Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#31

Beitrag von Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:04

Als Darragh sich der wundersamen Fremden und dem dummen Maultier nĂ€herte, schnappte das sture Tier nach ihm. Geschickt wich er aus und ĂŒberspielte die Situation mit einem LĂ€cheln. Er klopfte dem Tier freundschaftlich auf die Flanke. Auch wenn es manchmal etwas störrisch war, konnte er nicht leugnen, dass sich ĂŒber die Jahre eine Freundschaft zwischen ihnen entwickelt hatte. Und wiedereinmal sah er sich in seinem Vertrauen gerechtfertigt. Denn im Gegensatz zu Nelden und seinem riesigen, grobschlĂ€chtigen Kameraden, war das Maultier ihm treu geblieben.

Er zuckte kurz zusammen als der DĂ€mon mit einem lauten „Buh!“ auf ihn zukam. Vor ihm stand ein grauhĂ€utiger, pelziger HĂŒne. Aus seinem RĂŒcken ragten zwei ledrige, schwarze Schwingen. Der HĂ€ndler bemĂŒhte sich dem Neuankömmling, der sich als Baxeda vorstellte, in die gelblichen Augen zu blicken und nur manchmal huschte sein Blick zu den spitzen Zahnreihen. Baxi. Ein lispelnder DĂ€mon. Wie amĂŒsant.

Baxeda schlenderte ein wenig zu dicht an der Frau vorbei und flĂŒsterte ihr etwas zu. Wer weiß was die beiden verbindet und es soll auch ihr kleines dĂ€monisches Geheimnis bleiben, dachte Darragh, sein Misstrauen zur Seite schiebend. Als sie ihn musterte war sein Blick schon wieder abgewandt und er schreckte in gespielter Überraschung zusammen als sie sich, noch immer das Blut auf den Lippen, als Sinthara vorstellte. Noch bevor er zu einer Antwort ansetzen konnte drehte sie sich weg und begann ohne Umschweife einen in der NĂ€he liegenden toten Wolf auszunehmen.

Es störte Darragh nicht im geringsten mit DÀmonen zu reisen, ob es nun einer war oder zwei, denn Darragh war sich noch immer nicht sicher, was es mit der Elfe auf sich hatte.
Ganz im Gegenteil, er beschĂ€ftigte oft die seltsamsten Kreaturen nur um wenige Groschen zu sparen. Vor Jahren war er mal fĂŒr mehrere Wochen mit einem Untoten in einer Karawane gereist und er hatte ihm sogar angeboten in seinem Haushalt zu arbeiten, doch der störrische Krieger hatte nur wenig VerstĂ€ndnis gezeigt und so war auch ihre Beziehung irgendwie eingeschlafen.
Trotzdem wĂŒrde er vorsichtig sein. Wer wusste schon ob seine neuen Bekanntschaften nicht auch auf krumme Gedanken kommen, wenn sie wĂŒssten, dass er Gold dabei hatte. Darragh entschloss sich daher seinen Reichtum erst einmal so gut es geht zu verheimlichen.

Und dann war da noch der Zwerg. Laut prahlend nĂ€herte er sich der Gruppe und fluchte weiter ĂŒber die Pohora. Es gehören doch immer zwei dazu...“Ach Odonolos der Einfache, ihm mĂŒssten doch gerade die Pohora gefallen“, bemerkte Darragh ironisch, jedoch nicht direkt an den Zwerg gewandt sondern eher unbestimmt zu sich selbst.

Der Zwerg stellte sich als Novec Sarili Gojim, Hauptmann der Zwergenarmee, vor. VerblĂŒfft betrachtete Darragh den krĂ€ftigen Kerl. „Knapp? Ja es sah nicht sehr gut aus. Aber mit solchen Strauchdieben muss ich mich öfters herumschlagen“, log er. „Danke fĂŒr eure Hilfe.“ Sie wĂŒrden hoffentlich keinen mĂŒnzförmigen Lohn fordern und wenn doch, wĂŒrde er ihnen versprechen sie auszuzahlen, wenn sie ihn bis nach Bama begleiten.

„Ah der angenehme Teil der Reise. Essen!“, fĂŒgte Darragh an. Er kramte in den Packtaschen des Esels und holte einige Utensilien und einen Laib gewĂŒrztes Fladenbrot hervor. „Ich kann gerne etwas beisteuern...Entschuldigt, wenn ich mich so selbstverstĂ€ndlich anschließe, aber vielleicht sollten wir zunĂ€chst das FrĂŒhstĂŒck herrichten und uns dann besser kennenlernen.“

WĂ€hrend er die Packtaschen ablud bemerkte er, wie nun auch der Zwerg dem DĂ€mon etwas zuflĂŒsterte. Oh! Wo bin ich da nur hineingeraten, ich wĂŒrde mich nicht wundern, wenn sie mich gleich noch ausrauben..., dachte Darragh misstrauisch. Er wĂŒrde auf der Hut sein, doch umkehren wollte er auf keinen Fall und seine einzige Möglichkeit sicher weiterzureisen war sich ihnen anzuschließen.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#32

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:04

Baxeda grinste, als der Zwerg ihn nach der Herstellung von Schrumpfköpfen fragte. In Phintias konnte das jedes Kleinkind. Doch bevor er antworteten konnte, ergriff Darragh das Wort.
Er bedankte sich höflich fĂŒr ihre Hilfe.

Und ... weiter?

Baxeda sah ihn lange an und wartete auf den Moment, in welchem der Mann ihnen den verdienten Lohn anbot. Er wartete vergebens. Stattdessen schlug der Mensch vor, etwas zu essen. Essen! Wo es doch um Bargeld oder zumindest um WertgegenstÀnde ging!

Nun gut, vielleicht muss er sich erst mal beruhigen. Hat sicher einen gehörigen Schrecken bekommen, der Gute. Wenn wir dann essen, taut er sicher auf. In der Zwischenzeit kĂŒmmere ich mich um die wirklich wichtigen Dinge.

„Klar weiß ich, wie man Schrumpfköpfe herstellt, Novec!“, posaunte er viel zu laut. „Das kann ich dir dann zeigen, wĂ€hrend der Wolf bruzelt! Das wird der beste Schrumpfkopf deines Lebens, den kannst du noch deinen Urenkeln zum Kegeln geben, so haltbar wird der!“

Der Tiefling hatte gerade derart gute Laune, dass ihm gar nicht in den Sinn kam, dass Novec sicher nicht ohne Grund im FlĂŒsterton gefragt hatte. Baxeda war gedanklich wo ganz anders. Immerhin erhielt er bald endlich den Lohn der heutigen MĂŒhen. Zumindest die erste HĂ€lfte. Er schielte zu dem Schlachtfeld. Doch vorher musste endlich das Essen vorbereitet werden, da hatte Darragh schon recht. Sonst wĂŒrde er vor Hunger noch anfangen, die Flöhe aus seinem Pelz zu essen! Sinthara bereitete glĂŒcklicher Weise schon den Braten vor. Fehlte nur noch das Feuer.

Hier gab es genĂŒgend Brennholz, so dass Baxeda nicht weit zu gehen brauchte. Er schleuderte mehrere herumliegende Äste und StĂ€mme von gestĂŒrzten JungbĂ€umen auf einen Haufen, stopfte trockene Zweige und Laub in die ZwischenrĂ€ume und hob den Zeigefinger. Ein winziges Feuer, wie eine Kerzenflamme, erschien kurz ĂŒber seinem spitzen Nagel.

