Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

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Einige Bewohner Asamuras kommen ursprĂŒnglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Novec Sarili Gojim
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#21

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 21:59

Novec stapfte frohen mutes pfeifend und singend durch den Wald. Mittlerweile dĂŒrfte es Mittag sein, verriet ihm sein Magen, der so laut knurrte wie sein Vater, wenn er seine Pfeifenkraut nicht finden kann. Vergessen waren die Aufregungen der letzten Stunden, hatte sich doch alles noch zum guten gewendet dachte er sich.

Trotzdem, was sollte er mit diesen neuen Bekannten machen? Sein gerade noch frohes und heiteres GemĂŒt wurde von Traurigkeit und Sorgen gaplagt. Tiefe Sorgenfalten breiteten sich auf seiner Stirn aus und seine Augen blickten betrĂŒbt. Novec hielt auf einer kleinen Waldlichtung an und staarte einfach vor sich hin. Ein kleiner Bach hatte sich seinen Weg durch die Lichtung gebahnt, gesĂ€umt mit einzelnen Steinen links und rechts. Ein kleiner Wasserfall, an dem gerade ein Reh seinen Durst löschte verbreitete ein beruhigendes Rauschen. Erschrocken und doch neugierig schaute das Reg den Zwerg kurz an, bis es nach einem kurzen Augenblick Ă€ngstlich im dunkel des Waldes verschwand.

Novec hingegen bemerkte davon nicht das geringste, war er doch zu sehr in seinen Gedanken versunken.

>Was mache ich nur mit ihnen? Nett sind sie ja, zugegeben etwas merkwĂŒrdig, aber nett. Trotzdem scheine ich sie auf irgend eine weise zu mögen. Was ist, wenn sie mehr von mir wissen wollen? Ich kann ihnen doch unmöglich die Wahrheit sagen, aber LĂŒgen geht auch nicht! Oder wenn sie mich fragen, ob wir gemeinsam ein StĂŒck des Weges reisen? Seit dem UnglĂŒck damals, habe ich nie wieder freundschaftliche GefĂŒhle fĂŒr jemanden empfunden, war doch der Schmerz so stark. Er ist immer noch da, aber warum mag ich die beiden trotzdem?<

BetrĂŒbt setzte sich Novec an den kleinen Bach und schaute ins Wasser. Novec sah einen jungen Zwerg, der voller Trauer war. Eine TrĂ€ne lief ihm ĂŒber die Wange, die ins Wasser tropfte um Wellen der Traurigkeit zu erzeugen wie er sich dachte.

"Bahhhrrr was mach ich hier, elende SentimentalitÀt! Ich bin Novec Sarili Gojim, ehemaliger Hauptmann der Zwergenarmee und benehme mich wie ein kleiner Zwerg!"

Novec rieb sich mit der linken Hand die Augen. "Ach, sie wollen schon sicherlich nicht mit mir reisen, ich mach mir zu viele Sorgen. Es gibt ein leckeres Essen und danach geht jeder wieder seines Weges," versuchte sich Novec lachend selber ein zu reden. Aber irgendwie hatte er das GefĂŒhl sich gerade selbst belogen zu haben.

Etwas geknickt, stand Novec wieder auf und lief langsam wieder zurĂŒck in den Wald und stellte sich vor einen kleinen Baum.

"Nun ja, dann wollen wir mal, ich wollt Holz holen und nicht trĂŒbsal blasen."

Der schon wieder etwas fröhlichere Zwerg nahm seine Axt aus der Halterung und holte mit beiden HÀnden weit aus.

"So, na dann, aus dem Weg Baum, hier kommt der Zwerg."

Mit aller Kraft wollte der kleine Hauptmann auf den Baum einschlagen, als im selben Moment ein Mark erschĂŒtternder Schrei durch den Wald hallte. Erschrocken davon verfehlte Novec sein Ziel und schlug mit aller Kraft die Axt auf einen Stein, die davon einen kleinen Sprung erhielt. Novecs Arme zitterten von diesem heftigen Aufprall.

"Was war das denn?"

Novec blickte sich erschrocken um, aber außer dem Rauschen des kleinen Baches und dem Singen der Vögel war nichts zu hören.

"Mhhh, schein ich mir eingebildet zu haben... Nun an, dann wollen wir... AHHHHH!"

Novec schaute mit entsetzen auf seine Axt und sah was geschehen war.

>Oh nein, meine Axt! Die Axt, die mein Vater mir zu meiner Ernennung zum Hauptmann geschenkt hat. Seine Axt die er im Poraha- Krieg gefĂŒhrt hatte. Was wĂŒrde Vater dazu sagen, wenn er wĂŒsste, was ich der Axt angetahn habe...<

Novec schaute, als hĂ€tte er den Tod höchst persönlich gesehen. Ein eiskalter Schauer leif ihm ĂŒber den RĂŒcken und seine Barthaare standen ihm zu berge. Er konnte förmlich spĂŒhren wie sein Vater hinter ihm stand! WĂŒtend, mit Zornesfalten im Gesicht, ZĂ€hne fletschend und bösartig glĂŒhenden Augen. Er konnte seinen Vater beinahe hören: "SOHN, WAS HAST DU GETAHN? MEINE AXT!"

Novec kniete vor Scham und Angst nieder und zitterte am Körper.

