S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I


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Einige Bewohner Asamuras kommen urspr├╝nglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der ├ťberfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Baxeda
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#11

Beitragvon Baxeda » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:28

Kaum, hatten seine Lippen Sintharas Stirn ber├╝hrt, zog sie abrupt den Kopf zur├╝ck. Baxeda erschrak. Hatte er etwas falsch gemacht? Sie sah ihm in die Augen, lange. Dann strich ihr Blick ├╝ber seinen K├Ârper. Doch vergebens suchte er in ihrem Gesicht nach Zeichen von Abscheu. Sie wirkte vielmehr ÔÇŽ vertr├Ąumt, als sie sein Fell betrachtete. Sinthara richtete sich auf, um ihr Gesicht auf die H├Âhe von seinem zu bringen. Er machte es ihr leichter, indem er etwas in die Knie ging. Sie war so klein und zerbrechlich ÔÇŽ und er so gro├č und kr├Ąftig. Er hatte das Gef├╝hl, sie besch├╝tzen zu m├╝ssen vor den Gefahren der Welt, vor dem Krieg und vor der K├Ąlte, die sie umgab.
Aber wollte sie das denn ├╝berhaupt?

Er hoffte, dass sie ihm seine Nervosit├Ąt nicht anmerkte, w├Ąhrend sie ihn besah. Die H├Ąnde, mit denen er ihren K├Ârper ber├╝hrte, wurden feucht. Ihr Blick blieb an seinem Mund haften.
Hatte er geputzte Z├Ąhne? Seit er unterwegs war hatte er sie nach jeder Mahlzeit mit ausgefransten Astenden gereinigt. Sie m├╝ssten eigentlich einen sauberen Eindruck machen. Herrje, ├╝ber was machte er sich denn hier gerade Gedanken? Das war doch sonst nicht seine Art, sich ├╝ber so etwas albernes wie Sauberkeit den Kopf zu zerbrechen, w├Ąhrend er in der Wildnis unterwegs war.
Sein ganzes Denken war v├Âllig durcheinander.

Und seine Gef├╝hle erst ...!
Unter ihren Blicken wurde ihm abwechselnd hei├č und kalt. Er registrierte, dass die Spitze seines Schweifs unruhig hin und her zuckte. Er bem├╝hte sich, sie still zu halten. Sinthara sah zwischen seinen Lippen und seinen Augen hin und her und kam mit ihrem Gesicht immer n├Ąher an seines. Die Erkenntnis durchzuckte ihn wie ein Lichtblitz und fuhr ihm hei├č durch die Eingeweide.

Bei Manir, sie wollte ihn k├╝ssen!

Der Lichtblitz hatte eine Flamme in ihm entz├╝ndet, seine Seele brannte lichterloh. Sein ganzes Sein konzentrierte sich auf diesen Augenblick, die Welt schrumpfte zusammen auf ihn und die Frau in seinen Armen. Er sah ihre halbgeschlossenen Augen, ihre rosigen Lippen, roch ihren s├╝├člichen Duft, sp├╝rte ihren schmalen K├Ârper in seinen Armen. Er senkte ihr seinen Kopf entgegen. Es w├╝rde sein erster Kuss sein und es war ein Kuss der Liebe, so, wie er es sich immer gew├╝nscht hatte. Nichts Halbes, Verlogenes, nein, ein Kuss, der sein ganzes Herzblut enthielt.
Schon sp├╝rte er ihren warmen Atem auf seiner Haut und wollte ihre Lippen mit den seinen empfangen, da zischte pl├Âtzlich ein Pfeil haarscharf an ihren K├Âpfen vorbei.

Erschrocken fuhr Baxeda herum, noch bevor er Sinthara in den Schutz des Felsens, auf de sie standen, zerren konnte, traf sie ein zweiter Pfeil mitten in die Brust.
ÔÇ×Nein!ÔÇť, schrie er und versuchte sie zu halten, doch seine Finger waren vor Entsetzen v├Âllig verkrampft und die Tieflingsfrau st├╝rzte hinten├╝ber, die roten Augen weit aufgerissen.

Baxeda wartete nicht, bis er mit ansehen musste, wie seine Liebste tot auf dem Waldboden aufschlug. Das, was er f├╝r immer hatte in den Tiefen seiner Seele verstecken wollen, lie├č er nun zu. Es brach aus ihm hervor wie ein Schlammdrache aus dem Sumpf von Phintias. Der kurze Moment des Schreckens wurde beiseite gefegt von etwas gr├Â├čerem und st├Ąrkeren ÔÇô dem blinden Hass eines D├Ąmons.

Baxeda stie├č sich kraftvoll von dem Felsen ab und raste auf die Baumkronen zu, dorthin, wo die beiden Pfeile hergekommen waren. Bilder von Sinthara blitzten vor seinem inneren Auge auf, ihr sch├Ânes Gesicht, unter der tief sitzenden Kapuze nur zu erahnen, eine einsame Gestalt, w├Ąhrend die anderen in geselliger Runde beisammen sa├čen.
Sinthara, wie sie mit ausgebreiteten Schwingen den verletzten Novec sch├╝tzte, der von den Zwergen gefangen genommen worden war.
Sinthara, wie sie schwer verletzt in den Tiefen des Gef├Ąngnisses von Nidawellir lag und er sie das erste Mal zaghaft ber├╝hrte, um ihre Wunden zu versorgen.
Sinthara neben ihm auf dem viel zu gro├čen Bett in der Wohnung der beiden Wiesenl├Ąnder, die fast wie sein zu Hause aussah.

Sinthara.

Die letzten Tage seines Lebens waren ausgef├╝llt gewesen von ihrer Pr├Ąsenz und er hatte sich immer mehr zu ihr hingezogen gef├╝hlt. Jetzt hatte er sie in den Armen gehalten, f├╝r einen Augenblick die N├Ąhe gesp├╝rt, nach der er sich so sehr sehnte, nur um sie gleich wieder verlieren zu m├╝ssen, diesmal f├╝r immer.

Was hatte er getan, dass das Leben ihn so strafte?

Der Hass verlieh ihm ungeahnte Kr├Ąfte, er sp├╝rte, wie die Muskeln seiner Arme und Schultern anschwollen, bereit, den Menschen zu packen, der da im Ge├Ąst hockte, ihn an sich zu rei├čen und ihm die Z├Ąhne in den Hals zu schlagen, wie k├╝rzlich bei den Zwergen. Wie dumm war er gewesen, sich f├╝r seine d├Ąmonische Seite zu sch├Ąmen, jetzt w├╝rde sie das Werkzeug seiner Rache sein!

Sein Opfer war fast erreicht und schien vor Angst erstarrt zu sein, denn es bewegte sich nicht einen Fingerbreit.
Gleich hatte er es! Baxeda legte die Schwingen an, um den dunkel gekleideten Mann im Sturzflug vom Baum zu rei├čen, doch pl├Âtzlich stie├č er gegen eine unsichtbare Barriere und blieb in der Luft h├Ąngen, gefangen zwischen Himmel und Erde. Er zappelte, schlug hektisch mit den Armen und den Fl├╝geln, ehe er merkte, dass dies ein gro├čer Fehler war ÔÇô er befand sich in einem Netz, wie er selbst es oft genug zum Fang von Greifv├Âgeln verwendet hatte. Je mehr er sich geb├Ąrdete, umso mehr hatte er sich darin verfangen. Doch die Erkenntnis kam zu sp├Ąt.

Der Dunkle grinste.

Seine br├Ąunliche Haut lie├č auf einen Tajik schlie├čen, eigentlich jemand, der auf der selben Seite stand.
ÔÇ×Ich hab den MannÔÇť, pl├Ąrrte er auf Tjalabah in den Wald hinein. Baxeda hatte die Grundlagen dieser Sprache w├Ąhrend seines Umherreisens lernen m├╝ssen, obwohl er ihren kehligen Klang verabscheute. Er konnte sie nur bruchs├╝ckenhaft sprechen, doch er verstand nahezu alles, wenn es sich um allt├Ągliche Dinge drehte.
ÔÇ×Schnell, helft mirÔÇť, rief der Tajik, ÔÇ×eh die alten S├Ącke was merken!ÔÇť
Vier ebenfalls dunkle M├Ąnner kamen zwischen den B├Ąumen hervor gehuscht wie ein Rudel W├Âlfe.
Nehmt euch in Acht vor den F├╝nf, hallte es in Baxedas Gedanken wieder. Das hatte Novec getr├Ąumt.

Wenn die G├Âtter ihnen schon Warnungen zukamen lassen, warum dann nicht so, dass man sie auch verstand und sich danach richten konnte? Oder verh├Âhnten sie ihn gar? Baxeda war au├čer sich und entgegen jeder Vernunft w├╝tete er in dem Netz, bis er sich so fest darin verwickelt hatte wie eine Fliege, die von der Spinne eingewebt worden war. Er konnte sich nicht mehr r├╝hren und br├╝llte vor Wut.

ÔÇ×Verdammt, Darim, stopf der Fledermaus das MaulÔÇť, reif jemand von unten. Ein Kumpane kam flink den Baum herauf geklettert und gemeinsam verfrachteten sie den eingewickelten Tiefling nach unten ÔÇô nicht jedoch, bevor man ihm ein ausgerissenes Grasb├╝schel samt Wurzeln und Erde in den Mund gestopftt hatte, damit er nicht mehr schreien konnte. Der Gr├Â├čte von den F├╝nfen wuchtete sich den Tiefling unter ├ächzen auf den R├╝cken und buckelte ihn Schritt f├╝r Schritt tiefer in den Wald.

ÔÇ×Und jetzt zu der FrauÔÇť, h├Ârte er einen der ├╝brigen M├Ąnner rufen. Baxeda verdrehte den Kopf, so gut es ging und konnte gerade noch sehen, wie sie in Deckung gingen, ein weiteres gro├čes Netz zwischen sich haltend, das an den R├Ąndern mit Steinchen beschwert war ÔÇô ein Wurfnetz. Dann verdeckten die B├Ąume die Sicht.

Baxedas d├Ąmonischer Zorn flaute nach und nach wieder ab und wich einer gro├čen Angst, die sich mit Verzweiflung paarte. Wegen der Erde in seinem Mund konnte er kaum atmen, er w├╝rgte und hustete durch die Nase, was es auch nicht besser machte.

Der Tajik warf ihn wie einen Sack Mehl quer ├╝ber ein Maultier, das mit einigen anderen gut versteckt angebunden war. Die M├Ąnner hatten keinerlei Gep├Ąck bei sich, au├čer das, was sie am Leibe trugen, woraus Baxeda schloss, dass sie zu einem gr├Â├čeren Tross geh├Ârten, von dem sie sich vor├╝bergehend entfernt hatten.
Novec, dachte er, bring dich in Sicherheit! Das sind Sklavenj├Ąger! Und wenn du es irgendwie schaffst, rette Sintharas Leichnahm, damit dieser Abschaum sie nicht auspl├╝ndert.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#12

Beitragvon Sinthara » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:29

Was war nur passiert? Es kam ihr fast vor als h├Ątte sie das alles nur getr├Ąumt. Der Zusammenbruch auf dem Felsen, die starken Arme Baxedas die sie hielten und der Blick.
Sie h├Ątte ihn fast gek├╝sst. Die Erkenntnis jagde ihr die R├Âte in die Wangen, aber sie hatte es f├╝r richtig empfunden oder nicht?
Und dann kam dieser Pfeil.

