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Arafis Avari [Waldalbe]

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Arafis
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Arafis Avari [Waldalbe]

#1

Beitrag von Arafis » Mo 23. MĂ€r 2015, 17:38

Arafis Avari

Kurzinfo

Name: Arafis Avari
Alter: 32 Albenjahre
Volk: Waldalbe, Gestaltwandlerin
Heimat: Aufgewachsen in der alten Welt. Nun mit ihren GefĂ€hrten nach Asamura ĂŒbergesiedelt, wo sie keinen festen Wohnsitz hat.

Familie
- Linae Avari heisst die Mutter von Arafis. Sie 234 Jahre alt und liebt ihre Tochter von ganzem Herzen. Sie ist stark mit der Natur verbunden und kennt sich mit den verschiedenen Pflanzen des Waldes aus. Ausserdem ist sie sehr kreativ und bemalt gerne WĂ€nde, GegenstĂ€nde und Körper mit bunten Farben, welche sie aus Beeren, BlĂ€ttern oder anderen FrĂŒchten gewinnt.
- Zenobus Avari ist der Vater von der jungen Waldalbe. Er ist 269 Jahre alt. Er wird geprÀgt von seinem Stolz auf seine Familie und sein Volk. Beruflich stellt er alle möglichen Werkzeuge her und versuchte diese Fertigkeit auch seiner Tochter nÀher zu bringen.
- Zudem gehören die Grosseltern Klea und Lino (Eltern von Linae) zur Familie und auch viele Tanten, Onkel und deren Kinder bilden einen wichtigen Teil der Verwandtschaft.


Beruf und Glaube

Arafis stammt aus einer Handwerksfamilie. Ihr Vater hat sie gelehrt, Werkzeuge herzustellen und diese zu nutzen, um Dinge zu reparieren und anzufertigen. Jedoch trĂ€gt sie auch die kreative Ader ihrer Mutter in sich und liebt es, selbstgefertigte GegenstĂ€nde danach mit Farben oder Schnitzereien zu schmĂŒcken.
Die Waren verkaufte sie an Durchreisende, manchmal jedoch auch an die Einheimischen.

Ardemia, die Mutter des Lebens, ist auch fĂŒr Arafis die wichtigste Gottheit geworden. Aufgewachsen ist sie mit den alten Göttern, doch auf Asamura fand sie schnell einen neuen Zugang und bittet fortan Ardemia an, ihr Gesundheit und GlĂŒck zu schenken.


Erscheinungsbild und AusrĂŒstung

Nachdenklich betrachtet sich Arafis im Wasser des Teichs, das sanft gegen ihre nackten FĂŒsse schwappt. Eindeutig ist sie eine Waldalbe. Ihre blasse, leicht moosgrĂŒne Haut, welche mild nach Wald riecht, verleiht ihr einen sanften Teint. Was jedoch als erstes auffĂ€llt, sind ihre Haare. Im Gegensatz zu den meisten Vertretern ihrer Art, trĂ€gt sie die Haare kurz. Sie sind leicht zerzaust, was ihr einen frechen Ausdruck verleiht. Und sie sind in einem dunklen Braunton gehalten. Mit ihren schmalen Fingern fĂ€hrt sie sich durch ihr wildes Haar und fischt prompt ein Blatt daraus hervor. „Nanu, wie hast du dich denn hierher verirrt?“ Ein LĂ€cheln umspielt ihre Lippen. Sofort strahlt ihr Gesicht eine warme Freundlichkeit aus und ihre Augen blitzen ĂŒbermĂŒtig. Arafis mag ihre Augen, auch wenn sie nicht ganz albentypisch sind. Im Vergleich zu anderen Alben, ist ihre Farbe nĂ€mlich ziemlich unspektakulĂ€r. Sie sind weder blattgrĂŒn, goldgelb noch strahlend orange wie das Laub im Herbst, stattdessen sind sie in einem sandfarbenen Ton gehalten, der jedoch je nach LichtverhĂ€ltnissen von einem leichten Blau durchzogen wird. „Wie ein Flusslauf in der WĂŒste“, denkt sich Arafis, wĂ€hrend sie ihre Betrachtungen fortsetzt.
Ihr Gesicht besteht aus weichen, zarten Konturen und kommt dank der kurzen Haare gut zur Geltung. Auch sonst ist die Albe eher zierlich gebaut, was jedoch nicht bedeutet, dass sie keine Kraft besitzt. Mit ihren 1,79 m wirkt sie nicht sehr gross in ihrem Volk und wird auch gerne einmal ĂŒbersehen, was ihr jedoch zugutekommt, da sie sowieso nicht gerne im Mittelpunkt steht.
Überall am Körper besitzt die Albe kleinere Narben, welche sie im Laufe der Zeit in ihrem Leben in der Wildnis erhalten hat. Nur an ihrem linken Unterarm befindet sich der Abdruck einiger scharfer ZĂ€hne, welche das Gebiss eines Wolfes hinterlassen hat.
Zudem besitzt die Waldalbe eine TĂ€towierung auf ihrem rechten Schulterblatt. Es ist eine blaue BlĂŒte, genannt Harrenal-Blume. Sie wurde von der Göttin erschaffen, um die Tiere anzulocken und das Schöne in die Welt zu bringen. Die Zeichnung wurde von Linae Avari angefertigt, der Mutter von Arafis.
Arafis trĂ€gt gerne leichte Stoffkleidung, meist in verschiedenen GrĂŒn- und Brauntönen. Über ihren RĂŒcken fĂ€llt ein moosgrĂŒner Umhang mit einer weiten Kapuze, der sowohl wĂ€rmt als auch als Tarnung dient. An den FĂŒssen hat sie gerne weiche Lederstiefel, lĂ€uft aber noch viel lieber barfuss, vor Allem, wenn sie sich in der freien Natur und nicht in StĂ€dten aufhĂ€lt.
Obwohl die meisten Alben viel Wert auf edle Stoffe legen und auch Arafis den detailreichen Gewandungen nicht abgeneigt ist, hat sie sich daran gewöhnt, unauffÀlligere Kleidung zu tragen, was mehr ihrer Gestaltwandlernatur entspricht.