"Es tut mir leid Vater, dass wollte ich nicht, deine wundervolle Axt... Und das nur wegen einer Einbildung von mir."

Traurig schaute der Zwerg auf sein FamilienerbstĂŒck und faste einen Entschluss!

"Vater, ich werde meinen Fehler wieder korregieren. Ich lasse die Axt auf jeden Fall wieder reparieren, koste es was es wolle. Zum besten Schmied von Lodranion werde ich gehen. Danach wird unsere Doppelaxt wieder sein wie neu. Ich halte dieses SchmuckstĂŒck in ehren Vater, versprochen!"

Verbittert und traurig, aber denndoch besessen vom Gedanken die Axt wieder reparieren zu lassen, um sein fĂŒr ihn heiliges FamilienerbstĂŒck zu reparieren und seinen Vater zu besĂ€nftigen fĂ€llte der Zwerg doch noch den Baum und zerlegte ihn notdĂŒrfttig.

Mit einem neuen Ziel vor Augen trug der Zwerg den das Brennholz frohen mutes zum hoffentlich schon zerlegten Wolf.

>Nach dem ich mich gestĂ€rkt habe Vater, werde ich mich auf den Weg machen – versprochen!<

Als er jedoch wieder zu den anderen Stieß, lag da kein ordentlich zerlegter Wolf, eingerieben mit KrĂ€utern oder Honig, sondern es stand ein aufgeregter HalbdĂ€mon da und Sinthara hatte Honigwaben in beiden HĂ€nden.

"Was ein Überfall hier in der NĂ€he? Also hatte ich mir den Schrei vorhin doch nicht eingebeildet! Wir mĂŒssen den Leuten sofort helfen", brĂŒllte der Zwerg.

"Und du HalbdĂ€mon hĂ€llst dich zurĂŒck. Wir helfen den Leuten und plĂŒndern sie nicht aus! VorwĂ€rts!"

Mit gezĂŒckter Axt rannte Novec in die Richtung, in die der HalbdĂ€mon gerde eben noch gezeigt hatte.
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FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Sinthara
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#22

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:00

MĂŒhsam richtet sich Sinthara auf und rieb sich, nachdem sie Honigwabben alle in eine Hand buxiert hatte, den schmerzenden RĂŒcken.
Hatte schonmal jemand gesagt das das Moos der WĂ€lder nicht so weich war wie man behauptete.

wie gern wĂŒrde sie mal ihre FlĂŒgel ausbreiten, die stĂ€ndige enge Haltung war nicht sonderlich angenehm.
Aber hier konnte sie unmöglich, andererseits, waren beide nicht da und einen kurzen Moment wĂŒrde es ihr gut tun und sie konnte sich dann schnell wieder den Umhang drĂŒber werfen.

Aber noch ehe sie ihrer Idee etwas Gute abgewinnen konnte kam der Zwerg durchs Unterholz gestapft.
Gerade wollte sich Sinthara ihm zuwenden um ihm ihre Honigausbeute zu zeigen, landete Baxeda und rief schon etwas bevor er ĂŒberhaupt richtig gelandet war.

Kaum hatte er sich ausgesprochen und Sinthara wollte ihm gerade vorwerfen wie unsensibel und gierig er wÀre da nahm ihr Novrec das in gewisser Weise ab indem er meinte das man den Leuten doch helfen solle.

Sinthara legte die Honigwabben auf ein großes sauberes Blatt leckte sich ihre Finger rasch ab, bevor jene ebenso rasch in ihren Handschuhen verschwanden, bevor noch jemand merkte das sie Ă€hnliche krallenartige Finger hatte wie Baxeda, wenn auch auf eine viel feinere schönere Art, wenn man es den als schön bezeichnen konnte.
Eben wie zulange und viel zu spitze FingernÀgel.

Sinthara Ă€ußerte sich nicht zu der Situation sondern folgte dem Zwerg.
Unterwegs zog sie ihre Dolche nur um sogleich Kampfbereit zu sein. Obwohl sie zu Fuß unterwegs war, und Novrec schon einen kleinen Vorsprung hatte, holte sie ihn ohne Probleme ein und mußte ihre Geschwindigkeit dann etwas drosseln damit der Kurzbeinige nicht zurĂŒck blieb.
Nicht das er langsam wÀre, sicher nicht trotz der kurzen Beine, aber Sinthara war eben recht schnell.
Das Baxeda Schritt halten wĂŒrde können bereite ihr keine Sorgen immerhin hatte er seine FlĂŒgel.

Zusammen mit den Beiden erreichte sie den Weg auf welchem der Kampf herschte.
WĂ€hrend Zwerg und HalbdĂ€mon, sich nach einem kurzen Überblick der Situation, in den Kampf stĂŒrzte um den Fremden zu helfen, erstarrte sie.
Sinthara stand da wie angewurzelt und starrte nur mit weiten Augen, was man dank der Kapuze nicht sah, auf die KĂ€mpfenden.
~Menschen..~

Ein Durcheinander herschte in ihrem Kopf und Bilder strömten schnell, verwirrend und in einem Durcheinander auf sie ein.
So stand sie da wie zur SalzsÀule erstarrt wÀhrend wenige Meter vor ihr alles am KÀmpfen war.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#23

