Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

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Einige Bewohner Asamuras kommen ursprĂŒnglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
Novec Sarili Gojim
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S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#1

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:23

╔══════════════════════════════════════════════════╗
Hier spielte der vorherige Teil unsere Geschichte:
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"Nein, nicht!", brĂŒllte es aus leibes KrĂ€ften als Novec sich aus dem Schlaf aufbĂ€umte. Stark keuchend mit weit aufgrissenen Augen starrte er vor sich hin. Schweiß lief ihm ĂŒber die Stirn als er noch voll mit all seinen Gedanken bei seinem letzten Traum war. Unruhig waren die letzten Stunden Schlaf fĂŒr ihn, schrecklich seine TrĂ€ume. Tod, Leid und Zerstörung musste er im Traum sehen. Sein Vater auf dem Schafott, sein Bruder zerfetzt in einer Höhle liegend, er selbst als Leiche in einem dĂŒsterem stinkenden Gang irgendwo unter der Erde verwesend. Novec wischte sich mit der Hand ĂŒber Stirn und Gesicht. Waren das alles nur TrĂ€ume oder ein Ausblick auf die Zukunft was kommen wĂŒrde? Mehrere Minuten starrte Novec einfach vor sich hin. Immer und immer wieder ging ihm der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass er Novut zurĂŒck lassen musste und dies auch noch verletzt. WĂŒrden ihm die anderen Zwerge helfen, wĂŒrde er jetzt im GefĂ€ngnis landen? Was ist mit Vater und Mutter, was meinte Novut, dass etwas im Zwergenreich nicht stimmt?

"Nu mei Klener, sihst mer bissl blass aus um de Bartsch aus.", sprach ihm plötzlich eine fĂŒhrsorgliche Stimme an.

"Vater, Mutter, Novut...", Novec begannen die TrÀnen zu laufen, "verdammt mir reichts, dass wird doch dem stÀrksten Zwerg zu viel. Ich muss wissen wie es ihnen gut, was ist mit dem Zwergenreich! Was ist mit Grobhammer damals passiert in der Schenke?"

Plötzlich stieg Novec ein feiner lieblicher Geruch in die Nase, den er so noch nicht kannte und blickte an sich herab. Vor ihm reichte ihn ine rießige Hand eine rießige dampfende SchĂŒssel zu essen. "Ick bin zwo weder dei Mam nuch deu Papp, noch wesch i was ei Nopfut ist, aber ne deftsche Suppe nu jede wider zu klorn Verstond gebroscht. Ulso isch erst ma Kurzer."

Das einzige was Novec dazu noch einviel war sein ĂŒberaus leerer Magen, der sofort den Befehl gab, sich das gut riechende essen ein zu verleiben. Viel zu groß war das Besteck fĂŒr den kleinen Kerl, doch was will man von ĂŒber drei Meter hohen Gastgebern erwarten, sicherlich kein Zwergenbesteck. Nur wenige Minuten vergingen, bis nur noch ein winziger Rest Soße in der SchĂŒssel und ein etwas grĂ¶ĂŸerer Rest im Barte Novecs hing. Novec schnaufte und genoss das wohlige GefĂŒhl der warmen Suppe in seinm Bauch. Nicht nur seinem Bauch ging es nun entscheidend besser, auch seine Gedanken, die ziellos umher jagten, begannen sich allmĂ€hlich wieder zu ordnen.

„Ich weiß nicht, wie unsere nĂ€chsten Tage werden. Ich weiß es nicht.“

Ertönte durch den Raum und erst jetzt bemerkte der langsam wieder zur vollen Besinnung kommende Zwerg, dass ausser ihm und der Àlteren Frau noch mehr Personen anwesend waren.

"Flohpelz? Ach und die Schweigsame? Ihr seit auch hier?", sprach Novec leicht verwirrt, bis ihm sein GedĂ€chtnis langsam wieder auf die SprĂŒnge half.

"Ach ja wir sind aus der Höhle raus und dass hab ich den Flohpelz durch den halben Wald zu einer HĂŒtte gezerrt. Mhhh denk mal das wird sie sein, also hatte mein BauchgefĂŒhl doch recht, dass hier Ehrbare Leute wohnen, die uns vielleicht helfen."

Mit Schmerz verzerrtem Gesicht und mit MĂŒhe Not richtete sich der Zwerg in der fĂŒr ihn viel zu großen Umgebung auf. Etwas schmunzeln musste er schon, dass er mit seiner grĂ¶ĂŸe nicht einmal auf den Tisch schauen konnte, an dem die alte Frau gerade arbeitete. Langsam mit schweren Schritt ging Novec den fĂŒr seine schmerzenden Bein beinahe fast unendlich erscheinenden Weg zum Bett, auf dem Baxeda und Sinthara saßen. GemĂŒtlich schien es aus zu sehen, seit Monaten hatte er nur auf hartem Untergrund gesessen und geschlafen, drum wollte er nun auch mit auf das gemĂŒtlich aussehende Bett. Doch unterlag sein körper der Höhe des Bettes. Mit leibes krĂ€ften versuchte er sich hoch auf das Bett zu ziehen und schaute dabei die beiden Tieflinge an.