Baxeda!

Sogleich kehrte sie ins hier und jetzt zur├╝ck und stand so rasch auf das sie sich dabei fast den Kopf einstie├č. Baxeda war doch noch da oben. Sie mu├čte wieder hoch, sie mu├čte ihm helfen.

Entschlo├čen breitet sie ihre Fl├╝gel aus, stie├č sich nach vorne ab und flog hinauf, wie ein ge├Âlter Blitz scho├č sie aus dem Abgrund hinauf und das erste was sie sah war das Baxeda weg war. Und nirgends vernahm sie Kampfger├Ąusche. War er verletzt, hatten sie ihn etwa erwischt?
Ihr wurde hei├č und kalt zugleich und dann schob sich einer dieser Tajik in ihr Blickfeld.
Die junge Tieflingsfrau verengte die Augen, legte die Fl├╝gel leicht an und st├╝rzte gleich einem Raubvogel hinab auf ihre Beute, auf ihre Opfer.
Der Blick des Tajik wande sich zu ihr hoch und sie sah wie er die Augen einen Moment lang vor Schreck weitete.

Dann st├╝rzte er schon zu Boden, mitgerissen von einer w├╝tenden Tieflingsfrau, welche erbarmungslos ihre spitzen Z├Ąhne und Krallen in seinen Leib bohrte. Er schrie und br├╝llte etwas was sie nicht verstand.
ABer sie wollte nicht aufgeben, nein dieser hier w├╝rde ihre d├Ąmonische Seite in vollem Ausma├č zu sp├╝ren bekommen.

Doch pl├Âtzlich wurde es schwarz vor ihren Augen, sie lie├č abrupt von ihrem Opfer ab und wande sich desortientiert ab. Der Rest dieser Gruppe hatte sie ├╝berrumpelt und mit dem gro├čen Sack ├╝ber den Kopf, vollkommen aus dem Konzept gebracht.
Dicke Seile wanden sich straff um ihren Leib und statt sich zu wehren, erstarrte sie regelrecht.
Das durfte nicht sein, nicht schon wieder, nicht schon wieder w├╝rde sie das alles erleben m├╝├čen.

Es war die Angst und die Erinnerung an das was ihr schon einmal widerfahren war, welche sie absolut wehrlos machten.

"Ein h├╝bsches Ding und wild dazu, ein guter Fang."

Sinthara wu├čte gar nicht wie ihr geschah und die M├Ąnner fackelten auch nicht lange. Unbarmherzig wurde sie mitgezerrt und zuckte zusammen als man sie auf den R├╝cken eines Maultiers warf. Verschn├╝rt wie ein P├Ąckchen war sie absolut bewegungsunf├Ąhig, so fest waren die Seile um sie gewunden. Und der Sack welcher ihr fast bis zur H├╝fte ging versperrte ihr jegliche Sicht.

Sie konnte nur erahnen das man sie ├╝ber den R├╝cken eines Pferdes oder dergleichen geworfen hatte. Aber wo war Baxeda? Das der Tiefling nur einen Meter weiter ebenso auf dem R├╝cken eines Maultiers hing ahnte sie nicht.
Sinthara vermochte keinen wirklichen klaren Gedanken zu fassen, Die Angst das ihr das selbe verfahren k├Ânnte, wie sie damals erleben mu├čte, schn├╝rte ihr nicht nur die Kehle zu, sondern vernebelte g├Ąnzlich ihren Kopf.
Die Tieflingsfrau war nun nicht nur eine Gefangene irgendwelcher ihr Unbekannten Leute, sondern auch der eigenen Angst.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#13

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:29

Novec, der immer noch von seiner Pfeilverletzung in der linken Schulter schwer angeschlagen war, stand im Eingang zum Haus der Wiesenl├Ąnder. Immer noch war ihm schwumrig, sein Blick war getr├╝bt, verschwommen sah er immer wieder was ihm ihn herum passierte. Vermochte er immer noch zu glauben, dass es nur ein Traum war, holten ihn doch seine Schmerzen immer wieder von den Gedanken weg. Es war wie er es sah, vor seinen Augen wurde sein Freund Baxeda zwischen den B├Ąumen in einem Netz gefangen genommen. Novec sand wie angewurzelt da, waren sie doch erst gerade aus der letzten Gefangenschaft geflogen, sollte nun alles wieder von vorn beginnen?

Noch ehe Novec seinen Gefanken zu Ende gedacht hat, war Baxeda vom Baum geschnitten worden und auf einem Maultier verladen. Novec taumelte kurz in der T├╝r, wieder wurde ihm schwarz vor Augen.

>Baaahrrr, Novec rei├č dich zusammen! Jetzt ist keine Zeit f├╝r schw├Ąchliche Ohnmachtsanf├Ąllt!<, Novec biss sich auf die Lippen, um einen pl├Âtzlichen starken zus├Ątzlichen Schmerz zu erzeugen, der seinen K├Ârper noch etwas munter h├Ąllt. Sofort rann dem Zwerg etwas Blut aus dem Mund, aber war es ihm egal, der Schmerz hatte ausgereicht um ihn noch etwas bei Besinnung zu halten. Augenblicklich war der Zwerg aus dem T├╝rrahmen verschwunden, sein Ziel war seine Axt, wollte er doch seine neu gefundenen Freunde keinesfalls im Stich lassen.

Novec sah mit gro├čen Augen einen Moment lang seine Axt an, seine H├Ąnde hatten den Stiel so fest es ging umschlossen. >Papa, es ist deine Axt, deine Axt aus dem gro├čen Krieg. So viele Heldentaten hast du mit ihr vollbracht. Bitte lass zu, dass diese Axt noch eine Heldentat erlebt, meine Freunde d├╝rfen nicht gefangen werden.<

Ein Schrei riss Novec aus seinen Gedanken, sofort rannte er zur├╝ck zur T├╝r um zu sehen was geschehen war.

"Sinthara? Sie lebt?", nur wenige Meter vor ihm lag ein Tajik im Staub, ├╝ber ihn Sinthara, die ihm ihre Z├Ąhne und Krallen in den Leib gebohrt hatte. Vermutliche eine Rettungsaktion f├╝r Baxeda, wie er vermutete, doch war sie nicht von Erfolg gekr├Ânt. Noch ehe der Zwerg etwas tun konnte, wurde Sinthara hinterr├╝cks von vier weiteren Tajik angegriffen und nieder gestreckt.

>Nein, nicht sie auch noch! Jetzt wird sie auch noch verschn├╝rt!<

"Nicht so schnell Freunde, da hat der Zwerg auch noch ein W├Ârtchen mit zu reden!", br├╝llte er so laut es ging den Fremden entgegen, die ihm aber anscheinend nicht bemerkten. Immer n├Ąher kam der Zwerg mit der gehobener Axt auf die f├╝nf Tajik zu gerannt.

"Hinterr├╝cks oder nicht, scheiss auf die Zwergenehre jetzt seiht ihr dran!", waren die letzten Worte bevor der kleine Kerl mit aller Kraft seine Axt schwung. Ein Schmerz von der Schulter aus, durch fuhr seinen ganzen Zwergenk├Ârper und lies ihn schwarz vor Augen werden. Doch war der Schlag erfolgreich, noch ehe der Zwerg in den Staub st├╝rz, h├Ârte er neben seinen, noch zwei Schrei. Einen Tajik hatte er t├Âdlich in der Flanke getroffen, eine gro├če Wunde klaffte da, wo fr├╝her seine Leber ihre Arbeit verrichtete. Seine verdrehten Augen und sein entsetzer Gesichtsausdruck zeigten, dass er vollkommen ├╝berrascht war und sofort tod war. Der zweite Tajik hatte mehr Gl├╝ck gehabt, eine gro├čer roter Blutfleck quer ├╝ber den unteren R├╝ckenbereich zeigte, dass auch er viel abbekommen haben musste. Aber zu Novecs bedauern zu wenig, sein Feind schrie vor Schmerzen, dass es einem das Blut in den Adern gefieren lies, aber er war noch am Leben, genau so wie die anderen drei Tajik die sich nun auf ihn st├╝rzten und mit F├Ąusten und F├╝├čen auf ihn ein schlugen. Novec lag auf dem Waldboden, sein ganzer K├Ârper schmerzte, so dass selbst dem gestanden kleinen Kerl Tr├Ąnen ├╝ber die Wangen liefen, dass letzte was er merkte, war eine gro├če Tr├Ąne die ihm ├╝ber das Gesicht lief und in seinem dunklen von Dreck und Tannennadeln beschmutzten Bart verschwand, eher er seine Augen schloss und alles um ihn herum dunkel wurde.

"Elender verdammter Zwerg!", sprach einer der Tajik der Novec ein letztes mal mit dem Fu├č in den Bauch trat. "Warum habt ihr nicht aufgepasst? Habt ihr nicht baum Auufkl├Ąren gesehen das dort noch einer war?"

Unterw├╝rfig senkten die zwei anderen Tajik ihr Haupt.

"Tut und sehr Leid Talik, wir hatten nur die beiden Wiesenl├Ąnder geshen, der Zwerg musste wohl noch im Haus gewesen sein.", sprach der kleinere von beiden mit unterw├╝rfiger simme.

"Musste wohl? Ich sollte dir den Kopf abschlagen, f├╝r deine Unzuverl├Ąssigkeit! Euer beider Verschulden hat einen Mann das Leben gekostet und einen zweiten.... Verdammt noch mal, h├Âr auf zu br├╝llen!"

Mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund blickten die beiden Tajik Talik an, rein aus einer Laune heraus, hatte er seinen Selbel in den Nacken des am Boden liegenden Tajik am Boden geschlagen. Mit Blut bespritztem Beinkleid stand Talik da. Kein Laut war mehr zu h├Âren, nur entfernt h├Ârte man V├Âgel tief im Wald ihr Lied singen.

Verachtlich sah Talik die beiden Fassungslosen M├Ąnner an. "Ihr seid mein Eigentum, ich habe euch als S├Âldner gekauft, doch muss ich feststellen, dass ihr weniger S├Âldner, denn mehr Weichlinge seit, wegen der kleinen Wunde so zu schreien, meine Armen Ohren. Und ihr beide, was sollte ich mich euch machen? Euer erster Arbeitseinsatz, schlechtest geplant, noch schlechter ausgef├╝hrt und durch euch beide sind zwei gute M├Ąnner gestorben, die mich viel Geld gekostet haben."

"Verzeiht bitte, wir.... wir....", stammelten beide vor sich hin, aber bekamen kein Wort heraus.

