Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Arafis Avari [Waldalbe]

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Arafis

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Arafis Avari [Waldalbe]

#1

Beitrag von Arafis » Mo 23. Mär 2015, 17:38

Arafis Avari

Kurzinfo

Name: Arafis Avari
Alter: 32 Albenjahre
Volk: Waldalbe, Gestaltwandlerin
Heimat: Aufgewachsen in der alten Welt. Nun mit ihren Gefährten nach Asamura übergesiedelt, wo sie keinen festen Wohnsitz hat.

Familie
- Linae Avari heisst die Mutter von Arafis. Sie 234 Jahre alt und liebt ihre Tochter von ganzem Herzen. Sie ist stark mit der Natur verbunden und kennt sich mit den verschiedenen Pflanzen des Waldes aus. Ausserdem ist sie sehr kreativ und bemalt gerne Wände, Gegenstände und Körper mit bunten Farben, welche sie aus Beeren, Blättern oder anderen Früchten gewinnt.
- Zenobus Avari ist der Vater von der jungen Waldalbe. Er ist 269 Jahre alt. Er wird geprägt von seinem Stolz auf seine Familie und sein Volk. Beruflich stellt er alle möglichen Werkzeuge her und versuchte diese Fertigkeit auch seiner Tochter näher zu bringen.
- Zudem gehören die Grosseltern Klea und Lino (Eltern von Linae) zur Familie und auch viele Tanten, Onkel und deren Kinder bilden einen wichtigen Teil der Verwandtschaft.


Beruf und Glaube

Arafis stammt aus einer Handwerksfamilie. Ihr Vater hat sie gelehrt, Werkzeuge herzustellen und diese zu nutzen, um Dinge zu reparieren und anzufertigen. Jedoch trägt sie auch die kreative Ader ihrer Mutter in sich und liebt es, selbstgefertigte Gegenstände danach mit Farben oder Schnitzereien zu schmücken.
Die Waren verkaufte sie an Durchreisende, manchmal jedoch auch an die Einheimischen.

Ardemia, die Mutter des Lebens, ist auch für Arafis die wichtigste Gottheit geworden. Aufgewachsen ist sie mit den alten Göttern, doch auf Asamura fand sie schnell einen neuen Zugang und bittet fortan Ardemia an, ihr Gesundheit und Glück zu schenken.


Erscheinungsbild und Ausrüstung

Nachdenklich betrachtet sich Arafis im Wasser des Teichs, das sanft gegen ihre nackten Füsse schwappt. Eindeutig ist sie eine Waldalbe. Ihre blasse, leicht moosgrüne Haut, welche mild nach Wald riecht, verleiht ihr einen sanften Teint. Was jedoch als erstes auffällt, sind ihre Haare. Im Gegensatz zu den meisten Vertretern ihrer Art, trägt sie die Haare kurz. Sie sind leicht zerzaust, was ihr einen frechen Ausdruck verleiht. Und sie sind in einem dunklen Braunton gehalten. Mit ihren schmalen Fingern fährt sie sich durch ihr wildes Haar und fischt prompt ein Blatt daraus hervor. „Nanu, wie hast du dich denn hierher verirrt?“ Ein Lächeln umspielt ihre Lippen. Sofort strahlt ihr Gesicht eine warme Freundlichkeit aus und ihre Augen blitzen übermütig. Arafis mag ihre Augen, auch wenn sie nicht ganz albentypisch sind. Im Vergleich zu anderen Alben, ist ihre Farbe nämlich ziemlich unspektakulär. Sie sind weder blattgrün, goldgelb noch strahlend orange wie das Laub im Herbst, stattdessen sind sie in einem sandfarbenen Ton gehalten, der jedoch je nach Lichtverhältnissen von einem leichten Blau durchzogen wird. „Wie ein Flusslauf in der Wüste“, denkt sich Arafis, während sie ihre Betrachtungen fortsetzt.
Ihr Gesicht besteht aus weichen, zarten Konturen und kommt dank der kurzen Haare gut zur Geltung. Auch sonst ist die Albe eher zierlich gebaut, was jedoch nicht bedeutet, dass sie keine Kraft besitzt. Mit ihren 1,79 m wirkt sie nicht sehr gross in ihrem Volk und wird auch gerne einmal übersehen, was ihr jedoch zugutekommt, da sie sowieso nicht gerne im Mittelpunkt steht.
Überall am Körper besitzt die Albe kleinere Narben, welche sie im Laufe der Zeit in ihrem Leben in der Wildnis erhalten hat. Nur an ihrem linken Unterarm befindet sich der Abdruck einiger scharfer Zähne, welche das Gebiss eines Wolfes hinterlassen hat.
Zudem besitzt die Waldalbe eine Tätowierung auf ihrem rechten Schulterblatt. Es ist eine blaue Blüte, genannt Harrenal-Blume. Sie wurde von der Göttin erschaffen, um die Tiere anzulocken und das Schöne in die Welt zu bringen. Die Zeichnung wurde von Linae Avari angefertigt, der Mutter von Arafis.
Arafis trägt gerne leichte Stoffkleidung, meist in verschiedenen Grün- und Brauntönen. Über ihren Rücken fällt ein moosgrüner Umhang mit einer weiten Kapuze, der sowohl wärmt als auch als Tarnung dient. An den Füssen hat sie gerne weiche Lederstiefel, läuft aber noch viel lieber barfuss, vor Allem, wenn sie sich in der freien Natur und nicht in Städten aufhält.
Obwohl die meisten Alben viel Wert auf edle Stoffe legen und auch Arafis den detailreichen Gewandungen nicht abgeneigt ist, hat sie sich daran gewöhnt, unauffälligere Kleidung zu tragen, was mehr ihrer Gestaltwandlernatur entspricht.