Normalerweise trĂ€gt Arafis einen Proviantbeutel mit einigen wichtigen Werkzeugen, MĂŒnzen und einer Wasserflasche mit sich, doch als sie von der alten Welt aufbrach, sind diese Dinge verloren gegangen.


Aussehen Wolfsgestalt

Das Ritual, welches Arafis in eine Wölfin verwandelt, ist fĂŒr sie zu einem der wichtigsten Lebensinhalte geworden und sie hat das Raubtier in ihrem Herzen entdeckt.
Wenn sie sich in ihre tierische Gestalt verwandelt, ist sie kaum von den wirklichen Wölfen zu unterscheiden. Da sie auch in ihrer natĂŒrlichen Albengestalt nicht sehr krĂ€ftig gebaut ist, wirkt sie auch in der tierischen Form nicht ungewöhnlich gross. Sie hat jedoch krĂ€ftige Beine, welche sie ausdauernd ĂŒber weite Strecken zu tragen vermögen.
Arafis besitzt ein weiss-grau-braunes, leicht struppiges Fell. Nur ihre Schnauze ist samtig und weich und verbirgt die tödlichen, scharfen ReisszĂ€hne. Die Waldalbe besitzt auch in ihrer Wolfsgestalt etwas spitze Ohren, welche jedes GerĂ€usch in ihrer Umgebung hören. Die Augen der Wölfin sind dieselben wie in ihrer natĂŒrlichen Gestalt. Sandfarben, in welche manchmal verschiedene Blautöne hineinspielen. In ihnen erkennt man die Intelligenz, welche sie von gewöhnlichen Tieren unterscheidet. Der buschige Schwanz rundet das Bild der wilden Wölfin ab.


Begleiter Fricai

In der Zeit, welche sie im Wolfsrudel lebte, wuchs sie zusammen mit den Welpen zu einer erwachsenen Frau heran. Einer der jungen Wölfe hat sie besonders in ihr Herz geschlossen und er begleitet sie, wohin sie auch geht.
Sie nannte ihren Begleiter Fricai, was „Freund“ bedeutet. Das Tier weicht ihr seid daher nicht mehr von der Seite und ist zu einem treuen GefĂ€hrten geworden.
Der zwei jÀhrige Wolf hat ein dunkelgraues bis schwarzes Fell mit weissen Pfoten. Seine Augen sind eisblau. Er hat einen aufgeweckten, freundlichen Charakter und ist wegen seines jungen Alters noch ziemlich verspielt. Trotzdem reicht schon eine kleine Geste von Arafis aus, um seine scharfen ZÀhne und ein bedrohliches Knurren von sich zu geben, anzugreifen oder aber auch brav an einer Stelle zu verharren.
Auf dem Weg nach Asamura ist Fricai zurĂŒckgeblieben, was Arafis sehr schmerzt. Er war ihr bester Freund.


