Schrulla die Zwiebelhex [Rakshanerin]

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Schrulla die Zwiebelhex
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Volk: Rakshanerin
Steckbrief: Bild

Das Chaos Top Charakterbogen

Schrulla die Zwiebelhex [Rakshanerin]

#1

Beitragvon Schrulla die Zwiebelhex » Fr 8. Apr 2016, 13:36

Name: Schrulla die Zwiebelhex

Alter: 69 Jahre

Volk: Rakshanerin, Tiefling (Mischling)

Geschlecht: Weiblich

Familie
„Familie? Unnötiger Ballast!“

Die Mutter Feta war eine Rakshanerin, welche sich gerne mit oftmals sonderbaren Gestalten abgab. Dazu zÀhlten vor allem wild aussehende Tieflinge und Orks. Dies war in der Familie jedoch nichts Ungewöhnliches, und so ist die Abstammung von Schrulla bunt durchmischt von Rakshanern, Tieflingen und gar Orks. Angeblich soll bereits die Urururgrossmuter eine Liaison zu einem Ghul unterhalten haben.

Der Vater Dolgo war einer dieser Liebschaften, die Feta beeindruckten. Seine verdrehten Hörner, die dunklen FlĂŒgel sowie sein langer Schweif liessen Eifersucht und Faszination miteinander wetteifern. Sie bemerkte erst, dass sie ein Kind erwartete, nachdem lĂ€ngst unzĂ€hlige andere Errungenschaften das Bett mit ihr geteilt hatten. Es ist nicht ganz eindeutig, ob Dolgo nun der Vater ist, doch Schrulla gibt gerne an, sein Werk zu sein.

Beruf und Religion
Schrulla wuchs in einem rakshanischen Lager auf. In ihren vielen Lebensjahren ĂŒbte sie unterschiedlichste Berufe aus, doch schon immer verstand sie sich darauf, den Leuten mit ihrer Maige zu helfen. Wobei „helfen“ ein gĂ€nzlich unprĂ€ziser Begriff ist.
Mit den Jahren erkannte Schrulla, dass die Menschen dank ihrem Aberglauben beinahe jede Gegenleistung fĂŒr einen Hexentrank bezahlen, auch wenn der angebliche GlĂŒcks- oder Liebessud hauptsĂ€chlich aus Ziebelspinnenbeinen und bunten Wiesenblumen zusammengesetzt war.

So begann sie die Verzweiflung, den Hass, die Liebestrunkenheit, die Angst und Trauer der Menschen fĂŒr ihre Zwecke zu nutzen. Sie verachtete die Leute fĂŒr ihre NaivitĂ€t und sonnte sich gleichzeitig in der Not ihrer Kunden.
TatsÀchlich versteht sich das alte Weiblein jedoch wirklich auf Artefaktmagie und auch etwas Naturmagie gehört zu ihren fortgeschrittenen FÀhigkeiten.
Sie kennt sich mit Heil- und Giftpflanzen aus, weiss um die betörenden, aber auch tödlichen Wirkungen der Blumen und KrĂ€uter, die ĂŒberall gedeihen und wachsen.

Bei kleineren Zimperlein braut Schrulla gerne einen Sud zusammen, den sie den Leuten in kleinen ReagenzglĂ€sern andreht. Dabei wissen die KĂ€ufer nie, ob darin wirklich eine glĂŒcksfördernde FlĂŒssigkeit oder eine gewöhnliche Zwiebelsuppe auf sie wartet.
Hingegen kann man bei Artefakten gewiss sein, dass Magie darin steckt. Jedes von Schrullas Artefakten erzielt eine gewĂŒnschte Wirkung, wobei sie dabei jedoch oft absichtlich ĂŒber das Ziel hinausschiesst oder unangenehme Nebenwirkungen einfliessen lĂ€sst, worĂŒber sie spĂ€ter schadenfreudig lachen kann.

Schrulla empfindet eine grosse Abneigung gegenĂŒber Ainuwar. Er erinnert sie daran, dass alles Leben vergĂ€nglich ist und auch ihre Zeit einmal ablaufen wird. Ausserdem macht sie ihn fĂŒr ihre Gelenk- und RĂŒckenschmerzen verantwortlich.

