S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawellir


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Einige Bewohner Asamuras kommen ursprĂŒnglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Novec Sarili Gojim
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S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawellir

#1

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:14

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Hier spielt der erste Teil der Reise:
Link
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Eigenartiges Gemurmel war zu hören als Novec langsam wieder das Bewusstsein erlangte. Ein schuckeln bemerkte der Zwerg unter sich und fĂŒr einen kurzen Moment war er sichtlich irritiert.

>Was ist hier los, warum wackelt alles und wo bin ich?<, dachte der Zwerg, als er
gerade versuchte sich zu bewegen. Ein starker, stechender Schmerz in der Schulter hielt ihn davon ab und augenblicklich wusste er wieder alles, was geschehen war. Gefangen genommen wurde er, von Zwergen und Allianzlern. Nun erkannte er auch das Gemurmel um sich herum, war es doch eindeutig Nidawellir, die Sprache der Zwerge.

Angst machte sich in dem kleinen BarttrĂ€ger breit. Was wĂŒrden sie wohl mit ihm anstellen, dachte Novec kurz, doch in seinem inneren wusste er es schon, was ihn erwarten wĂŒrde. Sofort trug der Gedanke in seinem Kopf FrĂŒchte zu fliehen. Vorsichtig öffnete Novec einige Millimeter die Augen, um zu sehen wo er sich befand.

Ein Holzgitter um ihn herum, war das erste was Novec sehen konnte. Somit stand auch gleich fest, dass er ein gefangener war. Eine rot- braune Steindecke war nur wenige Meter ĂŒber dem Gitter aus zu machen. Auch auf der rechten Seite war alles steinig, sehr grob behauen. Eine Vorahnung kam in ihm auf wo er war, aber schaute er sich zunĂ€chst weiter um. Nur um sicher zu gehen, dass ihm der Schein nicht trĂŒgte. Jedoch konnte er aus dieser Position nicht mehr erkennen, so schaute er sich etwas um und erblickte links in der Seitenwand des Karrens einen Spalt mit großen Astloch.

Ein Versuch war es Novec alle male wert, vielleicht konnte man durch das Astloch etwas mehr sehen. Drum rutschte der auf dem RĂŒcken liegende Zwerg etwas nach links, um einen besseren Blickwinkel zu haben. Wie er beim herĂŒber rutschen bemerkte, schmerzte die Schulter zwar extrem, jedoch nicht so sehr wie im Wald. Man musste sie ihm wohl versorgt haben, zumindest profisorisch.

Sein rechtes Auge blickte durch das Astloch und beiseite waren alle Hoffnungen, hatte er es doch geahnt. Er befand sich auf einem schmalen Pfad viele hundert Meter in der Höhe, am Rande einer
gigantischende Höhle.

Überall waren kleine Gestalten da unten in der Ferne zu sehen. Ebenfalls GebĂ€ude eines mehr als bekannten Baustiles. Am Deckenfirmament sah er tausende und aber tausende Kristalle, die alles in der Höhle Tag hell erleuchteten. So hatte er es doch geahnt, er war in Nidawellir, dem unterirdischen Reich der Zwerge.

Gerade wollte sich Novec wieder in seine Ausgangsposition zurĂŒck legen, als seine Augen zufĂ€llig einen Bereich an der Decke erblickten, den er bis jetzt ĂŒbersehen hatte. Eine rießige hunderte Meter Durchmesser große Kuppel aus hellblĂ€ulichem Gestein blickte er an. Groß wurden Novecs Augen, wusste er doch ganz genau wo er nun war, etliche male hatte er doch schon diesen Anblick gesehen.

Er war in Dhvaras, genauer gesagt, das Regierungsviertel von Dhvaras, mitten im Herz des Zwergenreiches.
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FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#2

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:16

"Verdammt! Man alter Junge, dass wars fĂŒr dich. Aus der Sache kommst du nicht mehr raus.", dachte Novec als er sich unter den knarzenden Hölzern des Wagens wieder auf den RĂŒcken legte.

"Ach schaut mal wer da aufgewacht ist. Unser kleiner ehemaliger Hauptmann ist aus seinem Schlaf erwacht.", lÀsterte eine hochnÀsig blickende Zwergenwache, als sie bemerkte, dass der Gefangene erwacht war.

"Was der lebt noch? Dachte der wĂ€re schon tot, nach dem Blutverlust und der schweren Wunde. Brummhammer hat mehr als zwei Stunden gebraucht, bis die Wunde versorgt war und die Blutung endlich richtig unter Kontrolle war. Dachte er wĂŒrde die Reise hier her nicht ĂŒberleben.", war von einer anderen Stimme zu hören, aus der auch etwas Bewunderung zu erkennen war.

"Ist doch sowieso egal, er hat eh nur noch wenige Tage. Vielleicht wĂ€re auch dieser Tod besser gewesen, den hat er nicht gemerkt. Wenn die Verhandlung durch ist, wo er sowieso nicht heil raus kommt, war es das sowieso fĂŒr ihn.", sprach ein dritter Zwerg.

"Das werdet ihr ja noch sehen! Novec Sarili Gojim gibt niemals auf und in der Verhandlung werdet ihr sehen, dass ich unschuldig bin!", brĂŒllte der auf dem RĂŒcken liegende aus vollem Hals.

"Gib Ruhe und schreie hier nicht so herum. Eine wirklich Faire Verhandlung bekommst du eh nicht, dass weiß fast jeder hier. Der Richter ist ein langfristiger Bekannter der Person, die du getötet hast."

„Was wie kann so was sein?“, antwortete Novec augenblicklich.

„Das weiß ich doch nicht, aber ist mir auch egal und so geht es anderen auch. Ist halt das Schicksal eines Mörders.“

Sprachlos war der gefesselte Zwerg mit einem male, wusste er doch nun, dass all seine Hoffnung hinĂŒber war. WĂŒrde doch der Richter auf jedem Fall befangen sein und ihm zum Tode verurteilen. Hoffnungslosigkeit machte sich in Novec breit, als der Tross ĂŒber eine große Steinerne BrĂŒcke fuhr, die ĂŒber einen hunderte Meter tiefe Schlucht ragte. Mit wĂ€ssrigen Augen sah Novec durch das Astloch nach draußen in die Schlucht herab und ĂŒberlegte sich was nun wird. WĂ€re es nicht besser, wĂŒrde der Wagen gleich hier hinab fallen und all die Qualen wĂ€ren fĂŒr ihn vorbei? WĂŒrde man ihn doch in der Verhandlung als Mörder hinstellen. Ihn den ehemaligen Hauptmann, der noch so eine große Karriere vor sich hatte. Beinahe vertrĂ€umt sah sich Novec weit um.

Überall sah er kleine aus Lehm und Erde gebaute HĂ€user. Eng an Eng ohne viel Platz zu verschwenden wurden die HĂ€user gebaut die nie grĂ¶ĂŸer als ein Stockwerk waren. Nur weiter hinten sah er große prunkvolle GebĂ€ude die sich ĂŒber alle anderen Bauten erhoben. Dieser Bereich war das Regierungsviertel mit seinen monumentalen Bauwerken aus Stein, die denen der Menschen sehr Ă€hnlich waren. Hier standen Bibliotheken, RatshĂ€user und das Königshaus, eine extrem edle Gegend, wo der ehemalige Hauptmann so oft seinen Dienst verrichtete

Novec liefen die TrĂ€nen ĂŒber die Wange in den dunklen Bart, als der Tross das Ende der BrĂŒcke erreichte und er an seine Freunde dachte, die wahrscheinlich immer noch im Wald sind. WĂŒnschte er sich doch zumindest einen hier her. Eine Rettung wĂ€re das, was er jetzt brauchen könnte, jedoch wĂŒrden ein paar nette Worte und ein kleines GesprĂ€ch auch schon ihre Wirkung tun. Hatte er doch schon lange nicht mehr so viel Spaß mit anderen Leuten gehabt wie mit den drein. War ihm der fiese Fallen stellende DĂ€mon in der kurzen Zeit etwas ans Herz gewachsen. Wusste er nicht warum, aber hatte er etwas an sich, was ihm vermittelte ihn zu mögen. Auch den geizigen HĂ€ndler und die schweigende HalbdĂ€monin vermisste er. WĂŒnschte sich Novec doch, dass wenigstens eine der Personen hier wĂ€re um ihn in den letzten Stunden noch ein wenig Gesellschaft zu leisten. Viele nette Worte wĂŒrde er hier unten mit niemanden wechseln können. Merkte er doch schon von den Wachen hier den Hass, der ihm entgegen gebracht wurde.

Eine Bodenwelle die der Wagen durchfuhr gab einen krĂ€ftigen Stoß, der den ganzen Karren erschĂŒtterte. UnglĂŒcklich viel Novec dabei auf die andere Seite des Wagens und landete dabei auf seiner Schulterwunde. Augenblicklich ĂŒbermannte den sonst so tapferen und schmerzlosen Zwerg der Schmerz und Novec verlor wieder einmal das Bewusstsein.

"Sag mal willst du ewig schlafen!", hörte er eine bösartig klingende Stimme und schon im nÀchsten Moment merkte er einen starken Schmerz im Unterbauch. Husten musste Novec und zuckte sofort reflexartig zusammen, wÀhrend er vor Schmerzen aufschrie.

"Na geht doch, elender Mörder, Drecksack! So und das ist fĂŒr unseren ehemaligen Oberhauptmann."

Schon waren noch zwei starke Schmerzen im Unterbauch des Zwerges zu merken. Schmerzverzerrt öffnete Novec die Augen und konnte im Schwachen Licht einiger Leuchtkristalle verschwommen die Umrisse einer Person ausmachen, die ihn immer wieder mit dem Fuß in den Bauch trat. Zum GlĂŒck dauerte das Martyrium fĂŒr Novec nicht lang. So konnte er bald das quietschen der eisernen ZellentĂŒren hören und wie ein SchlĂŒssel im Schloss gedreht wurde.

Einige Minuten dauerte es, bis der verletzte Zwerg wieder voll bei Besinnung war. Unter Schmerzgestöhne setzte sich Novec langsam hin und merkte dabei, dass seine Fesseln entfernt wurden. Kurz sah er sich um, merkte doch aber das nicht viel zu erblicken war. Es war ein einfacher Raum aus Stein mit eine hölzerne Liege die an der Wand befestigt war. Auf ihr war eine fast zerfallene Matratze, die mit Stroh gefĂŒllt war. Ansonsten gab es in diesem Raum nichts, außer das unbezwingbare großen Eisengitter, was ihn gefangen hielt. Ein paar Leuchtkristalle waren im Flur, der vor der Zelle nach links fĂŒhrte zu erkennen. Mehr war nicht zu sehen, so sind sie halt die Zwergen Zellen, auf jede Annehmlichkeit wird hier verzichtet, dachte sich Novec.

Etliche Minuten dauerte es bis Novec aufgerichtet war und sich langsam zur Holzliege geschleppt hatte. Ist sie doch nicht mehr so gut in Schuss, doch gemĂŒtlicher als der kalte Steinfußboden war sie alle mal.

"Mhhhh, so Novec, dass wars, so sehen nun deine letzten paar Stunden aus. Nicht gerade gemĂŒtlich und zu essen gibts hier sicher auch nichts. Ach ja, wenn ich doch nur wenigstens noch ein einziges mal in dieses gar köstliche Wolfsbraten beißen könnte, was ich mit den anderen gegessen hatte.", sprach Novec als sein Magen ihm knurrend zustimmte.