Magie und Fertigkeiten

Arafis hat das Gestaltwandlergen in sich.
Aus diesem Grund hat sie keine Begabung zur Magie, wie die anderen Waldalben.

Ihr Lehrmeister Lauron und die Eltern von Arafis haben ihre Tochter in einigen Dingen unterrichtet. So kennt die Waldalbe die wichtigsten Pflanzen der WĂ€lder. Weiss, welche giftig, essbar, oder sogar heilende Wirkung besitzen.
Von ihrem Vater erlernte sie das Herstellen von Werkzeugen und sie erlernte, selbst einen Kurzbogen und Pfeile anzufertigen, um sich auf ihren Reisen zu verteidigen.
Aufgrund ihrer Gestaltwandlernatur findet sich gut in der Wildnis zurecht und versteht es auch, sich zu tarnen und unentdeckt zu bleiben.
Im Dunkeln sind ihre Sinne geschÀrft, vor Allem, wenn sie als Wolf durch die WÀlder streift.
Die Sprache Asamuras beherrscht sie kaum und vermag auch die Worte nicht zu lesen.


Charaktereigenschaften

Arafis weiss, dass sie einen etwas unausgeglichenen Charakter besitzt. Da sie lange Zeit in einem Wolfsrudel lebte, wird sie oft von ihren Instinkten geleitet. Doch trotz dem Raubtier, in welches sie sich gerne verwandelt, ist Arafis ein sehr einfĂŒhlsames Wesen und hat ein gutes Herz.
Wenn die Waldalbe jedoch in eine Situation gerĂ€t, wo heftige Emotionen wie Wut oder Angst eine Rolle spielen, ĂŒbernimmt der Wolf in ihr die Kontrolle zum Überleben und sie kann unberechenbar werden.
Die Waldalbe hĂ€lt sich nicht gerne in grossen Ansammlungen anderer Lebewesen auf (ausgenommen dem Wolfsrudel). Sie verhĂ€lt sich dann möglichst zurĂŒckhaltend und versucht so schnell wie möglich unterzutauchen, um bloss nicht im Mittelpunkt zu stehen.
Auch sonst ist sie eher eine ruhige Person, die nicht allzu viele Worte verliert. Wenn sie bedroht wird, kann es auch mal passieren, dass sie ihren Feind bedrohlich anknurrt.
Die Waldalbe empfindet grosse Freude, wenn sie in der freien Natur ist. Ausserdem liebt sie das Wasser und lĂ€sst keine Gelegenheit ungenutzt, im kĂŒhlen Nass zu schwimmen und zu planschen.
Da die Albe viel Zeit unter Tieren verbracht hat, sind ihr einige Höflichkeits- und Umgangsformen abhandengekommen. So verschlingt sie ihr Essen zum Beispiel nahezu und entlockt manchem Mitreisenden einen abfÀlligen Blick.
DafĂŒr kann die Waldalbe ausgesprochen gut mit Tieren umgehen und vor Allem Wölfe scheinen ihre Verbundenheit zur Natur zu erspĂŒren, fĂŒhlen sich zu ihr hingezogen und akzeptieren sie als ihresgleichen.
Wenn Arafis auf die Jagd geht, nutzt sie meistens ihre Wolfsgestalt, um Beute zu reissen, oft in Begleitung von Fricai (ihr Wolfsbegleiter, siehe Lebenslauf). Sie kann jedoch auch mit Dolch und Pfeil und Bogen umgehen.
Gibt man ihr jedoch ein Schwert oder eine andere schwere Waffe in die Hand, ist sie damit total aufgeschmissen. Ihre StÀrke liegt in der Wendigkeit und Zielsicherheit, nicht in der Kraft.
Durch die Zeit im Wolfsrudel lernte Arafis Spuren zu lesen, Auflauern und Jagen. Bald konnte sie mit den Wölfen kommunizieren und erlernte ihr Verhalten. Durch das Leben im Wald war sie viel unterwegs und hat einiges an Ausdauer angesammelt.
DafĂŒr sind die Umgangsformen der Alben und Menschen zu kurz gekommen. Mit Geld kann sie nicht gut umgehen, denn sie weiss nicht wirklich, was sie damit anfangen soll. Sie handelt lieber mit natĂŒrlichen Rohstoffen.
Arafis hat wie viele wilde Tiere grossen Respekt vor Feuer. Es kostet sie viel Überwindung, nur schon an einem Lagerfeuer gelassen sitzen zu bleiben. Sie rutscht dann oft unruhig hin und her und wirkt angespannt.
Auch der Aufenthalt in geschlossenen RÀumen fÀllt ihr schwer und sie schlÀft lieber unter freiem Himmel oder in einer Höhle.