Normalerweise trägt Arafis einen Proviantbeutel mit einigen wichtigen Werkzeugen, Münzen und einer Wasserflasche mit sich, doch als sie von der alten Welt aufbrach, sind diese Dinge verloren gegangen.


Aussehen Wolfsgestalt

Das Ritual, welches Arafis in eine Wölfin verwandelt, ist für sie zu einem der wichtigsten Lebensinhalte geworden und sie hat das Raubtier in ihrem Herzen entdeckt.
Wenn sie sich in ihre tierische Gestalt verwandelt, ist sie kaum von den wirklichen Wölfen zu unterscheiden. Da sie auch in ihrer natürlichen Albengestalt nicht sehr kräftig gebaut ist, wirkt sie auch in der tierischen Form nicht ungewöhnlich gross. Sie hat jedoch kräftige Beine, welche sie ausdauernd über weite Strecken zu tragen vermögen.
Arafis besitzt ein weiss-grau-braunes, leicht struppiges Fell. Nur ihre Schnauze ist samtig und weich und verbirgt die tödlichen, scharfen Reisszähne. Die Waldalbe besitzt auch in ihrer Wolfsgestalt etwas spitze Ohren, welche jedes Geräusch in ihrer Umgebung hören. Die Augen der Wölfin sind dieselben wie in ihrer natürlichen Gestalt. Sandfarben, in welche manchmal verschiedene Blautöne hineinspielen. In ihnen erkennt man die Intelligenz, welche sie von gewöhnlichen Tieren unterscheidet. Der buschige Schwanz rundet das Bild der wilden Wölfin ab.


Begleiter Fricai

In der Zeit, welche sie im Wolfsrudel lebte, wuchs sie zusammen mit den Welpen zu einer erwachsenen Frau heran. Einer der jungen Wölfe hat sie besonders in ihr Herz geschlossen und er begleitet sie, wohin sie auch geht.
Sie nannte ihren Begleiter Fricai, was „Freund“ bedeutet. Das Tier weicht ihr seid daher nicht mehr von der Seite und ist zu einem treuen Gefährten geworden.
Der zwei jährige Wolf hat ein dunkelgraues bis schwarzes Fell mit weissen Pfoten. Seine Augen sind eisblau. Er hat einen aufgeweckten, freundlichen Charakter und ist wegen seines jungen Alters noch ziemlich verspielt. Trotzdem reicht schon eine kleine Geste von Arafis aus, um seine scharfen Zähne und ein bedrohliches Knurren von sich zu geben, anzugreifen oder aber auch brav an einer Stelle zu verharren.
Auf dem Weg nach Asamura ist Fricai zurückgeblieben, was Arafis sehr schmerzt. Er war ihr bester Freund.