"Wenn ich nur irgend eine Idee hĂ€tte wie ich hier wieder raus kommen könnte. Einen fairen Prozess bekomme ich ja schon nicht. Wenn es war ist, was der eine sagte und der Richter ein Bekannter vom Oberhauptmann ist, dann ist es wie er sagte – das Urteil steht schon fest und alles andere ist nur noch der Form halber zu erledige. Ausbrechen ist in meinem Zustand auch nicht drin, bin ja schwĂ€chlicher als ein Zwergenkind."

"Jammer nicht so herum Sarili!", knurrte auf einmal leise eine Stimme hinter ihm.

Novec hingegen bemerkte die Stimme nicht und murmelte weiterhin ĂŒber seine gar Ausweglose Situation. Spielte dabei immer wieder neue Ideen durch, wie er entkommen kann, die jedoch immer wieder damit enden, dass er es kraft mĂ€ĂŸig nicht schaffen wĂŒrde.

"Ja sag mal FrÀulein Sarili, brauch ich bei dir einen Termin oder bekomme ich auch so eine Audienz bei ihnen?", raunte die Stimme nun lauter und energischer.

Nun bemerkte auch Novec die Stimme und drehte sich langsam um. Eine dunkle Person stand plötzlich vor dem Gitter. Der Zwerg erkannte sie nicht sofort, war doch das Licht im Kerker dermaßen schlecht.

"Was, wer bist du? Zudem was fÀllt dir ein mich FrÀulein Sarili zu nennen. Ich komm gleich raus und...", just in diesem Moment unterbrach ihm der Unbekannte.

"Halt die Klappe du Idiot und brĂŒlle hier nicht so herum. Willst du etwa das die Wachen her kommen?", zischte die Person als sie nĂ€her an das Gitter heran trat.

Novec kniff die Augen zusammen, um die Person etwas besser erkennen zu können, die nun direkt vor dem Gitter stand. "Novut bist du das?"

"Also heute frĂŒh war ich es noch und da sich denke ich die letzten Stunden nichts dran verĂ€ndert haben wird – ja ich bin es höchst persönlich. Ist schön das du mich endlich erkennst. Kaum ein paar Wochen weg, schon vergisst du deinen Bruder oder?", gab die in einem dunkel braunen Mantel gekleidete Person von sich.

Verdutzt sah Novec aus, als hÀtte er einen Geist gesehen. "Was bei Odonolos machst du hier im Kerker, bist du auch gefangen?"

"Dein Blutverlust und deine Wunde scheinen dich echt zu schaffen oder? Kontrolliere bitte noch mal nach – wer steht im Gang und wer in der Zelle? Mhhh? Nein ich bin nicht gefangen, ich arbeite hier neuerdings als GefĂ€ngnis Essen Lieferant und gerade zustĂ€ndig dir deine vorzĂŒglich stinkendes Mahl zu bringen."

"Du und arbeiten? Alles klar Novec die Wunde verursacht schon Halluzinationen. Jetzt sehe ich schon meinen stinkend faulen Bruder Arbeiten. Oh Himmel Novec mit dir geht es zu Ende.", gab Novec mit erschreckendem Gesicht von sich. Als er seine rechte Hand an den Kopf hielt und sich langsam Schritt fĂŒr Schritt vom Gitter entfernte.

"Noch son Spruch – Knollennasenbruch! Ich bin kein bisschen faul! Nur etwas weniger ArbeitswĂŒtig als gewisse andere Zwerge. Aber das hat nun Vater bei uns geĂ€ndert, jeder hat nun eine kleine Anstellung, um etwas bei zu tragen in unserem Haushalt. Frag nicht was ihm zu dieser grandiosen Idee gebracht hat. Ich zum Beispiel bin hier gelandet. Eltoesy erlernt gerade die Hohe Kunst der TellerwĂ€scherei und ĂŒber Eceeris neuen Beruf sowie Lireps... Nun ja reden wir nicht weiter darĂŒber.", meinte Novut, als er die Augen verdrehte und mit der rechten Hand abwinkte.

"Verstehe und wie geht es Vater? Was macht Mutter, wie geht es ihr? Wie geht es euch allen?", wollte der Wissbegierige Wissen.

"Dazu haben wir jetzt nicht viel Zeit. Uns geht es allen den UmstĂ€nden entsprechend gut. Nur Vater ist krank geworden, seit dem der Mord geschehen ist. Ihm nimmt das alles ziemlich mit weißt du."

"Das ist ganz anders, ich habe niemanden getötet! Es war so, ich saß mit dem Oberhauptmann zu Tisch und..."

„DafĂŒr haben wir jetzt echt keine Zeit Novec. Das du unschuldig bist, ist uns klar und mach dir um Vater keine Sorgen. Ihm geht es zwar nicht gut, er ist extrem betrĂŒbt, isst weniger als sonst, aber es wird schon! Wir bringen ihn schon wieder auf die Beine, er ist ein starker Zwerg. Aber wie gesagt, jetzt ist nicht die Zeit fĂŒr lange Geschichten. Eigentlich waren wir froh als uns gesagt wurde, dass du gefunden wurdest, da wir dachten alles klĂ€rt sich auf. Das du unschuldig bist glauben wir dir, auch unsere Bekannten. Keiner traut dir das zu, aber einen Fairen Prozess bekommst du in diesem Augenblick hier nicht. Recht sprechen wird Richter Goldhammer, er ist ein sehr guter Bekannter vom dahin geschiedenen Oberhauptmann, so zu sagen der Saufkumpan, mit dem er öfters auch Spielen war. Fair ist das nicht, das wissen wir. Drum hilft alles nichts, du musst erst noch mal raus aus Nidawellier, bis sich hier alles beruhigt hat und du einen fairen Prozess bekommen kannst. Ist zwar so nicht gut, da es noch schlechter fĂŒr dich steht wenn du fliehst, da es dich noch verdĂ€chtiger macht. Aber so oder so bekommst du keinen Fairen Prozess jetzt. Also lieber beim nĂ€chsten mal schlechtere Karten als jetzt Kopf ab oder?"

Zustimmend nickte Novec. Erstaunt war er ĂŒber ĂŒber seinen Bruder, schien er doch die letzte Zeit erwachsener geworden zu sein. Kein faules Mamma- Söhnchen mehr, entwickelt er sich doch langsam zu einem Zwerg und das sogar zu einem intelligenten.

Novut kramte in einem kleinen Wagen der links neben ihm stand und Novec bisher gar nicht bemerkt hatte. "Hier nimm das.", sprach er und gab ihm ein kleines StĂŒck Brot.

"Darin ist eine kleine Leckerei eingebacken. Blutlotus, das bringt dich wieder etwas auf die Beine und gleicht deinen Blutverlust aus. Zudem noch ein paar andere HeilkrÀuter die dir helfen können."

Sofort riss Novec das Brot halb aus der Hand und schlang es mit gierigem Bissen herunter, hatte er doch schon seit Tagen nichts mehr gegessen.

"Nicht so gierig, halt dich etwas zurĂŒck. Wenn du lange nichts gegessen hast, solltest du lieber langsam essen und nicht zu viel. Das hier schling nicht gleich runter.", Novut holte ein zweites etwas dickeres Brot aus dem Wagen, "Brech es an einer Seite auf wenn ich weg bin. Darin ist der Honig der Harrenal Blume. Den schmierst du dir auf deine Wunde, damit heilt sie wesentlich schneller."

Dankbar nahm Novec das zweite Brot an. "Dank dir Bruderherz, weiß gar nicht was ich sagen soll. Auch das du dich in Gefahr begeben hast und das hier alles rein geschmuggelt hast.", sprach der leicht gesĂ€ttigte Zwerg.

"Einfach sag ich dir, war das nicht. Die Wachen kontrollieren hier alles durch. Aber zum GlĂŒck haben sie es nur fĂŒr normales Brot gehalten, was mein Mittagessen sein sollte. Außerdem schon gut kurzer und wie wĂ€re es mit einem einfachen danke? Wir sind doch eine Familie und halten zusammen, nicht wahr Sarili?", sprach sein Bruder in einer sehr wohlwollenden freundlichen Stimme als er ihm zu zwinkerte.

Just in diesem Moment klopfte es in der Ferne an eine TĂŒr.

"He da drin, bist du bald fertig? Warum dauert das so lange?", drang es von draußen durch die TĂŒr.

"Ähm, Entschuldigung. Habe leider etwas vom Essen verschĂŒttet. Ich arbeite doch noch nicht so lange hier, da sind ein paar Fehler am Anfang schon verstĂ€ndlich oder?", versuchte Novut zu beschwichtigen.

"So hier, noch dein essen. Da konnte ich leider nicht auch noch was rein schmuggeln, also musst du auch dies gar köstliche Mahl essen wie alle anderen auch."

Novec nahm die SchĂŒssel mit dem dampfenden gar ĂŒbel riechenden Brei an und bedankte sich trotzdem dafĂŒr. Wenn man Tage nicht zu essen hatte, isst man bekanntlich fast alles, dachte sich Novec.

"So ich muss jetzt los, sonst werden die Wachen noch Stutzig. Denk an deine Salbe und ruhe dich so viel wie möglich aus, in 3 Tagen ist die Verhandlung. Irgendwann in diesem Zeitraum wird eine Aktion gestartet um dich hier raus zu holen. Mehr kann ich dir noch nicht sagen, da alles noch geplant wird. Das geht dann alles ganz schnell und da musst du halbwegs wieder auf den Beinen sein, verstanden?"

"NatĂŒrlich versteh ich das, was denkst du denn wen du vor dir hast?", brummte Novec leicht wĂŒtend.

Lachend sah ihn sein Bruder an. "Brummen können wir ja schon wieder FrĂ€ulein Sarili, geht es dir also schon viel besser oder? Also machs gut, man sieht sich und Hals & Axtbruch fĂŒr dich."

GemĂ€chlich schob Novut sein WĂ€gelchen Richtung TĂŒr als Novec noch einmal ans Gitter kam und ihm hinter her sah. „He! Danke!“

Novut nickte und nur wenige Augenblicke spĂ€ter konnte Novec das Schloss der FlurtĂŒr hören, wie er zu geschlossen wurde. Wieder frohen Mutes und Hoffnung witternd widmete setzt sich Novec auf seine höchst unbequeme Liege und begann seine Suppe zu essen.
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Sinthara
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#3

Beitragvon Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:16

Die Zeit verging wie im Fluge und die Tage und NĂ€chte, in welchen Sinthara der Gruppe folgte, schienen so schnell vorbei zu sein.
TagsĂŒber folgte sie möglichst unauffĂ€llig der HĂ€ndlergruppe und ging abends dann auf die Jagd um sich etwas zu essen zu besorgen.
Dennoch blieb sie nicht da ganze Reise ĂŒber unendeckt.

Die HÀndler waren am Anfang recht misstrauisch, aber nachdem die Tieflingsfrau ihnen ihr Anliegen erklÀrt hatte. das sie einfach einen alten Freund im Zwergenreich besuchen wollte, den Weg aber nicht kannte und deshalb ihnen gefolgt war, verflog das Misstrauen.
Auch wenn man es seltsam fand das eine scheinbare Elfe sich bedeckt hielt und ausgerechnet unter die Erde wollte.
Aber seltsame Leute gab es ja genug, und solange sie friedlich war, sollte das schon in Ordnung sein.