„Ich kann nĂ€mlich zaubern“, erwĂ€hnte er beilĂ€ufig und blickte wichtig in die Runde. Er ließ eine dramatische Pause, dann entfachte er ohne hinzusehen das Lagerfeuer.

Wenn das jetzt keinen Eindruck geschunden hat, dann weiß ich auch nicht!

„So, das hĂ€tten wir. Den Rest kann jemand anderes ĂŒbernehmen, ich habe noch zu tun.“

Baxeda schlenderte gemĂŒtlich zu den Gefallenen, um nach brauchbaren Habseligkeiten zu suchen. Leichenfledderei war zwar nichts Schönes, aber wenn er es nicht tat, dann tat es ein anderer. Und die Toten brauchten ihren Krempel ohnehin nicht mehr.

Ebensowenig wie ihren Kopf, dachte er mit einem Blick zu dem enthaupteten Poraha, der in seinem Blute lag.

Baxeda ging von einem Gefallenen zum nĂ€chsten, durchwĂŒhlte ihre Kleidung und sammelte die Waffen auf. Dann kehrte er vollbepackt zum Lagerfeuer zurĂŒck. Mit lautem Gepolter ließ er die Ausbeute zu Boden fallen. Er setzte sich gemĂŒtlich neben den Stapel, lehnte den Oberkörper an einen Baum und streckte die FĂŒĂŸe in Richtung der Flammen, um sie zu wĂ€rmen. Dann hob er ein BeutestĂŒck nach dem anderen empor und zeigte es den anderen.

„Seht nur, Leute,was ich hier habe!“, rief er stolz. „Ein EinanderthalbhĂ€nder! Damit kann ich zwar ĂŒberhaupt nicht umgehen, aber habt ihr eine Ahnung, was der Wert ist? Also wenn die Ausbeute immer so reich ist, helfe ich in Zukunft freiwillig, wenn mal wieder einer ĂŒberfallen wird.“

Baxeda strahlte ĂŒber beide Ohren.

„Und hier! Eine Armbrust! Zwar eine von der billigen Sorte, aber besser als gar keine. Die kann einer von euch haben. Ach so, und nicht zu vergessen - die Axt vom Poraha. Ist zwar stumpf, aber man kann sie ja schleifen. Brauchst du die, Novec? Sozusagen fĂŒr deine Sammlung? Einen Dolch habe ich auch noch gefunden. Mit zwei schönen scharfen Schneiden und gutem Griff aus Horn. Hat einer Interesse daran?“

Dann grinste er verschlagen.

„Und nun das Beste.“

Klappernd hob er den Halsschmuck des Poraha empor.

„Eine SchĂ€delkette! Super verarbeitet! Mit Unterkiefer! Wenn die Knochen nicht so klimpern und das Wild verscheuchen wĂŒrden - ich tĂ€t das gute StĂŒck gleich selber umbinden. Hier, schenke ich dir!“

Er hielt Sinthara das SchmuckstĂŒck entgegen und lĂ€chelte. Schließlich liebten die meisten Frauen es, wenn man ihnen Schmuck schenkte. Warum sollte diese hier eine Ausnahme sein? Nachdem er sie fĂŒr eine Albe gehalten hatte, fĂŒhlte sich Baxeda dazu verpflichtet, etwas wieder gut zu machen. Fast so, als ob er sie mit seiner falschen EinschĂ€tzung beleidigt hĂ€tte. Sicher wĂŒrde sie sich ĂŒber sein Geschenk freuen!
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#33

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:04

Laut prahlend, so dass man es selbst in Fomor hören konnte erwiederte der HalbdÀmon, dass er wisse wie man Schrumpfköpfe herstellen kann. Novec wurde dabei knall rot, sein Kopf neigte sich nach unten und er schÀmte sich in Grund und Boden.

>Dieser DÀmon, baahrrr..... ich könnte ihn ahrrr... dieser baahhhrrr.... so was peinliches...<

Novec drehte seinen Kopf kurz darauf wieder in Richtung des HalbdĂ€mon. Seine Augen waren etwas zusammen gekiffen, zornesfalten breiteten sich auf seiner Stirn aus und brummend gab er von sich, "sag mal du neun mal kluger DĂ€mon, was denkst du eigentlich warum ich die Frage flĂŒsternd stellte. Dein Inteligenz scheinst du kleiner Gauner ja wohl auch schon verkauft zu haben, zusammen mit deinem Sprachvermögen!"

MissmĂŒrisch und brummend, wie man es doch öfters von Novec gewöhnt war stapfte er davon in Richtung des Poraha Kopfes. Der Poraha Kopf der noch vor wenigen Minuten stumpfsinnige Dinge von sich gab, wie Novec dachte, liegt nun vor ihm im Dreck. LĂ€chelnd schaute er den SchĂ€del an, aus dem immer noch das Blut tropfte.

"Tja, ich hab dir ja gesagt, dass heißt freundlicherweise Herr Zwerg und das du den Kampf verlieren wirst, sagte ich dir ja auch. Diese Poraha, dumm, zu nichts zu gebrauchen und hören können sie auch nicht.!"

Von seinem eigenen kleinen Witz musste Novec schon wieder selber lachen, obwohl es ihm ein paar Sekunden spĂ€ter schon wieder unangenehm war. Schnell steckte er sich den Poraha Kopf in eine großes Tuch, dass er aus einer kleinen Tasche am GĂŒrtel holte und brachte es zu seinem Rucksack.

Die anderen schienen nichts gemerkt zu haben. Sinthara zog gerade dem Wolf das Fell ĂŒber die Ohren, der HĂ€ndler beobachtete das ganze geschehen und der HalbdĂ€mon machte wieder Mist.

"Ahhrr ich hatte recht DĂ€mon, du bist so gierig, dass du alles vergisst."

Novec rannte so schnell in den Wald wie ihn seine kleinen Zwergenbeine tragen konnten und kam mit seinem Stapel Holz zurĂŒck. KopfschĂŒttelnd ging er an Baxi vorbei und murmelte ihm kurz etwas zu.

"Wenn du nicht immer so gierig wĂ€rst, hĂ€ttest du dir die Arbeit sparen können Holz zu suchen, dass hatte ich vorhin schon gemacht. Nichts geht ĂŒber Holz was mit einer Zwergenaxt geschlagen wurde, dass brennt extra gut," gab Novec lachend von sich.

"Uns fehlt ĂŒbrigends auch noch ein Drehspies fĂŒr unseren Wolf." Mit geschicktem Handgriffen und ein paar gezielten AxtschlĂ€gen war schnell ĂŒber dem Feuer eine Drehspies gebaut, dass der DĂ€mon mit seiner sogenannten Zauberei geschaffen hatte. Sogleich wurde der enthĂ€utete und ausgenommene Wolf auf den Drehspies gesteckt. Langsam fing das Feuer an die Haut des köstlichen Wolfes knusprig werden zu lassen. Mittlerweile war es schon nach dem Mittag geworden teilte Novecs Magen ihm mit. In der ferne erschienen dunkle Wolken, die sich bedrohlich aufbauen. Ein schweres Unwetter kommt nĂ€her, aber es scheint noch ein paar Stunden entfernt zu sein dachte Novec, als der HalbdĂ€mon schon wieder zu gaunern bekann.