"Eigentlich sollte ich euch gleich hier hinrichten, so etwas unzuverl├Ąssiges und unprofessionelles wie euch, kann ich in meinem Sklavenmarkt nicht gebrauchen, doch obwohl, wartet....
Ich lasse mich f├╝r euch etwas besseres einfallen, aber sp├Ąter......"
, sprach der gro├č gewachsene Tajik in den dunkelbraunen gew├Ąndern grinsend und steckte seinen S├Ąbel wieder an seinen G├╝rtel.

"Danke Herr, vielen Dank! Mit verlaub, was passiert mit den beiden Wiesenl├Ąndern?"

Talik war schon bereits wenige Schritte zu den Maultieren gegangen und blickte hinter sich zu den beiden Wiesenl├Ąndern die am Haus standen. Beide zitterten am ganzen K├Ârper, geschockt von den Ereignissen, der letzten Minuten, beide wussten, dass die Chancen gut standen, die n├Ąchsten Minuten vielleicht nicht zu ├╝berleben.

"Mhhh, mir doch egal, die bringen mir auf dem Sklavenmarkt gar nichts. Ladet den Zwerg auf und dann ab. Wir haben schon genug Zeit verloren mit den dreien, die Karavana wartet auf uns!", winkte Talik ab und schritt stolzen schrittes in den Wald.

"Wenn ich daran denke, was f├╝r eine Pleite dies war. Ein mal mit Profis arbeiten, doch kann nicht jeder so ein guter Sklavenj├Ąger und H├Ąndler sein wich ich.", lachte er noch ehe er hinter dem n├Ąchsten Baum verschwand.
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Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
F├╝r die einen ist es Novec, f├╝r die anderen die kleinste Gro├čklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe gro├č, der K├Ârper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#14

Beitragvon Baxeda » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:30

Der Tajik, der ihn von den B├Ąumen geschnitten hatte, wurde von den anderen Darim genannt. Er war d├╝nn wie eine Roggen├Ąhre, fast zerbrechlich. Obwohl seine Haut die Farbe von Bronze hatte, konnte Baxeda deutlich die dunklen Schatten um seine Augen sehen. Der Mann wirkte krank, gab sich jedoch gr├Â├čte M├╝he, sich nichts davon anmerken zu lassen. Er arbeitete flei├čiger und flinker als seine Gef├Ąhrten, als ob ihn etwas antriebe. Er war auf sein Maultier gestiegen und eilig seinen Kumpanen voraus geritten, dabei hatte er das Tier, auf dem Baxeda festgeschn├╝rt war, am Z├╝gel hinterher gef├╝hrt.

Baxeda verhielt sich ruhig, um keinen unn├Âtigen ├ärger auf sich zu ziehen. Jedoch drehte er den Kopf hin und her, um alles im Auge zu behalten. Da Darim mit ihm voraus geritten war, wusste Baxeda nicht, was inzwischen mit seinen Freunden geschah. Immer wieder sah er vor seinem geistigen Auge, wie der Pfeil in Sintharas Brust einschlug und sie mit weit aufgerissenen Augen r├╝cklings von dem Felsen st├╝rzte und er hatte leise geweint. Darim hatte ihn deswegen verspottet und ausgelacht, sich aber ansonsten nicht weiter um ihn gek├╝mmert. Er schien es eilig zu haben, immer wieder trieb er sein Maultier mit der Gerte an.

Das Tier war davon wenig beeindruckt, konzentriert suchte es mit den Hufen einen sicheren Weg auf dem unwegsamen Waldboden, bis die Abst├Ąnde zwischen den B├Ąumen gr├Â├čer wurden. Statt Laub und Tannennadeln traten die Hufen des Maultieres nun auf Gras, statt dicker St├Ąmme zogen vereinzelte Geb├╝sche an ihnen vorbei. Obwohl Baxeda sich elend f├╝hlte und ihm von der h├Âchst unbequemen Reise alles weh tat, machte sein Herz einen Freudensprung, als sie in seine Heimat kamen. Sie lie├čen den Limawald hinter sich und hatten die ersten Ausl├Ąufer der Wiesenlande erreicht, dem Land seiner Geburt. Hier hatte er eine gl├╝ckliche Kindheit verbracht, bis er als Jugendlicher das Fliegen lernte und bald darauf seine erste Reise nach Phintias unternahm, um anderen Tieflingen zu begegnen.

ÔÇ×Die J├Ąger kommen zur├╝ckÔÇť, rief eine Stimme und gro├čes Gejohle wurde laut. Baxeda verrenkte sich, doch erst, als sein Maultier zum ├äsen angepflockt wurde, konnte er sehen, dass sie auf einer gro├čen Lichtung angelangt waren. Die typischen Zelte der Tajik bildeten ungeordnete Haufen, vor denen kleine Feuer brannten. Dort sa├čen M├Ąnner, spielten mit Knochen irgendein Spiel und lachten. Jede Zeltgruppe hatte einen leichten Wagen mit hohen R├Ądern, auf dem allerlei Gep├Ąck verstaut war ÔÇô und an der Wagenr├╝ckseite waren lange Ketten befestigt, die f├Ącherf├Ârmig auseinander gingen und an jedem Ende befand sich ein ungl├╝cklich dreinblickender Gefangener.

ÔÇ×Wo sind die anderen?ÔÇť

ÔÇ×Sind ebenfalls unterwegs hierher, sie haben auch Beute gemacht. F├╝r unseren Trupp kannst du drei Sklaven verbuchen, damit haben wir unser Soll erf├╝llt.ÔÇť
ÔÇ×Davon ├╝berzeuge ich mich selber, die Qualit├Ąt muss stimmen, nicht nur die Zahl. Los, zeig mal, was du hast.ÔÇť
Darim l├Âste die Verschn├╝rung an einer Seite, so dass Baxeda in Richtung seiner F├╝├če herunter glitt und unsicher zum Stehen kam. Er war gefesselt wie ein Rollschinken.
Der andere - ein ├Ąlterer Mann mit Turban, dessen wei├čer Bart einen seltsamen Kontrast zu seiner dunklen Haut bildete - betrachtete ihn kritisch von Kopf bis Fu├č, sah in seine Ohren und die Nase hinein und befahl Darim, ihm die Erde aus dem Mund zu holen und ihm Wasser zum Aussp├╝len zu reichen, damit er Baxedas Z├Ąhne begutachten konnte.

ÔÇ×Wohl gen├Ąhrt, bis auf ein paar Kratzer in gutem Zustand. Sieht aus wie drei├čig, aber weil es ein Sumpfkriecher ist, wird er wohl ├Ąlter sein. Aber das m├╝ssen wir denen ja nicht auf die Nase binden. Mach ihn fertig f├╝r den Weitertransport nach Barakas, schreib auf seinen Schein, dass er ein Wegelagerer ist, f├╝nfundzwanzig Jahre, den wir nur mit gr├Â├čter M├╝he ├╝berw├Ąltigen konnten. Vergiss nicht, das Siegel von Phintias drunter zu setzen, Nir Mahl hat irgendwo noch eins rumliegen. In Barakas sind sie immer pinglig. Nicht, dass man uns noch des ungesetzlichen Sklavenhandels verd├Ąchtigt!ÔÇť
Der Alte lachte und Darim stimmte gek├╝nstelt mit ein.
ÔÇ×Genug der Worte. Ich habe noch weitere Sklaven zu sch├Ątzen, die nach Wielon gehen.ÔÇť
ÔÇ×Wenn wir unsere in Barakas abgeliefert haben, darf ich dann wieder nach Hause?ÔÇť
ÔÇ×Das komm darauf an, was der Rest deiner Truppe heute anschleppt. Ich zahle erst, wenn ihr euer komplettes Pensum erf├╝llt habt. Jetzt mach dich vom Acker, ich habe zu tun. Lass deinen Sumpfkriecher irgendwas arbeiten, damit er kr├Ąftig bleibt. Ach ja und unternimm was gegen seine Mitbringsel.ÔÇť
ÔÇ×Mitbringsel?ÔÇť
ÔÇ×Fl├Âhe, verflucht! Ich hab keine Lust, dass er mir die komplette Mannschaft verseucht.ÔÇť
Darim trat augenblicklich ein paar Schritte fort von Baxeda. Der alte Mann ging. Er hatte heute noch viel zu erledigen.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#15

Beitragvon Sinthara » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:30

Langsam setzte sich das Maultier in Bewegung und trug die Beute, die Last auf seinem R├╝cken ruhig und gleichm├╝tig den Weg welchen es entlang getrieben wurde.
Ein Sack aus dessen Ende eine zierlich wirkende Gestalt herraus ragte. Eine schlanke statur deren H├Ąnde auf dem R├╝cken gefesselt waren, direkt ├╝ber den Fl├╝geln, gefolgt von langen Beinen.

├ťber Stock und Stein und weites Feld ging die Reise, eine Reise die f├╝r Sinthara wie eine Ewigkeit zu dauern schien. Kaum Licht drang zu ihr vor, nur das knirschen des Steins unter den Hufen des Maultiers und hin und wieder die Stimmen jener die sie gefangen nahmen.

Als sie schon lange aufgeh├Ârt hatte die Stunden und Tage zu z├Ąhlen h├Ârte sie wieder Stimmen lauter werden. Sie klangen aufgeregt. Rufe wurden laut und unweit entfernt wurden diese erwiedert.
Und dann blieb das Maultier stehen. Das Stimmengewirr um sie herum beunruhigte sie und f├╝r den Moment versuchte sie zu erfassen was um die Gefangene herum geschah.

Dann wurde sie unsanft von dem R├╝cken des Tieres gerissen und der Sack herunter gezerrt. Augenblicklich kniff sie die Augen zusammen, geblendet von dem Licht und stolperte so dem Tajik hinterher welcher sie erbarmungslos mit sich zerrte.
Das n├Ąchste was sie sah waren zwei dunkle F├╝├če. Langsam glitt ihr Blick aufw├Ąrts ehe sie in das Gesicht eines ├Ąlteren Mannes blickte welcher sie kritisch be├Ąugte.

"Ah doch nicht zuviel versprochen. Ein h├╝bsches Ding, k├Ânnte glatt eine Elfe sein wenn nicht eindeutig w├Ąre das sie eine von diesen..."

Er brach ab und sah zu jenem der Sinthara noch am Seil hielt.

"Und die soll stark sein?"

"Sie hat mit blo├čen H├Ąnden einer unserer M├Ąnner regelrecht zerfleischt. "

"Soo..."

Der Blick des Alten wanderte wieder zur├╝ck zu der jungen Tieflingsfrau. Eine Hand umgriff ihr Kinn und er schmunzelte.

"Du willst also gef├Ąhrlich sein? Aber seis drum f├╝r dich gibt es bestimmt ein gutes S├╝mmchen, so ein h├╝bsches Ding."

Als wollte er seine ├ťberlegenheit demonstrieren strich sein Finger ├╝ber ihre Lippen. Etwas was er im n├Ąchsten Moment bereute den in SInthara flammte nochmals etwas Feuer auf und sie versuchte ihre Angst zu ├╝berwinden. Kraftvoll bohrten sich die spitzen Z├Ąhne in den Finger als sie zubiss. Gefolgt von einem Schrei.
Im n├Ąchsten Augenblick bekam sie einen unsanften Schlag in die Magengrube und lie├č keuchend los.

