Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

Nach dem gewaltsamen Tod von Timion Harruck beanspruchen zwei Parteien sein Erbe für sich: Auf der einen Seite Dr. Lana Setardio, die sich humanistischen Zielen verschrieben hat und von dem abtrünnigen Sentir Kabir unterstützt wird. Auf der andern Seite die Schachtsoldaten um Zaccaria samt Timions Familie.
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Pierre Agramant de Souvagne
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10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

#1

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » So 11. Aug 2019, 01:13

Zurück nach Obenza


Die Ausgangslage war nicht die Beste: Pierre hatte eine Phiole getrunken, in der sich ein Cocktail aus Hirnpüree befunden hatte. Augenblicklich war er danach kollabiert, aber nicht nur er, sondern auch Yann, der Erinnerer, der sie nach Obenza begleiten sollte. Inzwischen war Pierres Kreislauf wieder stabilisiert und auch Yann wieder ansprechbar - und Oliver schäumte. Er ging gemessenen Schrittes eine große Runde um alle Anwesenden und es wirkte wie ein Wolf, der seine Beute umkreist. Gemessenen Schrittes zog er den Kreis und als er wieder am Ausgangspunkt angelangt war, blieb er vor seinem Mann stehen. Wenn Blicke eine Endschlagwaffe wären, dann wäre Pierre postwendend in seine atomaren Bestandteile zerfallen. Stattdessen donnerte Oliver ihm eine Ohrfeige auf die Wange, die seinen Kopf herumriss und einen dunkelgrauen Abdruck hinterließen, wo die Nanos rasch den Bluterguss zu flicken versuchten. »WAS hattest du mir versprochen nach dem Sprung in den Heizkessel, als wir den Taudis 42 durchwandert haben?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre beobachtete seinen Mann wie er einmal um die Gruppe schlich um dann genau vor ihm stehen zu bleiben. Permafrost war nichts gegen den Blick. Gleich welche Ausrede er jetzt brachte, Oli war auf 180 oder weit darüber. Einen Wimperschlag später bekam er von seinem Mann eine gezimmert, dass ihm Hören und Sehen verging. Die Gruppe fand schlagartig - wörtlich gemeint - die Deckenbeleuchtung und die Farbe der Wände hochinteressant. Die Ohrfeige hatte er sich mehr als verdient, aber das Oliver ihm derart eine langte ließ ihn ziemlich kleinlaut werden. Oliver hatte ihn noch nie geschlagen, er musste ihn mal wieder an den Rand der Verzweiflung gebracht haben - vermutlich heute sogar ein Stück weiter. Und zu allen Überfluss hörte er noch etwas in seinem Bewusstsein weinen, von dem er wusste, dass dies nicht seiner Erinnerung entstammte... es war fremd und es war verzweifelt. "Ich...", setzte Pierre an und schwieg betreten.

Oliver Vallis de Souvagne
»Was hast du mir versprochen?«, hakte Oliver unbarmherzig nach. »Ich will es aus deinem Mund hören!«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre zeigte Oliver als Zeichen des Friedens die offenen Handflächen. "Das ich nicht mehr so eine Merde baue. Dass ich nicht mehr mein Leben in Gefahr bringe. Das habe ich Dir versprochen. Du hast wortwörtlich gesagt nachdem ich in den Abgrund gesprungen bin - Natürlich weißt du, dass ich recht habe, es ist der Fluch meinesgleichen, recht zu haben, das verdanken wir unserer überdurchschnittlichen Intelligenz und moralischen Überlegenheit. Wir erwarten ein Kind, Pierre! Einen gesunden Sohn, einen Bluthexer wie mich! Aber wenn du so weitermachst, wirst du ihn nicht einmal kennenlernen. Lass den Blödsinn. Ich bin kein pubertärer NormSouv, ich bin ein Bluthexer, der die vierzig bereits überschritten hat. Von mir darfst du erwachsenes und rationales Verhalten erwarten. Du aber benimmst dich manchmal wie ein Rotzgör - damit hast Du wohl oder übel Recht. Wie immer. Ich glaub ich habe einen Geist verschluckt Oli", gestand Pierre und unterdrückte ein Aufstoßen, während Yann zu wimmern anfing. "Gehts noch? Ich hab den Geist verschluckt!", blaffte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
In Anbetracht dessen, dass er sich vollkommen unnötig in Lebensgefahr begeben hatte, war eine Ohrfeige, deren Abdruck obendrein binnen Sekunden durch Nanos heilten, ein Witz. Oliver ging es jedoch nicht darum, seinem Mann körperliche Schmerzen zuzufügen. Eine Ohrfeige war vor allem eins: eine Ehrenstrafe. Und Oliver hoffte, dass Pierre sich in Grund und Boden schämte, hier vor allen eingestehen zu müssen, dass er sein Versprechen gebrochen hatte. »Ich bin enttäuscht«, sagte Oliver, ohne sich um den wimmernden Yann zu kümmern. Dieser war nur vor Schreck umgefallen.