Er hatte die Leichen gefleddert und prahlte nun auch noch damit. Einige Waffen hatte er erbĂ€utet und die Halskette versucht er auf dĂŒmmliche Art und Weise der Elfin an zu drehen. >Also ich will jetzt nicht in deiner Haut stecken HalbdĂ€mon, dass findet sie denke ich nicht komisch.<

"Du bist echt das letzte DĂ€mon - leichen Fleddern. WĂ€rst du in der Zwergenarmee und hĂ€ttest das gemacht, wĂŒrst du ganz schnell entlassen worden. Bahhrr, wo hast du nur deine gute Kinderstube her? Aber was solls, nun ist es geschehen, ich nehme die Axt, bin ja eh der, der damit am besten umgehen kann. Im ĂŒbrigen DĂ€mon, wenn du schon leichen fledderst, dann sieh wenigstens zu, dass du auch das Wertvollste mit nimst!"

Novec ging kurz zu dem Poraha Krieger zurĂŒck und zog ihm ein PapierstĂŒck aus einer Tasche, was mehr als deutlich schon aus aller Ferne zu sehen war.

"Hier du neun mal kluger DĂ€mon, eine vollstĂ€ndige Karte der LĂ€nderein. Weiß nicht wie du die ĂŒbersehen konntest! Eine Karte wo alle Seen, FlĂŒsse, Straßen, StĂ€dte und Dörfer eingezeichnet sind, ist wohl weit aus mehr Wert, als eine halb zerfallene Armbrust!"

Augenrollend ging er zum DĂ€mon zurĂŒck. "Junge, du bist echt ein verrĂŒckter Kerl, weißt du das?", gab Novec mit einem leichten Grinsen von sich.

Wenige Schritte weiter stand er vor dem leckeren Wolfsbraten, der schon eine kleine Weile ĂŒber dem Feuer hing.

"Ach ja... So ein schönes StĂŒck Fleisch, aber keinerlei GewĂŒrze oder Honig", sagte der trurig auf den Wolf blickende Zwerg.

"Nun ja, man kann nicht alles haben. Hauptsache ein anstĂ€ndiges Essen fĂŒr den Zwerg, Ă€hmm ich meine fĂŒr uns. Aber wenn wir schon mal in so einer gemĂŒtlichen Runde sind, wĂŒrde ich doch mal gern wissen wer ihr seit und auch du HĂ€ndler, was hast hast du hier verloren? Und du Kapuze, warum so schweigst du die ganze Zeit?"
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#34

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:05

Wo bin ich hier nur reingeraten... Dieser Gedanke des HÀndlers hÀtte auch gut zu Sinthara passen können.
So grundverschieden die Beiden auch sein mochten, indem Moment einte sie zumindestens der selbe Gedanke.
Aber gedanken konnte man nicht lesen, und das war vermutlich auch besser so.
Wer weiß was sich so in den Köpfen der Leute abspielte.

Mit einer doch recht geschickten Hand zog die HalbdÀmonin dem Wolf das Fell ab, die viele Zeit welche sie in der Wildnis zugebracht hatte, hatten sie es gelehrt. Nun was nicht unbedingt immer genutzt wurde. War der
Hunger zu groß griff sie sich auch mal einen Hasen, brach ihm das genick und....na ihr wisst schon.
DÀmonen gehören nicht unbedingt zu jenen die sich ihr Essen delikatös zubereiteten und HalbdÀmonen waren da
nicht wirklich eine Ausnahme. Wer hat, halb am verhungern, auch Zeit etwas erst zu zubereiten.

Als Baxeda das Feuer entfachte zuckte die junge Frau zurĂŒck. Blinzelnd und mit gemischten GefĂŒhlen betrachtetet sie das Feuer aus etwas mehr Distanz. Nicht soviel das es allzu sehr auffiel aber dennoch.
Zu Feuer hatte sie eine viel zu zwiespaltige Beziehung und mied es ja zumeist dann doch.
Rasch wande sie sich wieder dem Wolf zu, ein geĂŒbter schnitt den bauch entlang und schon waren die Innerein
mit wenigen Handgriffen entnommen. Sie war gerade erst fertig geworden da stand schon der
Zwerg von ihr und nahm ihr den Wolf wortwörtlich weg um ihn sogleich an einem Spieß ĂŒber den Feuer zu platzieren. Einen kurzen Moment sah Sinthara ihm verdattert nach, dann nahm sie die Innerein und verbarg sie rasch in einem Tuch dessen Enden sie zu einem BĂŒndel zusammen band.

"Hier schenk ich dir."

Verwundert sah Sinthara zu Baxeda der ihr eine SchÀdelkette hinhielt. Er schenkte ihr etwas?
Nun ja wenn man davon absah das er die Sachen den Leichen abgenommen hat war die Geste ja irgendwie sĂŒĂŸ.
Sie hatte noch nie etwas geschenkt bekommen. Dennoch war die kette nicht ihr Geschmack, fast zumindestens.
Einem Teil in ihr gefiel der seltsame Schmuck gut, die Anderen hingegen fand ihn abscheulich, und diese Andere Seite siegte.

WĂ€hrend dessen hatte schon wieder der Zwerg das Wort erhoben, man war der ein Plappermaul.
Kapuze nannte er sie, Höfflichkeit scheint ihm nicht wirklich ein Wort zu sein. Immerhin hatte sie ihren Namen bereits mehrfach genannt gehabt,
Aber sie regte sich darĂŒber nicht auf, wozu auch.
Statt dessen antwortet sie recht kurz angebunden aber höfflich wie immer.

"Ich bin Gesellschaft nicht gewohnt."

Das war nicht mal gelogen, die meiste Zeit ihres bisherigen Lebens hatte sie abgeschieden von der Zivilisation verbracht und auch danach war sie viel zu unsicher oder Àngstlich gewesen um sich irgendwie in die Gesellschaft einzufinden.

Langsam erhob sie sich ging hinĂŒber zu Baxeda und griff sich den Dolch.

"Ich nehm lieber den hier."

Kurz sah sie den HalbdĂ€mon mit ihren blutroten Augen an die eine gewisse Vorsicht enthielten aber dennoch freundlich wirkten. Trotzdem kam man nicht ohnehin einen Funken Scheue oder SchĂŒchternheit in ihnen zu sehen.
Was sich damit widersprach das sie ihn dennoch mit einer gewissen Selbstsicherheit ansah.
Seltsam diese Frau so widersprĂŒchlich. Stark und doch so zart das in einem Mann meist der BeschĂŒtzerinstinkt geweckt werden wĂŒrde.

"Danke trotzdem fĂŒr die Kette."

Meinte sie noch ganz leise zu ihm, so leise das es wohl auch nur Baxeda verstehen wĂŒrde.

Langsam richtete sie sich wieder auf, so entzog sich der Anblick ihres Gesichtes auch wieder Baxedas Blicken.
Sinthara steckte den Dolch sorgfĂ€ltig an ihrem GĂŒrtel fest und ging weiter.
Nur wenige Schritte hinter dem Zwerg blieb sie stehen und hob den Honig auf, welchen sie vorhin dort hatte liegen lassen.
GlĂŒcklicher Weise war keiner darauf getreten, aber ĂŒbersehen hatten es dennoch alle.
Sie nahm die Wabben welche auf einem großen Blatt gebetet waren und legte sie neben Novrec.
Ohne jegliches Wort, aber der Zwerg hatte nun seinen Honig nachdem er ja verlangt hatte.