"Bringt sie weg!"

Erneut traf sie ein Schlag von dem Tajik der sie an den Fesseln hielt und sie spuckte etwas Blut.
EIn letzter Blick fiel auf den Alten der sich w├╝tend wirkend die blutende Hand hielt, dann verschwand er aus ihrem Blickfeld.

Sie hatte verloren, alles war vorbei, jede Hoffnung. Baxeda war weg, warscheinlich w├╝rde sie ihn nie wieder sehen und ihr Leben f├╝r ewig als Sklave verbringen.

Nicht mal einen Laut gab sie von sich als man sie grob zu Boden stie├č und ihre Fesseln gegen eine der Ketten auswechselte, wie sie die anderen Gefangenen trugen.

Hoffnungslos und wie ein H├Ąufchen Elend sa├č sie da, Blut klebte in ihrem Mundwinkel aber schlimmer wirkte wohl eher der Blick aus ihren Augen. So leer, so verloren als h├Ątte sie bereits alles aufgegeben.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#16

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:30

Schmerz, dunkelheit, trauer ber├╝hrten Novec immer wieder, als er zusammengeschn├╝rt wie eine Decke ├╝ber irgend einem Tier lag. Wie lange die Reise dauerte konnte der Zwerg nicht sagen, hatte er doch einen Sack ├╝ber den Kopf, so das er nichts sah. Aber konnte er sagen, dass es nicht nur Stunden waren, Tage mussten es sein, nach der Trockenheit seiner Kehle zu urteilen.
Auch Novecs Magen sagte, dass die Reise schon lange dauern musste, was jedoch nicht viel zu sagen hatte, da Novec fast immer Hunger hatte.

Es musste zumindest ein weiter weg gewesen sein, ein steiniger noch dazu. Merkte doch der kleine ehemalige Zwergenhauptmann jede Ersch├╝tterung des ihn tragenden Tieres in seiner Schulter. Immer wieder verlor er das Bewusstsein unter den st├Ąndigen Schmerzen seiner Schulter. So kam es auch dazu, dass sein Verstand ihm immer wieder streiche spielte. Vor seinen Augen tauchten pl├Âtzlich fliegende Zwerge, sprechende unfreundliche B├Ąume, flohlose Tieflinge und noch viele andere Merkw├╝rdigkeiten.

Novec fand sich damit ab, wusste er doch das dies alles nur sein Verstand hervorbrachte. Hervorgerufen durch den starken Durst, den Hunger und die bet├Ąubenden Schmerzen seiner Schulter.

Immer wieder h├Ârte er Stimmen um ihn herum, versuchte er doch immer wieder zu lauschen und heraus zu bekommen, wer diese Leute waren, doch verstand er kein Wort, es musste eine Sprache sein die er nicht kannte. Weiterhin sollte die ganze Reise ein R├Ątsel f├╝r ihn sein, bis pl├Âtzlich die Stimmen aufgeregter wurden. Auch drangen pl├Âtzlich Worte an seine Ohren die er verstand. Nur Bruchst├╝ckhaft waren sie zu h├Âren, doch verstand er zwei Worte ganz deutlich: "Lager" sowie "Gefangene"

Kein gro├če Kunst war es zu vermuten, um wen es dabei ging. Im selben Moment l├Âsten sich die Stricke um ihn herum und der Zwerg viel Kopf vorran zu boden.

"Baahrrr, Holzk├Âpfe, passt doch auf, der Zwerg ist doch nicht aus Eisen!", knurrte er und versuchte sich hin zu setzen.

"Schweig!", war nur zu h├Âren. Das n├Ąchste was der Zwerg merkte, war ein harter Schlag in sein Gesicht. War er doch als Hauptmann nicht zimperlich, merkte er aber den Schlag deutlich, lies sich den Schlag aber wie es sich f├╝r einen Zwerg geh├Ârt nicht anmerken.

"Ah doch nicht zuviel versprochen. Ein h├╝bsches Ding, k├Ânnte glatt eine Elfe sein wenn nicht eindeutig w├Ąre das sie eine von diesen...", sprach die gleiche Stimme weiter.

"Bahhhrrr was? H├╝bsches Ding? Elfe? Aber sonst gehts gut?! Zieh mir den Sack vom Kopf, mach mich los und ich zeig dir gleich mal wie h├╝bsch und elfich ich bin!"

Schon bekam Novec den n├Ąchsten Schlag ins Gesicht, erst jetzt merkte er, dass es gar keine Faust war die ihn schlug, sondern eindeutig ein Holzst├╝ck gewesen sein musste, dass ihn traf.

"Redet ihr Zwerge eigentlich immer so viel? Schweig endlich und du nimm ihm den Beutel vom Kopf."

Pl├Âtzlich war alles um ihn herum hell. Sekunde um Sekunde gew├Âhnten sich die Augen besser an das Tageslicht, es musste Mittag sein nach dem Stand der Sonne. Um ihn herum konnte blinzelt dutzdende Zelte erkennen, viele verschiedene Leute mit dunkler und heller Hautfarben, manche angekettet manche nicht. Auch eine Gruppe Waldelben konnte er etwas weiter entfernt erkennen. Auch Ziegen, Ochsen, Pferde, Esel, wo war er hier nur hingeraten?

Hatte er bis jetzt die Hintergrundger├Ąusche au├čer acht gelassen, merkte er erst jetzt, dass sich neben ihm jemand unterhielt. Ein Stimme kam von hinten, die andere war schr├Ąg vor ihn. Ein alter, sehr faltiger, leicht dunkelh├Ąutiger Mann, in einem merkw├╝rigen, einem Kleid ├Ąhnelden roten Umhang mit einem langen verknorrten Stab in der Hand. Novec starrte ihn w├╝tend an, doch schien dem alten das wenig zu interessieren, dieser redete einfach weiter.

"Du willst also gef├Ąhrlich sein? Aber seis drum f├╝r dich gibt es bestimmt ein gutes S├╝mmchen, so ein h├╝bsches Ding."

Der Zwerg zweifelte an sich selbst. Fr├╝her der Hauptmann der Zwerge, mit einem sehr guten milit├Ąrischen K├Ânnen und nun eine Beobachtungsgabe eines Kleinkindes. Erst jetz bemerkte er Sinthara schr├Ąg vor sich sitzen. Sehr ungl├╝cklich sah sie von der Seite her aus, auch durstig, jedoch schien es ihr gut zu gehen. Novec war beruhigt, was war aber mit dem Flohpelz passiert, ob er hier auch irgendwo ist oder ob er fl├╝chten konnte, leider konnte er ihn nicht sehen, doch hoffte der Zwerg inst├Ąndig das es ihm gut ging.

Gerade stich der alte Sinthara grinsend ├╝ber die Lippen. Der Zwerg grinste, konnte er sich doch fast
denken was passieren k├Ânnte als er Sintharas linkes Auge und ihre Gesichtsz├╝ge sah.
Blitzschnell bis sie dem alten in den Finger.

Nur noch ein Schrei war zu h├Âren von dem alten und ein Schlag in den Magen.

Als wollte er seine ├ťberlegenheit demonstrieren strichen sein Finger ├╝ber ihre Lippen. Etwas was er im n├Ąchsten Moment bereute den in SInthara flammte nochmals etwas Feuer auf und sie versuchte ihre Angst zu ├╝berwinden. Kraftvoll bohrten sich die spitzen Z├Ąhne in den Finger als sie zubiss. Gefolgt von einem Schrei.

Im n├Ąchsten Augenblick bekam sie einen unsanften Schlag in die Magengrube und lie├č keuchend los.

"Bringt sie weg!", br├╝llte der alte Tajik sichtlich w├╝tend und hielt sich den Finger vor Schmerzen.

Wenige Schritte kam der faltige Alte n├Ąher auf Novec. "Elendes Mistst├╝ck, dir werd ich schon noch Manieren bei bringen und nun zu dir Zwerg! Mhhhh....", war nur aus seinem Mund zu h├Âren, als er den Zwerg musterte.

"So Zwerg, eine Auff├Ąllige R├╝stung hast du da, sag mir woher kommst du?"

M├╝rrisch starrte der Zwerg den alten an. "F├╝r dich immer noch Herr Zwerg du Rotes faltiges Irgendwas. Und nun verrat mir, wo bin ich und was hast du mit uns vor?"

Der n├Ąchste Schlag des knorrigen alten Stabes trag Novec im Gesicht.

"Der hier Fragen stellt bin ich, dein neuer Herr und Meister. Du Antwortest nur wenn ich dich etwas Frage, ansonsten schweigst du! Noch einmal, woher kommst du und woher hast du deine Auff├Ąllige R├╝stung?"

"Also wenn du schon mein Herr und Meister bist, verlang ich schon eine anst├Ąndige Behandlung. Wann gibts eigentlich essen und wie siehs mit einem ordentlich starken Zwergenbier aus? Habt ihr vielleicht Schweinebraten nach Hausmacherart?"

Die Augen des alten Tajik verschm├Ąlerten sich. Man k├Ânnte es an seinen seiner runzeligen Stirn und den schnaufen seiner Nase vernehmen, dass ihn der Zwerg nicht ernst nahm, erz├╝rnte ihn zu tiefst. Pl├Âtzlich sah, dass aus Novecs R├╝stung ein kleiner Blutstropfen kam. Der Tajik l├Ąchelte und der n├Ąchste Schlag seines Stabs traf Novecs Oberarm, der vor Schmerzen aufschrie und zur Seite kippte.

"So so, eine sch├Âne Verletzung haben wir da. Wirst wohl desertier sein oder? Was auch immer, du wirst schon reden, vielleicht bekomm ich ja ein sch├Ânes S├╝mmchen f├╝r dich, wenn nicht, nun ja..... Ich denke unsere kleinen Lieblinge wollten schon immer einmal Zwergenfleisch essen, machen wir doch einen Kampf daraus.", l├Ąchelte der alte Mann Novec z├╝nisch an.

"Bringt ihn weg und verarztet ihn, vielleicht ist er mehr Wert, als es auf den ersten Blick den anschein hat."
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#17

Beitragvon Baxeda » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:31

Zu Baxedas ├ťberraschung wurden ihm die Fesseln gel├Âst. Erstaunt blickte er Darim an, der vielsagend in Richtung der Baumgruppen nickte, die das Lager sch├╝tzend umgaben. Dabei deutete er mit dem Zeigefinger einen Schnitt durch die Kehle an. Baxeda konnte niemanden im dichten Laub erkennen, doch er hatte keinen Zweifel daran, dass um das Lager herum wirklich ├╝berall Wachen postiert waren, die jedem Fl├╝chtigen den Garaus machten. Mit einem hastigen Nicken bezeugte er, dass er verstanden hatte.