Magie und Fertigkeiten

Arafis hat das Gestaltwandlergen in sich.
Aus diesem Grund hat sie keine Begabung zur Magie, wie die anderen Waldalben.

Ihr Lehrmeister Lauron und die Eltern von Arafis haben ihre Tochter in einigen Dingen unterrichtet. So kennt die Waldalbe die wichtigsten Pflanzen der Wälder. Weiss, welche giftig, essbar, oder sogar heilende Wirkung besitzen.
Von ihrem Vater erlernte sie das Herstellen von Werkzeugen und sie erlernte, selbst einen Kurzbogen und Pfeile anzufertigen, um sich auf ihren Reisen zu verteidigen.
Aufgrund ihrer Gestaltwandlernatur findet sich gut in der Wildnis zurecht und versteht es auch, sich zu tarnen und unentdeckt zu bleiben.
Im Dunkeln sind ihre Sinne geschärft, vor Allem, wenn sie als Wolf durch die Wälder streift.
Die Sprache Asamuras beherrscht sie kaum und vermag auch die Worte nicht zu lesen.


Charaktereigenschaften

Arafis weiss, dass sie einen etwas unausgeglichenen Charakter besitzt. Da sie lange Zeit in einem Wolfsrudel lebte, wird sie oft von ihren Instinkten geleitet. Doch trotz dem Raubtier, in welches sie sich gerne verwandelt, ist Arafis ein sehr einfühlsames Wesen und hat ein gutes Herz.
Wenn die Waldalbe jedoch in eine Situation gerät, wo heftige Emotionen wie Wut oder Angst eine Rolle spielen, übernimmt der Wolf in ihr die Kontrolle zum Überleben und sie kann unberechenbar werden.
Die Waldalbe hält sich nicht gerne in grossen Ansammlungen anderer Lebewesen auf (ausgenommen dem Wolfsrudel). Sie verhält sich dann möglichst zurückhaltend und versucht so schnell wie möglich unterzutauchen, um bloss nicht im Mittelpunkt zu stehen.
Auch sonst ist sie eher eine ruhige Person, die nicht allzu viele Worte verliert. Wenn sie bedroht wird, kann es auch mal passieren, dass sie ihren Feind bedrohlich anknurrt.
Die Waldalbe empfindet grosse Freude, wenn sie in der freien Natur ist. Ausserdem liebt sie das Wasser und lässt keine Gelegenheit ungenutzt, im kühlen Nass zu schwimmen und zu planschen.
Da die Albe viel Zeit unter Tieren verbracht hat, sind ihr einige Höflichkeits- und Umgangsformen abhandengekommen. So verschlingt sie ihr Essen zum Beispiel nahezu und entlockt manchem Mitreisenden einen abfälligen Blick.
Dafür kann die Waldalbe ausgesprochen gut mit Tieren umgehen und vor Allem Wölfe scheinen ihre Verbundenheit zur Natur zu erspüren, fühlen sich zu ihr hingezogen und akzeptieren sie als ihresgleichen.
Wenn Arafis auf die Jagd geht, nutzt sie meistens ihre Wolfsgestalt, um Beute zu reissen, oft in Begleitung von Fricai (ihr Wolfsbegleiter, siehe Lebenslauf). Sie kann jedoch auch mit Dolch und Pfeil und Bogen umgehen.
Gibt man ihr jedoch ein Schwert oder eine andere schwere Waffe in die Hand, ist sie damit total aufgeschmissen. Ihre Stärke liegt in der Wendigkeit und Zielsicherheit, nicht in der Kraft.
Durch die Zeit im Wolfsrudel lernte Arafis Spuren zu lesen, Auflauern und Jagen. Bald konnte sie mit den Wölfen kommunizieren und erlernte ihr Verhalten. Durch das Leben im Wald war sie viel unterwegs und hat einiges an Ausdauer angesammelt.
Dafür sind die Umgangsformen der Alben und Menschen zu kurz gekommen. Mit Geld kann sie nicht gut umgehen, denn sie weiss nicht wirklich, was sie damit anfangen soll. Sie handelt lieber mit natürlichen Rohstoffen.
Arafis hat wie viele wilde Tiere grossen Respekt vor Feuer. Es kostet sie viel Überwindung, nur schon an einem Lagerfeuer gelassen sitzen zu bleiben. Sie rutscht dann oft unruhig hin und her und wirkt angespannt.
Auch der Aufenthalt in geschlossenen Räumen fällt ihr schwer und sie schläft lieber unter freiem Himmel oder in einer Höhle.