"Was gibts da zu grinsen? Na? Ich sehs ganz genau, ihr grinst! Was gibts da zu grinsen. Ja ich weiß der Zwerg ist zu kurz und kommt nicht auf das große Bett. HaHa ja sehr komisch, was haben wir alle gelacht, vor allem der Zwerg! So ist jetzt jeder fertig mit grinsen? Helft mir lieber. So ein faules Pack! Barrrr, einen armen Zwerg einfach an der Bettkante hĂ€ngen lassen. Los helft mir endlich und dann verratet ihr beiden Turteltauben mir mal was wir jetzt machen."
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FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#2

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:25

Das Essen wĂ€rmte sie von innen herraus so wohlig das sie auf dem gemĂŒtlichen Bett wegnickte. Die junge Frau fiel in einen tiefen traumlosen Schlaf, zumindestens anfĂ€nglich.
Doch dann wurde sie von diversen verwirrenden TrĂ€umen heimgesucht die sie innerlich förmlich aufwĂŒhlten. Nach außen hin machte sie aber den Anschein einer friedlich schlafende Elfe...

Abrupt schreckte sie auf und sah sich einen Moment hecktisch um bis ihr Blick auf Baxeda fiel der neben ihr saß und munter das gute Essen vertilgte. Es wirkt wie ein Wunderheilmittel gegen ihre AlptrĂ€ume und der Anblick des mit guten Appetit gesegneten Tieflings entlockte ihr gar ein LĂ€cheln.

WĂ€hrend Baxeda sich vergnĂŒgt wie eh und je mit den beiden Gastgebern unterhielt, lauschte sie nur schweigend bis sie irgendwann aus den Augenwinkeln, irgend etwas harriges vor der Bettkante herum hĂŒpfen sah wie ein wild gewordenes Huhn.

Ein Huhn war es aber nicht, nur ein kleiner Novec der sich verzweifelt abbemĂŒhte auf das Bett zu kommen.
UnwillkĂŒrlich entlockte diese Szene und sein typisches Gemeckere der Tieflingsfrau ein amĂŒsiertes Grinsen. Auch wenn ein Großteil davon Erleichterung und Freude war, das es ihren beiden GefĂ€hrten wieder gut ging.

Kurzerhand streckte sie ihm ihre Arme entgegen und obwohl man es ihrer fast schon zierlichen elfengleichen Statur kaum zutrauen wĂŒrde, besaß sie genug Kraft um den zappelnden Zwerg ohne viel MĂŒhe auf das Bett zu hiefen.

"Lasst mich bloß nicht nochmal allein zurĂŒck." meinte sie nebenbei und fuhr nach kurzer Pause erklĂ€rend fort.

"Das ich euch gefunden habe lag daran, das der Kleine hier dich quer durch die Landschaft gezerrt hat."

Bei den Worten sah sie kurz zu Baxeda ehe sie von der Hausherrin unterbrochen wurde.

"Jetzt weiß ick och warum ihr Beide vor dem Haus im Dreck lag. Wunderten uns schon was da bei uns gelandet is. Aber sie hat uns dann aufgeklĂ€rt...

Aber du sach mal...bist du jetzt eine Elbe oder och so ein...dings..da aus der Unterwelt wie er? Dabei deutet sie kurz zu Baxeda sah aber wie ihr Mann Sinthara an.

"Ich...meine Mutter war eine Waldelbe..." Setzte sie als ErklÀrung an ehe sie rasch das Thema wechselte.
"Können wir vieleicht noch bis morgen hier bleiben? Damit wir uns etwas erholen können....
wir können euch natĂŒrlich im Haus helfen"


schob sie rasch noch hinterher, wollte sie ja auf keinen Fall undankbar erscheinen, immerhin hatten die Beiden sie bei sich auf genommen.
Dann wurde sie auch schon wieder still. Sehr gesprÀchig war sie ja ohnehin nie. Und das Wichtigste war nur das ihre beiden GefÀhrten wohlauf waren und dem war so.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#3

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:25

"Ach ja wir sind aus der Höhle raus und dass hab ich den Flohpelz durch den halben Wald zu einer HĂŒtte gezerrt. Mhhh denk mal das wird sie sein, also hatte mein BauchgefĂŒhl doch recht, dass hier Ehrbare Leute wohnen, die uns vielleicht helfen."

„Ah, Novec! Du warst also tatsĂ€chlich der ÜbeltĂ€ter. Wenn du das nĂ€chste Mal das BedĂŒrfnis verspĂŒrst, einen Tiefling an seinen FĂŒĂŸen durch die Gegend zu zerren, dann achte doch bittesehr auf diese Körperteile hier“ - Baxeda spreizte ein wenig die FlĂŒgel - „und auf das Seil, was hinten aus der Hose hĂ€ngt. Das gehört nĂ€mlich auch noch zu mir.“

Sinthara nahm die Hand des vor dem Bett herumhĂŒpfenden Zwerges und zog ihn mit einem krĂ€ftigen Schwung nach oben auf das Bett. Baxeda zog die Augenbrauen zusammen. Dass Novec nun zwischen ihm und seiner Angebeteten saß, gefiel ihm ĂŒberhaupt nicht. Er stand kurz auf und drĂ€ngelte sich zwischen die beiden, ehe er sich wieder gemĂŒtlich in die ĂŒbergroßen Kissen lehnte.