Und natĂŒrlich hatte die Handlungsgruppe auch noch einen anderen Vorteil den Sinthara voll auskostete. Sie kam unbemerkt ins Zwergenreich ohne das auch nur ein misstrauischer Blick sie kreuzte.
Endlich angekommen, löste sich die Tieflingsfrau von der Gruppe und streifte durch die unterirdische Stadt. Wie sollte man das auch sonst beschreiben.
Obwohl hier kein Sonnenlicht war und ihre Augen somit schonte und es richtig schön warm war, mochte sie diesen Ort nicht.
Sie wollte wieder weite grĂŒne wiesen sehen und den Duft der WĂ€lder einatmen. Aber sie hatte hier etwas zu erledigen.
Nur wo hielten Zwerge ihre Gefangenen, wĂŒrde sie ĂŒberhaupt rechtzeitig kommen?
Normaler Weise hielt man Gefangene doch in Kellern und Kerkern, aber wo befand sich so etwas wenn man sowieso schon unter der Erde war?
Eins aber mußte sie den Zwergen lassen, ihre Bauten hier unten waren imposant. Dennoch streifte sie noch recht ziellos durch die Straßen.

Plötzlich wurde sie angerempelt und ihr Mantel geriet ins rutschen. Noch ehe sie selbigen aufhalten konnte, war ihre eigentliche Gestalt völlig enthĂŒllt.
Der Zwergenjunge welcher sie ausversehen angerempelt hatte, und inne gehalten hatte um sich zu entschuldigen starrte sie mit offenen Mund an. Gerade wollte Sinthara ihm freundlich lĂ€chelnd erklĂ€ren das er keine Angst vor ihr haben brĂ€uchte und ihn dazu ĂŒberreden, das es ihr Geheimniss bliebe, da flitzte der Bursche schon davon.
Sein schreien hörte man mehr als deutlich und in einem so vollem Ort blieb es nicht umhin das sich die Leute umdrehten.

Verflucht warum mußte auch alles schief gehen.

"HE das ist doch das UngetĂŒm vom Wald"

Schallte es plötzlich mit tiefer Stimme. Mist ausgerechnet jemand der sie noch vom Wald kannte als sie Novec versucht hatte zu verteidigen, mußte ihren Weg kreuzen.

"ergreift es!"

Laut und deutlich war der Befehl und die Tieflingsfrau wartet nicht erst ab was passieren wĂŒrde sondern fing an zu rennen. Sie war flink und auch nicht langsam aber in der ihr unbekannten Gegend half das nur bedingt.
Und so langsam wie man glauben könnte, wenn man die kurzen Beine der Zwerge betrachtete, waren diese nicht.
Kopflos ohne zu wissen wohin sie ĂŒberhaupt rannte, flitzte die junge Tieflingsfrau durch die GĂ€nge und Straßen.
Ein paar sahen der Verfolgung neugierig, andere eher erschrocken zu. Aber einzelne schloßen sich auch an und so langsam aber sicher ging Sinthara die Puste aus.
Mittlerweile wußte sie nicht mal annĂ€hernd wo sie war geschweige den wo hier der Ausgang war.

Plötzlich ergriff jemand sie am Arm und sie sah sich einem Zwergen gegenĂŒber der sie zufrieden grinsend ansah zwischen seinen buschigen Augenbrauen und dem zotteligen Bart. Scheinbar glaubte er sie nun zu haben.
Und in der Tat mußte man ihm eingestehen das er mehr Kraft als sie besaß.
Dennoch gab Sinthara sich so schnell nicht geschlagen und ehe der Zwerg sich versah gruben sich spitze DÀmonenzÀhne in seine Schulter.
Mit einem schmerzhaften Aufschrei ließ er sie los und schon flitzte sie weiter, aber ihre Verfolger waren dichter auf ihren Fersen.

Rasch bog sie ab und kam kurz schlitternd zum stehen. Verdammt jetzt war sie in ein Haus gerannt, wenn das mal keine Falle war.
Aber sie entdeckte die Treppe welche ein Stockwerk höher fĂŒhrte.
Da sie auf keinen Fall so schnell aufgeben wollte, rannte sie hinauf.
Und obwohl alles unterirdisch war, war dieses GebĂ€ude grĂ¶ĂŸer als gedacht. Stockwerk fĂŒr Stockwerk rannte sie hinauf, aber irgendwann fand dies alles dann doch ein Ende.

Ihre Verfolger hatten aufgeholt und Sinthara wisch langsam auf eine Art Balkon zurĂŒck. Die Zwerge wĂ€hnten sich natĂŒrlich als Sieger und sie war wie eine Beute die in die Enge getrieben wurde.
ein kurzer Blick hinab, verriet das sie nicht einfach springen konnte, sonst wĂŒrde das KnochenbrĂŒche zur Folge haben.
Also blieb nur sich ergeben oder....

Ja sie könnte fliegen, aber hatte sie das noch nie ausprobiert. Ob die Tieflingsfrau es konnte wußte sie nicht, aber sie mußte es auf einen Versuch ankommen lassen.
So breitete sie ihre FlĂŒgel zu voller Spannbreite aus und sprang dann einfach.
tiefer immer tiefer ging der rasante Sturz bis sich endlich doch auffing und tatsĂ€chlich flog. Ein LĂ€cheln breitete sich auf den Lippen aus und stĂŒckweit wehnte sie sich in Sicherheit.
So schnell wĂŒrde man sie eben nicht bekommen.

Doch plötzlich geriet sie ins strudeln als ein Schmerz durch einen FlĂŒgel schoß. fluchend mußte sie erkennen das ein SchĂŒtze auf sie abgesehen hatte und gut getroffen hatte.
WĂ€hrend sie langsam aber unaufhaltsam tiefer trudelte traf ein zweiter Pfeil sie im RĂŒcken.
Das was man jetzt zu sehen bekam war ein HalbdĂ€mon der vom "Himmel" fiel und unsanft auf den Straßen der Stadt landete.

Noch ehe sie sich wieder aufrappeln konnte, waren ihre Verfolger da und hatten sie umringt. Auch die HĂ€ndler mit denen sie gekommen war hatten das Schauspiel verfolgt, ebenso wie wohl noch ein paar andere die sich auf dem nahen Marktplatz herumtrieben.

"Elendes Mistvieh"

Grummelnd landete mehrfach ein Zwergenfuß in der Magengrube der HalbdĂ€mon. Der Zwerg dem sie vorher in den Schulter gebissen hatte rĂ€chte sich nun und schlug und trat nach ihr bis er von seinen Leuten zurĂŒck gehalten wurde.

Keuchen lag sie nun auf dem Boden, geziert mit den verschiedensten Wunden und alles um sie herum verschwamm. Sie war gescheitert, sie hatte versagt.....
Immer mehr verschwamm die Welt um sie. es war wie ein dicker verschwommender Nebel und so merkte sie nichtmal wirklich wie man sie fesselte und kurzerhand einfach mitschleifte.
Wie lange der Weg ging konnte sie nicht sagen, sie bekam ja sowieso fast nichts mit.
Selbst die neugierigen Schaulustigen konnten nur erahnen wo es fĂŒr die Tieflingsfrau hinging.

Aber jeder Weg hatte auch mal ein Ende, so auch dieser. Ein paar SchlĂŒssel rasselten, dann ging es scheinbar ein paar Treppen hinab, so fĂŒhlte es sich zumindestens fĂŒr sie an.
Erneut rasstelten SchlĂŒssel und quietschend wurde ein Gitter aufgeschloßen.

"He Dreckskerl, schau mal wen wir gefunden haben."

HÀmisch lachend quittierten die anderen Zwerge die Worte des WÀrters der selbige Worte an Novec gerichtete hatte wÀhrend Sinthara unsanft und noch immer gefesselt und verletzt in die selbe Zelle wie der Zwerg geschmissen wurde.

"Deine Freundin hatte wohl Sehnsucht nach dir."

Konnte sich einer den Kommentar nicht verkneifen und nachdem die Zelle wieder abgeschloßen wurde konnte man noch eine Weile das hĂ€mische Lachen der Zwerge aber auch das gefluche des verletzten Zwerges hören, welcher es sich nicht hatte nehmen lassen mitzukommen, nachdem er sich wieder beruhigt hatte.

Sinthara dĂ€mmerte halb vor sich hin, immer noch wirkte alles wie dickflĂŒssiger Nebel um sie herum und das einzige was sie wahrnahm, war das sie sich nicht bewegen konnte und alles höllisch schmerzte.
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Darragh
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#4

Beitragvon Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:17

Die Zwerge fĂŒhrten sie durch einen versteckten Eingang und verschlungene Pfade tief ins Herz Nidawellirs. Es war an Darragh das GesprĂ€ch zu fĂŒhren und er gab sich außerordentliche MĂŒhe. Der GrenzgĂ€nger thronte noch immer auf dem Erfolg ihn ertappt zu haben, er maß dem HĂ€ndler ein außerordentliches Geschick an und sein Misstrauen zeugte von ehrlichem Respekt fĂŒr Darragh. Und nebenbei wusste er auch, wie wichtig die Beziehungen zur freien HĂ€ndlergilde und auch zu Darragh persönlich fĂŒr die Zwerge war.

Als Baxeda zu sprechen begann stockte Darragh der Atem, seine Augen weiteten sich und Schweiß begann seinen Hals zu befeuchten. Was hatte der Tiefling gesagt? Nein, das konnte nicht wahr sein. Er rang nur kurz um Worte und zögerte fĂŒr einen Augenblick, bevor er sich wieder fing, doch ein aufmerksamer Beobachter hĂ€tte seine Farce in diesem Moment durchblicken können. Dann trat der Zwergenhauptmann vor und schlug nach dem DĂ€mon. Darragh nutzte seine VerblĂŒffung als er neben den Hauptmann trat. "Was hat er gesagt? Woher kommen all diese Spinnereien? Ich bin mit vier MĂ€nnern aus Fomor losgezogen und ich bin mir sicher keiner von ihnen hatte Hörner! oh nein, ich mir mir sicher. aber dank euch brauchen sie jetzt auch keine Hörner mehr..." Darragh stutzte kurz und fuhr dann leise und verwirrt fort: "naja wer braucht schon Hörner. ja. nun denn aber die Sklaven sind mir weggestorben das stimmt. und ich brĂ€uchte sicher neue, aber kann ich vor all diesen ehrbaren Kriegern einen HalbdĂ€mon als Sklave akzeptieren? wohl eher nicht. doch wenn man ihn mir in einem GeschĂ€ft als TrĂ€ger dazugeben wĂŒrde. ja so könnte man es machen, als Zugabe sozusagen. doch ich kenne ihn nicht, ja das wollte ich sagen". Das Murmeln des HĂ€ndlers war immer leiser geworden, wĂ€hrend er sich dem HalbdĂ€monen genĂ€hert hatte und ihn scheinbar prĂŒfend betrachtet hatte. Er tĂ€tschelte Baxeda geistesabwesend die Wange und flĂŒsterte ihm in der Handelssprache des SĂŒdens ein leises "spĂ€ter" zu. Mit prĂŒfendem Blick betrachtete er die Kette die den DĂ€mon hielt und schien sichtlich zufrieden.
Dann wirbelte er plötzlich herum und stieß dabei heftig mit dem zur Wache eingeteilten Zwerg zusammen. Niemand bemerkte, wie die flinken Finger des HĂ€ndlers tief in die Taschen des WĂ€chters huschten. Dann blickte er die verdatterten Zwerge an. "Wo waren wir stehen geblieben? Achja. also ... " .. als ob nichts gewesen wĂ€re nahm der geschwĂ€tzige Mann das GesprĂ€ch wieder auf.