Stärken und Schwächen
  • - Angst vor Feuer
    - Mag keine geschlossenen Räume
    - Umgangsformen der Menschen und Alben sind ihr fremd geworden, tappt deshalb oft ins Fettnäpfchen
    - Unberechenbar, wenn sie von ihrem inneren Wolf gelenkt wird
    - Steht nicht gerne im Mittelpunkt
    + Besitzt Ausdauer, Wendigkeit, Zielsicherheit (mit Pfeil und Bogen, Dolch, Wurfgeschosse wie z.B. Steine)
    + Kann sich gut tarnen und lautlos anschleichen
    + Tiere fühlen sich zu ihr hingezogen, vor Allem Wölfe

Lebenslauf

Kindheit – Jugend

Arafis wurde als einziges Kind von Linae und Zenobus Avari in einem kleinen Dorf geboren. Dort wuchs sie behütet und geliebt zu einer hübschen jungen Frau heran.
Ihre Eltern sind einfache Waldbewohner, welche von der Kunst und dem Handwerk leben. Linae Avari fertigt fantasievolle und ausdrucksstarke Malereien an und verziert damit Wände, Gegenstände und auch Körper. Zenobus Avari repariert Dinge im Dorf, um die Familie zu ernähren oder sein Können gegen andere Waren einzutauschen.

Ihre Eltern bemerkten schnell, wie gern ihre Tochter in der freien Natur verweilte. Sie kamen zu dem Entschluss, ihr Kind zu einem Lehrmeister zu schicken. Er wollte sie in den wichtigen Dingen unterrichten. So erlernte die Waldalbe die Sprachen ihrer Heimat und der alten Welt.
Das Kind entwickelte ein neugieriges Wesen und bald kristallisierte sich heraus, dass sie ein gutes Gespür für Pflanzen und vor Allem Tiere besass. Oft durchstreifte sie mit ihrer Mutter den Wald auf der Suche nach Beeren und Früchten. So lernte sie schnell, welche Pflanzen essbar sind und von welchen man lieber die Finger lassen sollte.

Als Arafis elf Jahre alt wurde, entschieden ihre Eltern, sie zu einem Magiermeister in die Lehre zu schicken. Die beiden Alben hatten schon vorher bemerkt, dass das Kind Freude am Rauschen des Windes in den Baumwipfeln hatte und gerne mit den Blättern spielte, welche durch die Luft getragen wurden. So war es für sie naheliegend, dass ihre Tochter ein Gespür für die Elementarmagie entwickeln könnte.

Tatsächlich war Arafis eine fleissige Schülerin. Doch ihr Fleiss blieb erfolglos. Obwohl sie sich grösste Mühe gab, die Anordnungen ihres Meisters auszuführen, gelang es ihr nicht, Magie zu wirken.
Ihr Lehrmeister Lauron tröstete die kleine Waldalbe damit, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen sei und sie einfach weiter üben solle.
In der Zeit ihrer Ausbildung war Arafis oft mit Meister Lauron in den Wäldern unterwegs. Er zeigte ihr die Wunder der Natur und zusammen bewunderten sie den Wachstum der Bäume, die bunten Blüten der Pflanzen, die plätschernde Musik des Wassers, das Rauschen des Windes und die Intelligenz der Tiere.
Arafis prägte sich alles gut ein und fühlte sich in der Natur wohl. Manchmal genoss sie es mehr, als im Dorf unter den anderen Waldalben zu verweilen, obwohl die Familie doch sehr wichtig war.