StÀrken und SchwÀchen
  • - Angst vor Feuer
    - Mag keine geschlossenen RĂ€ume
    - Umgangsformen der Menschen und Alben sind ihr fremd geworden, tappt deshalb oft ins FettnÀpfchen
    - Unberechenbar, wenn sie von ihrem inneren Wolf gelenkt wird
    - Steht nicht gerne im Mittelpunkt
    + Besitzt Ausdauer, Wendigkeit, Zielsicherheit (mit Pfeil und Bogen, Dolch, Wurfgeschosse wie z.B. Steine)
    + Kann sich gut tarnen und lautlos anschleichen
    + Tiere fĂŒhlen sich zu ihr hingezogen, vor Allem Wölfe

Lebenslauf

Kindheit – Jugend

Arafis wurde als einziges Kind von Linae und Zenobus Avari in einem kleinen Dorf geboren. Dort wuchs sie behĂŒtet und geliebt zu einer hĂŒbschen jungen Frau heran.
Ihre Eltern sind einfache Waldbewohner, welche von der Kunst und dem Handwerk leben. Linae Avari fertigt fantasievolle und ausdrucksstarke Malereien an und verziert damit WÀnde, GegenstÀnde und auch Körper. Zenobus Avari repariert Dinge im Dorf, um die Familie zu ernÀhren oder sein Können gegen andere Waren einzutauschen.

Ihre Eltern bemerkten schnell, wie gern ihre Tochter in der freien Natur verweilte. Sie kamen zu dem Entschluss, ihr Kind zu einem Lehrmeister zu schicken. Er wollte sie in den wichtigen Dingen unterrichten. So erlernte die Waldalbe die Sprachen ihrer Heimat und der alten Welt.
Das Kind entwickelte ein neugieriges Wesen und bald kristallisierte sich heraus, dass sie ein gutes GespĂŒr fĂŒr Pflanzen und vor Allem Tiere besass. Oft durchstreifte sie mit ihrer Mutter den Wald auf der Suche nach Beeren und FrĂŒchten. So lernte sie schnell, welche Pflanzen essbar sind und von welchen man lieber die Finger lassen sollte.

Als Arafis elf Jahre alt wurde, entschieden ihre Eltern, sie zu einem Magiermeister in die Lehre zu schicken. Die beiden Alben hatten schon vorher bemerkt, dass das Kind Freude am Rauschen des Windes in den Baumwipfeln hatte und gerne mit den BlĂ€ttern spielte, welche durch die Luft getragen wurden. So war es fĂŒr sie naheliegend, dass ihre Tochter ein GespĂŒr fĂŒr die Elementarmagie entwickeln könnte.

TatsĂ€chlich war Arafis eine fleissige SchĂŒlerin. Doch ihr Fleiss blieb erfolglos. Obwohl sie sich grösste MĂŒhe gab, die Anordnungen ihres Meisters auszufĂŒhren, gelang es ihr nicht, Magie zu wirken.
Ihr Lehrmeister Lauron tröstete die kleine Waldalbe damit, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen sei und sie einfach weiter ĂŒben solle.
In der Zeit ihrer Ausbildung war Arafis oft mit Meister Lauron in den WĂ€ldern unterwegs. Er zeigte ihr die Wunder der Natur und zusammen bewunderten sie den Wachstum der BĂ€ume, die bunten BlĂŒten der Pflanzen, die plĂ€tschernde Musik des Wassers, das Rauschen des Windes und die Intelligenz der Tiere.
Arafis prĂ€gte sich alles gut ein und fĂŒhlte sich in der Natur wohl. Manchmal genoss sie es mehr, als im Dorf unter den anderen Waldalben zu verweilen, obwohl die Familie doch sehr wichtig war.