Dann erreichten sie plötzlich Dhvaras. Das Licht der Kristalle tauchte die Bezirke in ein fahles Lichte und reges Treiben herrschte in den Straßen. Darragh wieder einmal wie sehr er diese Stadt liebte. Sie drĂ€ngten sich durch das GetĂŒmmel der Straßen. Der HĂ€ndler beachtete die neugierigen Blicke der Zwerge und das lautstarke Geraune, welches sie begleitete nicht. Jetzt war die Chance seinen Plan mit Baxeda zu teilen. So unauffĂ€llig wie es einem Mensch in buntem Seidengewand in einer Stadt voller Zwerge möglich war, nĂ€herte er sich Baxeda. Seite an Seite gingen sie einige Schritte bis Darragh anfing in einem neugierigen Tonfall leise und undeutlich sĂŒdlĂ€ndische Worte an den Tiefling zu richten. Einem Außenstehenden mĂŒsste es so vorkommen, als ob der HĂ€ndler neugierig Fragen ĂŒber Kultur und Leben des Tieflings stellen wĂŒrde.

"sie werden dich zu den Zellen bringen. gedulde dich. Ich werde mir etwas ĂŒberlegen. Vielleicht kann ich euch kaufen, aber Nov...den Zwerg lassen sie bestimmt nicht frei....

Heimlich steckte Darragh dem Tiefling den SchlĂŒssel zu seinen Fesseln zu, den er dem WĂ€chter zuvor entwendet hatte.

Kurz darauf erreichten sie das Regierungsviertel und Darragh verabschiedete sich von dem Zwergentrupp um seinen GeschÀften nachzugehen. Das störische Maultier hinter sich herziehend verschwand er in der Menge um unter der Hand das kostbare und von den Offiziellen nicht gern gesehene Pfeifenkraut unter die Zwerge zu bringen.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#5

Beitragvon Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:17

Er hĂ€tte es wissen mĂŒssen!
Anstatt auf seinen Trick einzugehen, wies Darragh jede Verbindung zu Baxeda von sich. Er erzĂ€hlte ein noch haarstrĂ€ubenderes LĂŒgenmĂ€rchen als das des Tieflings. Offenbar hatte er keine Ahnung, dass NordlĂ€ndisch Baxedas Muttersprache war und nicht NiederdĂ€monisch, wie die der meisten anderen Tieflinge.
Er verstand jedes einzelne Wort.

Baxedas Gesicht verfinsterte sich. Ihm war zum Heulen zumute.

Doch dann tat der HĂ€ndler etwas unerwartetes. Er tĂ€tschelte kurz Baxedas Wange (wobei dieser feststellte, dass sein Bart juckte und er sich dringend mal wieder rasieren musste) und flĂŒsterte ihm ein tröstliches „SpĂ€ter“ zu. Baxeda fiel ein ganzer Felsblock vom Herzen. Man ließ ihn doch nicht im Stich! Obendrein schaffte Darragh es irgendwie, blitzschnell den SchlĂŒssel von Baxedas Halskette aus der Tasche des wachhabenden Zwerges zu stehlen. Mit einer unauffĂ€lligen Bewegung steckte er ihn dem Tiefling zu, der ihn sich rasch in den Mund steckte, falls man ihm spĂ€ter seine Sachen abnehmen wĂŒrde.

„An wen auch immer du glaubscht, er schegne disch“, nuschelte Baxeda in Tjalabah. Es musste nicht jeder hören, dass er die Sprache des Nordens verstand. „Du bischt der netteschte Halunke, den isch kenne“, fĂŒgte er noch hinzu. „Hab Dank! Ach ja, und an die Hörner kann man scheine Tasche... Ă€h, TASSE hĂ€ngen. Und Schmuck.“

Darragh murmelte leise etwas davon, dass er ihn vielleicht spÀter frei kaufen könnte.
„Isch tschahle dir dasch Geld auch tschurĂŒck, versprochen! Mit Tschinschen!“, sagte Baxeda schnell, damit Darragh sich nicht doch noch von seinem Geiz umstimmen ließ. „Meine Dankbarkeit kennt keine Grenschen. Isch bin eine Inveschtitschon, die schisch in jedem Fall lohnt!“

Der HĂ€ndler verschwand in der Menge, durch die der Trupp sich mittlerweile bahnen musste. Sie hatten die Stadt erreicht. Staunend betrachtete Baxeda die Leuchtkristalle, welche die unterirdische Stadt in ein geheimnisvolles DĂ€mmerlicht tauchten. Die Bauwerke der Zwege waren mĂ€chtig und von einer majestĂ€tischen Anmut, die nur durch die viel zu kleinen TĂŒren getrĂŒbt wurde, welche das Ganze etwas ins LĂ€cherliche zogen.

Baxeda wartete auf einen Augenblick, an dem er unbeobachtet war, um sich von der Kette befreien zu können. Allerdings stellte sich dieses Unterfangen als nahezu unmöglich heraus, denn die Zwerge starrten ihn an wie ein fleischgewordenes UngetĂŒm. Bestimmt liegt das an meinem mickrigen Bart, dachte Baxeda beschĂ€mt, ohne Bart nach Nidawellir zu kommen ist unter Zwergen wohl noch peinlicher, als ohne Hose herumzulaufen.
Der Tiefling schÀmte sich in Grund und Boden. Kein Wunder, dass ihn alle so anglotzten!
Aber irgendwann musste er handeln, sonst wĂŒrde man ihn wirklich in ein Verließ werfen, wie Darragh es prophezeit hatte.

Der Karren hielt und der Wachmann löste das Ende der Kette, welches an einer eisernen Öse am Wagen befestigt war. DafĂŒr benötigte er zum GlĂŒck den schlĂŒsel nicht, sondern löste das Ende von etwas Ă€hnlichem wie einem Karabinerhaken. Warum hatte Baxeda nicht frĂŒher gemerkt, dass der Verschluss an dieser Seite der Kette so einfach zu lösen war? Er hatte sich vollkommen von dem blöden SchlĂŒssel fĂŒr das Halsband einschĂŒchtern lassen!

Der Wachmann fĂŒhrte Baxeda wie einen Hund in eines der GebĂ€ude, welches im Vergleich zu den anderen sehr schĂ€big wirkte. Die GĂ€nge waren teilweise in den nackten Fels gehauen und der Gestank von Kot und Urin schlug Baxeda entgegen. Ein zweiter Wachmann folge ihnen.

Dies musste das Verließ sein! Hier wĂŒrde er verotten, nie mehr die Sonne sehen, nie mehr seine Familie, nie wieder ĂŒber die WĂ€lder fliegen und seine Freunde in Phintias besuchen! Bis zu seinem Ende wĂŒrde man ihn hier einsperren, in das dunkle Gestein, ihn quĂ€len und dann zu Tode foltern.

Baxedas Herz setzte fĂŒr einen Moment aus, sein Atem stockte.

Was nun folgte, erledigte sein Instinkt, etwas tief in ihm, das er sonst erfolgreich verdrĂ€ngte, ĂŒbernahm die Kontrolle ĂŒber seinen Körper. Ohne den Hauch eines GefĂŒhls, nicht einmal jenem der Angst, packte Baxeda den Kopf des Zwerges, der vor ihm ging, mit beiden HĂ€nden und machte eine Scherbewegung. Ein trockenes Knacken ertönte. Der kleine Mann fiel zu Boden, ohne einen Laut von sich zu geben. Das alles hatte nur eine einzige Sekunde gedauert.

Der zweite Wachmann schien sich unendlich langsam zu bewegen, als er mit seiner Axt ausholte, als wĂ€re er unter Wasser. Baxeda hatte alle Zeit der Welt, sich vom Boden abzustoßen und mit einem FlĂŒgelschlag so hoch zu springen, dass die schwere Klinge uner ihm hinweg rauschte. Dann trat er noch im Sprung dem Zwerg mitten ins Gesicht, so dass dieser hinten ĂŒber fiel. Baxeda atmete schwer, die Ereignisse schienen seltsam entrĂŒckt, als wĂ€re dies alles nur ein Traum. Er realisierte kaum, wie er ĂŒber den gestĂŒrzten Zwerg herfiel und sich in dessen Luftröhre verbiss, so dass dieser lautlos erstickte. Die SchlĂ€ge des Sterbenden in sein Gesicht spĂŒrte der Tiefling nur als dumpfe Vibration, die sich wellenartig in seinem SchĂ€del ausbreitete. Schmerz war da keiner.

Als es vorbei war, richtete Baxeda sich wieder zu seiner vollen GrĂ¶ĂŸe auf. Er strauchelte und musste sich an der Wand abstĂŒtzen. Mit klammen Fingern griff er mechanisch nach dem SchlĂŒssel in seinem Munde – nur um fest zu stellen, dass er diesen wĂ€hrend des Kampfes verschluckt hatte. Baxeda spĂŒrte, wie ihm das Blut aus dem Gesicht wich.

„Scheiffe“, lispelte er leise, „im wortwörtlifem Finne!“

Die Wirklichkeit kehrte zurĂŒck. Der Verstand schaltete sich wieder ein. Entsetzt betrachtete Baxeda die Toten, die er mit einer raubtierhaften GleichgĂŒltigkeit ermordet hatte. Er schmeckte das Blut des Zwergen, dessen Kehle er durchbissen hatte. Sein Magen bĂ€umte sich auf und mit einem dunkelroten Schwall beförderte er das Blut wieder nach außen. Nur der SchlĂŒssel blieb, wo er war (wie könnte es auch anders sein). Einen solchen Blutrausch hatte der sonst so kampfesunwillige Tiefling noch nie erlebt. Das musste der Grund sein, warum man seinesgleichen ĂŒberall so hasste. Er bekam Angst vor dem, was da in ihm erwacht war. Hoffentlich kam es nie, nie wieder an die OberflĂ€che! Er war unter Menschen aufgewachsen und wie ein Mensch wollte er sich auch fĂŒhlen!

Ein GerĂ€usch unterbrach seine Gedanken. Ein Pfeiffen ertönte und ein leises scharren. Hektisch blickte Baxeda sich um und stopfte die Toten in je einen Wandschrank, in welche er selber jedoch nicht hineinpasste. Dann wickelte er die Kette um seinen Hals und schlug den Kragen seines Kuhfellmantels hoch und stellte sich auf die wenigen Bluflecken. Keine Sekunde zu frĂŒh, denn ein Zwerg bog um die Ecke, der ein WĂ€gelchen vor sich her schob.

Meine GĂŒte, der sieht aus wie Novec. Zwerge sehen wirklich alle gleich aus!

Der Zweg hielt erschrocken inne, als er des Tieflings ansichtig wurde.
Der machte keinerlei Anstalten, den kleinen Mann anzugreifen. Nach dem, was gerade passiert war, war ihm nicht mehr nach Kampf zumute. Stattdessen schnupperte er und witterte Nahrungsmittel, die offenbar in dem Wagen transportiert wurden. Das brachte ihn auf eine Idee.

„Guten Tag, ich soll mich bei der GefangenenkĂŒche melden“, sprach er in NordlĂ€ndisch, das als Handelsprache auch den meisten Zwergen zumindest bruchstĂŒckenhaft bekannt sein dĂŒrfte. „Ich bin der neue Geselle, der zur Ă€h, interkulturellen Bereicherung hier anlernen soll.“

Der Zweg kniff die Augen zusammen. Baxedas HĂ€nde wurden feucht. Einen Moment hatte er das GefĂŒhl, der kleine Mann wĂŒrde ihn durchschauen.

