte Schaufensterpuppe, die er sich glücklich unter den Arm klemmte. Er wandte sich seinen Begleitern zu. »Kommt ihr?«

Vaden:
Vaden nahm Yvon die Tüte weg und starrte die Puppe an. "Ist es das was ich vermute das es ist?", fragte er mit einer Stimme wie knirschendes Eis.

Yvon:
"Was vermutest Du denn Paps?", hakte Yvon nach. Einen Moment später schaute er so, als könnte er sich nicht entscheiden, ob er lachen oder grimmig schauen sollte.

Audric Bizier
Audric deutete den anderen an ihnen zu folgen. "Ich hoffe Du hast Neth keine Sexpuppe gekauft Fulcaire. Das könnte er doch etwas falsch oder zu richtig interpretieren. Ich hoffe sie ist geschlechtsneutral oder wenigstens männlich. Was soll der arme Mann mit einer künstlichen Vagina?", fragte Audric geschockt, was Yvon loswiehern ließ vor Lachen.

Fulcaire
»Die ist für mich«, erklärte Fulcaire bereitwillig und tätschelte seine Errungenschaft. Das ist der Plastik-Bluthexer aus Obenza, mit der roten Unterwäsche. Ich habe ihn so oft besucht, ich konnte ihn da nicht zurücklassen. Ich stelle ihn in meiner Kammer auf oder ich schau mal, welche Posen er so einnehmen kann. Eine Vagina, also bitte, haltet ihr mich für pervers?«, fragte er geschockt. »Was bringt euch zu der Annahme, wenn ich fragen darf? Bitte seid ehrlich. Ich möchte nicht, dass man so etwas von mir denkt.«

Audric Bizier
Audric blinzelte in Zeitlupe, so dass er wie ein zerstreutes Totenkopfäffchen aussah. "Das hat nichts mit Dir, sondern mit der Puppe zu tun Bruder Fulcaire. Ungläubige nutzen oft ähnliche Puppen um sich an ihnen zu vergehen. Und diese Puppen haben mehr Löcher als es sich geziemt, sie... sehen groteskt aus mit aufgerissenen Augen, Mündern und anderen Löchern. Fast wie Mordopfer. Eines dieser Abscheulichkeiten wurde einst an die Küste von Cantillion angespült und man hielt es zuerst für eine Wasserleiche, eine seltsam gut erhaltene Wasserleiche bis man erkannte was es war. Nun wer immer das "Ding" dort in der Azursee entsorgt hat, man hätte ihn bis aufs Blut auspeitschen sollen. Kinder hätten dieses Subjekt als Luftmatratze nutzen können, oder was weiß ich. Und dieses Ding trieb dort mit offenen Augen und offener... nun Vagina in den eisigen Fluten und harrte der Dinge die da kommen würden. Es war so unwürdig und das Bild in den Holoneuigkeiten war noch unwürdiger. Ferres meinte eine Zensur des staatlichen Fernsehens wäre gut, wobei es eine Sensur gibt, die sich mir allerdings nicht erschließt. Weil unzüchtige Sender zugänglich sind, während andere mit Musik verboten sind. Wobei ich nicht weiß, ob da vielleicht unzüchtig gesungen wird. Dies soll keine Kritik an der Unfehlbarkeit unserer Majestät sein, aber möglicherweise war dies eine Entscheidung eines der dussligen Hofbeamten. Bruder Oliver Ihr solltet Euch der Zensur annehmen. Jedenfalls kam ich so auf die Kunstvagina, weil ich dieses grauenvolle Bild nicht mehr aus meinen Gedanken bekomme, seit jenem unglückseeligen Tag", stöhnte Audric, während Yvon sich überhaupt nicht mehr einbekam und sich schüttelnd vor Lachen an seinen Vater klammerte, der keine Miene verzog.

Oliver Vallis de Souvagne
»Eine strengere Zensur ist dringend erforderlich«, bestätigte Oliver. »Der Holosender genau so wie der Radiosender und der Bücher. Vielleicht sollten die Medien generell wieder verstaatlicht werden, diese naridische Privatisierungswelle hat auch vor der Mauer keinen Halt gemacht und das Resultat müssen wir jeden Tag sehen, hören und lesen.«

Fulcaire
»Mein Bluthexer hat keine aufgesperrte Vagina«, rief Fulcaire geschockt. »Das ist ein vollkastrierter Mann. Ihr könnt gern nachsehen!« Er fing an, seine Puppe auszuwickeln, wobei er sehr vorsichtig vorging, damit sie nicht den Boden berührte.