Wolfsblut

Als nach einigen Jahren immer noch kein Ansatz von Magie in dem Kinde keimte, wollte Meister Lauron eine neue Herangehensweise versuchen. Er trug dem MÀdchen auf, einige Tage im Wald zu verbringen, um so womöglich einen Zugang zu erlangen.
So zog die Waldalbe in die WĂ€lder. Der erste Tag verlief ohne Komplikationen und die junge Frau fĂŒhlte sich wohl unter dem BlĂ€tterdach. Sie beobachtete die Tiere des Waldes und erhoffte sich ein Zeichen der Götter. So verging die Zeit, ohne dass etwas geschah. Gegen Abend suchte sie sich einen Schlafplatz unter einem alten, moosbewachsenen Baum und legte sich hin. Mitten in der Nacht wurde sie durch ein lautes Heulen geweckt. Es klang sehnsĂŒchtig und doch herausfordernd. Arafis erinnerte sich an die Worte des Ă€lteren Meisters: „Es sind die Wölfe, die nachts den Mond anheulen. Sie rufen nach den Göttern und singen auf diese Weise ihre Lieder fĂŒr sie.“ Ohne Angst lauschte die junge Frau den GesĂ€ngen der Wölfe, bis sie verstummten und sie in einen unruhigen Schlaf dĂ€mmerte.
Es war bereits heller Tag, als sie schliesslich aufbrach und durch die BĂ€ume wanderte, bis sie einen Bachlauf erreichte. Ihr gefiel es so alleine im Wald zu sein und sie fĂŒhlte sich wohl in ihrer Umgebung. Sie hatte gerade einige Schlucke von dem kĂŒhlen Wasser getrunken, als hinter ihr plötzlich ein Rascheln zu hören war. Erschrocken wirbelte sie herum – und stand einem riesigen weissen Wolf gegenĂŒber. Das Tier bleckte die ZĂ€hne und ein Knurren erklang. Sein Fell strĂ€ubte sich und liess ihn noch grösser erscheinen. Bedrohlich nĂ€herte sich das wilde Tier langsam, den Blick fest auf die Albe gerichtet. Da ihr Meister es ihr verboten hatte, eine Waffe mitzunehmen, war die junge Frau auf sich alleine gestellt. Vorsichtig ging sie zwei Schritte zurĂŒck, bis sie mit den FĂŒssen ins kalte Wasser tappte. Inzwischen zitterte sie am ganzen Leib, denn sie erkannte, dass Weglaufen zwecklos war und der Wolf sie mĂŒhelos in StĂŒcke reissen konnte.

Im selben Moment bemerkte sie, wie das Tier seine Muskeln anspannte, sich kurz duckte und dann mit einem gewaltigen Sprung auf sie zugeschossen kam. Ein Schrei kam ĂŒber ihre Lippen, als die beiden Körper zusammenprallten und sie nach hinten in den Bach geschleudert wurde. Sie keuchte und sah nur noch das weisse Fell ihres Angreifers vor Augen. Im selben Moment spĂŒrte sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrem linken Unterarm. Der Wolf hatte zugebissen und seine scharfen ZĂ€hne in ihr Fleisch gerammt.
Da spĂŒrte sie ein seltsames Kribbeln durch ihren Körper gehen, erst zaghaft dann deutlicher. Ein Brennen und Pochen, das sich ausbreitete und sie von innen heraus aufsprengen wollte. Dann ĂŒberkam sie ein heftiger Schmerz und sie schrie auf. Doch aus ihrem Mund erklang ein unmenschliches Aufheulen.
Der Wolf vor ihr hatte sie losgelassen und vor Überraschung starrte er sie perplex an, dann sprang er auf die Beine, schĂŒttelte kurz sein mĂ€chtiges Haupt und knurrte die Waldalbe drohend an. Arafis machte sich bereits auf eine weitere Attacke gefasst, doch stattdessen warf ihr der Wolf einen letzten Blick zu und verschwand einfach spurlos zwischen den BĂ€umen.
Und da erst realisierte die Waldalbin, was mit ihr geschehen war. Sie hatte sich selbst in eine Wölfin verwandelt und so ihren Angreifer in die Flucht geschlagen.
Arafis war froh darĂŒber, denn nun, so dachte sie, könnte sie endlich allen beweisen, dass sie doch die Begabung zur Magier in sich hatte.
Die Wölfin leckte sich ihre Wunde sauber. Dann machte sie sich langsam auf den RĂŒckweg ins Dorf. Die Götter hatten ihr offensichtlich gezeigt, welche Tiergestalt sie annehmen wĂŒrde. Sie hatten sie sogar mit dem Mal des Wolfes gekennzeichnet, denn der Abdruck der scharfen ZĂ€hne wĂŒrde fĂŒr immer an ihrem Unterarm zu erkennen sein.