„Dann komm mal mit, junger Mann“, sagte er dann plötzlich freundlich, „mein Name ist Novut.“
Sie sehen nicht nur alle gleich aus, sie heißen auch alle gleich!
„Angenehm, du darfft Bakfi tfu mir fagen.“

Mist, jetzt fing er vor lauter NervositÀt auch noch an zu lispeln!

„Ich zeige dir dann mal deine Aufgaben. Trifft sich ganz gut, dass du ausgerechnet mir ĂŒber den Weg gelaufen bist, ich will nĂ€mlich heute eher Feierabend machen, da kannst du gleich meine Arbeit ĂŒbernehmen.“, fuhr der Zwerg fort. „Du kannst hier den Essenswagen schieben und wir sehen uns die Zellen an.“

Er fĂŒhrte Baxeda zu den Gefangenen. Es stank wie in einem Schweinestall, den man wochenlang nicht ausgemistet hatte. Baxeda wurde schlecht, aber sein Magen war zum GlĂŒck schon leer.

„Sieh dir alles in Ruhe an, Bakfi, und gib den Gefangenen noch ihren Nachtisch. Das ist der graue Brei da. Den hab ich weggelassen, weil ich endlich nach Hause wollte. Sei so gut und mach du das. Ich geh derweile schon mal. Du bringst den Wagen hinterher bitte wieder in die KĂŒche und machst da alles sauber. Dann kannst du auch gehen. Morgen frĂŒh um sechs geht es hier weiter, in Ordnung?“

Dann ließ Novut ihn allein. Aus einigen Zellen tönten wĂŒste Beschimpfungen, jemand bewarf Baxeda mit abgenagten Knochen. Er ignorierte es und ging mit dem Wagen langsam an den Zellen vorbei, bis ihm ein bekannter Geruch entgegenschlug.

„Finthara?“, fragte er vorsichtig. „Novec?“

Was er nicht bemerkt hatte, war, dass Novut keinesfalls gegangen war, sondern um die Ecke stand und lauschte...
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#6

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:17

"He Dreckskerl, schau mal wen wir gefunden haben.", hallte es plötzlich in die Zelle Novecs hinein. Ein dumpfes GerĂ€usch, wie ein nasser Sack den man in die Ecke geworfen hatte, verriet dem kleinen Zwerg, das aus seiner Einzelzelle nun eine Doppelzelle geworden war. Sofort rannen dem Zwerg Schweißperlen ĂŒber den Kopf, groß wurden seine Ă€ngstlichen Augen, tausende Gedanken schwirrten durch seinen Kopf, die sich nur Sekunden spĂ€ter in einen einzelnen Gedanken vereinten.

>Bei Odonolos, ich habs gewusst, es wĂ€re ja auch zu schön gewesen um wahr zu sein. Der elende Holzkopf hat sich erwischen lassen. Novut ist echt der grĂ¶ĂŸte Trottel den man sich vorstellen kann.<, grummelte der ehemalige Hauptmann miss gestimmt in seinen Gedanken vor sich her. UnglĂŒcklich und mit verzweifeltem Herzen drehte sich Novec langsam auf seinem Zellenbett um, wollte er Novut doch in seiner Zelle wenigstens willkommen heißen. Normalerweise hĂ€tte er Novut nun die Tracht PrĂŒgel seines Lebens verpasst, jedoch nicht weil er versagt hat, sondern weil der Dumme Kerl nun in den grĂ¶ĂŸten Schwierigkeiten seines Lebens steckte. Doch als er sich umdrehte war das erste was er zu seiner Verwunderung sah kein dunkler Bart mit dazu gehörigem Zwergenanhang sondern große bekannte FlĂŒgel...

"Mhhhh? Sinthara bist du das? Was machst du denn hier, ich dachte du bist mit den anderen schon weiter gereist! Bist du allein hier, wo sind die anderen?", fing der wissbegierige Zwerg sofort an wie ein Wasserfall zu plappern.

"ErzÀhl was mach...", in diesem Moment sah er das Unheil Sintharas, "du bist ja verletzt, wie ist denn das passiert? Hmmrr, lass mich raten, du hast Bekanntschaft mit der Stadtgarde gemacht oder?"

Eilig kramte der Zwerg in der Decke seines Bettes, in der er einen Teil des Essen und der Medizin Novuts versteckt hatte.

"Hier, schmier dir das auf die Wunden. Da ist Honig der Harrenal Blume drin, das heilt deine Verletzungen und besser fĂŒhlen tuhst du dich danach auch etwas. Kleines Willkommensgeschenk meines Bruders als ich hier in die Zelle hier eingezogen bin.", grinste Novec etwas vor sich hin.

Gerade wollte Novec Sinthara weiter mit Fragen löchern, als den Zwerg ein knarzendes GerÀusch
unterbrach. Schritte waren sofort so gleich zu hören, nur wenige Sekunden spĂ€ter auch das starke schnaufen einer Person. GrĂ¶ĂŸer wurde der Schatten an der Wand im seichten Schein der Lampen immer mehr. Unendlich lange erschien es Novec, bis die unheimliche Person die wenigen Meter von der FlurtĂŒr bis zur Zelle hinter sich gebracht hatte. Wieder schossen Novec sofort Gedanken ein, dass es seinen Bruder erwischt haben könnte, doch war er Recht schnell entwarnt als er die Gestalt am Gitter sah. Denn FlĂŒgel hatten Zwerge nie und so Lispeln konnte auch nur einer.

„Finthara? Novec?"

"Sag mal, sprechen kannst du immer noch nicht GrĂŒnschnabel", scherzte Novec mit einem mehr als innig fröhlich strahlenden LĂ€cheln, als er Baxeda sah, "ich glaubs nicht, du auch hier? Was macht ihr hier, seit ihr verrĂŒckt euch in so eine Gefahr zu begeben! Was denkt ihr passiert mit euch, wenn ihr erwischt werdet? Zwerge sind zwar ein friedliebendes Volk, jedoch gilt das nicht fĂŒr ihre Gefangenen.", grölte der Zwerg missgestimmt Baxeda an.

"Stimmt genau und aus dem Grund seit ihr nun alle drei Gefangene und werdet morgen öffentlich hingerichtet.", ertönte hinter dem HalbdĂ€mon eine Zwergenstimme. Ein Spitzer Gegenstand lies kaum einen Zweifel ĂŒbrig, dass ihm ein Messer in den RĂŒcken gehalten wurde.

"Novut lass das und nimm die Möhre aus Baxedas RĂŒcken raus.", brummelte Novec nur mehr beilĂ€ufig zu seinem Bruder herĂŒber.

"Tut mir leid Bruderherz, ich konnts mir einfach nicht verkneifen, der Tiefling ist einfach zu drollig und die LĂŒgengeschichte mit der interkulturellen Bereicherung. Gute Idee aber das Lachen musste ich mir trotzdem verkneifen. FĂŒr Rettungsaktionen und Improvisation hast du eindeutig kein HĂ€ndchen.", grinste er vor sich hin und musste sich sichtlich das Lachen verkneifen.

"Ach im ĂŒbrigen, sag mal HalbdĂ€mon, weißt du eigentlich das du mit deiner halsbrecherischen Aktion hier gerade eine gut ausgedachte Rettungsaktion fĂŒr Novec demolierst? Im ĂŒbrigen kannst du halsbrecherisch wörtlich nehmen.", bemerkte Novut beilĂ€ufig und schielte mit einem bösartigen Blick zu Baxeda hinĂŒber, der keine Worte mehr brauchte.

"Aber was solls, die beiden warn eh nur hirnlose Idioten, die nur betrunken waren, stĂ€ndig Witze auf meine Kosten machten und mir sprichwörtlich einfach nur auf den Nerv gingen. Mhhh wenn ichs mir so recht ĂŒberlege, mĂŒsste ich dir sogar dankbar sein.", grinste und lachte Novut unter den fragenden Augen Novecs vor sich hin.

"Nun gut, da der Plan nun eh schon zum Großteil ruiniert ist, können wir den Rest getrost auch in die Tonne hauen und kommen nun direkt zu meinem Plan B!"

"Ach und der wĂ€re?", fragte Novec mit Ă€ußerst neugieriger und skeptischer Stimme.

Flink kramte Novut in seiner Tasche und holte einen glÀnzenden langen Gegenstand heraus.

"Ganz einfach, spontane Improvisation! Eine der Wachen hatte den SchlĂŒssel bei sich und damit lass ich euch raus. Nicht ganz so ausgereift wie Plan A, aber besser als nichts oder?, so schnell wie es gesagt war, so schnell war auch schon die TĂŒr auf. Die Einladung lehnte Novec keinesfalls ab und stĂŒrmte aus der TĂŒr heraus und zusammen mit Novut ging es ĂŒber den Flur im Eiltempo zur EingangstĂŒr des Zellenflures.

"Da sind sie, die Gefangenen sind aus gebrochen! Schlagt Alarm!", ertönte eine Laute eindringende Stimme beim durchschreiten der TĂŒr von rechts.

Mit allem Mut und einen Kampfschrei der selbst Götter in Angst und Schrecken versetzt hÀtte, rannten die beiden Zwerge den nÀher kommenden Wachen davon.

Im rennen hoffte Novec das ihm seine Freunde folgen konnten, doch hatte er keine Zeit mehr dafĂŒr, da ihm die Wachen stark auf den Versen waren.
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Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#7

Beitragvon Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:18

"Ahahaha", lachte Baxeda nervös, als klar wurde, dass der fremde Zwerg all seine LĂŒgen durchschaut hatte und obendrein von den beiden Leichen im Wandschrank wusste. Zum GlĂŒck entpuppte er sich als VerbĂŒndeter, der Novec hatte retten wollen und nun einen grandiosen Plan offenbarte:

"Ganz einfach, spontane Improvisation! Eine der Wachen hatte den SchlĂŒssel bei sich und damit lass ich euch raus. Nicht ganz so ausgereift wie Plan A, aber besser als nichts oder?"

Mit diesen Worten spurteten die beiden Zwerge von dannen und ehe Baxeda sich`s versah, war keiner von ihnen mehr zu sehen. Der Tiefling stand einen Augenblick da mit offenem Munde. Die blitzartige Flucht war zu schnell fĂŒr ihn gewesen und nun stand er da wie vom Donner gerĂŒrt, allein inmitten des GefĂ€ngnistrakts.

Dann fing er sich und drehte er sich zu der Gestalt auf der Pritsche um, die da im Dunkeln lag. Sie hatte sich eingekrĂŒmmt, als wĂŒrde sie starke Schmerzen verspĂŒren. Dem Geruch nach war es die Frau, die er liebte.

"Finthara, ich bin`f, Bakfi."

Die Aufregung und der Schrecken der letzten Stunden ließen es nicht zu, dass seine Zunge vernĂŒnftige Worte formte. Wahrscheinlich wĂŒrde das keinen guten Eindruck auf Sinthara machen - andererseits war es ihr im Moment vielleicht auch ziemlich egal, wie er sprach.

Einen Moment ĂŒberlegte er, sich die zierliche Frau einfach auf die Schultern zu legen und den Zwergen hinterher zu laufen, in der Hoffnung, die beiden noch einzuholen. Doch dann roch er das Blut. Sinthara musste wohl schwer verletzt sein. Er ging zu ihr und setzte sich auf die Pritsche.

"Darf ich mir daf mal anfehen? Keine Angft, ich bin ganf vorfichtig."