Beitrag von Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:00

Mit einer unerwarteten Eleganz wich Nelden den wilden Hieben des Orkkriegers aus. Die SchwerfĂ€lligkeit seiner Waffe verhinderte jedoch, dass er selbst gefĂ€hrlich werden könnte. Eisernes Klingen und wĂŒtende Ausrufe irrten kurz ĂŒber die kahle Lichtung, doch es dauerte nicht lange, bis Nelden den ersten Hieb einstecken musste. Der stumpfe Axt des Kriegers war zwar nicht durch die Ketten seines Waffenrockes gedrungen, doch der Schlag ließ ihn in die Knie gehen.
Darragh wurde durch einen weiteren unplatzierten Armbrustbolzen in seinem Fluchtversuch verhindert. Er hatte sich reaktionsschnell auf den Bodengeschmissen, als er das Klacken der Armbrust gehört hatte nur um zu sehen, wie der Bolzen einige Meter entfernt im Sand einschlug. Sofort war der kleinere Angreifer ĂŒber ihm, bereit auf unverschĂ€mte Art und Weise auf ihn einzustechen. Doch sein Dolch grub sich nur tief in den Boden als Darragh sich zur Seite rollte. Ein fester Tritt gegen die Beine des RĂ€ubers brachte diesen zum Wanken.
Schnell rappelte sich Darragh auf, bereit selbst zum Gegenangriff ĂŒberzugehen, als ihn ein kurzer schmerzhafter Schrei herumfahren ließ. Er konnte gerade noch sehen, wie der Orkkrieger seine Axt aus dem schmĂ€chtigen Oberkörper des Jungen zog und sich bedrohlich anschickte ihn, Darragh auf gleiche brutale Weise zu beseitigen.
Verzweifelt versuchte er beide Angreifer in Schach zu halten indem er seinen Dolch zur Abwehr vor sich hielt. Er könnte nochmals versuchen mit ihnen zu reden, aber er bezweifelte mittlerweile sehr, dass ihr Geist ausreichen wĂŒrde, auch nur ein Argument – vor allem in der gegebenen Situation – zu begreifen.
Plötzlich tauchten zwei weitere Gestalten auf. Er war verloren. Doch war es nicht möglich, dass die beiden Gruppen sich gar nicht gegenseitig kannten? Hoffnung! Darragh reagierte blitzschnell und in der einzigen fĂŒr ihn Sinnvoll scheinenden Art und Weise: „RĂ€uber! Orks! Nehmt euch in Acht, dort ist noch einer!“ Mit neuem Mut versuchte er die Verwirrung zu nutzen und sprang ĂŒberraschend schnell auf Menschen zu und stach mit dem Dolch zu.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#24

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:01

Die BĂ€ume rauschten unter Baxeda hinweg, als er eine gewaltige Kurve zog, damit man ihn nicht vorzeitig bemerkte. Schlecht gelaunt dachte er ĂŒber den bevorstehenden Kampf nach.

Novec und Sinthara hatten mit ihrem Gerechtigkeitssinn einen dicken fetten Strich durch seine schöne Rechnung gezogen. Er hĂ€tte reich sein oder zumindest ordentlich Beute machen können! Was hĂ€tte er sich alles davon kaufen können, einen schönen warmen Pullover, oder ein neues Angelset. Oder ein neues Pferd fĂŒr seine Mutter und den Ziehvater, damit ihr alter Gaul in Rente gehen konnte.

Aber nein, stattdessen musste man ja der Gerechtigkeit frönen – noch dazu ohne die Gewissheit einer Gegenleistung! - und den armen Opfern des Überfalls helfen.

Gerechtigkeit, was war das schon?
Nur ein schöner Traum, den die RealitÀt mit eisiger Faust zerquetschte.

Ja, auch Baxeda hatte frĂŒher versucht, ein gutes Leben zu fĂŒhren, doch es war ihm schneller ausgetrieben worden, als er Aber das ist ungerecht! hĂ€tte rufen können. Wer Gerechtigkeit dauerhaft leben wollte, wĂŒrde bald ein Opfer seiner blinden TrĂ€umereien werden. Sein Luftschloss wĂŒrde ĂŒber ihm zusammenstĂŒrzen und ihn unter sich begraben.

Sollten Novec und Sinthara doch machen, wie sie wollten, frĂŒher oder spĂ€ter wĂŒrden sie sehen, was sie von ihrer Milde hatten. Davon war Baxeda ĂŒberzeugt.

Doch wie kam er nun doch noch in den Genuss von Beutegut?

Mit allen gleichzeitig konnte er es unmöglich aufnehmen. Wenn er wollte, dass fĂŒr ihn noch etwas abfiel, wĂŒrde er sich auf die Seite der Sieger schlagen mĂŒssen – und da er im Moment mit Novec und Sinthara zusammen einschritt, musste er dafĂŒr sorgen, dass sie es waren, welche den Kampf fĂŒr sich entschieden! Nur so kam er an seinen Lohn.

WĂ€hrend die beiden geradewegs auf der alten Salzsstraße entlang rannten, um schnellstmöglich beim Ort des Gefechts anzukommen, kam Baxeda aus der anderen Richtung. Er mochte keinen direkten Konfrontationen und wenn er schon dazu angetrieben wurde, sich in anderer Leute KĂ€mpfe einzumischen, dann wollte er wenigstens von hinten angreifen – das barg das geringste Verletzungsrisiko. Er dachte ja gar nicht daran, fĂŒr wildfremde Leute seinen pelzigen Hintern zu riskieren.