Wolfsblut

Als nach einigen Jahren immer noch kein Ansatz von Magie in dem Kinde keimte, wollte Meister Lauron eine neue Herangehensweise versuchen. Er trug dem Mädchen auf, einige Tage im Wald zu verbringen, um so womöglich einen Zugang zu erlangen.
So zog die Waldalbe in die Wälder. Der erste Tag verlief ohne Komplikationen und die junge Frau fühlte sich wohl unter dem Blätterdach. Sie beobachtete die Tiere des Waldes und erhoffte sich ein Zeichen der Götter. So verging die Zeit, ohne dass etwas geschah. Gegen Abend suchte sie sich einen Schlafplatz unter einem alten, moosbewachsenen Baum und legte sich hin. Mitten in der Nacht wurde sie durch ein lautes Heulen geweckt. Es klang sehnsüchtig und doch herausfordernd. Arafis erinnerte sich an die Worte des älteren Meisters: „Es sind die Wölfe, die nachts den Mond anheulen. Sie rufen nach den Göttern und singen auf diese Weise ihre Lieder für sie.“ Ohne Angst lauschte die junge Frau den Gesängen der Wölfe, bis sie verstummten und sie in einen unruhigen Schlaf dämmerte.
Es war bereits heller Tag, als sie schliesslich aufbrach und durch die Bäume wanderte, bis sie einen Bachlauf erreichte. Ihr gefiel es so alleine im Wald zu sein und sie fühlte sich wohl in ihrer Umgebung. Sie hatte gerade einige Schlucke von dem kühlen Wasser getrunken, als hinter ihr plötzlich ein Rascheln zu hören war. Erschrocken wirbelte sie herum – und stand einem riesigen weissen Wolf gegenüber. Das Tier bleckte die Zähne und ein Knurren erklang. Sein Fell sträubte sich und liess ihn noch grösser erscheinen. Bedrohlich näherte sich das wilde Tier langsam, den Blick fest auf die Albe gerichtet. Da ihr Meister es ihr verboten hatte, eine Waffe mitzunehmen, war die junge Frau auf sich alleine gestellt. Vorsichtig ging sie zwei Schritte zurück, bis sie mit den Füssen ins kalte Wasser tappte. Inzwischen zitterte sie am ganzen Leib, denn sie erkannte, dass Weglaufen zwecklos war und der Wolf sie mühelos in Stücke reissen konnte.

Im selben Moment bemerkte sie, wie das Tier seine Muskeln anspannte, sich kurz duckte und dann mit einem gewaltigen Sprung auf sie zugeschossen kam. Ein Schrei kam über ihre Lippen, als die beiden Körper zusammenprallten und sie nach hinten in den Bach geschleudert wurde. Sie keuchte und sah nur noch das weisse Fell ihres Angreifers vor Augen. Im selben Moment spürte sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrem linken Unterarm. Der Wolf hatte zugebissen und seine scharfen Zähne in ihr Fleisch gerammt.
Da spürte sie ein seltsames Kribbeln durch ihren Körper gehen, erst zaghaft dann deutlicher. Ein Brennen und Pochen, das sich ausbreitete und sie von innen heraus aufsprengen wollte. Dann überkam sie ein heftiger Schmerz und sie schrie auf. Doch aus ihrem Mund erklang ein unmenschliches Aufheulen.
Der Wolf vor ihr hatte sie losgelassen und vor Überraschung starrte er sie perplex an, dann sprang er auf die Beine, schüttelte kurz sein mächtiges Haupt und knurrte die Waldalbe drohend an. Arafis machte sich bereits auf eine weitere Attacke gefasst, doch stattdessen warf ihr der Wolf einen letzten Blick zu und verschwand einfach spurlos zwischen den Bäumen.
Und da erst realisierte die Waldalbin, was mit ihr geschehen war. Sie hatte sich selbst in eine Wölfin verwandelt und so ihren Angreifer in die Flucht geschlagen.
Arafis war froh darüber, denn nun, so dachte sie, könnte sie endlich allen beweisen, dass sie doch die Begabung zur Magier in sich hatte.
Die Wölfin leckte sich ihre Wunde sauber. Dann machte sie sich langsam auf den Rückweg ins Dorf. Die Götter hatten ihr offensichtlich gezeigt, welche Tiergestalt sie annehmen würde. Sie hatten sie sogar mit dem Mal des Wolfes gekennzeichnet, denn der Abdruck der scharfen Zähne würde für immer an ihrem Unterarm zu erkennen sein.