Wolfsgestalt

Nun begann fĂŒr die junge Waldalbe eine schwierige Zeit.
Denn ihr Meister und ihre Familie freuten sich nicht ĂŒber ihre Wolfsgestalt, sondern sie wurde damit zur Aussenseiterin. Waldalben leben im Einklang mit der Natur und hauptsĂ€chlich nehmen sie keine tierische Nahrung zu sich. Arafis verspĂŒrte jedoch oft einen tierischen Hunger in sich, und konnte dem Fleisch nicht widerstehen.
Ihr Meister schenkte ihr kaum mehr eine freie Minute. Nachdem sie aus dem Wald zurĂŒckgekehrt war und ihr Erlebnis berichtet hatte, begann die Ausbildung. Obwohl das Gestaltwandlergen die Elementarmagie verhinderte, wollte er diese Begabung doch fördern und sah es als seine Pflicht, das Kind darauf vorzubereiten.
Anfangs passierte nichts, doch nach den ersten Monaten bemerkte die junge Waldalbe, dass ihre Sinne je lĂ€nger je mehr geschĂ€rft wurden. Sie lauschte aufmerksamer auf GerĂ€usche, achtete auf GerĂŒche, die der Wind mit sich trug und konzentrierte sich aufs Spurenlesen.

Als sich die Waldalbe zum ersten Mal wieder verwandelte, war sie alleine. Sie befand sich an dem Bachlauf, wo sie dem weissen Wolf begegnet war. Ihr Meister hatte ihr aufgetragen, auch alleine zu ĂŒben, und das wollte sie machen. Sie hatte sich ausgezogen und kniete im feuchten, weichen Gras neben dem Wasser. Sie hatte die Augen geschlossen und atmete ruhig und konzentriert die frische Waldluft ein. Und plötzlich kam die Erinnerung des weissen Wolfes in ihr hoch. Sie sah ihn vor sich, als wĂ€re es erst gestern gewesen. Sie sah sein schönes Fell, die starken Beine, die samtene Schnauze mit den gefĂ€hrlichen ReisszĂ€hnen und die Intelligenz in seinen schönen Augen. Im selben Moment verspĂŒrte sie ein Ziehen in ihrer Brust, das sich langsam in ihrem ganzen Körper auszubreiten schien. Es war nicht schmerzhaft, doch gut spĂŒrbar. Ihr Meister hatte ihr geraten, die Augen wĂ€hrend der Verwandlung nicht zu öffnen, da es die Konzentration stören wĂŒrde. So verweilte die Waldalbe regungslos und bemerkte, wie sich ihr Körper langsam verĂ€nderte. Auch als sie spĂŒrte, dass die Verwandlung abgeschlossen war, getraute sie sich nicht, die Augen zu öffnen, aus Angst, sich alles eingebildet zu haben oder einen Fehler gemacht zu haben. Die Verwandlung war weniger hastig und weniger schmerzlich abgelaufen und das Kribbeln war angenehm gewesen.
Schliesslich öffnete sie die Augen doch, und Überraschung zeichnete sich in ihrem Blick ab. Die Welt hatte sich verĂ€ndert. Sie sah sie jetzt durch die Augen eines Raubtiers, durch die Augen eines Wolfs. Ihre Sinne waren geschĂ€rft, sie hörte das Zwitschern eines Vogels, als wĂŒrde er direkt neben ihr sitzen. Das PlĂ€tschern des Baches war zu einem Tosen geworden und die Farben hatten sich intensiviert, hatten jedoch einen etwas grĂŒnlichen Stich bekommen. Arafis stand auf. Was fĂŒr ein seltsames GefĂŒhl, auf vier Beinen zu gehen. Und trotzdem war es ihr, als hĂ€tte sie nie etwas anderes getan. Vorsichtig ging sie die paar Schritte zum Wasser und blickte neugierig hinein, um ihr Spiegelbild zu sehen.
Eine braun-weiss-graue Wölfin erwiderte ihren Blick offen. Arafis schĂŒttelte den Kopf und ihr Ebenbild tat es ihr gleich. Nichts unterschied sie von ihren tierischen Artgenossen und nur ihre sandfarbenen Augen kennzeichneten sie und liessen ihre Intelligenz erahnen. Als sie sich abwenden wollte, erkannte sie eine FĂ€rbung auf dem Schulterblatt im Fell. Sie schaute etwas genauer hin und erkannte die BlĂŒte, welche ihre Mutter ihr auf die Haut tĂ€towiert hatte. Sie warf schnell einen Blick nach unten. Auch die Narbe des Wolfbisses war noch zu erkennen, jedoch fast ganz unter dem schönen Fell versteckt.
Plötzlich hörte sie ein Rascheln in den BĂŒschen. Sie spitzte die Ohren und schnĂŒffelte mit ihrer sensiblen Nase in der Luft. Es roch nach Futter. So legte sich die Wölfin auf die Lauer, um ihre erste Beute zu erlegen. Der Hase hatte keine Chance.
Nach der Jagd war Arafis ermĂŒdet. Sie legte sich schlafen und als sie wieder erwachte, hatte sie ihre natĂŒrliche Gestalt wieder angenommen. Erst mit der Zeit wĂŒrde sie lernen, auch im Schlaf in der tierischen Gestalt zu verweilen.