Audric Bizier
Audric hielt Fulcaire fest. "Ich glaube Dir, ich war nur einen Moment irritiert. Stell ihn Dir in Deine Kammer und erfreue Dich an ihm. Ein Neutrum wird auch Deinen Geist beruhigen, Harmonie ist etwas Wichtiges um inneren Frieden zu finden. Es tut mir leid, dass ich Dich schockiert habe. Es war nur diese seltsame Erfahrung Bruder Fulcaire. Ich verstehe warum Du diese Puppe gekauft hast. Du hast eine Bindung zu ihr und Du wolltest sie nicht dort lassen. Geist über Materie Bruder, auch wenn das nicht unser Mantra ist, sondern dass der Schwestern der Saint Verrill. Allerdings passt es hier sehr gut, alle Dinge die geachtet und geliebt werden sind beseelt so sagen sie. Und damit haben sie Recht, denn die Liebe ist etwas, dass jedem Ding etwas Leben verleihen kann. Komm bringen wir zuerst Deine Sachen in Deine Kammer und dann gehen wir gemeinsam zu Neth und Du holst Dir Dein zweites Ja ab", sagte Audric freundlich.

Fulcaire
»Genau genommen ist es mein Drittes«, freute Fulcaire sich und schleppte die Puppe voran. Es gab offenbar noch andere Bluthexer, die dem gleichen Irrtum oblagen wie Audric. Die finsteren Blicke begleiteten ihn bis zum Dormitorium, wo er seine private Kammer hatte. Allein der Gegenwart Olivers war es zu verdanken, dass niemand ihn mit seiner Fracht aufhielt. Seine Kammer war arg chaotisch, aber nicht ungemütlich. Allerlei Instrumente zur Geißelung zierten die Wände, es war eine regelrechte Sammlung, die nicht nur aus den Instrumenten bestand, die der Orden vorgab. An der Wand war ein Erste-Hilfe-Kasten, auf dem Nachttisch lag ein Stapel Bücher, seichte Unterhaltungsliteratur aus der Bibliothek, die zum Tempel gehörte. Er hatte sich Kuschelbettwäsche aufgezogen, ein großes Handtuch bedeckte die Liegefläche, damit sein Blut nicht die Matratze befleckte. Liebevoll befreite er den Ordensbruder aus Plastik, hängte ihm eine Robe über, damit er nicht nackend sein musste und schaute, was er Nethlee heute mitbringen würde. »Moment!« Fulcaire zog sich aus. Es gab keine Stelle seines Körpers, die keine Spuren schwerer Geißelungen zeigte. Er warf die benutzte Unterbekleidung in den Wäschekorb und zog sich die Neue aus dem Laden an, eine hautenge Unterhose aus rotem Latex, in die er kaum hineinkam. »Schick?«, fragte er. Ohne auf die Antwort zu warten, zog er eine frische Robe über, schaute noch mal in den Spiegel, putzte seine Zähne am Waschtisch und nahm das samtene Beutelchen mit dem hölzernen Dreierset zur Hand.

Audric Bizier
Audric folgte Fulcaire in seine kleine Stube und schaute sich um. Die kleine Kammer war vollgestopft, aber trotzdem gemütlich. Fulcaire hatte mehr Geißelungsinstrumente, als die meisten Brüder die Audric kannte. Aber er wusste auch warum, Verzweiflung. Das Fulcaire dem Plastik-Bruder etwas überzog, hatte etwas Trauriges. Es zeigte wie einsam er war, dass er sich an diese Puppe geklammert hatte. Fulcaire hatte sie scheinbar besucht, bis zu dem Tag, wo er sie aus dem Laden befreien und mitnehmen konnte. Er hatte sein Herz daran gehangen, weil er sonst nichts hatte und diese Puppe konnte ihn nicht abweisen. Sie war einfach da, nicht mehr - nicht weniger. Aber manchmal war es genau diese schlichte Art von Nähe, die einen Geist davor bewahrte vor Einsamkeit überzuschnappen, oder etwas ganz Dummes zu tun. Audric musterte Fulcaire und sah Pepe in zig Jahren. Genau wie Fulcaire hatte Pepe niemanden. Irgendwann war man nun einmal 14 Jahre alt und musste auf eigenen Beinen stehen. Man verließ die Behüter, man verließ irgendwann auch die Mannies. Wobei diese meist nur stellvertretend für den oder die Ältesten die Kinder hüteten. Aber wen hatte Fulcaire gehabt? Und wen hatte Pepe? Fragen die sich nur in solchen Momenten selbst beantworteten. "Du benötigst Puder um in so etwas hineinzuschlüpfen, dann geht es leichter. Ähnlich wie diese Untersuchungshandschuhe, die sind doch auch innen gepudert", erklärte Audric und hang dem Plastik-Kollegen seine Peitsche um die Hüfte als Gürtel. "Du bist bereit für das dritte Ja", erklärte Audric feierlich und machte eine einladende Geste. Böse Blicke hatte Fulcaire heute schon genug erhalten, vermutlich schon sein ganzes Leben lang. Auf dem letzten entscheidenden Gang zur Ehe oder zur Katastrophe sollte er sich wohlfühlen.