"Lasst mich bloß nicht nochmal allein zurĂŒck." meinte Sinthara. "Dass ich euch gefunden habe lag daran, das der Kleine hier dich quer durch die Landschaft gezerrt hat."

Am liebsten wĂŒrde er sie in seine Arme schließen und ihr ins Ohr flĂŒstern
Dich zurĂŒcklassen - niemals wieder!
Er traute sich nicht. Stattdessen antwortete er „Du warst auf einmal weg. Ich hatte nach dir gesucht, aber dich nicht gefunden. Und dann kam diese Horde wild gewordener PlĂŒschgesichter und ich musste Novec retten. Die hĂ€tten ihn sonst umgebracht. Außerdem....“, er schmunzelte und stieß sie mit dem Ellebogen an, „glaube ich, dass du im Notfall auch ganz gut ohne uns klar kommst.“

"Jetzt weiß ick och warum ihr Beide vor dem Haus im Dreck lag“
, sinnierte die Gastgeberin, die Baxeda angenehm an seine Tante erinnerte. „Wunderten uns schon was da bei uns gelandet is. Aber sie hat uns dann aufgeklĂ€rt... Aber du sach mal...bist du jetzt eine Elbe oder och so ein...dings..da aus der Unterwelt wie er?“

Sie zeigte kurz auf Baxeda, doch in der Geste lag nichts Unhöfliches.

"Ich...meine Mutter war eine Waldelbe...", sprach Sinthara in der fĂŒr sie so typischen zurĂŒckhaltenden Art und Weise. Dann versuchte sie vom Thema abzulenken. "Können wir vieleicht noch bis morgen hier bleiben? Damit wir uns etwas erholen können... wir können euch natĂŒrlich im Haus helfen."

„So Ă€ Quatsch mit Soß“, tadelte der Alte, „ihr seid unsre Gast! Da werd nich geholf. Sehtsch nur ma an – ihr brauchta Ruh. Und Ruh sollts bekomma. Ihr könnte schlafa hier fĂŒr de Nacht. Is zwar kein Palast, abr s erfĂŒllt sin Zweck.“

„Danke, das ist sehr großzĂŒgig.“


Baxeda deutete eine leichte Verneigung an. Dann sah er wieder zu Sinthara. Sie saß da wie eine Albenfrau. Ihre dĂ€monischen Merkmale hatte sie versteckt. Leider, wie er befand. Obwohl er sich mehr als Mensch fĂŒhlte, mochte er das, was Sinthara so heimlich verbarg – die samtige Haut ihrer FlĂŒgel, das Blitzen ihrer FangzĂ€hne. Es war ein Jammer, dass sie die ganz eigene Schönheit einer Tieflingsfrau außerhalb von Phintias verbergen musste.

„Und dein Papa“, fragte er leise. Obwohl offensichtlich war, dass Sinthara nicht ĂŒber das Thema sprechen wollte. Er selbst wurde auch nicht gern auf sein dĂ€monisches Erbe angesprochen, doch mit ihr darĂŒber zu reden, war etwas anderes... denn sie war jemand, der verstand. „Meiner stammt direkt aus der Unterwelt“, sagte er so gedĂ€mpft, so dass nur sie und Novec es hören konnten.

Er schwieg einen Moment und schĂŒttelte dann den Kopf. Eigentlich hasste er seinen Vater, denn seine Mutter hatte sich ihm nicht freiwillig hingegeben. Doch irgend etwas tief in ihm sehnte sich danach, ihn wenigstens einmal zu sehen. Aber das war nicht möglich. Es gab wichtigere Dinge fĂŒr ihn zu erledigen – er musste fĂŒr den Teil seiner Familie da sein, den er wirklich liebte. Und dieser Teil befand sich an der OberflĂ€che.

„Wie ist die Situation in Barakas, habt ihr was gehört“
, fragte er die beiden WiesenlÀnder.
Der Alte schĂŒttelte betrĂŒbt den Kopf. „Man hört weensch und das weensche was man hört issa nich gut. Man weißa nich, wie lang se de Stadt noch halta kenn.“

Baxedas Herz krampfte sich zusammen. Ihm lief die Zeit davon. Er wĂŒrde es nicht mehr rechtzeitig schaffen, genĂŒgend Geld fĂŒr einen neuen Hof im SĂŒden zusammen zu bekommen, ehe die NordlĂ€nder ĂŒber die Wiesenlande herfielen.

„Ich muss nach Barakas“, sagte er. Zu Novec und Sinthara. „Meine Familie braucht mich.“
Es war Zeit, den Feigling hinter sich zu lassen.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#4

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:26

So viel Spott fĂŒr einen kleinen Zwerg war zu viel. Novec war brĂŒskiert, war das der dank dafĂŒr, dass er die ganzen Strapazen durch den Wald dafĂŒr anfgenommen hat?