Eben so wortlos setze sie ihren Weg fort und erklimmte mit der Leichtigkeit und GraziösitÀt einer Raubkatze einen Baum neben der Gruppe,
Rasch hatte sie sich noch das BĂŒndel Innerein ergriffen und platzierte sich in der Baumkrone auf einen dicken Ast.
Einen schönen Ausblick hatte man von hier.
Hier oben wagte sie es nun auch das BĂŒndel zu öffnen und biss hungrig in das Herz des Wolfes. Mit dem gebratenen Fleisch konnte sie nicht viel anfangen.
Es schmeckte ihr nicht und halbroh vor den Augen der Anderen etwas abschneiden hatte sie sich nicht gewagt.

So war sie ganz froh das keiner groß den Teil mit den Innerein mitbekommen hatte und sie sich in aller Ruhe daran sĂ€ttigen konnte.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#35

Beitrag von Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:05

Der DĂ€mon bot ihnen die erbeuteten GegenstĂ€nde an, alles in allem waren sie seines Ermessens nicht sehr viel Wert und er ließ sie den anderen. Erst als der Zwerg die Karte auflas und sie prĂ€sentierte huschte Darragh leichtfĂŒĂŸig zu ihm und schnappte sie aus seinen HĂ€nden. "Die nehm ich. Den Rest könnt ihr aufteilen oder verkaufen., kommentierte er selbstbewusst.

Der Zwerg war sehr geschĂ€ftig gewesen und hatte bereits das FrĂŒhstĂŒck vorbereitet. Einen Wolf zum FrĂŒhstĂŒck zu verspeisen schien Darragh auf einer seltsame Art ungewöhnlich zu sein. Aber er versuchte nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig voreingenommen zu sein. Auch als der DĂ€mon lautstark verkĂŒndete einen Schrumpfkopf herzustellen war Darragh bemĂŒht Interesse zu zeigen. Vielleicht konnte er von seinen neuen Bekannten noch einiges lernen.

Als der Zwerg den Mangel an Zutaten beklagte fĂŒgte Darragh lachend hinzu: "Ach schau doch Novec, hier haben wir doch Honig und ich hab ein paar GewĂŒrze bei mir." Er nahm ein paar kleine Stoffbeutel aus seinem GepĂ€ck und hockte sich auf einen Stein nahe des Feuers.

Sinthara war unterdes auf einen naheliegenden Baum geklettert und zog anscheinend die Abgeschiedenheit ihrer Gesellschaft vor. Sie war ein seltsames Wesen. Trotz ihrer zarten Statur und ihrem grazilen Aussehen war nicht zu leugnen, dass sie dĂ€monische EinflĂŒsse hatte. Darragh war sich dessen immer sicherer, auch wenn er dies noch nicht Ă€ußern wĂŒrde. Sie trug einen dunklen Mantel mit Kapuze. Wahrscheinlich um diese Seite zu verbergen.

"Ich komme aus Fomor", antwortete er dem Zwerg schmatzend und leckte sich den Honig von den Fingern. Er schnitt sich ein weiteres StĂŒck ab um es in etwas Honig zu trĂ€nken. "...und auf dem Weg nach Norden. Dort soll eine alter Pass östlich ĂŒber die Berge nach Bama fĂŒhren. Wenn der Pass ungefĂ€hrlich ist könnte ich von dort mit Waren aus den nördlichen LĂ€ndern zurĂŒckkehren." Vielleicht wĂ€re 'Schmuggler' auf ihn eher zutreffend als HĂ€ndler, aber er wollte es den Fremden nicht zu einfach machen. "Und wo fĂŒhren euch eure Wege hin?"

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#36

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:06

Baxeda seufzte erleichtert. Niemand hatte Anspruch auf das Schwert erhoben und die Armbrust hatten sie ihm auch gelassen! Zufrieden streichelte er die Waffen, welche neben ihm auf dem Waldboden lagen. Darragh machte sich daran, den Braten zu wĂŒrzen. Es duftete herrlich! Baxeda lief das Wasser im Munde zusammen. Sinthara hatte es offenbar nicht mehr aushalten können, bis das Fleisch gar war, denn sie hatte sich mit den Innereien auf einen Baumwipfel verzogen. Seine Kette hatte sie verschmĂ€ht, sich aber trotzdem höflich bei ihm bedankt, so dass Baxeda nicht gekrĂ€nkt war. Sinthara schien schwer in Ordnung zu sein, trotz ihrer Eigenbrödelei.

Plötzlich spitzte Baxeda die Ohren. Was der HĂ€ndler da gerade erzĂ€hlte, weckte sein Interesse und so hörte er wieder richtig zu, als nur vertrĂ€umt Sinthara zu beobachten. Darragh sprach davon, Waren ĂŒber die Grenze zu schmuggeln. Er drĂŒckte es zwar diplomatischer aus aber unterm Strich blieb es schmuggeln! Der Mann wurde Baxeda immer sympathischer. Wenn er jetzt auch noch mit dem Geld rausrĂŒcken wĂŒrde, wĂ€re alles perfekt.

„Nach Bama reist du also. In den Norden wollte ich auch schon immer mal“, sinnierte Baxeda und richtete seinen Blick zu den Bergen, hinter denen sich dunkle Wolken sammelten. „Das Wetter dort soll zwar scheiße sein, viel kĂ€lter und nĂ€sser als bei uns. Aber die StĂ€dte der Allianzler wĂŒrden mich interessieren. Was haben sie da fĂŒr MĂ€rkte? Solchen Kleinkram wie fast ĂŒberall oder richtig große, wie in Fomor? Was zahlt man dort fĂŒr einen Pelz? Oder fĂŒr Wildfleisch? FĂŒr sonstige Arbeit?“

Dann senkte er den Blick und sah mit einem Male sehr bedrĂŒckt aus.
„Wisst ihr, am Ende könnte ich dort mit meinen Fellen genĂŒgend Kohle machen, um meiner Familie einen neuen Hof zu kaufen, weit unten im SĂŒden. Und neue ArbeitsgerĂ€te. Saatgut und Vieh.“

Er ließ den Blick nach Westen schweifen und senkte die Stimme.
„Ihr mĂŒsst wissen, ich bin zwar zur HĂ€lfte dĂ€monisch, aber stamme aus den Wiesenlanden, wo ich unter gewöhnlichen Menschen aufwuchs. Bauern mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Doch wie ihr wisst, tobt in meiner Heimat der Krieg. Die Wiesenlande sollten umbenannt werden in Blutlande, das wĂŒrde inzwischen besser passen. Die Allianz ist inzwischen mit ihrer Streitmacht schon bis nach Bakaras vorgedrungen. Nur wenige TagesmĂ€rsche sĂŒdlich von dieser Stadt hat meine Familie ihren Hof. Noch hoffen sie, dass die Belagerung abgewehrt wird und harren aus. Doch wenn der Krieg sich weiter zugunsten des Nordens entwickelt, mĂŒssen sie flĂŒchten. Was soll dann aus ihnen werden, aus Bauern ohne Hof? Die WiesenlĂ€nder sind stark, aber letztenlich sind es doch nur Menschen 
 und nicht mit so was hier gesegnet.“