Er besah sich Sintharas geschundenen Leib, so weit es ihre Kleidung zu ließ. Sie hatte einen schwer verletzten FlĂŒgel, zahllose Fleischwunden ĂŒberall und so viele BluergĂŒsse, dass er sie nicht zĂ€hlen konnte. Baxeda musste schlucken. Es tat ihm weh, sie so verletzt zu sehen. Und er hatte Angst um sie. Ein Kloß formte sich in seinem Hals. Unbehandelt wĂŒrde sie an diesen schweren Wunden sterben können.

"Ich hab Verbandftfeug hier im Ruckfack. Ich bin kein Heiler, aber ein biffchen kenne ich mich auf. Halt ganf ftill."

Er desinfizierte die offenen Wunden mit reinem Alkohol, den er aus einem kleinen FlĂ€schchen trĂ€ufelte. Dann desinfizierte er damit Nadel und Faden. Diese Utensilien nutzte er normaler Weise, um erjagte Pelze zu reparieren, wenn sie durch Pfeil und Bogen Einschusslöcher aufwiesen. Es war das erste Mal, dass er sie verwendete, um lebende Haut zusammen zu nĂ€hen. Aber das behielt er lieber fĂŒr sich.

So vorsichtig, wie es mit seinen langen Klauen ging, vernĂ€hte er ihre Verletzungen. Dann verband er sie sorgfĂ€ltig mit Leinenbinden, damit kein Schmutz auf die frischen NĂ€hte kam. Besonders bei ihrem FlĂŒgel gab er sich MĂŒhe. Nicht auszudenken, wie fĂŒrchterlich es fĂŒr sie sein mĂŒsste, nicht mehr fliegen zu können! Er selbst wĂŒrde lieber beide Beine verlieren als auch nur eine seiner Schwingen.

Als er Sinthara verarztet hatte, wickelte er sie sanft in ihre Kleidung und in die zerlumpte Decke ein, so dass man nichts mehr von ihr sah. Dabei achtete er jedoch darauf, dass sie noch Luft bekam. Dann wickelte er sich selbst in eine zweite Decke und ging in die Hocke, wobei er sich einen Zipfel wie eine Kapuze ief ins Gesicht zog.Im Entengang sah er nun ziemlich klein und breit aus.

„Geh ich fo alf Tfwerg durch?“, fragte er und nun lud er sich die eingewickelte Sinthara quer ĂŒber die Schultern. Ein wohliger Schauer lief seinen RĂŒcken hinab. Als er sie vorhin verarztet hatte, war er so konzentriert gewesen, dass er nichts gespĂŒrt hatte, doch nun bekam er eine GĂ€nsehaut, als er sie berĂŒrte. Warum konnte es kein schönerer Augenblick sein als hier in diesem finsteren Verlies! Er schĂŒttelte die wohlige Empfindung ab und watschelte im Entengang aus dem Verlies. Zum GlĂŒck war Sinthara leicht, so dass er sie problemlos auch in dieser unbequemen Haltung tragen konnte.

Jetzt musste er sich konzentrieren und durfte keine Fehler machen! Wenn ihn wieder ein Zwerg durchschaute, war dies womöglich der letzte Fehler seines Lebens!

Er folgte der Richtung, in die Novec und der andere Zwerg verschwunden waren, fand schließlich den Weg hinaus aus dem GefĂ€ngnis und machte sich auf die Suche nach einem Ausgang aus der Zwergenstadt. Bis jetzt hatte ihn niemand beachtet. Er konnte nur hoffen, dass es so blieb.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#8

Beitragvon Darragh » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:18

Endlich war das Ziel erreicht und Darragh betrat das Marktviertel durch dasselbe Tor, durch das er einst, vor so viel Jahren, zum erstenmal geschritten war, um Ware unter die HĂ€ndler zu bringen. Manche Nachricht hatte ihn schon vorher erreicht und er wusste, dass die gebrachte Ware gierig genommen und gut bezahlt werden wĂŒrde. Man hatte ihm aber auch von strengeren Kontrollen durch einen neuen Markthalter, der gekommen sein um Ordnung zu schaffen, gewarnt.
Als der HĂ€ndler die altvertrauten Straßen wiedersah, die er frĂŒher so oft besucht hatte, zog ihm eine Woge von Wiedersehen und HeimatgefĂŒhl durchs Herz, gepaart mit tiefer Melancholie vor dem Wissen, dass er hier nicht mehr in Ă€hnlicher Weise willkommen war. Er schnitt ein ungewohnt strenges Gesicht, um sich zu bemeistert. Oh, alles war noch da: die schönen Steinbauten, die verzierten Brunnen, die klotzigen TĂŒrme der Tempel, die schlanken wuchernden Gassen, das GeschwĂ€tz und Gebrumme der Wirtschaftenden, das Geklirr von Waren, der steinerne Marktplatz! Wie wohlig fĂŒhlte es sich an, dass er wiederkam und alles unverĂ€ndert und statisch wirkte, wĂ€hrend doch das rege Treiben von Handel und VerĂ€nderung zeugte. WĂ€hrend die MĂ€rkte der Welt jedes mal fremd und verĂ€ndert waren, teils zerstört und in TrĂŒmmern, teils unkenntlich durch neue Bauten und wunderliche unerfreuliche Zeichen, blieb Dhvaras unverformbar in den Stein gemeißelt. Waren am Ende doch die Zwerge zu beneiden, die Seßhaften, in ihren tiefen Paradiesen und sicheren HĂ€usern, in ihrem befriedeten BĂŒrgerleben, in ihrem beruhigenden und stĂ€rkenden GefĂŒhl von Heimathaben und Zuhausesein in Haus und Werkstatt?

Es war SpĂ€tnachmittag, doch die Gassen lebten zeitlos, die Wirts- und Zunftschilder luden zum Eintritt ein und HĂ€ndler sperrten ihre TĂŒren auf. Darragh stĂŒtzte sich eine Weile auf die BrĂŒstungsmauer einer steinernen BrĂŒcke, welche eine tiefe Schlucht ĂŒberspannte, das kĂŒhle Licht schimmerte in grĂŒnem Kristall nur einige Meter in den Spalt hinein, doch schien Darragh als glomm von tief unten ein schwaches Goldleuchten herauf.
Zwei Handwerksburschen trugen Lehmblöcke dicht an ihm vorbei in ein angrenzendes GebĂ€ude, SchmiedehĂ€mmern erklang aus dem Vorbau des Nachbarhauses und von der Ecke erschallte laut das anpreisende Geschrei eines KlunkerhĂ€ndlers. LĂ€chelnd stand Darrag auf und ging weiter, erst als die Gasse sich dem Haus seines alten Bekannten nĂ€herte begann sein Herz beklommen und unruhig zu werden. Es waren Erinnerung an den guten Freund, der ihn verstoßen hatte, die ihm die Erinnerung mit Schwermut fĂŒllte. Sollte Novir ihm noch böse sein? Das war solange her, es konnte keine Bedeutung mehr haben. Zögerlich klopfte er an der schweren TĂŒr. Ein verstimmtes Brummen ließ ihn wissen, dass er eintreten durfte und das er erwartet wurde.

Es war der alte unaufgerĂ€umte mit Trödel bis unter die Decke gefĂŒllte Raum den er eins beim ersten Eintritt in dies Haus vorgefunden hatte, doch vor ihm stand nicht der alte Novir, sondern ein jĂŒngerer schurkenhaft grinsender und ungemein hĂ€sslicher Zwerg. Darragh war ĂŒberrascht seinen Freund nicht vorzufinden. "Ah Meister Novir hat mir von euch erzĂ€hlt, er schĂ€tzt euch sehr. Sagt wo finde ich ihn?" Der Zwerg blickte ihn blöde und misstrauisch an. "Meister? Es gibt hier keinen Meister. Es gibt keinen Meister Novir mehr, ..... er ist fort“ Nuschelte der Fremde und Darragh wusste sofort, dass er log, aber auch, dass der alte Freund nicht in Gefahr und schon lange weg war. Wirr fuhr Darragh sich durchs Haar und ließ den Blick verloren durch den Raum schweifen. "Gut." kommentierte er und drĂŒckte den jungen unerfahrenen Zwerg salopp mit einem leichten Stoß in seinen Sessel. Er nutzte seine VerblĂŒffung um ein paar Mal ausschweifend vor ihm hin und her zu schlendern und begann: "Ich habe drei SĂ€cke mit Pfeffer aus Heian, etwa ein dutzend Flaschen Blutwein, nun der interessiert euch wohl weniger, 
. und diese Pakete mit grĂŒnem Pfeifenkraut zu verkaufen." Der Zwerg zuckte kurz zusammen als er die Menge sah und Darragh sprach leise, zu sich gewandt weiter. "....ob er wohl weiß was fĂŒr Preise derzeit fĂŒr diesen Stoff geboten werden? man wird es sehen, er sieht verunsichert aus, notfalls muss ich mir einen anderen ZwischenhĂ€ndler suchen, oh wie Ă€rgerlich wĂ€re das!“

Der Zwerg brauchte kurz um sich zu sammeln und sein Aufbrausen zu unterdrĂŒcken. Er war sichtlich verunsichert und genervt von den wirren Reden des HĂ€ndlers erhob sich aus seinem Sessel und wuselte um Darragh herum. „Wer seid ihr? Und wisst ihr, dass Grmmr Zwirnaug, der neue Markthalter den Verkauf von Pfeifenkraut streng ĂŒberwacht? Nein nennt mir euren Namen nicht, ich kann es mir denken, Novir hat euch...Ă€hm sagen wir mal... erwĂ€hnt. Schließt die TĂŒr, schnell und nehmt Platz.... den Pfeffer kaufe ich euch zu 14 Kupfer das Pfund, den Wein nehmt wieder mit.“ Er betrachtete das die BĂŒndel Pfeifenkraut argwöhnisch. Ich kann sie hier kaum an den Mann bringen, und dazu das Risiko. Ich gebe euch 6 Silber fĂŒr alle drei. Aber dann verschwindet schnell.“

Ruhig blickte Darragh den Jungen an, welcher unsicher auf eine Reaktion wartete, dann prustete er lauthals los. „Ruft bitte nach eurem Meister, ich habe nicht viel Zeit zu verschwenden.....Was denkt er sich bei diesen Preisen, weiß er denn nicht, dass er das Kraut zum vierfachen Preis, nein fast zum zehnfachen dessen was er mir bietet unter die Leute bringen kann? Mein sturer Esel ist nichts gegen diesen Schurken, wobei manchmal bin ich mir da nicht so sicher, soll er denn den ganzen Weg umsonst hierher gekommen sein.... Er ist nicht da? Wo ist er denn? Gut, Ich gebe euch den Pfeffer zu 18 Kupfer das Pfund, also 1 Gold, 4 Silber und 20 Kupfer fĂŒr die drei SĂ€cke. Sagen wir 17 Silber. Das Kraut jedoch kann ich nicht fĂŒr so geringe Preise anbieten, nehmt ein bisschen und probiert. Ihr werdet kaum jemanden finden, der euch diese Ware bis ins eigene Haus trĂ€gt, bedenkt die Risiken, vor allem durch diesen Grmmr Zwrnrnrn oder wie er heißt. Ich lasse euch das Kraut fĂŒr ein GoldstĂŒck hier. Und eine Flasche des vorzĂŒglichen Weins lasse ich euch außerdem da.....“ Sie stritten noch eine Weile bis Darragh, der schamlos von der Unerfahrenheit seines GegenĂŒber profitiert hatte, letztlich ein Angebot akzeptierte, wahrscheinlich auch, da der Zwerg froh war ihn loszuwerden. Doch Darragh belĂ€stigte ihn noch weiter..