Helfen wollte er indess inzwischen trotzdem – sicher wĂŒrde der Besitzer des Maultieres seine Rettung großzĂŒgig vergelten! Anders war heute keine Beute mehr zu machen.

FĂŒr die Landung suchte er einen dicken Ast, der nicht wankte, als seine FĂŒĂŸe darauf trafen. Ah, da unten waren sie, gleich alle auf einen Haufen. Novec und Sinthara trafen gerade ein und hielten inne, offenbar um sich einen Überblick zu verschaffen.

Mal sehen...

Da, ein großer Ork und ein Mensch rangelten mit einem zweiten Menschen, der in schicke Stoffe gekleidet war. Sogar Stickereien hatte er an den RĂ€ndern seines Gewandes! Die anderen Leute hingegen waren schmutzig, ungepflegt, wie RĂ€uber oder Söldner eben so aussehen. Der gut gekleidete Mann wand sich wie eine Schlange und wich geschickt ihren Angriffen aus. Dabei konnte Baxeda sein Gesicht sehen. Sogar sein Bart war sorgfĂ€ltig gestutz! Das war definitiv keiner, der RaubĂŒberfĂ€lle nötig hatte.

Wenn das nicht der EigentĂŒmer des bepackten Maultieres da ist, dann fress ich einen Goblin!
Und er sieht aus, als ob er durchaus was springen lassen könnte, wenn man ihm hilft.


Es klackte.

Baxedas Kopf fuhr herum. Da war noch ein ArmbrustschĂŒtze, den er bisher ĂŒbersehen hatte und der auch noch auf den armen Kerl feuerte.

Vortrefflich! Einer ohne Nahkampfwaffen!

Baxeda glitt von der abgewandten Seite des Stammes herunter und huschte hinter den SchĂŒtzen. Der war voll auf das Geschehen des Kampfes konzentriert und hörte ihn nicht kommen. Baxedas Faust schloss sich fester um den Griff seines Jagdmessers. Heute wĂŒrden es Menschen sein, die er jagte...

Entschlossen rammte er dem Mann die Klinge ins Genick.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#25

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:02

Als Novec und Sinthara gerade beim Überfall angekommen waren, stĂŒrzte er nach vorn zu den Banditen. Normalerweise war Novec ein kĂŒhler Kopf, der immer erst die Lage komplett einschĂ€tze und danach ins Feld zog. UnĂŒberlegte Aktionen waren eigentlich nicht seine Sache. Dieses mal war es aber anders, etwas hatte ihn den Verstand vernebelt. Es war ein Hass, der schon so lange in ihm wĂŒtete und blind vor Zorn machte.

Denn gerade als Novec um die Ecke kam, endeckte er etwas, was diesen Hass in ihm auslöste. Einen Poraha! Zusammen mit einem anderen mies gekleideten und stinkenden Menschen, die beide zusammen einen HĂ€ndler ĂŒberfielen. Dies war fĂŒr Novec leicht zu erkennen! Zum einen hatte er noch nie etwas von einem netten Poraha gehört, zum anderen war die Kleidung des am Boden liegenden und sich windenden Menschen dermaßen geschmacklos, so was trĂ€gt kein Söldner!

"PORAHA", schrie Novec in die Richtung seines Gegners. Doch dieser versuchte noch immer auf den Gegner ein zu schlagen. Keiner hatte Novec gehört, was ihn noch mehr erzĂŒrnte. Novec, der schon seine Axt gezogen hatte blieb stehen, athmete tief ein und brĂŒllte abermals aus aller Kraft. "PORAHA!"

Wieder hatte niemand den Zwerg gehört, außer vielleicht der HĂ€ndler. Dieser zeigte gerade in seine Richtung. Vermutlich wollte er die Gegner ablenken um zu fliehen dachte sich Novec. Endlich schauten sich der Poraha und der Zwerg an. So wie es sich Novec gewĂŒnscht hatte.

"Na endlich, wie viele male soll ich noch rufen Poraha? Hab ja schon gehört das ihr Schwerhörig seit, aber das ihr dermaßen taub seit ist ja kaum zu glauben. Da hört ja meine Großmutter besser!"

"Ach sieh an ein Zwerg... Entschuldige das ich dich nicht gleich hörte, ich bin gerade mit einem Überfall beschĂ€ftigt, dass GeschĂ€ft ruft, wenn du verstehst was ich meine", scherzte der Söldner.
"Sind eure Höhlen voll Wasser gelaufen oder was verschafft mir das verknĂŒgen einen Maulwurf an der ErdoberflĂ€sche zu sehn?"

"Werd nicht frech Poraha, sonst stuz ich dir schneller deine Zunge als dir lieb ist", brummte Novec mit bösartiger Stimme. Er war sichtlich angespannt, Hass kochte in ihm hoch, was man unter anderem an seinem schweren Athmen, seinem Schnaufen, und seinen bösartig zusamemn gezogen Augenbraun erkennen konnte.

Gerade in diesem Moment wollte der Mensch, der noch eben neben dem Poraha stand mit dem Messer in der Hand auf ihm zu rennen, als der Poraha abwinkte, um ihn von der Tat ab zu halten. Er hielt, wenn auch wiederspenstig und ĂŒberraschend an.