Brav dackelte er hinter Darim her, der ihn zu einer herumstehenden Zinkbadewanne f├╝hrte. Der hagere Tajik warf ein paar Unterhosen und Socken beiseite, die darin offenbar gewaschen worden waren und nun zu Trocknen ├╝ber dem Rand hingen. Wasser war allerdings keines mehr darin. Dann sprach Darim mit ein paar Leuten, die in der N├Ąhe standen, aber wegen des Lagerl├Ąrms konnte Baxeda ihn nicht verstehen. Sein Tjalabah war zwar gut, aber so gut nun auch wieder nicht. Die M├Ąnner gingen daraufhin fort. Ihr h├Ąmisches Grinsen und die Blicke, die sie ihm im Vorbeigehen zuwarfen, gefielen ihm gar nicht. Darim bedeutete ihm mit einer Handbewegung, in die leere Wanne zu steigen. Die Hose durfte er anbehalten. Mit einem mulmigen Gef├╝hl leistete Baxeda Folge.

Was hatten sie vor, ging es hier wirklich nur darum, dass er sich waschen sollte? Dann h├Ątten die M├Ąnner wohl kaum so dreckig gegrinst. Wollten sie ihn bei lebendigem Leib kochen? Ihn ertr├Ąnken? Oder ihn einfach nur sinnlos qu├Ąlen?

Rei├č dich zusammen. Nur ein gesunder Sklave bringt gutes Geld. Sicher wollen sie einfach nur, dass ich mich bade. Der alte Mann hat sich schlie├člich vorhin wegen meiner Fl├Âhe beschwert. Ich soll baden und mehr nicht.

Doch dass Darim Baxeda nun die Handgelenke an den Henkeln der Wanne fest zurrte, war nicht gerade vertrauenserweckend. Misstrauisch blickte Baxeda sich nach den anderen M├Ąnnern um. Es sah aus, als ob sie zwischen den B├Ąumen etwas schaufelten. Erde? Wollten sie ihn gar ersticken? Aber sein Oberk├Ârper ragte daf├╝r viel zu weit aus der Wanne raus. Was hatten dieser verfluchten W├╝stentrampler blo├č mit ihm vor?

Sie n├Ąherten sich ihm mit einem schweren vollen Sack. Dabei entbl├Âsten sie ihre schlechten Z├Ąhne mit den frei liegenden Zahnh├Ąlsen. Baxeda begann er zu zittern. Er wollte weg rennen und zerrte an den Fesseln, bis seine Handgelenke knackten, doch Darim hatte gute Arbeit geleistet.

Die Tajik hatten ihn erreicht.

Unter gro├čem Gejohle leerten sie den Sack ├╝ber Baxedas Kopf aus. Eine ganze Schubkarrenladung voll von Tannennadeln, Erde und kleinen Zweigen ergoss sich ├╝ber ihn, so dass er bis zum Bauch darin verschwand. Im ersten Moment war Baxeda erleichtert, dass es nichts Schlimmeres war. Doch dann sp├╝rte er pl├Âtzlich ein leichtes Brennen auf seiner Haut. Erst nur hier und da, als ob man ihn mit Brennnesseln ber├╝hrte, doch dann wuchs es an zu einem heftigen Zwiebeln und schlussendlich griff es wie ein Feuer auf seine gesamte Haut ├╝ber. Der Schmerz loderte, als st├╝nde sein Pelz in Flammen!

Und dann sah Baxeda, dass die Erde, die man ├╝ber ihn gesch├╝ttet hatte, lebte.
Blutrote Ameisen, gro├č wie Wespen, krabbelten zu abertausenden auf ihm herum,
einen Ameisenh├╝gel hatte man ├╝ber ihm ausgesch├╝ttet!

Baxeda br├╝llte und b├Ąumte sich in der Wanne auf, er sch├╝ttelte wie wild den Kopf, so dass sein geflochtener Zopf ihm gegen die Schl├Ąfen peitschte. Die Ameisen bissen nicht nur und verspritzen ihre ├Ątzende S├Ąure, sie krochen ihm auch die Ohren, die Nase und den Mund hinein. Die ersten fanden den Weg in seine Hose.

Das Martyrium mit den Feuerameisen schien ewig zu dauern, ehe man den vom Schreien v├Âllig ersch├Âpften und zitternden Tiefling endlich los band. Er sprang, kaum, dass er los war, aus der Wanne und rannte in den Fluss, der durch das Lager f├╝hrte. Er legte sich hinein und tauchte komplett darin unter. Das eisige Wasser k├╝hlte seine geschundene Haut und sp├╝lte die bei├čenden Ameisen aus seinem Pelz. Erst, als die Ameisen von seinem Kopf herunter gesp├╝lt waren, setzte er sich auf und begann seine K├Ârperbehaarung von den Tieren zu befreien. So gr├╝ndlich wie jetzt hatte sich Baxeda in seinem ganzen Leben noch nicht gewaschen. Aus Angst, dass sich noch irgendwo eines der Tiere in seinem Fell verhakt haben k├Ânnte, rubbelte er wie wild seinen Pelz und fuhr immer wieder mit den gespreizten Fingern hindurch.

Die Tajik standen daneben und lachten ihn aus, aber lie├čen ihn gew├Ąhren. Ein Trupp Waldalben versuchte im Hintergrund derweile, die ├ťberreste des Ameisenhaufens m├Âglichst vollst├Ąndig in die Wanne zu schaufeln, diese zwischen die B├Ąume zu schleppen und und sie dann wieder dort aus zu leeren, wo die Ameisen ihren Haufen urspr├╝nglich errichtet hatten. Dabei warfen sie Baxeda funkelnde Blicke zu, als ob er etwas daf├╝r konnte. Dabei fl├╝sterten sie und tuschelten. Unheimliche Spitzohren waren das!

Baxeda lie├č sich davon jedoch nicht weiter st├Âren. Er w├Ąre am liebsten noch stundenlang in dem k├╝hlenden Wasser geblieben, doch irgendwann forderte Darim ihn auf, wieder heraus zu steigen. Er f├╝hrte den Tiefling zu einem Planwagen und legte ihm ein eisernes Halsband um, das an der Hinterseite des Wagens befestigt war. Genau wie vor ein paar Tagen schon einmal, nur dass die H├Ąscher diesmal keine Zwerge waren. Dann lie├č Darim ihn mit den anderen Gefangenen allein. Diese wichen ├Ąngstlich vor dem Tiefling zur├╝ck. Sie schauten, als ob er sie gleich auffressen w├╝rde. Baxeda rang sich ein schmerzvolles Grinsen ab, sagte freudlos ÔÇ×Buh!ÔÇť und zog sich auf die andere Seite des Wagens zur├╝ck. Er w├╝rde niemanden hier unn├Âtig mit seiner Anwesenheit bel├Ąstigen.

Darim war so aufmerksam, dem klatschnassen und durchgefrorenen Tiefling noch ein Feuer zu entz├╝nden, an dem er sich trocknen und w├Ąrmen konnte. Es war jedoch so platziert, dass er die brennenden Scheite nicht erreichen konnte. Anschlie├čend brachte er ihm noch eine Sch├╝ssel Getreidebrei und einen Krug Wasser. Eines musste man ihm lassen, er k├╝mmerte sich gut um seinen Gefangenen.

Die D├Ąmmerung senkte sich herab. Die Schatten wurden l├Ąnger und in dem hohen Gras zwischen den B├Ąumen begannen Grillen zu zirpen. Jetzt begann die Zeit, in der Baxeda besser sehen konnte als jeder andere hier. Die Details der Umgebung wurden ├╝bernat├╝rlich deutlich. Bis auf f├╝nfhundert Schritt Entfernung erkannte er jeden Grashalm einzeln und gestochen scharf. Die Menschen hingegen rissen ihre Augen instinktiv weit auf, um besser sehen zu k├Ânnen, doch es n├╝tzte ihnen wenig. Baxedas Augen hingegen waren tiefschwarz geworden, weil die Pupillen sich so geweitet hatten, und seine graue Iris war blo├č noch ein heller Saum.

Doch Baxeda wollte gar nicht sehen.

Er lag da auf einem plattgelegenen Strohsack, den Darim ihm kurz zuvor gebracht hatte und vergrub das Gesicht im Fell seiner Unterarme. Nur hin und wieder ├Âffnete er langsam die geschwollenen Augenlider, ehe er sie wieder schloss und die Welt um sich herum aussperrte. Das Brennen seiner Haut hatte nachgelassen, doch er konnte dar├╝ber kaum Erleichterung empfinden, denn nun hatte er nichts mehr, was ihn von dem Schmerz in seinem Herzen ablenkte.

Sinthara.

Immer wieder durchlebte er die letzten Minuten mit ihr. Sp├╝rte ihren schmalen Leib in seinen Armen, sah ihr wundersch├Ânes Gesicht, die Hornstummeln. Sp├╝rte ihre Haut an seinen Lippen und roch ihren Duft, als er seine Nase in ihr Haar presste. Der Duft schien ihm so real, als w├Ąre sie tats├Ąchlich hier irgendwo im Lager. Als k├Ânnte er sie wirklich riechen. Er musste sich immer wieder daran erinnern, dass dies nur Einbildung war, dass er sie gar nicht riechen konnte, denn sie war nicht da und w├╝rde dies auch nie wieder sein. Und dann schoss der todbringende Pfeil wieder durch seine Gedanken.

Immer, wenn seine Erinnerung an diesem Punkt angelangte zuckte er zusammen, als w├╝rde es ihn selbst durchbohren. Die Haare an seinen Unterarmen waren nass vor Tr├Ąnen.

Er fand die ganze Nacht keinen Schlaf. Als die Sonne wieder aufging, begannen sich die Menschen im Lager sich zu regen, kochten sich Fr├╝hst├╝ck, tranken Tee und versorgten ihre Tiere und die Gefangenen. Lustlos l├Âffelte Baxeda seinen Getreidebrei. Die Gefangenen wurden einzeln nacheinander los gekettet, durften sich zwischen den B├Ąumen erleichtern und im Fluss waschen, ehe man sie wieder an die Kette legte. Nachdem alles erledigt war, packten die Tajik und die Waldalben ihre Habseligkeiten zusammen und verstauten alles auf den Planwagen.

Dann begann der lange Marsch durch die Wiesenlande, dem Land von Baxedas Geburt. Nie h├Ątte er sich ertr├Ąumt, seine Heimat einmal in Ketten zu betreten. Das h├╝fthohe Gras, das gerade in voller Bl├╝te stand, wurde von der Karawane nieder getrampelt, von den R├Ądern zermalmt und sank gebrochen in den Staub. Sein frischer Duft erinnerte Baxeda an die Zeit, in der er mit der Sense das Gras gehauen hatte, um das Heu f├╝r den Winter vorzubereiten. Wie sehr er sich nach seinem zu Hause sehnte und nach einem ganz normalen Alltag! Der Weg f├╝hrte sie nach Nordwesten, in Richtung Barakas. Dahin, wo seine Familie ihren Hof hatte. Doch w├╝rde es kein Wiedersehen geben.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#18

Beitragvon Sinthara » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:31

Keinen Bissen hatte sie anger├╝hrt nicht einen. Sie hatte keinen Hunger. Sinthara wollte einfach nur noch...ja was wollte sie eigentlich? Sterben? Irgendwie schien der Tod recht verlockend im Angesicht der Situation. Aber die Tajik hatten zu gut ein Auge auf ihre Gefangenen. Kein Wunder brachten diese immerhin Geld ein. Und um so besser der Zustand um so mehr w├╝rde es sein.
So hatte Sinthara gar keine andere Wahl als man ihr am folgenden Morgen zwanghaft etwas zu trinken einfl├Â├čte. Wenn sie schon nichts essen wollte so sollte sie wenigstens etwas trinken.