Vaden:
Vaden hob Yann hoch, nachdem er dessen Kreislauf stabilisiert hatte und führte ihn zur Seite. Es half keinem, wenn man ausgerechnet am Schwächsten jetzt noch seine Wut auslies und das Oliver seinen Mann - wohlgemerkt den Duc - vor allen gemaßregelt hatte, fand Vaden nur verständlich. Gerade weil er der Duc war, hatte er weiter nachzudenken und durfte sich nicht in Gefahr begeben. Dafür hatte er seine Leute, dafür hatte er Leibwächter, dafür hatte er sogar Oliver der ihm zur Not beistand. Wenn er allerdings den Notstand gefühlt alle 2 Minuten selbst provozierte, musste er auch mit den Konsequenzen leben. Immerhin war sein Mann Bluthexer und keiner aus dem Orden der tüchtigen Schwafler. Und so eine Backpfeife hatte schon so manchen rebellischen und umtriebigen Geist zur Ruhe verholfen. Vaden übermittelte Oliver seine Zustimmung. Offiziell sah man ihm nichts an und man durfte ihm auch nichts ansehen, Kritik an der Krone und gar am Duc stand bestenfalls seinem Ehemann zu oder seinem Vater. Da hatte der Duc nun weise gewählt, dass er seine Ehefrauen gegen einen Mann ausgetauscht hatte. Die fehlende Erziehung wurde nachgeholt. So traurig es war, wenn man jeden Halt verlor, so gefährlich war es auch, wenn jemand spontan tun und lassen konnte was er wollte. Oliver hatte nichts weiter getan, als das was der Duc täglich amtlich tat - eine Grenze aufzeigen. Das diese nun einen Abdruck mit fünf Fingern in seinem Gesicht hinterlassen hatte, hatte er sich selbst zuzuschreiben. Sein Mann hatte ihm vorher die Hand aus Sorge weggeschlagen. Wer nicht hören konnte, musste fühlen. Vaden zog Yann auf die Beine damit er stehen musste, so dass es zusätzlich seinen Kreislauf ankurbelte. Dabei hielt er ihn fest und erzählte ihm kleine Anekdoten aus seiner Dienstzeit, über die man schmunzeln konnte. Zuerst den Duc fast sterben sehen und dann auch noch einen Anschiss kassieren, weil man wimmerte, sollte nicht in seinen Gedanken verhaftet bleiben. Ob er damit Erfolg hatte, wusste er nicht, aber der Erinnerer war nicht mehr ganz so käsig um die winzige Stupsnase.

Pierre Agramant de Souvagne
"Zu Recht, gut die Wahrheit. Du hast eben so glücklich, geradezu euphorisch ausgesehen, da wollte ich ebenfalls die Erfahrung machen. Weshalb Du so verzückt geguckt hast, erschließt sich mir nicht. Ich war zu neugierig und ich hätte meine Finger bei mir behalten sollen. Wie Du schon im Taudis sagtest, wir werden Eltern. Sind wir nun und ich habe Scheiße gebaut. Es kommt nicht wieder vor, verzeih mir. Ich schwöre es Dir bei meinen Nanos, ich mache so etwas nicht wieder. Wie würde Max sagen - klar Verrill. Aber ich meine es ernst, wirklich Oli. Und ich glaube ich habe tatsächlich die Seele verschluckt", antwortete Pierre unterwürfig.