Gerade wollte Novec wieder gehen, als sich wenigigstens Sinthara herablies und dem Zwerg auf das Bett half.
Ein Wort des dankes empfand Novec als zu viel, er mochte es nicht, dass man sich ĂŒber ihn lustig macht. Kleine Zwerge haben schließlich auch GefĂŒhle. So war er kaum auf dem Bett, als er nur noch oberflĂ€chlich den beiden Tieflingen zu hörte. Irgend etwas erzĂ€hlte Sinthara ĂŒber ihre Familie, dann ebenfalls der Flohzirkus. Aber interessierte es ihn gerade wenig, was sie bereteten. Hatte doch Novec selber mehr als genug im Kopf, was ihm immer mehr beschĂ€ftigte.

Immer wieder kreisten sich die Gedanken um Novut und um seinen Vater, um seine Ansehen und um das Wohl aller Zwerge. Was meints nur Novut, als er sagte, dass etwas im Zwergenreich nicht Stimme? Ist der Herrscher verrĂŒckt geworden, steht ein Krieg bevor? Was es auch seih, Novec wĂŒrde es nicht erfahren, ohne ein weiteres mal nach Nidevalier zu gehen und dies wĂ€re Ă€ußerst gefĂ€hrlich. Novec fĂŒhlte sich immer schlechter, er sah immer öfters doppelt vor Augen, ihm war schlecht, sein Magen rumorte und seine Schulter fing wieder an zu schmerzen. Plötzlich wurde dem Zwerg schwarz vor Augen und viel vom Bett.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#5

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:26

Es war so gemĂŒtlich hier bei ihren Gastgebern, das man dabei fast vergessen konnte wie sie hier gelandet waren. Wenn sie sich das Ganze betrachtete wirkte es fast wie eine Familie die endlich mal wieder gemeinsam am Tisch saßen. Wie als wĂ€ren die Kinder nach Ewigkeiten wieder heimgekehrt. Wenn man mal davon absah das sie Alle etwas anders waren und unmöglich eine Familie sein konnten.

Nur waren sie es nicht. Schwer verletzten waren die GefĂ€hrten entkommen und hatten wohl mehr durch GlĂŒck eine HĂŒtte gefunden die auch noch Bewohner hatten welche Ă€ußerst gastfreundlich waren. GegenĂŒber Fremden und auch noch gegen...gegenĂŒber Kreaturen wie sie und Baxeda es waren.

Aber dieses fast heimische GefĂŒhl und die Worte ihres GefĂ€hrten zu welchem sie kurz ihren Blick wande weckten etwas Anderes in ihr. Ein GefĂŒhl was sie nicht zulassen wollte.

Plötzlich wurde sie durch einen Knall aus den Gedanken gerissen und sah erschrocken zu der Ursache. Novec war vom Bett gestĂŒrzt, offenbar war er auch als Zwerg nicht ganz so robust.
Die Alte schlug die HĂ€nde ĂŒber den Kopf zusammen und eilte mit einem "Hach herje" zu dem Zwergen wohl um ihm zu helfen.

Davon bekam sie aber nichts mehr wirklich mit. Den Trubel welchen der Zusammenbruch des Zwerges verursacht hatte nahm sie sich zu nutzen um hinaus zu verschwinden. Leise knarzte die TĂŒr als sie diese wieder hinter sich schloß.

Langsam wande sie ihre Schritte weg vom Haus bis zu einem Felsen der unweit des Hauses hervor ragte, vom Eingang aus aber nicht zu sehen war, und unter welchem es etwas tiefer hinab ging. Schien als wÀren sie auf einem Berg. Aber das interessierte die Tieflingsfrau gerade wenig.

Geschmeidig und ohne große Anstrengungen kletterte sie auf den Felsen und trat bis zu dessen Spitze. Den Blick gen Horizont gewand schweiften ihre Gedanken ab.

Und dein Papa... meiner stammt direkt aus der Unterwelt...

Hallten die Worte Baxedas in ihrem Kopf. SIe wußte es nicht, aber wenn man ihr Aussehen betrachtete und nachdem was ~ er~ damals so freudig gesagt hatte, war es wohl ein DĂ€mon oder eine Art DĂ€mon.
Die Tieflingsfrau hasste es, aber sie mußte sich damit abfinden, und...irgendwie war es ja auch ein Teil von ihr.
Langsam löste sie die SchnĂŒrung ihres Umhangs, welcher leicht von einem Windstoß mitgetragen etwas zurĂŒck wehte und hinter ihr an einem Busch hĂ€ngen blieb.
Noch wĂ€hrend sie ihre Handschuhe ebenso auszog und damit die schlanken HĂ€nde entblĂ¶ĂŸte deren Spitzen mit Krallenartigen NĂ€geln abgeschlossen waren breitete sie ihre FlĂŒgel vollends aus.

Ihr Blick richtete sich auf ihre HĂ€nde und sie seufzte leise. Es gehörte zu ihr und wenn man mal bedachte wie gepflegt und glatt ihre NĂ€gel waren, passte es sogar irgendwie zu ihr. Sicher es waren Waffen und nicht jeder wĂŒrde so etwas schön finden, aber hatte sie das eigentlich jemals interessiert.