Der Beginn einer langen Reise

So lernte die junge Waldalbe viel von ihrem Meister und ihren Eltern, wÀhrend sie langsam zu einer erwachsenen Frau heranwuchs.
Doch eines Tages sollte sich alles verĂ€ndern. Arafis kam gerade aus dem Wald zur Lichtung des Dorfes, als sie laute Stimmen und Schreie hörte. Sie spitzte die Ohren und lauschte auf die GerĂ€usche. Angst lag in der Luft, sie konnte es spĂŒren. Sie begann loszurennen. Schon von weitem konnte sie Rauch aufsteigen sehen und Flammen zĂŒngelten aus den Behausungen der Waldalben hervor. "Mutter! Vater!“, rief die junge Frau. Plötzlich hörte sie ein Zischen und direkt neben ihr schlug ein Pfeil in den Boden. Instinktiv duckte sich die Waldalbin und blickte sich nach ihrem Angreifer um. Dann entdeckt sie sie, einige Meter entfernt stĂŒrmten zwei Goblins ihre Waffen schwingend auf sie zu. Ihre Augen blitzen böse. Ohne zu ĂŒberlegen liess sie ihre Tierwerdung ĂŒber sich ergehen. Arafis nutzte den Moment der VerblĂŒffung, sprang an ihnen vorbei und auf das Dorf zu. Panik ergriff sie und die Sorge um ihre Eltern liess jeden Gedanken an Vorsicht verschwinden. „Arafis, Kind! Was tust du hier? Los, renn weg!“, die bekannte Stimme liess sie aufblicken. Es war Meister Lauron, der ihr entgegen kam. Arafis hatte die Augen weit aufgerissen und der Schrecken spiegelte sich darin. „Deine Familie ist in Sicherheit, das Dorf wurde frĂŒhzeitig gewarnt. Los kleine Albe, renn weg!“ Ohne weiter darĂŒber nachzudenken, lenkte die Waldalbe ihre Schritte in die Richtung des Waldes. Sie warf einen letzten Blick zurĂŒck und sah gerade noch, wie sich ihr Meister mit seiner Magie einem Goblin entgegenstellte. Dann verschwand Arafis zwischen den BlĂ€ttern der BĂ€ume und StrĂ€ucher.


Wolfsrudel

Lange Zeit streunte sie alleine durch die WĂ€lder. Zeit und Raum verschwammen um sie herum und sie lebte nur noch im Moment. Sie konzentrierte sich darauf zu ĂŒberleben.
Anfangs wollte sie wieder ins Dorf zurĂŒckkehren und ihre Familie aufsuchen. Doch etwas hielt sie zurĂŒck. Sie fĂŒhlte sich als Versagerin. Sie hĂ€tte bei ihren Eltern sein mĂŒssen, das Volk verteidigen sollen. Stattdessen war sie feige davongerannt. Sie war es nicht wert, zurĂŒckzukehren.
Um zu jagen, fertigte sie Pfeil und Bogen an, um wenigstens ein Kaninchen oder anderes Kleingetier fangen zu können. So lebte sie lange alleine. Oft wandelte sie in ihrer Wolfsgestalt durch den Wald, denn so konnte sie etwas Ablenkung von ihren dĂŒsteren Gedanken finden und sie fĂŒhlte sich so auch sicherer in der Wildnis.
Nach einigen Wochen, sie war fast quer durch den Wald gewandert, hörte sie eines Nachts ein bekanntes Heulen. Es waren die singenden Stimmen der Wölfe. Ohne weiter darĂŒber nachzudenken, stimmte sie in die GesĂ€nge mit ein.
Am nĂ€chsten Tag, als sie in der DĂ€mmerung gerade aufbrechen wollte, bemerkte sie ein Rascheln hinter sich und war sich der Gegenwart eines weiteren Lebewesens bewusst. Vorsichtig drehte sie sich um und stand einer silbrig-grauen Wölfin gegenĂŒber. Das Tier betrachtete sie mehr neugierig als drohend. Schliesslich drehte es sich um, und ging in gemĂ€chlichem Schritt davon. Aus einem Instinkt heraus, beschloss Arafis, dem Tier zu folgen. Und tatsĂ€chlich hatten sie bald das Wolfsrudel erreicht. Von nun an folgte die Waldalbe mal in ihrer natĂŒrlichen Gestalt, mal als Wölfin dem Rudel. So vergingen einige Wochen, bis die Wölfe sie irgendwann als ihresgleichen akzeptierten und sie wie selbstverstĂ€ndlich dazugehörte.
Von nun an begann ein neues Leben fĂŒr die Waldalbe. Sie hatte eine neue Familie gefunden. Sie lernte das Jagen und Töten im Wolfsrudel, Beute aufzuspĂŒren, WasserlĂ€ufe zu finden, das Verhalten der Wölfe zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren.
Nach einigen Monaten in der Wildnis bemerkte sie, wie auch ihr Körper sich zu verĂ€ndern begann. Sie wurde krĂ€ftiger und ausdauernder. Ihre Sinne waren geschĂ€rft und das kleinste bedrohliche Zeichen konnte sie in Alarmbereitschaft versetzen. Arafis fĂŒhlte sich wohl unter den Wölfen und in der freien Wildnis.