Oliver Vallis de Souvagne
»Mein Mann, der Seelenfresser«, rief Oliver. »Sich selbst degradiert zum Lich. Und das muss mir als Ordensbruder des Blutes passieren. Ich war glücklich, da ich ich einer Seele hatte helfen können, in den Nexus aufzusteigen. Was machst du: Frisst und absorbierst sie, als wärst du nicht besser als Osmund von Wigberg. Dein Versprechen kannst du dir in den Hintern schieben, das gilt scheinbar nur für Situationen, die man ohnehin nur ein mal im Leben durchmacht, wie der Sprung durch einen unterirdischen Heizkessel oder das Trinken pürierter Gehirne. Jetzt halte still, ich will sehen, ob wir die Seele noch retten können.« Olivers Finger legten sich auf Pierres Stirn. Die Hand, die soeben noch gestraft hatte, war nun warm und übte einen angenehmen Druck auf der Haut aus, als Oliver magisch in Pierres Körper nach der getrunkenen Seele fandete.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre grummelte etwas Unverständliches, hielt aber still. Die Seele war klein und schwach, sie klammerte sich an Pierres Seele, da sie keinen richtigen Halt in der Welt hatte. Oliver konnte sie jederzeit entnehmen und freilassen. Dafür benötigte er nicht einmal große Mächte, er musste sie nur an sich nehmen und freigeben. Selbst Yvon wäre dazu im Stande gewesen den Bluthexerzauber des Adeptenranges zu wirken - Austreibung von Geistern.
Ein beschworener Geist, der sich der Zielperson bemächtigt hat, wird vom Blutnekromanten aus dem Körper des Opfers gerissen. Der Geist ist anschließend frei, sich einen neuen Wirt zu suchen. Er kann vom Bluthexer nicht weiter beeinflusst werden. Der Geist, die Seele hatte sich nicht einmal Pierres bemächtigt, sie hielt sich wie ein kleines Kind an ihm fest, denn nichts anderes war diese Seele gewesen - ein Kind. Pierre beobachtete seinen Mann und war froh, dass er Oliver an seiner Seite hatte, auch wenn es diesem sicher ganz anders erging.

Oliver Vallis de Souvagne
Ganz sanft stupste Oliver die Seele an, als würde er eine Seifenblase berühren und so behutsam ging er dabei vor, sie aus Pierres Körper herauszuleiten. Und wie eine Seifenblase gab er sie anschließend frei und ließ sie aufsteigen. Er legte den Arm um seinen Mann. Wenn sie Glück hatten, dann würde auch diese Seele sich mit einer Umarmung verabschieden.

Seele:
Die Seele hatte Angst die größere loszulassen, an die sie sich geklammert hatte. Aber eine neue war dazugekommen und führte sie fort. Sie spürte, dass dies der richtige Weg war und schlagartig war sie frei. Sie benötigte mehrere Anläufe um sich zu entfalten, aber dann erstrahlte auch sie in dem sanften blau, dass sie zuvor bei der anderen Seele gesehen hatten. Sie berührte Oliver und Pierre, Wärme und Dankbarkeit durchströmte sie, dann flog sie davon und verblasste.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute ihr nach und hatte einen Kloß im Hals. Wie er nur auf die verrückte Idee gekommen war, sie zu trinken. Er hätte vorher dran denken müssen sie frei zu lassen. Oder besser noch, er hätte den Inhalt niemals trinken dürfen, gleich ob eine Seele enthalten war oder nicht. Die Dankbarkeit der Kleinen Seele erschütterte seine eigene, ihre Gefühle waren schlicht, einfach, infantil und gerade das machte sie so ehrlich. "Es tut mir leid", sagte er leise. Ob er die Seele, Oliver oder beide meinte, erläuterte er nicht.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver drückte seinem Mann einen langen Kuss auf die Stirn. »Nun verstehst du, das diese Lichs anrichten, was Osmund angerichtet hat und warum ich so böse war. Zum einen, weil du dich in Gefahr gebracht hast. Zum anderen, weil es meine heilige Pflicht ist, Seelen wie diese vor Nekromanten zu schützen. Hilf mir, die anderen Seelenkinder zu befreien.« Oliver begann, die übrigen Phiolen zu öffnen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schüttelte den Kopf und schaute weg. "Ich fasse sie nicht mehr an. Nachher bekleckere ich mich und sie sickert wieder in mich ein. Das habe ich nicht gewollt, ich war ein Idiot. Du hast völlig Recht gehabt Oli, nicht nur mit Deiner Sorge, auch mit Deiner Schelte. Ja sie sind nichts weiter als Mörder, sogar schlimmer als das. Was geschieht mit den Seelen die sie absorbieren?", fragte Pierre und strich Oliver über den Rücken, bevor er ihn ebenfalls küsste. "Warum hat sie sich an mich geklammert? Es fühlte sich so an, als klammerte sie sich fest", hakte Pierre verwundert nach. "Du bist ein guter Kerl Oli, lass Dir nie was anderes erzählen".