Wenn sie ehrlich war sehr. Es hatte sie tief verletzt wenn man sie als Monster bezeichnet hatte und die Leute ihr mit Abscheu, Angst oder Hass begegneten.
Mittlerweile war es ihr fast egal geworden, aber nur fast. Hin und wieder versetzte es ihr doch einen Stich ins Herz.
Dabei war diese schlanke fast zierliche Gestalt mit den ledrigen FlĂŒgeln und dem wehenden schwarzen Haar dort oben auf dem Felsen, gar nicht so schlecht anzusehen.

Meine Familie braucht mich...

Die Tieflingsfrau zuckte zusammen als diese Worte Baxedas in ihrem Kopf wiederhallten gefolgt von aufblitzten Bildern. Bildern wie sie, ein Kinde noch sich versteckte voller Angst. Bilder wie diese Orks ihre Familie kaltblĂŒtig und grausam abschlachten egal ob Mann , Frau oder Kind.

Sie hatte ihre Familie nicht schĂŒtzen können, sie hatte ihnen nicht helfen könnten. Warum hatte sie sich versteckt, warum hatte sie es nicht einfach versucht?

NatĂŒrlich hĂ€tte sie keine CHance gehabt, sie war viel zu klein und das sie Angst gehabt hatte war auch vollkommen normal gewesen. Aber das wollte sie nicht akzeptieren.

Sie war Schuld das sie niemanden mehr hatte, sie war Schuld das ihre Familie nun tot war.

"NEEEEEEEEEEIN " Verzweifelt erklang dieser Schrei und hallte ĂŒber den Abgrund an welchem sie stand

Sinthara's FlĂŒgel schloßen sich wieder und sie sackte auf ihre Knie, das Gesicht in den HĂ€nden vergrabend, bahnten sich klare salzige TrĂ€nen sich einen Weg ĂŒber ihre Wangen und tropften vereinzelt auf den Stein.
Diese ganze Trauer diesen ganzen Schmerz welchen sie all die Jahre mit sich getragen hatte schien mit einem Mal aus ihr herraus zu brechen.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#6

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:26

Die Alte schlug die HĂ€nde ĂŒber den Kopf zusammen. "Hach herje", rief sie und eilte zu Novec, der bewusstlos vom Bett gestĂŒrzt war. Seine Eisenhaube rollte gerĂ€uschvoll ĂŒber die dunklen Holzdielen. Die beiden WiesenlĂ€nder hoben den kranken Zwerg behutsam auf und trugen ihn zurĂŒck auf sein Lager. Baxeda brachte die Eisenhaube und legte sie neben das Haupt des kleinen Mannes. „Mach mir keinen Mist, Kurzer“, murmelte er und legte besorgt die Stirn in Falten. Hinter sich hörte er rasche Schritte. Als er sich umdrehte, sah er gerade noch, wie Sinthara aus dem Hause eilte, hinaus in die Nacht.

Baxeda fĂŒhlte sich völlig ĂŒberrumpelt und blickte zwischen Novec und der offenen TĂŒr hin und her. Der Zwerg war bei dem Ehepaar in guten HĂ€nden. Die Frau tupfte ihm gerade mit einem kalten Lappen die schweißnasse Stirn, wĂ€hrend ihr Mann ihm die Waden knetete, um seinen Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Er könnte sich also ruhigen Gewissens um Sinthara kĂŒmmern... die Frage war nur, ob sie das ĂŒberhaupt wollte.

Zögerlich trat er an die TĂŒr und streckte den Kopf hinaus. Ein kĂŒhler Wind fuhr ihm durch das Haar, Zweige peitschten und BlĂ€tter wirbelten herum. UnschlĂŒssig tapste er nach draußen. Unweit erspĂ€hte er einen einzelnen Felsen, auf dessen Spitze Sinthara stand und in die Ferne blickte. Plötzlich zog sie ihren Mantel aus und ließ ihn vom Wind davon wehen. Ihre schwarzen Schwingen kamen zum Vorschein. Nun entledigte sie sich ihrer Handschuhe.

Baxeda wandte sich ab. Offenbar wollte sie fĂŒr sich sein. Er wĂŒrde wieder hinein gehen und sehen, ob er dem netten Ehepaar zur Hand gehen konnte. Da drang mit einem Mal ein heller Schrei in seine Ohren, pure Verzweiflung und sie fuhr ihm bis ins Herz.

"NEEEEEEEEEEIN"

Er fuhr erschrocken herum. Sinthara kniete auf dem Felsen, das Gesicht in die HĂ€nde vergraben und ihr ganzer Körper zuckte immer wieder zusammen, als ob sie bitterlich weinte. Baxeda wusste nicht, ob es richtig war, was er nun tat. Er wusste ĂŒberhaupt nichts mehr.

Der Wind fuhr unter seine FlĂŒgel, die sich wie von selbst ausbreiteten, ebenso wie seine Beine sich von allein abzustoßen schienen. Er flog zu der zusammengekrĂŒmmten Gestalt, landete neben ihr und hockte sich hin. Dann legte er die Arme um sie und auch die FlĂŒgel und schirmte sie ab gegen den kalten Wind, der unbarmherzig an ihr riss. Sie war winzig in seinen Armen.

Er fand keine Worte, um sie zu trösten.