"Na was hat denn mein kleiner Zwerg, warum so böse?" Hallte es mit lachend bösartiger Miene aus dem Gesicht des Poraha. Man merkte, dass er den Zwerg nicht ernst nahm und ihn provozieren will.

"Kleiner Zwerg, fĂŒr dich Scheusal immer noch Herr Zwerg! Ich bin Novec Sarili Gojim, Hauptmann der Zwergenarmee und du bist dem tode Poraha!"

"Ach wie nett, ein Hauptmann! Und des todes bin ich auch noch, och je jetzt hab ich aber Angst vor dir! Bist wohl immer noch böse ĂŒber unseren Angriffskrieg vor ein paar Jahren? Tja fast wĂ€re es aus gewesen mit eurer kleinen Stadt", raunte der Söldner als er seine HĂ€nde aus einander hielt, als wolle er ein gespieltes Mitleid ĂŒbermitteln. Sein breites grinsen aber verriet, dass er den Zwerg nur noch mehr anstacheln wollte und sich schon auf den Kampf mit ihm freute.

"An deiner Stelle wĂŒrde ich nicht so Großkotzig daher kommen. Unser Angriffskrieg, als das ich nicht lache! Du trĂ€gst zwar die RĂŒstung und den Schmuck der Poraha. Hast eine SchĂ€delkette um den Hals um zu zeigen wie toll du doch bist, trĂ€gst eure Kriegsbemalung, aber du bist ein Nichts! Ein blauer Poraha, du bist das niederste eurer elenden Rasse! Ein Außenseiter, Nichtsnutz, ein Versager, den kein Poraha in seiner NĂ€he haben will", brĂŒllte der Zwerg lauthals zu ihm.

"Elende kleine Erdratte", fluchte es aus dem Hals des Poraha, als er blitzartig mit seiner Axt auf den Zwerg zu rannte, der ebenfalls Wut entbrannt los stĂŒrmte.

Es hallte dumpf als die Äxte der beiden auf einander prallten. Angespannt standen beide da und versuchten des anderen Axt beiseite zu drĂŒcken. VerblĂŒfft war der zweite Söldner, der noch vor wenigen Augenblicken selbst den Zwerg angreifen wollte. Konnte es sein, dass ein kleiner Zwerg genau so viel Kraft hat wie sein Partner der Poraha?

Wohl eher nicht, Novec wurde nach wenigen Sekunden vom Poraha zur Seite gedrĂŒckt und landete liegend mit dem Gesicht im Dreck. Zum GlĂŒck hatte er dabei seine Axt nicht verloren, die er immer noch fest umschlossen in der rechten Hand hielt.

"Elender Poraha", raunte Novec als er wieder auf die Beine kam und ein weiteres mal auf ihn zu stĂŒrmte. Gerade als er und der Poraha ein weites mal auf einander trafen, gab es unweit von ihrem Kampf einen lauten Schrei. Novec sah gerade noch aus den Augenwinkeln, dass der HalbdĂ€mon einen zweiten Menschen erledigt hat, den er bisher noch nicht gesehen hatte.

>Ein ArmbrustschĂŒtze?! Noch mal gut gegangen, den hatte ich vollkommen ĂŒbersehen<, dachte der wĂŒtende Zwerg, als er gerade mit seiner Axt ausholte.

Der Poraha indessen, war erschrocken und einen Augenblick unaufmerksam geworden. Diesen Moment nutzte Novec und schlug mit der Axt zu traf. Mit einem Blut triefenden halb abgetrennten Bein ging der Poraha langsam zu Boden. Noch im stĂŒrzen des Gegners holte der Zwerg ein weiteres mal aus und schlug zu, dieses mal auf den Hals seines Gegners. Leblos fiel der BlauhĂ€utige zu Boden.

So hatte der Kampf doch nicht so lange gedauert wie Novec eigentlich gehofft hatte.
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Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#26

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:02

WĂ€hrend der Anblick des Orkes sie völlig kalt ließ, ließ sie die Anwesenheit der Menschen es nicht. Wie erstarrt beobachtete sie die Kampfszene welche sich vor ihren Augen abspielte.
Ihr Innerstes spielte verrĂŒckt, da mischte sich Angst, Hass, blinde Wut und irgendwo auch leichte Verzweiflung.
Also ein heilloses Durcheinander.

aber trotz des Durcheinanders entging ihr nichts.
Als erste fiel ihr der Mann inmitten des GetĂŒmmels auf. Seinem Aussehen nach zu urteilen war er das Opfer in der ganzen Geschichte hier.
Sinthara fand es gut das sie ihm halfen und doch wĂŒrde irgendwas tief in ihr, sich am liebsten auf ihn stĂŒrzen und regelrecht wortwörtlich in StĂŒcke reißen.

Sie wurde abgelenkt als sie aus den Augenwinkeln bemerkt wie Baxeda im Hintergrund einen SchĂŒtzen kaltblĂŒtig erstach.
Unbewußt stahl sich ein kaltes kurzes LĂ€cheln auf ihr zarten Lippen.

Nur das Verhalten des Zwerges irritierte sie. Warum bei wessen Namen auch immer unterhielt er sich erstmal mit dem Ork anstatt selbigen gleich zu töten.