Er breitete seine FlĂŒgel aus, verharrte einen Moment in dieser Haltung und ließ sie dann langsam wieder sinken.
„Ich brauche Geld“, sprach er leise, „verdammt viel Geld, damit sie sich irgendwo ein neues Leben aufbauen können. Es bricht mir das Herz, wenn ich daran denke, dass sie als Landstreicher und Bettler enden könnten, wie so viele andere.“

Dann hob er den Kopf und sprach wieder lauter.
„Aber schluss mit dem Gejammer! Ich bin nicht ausgeflogen, um rumzuheulen wie ein Waldalb, der auf ein GĂ€nseblĂŒmchen getreten ist, sondern um Geld zu verdienen! Im SĂŒden habe ich nichts gefunden, was mich reich machen könnte, aber vielleicht sieht es ja im Norden besser aus? Die Allianzler sollen eine ganz gute Wirtschaft haben, sagt man. Besser als unsere. Vielleicht ist es gar keine so schlechte Idee, nach Bama zu gehen. Ja, ich glaube Bama werde ich mir mal ansehen.“

Baxeda strafte die Schultern, so dass sie knackten und reckte die FĂŒĂŸe ein wenig mehr in Richtung des Feuers.
„Und einen Pullover will ich mir auch kaufen, diese elende KĂ€lte! Und das, obwohl schon Odon ist!“

Er lachte und versuchte, die Stimmung wieder etwas zu heben nach seinem traurigen Vortrag.
„Kommen wir nun zu den wirklich wichtigen Sachen. Sinthara, möchtest du nicht zuhören, wenn du fertig bist mit essen?“, rief er in die Baumkronen. „Das interessiert dich bestimmt auch! Es geht um schönen Schmuck! Ich meine wirklich schönen, nicht so einen ollen Klapper-SchĂ€del.“
Dann nahm er den Poraha-Kopf zur Hand.

„Also!“, rief er feierlich. „Das Geheimnis eines guten Schrumpfkopfes liegt in der fachmĂ€nnischen Verarbeitung! Und darin bin ich selbstverstĂ€ndlich Meister. Als erstes ziehen wir dem netten Herrn hier die Haut ab und holen den SchĂ€del raus. Knochen lĂ€sst sich nĂ€mlich schlecht mitschrumpfen.“

Baxeda machte einen Schnitt vom Haaransatz des Hinterkopfes den gesamten Halsstumpf hinab. Dann begann er, mit seinem Jagdmesser die Haut zu lösen. Den verbleibenden SchĂ€del, dessen Augen nun ohne Lider ziemlich gruselig aussahen, gab er Novec zurĂŒck.

„Hier, daraus kannst du dir ein feines Gulasch zubereiten. FĂŒr den Schrumpfkopf reicht uns das hier.“
Er hob die abgezogene Kopfhaut empor, so dass auch alle sie sehen konnten und wedelte damit herum.
„Damit hinterher die FĂŒllung nicht herausplumst“, posaunte er, „nĂ€ht man die Augen und den Mund ganz fest zu. Ohren und Nase auch. Aber bitte von innen, sonst sieht man die hĂ€sslichen Naht!“

Baxeda nahm sein Erste-Hilfe-Set aus dem Rucksack und förderte Nadel und Faden zu Tage.
„Ist eigentlich dafĂŒr gedacht, falls ich mich mal selber reparieren muss, aber fĂŒr einen Schrumpfkopf opfere ich sogar ein StĂŒck meines allerschönsten Fadens.“
Er nĂ€hte die Öffnungen zu. DafĂŒr brauchte er etwas lĂ€nger, weil ihm seine Krallen im Weg waren. Die NĂ€hte sahen furchtbar aus mit zahllosen Knoten – zum GlĂŒck wĂŒrden sie spĂ€ter nicht mehr zu sehen sein. Lediglich den Hals ließ Baxeda offen. Er hielt ihn auf wie einen Trichter, so dass alle hineinsehen konnten.

„So“, fuhr Baxeda fort, „und nun fĂŒllen wir etwas Sand hinein. Haben wir zwar nicht, aber trockene Erde tut es auch. Sooo 
 bis er voll ist. Dann machen wir hier am Hals zu, aber so, dass wir es spĂ€ter noch einmal aufbekommen. Anschließend lassen wir den PrĂ€-Schrumpfkopf eine Weile in warmem Wasser hĂ€ngen, bis er anfĂ€ngt zu schrumpfen. Das Wasser darf aber dabei nicht kochen, sonst fallen die Haare aus und – ganz schlimm – der Bart auch! Ich hoffe, jemand hat einen Topf mit, sonst mĂŒssen wir uns mit ordinĂ€rer Mumifizierung begnĂŒgen.“

Er warf den gefĂŒllten Kopf ein paar Mal in die Luft und wartete, ob jemand einen Topf anzubieten hatte. Dann fuhr er fort:

„Wenn wir dann im Wasserbad sehen, dass der Kopf anfĂ€ngt einzugehen, heben wir ihn wieder aus dem Topf und entfernen den Sand, der nun sehr nass ist. Stattdessen fĂŒllen wir frischen, trockenen Sand hinein. Der saugt das Wasser aus der Haut und sorgt so dafĂŒr, dass unser Machwerk immer kleiner wird. Wir ĂŒberprĂŒfen regelmĂ€ĂŸig die FĂŒllung. Wenn sie sich mit KopfhautflĂŒssigkeit vollgesogen hat, ersetzen wir sie durch eine neue, trockene – so lange, bis der Kopf ganz klein geschrumpelt ist. Das kann ein paar Wochen dauern. Dann, meine Damen und Herren, wenn der Schrumpfkopf die gewĂŒnschte GrĂ¶ĂŸe erreicht hat, macht man die endgĂŒltige FĂŒllung hinein und formt ein wenig die GesichtszĂŒge nach. Und dann 
 DANN kommt der Augenblick, in dem man fĂŒr all seine MĂŒhe belohnt wird! Dann fĂ€delt man eine Kette durch die Kopfhaut und bindet sich den Schrumpfkopf um den Hals!"

Er lachte.

"Novec, alter Liliput, ich sage dir! Die Frauen werden dir zu FĂŒĂŸen liegen mit so einem SchmuckstĂŒck! Aber Geduld, das dauert, bis so ein Ding fertig ist. FĂŒr die nĂ€chste Zeit hast du also ein sehr schönes und erfĂŒllendes Hobby. Ich gratuliere dir zu deinem ersten eigenen Schrumpfkopf! Auch wenn er noch nicht fertig ist.“
Feierlich ĂŒberreichte er dem Zwerg den Kopf des Poraha.
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Die Ordnung

Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#37

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:06

Verwirrt schaute Novec in die Runde und verstand einfach nicht was hier vor sich geht. Von links nach rechts huschten seine Augen zu den neben ihm sitzenden und stehenden Leuten. Ein kurzer Blick streifte auch einen Ast hoch oben in einem Baum wo die Kutte saß. Novec war entsetzt und verstand es nicht, hatten doch alle einfach so angefangen zu essen, ohne auf die noch bevorstehenden Vorbereitungen zu warten.

"Sagt mal seit ihr alle Barbaren? Esst mit den Fingern, bahhhhh! Habt ihr von eurer Mutter keine Manieren beigebracht bekommen? Meine Mutti jedenfalls hat mir noch etwas von Zwigge beigebracht! Ist ja nicht zu fassen!"