Leben in der Wildnis

Nach einigen Jahren, die Waldalbe hatte das ZeitgefĂŒhl verloren, wurde sie zunehmend unruhiger. Öfters war sie in ihrer natĂŒrlichen Gestalt unterwegs und begann, sich an ihre Familie, Meister Lauron und an ihre magischen FĂ€higkeiten zu erinnern.
Fernweh begann sie zu plagen und sie wĂŒnschte sich, den die WĂ€lder zu verlassen. Gerne wĂ€re sie auch zu ihrer Familie zurĂŒckgekehrt, doch das traute sie sich noch nicht zu.
Schliesslich entschied sie, in die Welt hinaus zu ziehen. Sie wollte wissen, was es ausserhalb ihrer Heimat zu sehen gab.
Begleitet wurde sie von einem jungen Wolf. Sie nannte den treuen GefĂ€hrten Fricai („Freund“). Sie kannte ihn, seit er ein Welpe war. Sie hatten zusammen gespielt und waren zusammen auf die Jagd gegangen. Zwischen ihnen bildete sich mit der Zeit eine innige Freundschaft.
Anfangs hielt sich die Waldalbe von Dörfern und Menschen oder Alben fern. Sie wusste nicht, wie sie sich ihnen gegenĂŒber zu verhalten hatte. Erst nach einigen Wochen beschloss sie, ein Dorf aufzusuchen. Doch es war nachts, als sie sich hineinwagte, um von einer WĂ€scheleine ein paar KleidungsstĂŒcke zu klauen.
Erst spÀter begann sie die Tiere, welche sie jagte zu hÀuten und deren Felle gegen Kleidung und Essen einzutauschen.
So begann die Reise der kleinen Gestaltwandlerin zusammen mit ihrem Begleiter Fricai Richtung Norden. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, das Königreich der Goblins so schnell als möglich hinter sich zu lassen.


Nach Asamura

Auf ihrer Reise begegnete Arafis den beiden Tieflingen Selan und Urako. Anfangs war ihre Beziehung zu den Tieflingen erfĂŒllt von Misstrauen und bald sollten sich ihre Wege wieder trennen.
Doch es kam nicht so. In ihrer Wolfsgestalt schloss sich die Albin den beiden MĂ€nnern an. Obwohl sie sich anfangs dagegen wehrte, empfand sie bald mehr als Abneigung gegenĂŒber den GefĂ€hrten. Es entstand eine spezielle Art der Freundschaft, in welcher die beiden Tieflinge sie jedoch bloss als HĂŒndin wahrnahmen. Ihre natĂŒrliche Gestalt hatte sie verborgen gehalten.
So kam es, dass das Trio sich in die Welt hinausbegab und schliesslich den alten Kontinent verliess, um auf Asamura sein GlĂŒck zu finden.
Es waren bereits einige Jahre vergangen. Arafis hatte sich verÀndert. Sie war offener geworden und genoss es, in Gesellschaft von anderen Humanoiden zu leben.
Doch auch ihr Körper hatte sich verĂ€ndert. Dadurch, dass sie so viel Zeit in Tiergestalt verbracht hatte, war ihr ein feiner Fellstreifen auf dem RĂŒcken gewachsen und auch auf ihrem NasenrĂŒcken und der Stirn zeigt sich ein weicher Ansatz. Ihre ZĂ€hne erinnern mehr an ein Wolfsgebiss und ihre NĂ€gel sind zu Klauen geworden. Ihre Fussballen sind rau, wie die Ballen einer Hundepfote.
Avatar Foto: Arafis

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