Abgelenkt , abseits stehend und dazu noch ihre zierliche Gestalt schien verlockend und ein einfaches Opfer.
So zumindestens dachte sich wohl einer der Söldner der sich bis dahin wohl im Hintergrund gehalten hatte oder noch ein Neuling in dem Handwerk war.
Jedenfalls schlich er sich mit gezogener Waffe an Sinthara herran, ihr feines Gehör machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung.

In einer geschmeidigen Bewegung drehte sich die HalbdĂ€monin um und der Bandit konnte direkt in ihre kalten und blutdurstig funkelnden blutroten Augen sehen, bevor sie sich auf ihn stĂŒrzte und mit bloßen ZĂ€hnen direkt die Halsschlagader durchbiss.
Nicht umsonst hatten selbst Tieflinge verdammt spitze ZĂ€hne.

Viel hĂ€tte nicht gefehlt dann hĂ€tte ihn Sinthara in tausende StĂŒcke zerissen aber sie schaffte es ihre kaltblĂŒtige HĂ€lfte unter Kontrolle zu bekommen und versetze dem Mensch noch einen Stich direkt an der Stelle wo sie ihn gebissen hatte.
Man könnte meinen ein Raubtier hÀtten den Kerl angefallen aber dank des Dolchstiches und des vielen Blutes sah man es nicht mehr so genau.
Was von Sinthara auch beabsichtigt wurde.

Plötzlich gab es einen Stoß von hinten.
Rasch drehte sie sich um und sah sich dem Maultier gegenĂŒber, welches von dem Kampf wohl doch verĂ€ngstigt wurden war und wild los gerannt war, genau auf Sinthara zu.

Vorsichtig hielt sie es an und flĂŒsterte leise ein paar beruhigende Worte in elfischer Sprache.
Entweder war es die Sprache oder der melodisch sanfte Klang der Stimme welche das Tier zu beruhigen schien.

Sinthara selbst schien wie ausgewechselt. Wer die Szene beobachtet hatte wĂŒrde kaum glauben können das es ein und die selbe Person war.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#27

Beitrag von Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:02

Der Stoß ging ins Leere, brachte den Banditen aber ins Wanken.Einen schwachen Gegenangriff wehrte Darragh ab indem er seinen Ellbogen auf den Arm des Angreifers niedersausen ließ und ihm mit der unbewaffneten Hand auf den Kehlkopf schlug. Der Schlag war nicht krĂ€ftig, aber Ă€ußerst zweckmĂ€ĂŸig.

Einer der Fremden war ein Zwerg. Und was fĂŒr einer! Es war vielleicht das erste Mal seit langem, dass der HĂ€ndler nicht gleich dem Implus folgte sich unauffĂ€llig zu entfernen, wenn er einen Zwerg sah. Dieser hier war sicherlich kein HĂ€ndler und daher fĂŒr ihn ungefĂ€hrlich.
AmĂŒsiert beobachtete Darragh wie der krĂ€ftige Krieger protzig nach dem Pohora schrie. Ja er verspottete ihn regelrecht. Anerkennend stellte er fest, dass die Wortwahl und der Spott des Zwerges einschlugen. Darragh war kurz davor mit in die Wortschlacht einzusteigen, entschied sich dann aber anders, denn zumindestens hielten die verhehlenden Worte das blauhĂ€utige Scheusal davon ab ihn anzugreifen.
Dann prallten die MĂ€chte endlich aufeinander - ein bisschen anstrengend waren die Hasstiraden schon geworden, Darragh konnte es ĂŒberhaupt nicht ausstehen andere Leute viel und besonders lange reden zu hören.
Darragh wandte sich wieder seinem GegenĂŒber zu. Der schmĂ€chtige Angreifer schien unentschlossen und verunsichert. Als sein blauhĂ€utiger Kumpane fiel, entschied er sich fĂŒr eine rasche Flucht und der HĂ€ndler ließ ihn laufen. Sollte doch jeder wissen, dass es gefĂ€hrlich sein kann HĂ€ndler zu ĂŒberfallen.
Ein Schrei deutete an, dass in der NĂ€he ein weiterer Kampf stattfand, Darragh konnte jedoch nicht zuordnen woher das GerĂ€usch kam. Er schaute sich suchend nach dem Maultier um und blickte unverwandt in die Richtung in der gerade eine junge Frau einen Banditen.....ja .. es schien als riss sie ihm die Kehle heraus. Sofort begriff der HĂ€ndler, dass das Gesehene nicht fĂŒr seine Augen bestimmt war und drehte sich weiter suchend im Kreis.

Sein Blick blieb an der Leiche des Pohora und dem darĂŒber thronenden Zwerg hĂ€ngen.

„Danke. Ich bin euch sehr zu dank verpflichtet. Ein GlĂŒck das ihr kamt.“ Mittlerweile hatte Darragh sein Gesicht wieder unter Kontrolle. „Huch, das war wirklich knapp. Ich konnte ihnen leider nichts anbieten um meinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Wo ist den mein Esel.. achja da.“ Ungeschickt stolperte er zu der grazilen Frau und dem Tier. Es war anscheinend in guten HĂ€nden und wirkte seelenruhig. Ganz im Gegenteil zu Darragh, dem man zwar auch nichts anmerkte, der aber im Inneren noch immer nicht ĂŒber die Szene hinweg war die er beobachtet hatte.