Brummelnd, wie man es nun einmal von Novec gewohnt war, ging die kleine Zwergengestalt zu seinem Rucksack und durchwĂŒhlte das hellbraune etwas. Viele Taschen brauchte er am Rucksack nicht durchwĂŒhlen bis er das gefunden hat, was er suchte.

"So meine Freunde, jetzt speißen wir wie die feinen Leute", grinste er und hielt mehrere Teller und einiges an Besteck in der Hand. Schnell saß er wieder am Lagerfeuer und hatte sich etwas von dem köstlichen Wolf und dem Honig auf den Teller gelegt. Schnell waren die ersten Schnitte am Wolf getahn.

"Bedint euc, dn mĂŒst i ni ess wie e Wildn", gab Novec schmatzend mit vollem Munde noch von sich, als sich blitz schnell der Teller leerte.

Gerade als Novec das letzte StĂŒck seines schnell verputzten Mahles nehmen wollte, begann der HalbdĂ€mon einen fĂŒr sein GefĂŒhl mehrere Stunden andauernden Monolog. Von Minute zu Minute wurde Novec im Gesicht mehr und mehr rot, sein Kiefer suchte immer weiter den Boden und das StĂŒck Fleisch auf dem Messer was er schon seit Minuten in der Luft hielt wurde langsam kalt. Da saß Novec nun, starr, mit großen Augen und weit aufgerissenen Mund. Hatte doch nicht etwa der HalbdĂ€mon ein Unterrichtsfach in Sachen Schrupfköpfe aufgemacht und plauderte nun aus dem NĂ€hkĂ€stchen. Novec beugte immer weiter seinen Kopf nach unten, wĂ€re am liebsten weg gelaufen oder noch besser vor Scham im Boden versunken, so blamiert hatte ihn selten jemand.

Nach und nach erzĂ€hlte der DĂ€mon in einer fĂŒr Novec unerklĂ€rlichen Freude, mit gewaltigem Enthusiasmus, wie man einen Schrumpfkopf herstellt. Interessant war es ja fĂŒr Novec schon, drum hörte er auch gespannt zu, aber warum muss der HalbdĂ€mon das gleich so brutal heraus pralen?

Gerade noch in Gedanken versunken, als das StĂŒckchen Fleisch vom Messer rutschte und auf den Waldboden viel, bekam der auf einaml einen stinkenden Poraha Schrumpfkopf vor die Nase gehalten.

Leicht zitternd saß Novec da, als ein ĂŒbergut gelaunter HalbdĂ€mon mit stinkenden Schrumpfkopf vor ihm stand. Es war keine KĂ€lte oder Angst die Novec zum Zitternd brachte. War es doch ĂŒberschĂ€umende Wut die versuchte aus ihm heraus zu kommen, die der Zerg aber zur Zeit noch unterdrĂŒcken konnte. ZĂ€hne fletschend, stirnrunzelnd und grimmig blickend saß er da, bis seine Wut brĂŒllend aus ihm heraus brach, als der Schrumfpkopfhalter noch blöde los lassen musste.

"Sag mal du neun mal kluger Halbdepp, warum hab ich dir wohl die Frage wie man einen Schrumpfkopf herstellt zugeflĂŒstert und dir dann den Grund nochmals mitgeteilt? Bist du mit deinen Gedanken dermaßen bei der Kutte auf dem Baum, dass dein Gehirn fĂŒr nichts anderes mehr gut ist? Ahhrr das gibts doch nicht, selten hat mich einer dermaßen plamiert wie du. Da muss einen ja unweigerlich die Frage in den Sinn kommen, ob HalbdĂ€monen eigentlich ein Gehirn haben? Man ich bin dermaßen sauer, am liebsten wĂŒrde ich mal gleich mit meiner Axt bei dir nachsehen, wĂŒrde bestimmt viele Interessieren", grinste Novec mit furchteinflösender Gesichtsausdruck und griff nach seiner Axt.

"Ahhrrr, seih blos froh das ich ein netter Zwerg bin, zudem Hauptmann der Zwergenarmee."

Langsam setzte sich Novec wieder hin und sein Griff nach der Axt verflĂŒchtigte sich. Zorn wich Trauer und Wut wich Schmerz, konnte es man doch in Novecs Gesicht auf einmal erkennen, dass er eine große Last mit sich tragen musste.

"Entschuldigt bitte, dass ich etwas ungehalten geworden bin, ist nichts gegen dich DĂ€mon oder die anderen hier. Mich hat nur dein Geschichte von zu Hause etwas an mein zu Hause erinnert. Da ihr euch auch gerade etwas vorgestellt habt, nehm ich nun die Gelegenheit war, auch mich einmal vor zu stellen, sonst bin ich eigentlich nicht so der Zwerg, der gern ĂŒber sich viel redet. Also *hust* wie ihr ja wisst bin ich Novec Sarili Gojim und bin, nun ja war Hauptmann in der Zwergenstadt Dhvaras. Schon mein Vater war Hauptmann in der Zwergenarmee und habe es ihm gleich getahn, viel MĂŒhe hatte es mich gekostet diesen Posten zu erreichen und hatte es vor einigen Wochen endlich geschafft", war aus der immer leiser werdenden Stimme von Novec zu vernehmen, den lagsam TrĂ€nen ĂŒber die Wangen in seinen Bart liefen.

"An meiner Ernennung zum Hauptmann, gab es leider einen..."

Novec verstummte fĂŒr einige Augenblicke, wusste er doch nicht, ob er das schreckliche erzĂ€hlen sollte oder fĂŒr sich behielt, waren es doch eigentlich Fremde, obwohl er sie aus unerklĂ€rlicher weise mochte.

"Nein, ich möchte darĂŒber nicht reden, ich will einfach zur Zeit weit genug weg von meiner Heimat, ist mir egal wo hin. Hauptsache weit weg, alles andere ist mir egal. Nun ja nicht ganz, ich brĂ€uchte dringend einen sehr guten Schmied, der meine Axt repariert. Sie ist ein altes FamilienerbstĂŒck und ist vorhin im Wald veschĂ€digt worden", mit schmerz verzerrtem Augen und TrĂ€nen schaute Novec seine Axt an, die er von seinem Vater bekam und musste sehr intensiv an ihn denken.

>Was er wohl gerade macht, wie es ihm geht? Wie geht es Mutter und meinen dĂŒmmlichen BrĂŒdern?<

Schnell wischte sich Novec die TrĂ€nen wieder aus den Augen, hasste er es doch schwĂ€chlich zu wirken und setzte ein mehr als gekĂŒnsteltes Lachen auf.

"So, also Herr HalbdĂ€mon, ich hab da was feines fĂŒr dich", lachte Novec mehr als diabolisch, als er aus seinem Rucksack noch ein kleines Glas mit Lila GeleefĂŒllung holte.