Aber selbst der Hunger der sich dann sp├╝rbar breit machte nachdem sie eine scheinbar endlose Zeit durch die Wiesenland marschiert sind schien sie kalt zu lassen.
Mit leerem Blick lief sie weiter hinter den Anderen Gefangenen.
Nur ihr K├Ârper protestierte und pl├Âtzlich knickte sie ein und fand sich im Dreck wieder.

Keuchend wurde sie einer schmalen Hand gewahr welche in sich zu ihr streckte.

"Ich helfe dir."

Ihre Ohren zuckten als sie die ihr bekannte und so vertraute Sprache vernahm. Melodisch sanft und vermutlich fast wie Musik in den Ohren anderer V├Âlker.
Langsam wanderte ihr Blick nach oben und sie sah direkt in die sanften gr├╝nen Augen eins Waldalben welcher ihr mit einem sachten L├Ącheln die Hand entgegen hielt um ihr aufzuhelfen. Noch etwas fassungslos ├╝ber die Freundlichkeit ergriff sie die Hand und lie├č sich aufhelfen.

"Danke"

Erwiederte sie in ihrer Muttersprache und konnte sehen wie der Blick des Elben erstaunend sie musterte.

"Ihr sprecht meine Sprache?"

"Meine Mutter war eine Waldelbe"

erwiederte Sinthara und warf immer wieder einen Blick zu dem Elben w├Ąhrend sie weiter liefen. Der junge Waldelf rang offenbar etwas mit sich bis er pl├Âtzlich davon eilte.
Seufzend wande die Tieflingsfrau ihren Blick wieder nach vorne. Was hatte sie auch erwartet. Selbst damals gab es schon Elben in ihrem Dorf welche mit dem andersartigen M├Ądchen nichts anzufangen wu├čten.

Aber sie sollte sich t├Ąuschen. Pl├Âtzlich wurden ein paar Stimmen laut und sie blieb stehen und sah hin├╝ber zu den Waldelben welche sich offenbar unterhielten und immer mal wieder zu ihr sahen.
Das sie stehen blieb sollte sie aber rasch bereuen. Pl├Âtzlich versp├╝rte sie einen heftigen Sto├č und einen Schmerz.
Hinter ihr blaffte sie irgendein Tajik an. Vermutlich das sie weiter gehen sollte. Sinthara verstand kein Wort der Sprache.

Doch noch w├Ąhrend sie keuchend am Boden lag brach pl├Âtzlich ein Tumult los. Ein paar Arme legten sich sanft um sie und als sie aufblickte sah sie direkt in die Augen des Elben von vorhin. Er hielt sie sanft und fast schon besch├╝tzend in den Armen und der Blick mit welchem er sie bedachte entlockte ihr kurz ein zaghaftes L├Ącheln. Es war ein fast schon liebevoller Blick mit welchem die Tieflingsfrau bedacht wurde.

Die ganze Karawane kam ins Stocken w├Ąhrend sich die Waldelben und die Tajik offenbar stritten und der Streitpunkt war Sinthara. Trotz das sie zur H├Ąlfte d├Ąmonisch war, war sie in den Augen der Elben eine von ihnen.
Wie es aussah hatte sie das aber nur dem jungen Elben zu verdanken welcher sie noch immer in ihren Armen hielt.

Langsam fand sich auch der Rest der Truppe ein und die anderen Gefangenen wurden etwas auf einem Fleck gehalten von welchem sie aber dennoch gut das Geschehen beobachten konnten. Einige Blicke hafteten neugierig auf Sinthara und in so manchen schien Hoffnung aufzublitzen.
Hier und da konnte man sogar kurz sehen das sie tuschelten. Hofften sie etwas das durch den Streit der beiden V├Âlker ihre Gefangenschaft endete und das alles nur dank eines Tieflings der zur H├Ąlfte waldalbischer Herkunft war.

Sinthara selbst verfolgte den Streit unsicher. Sie wu├čte nicht wie er ausgehen w├╝rde und doch gab ihr die Umarmung des Elben etwas sicheres. Sie f├╝hlte sich geborgen und das obwohl es nicht Baxeda war.

Der Elb welchem wohl etwas an der jungen Tieflingsfrau lag betrachtete diese mit sanften Blick und strich ihr sogar kurz ├╝ber das Haar.
Sie lie├č es geschehen aber ihr Blick haftete auf den beiden streitenden Partein. Wie das wohl ausgehen w├╝rde? W├╝rden sie wirklich wegen einer Gefangenen sich so sehr zerstreiten?
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#19

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:32

Novec war w├╝tend! Nein, Novec war nicht nur w├╝tend, er kochte vor Wut! Eine Woche war mittlerweile vergangen, seit dem sie gefangen genommen wurden, eine Woche von Entbeerungen und noch mehr Entbeerungen. Dem kleinen Zwerg st├Ârte mittlerweile alles, nicht nur das er gefangen genommen war, Ketten an den H├Ąnden und an den F├╝├čen trug, nein, auch die Getr├Ąnkeauswahl war mehr als miserabel.

"Bahhhrrrr! Wasser, Wasser, nicht schon wieder Wasser!", fluchte der Zwerg, der nur unweit von einem Lagerfeuer entfernt, angelehnt an einem gro├čen Wagenrad sa├č.

"Wenns dir nicht passt du halbe Portion, brauchen wir dir auch gar nichts geben.", brummte ihn ein missm├╝rrisch aussehender Tajik entgegen. Sein eines Auge was er noch besa├č funkelte am sp├Ąten Abend wie ein Stern in der Nacht. Unheimlich blickte die Finstere gestalt ihn an, doch den Zwerg kratzte dies wenig.

"Bahhh, laber du nur. Ein Zwerg kann Wochen ohne Wasser auskommen, nur bei Zwergenbier sieht das anders aus....", seufzte der Zwerg vor sich her, "ein Zwergenbier und zur Abwechslung mal wieder etwas vern├╝mpftiges zu Essen. Ein kleines Zwergenbier, nur ein Humpen, ein zwei Literchen und dazu ein ordentliches St├╝ck Fdleisch, gemacht wie von Mutti. Zwergenm├Ągen sind nicht f├╝r so einen Fra├č und Wasser ausgelegt, verstehst du? Was meinst du, ich verrat auch nichts deinem Herrn, teiln wir uns ein Bierchen?"

Der Tajik trat mit dem Fu├č gegen den Boden um Staub auf den Zwerg zu werfen. "Elender Zwerg, w├╝rden wir f├╝r dich kein gro├čes S├╝mmchen bekommen, h├Ątten wir dir schon lange zum ableben verholen. Nervbacke, st├Ąndig dein gefluche und gerede von Flucht. Was denkst du eigentlich wer du bist kleiner?"

Novec spuckte und wischte sich den Staub aus dem Gesicht. "Ich bin Novec Sarili Gojim, Hauptmann der Zwergenarmee von Dvaras und w├Ąre ich nicht in Ketten und h├Ąttest du nur ein wenig Mum in den Knochen, w├Ąre hier gleich sehr schnell klar, wer hier der kleine ist!"

"Pahhh, wohl eher ehemaliger Zwergenhauptmann."

"Was?", entgegnete der Zwerg vollkommen ├╝berrumpelt.

"Erschrocken? Gar nicht so einfach gewesen raus zu bekommen, wer du bist, da dein Maul ja nur zum jammern gedacht bist, aber Novec, wir wissen wer du bist und das du gesucht wirst und schon in zwei Tagesreisen geht es f├╝r dich nach Hause. Was sagst du dazu?"

"Laber nicht zu viel Emir!", fuhr ihm ein anderer Tajik schroff an, "du wirst unseren Zwerg doch noch seine ├ťberraschung verderben und nun komm mit. Die Waldelben und die Tieflingsfrau, du wei├čt schon...."

"Nicht schon wieder, Sklavenhandel macht auch nicht mehr so viel Spa├č wie fr├╝her. Fr├╝her, da hatten die Gefangenen noch Respekt und Angst vor einem und nun? Weist du was ich meine?", sprach der Ein├Ąugige Bandid.

"Ach halt die Klappe und laber hier nicht rum!"

"Bahhrrr, die Elben und Sinthara....", Novec sch├╝ttelte sich, "wenn Flohpelz wissen w├╝rde, wie sie nach den Elben schmachtet. W├Ąhhhhh was f├╝r eine Schnulze, kein Anstand diese Halbd├Ąmonin, wiederlich. St├Ąndig diese Blicke, dieses Geseusel, hach bin ich nicht eine kleine s├╝├če arme bemitleidenswerte Halbd├Ąmonin?"

"Was du bist eine Halbd├Ąmonin, Novec ich dachte du w├Ąrst ein Zwerg?", lallte ihm ein Menschlicher Gefangener in dreckigen braunen, zerfetzten Lumpen voll.

"Ach lass mich in Ruhe mir ist nicht danach zu reden."

Novec blickte sich um, die Lage schien f├╝r ihn hoffnungslos zu sein. Nach den Worten der Tajik w├╝rde er in schon zwei Tagen wieder nach Dvaras gebracht werden. Was ihm dort erwarten w├╝rde, konnte er sich mehr als bildlich vorstellen. Der Blick des Zwerges senkte sich, traurig sah er in das nur wenige Meter entfernte Lagerfeuer und beobachtete die Funken, welche zum Himmel stiegen.
├ťberall sa├čen gefangene und tranken ihr k├Âstliches Wasser, a├čen eine mehr als d├╝nne, ├╝belriechende Suppe oder unterhielten sich einfach.
Ein sch├Ânes Lagerfeuer unter Freunden sah anders aus. Auch wenn hier udn da ein Lachen war, sahen doch alle betr├╝bt aus, Angst spiegelte sich in den Gesichtern wieder, Besorgnis was wohl die n├Ąchsten Tage bringen werden. Tot oder doch nur ein Leben langes Sklavendasein?

Egal ob Poraha, Alb, Mensch, Gnom oder wer auch immer, alle teilten sie hier das selbe Schicksal, aber hatte man eine wahl? Erst gestern wollten zwei junge Menschen fliehen, es kostete sie durch Pfeil und Bogen ihr Leben.

Aber war es nicht die Pflicht eines jeden gefangenen zu fliehen? Novec schnaufte und hockte die Beine an seinen K├Ârper und dachte nach. In den letzten Tagen konnte er mit einigen hier aus dem Tross reden, viele sprachen von Flucht aber einen Plan hatte keiner.

Tags├╝ber war ein entkommen ein sinnloses unterfangen. Ketten an den H├Ąnden und Ketten an den F├╝├čen, die Fu├čketten wieder an einer langen Kette befestigt, an der aller einem Meter ein Gefangener befestigt war. 10 ÔÇô 20 Leute an einer Kette, wie will man da Gleichzeitig fliehen, noch dazu ist sie an einem Pferdefuhrwerk befestigt, eine Chance zu fliehen besteht da nicht.