„Ich heiße Darragh Edlaien. Zusammen mit diesen beiden armen MĂ€nnern war ich auf dem Weg nach Norden.“ Ja soviel konnte er sagen, niemand wĂŒrde ihn krumm ansehen. „Wer seid ihr und was macht ihr in dieser Gegend?“

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#28

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:03

FĂŒr Baxeda war der Kampf erledigt. Er widmete sich in aller Ruhe seiner blutigen Tat, ohne auch nur einmal aufzusehen. Ein Schnitt hier, ein Schnitt da... Seine Ohren hĂ€tten ihm schon verraten, wenn sich jemand nĂ€herte, dazu brauchte er seine Augen nicht. Nun war das Übliche vollbracht. Zufrieden befestigte er die blutige TrophĂ€e an seinem GĂŒrtel. Wenn er GlĂŒck hatte, konnte er sie in der nĂ€chsten Stadt an einen Alchimisten oder Nekromanten verhökern!

Baxeda trat aus den BĂ€umen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Novec war aus dem Schneider, sehr gut. Mit ihm konnte man den Sieg sicher feuchtfröhlich begießen! Baxeda hatte sich schon Sorgen um den Zwerg gemacht.

Und Sinthara – bei allen Tashazzis!
Sinthara verhielt sich soeben höchst unelfisch und biss einen der Menschen tot.
Ja, sie biss ihn tot!

Na, gucke mal einer an! Und vor ein paar Minuten hat sie mir noch eine Moralpredigt gehalten!

Baxeda musste schmunzeln. Einem Mann die Kehle zu zerfleischen, dafĂŒr brauchte man sehr spezielle ZĂ€hne. Nicht die ZĂ€hne eines Elfen, auch nicht die eines Menschen oder gar eines Poraha konnten solche Zerstörung von Fleisch bewirken. Kein Wunder, dass Sinthara so selten sprach, man hĂ€tte schnell gemerkt, was Sache ist. Mit solch einem Gebiss redete man nun einmal anders – und es ließ sich verdammt schlecht hinter den Lippen verstecken, sobald man den Mund aufmachte.

Baxedas Schmunzeln zog sich zu einem Grinsen auseinander. Was bei den anderen wohl höchstes Entsetzen auslösen dĂŒrfte, hatte bei dem Tiefling soeben dazu gefĂŒhrt, dass Sinthara auf seiner Sympathieleiter sehr viele Sprossen auf einmal erklomm. Plötzlich erschien sie ihm gar nicht mehr als naive, spinnenbeinige und hochnĂ€sige Elfe. Ihre Arroganz schrumpfte mit einem Mal zusammen zu dem Schauspiel einer Frau, die wahrscheinlich sehr viel durchgemacht und noch mehr zu verbergen hatte – wie so viele ihrer Art.

Ja, plötzlich konnte er sie regelrecht gut leiden. Das erklĂ€rte auch die anziehende Wirkung ihres Duftes; Baxeda hatte schon an seinem guten Geschmack gezweifelt, dass auf einmal Elfen gut fĂŒr ihn riechen sollten. Hah, von wegen! Er war noch völlig normal!

Lautes Hufgetrampel unterbrach Baxedas gedankliche SelbstgesprĂ€che. Das Maultier machte sich daran, samt seinem GepĂ€ck durchzugehen – doch es unterbrach jĂ€h seine ĂŒberstĂŒrzte Flucht, als Sinthara mit ihm sprach. Hervorragend, sie sicherte den Lohn! Rasch machte Baxeda sich auf den Weg zu ihr, da kam der Mensch mit den schicken Klamotten ihm zuvor und sprach Sinthara an. Baxeda lauschte und verstand halbwegs dessen Namen, Darragh Irgendwas. Er schien ihn noch nicht bemerkt zu haben.

Als Baxeda wenige Augenblicke spĂ€ter ins Sichtfeld der beiden trat, fauchte er ein kurzes „Buh!“ zu Darragh, besann sich dann aber eines Besseren. Immerhin wollte er von ihm augezahlt werden. „Ich heiße Baxeda“, stellte er sich nun in freundlicherem Ton vor, „aber du darfst Baxi zu mir sagen. Und ich bin ein DĂ€mon.“

Dann schlenderte er, wie um beilĂ€ufig die Leiche zu besehen, ganz dicht hinter Sinthara vorbei und flĂŒsterte so leise, dass nur ihrer beiden Ohren die Worte erfassen konnten.

"Ich hab`s gesehen, HĂŒbsche!"
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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#29

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:03

Mit einem Schrei war alles vorbei! Sinthara hatte den letzten der Banditen auf dem Gewissen. Wie hatte diese zierliche, kaum redende Pazifistin dies nur angestellt?

>Mhhh, eigenartig... Hab ich mir das gerade eingebildet in meinem Zorn oder hat sie wirklich den Dieb in den Hals gebissen? Wenn ja, scheint wohl ein großes Geheimnis ĂŒber dieser verhĂŒllten Person zu liegen. So BlutĂŒberströmt wie der Gegner und ihr Gesicht ist, glaub ich aber bald nicht das ich mir das eingebildet habe. Somit wĂ€re auch ihre Elfengeschichte eine LĂŒge, denn so brutal gehen diese nicht vor. Ich sollte sie lieber im Auge behalten<, dachte sich Novec als er langsam seine Wut wieder unter Kontrolle bekam und ruhiger worde. Gebannt schaute der Zwerg auf den erlegten Poraha.