"Hier, probier mal mein Freund, schmeckt sehr gut und keine Sorge, es ist auch nicht vergiftet", grinste Novec, der sich das Lachen sehr verkneifen musste.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#38

Beitrag von Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:06

GenĂŒsslich verschlang Darragh ein weiteres StĂŒck des Bratens und lauschte den WortergĂŒssen seiner neuen Begleiter. Es war ein ungewohntes GefĂŒhl mit einem Mal plötzlich fast schweigsam zu sein und anderen Menschen zuzuhören. Dennoch war es ihm nicht unangenehm, im Gegenteil er konnte sich zurĂŒcklehnen und das Schauspiel beobachten und es tat ihm gut die Fassade, welche er fĂŒr die Öffentlichkeit spielte hier in diesem seltsam zusammengewĂŒrfelten Kreis ein wenig ruhen zu lassen. Er betrachtete die Anderen und fragte sich ob es sinnvoller gewesen wĂ€re sich noch einfacher zu kleiden, um sein kaufmĂ€nnisches Auftreten zu verheimlichen und als unwichtiger, Ă€rmlicher HĂ€ndler und Schmuggler durchzugehen.

Der HalbdĂ€mon verkĂŒndigte gerade, dass er ihn gerne in den Norden begleiten wĂŒrde und Darragh blickte von seinem klebrigen Mahl auf und ihn aufmerksam an. Er konnte Begleitung gut gebrauchen. Vor allem wenn es in die Bergregionen ging. Als Baxeda nach MĂ€rkten fragte antwortete der HĂ€ndler: “Klar es gibt große SchmuckmĂ€rkte – aber die sind wohl eher nichts fĂŒr so welche wie uns – aber du kannst auch alles andere dort bekommen. Es gibt eine Gasse in der sich die Schmieden aneinanderreihen und fast schon ĂŒbereinanderstapeln. Dort findet man die besten Schmiedewaren! Äxte, Schwerter, Werkzeuge, und die GegenstĂ€nde immer kleiner je weiter du zum Ende der Gasse durchdringst, Scheren, Ketten, Ringe, Goldarbeiten.....“ Darragh fuhr noch einige Zeit fort und schwĂ€rmte ĂŒber die ihm unbekannte Stadt. Dabei verlor er sich oft in kleinen Details und Geschichten und schmĂŒckte seine Vorstellung immer weiter aus, bis er irgendwann abrupt und vollkommen unerwartet aufhörte.

Nach einem kurzen etwas unangenehmen Schweigen nahm Baxeda den GesprĂ€chsfaden wieder auf und berichtete ĂŒber Geldprobleme und seine Familie. Darragh waren diese Dinge sehr fremd und er betrachtete den DĂ€mon interessiert als dieser von ihnen erzĂ€hlte. Der HĂ€ndler hatte genĂŒgend Geld und Schuldner und hatte schon lange nicht mehr ĂŒber Geldmangel nachdenken mĂŒssen. In Gedanken schweifte er ein wenig ab und dachte an seinen Ă€lteren Bruder, den er vor einigen Jahren eingestellt hatte, als dieser in Ă€hnlichen Problemen steckte, wie Baxeda jetzt.

Der HalbdĂ€mon straffte sich und seine Stimme wurde wieder krĂ€ftiger. Darragh der nur still und etwas abwesend zugehört hatte zuckte ĂŒberrascht zusammen, als Baxeda den abgetrennten Orkkopf zur Hand nahm und erklĂ€rte wie man daraus am besten einen Schrumpfkopf herstellen könnte.

Darragh beobachtete das Geschehen einige Zeit, langweilte sich aber schnell und stahl sich ein weiteres mal zum Feuer um sich ein StĂŒck Fleisch abzuschneiden. Dieses Mal nahm er sich höflicherweise einen Teller und Besteck, setzte sich wieder auf den flachen Stein und aß ohne groß nachzudenken wie in feiner Gesellschaft, wĂ€hrend seine Begleiter den OrkschĂ€del einlegten.

Ab und zu huschte sein Blick in die Baumkrone in die sich Sintharta zurĂŒckgezogen hatte. Plötzlich, als er gerade unaufmerksam gewesen war, brach der Zwerg wĂŒtend aus und beschimpfte seinen Freund. Dann sank er schwach in sich zusammen und schien an etwas vergangenem zu nagen. Darragh legte mitfĂŒhlend sein Besteck zur Seite und richtete sich darauf ein eine weitere Geschichte zu hören, doch Novec brach ab und wechselte das Thema. Darragh antwortete ihm nach einer kurzen Pause in der der Zwerg seinem Freund etwas in die Hand drĂŒckte: “Ich habe nachgedacht. Eigentlich könnte ich jemanden gebrauchen der mich bis Bama begleitet. Ich habe einige wertvolle Waren dabei und bin mir nicht sicher wie geheim der Weg ĂŒber die Berge wirklich ist. Und naja, die Beiden die ich eigentlich fĂŒr die Arbeit angeworben hatte, sind leider dort hinten auf der Strecke geblieben.“ Er rĂ€usperte sich. “..Nunja es ist vielleicht ein bisschen gefĂ€hrlich, aber wenn ihr interessiert seid, dann wĂŒrde ich euch drei sogar bezahlen, wenn wir Bama erreichen...Ă€hm erreicht haben. Es geht nur um einfache Dinge. Aufmerksam sein, Nachtwache halten – ich beteilige mich natĂŒrlich auch und ein bisschen abschreckend wirken, dass wĂ€re vielleicht auch nicht schlecht. Sonst Ă€ndert sich wenig. Wir plaudern, speisen und lagern gemeinsam....nunja....wenn uns niemand entdeckt...hĂ€ttet ihr Interesse daran?“

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#39

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:07

Baxeda zog den Kopf ein, als Novec ihn mit Beschimpfungen ĂŒberhĂ€ufte.
„Tut mir leid“, murrte er kleinlaut, „ich konnte ja nicht wissen, dass Schrumpfköpfe bei euch Zwergen ein Tabuthema sind.“

Doch nachdem der kleine Mann sich ausgeschimpft hatte, beruhigte er sich ebenso schnell wieder, wie er wĂŒtend geworden war und warf Baxeda grinsend ein Glas zu. Der fing es geschickt. Es war bis zum Rand mit lila Schleim gefĂŒllt. Neugierig knackte der Tiefling den Verschluss und schnupperte daran. Der Inhalt roch sĂŒĂŸlich. Er tunkte seinen Finger bis zur Hand hinein und lutschte ihn ab.

„Hmmm, das schmeckt ja fast wie die SĂŒlze von zu Hause! Die, wo Mutti immer die ganzen Innereien rein macht, bei denen man nicht weiß, was man sonst damit machen soll. Ist das SĂŒlze auf Zwergen-Art?“
Er verteilte die lila Masse großzĂŒgig auf seinem StĂŒck Fleisch und aß es. „Perpfekt!“, mampfte er, „Schuper gewĂŒrtscht!“ Baxeda verdrĂŒckte mehrere Portionen auf diese Weise, ehe er das Glas wieder zu schraubte.
„So, der Rest ist fĂŒr spĂ€ter. Aber sag mal, Novec, was war das denn fĂŒr ein Unfall, von dem du vorhin erzĂ€hlen wolltest?“ Baxeda fehlte das FeingefĂŒhl um zu erkennen, dass Novec das Thema absichtlich nicht weiter vertieft hatte.

Darragh begann wieder zu sprechen. Er schien sich gut im Norden auszukennen und geriet regelrecht ins SchwĂ€rmen. Baxeda hatte nur eine begrenzte AufnahmefĂ€higkeit und alles, was er verstand, waren große MĂ€rkte, Schmieden, Goldarbeiten, wertvolle Ware und Bezahlung. „Bezahlen klingt gut!“, rief Baxeda ohne weiter nachzudenken. „Da lohnt sich die Reise ja doppelt! Und abschreckend wirken ist meine SpezialitĂ€t!“

Er grinste breit, so dass seine FangzÀhne blitzten.