Eine grössere Zuneigung empfindet sie hingegen zu Dal. Obwohl Schrulla nicht viel Wert auf Geld legt, mag sie doch die listige Art der Gottheit, welche oft als emanzipierte Goblin auftritt. Die Rakshanerin ist sich sicher, dass auch Dal ihren Spass und Nutzen aus den oftmals sehr naiven KĂ€ufern ziehen wĂŒrde.

Rakshor hat ebenfalls einen Platz in dem Herzen der Zwiebelhex. Sie ist mit dem Glauben an ihn gross geworden. Wie alle seine AnhÀnger ist sie der Meinung, dass etwas Chaos dieser allzu geordneten Welt nicht schaden kann und trÀgt mit ihren Artefakten und KrÀutertrÀnken gerne ihren Teil dazu bei.

Aussehen und AusrĂŒstung
Oftmals ist Schrulla enttĂ€uscht darĂŒber, dass sie nicht mehr vom Äusseren ihres Vaters erhalten hat. Von ihrer Mutter hat sie die Faszination fĂŒr Absonderlichkeiten geerbt und schimpft gerne darĂŒber, dass ihre kleinen stumpfen Hörnchen nicht einmal zum Erschrecken von Leuten nĂŒtzlich seien.
Dass sie nicht fliegen kann, stört sie hingegen wenig, denn ihre Höhenangst verhindert, dass sie sich weiter als zwei Meter ĂŒber den Boden begibt.

Mit ihren 69 Jahren ist Schrulla eine Greisin. Ihr Körper wirkt in sich zusammengefallen und sie klagt viel ĂŒber RĂŒcken- und Gelenkschmerzen. Ihre einst schwarzen Haare sind nun dunkelgrau. Meist sind sie zu einem Knoten gebunden oder hĂ€ngen ihr strĂ€hnig ins Gesicht. Die Zwiebelhex besitzt keinen auffĂ€lligen Zinken, dafĂŒr jedoch im Gegensatz zu anderen Rakshanern grĂŒne Augen. Ansonsten hat sie von ihrem Vater ausserhalb der Begabung zur Magie, nicht viel ĂŒbernommen.
Ihre faltige Haut hat eine kaffeebraune Farbe und auch die stumpfen Hörnchen sind der Erbschaft ihrer Mutter Feta geschuldet.

Ihr Blick ist scharf und aufmerksam, hingegen hat das Gehör der Greisin gelitten, weshalb sie ihre Kunden oft gereizt anfaucht, wenn diese es wagen, mit allzu leiser Stimme ihre Anliegen vorzutragen.

Schrulla trĂ€gt nach alter Manier sowohl Unter- als auch Überröcke gestapelt. Man könnte sie mit einer der Zwiebeln vergleichen, fĂŒr welche sie ein aussergewöhnliches Faible entwickelt hat.
Auch farblich passt sie sich dem GewĂ€chs an und ihre GewĂ€nder sind in braunen und grĂŒnen Farbtönen gehalten.

Das alte Weiblein trĂ€gt viele Beutel und SĂ€cklein mit sich herum, die gefĂŒllt sind mit KrĂ€utern, Blumen, ReagenzglĂ€sern und anderen GegenstĂ€nden, welche sie fĂŒr ihre Artefaktmagie benötigt. Um ihren Hals trĂ€gt sie eine seltsam anmutende Kette, welche aus Zwiebeln besteht. Wenn man genauer hinschaut kann man gelegentlich das Aufblitzen grĂŒner Augen oder das Zappeln haariger Beine erkennen.

Auf ihren Reisen, denn Schrulla ist mit ihren FĂ€higkeiten stets darum bemĂŒht, neue Kunden anzulocken, wird sie von einer uralten HyĂ€ne begleitet. Das Wesen dient ihr sowohl als Reit- als auch Lasttier. Schrulla hat der HyĂ€ne keinen Namen gegeben und betitelt sie stattdessen nach Lust und Laune anders. Zu den favorisierten Bezeichnungen gehören „rĂ€udige Zwiebl“, oder aber auch „MausezĂ€hnchen“. Die HyĂ€ne ist Ă€usserst leicht reizbar und Fremde sollten ihr nicht zu nahe treten.