Fulcaire
»Danke, Bruder.« Fulcaires Augen waren voller Tränen der Rührung, als Audric der Puppe einen Gürtel schenkte. Er wusch sich noch einmal das Gesicht, dann gab er den Weg zur Schleuse vor, mit dem Beutelchen in der Hand. Ihnen wurde geöffnet und als er darum bat, wurde versprochen, Nethlee zu holen, wenn er Zeit hätte. Fulcaire wartete mit klopfendem Herzen. Endlich öffnete die Schleuse sich ein zweites Mal und Nethlee stand dort, wie er immer aussah, weiß wie eine Alabasterstatue in einem ebenso weißen Gewand, von hinten vom weißen Licht bestrahlt wie ein Heiligenschein. Er wirkte erschrocken, als er die Delegation sah und verneigte sich vor Oliver, der jedoch mit freundlichem Gesicht in Richtung von Fulcaire nickte, der das Samtbeutelchen knetete. Als Nethlee ihn endlich ansah und lächelte, war Fulcaire voller Glück. Mit vor Aufregung zitternden Fingern reichte er ihm das Geschenk.
Nethlee nahm den Beutel entgegen, ohne dass ihre Finger sich berührten, darauf achtete er immer. Fulcaire wusste nicht, wie er sich anfühlte. Nervös beobachtete er, wie Nethlee den Inhalt begutachtete. Er griff dazu in den Beutel und ließ die Massagehölzer durch seine Finger gleiten, ohne dass man sie sah. Seinem Gesicht war nicht zu entnehmen, was er davon hielt, es war freundlich-distanziert wie immer. Allerdings sah er sie ziemlich lange an. Fulcaires Herz klopfte wild, als Nethlee endlich aufsah und etwas breiter lächelte als sonst.
»Sie fühlen sich sehr schön an.« Es schwang allerdings auch etwas Wehmut in seiner Stimme mit. »Ich freue mich, danke. Gut, dass die Brüder dich wieder sicher nach Hause begleitet haben.«

Audric Bizier
Audric hatte sich wie alle anderen vor Neth verneigt. Die Behüter waren ihrer aller Ursprung, sogar Yvon schaute ehrfürchtig. Alle warteten gespannt auf die Antwort von Nethlee, als er die Geschenke entgegen und annahm. Das war ein Ja, aber Fulcaire schwieg! Audric wartete, genau wie die anderen, aber Fulcaire schob nichts nach. Keine Frage, keine Bitte, kein Kompliment. Audric schaute über die Schulter Vaden an, aber der Kampfhexer zuckte auch nur minimal mit den Schultern. Es gehörte sich eigentlich nicht, in die Werbung von zwei Brüdern einzugreifen, aber Fulcaire schien auch hier auf dem Schlauch zu stehen. Und da Neth sich bei ihnen bedankt hatte, war damit das Wort an sie gegeben worden. "Selbstverständlich Bruder, wir wissen schließlich, wie Ihr zueinander steht. Darf Fulcaire in Eurem Namen das Oberhaupt aufsuchen? Er hat sich sehr viele Gedanken um Deine Geschenke gemacht und da Du für ihn ebenso empfindest, wäre es sehr schön, wenn Du Deine Zustimmung geben würdest. Es ist die einzige Chance Bruder Nethlee die Ihr habt", erinnerte Audric respektvoll.