"Tut mir leid. Ich wollte nicht, dass du weinst... ich... ich dachte..."
Nun kamen ihm selber die TrÀnen.
"Du versteckst immer deine FlĂŒgel und deine HĂ€nde, traust dich kaum zu reden, damit niemand deine ZĂ€hne sieht. Dabei... ich meine, du bist wunderschön. Mit deinen FlĂŒgeln, den NĂ€geln und den ZĂ€hnen... wunderschön..."

Und ich liebe dich als das, was du bist.
Die Worte hallten wieder und wieder in seinem Kopf, doch fanden nicht den Weg von seinem Herzen zum Mund.
Er biss sich auf die Lippen.

In der Ferne rief eine Schleiereule.
Die Königin der Nacht.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#7

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:27

Monster...Monster...Sinthara ist ein Monster...
Mit großen Augen ganz traurig stand sie da und sah geknickt auf die anderen Kinder die mit diesem Singsang um sie herum tanzten bis ein Erwachsener sie scheltend auseinander schickte.... Sie wollte doch nur mitspielen.

...........

Mama bin ich ein Monster? Wie oft hatte das MĂ€dchen diese Frage gestellt und auch diesmal sah sie mit fragendem Blick zu ihrer Mutter auf welche mit einem liebevollen LĂ€cheln den Kopf schĂŒttelte und sie in ihre Arme nahm. Nein du bist eine wunderschöne besondere Elfe mein Schatz

........

NEEEIN ... Noch bevor diese Worte aus ihrem Mund kamen, presst sie eine Hand auf diesen. Zitternd starrte sie aus ihrem Versteck hinaus auf die leblosen Augen eines Elfen. Fein sĂ€uberlich und dennoch Ă€ußerst brutal war der Hieb des Orks gewesen mit welchem er einem mehr das Leben ausgehaucht hat. Nur mit MĂŒhe hatte sie es geschafft nicht zu schreien und als sie irgendwann aus ihrem Versteck trat stand sie dort, ein kleines MĂ€dchen,mutterseelenallein, weinend in Mitten eines zerstörten Ortes in welchem ĂŒberall Leichen lagen.

................

Feuer...Schmerz..und sein höhnisches Lachen....


Die Tieflingsfrau schien Baxeda gar nicht zu bemerken in ihren Erinnerungen gefangen und den tobenden Schmerz in sich war sie wie benebelt. Sie wande sich weinend in seinen Armen, dann schlug sie wieder wie wild nach ihm ehe sie wimmernd zusammen sackte.

Nur langsam ebbte alles ab und machte Platz dem hier und jetzt. Wie Espenlaub zitternd hing sie da in den Armen des Tieflings. Langsam hob sie den Blick zu ihm hinauf als wĂŒrde sie ihn zum ersten Mal sehen.
Wie gebannt hing der Blick an seinen Augen und der Wind fuhr ihr in diesem Moment zausend durchs Haar als wolle er es zerstören, doch sie ließ sich nicht stören.
HĂ€tte sie gewußt das der Wind ihr Haar so sehr zerzauste das man leicht die AnsĂ€tze ihrer Hornstummel sah dann hĂ€tte Sinthara vermutlich gehandelt. Niemand wußte das sie eigentlich Hörner hatte. Hörner die vermutlich auf ihre Art hĂ€tten schön sein können, wĂ€hrend sie damals nicht so zerstört wurden...

Baxeda...

Leise, erleichtert und doch so hauchzart kam sein Name ĂŒber ihre Lippen und sie schmiegte sich an ihn wie ein schutzbedĂŒrfigtes Kind. Keinen Gedanken verschwendete sie daran ob ihn das stören könnte. Er war da und das war das einzige was zĂ€hlte.

Es gab ein schönes Bild, wie der Tiefling dort auf dem Felsen hockte, FlĂŒgel und Arme schĂŒtzend um die zerbrechlich wirkende Frau geschlungen welche sich an seine starke Brust schmiegte. Noch immer zittend auch wenn ihre TrĂ€nen langsam versiegten.

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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#8

Beitrag von Baxeda » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:27

Sinthara wand sich weinend in seinen Armen. Sie hatte die Augen fest zusammen gekniffen und TrĂ€nen liefen ĂŒber ihr hĂŒbsches Gesicht, das nun von der Verzweiflung völlig verzerrt war. Er lockerte die Umarmung. Warscheinlich war ihr die BerĂŒhrung unangenehm. Kein Wunder, er hatte kein Oberteil an, stank nach den Anstrengungen der letzten Tage wie ein Bock und sein Fell war verfilzt und voller Tannennadeln. Kaum hatte er die Arme und FlĂŒgel gelockert, da begann die zierliche Frau mit den FĂ€usten auf seine Brust einzuhĂ€mmern.

Konnte er es ihr verĂŒbeln?
Eine Schönheit war er wahrlich nicht, nicht einmal nach den MaßstĂ€ben eines Tieflings. Zu viel hatte er sich schon heraus genommen, ihr diese verletzende Frage zu stellen, obwohl sie schon signalisiert hatte, dass sie nicht darĂŒber reden wollte. Und nun umschlang er sie einfach mit seinem haarigen Körper und machte ihr Komplimente. Was fĂŒr ein Trampel er doch war!
Vor lauter Scham glĂŒhten ihm die Ohren.