Charakter und FĂ€higkeiten
„Die Zwiebelhex? Ja, ist ein ulkiges Weib. Wenn du mich fragst, etwas verrĂŒckt. Aber auch nicht verwunderlich, wenn man so die Geschichten von ihrer eigenen Alten hört. Also ich halt mich lieber von der fern. Nur meine Nena, die kann die Finger nicht von dem Spitzhuttrunk lassen, den sie ihr manchmal braut, wenn sie in der Gegend ist. Angeblich gegen Falten. Also wenn du mich fragst, ne, hat meine Nena zwar weniger Falten, dafĂŒr meckert sie nur noch an mir rum! Und was ist jetzt das kleinere Übel, hĂ€? Und dafĂŒr gibt man beinahe 35 Unzen Mehl aus!“

Schrulla ist keinesfalls verrĂŒckt, obwohl sie die Leute gerne in dem Glauben lĂ€sst. Das Weiblein ist im Gegenteil Ă€usserst intelligent und schlĂ€gt sich gut durchs Leben.
Einzig Namen kann sie sich schlecht merken, weshalb sie Mensch und Tier gerne mit Übernahmen betitelt und auch sich selbst gerne umbenennt. Von ihren Kunden wird sie meist nur als Zwiebelhex bezeichnet.

Ausserdem hört Schrulla nicht mehr so ausgezeichnet wie frĂŒher. Oft fangen sich die Leute dann mĂŒrrische Kommentare ein, wenn sie „hinter meim RĂŒckn LĂ€stern und Tratschn!“
Oft wird die Greisin von ihren Kunden als Giftkröte bezeichnet, obwohl die meisten nicht auf ihre Dienste verzichten möchten. Deshalb wird ihr schlussendlich immer verziehen, wenn sie FlĂŒche und Beleidigungen von sich lĂ€sst oder wieder einmal ĂŒber Gelenkschmerzen, RĂŒckenschmerzen, Zahnschmerzen, Zehenschmerzen und tausend andere Zimperlein klagt.

Doch am allerliebsten schimpft die Zwiebelhex ĂŒber Kinder.
„Sie sind einfach zu laut! Dauernd stelle sie dumme Fragn und wolln doch keine Antwort hörn. Sie machn alles kaputt, stelln alles aufn Kopf und wenn man ihnen sagt wo‘s lang geht, rennen sie zu ihrn MĂŒttern.“
Insgeheim jedoch war Schrulla schon seit Jahren eifersĂŒchtig auf die BĂ€lger, welche das ganze Leben noch vor sich hatten und ausserdem nicht von andauernden Schmerzen heimgesucht wurden.

Das Weiblein besitzt jedoch auch eine Leidenschaft, an welcher sie die Menschen teilhaben lĂ€sst. Schrulla kann stundenlang im Wald oder auf der Wiese mit ihrem Zinken im Unkraut herumschnĂŒffeln, bis sie die gewĂŒnschten PflĂ€nzchen ergattert hat, um daraus KrĂ€utersude, aber auch einfache Suppen herzustellen. Dabei lĂ€sst sie ihre Kunden gerne in dem Glauben, jede dieser „aussergewöhnlichen“ Mischungen wĂ€re dazu da, das Leid der Menschen zu lindern oder zu vergrössern – je nachdem, was der KĂ€ufer eben wĂŒnscht.

TatsÀchlich besitzt sie unendliche Kenntnisse zu den Heil- und Giftpflanzen.
Viele ihrer TrĂ€nke haben tatsĂ€chlich eine Wirkung, und sei es auch nur, den Kunden durch einen Schuss Mohnsaft in seiner Wahrnehmung zu trĂŒben. Die Leute kaufen bei ihr LiebestrĂ€nke, SchönheitstrĂ€nke, aber auch Giftmischungen oder Wahrheitselixiere.