„ ....... Doch diese handvoll Waren ist nicht der eigentliche Grund meiner Reise", sprach er wieder an den Zwerg gewandt. Feierlich zauberte er eine Pergamentrolle aus seinem Wams und legte sie dem Zwerg auf den Tisch. Sie listete sorgfĂ€ltig verschiedene Waren und Mengen auf, ein anderes Schreiben war fĂŒr Novir bestimmt und mit einem roten Siegel verschlossen.

"Ich, oder eher gesagt wir, möchten den ehemaligen Kontor hier in Dhvaras wieder errichten und einen durchgehenden Warenaustausch ermöglichen. Die Salzsiedereien in den Lagunen könnten euch mit Salz beliefern, wir liefern eingelegten Fisch und gepökeltes Fleisch, auch GewĂŒrze und Pfeffer aus Heian lassen sich leicht verschiffen und die MĂ€rkte der Stadt sind voll von fremden Waren. Doch ich bin auf dem Weg hierher mit einigen Problemen konfrontiert worden und fĂŒrchte ich habe diese bis hierher ins Herz Nidawellirs gebracht, weshalb ich nicht persönlich vor den König oder die HĂ€ndlerkaste treten kann..." alles Spiel und jegliche Verwirrungen waren aus Darraghs Erscheinen erloschen und er stand nun als ernstzunehmender und selbstbewusster Abgesandter vor dem jungen Zwerg. „Geht die Liste in Ruhe durch und unterrichtet euren Meister ĂŒber mein Angebot, er wird sich um alles kĂŒmmern. Doch genug davon. Gehen wir unsere Kehlen etwas befeuchten. Ich habe schon einige Zeit kein ZwergenbrĂ€u mehr gekostet“

Der Zwerg nahm die Schriftrollen entgegen. Es war ihm anzusehen, dass er den geschwĂ€tzigen HĂ€ndler loswerden wollte, doch die Regeln der Höflichkeit geboten ihm den Gast und Freund seines Meisters zu begleiten Genervt schloss er den Laden hinter sich zu und schob den HĂ€ndler in ein benachbartes Wirtshaus. Darragh war froh nicht alleine Speisen zu mĂŒssen.

Die Wirtin erkannte seinen Begleiter und brachte ihnen eine einfache Speise und zwei Becher Zwergenbier. MĂŒhsam entwickelte sich ein GesprĂ€ch, doch Darragh war bald mĂŒde und nicht mehr an der Gesellschaft des Zwerges interessiert. Noch einige Zeit saßen sie nebeneinander und tranken das starke Bier, dann verabschiedete sich sein Begleiter und ließ den HĂ€ndler zurĂŒck. Auf einer Bank auf der Schenke schlief er die Nacht. Die Wirtin weckte ihn am Morgen, er sagte Dank und ging. Unterwegs aß er ein StĂŒck Brot und erledigte kleinere GeschĂ€fte, deckte sich mit VorrĂ€ten ein, kaufte mehrere kleine FĂ€sser Zwergenbier und einige Waren die er in Bama verkaufen wĂŒrde, aber seine Laune war getrĂŒbt und selbst seine GeschĂ€ftigkeit litt darunter.
Bald verließ er das Marktviertel und unbewusst trieb es ihn heraus aus der Stadt und er schlenderte ĂŒber die gewundenen Wege in den WĂ€nden der Höhle, nĂ€he an den GefĂ€ngniszellen vorbei. WĂ€hrend er ging, grĂŒbelte er darĂŒber nach, wie er seine neugewonnenen Freunde aus der Gefangenschaft befreien könnte.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#9

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:18

So schnell es ging, trugen ihre Beine Novec und Novut durch die GĂ€nge. Verwirrend fĂŒr jeden außen stehenden wĂ€re dies Labyrinth aus nur dĂŒster beleuchteten GĂ€ngen gewesen. War doch der alte Gefangenentrakt einst ein Minenstollen, der bis weit nach unten in die tiefen der Erde fĂŒhrte. Erst vor weniger als 500 Jahren, als in der Tiefe zu exzessiv gegraben wurde und viele Tunnel daraufhin einstĂŒrzten, wurde beschlossen, diese Goldmiene zu schließen und alles zu einem Kerker um zu bauen, genau so wie das GebĂ€ude ĂŒber dem Stollen. Jedoch wurden nicht alle GĂ€nge in die Tiefe verschlossen, einige ĂŒbersah man, was die zwei Zwergen- BrĂŒder am eigenen Leibe erfahren sollten.

"Novut, wo rennen wir eigentlich hin?"

"Nun, genau weiß ich das auch noch nicht. Einen richtigen Plan habe ich zur Zeit nicht muss ich gestehen. Plan A war Narrensicher, Plan B besteht nur aus Improvisationen. Eigentlich renne ich nur kreuz und quer und hoffe erst mal, dass wir die Wachen so etwas verwirren und abhĂ€ngen können. Großartig bewaffnet scheinst du ja nicht zu sein und ich bin es auch nicht, die Kerle da hinten sind es dafĂŒr um so mehr, somit fĂ€llt auch kĂ€mpfen aus."

Beachtlich sah Novec seinen Bruder an. So kannte er ihn gar nicht, war er doch frĂŒher eher der Faulpelz, der sich von Mama bedienen lies. Es freute ihm, dass aus ihm doch noch ein ordentlicher Zwerg geworden war. Noch in Gedanken gabelte sich der weg abermals und wieder rannten sie planlos in eine Richtung. Immer dunkler wurden die gĂ€nge, da immer seltener Leuchtkristalle an den WĂ€nden angebracht waren. Ausgebaut wie im GefĂ€ngnis waren die GĂ€nge schon einige Minuten nicht mehr. Alles um sie herum glich langsam eher Bergwerksstollen. Muffig roch es, als wĂ€re schon lange niemand mehr hier gewesen. Immer wieder versuchten die beiden Zwerge sich zu Orientieren, schauten ob sie Wegweiser oder Ă€hnliches erspĂ€hen können, doch erkannten sie nichts. Immer weiter fĂŒhre ihr weg sie ziellos durch die GĂ€nge und ohne, dass sie es merkten in die Tiefe. Unterwegs brach Novut einige Leuchtkristalle aus der Wand, so hatten sie auch Licht in den mittlerweile beinahe ĂŒberhaupt nicht mehr beleuchteten GĂ€ngen. Jedoch liesen sich die Wachen immer noch nicht abschĂŒtteln, unaufhaltsam folgten sie den beiden BrĂŒdern.

"Novec Sarili Gojim, im nahmen seiner MajestÀt, du bist verhaftet. Bleib stehen, wir bekommen dich ja doch. Stell dich du elender feiger Zwerg."

ErschĂŒtternd war dieser Satz fĂŒr Novec, war er doch ein stolzer Zwerg in der BlĂŒte seines Lebens. Drum war der Entschluss schnell gefasst und hielt an, um sich seinen Gegnern zu stellen.

"Haaaa na kommt nur her ihr Banausen, dann zeig ich euch mal, wer hier gleich der feige Zwerg ist."

Wut entbrannt stand der Zwerg, der immer nĂ€her rĂŒckenden Zwergenwache an. Knurrend stand er da, bereit seine Ehre zu verteidigen. Doch sicher war er sich im innersten nicht, stand er doch unbewaffnet ĂŒber ein dutzend Zwergen gegenĂŒber. Aber konnte er auch nicht mehr weiter davon rennen. Novec ist und bleibt eine KĂ€mpfernatur, es liegt nicht in seiner Art davon zu laufen.

"Ja sag mal Sarili, dir gehts noch gut, was hĂ€ltst du an, bist du verrĂŒckt dich mit den allen an zu legen?"

"Sag noch mal Sarili zu mir, dann gibts paar auf die Knollennase, klar? Ich bin ehemaliger Hauptmann der Zwergenarmee und lasse mich bei Odonolos doch nicht von so ein paar neunmalklugen Axtschwingern verarschen!", brummte Novec schnaufend durch seinen Bart seinen Bruder an.

"Das ist weder der richtige Ort, noch die richtige Zeit fĂŒr Heldentaten und noch weniger haben wir Zeit zu diskutieren. Tut mir echt leid BrĂŒderechen, nimms mir bitte nicht ĂŒbel....", mit einem beherzten Schlag auf seine Wunde setzt Novut Novec außer Gefecht, der sofort wie ein nasser Sack in sich zusammen viel und vor Schmerz bewusstlos wurde. Unter mĂŒhen schulterte Novut seinen Bruder und rannte weiter. Viel Zeit hatte diese Aktion Novecs gekostet. Bis auf weniger als 25 Meter waren die anderen Zwerge schon an sie heran gekommen.

Novut bog ein weiteres mal ab, doch war dies der falsche Weg fĂŒr ihn, wie er sofort fest stellen musste. Die Boden unter ihm gab unter dem Gewicht der beiden Zwerge nach und so stĂŒrzten beide in die Tiefe. Nach wenigen Sekunden hörte man nicht einmal mehr das Mark erschĂŒtternde Schreien Novuts.

Schmerz stöhnend erhob sich Novut langsam wieder. Sein Kopf schmerzte sehr und eine Rippe hatte er sich mindestens gebrochen, wie er schmerzhaft feststellen musste. Mit mĂŒhen raffte er sich trotz der betĂ€ubenden Schmerzen auf, um sich hin zu setzen. Wie lange er wohl bewusstlos war konnte er nicht sagen. Minuten, Stunden, Tage, interessiert hĂ€tte es ihn schon, doch viel wichtiger war es fĂŒr ihn erst einmal heraus zu finden wo er war. Im schwachen Licht der kleinen Leuchtkristalle konnte er kaum etwas erkennen, aber war dies auch so und so schwer, da es ihm vor den Augen verschwamm.

Von irgend woher hörte er Wasser tropfen, nicht weit entfernt. Das GerĂ€usch lies ihn vermuten, dass er in einer Höhle riesigen Ausmaßes sein muss. Aber bevor er weiter darĂŒber nachdenken konnte, hörte er ein fĂŒr ihn Furcht einflĂ¶ĂŸendes GerĂ€usch. Er war nicht allein, etwas kam auf ihn zu und nach den Schritten, musste es etwas sehr sein. Es schnaufte und die krĂ€ftigen Schritte kamen immer nĂ€her. Eines war sich Novut ganz sicher, ein Zwerg konnte es sicherlich nicht sein.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#10

Beitragvon Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:19

Baxeda watschelte mit gesenktem Kopf im Entengang zwischen all den Zwergen umher. Man starrte ihn vereinzelt an, doch niemand sagte etwas. Offenbar hielt man ihn fĂŒr einen Obdachlosen, der sich keine Kleider leisten konnte und daher in Lumpen kleidete. Ihm war es recht.

Auf den Straßen, die denen der Oberwelt erstaunlich Ă€hnelten, herrschte geschĂ€ftiges Treiben. Viele der flachen LehmhĂ€user hatten im Erdgeschoss einen Laden, dessen TĂŒr weit offen stand. Ein Teil des GeschĂ€ftes spielte sich direkt auf der Straße ab, wo Gebilde aus Eisengestellen so etwas wie Verkaufstische bildeten. Einige Zwerge hatten ihre StĂ€nde aus Lehm und Gestein gebaut.