Er gab Sinthara frei. Keinesfalls wollte er die Situation noch verschlimmern. Doch sie schlug weiter auf ihn ein. DafĂŒr, dass sie so schlank war, hatte sie eine erstaunliche Kraft.

„Entschuldigung“, murmelte er. „Ich komme vom Dorf, ich bin manchmal etwas trampelig...“

Doch sie schien ihn gar nicht zu hören. Sie schlug ihn noch ein paar Mal und dann sackte sie mit einem Male in sich zusammen, zurĂŒck in seine Arme und wimmerte. Jetzt erst begriff er, dass der Zorn gar nicht ihm gegolten hatte, es war vielmehr wohl ein Schmerz gewesen, den sie vielleicht Jahre in sich trug und der nun aus ihr heraus gebrochen war. Was hatte er da angerichtet, als er sie nach ihrem Vater fragte!

Zitternd lag sie da in seinen Armen und langsam hob sie den Kopf FĂŒr einen Moment sahen sie sich schweigend in die Augen. Ihre Iris war rot wie das Licht der untergehenden Sonne. Zwei Sonnen in ihrem Gesicht. Ein Windstoß fuhr ihr ins Haar und offenbarte ihre Stirn. Dort hatte Baxeda kleine Hörner erwartet, doch was er sah, ließ ihm den Atem stocken. Ihre Hörner waren nurmehr kleine, verschrumpelte Krusten, die Haut darum war narbig.
Was hatte man ihr nur angetan? Wer war zu so etwas fÀhig?

„Baxeda“, sagte sie ganz leise.
Dann schmiegte sie sich an ihn.
Ihm fiel ein Stein vom Herzen.

SchĂŒtzend legte er erneut seine Arme um sie und auch die FlĂŒgel, um sie gegen den Wind abzuschimen.
Sie war ganz kalt.

„Sinthara“, erwiderte er.
Der Name fĂŒhlte sich in seinem Mund an wie Honig.
Mit dir in den Armen will ich einmal sterben.

Ein GefĂŒhl der WĂ€rme breitete sich in ihm aus, eine WĂ€rme, die er nie zuvor gespĂŒrt hatte.
All der Krieg und die Not schienen in weite Ferne gerĂŒckt. Jetzt, fĂŒr diesen Augenblick, war er der glĂŒcklichste Tiefling in ganz Lodranion.

Auf ihre Stirn, zwischen ihre verstĂŒmmelten Hörner, drĂŒckte er seine Lippen.
Es war das erste Mal, dass er jemanden kĂŒsste.
Er hatte keine Ahnung, ob es richtig, war.
Aber es fĂŒhlte sich richtig an.
"Die Menschen bauen zu viele BrĂŒcken und zu wenige Mauern."
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Sinthara
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#9

Beitrag von Sinthara » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:28

Langsam kehrte wieder Ruhe in die junge Tieflingsfrau. Das zittern ebbte ab und die TrĂ€nen versiegten. Es fĂŒhlte sich gut an hier in seinen Armen an seinen warmen Leib gekuschelt. Das GefĂŒhl von Geborgenheit kam in ihr auf.
Als seine Lippen ihre Stirn berĂŒhrten, genau an dieser Stelle wo ihr Haar sonst die Hörner, oder besser das was von ihnen ĂŒbrig war verbarg, zog sie den Kopf abrupt zurĂŒck.
Zu tief saß noch die Erinnerung und der Schmerz wie es dazu kam. Da war selbst seine so sanfte BerĂŒhrung unangenehm.

Ihr Blick hob sich dennoch erneut zu dem GefĂ€hrten und sie betrachtete ihn still. Wie lange reisten sie jetzt schon und noch nie war ihr aufgefallen wie schön er eigentlich war. Sein verfilztes Fell wirkte fĂŒr den Moment flauschig weich und auch sein Geruch schien sie gar nicht zu stören. Er war völlig das Gegenteil von ihr, wenn man bedachte wie weich und zart ihre Haut war, und das sie nicht mehr Haare am Leib hatte wie eine..normale Frau auch.

Entweder war es der Lichteinfall oder warum schien er so verlockend zu schimmern. Es war verwirrend und faszinierend zugleich.
Langsam richtete sie sich auf, nicht mehr als nötig bis ihre Gesichter auf gleicher Höhe waren.
Die tiefroten Augen glitten ĂŒber Baxedas Anlitz ganz langsam, als wollte sie sich jedes einzelne StĂŒck genaustens einprĂ€gen und letzendlich verharrte sie an seinen Lippen.
Wissen die Götter was sie dann ritt aber plötzlich schien sie immer nÀher zu kommen, ihr Blick wanderte zwischen seinen Augen und seinen Lippen hin und her und da...

Als er schon ihren Atem auf seiner Haut spĂŒren konnte und ihre sanften Lippen jeden Moment die seinen berĂŒhren wĂŒrden, sauste plötzlich ein Pfeil haarscharf an Beiden vorbei.
Abrupt wurden die Tieflinge getrennt und Sintharas Blick huschte zu den nahen BĂ€umen. Von da aus kam der Pfeil aber sehen konnte sie nichts.