Wolfsgestalt

Nun begann für die junge Waldalbe eine schwierige Zeit.
Denn ihr Meister und ihre Familie freuten sich nicht über ihre Wolfsgestalt, sondern sie wurde damit zur Aussenseiterin. Waldalben leben im Einklang mit der Natur und hauptsächlich nehmen sie keine tierische Nahrung zu sich. Arafis verspürte jedoch oft einen tierischen Hunger in sich, und konnte dem Fleisch nicht widerstehen.
Ihr Meister schenkte ihr kaum mehr eine freie Minute. Nachdem sie aus dem Wald zurückgekehrt war und ihr Erlebnis berichtet hatte, begann die Ausbildung. Obwohl das Gestaltwandlergen die Elementarmagie verhinderte, wollte er diese Begabung doch fördern und sah es als seine Pflicht, das Kind darauf vorzubereiten.
Anfangs passierte nichts, doch nach den ersten Monaten bemerkte die junge Waldalbe, dass ihre Sinne je länger je mehr geschärft wurden. Sie lauschte aufmerksamer auf Geräusche, achtete auf Gerüche, die der Wind mit sich trug und konzentrierte sich aufs Spurenlesen.

Als sich die Waldalbe zum ersten Mal wieder verwandelte, war sie alleine. Sie befand sich an dem Bachlauf, wo sie dem weissen Wolf begegnet war. Ihr Meister hatte ihr aufgetragen, auch alleine zu üben, und das wollte sie machen. Sie hatte sich ausgezogen und kniete im feuchten, weichen Gras neben dem Wasser. Sie hatte die Augen geschlossen und atmete ruhig und konzentriert die frische Waldluft ein. Und plötzlich kam die Erinnerung des weissen Wolfes in ihr hoch. Sie sah ihn vor sich, als wäre es erst gestern gewesen. Sie sah sein schönes Fell, die starken Beine, die samtene Schnauze mit den gefährlichen Reisszähnen und die Intelligenz in seinen schönen Augen. Im selben Moment verspürte sie ein Ziehen in ihrer Brust, das sich langsam in ihrem ganzen Körper auszubreiten schien. Es war nicht schmerzhaft, doch gut spürbar. Ihr Meister hatte ihr geraten, die Augen während der Verwandlung nicht zu öffnen, da es die Konzentration stören würde. So verweilte die Waldalbe regungslos und bemerkte, wie sich ihr Körper langsam veränderte. Auch als sie spürte, dass die Verwandlung abgeschlossen war, getraute sie sich nicht, die Augen zu öffnen, aus Angst, sich alles eingebildet zu haben oder einen Fehler gemacht zu haben. Die Verwandlung war weniger hastig und weniger schmerzlich abgelaufen und das Kribbeln war angenehm gewesen.
Schliesslich öffnete sie die Augen doch, und Überraschung zeichnete sich in ihrem Blick ab. Die Welt hatte sich verändert. Sie sah sie jetzt durch die Augen eines Raubtiers, durch die Augen eines Wolfs. Ihre Sinne waren geschärft, sie hörte das Zwitschern eines Vogels, als würde er direkt neben ihr sitzen. Das Plätschern des Baches war zu einem Tosen geworden und die Farben hatten sich intensiviert, hatten jedoch einen etwas grünlichen Stich bekommen. Arafis stand auf. Was für ein seltsames Gefühl, auf vier Beinen zu gehen. Und trotzdem war es ihr, als hätte sie nie etwas anderes getan. Vorsichtig ging sie die paar Schritte zum Wasser und blickte neugierig hinein, um ihr Spiegelbild zu sehen.
Eine braun-weiss-graue Wölfin erwiderte ihren Blick offen. Arafis schüttelte den Kopf und ihr Ebenbild tat es ihr gleich. Nichts unterschied sie von ihren tierischen Artgenossen und nur ihre sandfarbenen Augen kennzeichneten sie und liessen ihre Intelligenz erahnen. Als sie sich abwenden wollte, erkannte sie eine Färbung auf dem Schulterblatt im Fell. Sie schaute etwas genauer hin und erkannte die Blüte, welche ihre Mutter ihr auf die Haut tätowiert hatte. Sie warf schnell einen Blick nach unten. Auch die Narbe des Wolfbisses war noch zu erkennen, jedoch fast ganz unter dem schönen Fell versteckt.
Plötzlich hörte sie ein Rascheln in den Büschen. Sie spitzte die Ohren und schnüffelte mit ihrer sensiblen Nase in der Luft. Es roch nach Futter. So legte sich die Wölfin auf die Lauer, um ihre erste Beute zu erlegen. Der Hase hatte keine Chance.
Nach der Jagd war Arafis ermüdet. Sie legte sich schlafen und als sie wieder erwachte, hatte sie ihre natürliche Gestalt wieder angenommen. Erst mit der Zeit würde sie lernen, auch im Schlaf in der tierischen Gestalt zu verweilen.