Abends ist zwar die lange Kette weg und jeder Gefangene kann sich freier bewegen, jedoch sind die Wagen im Kreis aufgestellt, in dessen inneren Lagerfeuer sind und alle Gefangenen. Au├čerhalb der Wagen sind ebenfalls Feuer und die Zelte der Tajik. Wachen sind ├╝berall und nur der Versuch hinter die Wagen zu kommen endet t├Âtlich. Alles ist ziemlich gut beleuchtet und Bogensch├╝tzen gibt es an jeder Ecke.

"Ein Ablenkungsman├Âver m├╝sste es sein, doch was f├╝r eins? Ein Streit wie die d├╝mmlichen Poraha das beinahe jeden Abend machen? Das ist keine Ablenkung, sondern schon Alltag f├╝r die Wachen. Mhhhh...."

"*Hix* Was laberst denn du da wieder? Erz├Ąhlst du mir eine Geschichte?", lallte abermals der alte Mann.

"Ach seih ruhig du besoffener.... Besoffen? Sag mal woher hast du den Alkohol, lass mich mal riechen.", schnell huschte Novec zu dem Alten her├╝ber, riss ihm seine Tasse aus der Hand und roch daran.

"He *hix* lass das, dass ist meine!", br├╝llte der alte und versuchte den Zwerg an zu springen.

"Ruhe! Hier hast du ja deine Flasche wieder. Sag mal, dass ist doch Mondschein, woher hast du den?"

"Gefunden!"

Novec griff sich sichtlich genervt mit der Hand an den Kopf. "Ja und wo genau gefunden?"

"Da dr├╝ben.", sprach der Alte und schwenkte dabei im ganzen Lager umher.

"Willst du mir nicht verraten wo du ihn her hast?"

"Nein, wieso? Dann trinkst du mir alles weg, die Trinkfreude von Zwergen ist in jeder Kindergeschichte nach zu h├Âren!", verneinte der Alte und sch├╝ttelte demonstrativ seinen Kopf.

"Bahhrrr.... Zwergengeschichten? Obwohl....", Novec grinste ├╝ber beide Ohren, hatte er doch einen Einfall der ihn Hoffentlich weiter helfen w├╝rde, "Du magst Geschichten?"

Gen├╝sslich nahm der Alte einen extra langen Schluck aus seinem Becher und schmatzte dabei and├Ąchtig. "Klar doch wer nicht, mei├čt ist darin immer ein Kieselbrocken *hicks* Wahrheit drin zu finden."

"Kennst du das Geheimnis der Zwerge? Auch eine sch├Âne Geschichte!", sprach Novec hinter vorgehaltener Hand und fl├╝sterte schon fast.

Der alte stieg, wie Novec es erwartet hatte sofort darauf ein, kam mit dem Kopf nach vorn, seine Augen wurden zusehenst gr├Â├čer und neugieriger. "Nein, welches? Erz├Ąhl!"

"Ach nein, vielleicht sollte ich dir das besser nicht erz├Ąhlen...."

"Doch doch bitte, erz├Ąhle!"

"Nein, besser nicht. Am Ende klaust du mir dann noch mein Gol... Uppss jetzt h├Ątte ich mich noch fast verplappert.", erz├Ąhlte Novec und hielt sich schnell die Hand vor den Mund.

"Gold! DU wolltest Gold sagen, ich habs genau geh├Ârt! Erz├Ąhl die Geschichte und du bekommst auch was zu trinken, einverstanden?", versuchte der Alte Novec zu ├╝berzeugen.

"Na, da du mich ja auf frischer Tat erwischt hast, ach nun ja, ich lebe eh nicht mehr lange..... Also, jeder Zwerg hat einen eigenen Schatz, eine kleine Truhe die voller Gold ist, ein verm├Âgen wert!"

Die Augen des Alten wurden immer gr├Â├čer und gr├Â├čer, es spiegelte sich schon die Gier in den Augen, beinahe wurden seine Pupillen zu Goldm├╝nzen, so gro├č schien die Gier zu sein.

"Wo ist der Schatz wo? Wo? WO?"

"Sag mir zuerst wo er Alkohol ist, ich habe nicht mehr lange zu Leben und mein Schatz n├╝tzt mir auch nichts mehr, wenigstens einen Schluck!", seufzte Novec vor sich her.

Schnell legte sich der alte auf den Boden und zeigte unter den Wagen auf einen anderen Wagen, der ganz in der N├Ąhe stand.

"Siehst du da den Planwagen? Da drin hab ich heute Nachmittag, als ich hinter dem Wagen laufen musste, dass ein paar Wachen darin Schnaps brannten, hochprozentigen. Ich h├Ątte es gar nicht erst gemerkt, aber sie schienen etwas zu viel probiert zu haben und die Unterhaltung der Tajik da drin war ├Ąu├čerst rege und laut. Da drin sind sicher 10 bis 15 Liter. Die Wachen haben auch schon ziemlich viel getrunken heute Abend, deswegen konnte ich *hix* mir auch etwas besorgen. Aber nun erz├Ąhl, wo ist dein *hix*", eiligst nahm der alte noch einen Schluck, "dein, dein? Worum ging es? Mir wird so komisch.... Zwerg, du siehst so gr├╝nlich aus, gehts dir gut... *hix* blau? Mama bist du es? Warum hast du einen Baarrrrttttt......"

Die Worte des alten verstummten, als er zusammen brach. "Das war wohl ein Schluck zu viel Alterchen, tut mir leid f├╝r die kleine Notl├╝ge, aber keiner hier hat Lust drauf zu gehen und vielleicht ist das unsere Chance zur Flucht!"

Novec sah sich um. Keiner schien etwas bemerkt zu haben, alle benahmen sich ganz normal. Eiligst kroch der Zwerg unter den Wagen und vergewisserte sich noch einmal, dass ihm dabei niemand beobachtete. Umher huschte sein Kopf, aber noch immer war alles ruhig. Langsam und vorsichtig schlich sich Novec zum hinteren Teil des Wagens und stopfte sich einige gro├če H├Ąnde Heu in die Taschen, welches zum Futter f├╝r die Pferde da war.

>Hoffentlich geht das gut, sonst geht der Zwerg nicht in zwei Tagen hops, sondern schon heute Abend.<, der kleine Zwerg schloss die Augen und athmete noch einmal tief durch. Sein Herz schien ihm bis zum Hals zu schlagen, einige Schwei├čperlen liefen ihm von der Stirn. Noch einmal sah er sich gr├╝ndlich um, ob ihn niemand beobachtete. Der Weg war frei!

So schnell es ging krauchte der Zwerg die wenigen Meter bis zum anderen Wagen. Unweigerlich rasselten seine Ketten dabei. Daran das die Ketten bei so schnellen Bewegungen rasseln, hatte der Zwerg nicht gedacht, erreichte aber dennoch den sicheren Wagen.

>Verdammte Axt, nein verdammte Ketten, die machen noch alles zu nichte!<

"Ist da wer? Stehen bleieben!", ert├Ânte pl├Âtzlich eine Wachenstimme nur unweit von Novec entfernt.

>Verdammt das wars!<, ging Novec durch den Kopf, als im selben Moment ein Hund am Wagen vorbei lief, dessen Halskette ein ├Ąhnliches Ger├Ąusch machte wie Novecs fesseln.

"Ach du warsts nur, da komm, dann bekommst du auch was?"

Die Freude des Hundes ├╝ber die Worte waren mehr als deutlich zu sehen. So zogen die Wache und der freudig wedelnde Hund weiter unter den erleichterten Augen Novecs.

>Gl├╝ck gehabt, mei├čter Samtpfote hat mir echt den Zwergenhals gerettet. Puhh..... Aber nun weiter.<

Vorsichtig sp├Ąhte der Zwerg durch ein Loch am Boden des Wagens hinein und vergewissere sich, dass niemand in ihm war. Gl├╝ck gehabt, niemand da und das Brett mit dem gro├čen Astloch ist sogar Morsch und angerissen. Vorsichtig zog Novec daran und unter leisem knistern, konnte er das Brett etwas herunter biegen.

>Der alte hatte recht, hier riecht es wirklich nach Alkohol, jedoch bei der Literanzahl hat er sich deutlich versch├Ątzt, dass ist mindestens doppelt so viel, gute 30 Liter!<

In aller Eile stopfte Novec alles von dem trockenen Heut durch das Astloch genau neben eine Glasflasche des guten Gebr├Ąus. Einige H├Ąnde waren es, zudem zerbrach er auch einige St├╝cken des maroden Brettes, und stopfte sie ebenfalls in das Heu. Ein Wunder, dass das Brett noch gehalten hat, schmunzelte Novec, aber dies war nicht wichtig. Der letzte Handgriff, die Flasche mit dem Korken direkt in das Feuernest legen. Es w├╝rde nur eine Frage der Zeit sein, bis das Feuer die Flasche sprengt und die anderen Flaschen ebenfals entz├╝ndet, dass d├╝rfte ein ordentliches Ablenkungsman├Âver sein, ging dem Zwerg durch den Kopf, als er ans andere Ende des Wagens Kroch. Das letzte verbleibende Heut entz├╝ndete er an einer Fackel direkt neben dem Fuhrwerk und steckte somit seinen kleinen Haufen im Wagen in brand.

>Autsch, verdammt ist das hei├č!< Unter hektischer eile pustete Novec noch einige male in das Feuer hinein und vergewisserte sich, dass es auch ja richtig brennt, noch einmal wollte er die Aktion nicht machen und konnte er auch nicht. Sollte das Feuer jetzt ausgehen, k├Ânnte er seine Spuren schlecht verwischen und man w├Ąre vorgewarndt. Jedoch war die Sorge unbegr├╝ndet, das Feuer brannte sehr gut, auch das Holz fing feuer.

>Nun aber weg, gleich gibts ein Feuerwerk.<, ging dem Zwerg nochmals durch den Kopf und unter eiligsten umsehen schlich er sich heimlich zu seinem Ausgangspunkt zur├╝ck.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges

#20

Beitragvon Baxeda » Mo 16. M├Ąr 2015, 22:32

Baxeda betrachtete seine blutverschmierten Finger.
Eine der Ziegen hatte Probleme bei der Geburt gehabt, doch er hatte es geschafft, ihr Leben und das des Zickleins zu retten. Zittrig und mit nassem Fell stand es auf staksigen Beinen, w├Ąhrend seine Mutter ihm das letzte Blut vom K├Âpfchen schleckte. Alles war gut. So zufrieden, wie es in der gegenw├Ąrtigen Situation nur m├Âglich war, erhob Baxeda sich von dem H├╝gel, der ihm als Sitz gedient hatte, um seine H├Ąnde waschen zu gehen.

Er hatte als einer der wenigen das Privileg, sich tags├╝ber v├Âllig frei innerhalb der Truppe bewegen zu d├╝rfen. Die Tajik hatten rasch gemerkt, dass der Tiefling sein Handwerk verstand und es f├╝r alle Beteiligten besser war, ihm nicht st├Ąndig Kommandos zu geben.