Oliver Vallis de Souvagne
»Warum die Seele sich festklammerte, kann ich dir nicht sagen, nur vermuten. Sie wurde aus ihrem Körper gerissen und hat noch nicht begriffen, dass sie tot ist. Natürlich sucht sie dann verzweifelt halt in sterblichem Fleisch. Es ist für sie ein Anker in der Welt der Lebenden. Eine Seele, die von einem Lich absorbiert wurde, ist fort. Sie wird verdaut und in ihre energetischen Bestandteile zerlegt. So nährt sie den Lich, der seine eigene Lebensspanne ins Unermessliche ausdehnt. In dem Fall waren die Seelen gleichzeitig an Wissen gekoppelt. Vermutlich waren sie wie ein Snack. Die Frage ist, ob sie nur dazu dienten, den Lich zu nähren - oder ob die lebenden Wigbergs sie ebenso tranken, wenn sie die gespeicherten Informationen aufnehmen wollten. Was dann geschieht, kann ich nicht beantworten. Vermutlich wird das Resultat ein Seelenmosaik, wenn sie sich nicht durch einen Bluthexer behandeln lassen. Ich bin nicht gut, Pierre. Ich bin vollkommen.« Pierre erhielt einen weiteren Kuss, ehe Oliver die restlichen Seelen befreite.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musste bei Olis Bemerkung wehmütig grinsen. "Vollkommen und vollkommen von Dir überzeugt. Lieb gemeint Oli. Wenn ein Lich eine Seele verdaut, dann ist sie tot oder? So als hätte es die Person nie gegeben. Es gibt nichts mehr von ihr, nicht mal die unsterbliche Seele. Ob alle Phiolen Seelen enthalten haben, die je produziert wurden, werde ich ergründen. Das Wissen wurde von 416 zu MAX geschickt. Vielleicht waren nicht alle hergestellten Phiolen mit Seelen vermischt. Für die Opfer macht das nichts besser. Entweder starben sie für ihre Gehirne oder sie wurden völlig vernichtet als Snack für einen Lich. Wie weit kann ein Lich seine Lebenspanne dehnen? Nimm meine Entschuldigung an, bitte Oli. Du weißt, ich komm nicht drüber weg, wenn Du böse mit mir bist. Oder enttäuscht, was noch schlimmer ist. Schlag meine gereichte Hand nicht aus, ich habe es doch eingesehen und nein, mein Versprechen gilt nicht nur für Situationen die nur einmal und dann nie wieder vorkommen. Mein Versprechen gilt, ich hätte nur vorher den Kopf einschalten sollen. Auf nach Obenza um dem Labor auf die Spur zu kommen Schatz?", bot Pierre versöhnlich an.