Der Beginn einer langen Reise

So lernte die junge Waldalbe viel von ihrem Meister und ihren Eltern, während sie langsam zu einer erwachsenen Frau heranwuchs.
Doch eines Tages sollte sich alles verändern. Arafis kam gerade aus dem Wald zur Lichtung des Dorfes, als sie laute Stimmen und Schreie hörte. Sie spitzte die Ohren und lauschte auf die Geräusche. Angst lag in der Luft, sie konnte es spüren. Sie begann loszurennen. Schon von weitem konnte sie Rauch aufsteigen sehen und Flammen züngelten aus den Behausungen der Waldalben hervor. "Mutter! Vater!“, rief die junge Frau. Plötzlich hörte sie ein Zischen und direkt neben ihr schlug ein Pfeil in den Boden. Instinktiv duckte sich die Waldalbin und blickte sich nach ihrem Angreifer um. Dann entdeckt sie sie, einige Meter entfernt stürmten zwei Goblins ihre Waffen schwingend auf sie zu. Ihre Augen blitzen böse. Ohne zu überlegen liess sie ihre Tierwerdung über sich ergehen. Arafis nutzte den Moment der Verblüffung, sprang an ihnen vorbei und auf das Dorf zu. Panik ergriff sie und die Sorge um ihre Eltern liess jeden Gedanken an Vorsicht verschwinden. „Arafis, Kind! Was tust du hier? Los, renn weg!“, die bekannte Stimme liess sie aufblicken. Es war Meister Lauron, der ihr entgegen kam. Arafis hatte die Augen weit aufgerissen und der Schrecken spiegelte sich darin. „Deine Familie ist in Sicherheit, das Dorf wurde frühzeitig gewarnt. Los kleine Albe, renn weg!“ Ohne weiter darüber nachzudenken, lenkte die Waldalbe ihre Schritte in die Richtung des Waldes. Sie warf einen letzten Blick zurück und sah gerade noch, wie sich ihr Meister mit seiner Magie einem Goblin entgegenstellte. Dann verschwand Arafis zwischen den Blättern der Bäume und Sträucher.


Wolfsrudel

Lange Zeit streunte sie alleine durch die Wälder. Zeit und Raum verschwammen um sie herum und sie lebte nur noch im Moment. Sie konzentrierte sich darauf zu überleben.
Anfangs wollte sie wieder ins Dorf zurückkehren und ihre Familie aufsuchen. Doch etwas hielt sie zurück. Sie fühlte sich als Versagerin. Sie hätte bei ihren Eltern sein müssen, das Volk verteidigen sollen. Stattdessen war sie feige davongerannt. Sie war es nicht wert, zurückzukehren.
Um zu jagen, fertigte sie Pfeil und Bogen an, um wenigstens ein Kaninchen oder anderes Kleingetier fangen zu können. So lebte sie lange alleine. Oft wandelte sie in ihrer Wolfsgestalt durch den Wald, denn so konnte sie etwas Ablenkung von ihren düsteren Gedanken finden und sie fühlte sich so auch sicherer in der Wildnis.
Nach einigen Wochen, sie war fast quer durch den Wald gewandert, hörte sie eines Nachts ein bekanntes Heulen. Es waren die singenden Stimmen der Wölfe. Ohne weiter darüber nachzudenken, stimmte sie in die Gesänge mit ein.
Am nächsten Tag, als sie in der Dämmerung gerade aufbrechen wollte, bemerkte sie ein Rascheln hinter sich und war sich der Gegenwart eines weiteren Lebewesens bewusst. Vorsichtig drehte sie sich um und stand einer silbrig-grauen Wölfin gegenüber. Das Tier betrachtete sie mehr neugierig als drohend. Schliesslich drehte es sich um, und ging in gemächlichem Schritt davon. Aus einem Instinkt heraus, beschloss Arafis, dem Tier zu folgen. Und tatsächlich hatten sie bald das Wolfsrudel erreicht. Von nun an folgte die Waldalbe mal in ihrer natürlichen Gestalt, mal als Wölfin dem Rudel. So vergingen einige Wochen, bis die Wölfe sie irgendwann als ihresgleichen akzeptierten und sie wie selbstverständlich dazugehörte.
Von nun an begann ein neues Leben für die Waldalbe. Sie hatte eine neue Familie gefunden. Sie lernte das Jagen und Töten im Wolfsrudel, Beute aufzuspüren, Wasserläufe zu finden, das Verhalten der Wölfe zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren.
Nach einigen Monaten in der Wildnis bemerkte sie, wie auch ihr Körper sich zu verändern begann. Sie wurde kräftiger und ausdauernder. Ihre Sinne waren geschärft und das kleinste bedrohliche Zeichen konnte sie in Alarmbereitschaft versetzen. Arafis fühlte sich wohl unter den Wölfen und in der freien Wildnis.