Wer oder was hatte da auf sie geschoßen. Noch ehe sie sich versah sauste schon der nĂ€chste auf sie zu direkt auf ihre Brust.
Hastig griff sie mit ihren HĂ€nden vor, bekam den Pfeil wirklich noch zu fassen so das nur ein kleiner Einstich verblieb. Dabei stieß sie sich reflexmĂ€ĂŸig nach hinten ab, direkt auf den Abgrund.

Das alles ging so schnell, das man meinen wĂŒrde Sinthara wĂŒrde womöglich tötlich getroffen in den Abgrund stĂŒrzen.

Und sie stĂŒrzte wirklich ab, immer tiefer ging die wilde fahrt, bevor sie sich fasste und es schaffte die FlĂŒgel auszubreiten und sich so abzufangen.
Langsam flog sie auf eine Einbuchtung in der Felswand zu und sank dort zu Boden.
Fassungslos starrte sie auf den Pfeil und dann auf das Blut was aus der getroffenen Stelle floß. Die Verletzung war nicht so schlimm, aber der Schreck saß trotzdem noch in ihren Knochen.

Novec Sarili Gojim
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#10

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. MĂ€r 2015, 22:28

Noch immer lag der kleine Zwerg in dem fĂŒr ihn viel zu großen Bett. Beinahe winzig wirkte er darin, fast wie ein Kind, dass krank ist und von seinen Eltern umkĂŒmmert werden musste. Waren sie nicht da, doch die beiden alten WiesenlĂ€nder kĂŒmmerten sich um den Zwerg, als wĂ€re es ihr eigener Sohn. Tief betrĂŒbt sahen beide, sorgen spiegelten sich in den alten faltigen gesichtern wieder, kannten sie ihn nicht, doch war es den glasigen Augen der beiden an zu merken, dass ihnen das Schicksal des Zwerges nicht egal war. Fest gekrallt mit beiden HĂ€nden und triefend nass vor schweiß windete sich der Zwerg im Bett, immer wieder fuhr der Kopf nach links, nach rechts, schreie kamen aus dem Mund des Zwerges. Minutenlange Stille wechselten sich ab mit Sekunden des unverstĂ€ndlichen redens. Tief im Schlaf, fing er immer wieder an zu reden, immer wieder, nur Worte, SatzbruchstĂŒcke. Die beiden alten WiesenlĂ€nder verstanden jedoch kaum ein Wort davon.

"Was meinst du mein Liebster, wie geht es ihm?"

Der Ă€ltere WiesenlĂ€nder strich sich nachdenklich durch das Gesicht und setzte sich langsam wieder in seinen hölzernen alten Schauckelstuhl. "Mhhh, schwer zu sagen, die VerbĂ€nde seiner Wunde habe ich erst einmal gewechselt. Anscheinend wurde er da schon einmal verarztet, scheint mir eine Art Honig zu sein, aber ich denke das Mittel war zu schwach. Die Wunde sieht ziemlich ernst aus, zu allem Überfluss hat sie sich auch noch entzĂŒndet. Vorerst habe ich ihm etwas gegen die Schmerzen und das Fieber gegeben, jedoch muss er dringend zu einen Heiler oder Arzt. Die beiden sind schon ĂŒber eine halbe Stunde raus, vielleicht solltest du mal nach den beiden sehen und mit ihnen reden."

GĂŒtig nickte die alte Frau und schritt zur TĂŒr. Als sie sie öffnete strahlten die Sonnenstrahlen des Mittags stark in ihr Gesicht, kurz musste sie die Hand vor Augen nehmen, da es zu hell war. Gerade als die Augen sich an die helligkeit gewöhnt hatten, erschracken sie auf, groß wurden die Pupillen. Die junge Tieflingsfrau wurde so eben von einem Feil getroffen und stĂŒrzte von einer Klippe unweit vom Haus herunter. Die Alte zuckte zusammen und ein Schrei durchfuhr den Raum. Sofort rannte ihr erschrocken Mann zur TĂŒr und nahm sie in den Arm.

"Was ist los Frau, was schreist du so?"

Mit Angst verzerrtem Gesicht und TrĂ€nen in den Augen schaute sie ihren Gatten an und stammelte mit zittriger Stimme, "Die junge Frau..... die Begleiterin... ein Feil.... ein Pfeil hat sie getroffen.... sie ist tot...von der Klippe gestĂŒrzt."

"Was?" Sofort rannte der alte Mann heraus und schaute nach ob sie sich vielleicht geirrt hatte. Aber nein, unweit vom Haus entfernt schlich eine dunkel vermummte Gestalt herum und ehe er sich versah flog auch schon ein Pfeil auf ihn zu, zum GlĂŒck verfehlte er den alten Tiefling und blieb im Holz des Hauses, unweit der EingangstĂŒr stecken. Der Schrecken saß fĂŒr den alten Tief, der nun am ganzen Körper zitterte er.

"Was ist los.... Was ist geschehen....", stammelte es plötzlich neben der alten WiesenlÀnderin, die erschrocken etwas zur Seite sprang.

Neben ihr stand Novec schwer athmend, nass vor Schweiß, an die TĂŒr gelehnt mit einem Arm, mehr tod als lebendig.
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
FĂŒr die einen ist es Novec, fĂŒr die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

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