Manchmal wird Schrulla gebeten, einen entlaufenen Liebhaber zu verfluchen, worauf sie mit grösster Leidenschaft ein angebliches Ritual mit Kerzen, mystischen Symbolen, DuftstĂ€ben und vielen fantastischen dunklen Worten ersinnt, um ihrem Kunden wieder ein StĂŒcklein Friede zu bescheren.
Ihre Magie beschrĂ€nkt sich hingegen ausschliesslich auf Natur- und hauptsĂ€chlich Artefaktmagie. Dank dem Aberglauben der Menschen fĂ€llt es Schrulla jedoch nicht schwer, sie ĂŒber ihre nicht vorhandenen FĂ€higkeiten hinwegzutĂ€uschen.

Obwohl ihre LiebestrĂ€nke der Scharlatanerei angehören, sind ihre Fertigkeiten doch nicht zu unterschĂ€tzen. Neben ihrem Wissen ĂŒber die Natur und ein wenig Magie darin, beherrscht die Zwiebelhex wirkliche Artefaktmagie.
Schrulla ist jedoch sehr darauf bedacht, dass alles einen Nutzen erfĂŒllt, vor Allem Beziehungen. Sie erfĂŒllt keinen blossen Gefallen, sondern verlangt dafĂŒr immer eine grössere Kleinigkeit.
Erkauft man sich jedoch ein Artefakt der Zwiebelhex, kann sich der KĂ€ufer gewiss sein, dass ein Schuss Magie darin steckt. Schrulla bemĂŒht sich, die WĂŒnsche ihrer Kunden zu erfĂŒllen, doch zu ihrem eigenen VergnĂŒgen treten zudem immer unliebsame Nebenwirkungen auf oder eine Überdosierung fĂŒhrt zu unwillkommenen Überraschungen. Schadenfreude ist wohl Schrullas zweiter Vorname.

Eine andere Eigenart des Weibleins ist ihr Interesse an allen abstrusen Gestalten. Sie ist Àusserst fasziniert von Tieflingen und DÀmonen. Je ungewöhnlicher ein Lebewesen, desto hingerissener ist sie. Auch Eifersucht schwingt dabei mit, denn obwohl sie Tieflingsblut in sich trÀgt, ist dies Àusserlich beinahe nicht ersichtlich.

Auf ihrer Reise von Dorf zu Dorf durch unwegsame Gegenden wird Schrulla von ihrer HyĂ€ne begleitet. Als Rakshanerin hat sie einen besonderen Draht zu ihrem Begleiter. Obwohl die Hex es nie zugeben wĂŒrde, empfindet sie eine tiefe Verbundenheit zu der alten und zerzausten Bestie, welche gegenĂŒber Fremden Ă€usserst gereizt reagiert und gerne schnappt. Sie ist der Greisin jedoch treu ergeben und dient ihr als Reit- oder Lasttier.

Nebenbei ist Schrulla eine ausgesprochene Zwiebelfanatikerin und trĂ€gt ihren Namen nicht zu Unrecht. Zwiebeln sind ihre Leidenschaft, ob im Suppentopf, in ihren Heilpasten, als Parfum – oder gar als Haustier. Eine verirrte Zaubermischung machte sogar dies möglich. Seit da tummeln sich immer auffĂ€llig viele Zwiebelspinnen in der unmittelbaren Umgebung des alten Weibleins.

Magie
Ihre MagiefĂ€higkeiten bestĂ€rkten Schrulla in der Annahme, dass sie von einem Tiefling abstammen mĂŒsste. Im Gegensatz zu den Rakshanern ist sie nĂ€mlich befĂ€higt, sowohl Artefaktmagie als auch ein wenig Naturmagie zu wirken.
Ihre Begabung liegt jedoch eindeutig auf der Artefaktmagie, welche sie in den unzĂ€hligen Lebensjahren nahezu perfektioniert hat (auf ihr BedĂŒrfnis hin ausgerichtet, Menschen zu „helfen“).

