Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Bluthexer auf Abwegen

Obenza 1077.
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Oliver Vallis de Souvagne
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Re: Bluthexer auf Abwegen

#11

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » Do 11. Jul 2019, 21:29

11

In der Tortue sagte Fulcaire kein Wort. Er wirkte ziemlich angefressen. Dabei war er derjenige, der am wenigsten Grund dazu hatte. Am Ende waren alle Hals über Kopf zu ihm geeilt, nur um festzustellen, dass ihr Erscheinen nicht nur unnötig, sondern auch unerwünscht war. Ein vollkommenes Wesen beging zwar keine Fehler, aber änderte manchmal seine Meinung. Dafür musste man Verständnis haben. Über den abgesetzten Hilferuf würde Fulcaire sich noch lange ärgern. So schnell würde er keine Gelegenheit bekommen, sich wieder so überlegen zu fühlen, wie es ihm seiner Ordenszugehörigkeit wegen zustand. Er drehte sich zum Fenster und schmollte.
Oliver tippte den Piloten von hinten an. „Halte genau über dem Sexmuseum und öffne dort die Luke.“
Pierre tat teilnahmslos, aber sein Mann wusste genau, was in ihm vorging. Heute würde er derjenige sein, der eine besondere Art von Geißelung erdulden musste – den Schmerz der Reinigung von unkeuschem Gedankengut. Grinsend seilte Oliver sich aus der Luke ab und richtete die Barrinetta auf das Gebäude. „Adieu! Du wirst meinen Mann nie wieder mit deinen Verheißungen irreleiten.“
Er aktivierte den Antimateriestrahl. Es würde nichts übrig bleiben als ein Trümmerhaufen, ein Loch im Dächerrücken von Obenza. Die Barrinetta klickte, aber nichts passierte. Wütend schüttelte Oliver sie. „Dummes Ding!“ Er versuchte es noch einmal. Sie sonderte einige Büroklammern ab und informierte mit einer digitalen Anzeige darüber, dass der Alarm für 5:17 Uhr eingestellt war.
„Vielleicht habe ich sie vorhin verstellt“, grübelte Audric.
Der Pilot räusperte sich. „Darf ich vorschlagen, dass wir bei Gelegenheit zurückkehren, wenn die Barrinetta repariert wurde? Es ist spät und Euer Mann hat ein Abendbrot ganz nach Euren Vorlieben kredenzen lassen.“
Oliver ließ sich wieder ins Innere hochziehen. Die Luke verschloss sich unterhalb seiner Füße. „Muss ich wohl. Ausgerechnet jetzt spinnt das Ding. Ständig ist es verstellt.“
Er überlegte, warum es heute ein besonderes Abendbrot geben sollte, ob ihm vielleicht ein Ehrentag entgangen war. Ihr Hochzeitstag war es jedenfalls nicht. Vor lauter Grübeln vergaß er sogar für einige Zeit seinen Ärger über die verpatzte Rache. Erst, als sie die souvagnische Grenze passierten, dämmerte es ihm, dass Pierre während des verfrühten Heimfluges vielleicht allzu unschuldig dreingeblickt hatte.

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