"Mhhhhh, wieder einer dieser kriegslustigen, elenden Poraha weniger. Ich frage mich immer wieder wie es die Götter zulassen konnten, dass sich so etwas ĂŒberhaupt entwickeln konnte. Odonolos, was hast du dier Welt angetahn, als du zugelassen hast, dass sich Poraha auf dieser Welt ausbreiten!"

Abgewendet von seinem Gegner und seinem abgetrennten Kopf schritt Novec langsam, mĂŒrrisch zu den anderen.

"Elendes Poraha Pack, wenn ich daran denke, was sie meinem Volk angetahn haben, Bahhrrr... Ich könnte sie..."

Mit einem male wandelte sich das GemĂŒt des tapferen Zwerges, als er wieder bei seinen Bekannten stand.

"Ahhhrrr entschuldigt bitte, Ă€hmmmm, alter Zwist mit den Poraha. Aber lasst uns nun ĂŒber etwas anderes reden. Nun HĂ€ndler, dass war mehr als knapp fĂŒr dich! Um ein Haar hĂ€ttest du unsere Götter kennen gelernt, da waren wir gerade noch einmal rechtzeitig da. Wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Novec Sarili Gojim, ein Zwerg aus Dhvaras. Ich hoffe der Hauptmann der Zwergenarmee konnte behilfreich sein?!"

Die Antwort konnte er schon gar nicht mehr abwarten, als ihm schon der nĂ€chste Gedanke durch den Kopf eilte. Eigentlich kannte die Antwort ja auch schon, stolz war auf den Sieg ĂŒber den Poraha.

"Sagt mal, da hinten liegt noch ein schmackhafter Wolf! Also kĂ€mpfen macht mich mĂ€chtig hungrig. Ich wĂŒrde sogar den HĂ€ndler mit einladen, hauptsache es gibt endlich ein essen, was meint ihr?"

>Siehst du Vater, ich mache deinem Namen alle ehre und ebenso deiner Axt. Ich habe dir versprochen, dass ich die Axt gut einsetzen werde und mein versprechen halte ich auch.<

"Los nun, ich will was essen!"

Kurz drehte sich Novec noch einmal zum HalbdĂ€mon um und winkte ihm zu, dass er sich etwas zu ihm herunter beugt. Die Hand hielt der Zwerg vor den Mund, als er sehr leise flĂŒsterte.

"He du sag mal unter uns, weißt du wie man Schrumpfköpfe herstellt? Will mir aus dem Poraha einen machen!"
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FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Re: S.Z.D. - Kapitel 1 - Am Waldrand

#30

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:03

Die Ohren des Maultieres wackelten kurz als sie beruhigend in elfischer Sprache zu ihm sprach. ganz leise so das auch nur das Tier die melodischen Worte vernahm.
Liebevoll strich sie ihm ĂŒber das Fell. Ein schönes Tier , nur so schwer beladen.
Sinthara hÀtte ihm gerne die Ladung abgenommen, traute sich dann aber doch nicht, erst Recht als sie aus den Augenwinkeln bemerkt wie der Fremde , doch recht zielstrebig auf sie zukam.

Als er bei ihr ankam zuckt sie zurĂŒck. Zwar etwas auffĂ€llig aber das war egal. Das Maultier schĂŒttelte Störrisch den Kopf und stieß kurz mit dem Maul in Richtung Darragh. Fast so als wĂŒrde es das Tier stören das er die Streicheleinheiten unterbrochen hatte.
Vieleicht aber erkannte es ihn lediglich als seinen herrn wieder.

Da kam es ihr gerade Recht das baxeda sich dazu gesellte.
Sinthara nutze seine Anwesenheit und trat noch etwas zurĂŒck von dem Menschen.

~ Ich habe es gesehen....~

Baxedas Worte hallten in ihrem Kopf wieder. Oh nein jetzt war alles vorbei. Das Plappermaul wĂŒrde es sicher nicht verschweigen, wobei wenn er es gesehen hat haben es vieleicht auch Andere gesehen?

Sinthara mustert unauffÀllig die anderen Beiden konnte aber nicht feststellen ob diese etwas gesehen hatten oder nicht.
Vieleicht wĂŒrden sie auch denken sie haben es sich nur eingebildet.

Noch etwas durcheinander von Baxedas Worten hatte sie den Großteil der Unterhaltung nicht mitbekommen und bekam nur noch mit das Novec unbedingt was Essen wollte.
FlĂŒchtig sah sie nochmal zu dem Menschen.

"Ich bin Sinthara." *knapp und leise aber verstÀndlich und mit diesem leicht melodischem Klang, welchen man bei Elfen in der Stimme oft hört, waren die Worte gesprochen.

Dann wande Sinthara sich rasch ab und zog die Kapuze sicherheitshalber nochmal zurecht und nutze den Moment auch aus um sich das Blut von den Lippen zu wischen.
Als sie dabei an Baxeda vorbei ging senkte sie unwillkĂŒrlich noch etwas den Kopf, selbigen leicht abwenden.

Sie kniete sich neben dem Wolf der noch unberĂŒhrt an der Stelle lag wo sie ihn getötet hatte und begann ihm mit geschickten Finger und ihrem noch blutigem Dolch das Fell abzuziehen.

Die junge Tieflingsfrau sah keinen Grund weiter zu gehen. Der Platz hier, eignete sich doch recht gut als Lager.

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