Er arbeitete gut und ohne zu murren. Zum einen, weil er keinen ├ärger wollte, zum anderen, weil die vertrauten T├Ątigkeiten ihm halfen, sich von dem Schmerz in seinem Herzen abzulenken. Sogar nachts hatten seine Herren ihn schon einige Male ohne Kette schlafen lassen. Andere Gefangene h├Ątten in seiner Lage sicher den verhei├čungsvollen Duft der Flucht gewittert, aber nicht so Baxeda. Er war froh, dass es ihm halbwegs gut ging und hatte wenig Interesse, diesen Zustand gegen einen Pfeil im R├╝cken oder eine Kette um den Hals einzutauschen.

Einige Mitgefangene tuschelten ├╝ber den f├╝gsamen Tiefling und warfen ihm boshafte Blicke zu. Wahrscheinlich prangte das Wort Verr├Ąter f├╝r sie in Gro├čbuchstaben mitten auf seiner grauen Stirn. Er versuchte sie zu ignorieren und sich auf seine Arbeit zu konzentrieren.

Mit abwesendem Gesichtsausdruck durchquerte er die Zeltstadt, die jede Nacht an einem neuen Ort errichtet wurde. Es waren so viele Tajik und noch mehr Gefangene, dass er sie sich unm├Âglich alle einpr├Ągen konnte und immer wieder entdeckte er Gestalten, von denen er sicher war, sie bisher noch nicht gesehen zu haben. Immer neue Gr├╝ppchen hatten sich der Karawane angeschlosen.

Zelt um Zelt, Wagen um Wagen, Maultier um Maultier zogen an ihm vorbei. Er bemerkte sie kaum. Die H├Ąnde durfte er sich nur flussabw├Ąrts waschen, damit das Nutzwasser f├╝r die Karawane sauber blieb. Ein paar Leute wuschen Kleidung, andere badeten. Irgendwo zankte jemand. Falsch, nicht jemand, eine ganze Gruppe musste es sein, immer mehr Stimmen mischten sich ein, bis das Geschrei so laut wurde, dass selbst Baxeda innehielt.

Eine ganze Versammlung hatte sich gebildet, die Tajik stritten mit einer handvoll Waldalben offenbar um eine Frau, die ÔÇŽ

Moment.

Baxeda schirmte seine Augen mit der blutigen Hand gegen die Sonne ab, die ihm genau ins Gesicht schien. Die selbsternannten Herren stritten sich um eine Frau, die fast so aussah, wie seine ermordete Liebste. Traurig sch├╝ttelte er den Kopf. Der Verlust sa├č sehr tief und nun spielten ihm seine Sinne einen Streich. Er wollte sich schon abwenden, doch er konnte nicht anders, als noch ein zweites Mal hin zu sehen, um sich davon zu ├╝berzeugen, dass sie es wirklich nicht war, sonst w├╝rde ihn der Gedanke, dass sie irgendwo hier bei ihm im Lager war, auf ewig verfolgen und qu├Ąlen.

Der Kreis aus l├Ąrmenden Menschen schloss sich dichter um die Waldalben, doch aufgrund seiner K├Ârpergr├Â├če konnte Baxeda m├╝helos ├╝ber die K├Âpfe hinweg schauen. Ein Meer von vergilbten Turbanen und wehenden staubigen Gew├Ąndern umringte die hochgewachsenen d├╝rren Gestalten, die in ihren braunen und gr├╝nen Kleidern wie Schilfhalme in einer tosenden wei├čen Gischt wirkten. Allein die Frau stach mit ihrem langen schwarzen Mantel unter den Alben hervor, das Dunkel leuchtete regelrecht.

Dieses Gesicht ÔÇŽ

Baxeda trat bis an die hinterste Reihe der l├Ąrmenden und f├Ąustesch├╝ttelnden Tajik heran, stellte sich auf die Zehenspitzen und reckte den Hals. Verdammt, die kleine Frau versank f├Ârmlich in der dichter r├╝ckenden Menge! Nur ihre tiefdunkle Kapuze blitzte hin und wieder auf. Baxeda ├Ąnderte seine Strategie, ging ein wenig um die Traube herum und platzierte sich so, dass der Wind, der die umzingelten Alben streifte, genau in seine Nase wehte.

B├Ąh. Schwei├č, Schwei├č und noch mehr Schwei├č, feuchter Stoff, jemand hatte sich gestern mit vergorener Ziegenmilch bekleckert, kalter Tabakgeruch ÔÇŽ ein wahres Inferno der Ger├╝che ├╝berrollte Baxeda, als er die Lider schloss, um sich nur auf die Wahrnehmung seiner empfindsamen Nase zu konzentrieren. Auf seine Augen war ja offenbar kein Verlass mehr. Und inmitten all dieser Und├╝fte wehte, kaum merklich, leicht wie ein Schmetterling, ein s├╝├čes L├╝ftchen, dass ihm eine G├Ąnsehaut ├╝ber die Arme schickte.
Kein Zweifel.

Er schlug die Augen wieder auf. Da vorne stritt man nicht um eine Frau. Sondern um seine.

Baxeda strauchelte. Ein Sog von Gef├╝hlen riss ihn mit sich wie ein Wildbach ein Laubblatt, hinab in einen Abgrund. Sinthara lebte. Doch sie hatte ihm kein Lebenszeichen geschickt, obwohl dies ein Leichtes gewesen w├Ąre, denn er durchstreifte das Lager t├Ąglich mehrmals. Aber warum? Sie musste ihn doch irgendwann bemerkt haben, er war ja nicht zu ├╝bersehen!

Aber auch f├╝r den unwahrscheinlichen Fall, dass sie ihn noch nicht selbst zu Gesicht bekommen hatte in all der Zeit ihrer Gefangenschaft musste zumindest das Gel├Ąster ├╝ber den Schleimschei├čer, wie man ihn nannte, sie schon erreicht haben. So viele schleimschei├čende Sumpfkriecher gab es hier ja schlie├člich nicht!

Es musste einen Grund geben, warum sie noch nicht versucht hatte, mit ihm Kontakt aufzunehmen und der Grund offenbarte sich ihm, als er sich weiter nach vorn dr├Ąngte: Der Grund stand hinter Sinthara, leibhaftig und so dicht, dass ihre Leiber sich ber├╝hrten, woraufhin Baxeda vor Emp├Ârung die Luft weg blieb: ein junger Waldalb, gro├č und schlank wie ein Schwert, perfekt rasiert und mit wehendem braunen Haar. Er hatte ein Gesicht wie ein Steinmetz es einer Heldenstatue verpasst h├Ątte, mit markanten Z├╝gen und verwegen funkelnden gr├╝nen Augen.

Baxeda wurde ├╝bel. Der Waldalb legte sch├╝tzend die muskul├Âsen Arme um seine Liebste, die keinerlei Anstalten machte, den Schmalzbubi von sich zu weisen. Warum auch? Genau genommen h├Ątte es f├╝r sie nicht besser kommen k├Ânnen.

Baxeda f├╝hlte sich so h├Ąsslich wie nie zuvor. H├Ąsslich und dumm. Was konnte er Sinthara schon bieten? Er war grobklotzig und unsagbar haarig bis auf die Stellen, wo er gern Haare h├Ątte, ungeschickt wie das letzte Trampeltier und lispeln tat er auch noch. Er war ein h├Ąsslicher dummer Bauer, der Mist stapelte und nach eben diesem stank.

Der adrette Alb hingegen war ein H├Ąndler, mit duftenden ├ľlen gesalbt, wahrscheinlich wohlhabend und garantiert ein kluger Kopf, konnte lesen und schreiben und bewohnte mit Sicherheit ein h├╝bsches Haus in idyllischer Berglage, w├Ąhrend Baxeda in einigen Monaten wahrscheinlich ├╝berhaupt kein zu Hause mehr hatte, wenn die pl├╝ndernden Horden der Allianz die Wiesenlande mit dem Blut ihrer Bewohner rot gef├Ąrbt hatten und die H├Âfe lichterloh brannten.
Baxeda biss sich auf die Lippe.

Wenn du etwas liebst, so lass es frei, hatte ihm seine Mutter einmal gesagt. Eigentlich waren diese Worte auf eine Schleiereule bezogen, die Baxeda als K├╝ken gefunden und gro├č gezogen hatte. Immer, wenn er den Ruf einer Schleiereule h├Ârte, redete er sich ein, dass sie es sei, die ihn von Ferne gr├╝├čte und ein L├Ącheln legte sich um seine Lippen.

Doch heute lag ein verbitterter Zug um seinen Mund. Sinthara dem Alben zu ├╝berlassen, war viel weniger sch├Ân, als damals der Anblick des gro├čen Greifvogels, der sich in den Nachthimmel schraubte. Eigentlich war es zum Kotzen!

Sie wird es bei ihm besser haben, redete er sich ein.
Er wird sich besser um sie k├╝mmern, als du es je k├Ânntest.

"Pass gut auf sie auf, ansonsten mache ich dir Beine!", rief er dem Alben auf Tjalabah zu, der sich verwirrt umsah, woher die Stimme kam. Doch der Tiefling war schon verschwunden. Am Fluss rubbelte Baxeda sich das Blut von den Fingern. Seine Unterlippe zitterte. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen, die Mundwinkel nach unten und er musste heulen. Immer wieder spritze er sich Wasser ins Gesicht und wusch es sich, damit niemand sein Geflene sah und tunkte schlie├člich seinen ganzen Kopf unter.

Es dauerte ein paar Minuten, ehe er sich wieder so weit im Griff hatte, dass er mit dem ├╝blichen abwesenden Gesichtsausdruck zur Ziegenherde zur├╝ck kehren konnte. Sein Zopf klebte ihm nass und kalt im Genick. Es f├╝hlte sich an wie der Griff des Schicksals.

Es ist das beste f├╝r Sinthara, sagte er sich immer wieder. Sie ist eine kluge Frau, es war gut so, dass sie sich einen Verb├╝ndeten gesucht hat. Er wird sie frei kaufen, in Sicherheit bringen und sich gut um sie k├╝mmern.

Aber die Worte erreichten sein Herz nicht.

Irgendwo brannte ein Wagen, das Feuer loderte baumhoch und spie dicken schwarzen Qualm und die Tajik versuchten hektisch, die daneben stehenden Wagen in Sicherheit zu bringen und die daran angeketteten wertvollen Gefangenen zu retten. Nichts h├Ątte Baxeda im Momet weniger interessieren k├Ânnen als das Schicksal dieser L├Ąsterm├Ąuler.

Er trieb die Herde ein St├╝ck weiter fort und streichelte die Ziege, die ihren neugeborenen Nachwuchs zu s├Ąugen begann. Wenn du etwas liebst, so lass es frei. Nie h├Ątte Baxeda gedacht, wie weh das tun konnte.
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"Lieber ein lebender Feigling als ein toter Held."
Avatar mit freundlicher Genehmigung von: http://direwrath.deviantart.com/