„Wenn ich meinen HĂ€kelrucksack verstecke und mir was anderes anziehe als diesen flauschigen Morgenmantel, dann wirke ich sogar noch schrecklicher als jetzt. Viel schrecklicher!“ Er warf seinen Mantel beiseite und prĂ€sentierte seinen schwarz behaarten, muskulösen Oberkörper. „Also wenn die Bezahlung stimmt, dann bin ich dabei, Herr Schmu... Herr HĂ€ndler. Ich darf doch du zu dir sagen?“

Sinthara saß unterdessen noch immer allein in der Baumkrone. Baxeda ĂŒberlegte, ob er zu ihr gehen sollte. FĂŒr den geselligen Tiefling war es unvorstellbar, dass jemand bewusst die Einsamkeit suchen konnte. FĂŒr ihn sah es so aus, als bedrĂŒcke sie etwas.

„Wartet mal kurz“, murmelte er zu den beiden anderen GefĂ€hrten und stieß sich vom Waldboden ab. Mit wenigen FlĂŒgelschlĂ€gen landete er auf einem Ast neben Sinthara. Die ganze Baumkrone schwankte auf und ab und ein paar BlĂ€tter rieselten herunter. „Hey, Kleine“, grĂŒĂŸte er freundlich, „kann ich irgendetwas fĂŒr dich tun?“
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#40

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:07

Mit großen Augen und aufgerissenem Mund schaute Novec zu wie der lange Haarige Finger des HalbdĂ€monen in das Glas Marmelade tunkte. Wie ekel erregender lila Modder tropfte es langsam herunter, als der Finger in des HalbdĂ€monen Mund wanderte. Gerade noch im Gedanken verhangen, ob der HalbdĂ€mon sich nun gleich oder spĂ€ter ĂŒbergeben wĂŒrde, bemerkte er schon einige Worte die an sein Ohr dringen und ihn aus seinen innigen Gedanken rissen, jedoch waren es nicht die Worte, die er erhofft hatte.

>Schmeckt wie die SĂŒlze seiner Mutter? Innerein? SĂŒlze nach Zwergenart? Bei Odonolos, was ist seine Mutter fĂŒr eine Kreatur, dass sie so etwas mit reinem Gewissen zubereitet! Bei meiner Mutter war es wenigstens nur ein Versuch, aber seine kocht so etwas dauerhaft?<

Novec, der durch seine Vergangenheit immer noch etwas vertrĂ€umt und in Gedanken war bemerkte erst einen Moment spĂ€ter, dass schon etwas grĂ¶ĂŸere Mengen von dem lila Marmelade auf dem nĂ€chsten StĂŒck Fleisch von Baxeda landeten und ihn ins Reich der 1000 GeschmĂ€cker katapultierten. Die mehr als unhöfliche Frage vom GrĂŒnschnabel ĂŒberhörte Novec und konterte sofort mit einer Gegenfarge.

"Also deine Herr, Ă€hhhh Frau Mutter kocht so etwas öfters? Und das schmeckt dir? Muss echt Ă€hmm, ja eine Fabelhafte Köchin sein", grinste Novec verschlagen und strich sich dabei mit der rechten Hand ĂŒber den Hinterkopf, als er so darĂŒber nachdachte, dass er dauerhaft so ein Essen als halben Vergiftungsversuch werten wĂŒrde.

"Hast sicher eine sehr liebevolle Mutter oder GrĂŒnschnabel?"

Just in diesem Moment mischte sich Darragh in das GesprĂ€ch ein und erzĂ€hlte von Bahma. Unausweichlich erinnerte ihn die Beschreibung wieder an zu Hause. MĂ€rkte, Schmieden, Goldarbeiten, wertvolle Ware, kunstvollstes Handwerk, leckeres Essen und noch vieles mehr. NatĂŒrlich mit Ausnahme der Marmelade seiner Mutter, dachte er sich. Irgendwie erinnerte ihn in diesem Moment schon wieder alles an zu Hause und der tapfere kleine Zwerg musste seine Trauer stark unterdrĂŒcken. WĂŒrde er doch seinen Ärger, all die Wut, den Schmerz und die Trauer gern aus sich heraus brĂŒllen. Aber ging dies gerade nicht und selbst wenn, wĂŒrde dies fĂŒr ihn auch nichts Ă€ndern. Somit stand er seinen Zwerg und schwieg. Versuchte er doch lieber so normal wie möglich Darragh zu zu hören und Interesse zu zeigen, an dem was er sagte. Interesse hatte Novec von Anfang an, vor allem an Darraghs ErzĂ€hlung ĂŒber die gute Schmiedekunst. Wollte er doch unbedingt seine Axt reparieren lassen und um so weiter weg er von hier war, um so besser fĂŒr ihn. Vielleicht erwartet ihn ja dort ein neues Leben, dachte er sich.

Novec rappalte sich auf, und schritt einen Imposanten Schritt nach vorn und hielt eine Ansprache, die eines ehemaligen Zwergenhauptmanns mehr als wĂŒrdig war.

"Hatschi! Entschuldigt bitte, hab mich wohl etwas erkĂ€ltet, aber bei dem Wetter kein Wunder. Also Freunde wir haben uns denke ich genug Ausgeruht und das Wetter sieht auch nicht besonders aus. Ich schlage vor wir brechen alle auf und beschaffen uns etwas Proviant und AusrĂŒstung in der nĂ€chsten Stadt!"

Schnell zeigte sein Finger auf die einzelnen Personen und fĂŒhlte sich beim Kommandieren gleich viel besser. Es erinnerte ihn an die Zeit, als er noch in der Zwergenarmee war und viele tapfere Zwerge kommandieren konnte.

"Ich mach das Feuer aus und packe meine Sachen zusammen. Darragh kĂŒmmer dich um deinen Wagen und das Sture Tier und..."

Schnell schaute sich Novec um, war doch gerade in seiner Ansprache der FlatterdÀmon verschwunden. Kurz sondierte Novec die Gegend und erspÀhte den HalbdÀmon auf einem Baum bei Sinthara sitzend.

"Komm runter vom Baum du Marmeladen fressender GrĂŒnschnabel, sonst degradier ich dich zum Wurm! Ich mag es nicht sonderlich, wenn man meine Ansprachen nicht fĂŒr ernst nimmt! Und Kutte, kommst du nun mit oder gehst du einen anderen Weg?", brĂŒllte Novec mit kraftvoller Stimme und verknatztem Gesicht hoch in den Baum, ĂŒber dessen Krone das Wetter immer schlechter wurde. Dunkel und bedrohlich wurde der Himmel, Donnergrollen war zu hören und entfernt konnte man sehen, das Blitze einschlugen.

Schnell packte Novec nach seiner BrĂŒllattacke seine wenigen Habseligkeiten zusammen und mit einem Ruck war der Rucksack auf dem RĂŒcken.

"Also dann Fraunde, alle Fertig? Mir nach!"

Schon konnte man den gut gelaunten Zwerg voller Tatendrang davon stapfen sehen, bis auf einmal den Marschschritt des Zwerges eine Pause ĂŒberkam. Schnell drehte sich Novec verlegen und etwas lachend um.

"Ähmm in welche Richtung mĂŒssen wir eigentlich?"
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Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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