Nethlee
Nethlee begriff, dass es Fulcaire offenbar um mehr ging als um eine Beziehung. Wenn man es genau nahm, führten sie bereits eine, die sich auf rein geistiger und emotionaler Ebene abspielte. Nethlee hatte deutlich gezeigt, dass er Fulcaires Werben erhörte, aber der Ärmste fürchtete sich zu Tode, wie so oft. Der Drang, ihn einfach in den Arm zu nehmen, war stark, übermächtig. Doch wenn das Oberhaupt ihnen Nähe untersagte, dann würde es nach einer Umarmung schlimmer sein, als ihn nie im Arm gehalten zu haben. Und dennoch musste er ihm helfen. »Möchtest du der Mann an meiner Seite sein?«, fragte Nethlee stellvertretend für ihn.

Fulcaire
Fulcaires Gesicht verzog sich vor Freude und Schmerz. »Bin ich doch schon längst.« Und dann: »Ja, will ich!« Aber er wagte nicht, den ersten Schritt zu machen.

Nethlee
Der Behüter gab im Hochsicherheitsbereich Bescheid, dass er erneut die Schleuse durchqueren würde. Es war keine Frage, sondern eine Information. Und dann tat er es. Diesmal nicht allein, versteckt vor den Blicken, voller Angst, sondern voller Glück. Auch wenn ein Nein sie erwarten sollte, waren sie zusammen, das konnte ihnen niemand nehmen, keine Wand und keine Schleuse konnte Liebe aufhalten. »Wir gehen gemeinsam«, sagte er.

Audric Bizier
"Eine weise Entscheidung Bruder Nethlee, wie immer", sagte Audric absolut ergeben und er meinte jede Silbe so, wie er es sagte. Was die beiden jetzt verband, konnte ihnen niemand mehr nehmen. Warum sollte dies auch jemand wollen? Das Oberhaupt sicher ebensowenig. Sie alle waren hart, kämpften auf ihre Art, standen für ihre Ideale ein und eines davon war Selbstlosigkeit. Warum sollte man dann nicht diesen beiden ihre Liebe gönnen? Alles was Fulcaire besaß oder sich erhofft hatte, war in diesem Augenblick gefangen und hing von der Entscheidung des Oberhauptes ab. Liebe war eigensüchtig und selbstlos zugleich, Audric hoffte dass das Oberhaupt die beiden segnen würde. Verunsichert schaute er Oliver an, ob sie die beiden begleiten sollten.

Oliver Vallis de Souvagne
»Wir begleiten euch bis zur Tür«, sprach Oliver freundlich. Wie sehr er sich auch über Fulcaires Unbeholfenheit geärgert hatte, sein Groll war verflogen, als er sah, wie liebevoll die beiden sich ansahen. Fulcaire war jemand, der nicht viele Freunde hatte, vielleicht keine. Hätte Oliver früher von Fulcaires nahezu hoffnungsloser Liebe erfahren, hätte er ihn bedauert und sich gefragt, wie ausgerechnet er sich anmaßen konnte, einen der Behüter zu lieben, die man weder antasten noch außerhalb des Kinderzeugens auch nur sehen durfte. Doch der Behüter sah in Fulcaire den Mann, dem er sein Herz schenken wollte. Fulcaire konnte also kein so schlechter Kerl sein. Oliver gab den Weg vor, klopfte und als ein Novize öffnete, bat er als Erstes um ein Gespräch. Wenig später bat der Junge ihn hinein. Einige Minuten blieb Oliver verschwunden und als er wieder hinaustrat, wirkte er zufrieden. »Behüter Nethlee und Bruder Fulcaire, ich wünsche euch alles Gute und Ainuwars Segen möge mit Euch sein, wenn ihr fragt.« Er machte den Weg frei für die beiden Liebenden und wartete mit den anderen voll Ungeduld. Als die Tür sich wieder öffnete, trat ein strahlender Fulcaire daraus hervor - und an der Hand führte er Nethlee.

Nethlee
Fulcaire vergaß, ihm die Tür aufzuhalten, was Nethlee geschickt mit einem Fuß ausglich, so dass sie ihm nicht ins Kreuz flog. In der anderen Hand hielt er immer noch den Beutel. Da Fulcaire vermutlich kein Wort herausbringen würde, sprach er an seiner Stelle. »Ich weiß nicht, wie ich euch allen danken soll«, sagte er überglücklich. »Wir bekommen eine Bedenkzeit, in der wir uns entscheiden dürfen, ob wir zusammen vor oder hinter der Schleuse leben möchten. Bis dahin bin ich freigestellt und darf bei Fulcaire wohnen.«

Audric Bizier
Audric musterte die beiden gerührt. "Ich wünsche Euch von ganzem Herzen alles Gute, wo immer Euch Euer Weg hinführen wird. Ein langes, glückliches, gemeinsames Leben Ihr beiden", sagte Audric gerührt.