Leben in der Wildnis

Nach einigen Jahren, die Waldalbe hatte das Zeitgefühl verloren, wurde sie zunehmend unruhiger. Öfters war sie in ihrer natürlichen Gestalt unterwegs und begann, sich an ihre Familie, Meister Lauron und an ihre magischen Fähigkeiten zu erinnern.
Fernweh begann sie zu plagen und sie wünschte sich, den die Wälder zu verlassen. Gerne wäre sie auch zu ihrer Familie zurückgekehrt, doch das traute sie sich noch nicht zu.
Schliesslich entschied sie, in die Welt hinaus zu ziehen. Sie wollte wissen, was es ausserhalb ihrer Heimat zu sehen gab.
Begleitet wurde sie von einem jungen Wolf. Sie nannte den treuen Gefährten Fricai („Freund“). Sie kannte ihn, seit er ein Welpe war. Sie hatten zusammen gespielt und waren zusammen auf die Jagd gegangen. Zwischen ihnen bildete sich mit der Zeit eine innige Freundschaft.
Anfangs hielt sich die Waldalbe von Dörfern und Menschen oder Alben fern. Sie wusste nicht, wie sie sich ihnen gegenüber zu verhalten hatte. Erst nach einigen Wochen beschloss sie, ein Dorf aufzusuchen. Doch es war nachts, als sie sich hineinwagte, um von einer Wäscheleine ein paar Kleidungsstücke zu klauen.
Erst später begann sie die Tiere, welche sie jagte zu häuten und deren Felle gegen Kleidung und Essen einzutauschen.
So begann die Reise der kleinen Gestaltwandlerin zusammen mit ihrem Begleiter Fricai Richtung Norden. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, das Königreich der Goblins so schnell als möglich hinter sich zu lassen.


Nach Asamura

Auf ihrer Reise begegnete Arafis den beiden Tieflingen Selan und Urako. Anfangs war ihre Beziehung zu den Tieflingen erfüllt von Misstrauen und bald sollten sich ihre Wege wieder trennen.
Doch es kam nicht so. In ihrer Wolfsgestalt schloss sich die Albin den beiden Männern an. Obwohl sie sich anfangs dagegen wehrte, empfand sie bald mehr als Abneigung gegenüber den Gefährten. Es entstand eine spezielle Art der Freundschaft, in welcher die beiden Tieflinge sie jedoch bloss als Hündin wahrnahmen. Ihre natürliche Gestalt hatte sie verborgen gehalten.
So kam es, dass das Trio sich in die Welt hinausbegab und schliesslich den alten Kontinent verliess, um auf Asamura sein Glück zu finden.
Es waren bereits einige Jahre vergangen. Arafis hatte sich verändert. Sie war offener geworden und genoss es, in Gesellschaft von anderen Humanoiden zu leben.
Doch auch ihr Körper hatte sich verändert. Dadurch, dass sie so viel Zeit in Tiergestalt verbracht hatte, war ihr ein feiner Fellstreifen auf dem Rücken gewachsen und auch auf ihrem Nasenrücken und der Stirn zeigt sich ein weicher Ansatz. Ihre Zähne erinnern mehr an ein Wolfsgebiss und ihre Nägel sind zu Klauen geworden. Ihre Fussballen sind rau, wie die Ballen einer Hundepfote.
Avatar Foto: Arafis

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