Baxeda blieb in einer Ecke stehen und hielt die Nase in die Luft, um die Spur der beiden flĂŒchtigen Zwerge aufzunehmen. Doch ein alles dominierender Fischgestank ĂŒberdeckte jede feine Nuance, welche die FlĂŒchtigen von anderen Zwergen unterschieden hĂ€tte. Ärgerlich sah Baxeda sich um. Ein betrĂ€chtlicher Teil der VerkaufsstĂ€nde bot totenblasse, augenlose Fische feil, bei deren Anblick sich sein Nackenfell strĂ€ubte. Andere hatten hĂ€ssliche, langbeinige Krabben im Angebot, ebenfalls bleich und ohne Augen. Der Tiefling war froh, dass er sich vor wenigen Stunden den Bauch mit Wolfsfleisch vollgeschlagen hatte, so dass er nicht gezwungen war, eines dieser unterirdischen Gruseltieren zu essen.

Er rĂŒckte Sinthara etwas zurecht. Obwohl sie zierlich gebaut war, wurde sie in dieser unmöglichen Gangart langsam schwer. Plötzlich spĂŒrte er einen leichten Zug an seinem Schweif. Er erbleichte. Das blöde Ding hatte er völlig vergessen und die ganze Zeit hinter sich her schleifen lassen! Mit schreckgeweiteten Augen drehte er sich um. Seine Beinmuskeln waren angespannt, bereit, aus der kauernden Haltung emporzuschnellen wie eine ausgelöste Bogenfalle und ihn mit einem Sprung fort zu katapultieren. Ein Zwergenkind, dessen Gesicht den ersten Flaum eines Bartes zeigte, grinste ihn an und hielt ihm die verfilzte Quaste entgegen.

Es sagte etwas in der Sprache der Zwege und reichte ihm den Schweif hin. Vielleicht glaubte es, dies sei etwas, das er verloren habe. Baxeda senkte den Kopf, damit der Zipfel der Decke noch tiefer in sein Gesicht hing und nickte zum Dank. Er ließ mit einer Hand Sinthara los, um nach seinem Schweif zu greifen. Dabei rutschte ihm die Tieflingsfrau halb von den Schultern und Baxeda musste eine unmögliche Verrenkung machen, um zu verhindern, dass sie hinab fiel, ohne dabei seine Verkleidung zu verlieren. Der Junge war erstarrt und glotzte wie gebannt auf Baxedas Krallenhand, die den Schweif umklammerte.

Baxeda wĂŒrde sich am liebsten selbst ohrfeigen fĂŒr seine Unachtsamkeit. Warum nur musste er immer so tollpatschig sein? Herzklopfend erwartete er den Augenblick, in dem das Kind die Arme hoch riss und schreiend davon lief. Ein paar Momente vergingen, doch nichts geschah. Der Kleine starrte einfach nur fasziniert auf das, was er da entdeckt hatte. Baxeda nutzte diese Retenden Sekunden und reagierte schnell. Er griff nach hinten in seinen Rucksack, fummelte kurz und zerrte einen klappernden Gegenstand hervor. Er reichte dem Kind die SchĂ€delkette, welche Sinthara verschmĂ€ht hatte. Die Augen des Kindes wurden noch grĂ¶ĂŸer. Baxeda wackelte mit der Kette auf und ab, so dass der Unterkiefer lustig klapperte. Das Staunen im Gesicht des kleinen Zwergen wich einem Lachen. Mit beiden HĂ€nden griff er nach dem Geschenk, sagte noch etwas und rannte dann fort. WĂ€hrend er davonflitzte, rief er mit fröhlicher Stimme immer wieder ein Wort, das in fast jeder Sprache gleich klang: „Mama! Mama!“

Baxeda machte, dass er davon kam. Die Erziehungsberechtigten des Kerlchens konnte er sicher nicht so leicht ablenken. So schnell es im Entengang möglich war, watschelte er durch die Gassen. Dabei hielt er Ausschau nach Darragh. Er war ein HĂ€ndler, waren HĂ€ndler nicht immer auf MĂ€rkten, um nach einem SchnĂ€ppchen Ausschau zu halten? Vielleicht wĂŒrde er sich denken können, dass sie ihn hier suchten, wenn ihnen eine Flucht gelang, und wartete auf sie?

Verkaufsstand um Verkaufsstand zog an Baxeda vorbei. Gruselfische, Ekelkrabben, Farnpflanzensalate, gemeißelte SchmuckstĂŒcke, noch mehr Ekelkrabben... aber kein Darragh. Baxeda schnaufte und begann zu schwitzen. Und von den beiden flĂŒchtigen Zwergen war auch nichts zu sehen.
Seine kostbare Last wurde ihm immer schwerer.
„Sinthara, bist du wach?“, fragte er immer wieder.

In einer Nebengasse herrschte Aufruhr. Die Zwerge rannten hin und her und verdichteten sich zu einer Traube. Heisere Schreie ertönten. Plötzlich wurden die Ă€ußersten Zwerge von innen heraus umgestoßen und zwei Zwerge trampelten ĂŒber sie hinweg. Novec und der andere! Offenbar waren sie in dem Versuch, die Wachen abzuhĂ€ngen, im Kreis gerannt! Doch leider nicht sehr erfolgreich – die brĂŒllenden, voll gepanzerten Krieger polterten ihnen noch immer hinterher. Ihre Gesichter waren rot und glĂ€nzten nass. Sie hatten schwer an ihrer prunkvollen RĂŒstung zu schleppen, so dass die beiden FlĂŒchtigen ihnen immer eine NasenlĂ€nge vorraus waren.

Baxeda ĂŒberlegte einen Moment, ihnen hinterher zu laufen, doch er war nicht sicher, ob er mit Sinthara auf den Schultern schnell genug sein wĂŒrde, um mit ihnen Schritt zu halten. Und wenn die Wachen ihn wieder ergriffen, hatte er gar nichts gekonnt. Also reihte er sich in die Bevölkerung ein, die am Straßenrand stand und neugierig das Schauspiel verfolgte. Niemand beachtete ihn. Seinen Schweif hatte er diesmal sorgfĂ€ltig unter den Decken verstaut. Es konnte nichts mehr schiefgehen.

„Mama! Mama!“

Baxeda fuhr herum. Der Zwergenjunge kam freudestrahlend auf ihn zu. Mit einer Hand zeigte er auf Baxeda, mit der anderen hielt er die Wurstfinger einer korpulenten Zwergin umklammert, der die Sorge ins Gesicht geschrieben stand. In ihrer Hand klapperte die SchĂ€delkette. Die Frau hatte sich bisher hektisch umgeschaut, nun sah sie genau in Baxedas Richtung – genau in seine gelben Augen, die im Halbdunkel glommen. Sie richtete einen Finger auf ihn und ihr Mund öffnete sich.

Er wartete nicht auf den Schrei. Mit einem Satz sprang er hoch und breitete ruckartig die FlĂŒgel auseinander. Die Decken, die ihn zuvor verhĂŒllt hatten, fielen auf die erschrockenen Zwerge. Er stieß sie beiseite und rannte Novec und dem anderen hinterher.

Es war ein Anblick, wie ihn das Volk von Dhvaras noch nie erlebt hatte und auch nie mehr erleben wĂŒrde: Vorneweg stĂŒrzten Hals ĂŒber Kopf die ZwergenbrĂŒder. Novec hielt seinen verbeulten Helm fest, damit er ihm nicht vom Kopf rutschte. Dahinter stĂŒrmten die schwer gepanzerten Krieger, die kaum noch Luft bekamen und sich vergebens bemĂŒhten, noch beeindruckend militĂ€risch zu wirken, wĂ€hrend ihnen schweißnasse StrĂ€hnen ihrer BĂ€rte kreuz und quer im Gesicht klebten. Und hinterdrein stolperte in einigem Abstand der Tiefling, halb rennend, halb fliegend, der inzwischen so sehr keuchte, dass er kaum noch Luft bekam, mit Sinthara auf den Schultern, deren Kopf hin und her schlackerte.

Baxeda japste. Sein Herz hĂ€mmerte von innen gegen die Brust. Er hatte MĂŒhe, mit den Zwergen Schritt zu halten. Immer wieder verschwanden sie hinter einer Biegung aus seinem Blickfeld. Die HĂ€user wurden seltener, die GĂ€nge immer schmaler und flacher. Der Fischgeruch des Marktes war kaum noch wahrzunehmen, dafĂŒr roch es nun wieder nach nassem Gestein und Schimmel. Es gab kaum noch Leuchtkristalle, die das Dunkel erhellten. Fast völlige Finsterniss umfing sie. Wer konnte ahnen, in welche gottverlassenen SchĂ€chte dieser weg sie fĂŒhrte? Baxeda tröstete sich damit, dass die beiden FlĂŒchtigen sich hier mit Sicherheit auskannten – schließlich waren es Zwerge.

Plötzlich donnerte es.
Donner? Hier unter der Erde?

Die Wachen vor ihm strauchelten, machten eine Vollbremsung und pressten sich mit den RĂŒcken gegen die TunnelwĂ€nde. Baxeda hatte zu viel Schwung, er sprang an ihnen vorbei und dann traten seine FĂŒĂŸe ins Nichts.

„Verfluchte Trollkacke!“, brĂŒllte er noch und schlug wild mit den FlĂŒgeln, wĂ€hrend er sinnloser Weise in der Luft weiter rannte.

Die Erschöpfung forderte ihren Tribut. Er schaffte es nicht, in den Flug ĂŒberzugehen und stĂŒrzte samt Sinthara in die Tiefe. Verzweifelt versuchte er, den Fall so gut es ging durch FlĂŒgelschlagen abzubremsen. Seine FĂŒĂŸe trafen nach wenigen Metern Sturz auf blankes Gestein. Der Schwung und Sintharas Gewicht sorgten dafĂŒr, dass seine Knie nachgaben und er mit dem Hintern nach unten stieß. Ein metallisches GerĂ€usch ertönte.

„Ah, mein Arsch!“, jaulte Baxeda, wĂ€hrend er nach vorn fiel und Sinthara ĂŒber seinen Kopf nach vorn rollte. Sie landete schön weich auf Novec, auf dessen Kopf Baxeda saß. MĂŒhsam rappelte der Tiefling sich auf.

Zum GlĂŒck hat der kleine Mann seinen Helm auf, sonst wĂ€re sein SchĂ€del jetzt Matschepampe!

Sie waren entkommen. Über ihnen schimpften die Zwegenwachen, ehe sie sich schließlich trollten. Baxeda triumphierte. Außer, dass er völlig erschöpft war und sich den Allerwertesten verbeult hatte, war er aus dem heutigen turbulenten Tag sehr glimpflich heraus gekommen. Nur die arme Sinthara hatte mit all ihren Verletzungen ziemliches Pech gehabt.


 und Novec, korrigierte er sich gedanklich, wÀhrend er die Tieflingsfrau vorsichtig von ihm herunter hob und auf den Boden legte. Der Zwerg war nicht mehr nur verletzt, sondern jetzt auch noch bewusstlos.

Scheiße, ich hab Novec plattgewalzt! Jetzt können wir zusehen, wie wir zwei OhnmĂ€chtige versorgen. Wenn mir der andere Zwerg auch noch umklappt, habe ich ein Problem.

Baxeda richtete sich auf und schĂŒttelte die Beine und die FlĂŒgel aus. Feine Schweißperlen stoben in alle Richtungen. Er zitterte vor Erschöpfung. Ein StĂŒck abseits starrte der andere Zwerg mit aufgerissenen Augen in seine Richtung.

„Was gibt`s zu glotzen?“, murrte Baxeda. „Du bist auch nicht gerade eine Schönheit.“
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"Lieber ein lebender Feigling als ein toter Held."
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