Schrulla vermag Dinge, wobei sie meist spezielle GegenstÀnde bevorzugt, mit einer Wirkung zu versehen. Dabei fokussiert die Zwiebelhex sich darauf, ihren Kunden einen Gefallen zu erweisen, indem sie beispielsweise ein Medailon mit dem Zauber versieht zu leuchten, sobald die Geliebte des Ehepartners an der TrÀgerin vorbeigeht.
Meist nehmen weibliche Kunden ihre Dienste in Anspruch, seltener kommen auch verschmĂ€hte MĂ€nner zu ihr, um ihr GlĂŒck mit einem betörenden Sud zu versuchen.

Eine Besonderheit, welche Schrulla ihr Leben lang fĂŒr sich behalten hat, ist ihre FĂ€higkeit, aus blossen ZwiebelgewĂ€chsen Zwiebelspinnen entstehen zu lassen. Es war eher ein Zufall, als die Hex eine Zwiebel als Artefakt nutzen wollte, sich dabei ihre beiden Magieströme vermischten und der verwirrte Zauber die neue Spinnenart entstehen liess.
Wo sich Schrulla aufhÀlt, tummeln sich immer aussergewöhnlich viele Zwiebelspinnen.

Ansonsten beschrÀnkt sich ihre Naturmagie vorwiegend auf kleine Heilungen und Giftheilungen, sowie das Sprechen mit ihren Zwiebelspinnen.

Lebenslauf
„Da gibt’s nix zu erzĂ€hln! Und wen interessiert das schon, was inner Vergangenheit war. Wir lebn im Hier und Jetzt, alles andre ist Humbug.“

„Wenn Du nicht aufhörst mich damit zu plagn, verwandl ich dich in ne Kröt! Junges Pack, meint immer, alles wissn zu mĂŒssn
“


Ein misstrauischer Blick traf mich, doch ich wusste genau, dass sie gerne etwas meckerte, bevor sie anfangen wĂŒrde zu erzĂ€hlen. So lauschte ich geduldig ihrem Lamentieren, bevor sie schliesslich begann.

„Nun gut
 n paar Dinge kann ich dir erzĂ€hln. Aber danach gibst Ruh!“

„Geborn wurd ich von meiner Altn Feta. Sie kĂŒmmerte sich nicht viel um mich und ich konnt im Lager rumziehn wie mir grad die Nas gewachsn war. Jaa, das warn schöne Zeitn. Schon damals verĂ€ppelte ich die andren BĂ€lger gern. Habn mich aber oft auch beschimpft als Bastard
 was ja eigentlich nichts Ungewöhnliches war, die meistn warn Mischlinge und oft wusst nicht mal die eigne Alte, wer der Kerl war.
Doch meine gute Feta begnĂŒgte sich nicht mit normaln Kerln, nÀÀ, die musste sich immer die aussergewöhnlichstn, gefĂ€hrlichstn, absonderlichstn Kreaturn nehmen. Die wusste halt noch, was richtige MĂ€nner sind! Kein verweichlichtes Lumpenpack wollte die, nÀÀ  dafĂŒr war sie sich zu schad.“


Ein Hauch Stolz schwang in ihrer Stimme mit, als sie sprach und als sie nun ĂŒber ihren Vater zu reden begann, leuchteten ihre froschgrĂŒnen Augen begeistert auf.

„Und mein Alter? Das war n Tiefling sag ich Dir!
Hörner mĂ€chtig wie die eines Widders, ein Schweif, der zupackn konnte, Klauen wie Dolche, FlĂŒgl so schwarz wien Rabnvogel! Jaa, so war er, Dolgo. Ich hab ihn natĂŒrlich nie kennengelernt, denn kurz nach der Zeugung lernte meine Alte n Ork kennen
 Leider hab ich nicht mal seine Hörner geerbt“
, Schrulla knurrte beleidigt ob dieser Tatsache, „nur seine giftgrĂŒnen Augn hat er mir abgegebn, geizig wie er war
 und ÂŽtĂŒrlich die Magiebegabung. Meine Alte hatte keine...“