Vaden:
"Von Yvon und mir ebenso. Passt auf Euch auf, es war ein langer Weg und es soll noch ein längerer werden. Falls Ihr mich fragt, wählt die Schleuse. Dahinter seid Ihr sicher, dass was man liebt, sollte man sicher verwahren und dort seid Ihr beide sicher verwahrt. Mein Mann hatte zuviele Freiheiten, er war zuviel allein unterwegs. Mein Fehler, macht nicht den gleichen", erklärte Vaden ruhig und freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Auch von mir die besten Wünsche. Passt auf einander auf. Ein Bluthexer liebt nur einmal auf diese Weise, haltet einander fest.«

Zaccaria
»Alles Gute und viel Spaß mit den Geschenken. Fulcaire hat beutelweise davon gekauft.« Da er die Regeln hier nicht kannte und ihm unbekannt war, dass die Behüter Unberührbare waren, schlug er Nethlee mit der flachen Hand gegen die Schulter. Den Mann fand er sympathisch. Noch mehr gefiel ihm allerdings Fulcaire. Der Kerl mochte ein Trottel sein, aber er hatte eine Eigenschaft an sich, die oft verkannt wurde: Er sorgte für gute Stimmung. Etwas unfreiwillig, aber das war ja egal. In einer schweren Stunde wären die Nörgler froh, ihn an ihrer Seite zu haben, auch wenn er niemandem sonst etwas nützte. Zaccaria drückte den geplagten Verlierer-Bluthexer. Heute hatte er mehr gewonnen, als er sich je hätte träumen lassen.

Yvon:
Bevor Ihr eine Entscheidung trefft und Euch in Fullies Kammer oder hinter der Schleuse verbarrikadiert, schaut Euch die Welt jenseits der Ordensmauern an. Das Anschauen solltet Ihr aber an der souvagnischen Mauer stoppen. Dahinter beginnt das Tabu, jedenfalls für Euch beide. Es ist sicherer so, glaubt mir. Schau Euch Eure Heimat an, vor allem schau Du sie Dir an Nethlee. Dafür und für all jene die dort leben, hast Du all die Jahre gearbeitet. Du solltest es gesehen haben, von der Azursee, bis hin zu den Speeren, von den Bergen, bis zum Wolkentempel bis hin zu Sub-Souvagne. Schau es Dir an, dass ist unsere Heimat, dass ist das Land unseres Duc. Das ist unsere Welt und Ihr seid ein Teil davon", sagte Yvon.

Fulcaire
»Das machen wir«, Nethlee kennt so gut wie nichts. Mit dem Com ist er nicht zurechtgekommen, er wusste nicht, wie er die Verbindung zum Courant herstellen kann. Er hat sich nur gemerkt, wie er mich anrufen kann. Aber dafür zeige ich ihm nun alles in Farbe und 3D, da kannst du alles anfassen!« Fulcaire knetete nervös Nethlees Hand. Er sehnte sich danach, mit ihm zu zweit zu sein und den Mann, der seiner war, überhaupt kennenzulernen. Er liebte ihn seit endlos vielen Jahren schon und doch wusste er so gut wie nichts über ihn. Das wollte er ändern. »Danke noch mal euch allen, für die Rettung und den Rat, insbesondere dir, Bruder Audric. Ihr habt unsere Hochzeit überhaupt ermöglicht. Wenn ihr uns bitte entschuldigen würdet, ich zeige Nethlee meine Kammer. Ihr habt ja meine Nummer, vielleicht bleiben wir in Kontakt. Also dann...« Er lächelte breit und auch Nethlee verabschiedete sich, dann führte Fulcaire ihn zum Dormitorium. Als sie um die Ecke verschwanden, legten sie gerade jeweils einen Arm um den anderen und ihre Köpfe aneinander.

Audric Bizier
Audric schaute den beiden gerührt hinterher. "Aber sicher bleiben wir dass, auch wenn Du jetzt erstmal eine ganze Zeit beschäftigt bist", schmunzelte Audric wehmütig und tippte Oliver an. "Nach Hause samt Gäste?", fragte Audric freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Nach Hause«, bestätigte Oliver und lächelte, als er an seinen eigenen Mann dachte, der dort auf ihn wartete.

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