„Aye und wie gings weiter
. nun ja
 meine Alte erkannte rasch, welchn Nutzn meine Magie fĂŒr sie hatte. Sie war schon immer etwas gierig und darauf bedacht, dass ich ihr was einbracht. Schliesslich musst sie mich durchfĂŒttern. Wir warn damals immer unterwegs mit den Rakshanern. Und einmal, da warn wir bei nem Dorf vorbeigekommn. Und dort lebte die alte Babuschka. Feta liess mich bei ihr zurĂŒck, damit ich dort die Magie zu beherrschn lernte. Ich verfluchte meine Alte dafĂŒr. Doch ja, im Nachhinein war es ne gewiefte Entscheidung. Ich lernte dort fĂŒnf Jahre lang Artefaktmagie. Und ich lernte schnell. Danach nahm mich Feta wieder mit, und ich musst fĂŒr sie Magie wirkn. Als Rakshanerin durft sie keine Slaven halten, doch wer wollte ihr schon verbietn, ihre Tochter fĂŒr sich arbeitn zu lassn.“

Ich konnte Schrulla anmerken, dass sie einerseits einen Groll gegen ihre Mutter hegte, andererseits war sie noch immer beeindruckt von der Cleverness und Herzlosigkeit der Rakshanerin. Dann verzerrte sich ihre Miene zu einer leicht schadenfreudigen Grimasse.

„Feta fĂŒhrte jedoch keinen gesundn Lebensstil. Sie wurd nicht alt, verstarb an Syphilis. Das war der Zeitpunkt, wo ich mir dacht: MĂ€dl, das musst du mal besser hinkriegn! Und jo
 von da an begann ich mich fĂŒr HeilkrĂ€uter zu interessiern
 und fĂŒr Zwiebln! Ihr Jungspunde wisst gar nicht, wie gesund die Dinger sind! Einfach gut fĂŒr alles. Gegn RĂŒckenschmerzn, Halsschmerzn, gegn Infektionen, gegn StechmĂŒcken und sogar schöne TrĂ€ume können sie beschern.“

Im selben Moment fiel mir die Kette auf, welche Schrulla um den Hals hĂ€ngen hatte und ich sprach sie darauf an. Als jedoch plötzlich ein paar giftgrĂŒne Augen mich aus einer der Zwiebeln anstarrte, zuckte ich erschrocken zurĂŒck. Die Zwiebelhex lachte zufrieden auf.

„Ja Liebchn, das sind meine Haustierchn. Zwiebelspinnen nenn ich sie. Als ich Ă€lter wurd, begann ich eigenstĂ€ndig zu reisen. Ich hatt damals bereits ne HyĂ€ne, so kam ich gut voran. Ich begegnete vieln unterschiedlichn Kreaturn. In bald siebn Jahrzehntn kommt man weit herum, sogar ohne FlĂŒgelchn. Nun ja, ich war sogar bei nem Albn. Der lehrte mich die Naturmagie und vergrösserte mein Wissn ĂŒber Heil-und Giftkraut. Ich experimentierte damals gern rum
 und als ich aus ner Zwiebl n Artefakt herstelln wollt, vermischtn sich meine Magieströme
 und nun ja
 die Zwieblspinnen wurdn geborn. Sind sie nicht fantastische kleine Wesn?“

„NatĂŒrlich ĂŒbte ich auch andre Berufe aus. Ich arbeitete als Köchin, als MĂŒllsammlerin, als Schneiderin, als Wahrsagerin. In meiner Jugend wollt ich sogar am Krieg teilhabn. SpĂ€ter hab ich begriffn, dass ich Rakshor mehr damit diene, im Kleinen Chaos zu verbreitn. Zum Kampfe bin ich nicht geeignet. Was willst noch wissn? Sprich lauter! Meine schrumplign Ohren sind nimmer die Bestn... und mein Kreuz, oooh weh. Ich denk, es ist besser, wir beendn dieses Theater nun! Genug gequatsch. Mein MausezĂ€hnchen will ihre Mahlzeit bekommn.“

Mit diesen Worten kĂ€mpfte sich Schrulla aus dem Schaukelstuhl hoch und humpelte dramatisch aus dem Raum, um ihre HyĂ€ne zu fĂŒttern.
Zuletzt geÀndert von Arafis am So 24. Apr 2016, 07:45, insgesamt 9-mal geÀndert.
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