Oliver Vallis de Souvagne
Wie kleine Nebelvögel flogen die Seelen hinauf und verwehten. Oliver wandte sich nach vollbrachtem Werk seinem Mann zu und schloss ihn in die Arme. Ganz fest drückte er ihn an sich. »Und du weißt, dass ich dir nicht lange zürnen kann, ganz gleich, was für Unfug du manchmal verzapfst. Ich nehme deine Entschuldigung an. Letztlich wusste ich ja, dass es nicht einfach werden würde mit einem Unwissenden zum Ehemann. Dennoch habe ich mich für dich entschieden, weil du der Mann bist, mit dem ich den Rest unseres Lebens verbringen möchte. Möchte ich das im Streit? Zwei verbitterte Greise, die sich nichts mehr zu sagen haben und für einander nur noch Abscheu empfinden? Nein, Pips, so bin ich nicht. Alles, was ich mir wünsche, ist dass es dir und unserer Familie gut geht. Und da du selbst manchmal nach deinen Grenzen suchst, zeige ich sie dir auf, damit du nicht in den Abgrund stürzt. Auf nach Obenza.« Er küsste Pierre lange und innig auf den Mund. »Ein Lich kann seine Spanne unendlich weit ausdehnen. Und manche von ihnen erreichen den verbotenen sechsten Grad der Magie, von dem kaum jemand weiß, dass er existiert. Dann werden sie zu Ältesten - einem Geschöpf wie Dunwolf, dem mit herkömmlicher Magie eines einzelnen Magiers, und sei er noch so fähig, nicht mehr beizukommen ist.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre legte seinem Mann einen Arm um die Hüfte und lächelte ihn dankbar an. "Du lebst die ganze Zeit mein Leben mit Oliver. Du hast jede meiner Eskapaden ertragen, Du hast jeden meiner Aussetzer ertragen, Du hast mich nie hängen lassen und je schwieriger es wurde, je mehr warst Du für mich da. Du hast Dein Leben außerhalb Deines Ordens verbracht für mich. Du hattest keine Freunde, Du hattest keine Ansprechpartner, die einzige Person die Du hattest war ich. Du hast folglich wie ein Leibdiener mein Leben mitgelebt und Deines fast völlig aufgegeben. Und wie habe ich es vergolten? Und selbst das hast Du mir verziehen und bist geblieben. Meine Entschuldigung war ehrlich gemeint und es gab keinen Tag wo ich Dich nicht geliebt hätte. Auch wenn ich es Dir nicht gezeigt habe, oder mich so verhalten habe, dass Du das Gegenteil annehmen musstest. Ich habe Dich immer geliebt Oli, ich liebe Dich aus tiefstem Herzen. Wenigstens an meine Versprechen sollte ich mich halten, ansonsten sollte ich den Mund halten. Ich weiß wie einsam Du warst, wenn sich einer mit Einsamkeit auskennt dann ich. Deshalb habe ich Dir Audric an die Seite gestellt. Aber das ist ein Bonus und keine Ehepflicht. Ehepflicht ist geben und nehmen. Bis vor kurzem habe ich nur genommen Oli. Nicht aus Berechnung, Gier oder Egoismus, sondern aus Gedankenlosigkeit. Ich war ständig mit mir beschäftigt und übersah Dich. Aber was wäre ich ohne Dich? Einfache Antwort - tot. Du hast meine Welt betreten und lebst darin. Ich werde gleich ziehen und es wie Timion Harruck halten. Es ist keine Ehe, wenn ich auf meiner Position bleibe und Du sämtliche Schritte auf mich zugehst. Einige habe ich gemacht Oli, Du bist mein einziger Ehepartner, Du bist Duc-Gemahl und einiges mehr. Mein Versprechen lautete, Ciel wird in beiden Welten erzogen, der des Hofes und der der Bluthexer. Ich werde die Lehren ebenso erlernen, um sie ihm nahezubringen und Dir näher zu sein. Liebe ist keine Einbahnstraße Oliver, dass weiß ich. Und wo wir von Einbahnstraßen sprechen, erinnere mich an den Test der Federung des neuen Aeros", antwortete Pierre. "Der sechste Grad? Wie erreicht man den sechsten Grad? Stimmt Dunwolf von Hohenfelde, wir hatten es vor Ort von Osmund gehört. Der Älteste, ein Gott, ein Hohenfelde. Maximilien hatte doch damals schon Probleme mit ihm, dass heißt dieses Wesen hat die Zeit von 203 bis heute überdauert? Und es muss vorher schon existiert haben. Dann war dieser Dunwolf tatsächlich einst ein Hohenfelde, ein Lich und wurde diese Kreatur die man ein Ältester nennt?", fragte Pierre und ging mit Oliver gemeinsam Richtung Ausgang, gefolgt von Vaden, Yann und Yvon.

Oliver Vallis de Souvagne
»Wie man den sechsten Magiergrad erlangt, weiß ich nicht. Die Bluthexerei hat offiziell keinen, da er aus gutem Grunde verboten ist. Bei Rang fünf ist Schluss, das ist schon mächtig genug, wir haben die Macht, Tote zurückzurufen, das ist fast schon gottgleiche Macht. Rang sechs der Nekromantie heißt nichts anderes, als unabhängig von Materie überleben zu können, eine Seele, die nicht gebunden ist durch die Gesetze von Leben und tot. Sie kann nach Belieben einen neuen Körper besetzen oder ihn verlassen, Leben aussaugen und bedarf dazu keines Hexenmeisters der Nekromantie, um dies zu bewirken. Wie sähe ein sechster Grad der Bluthexerei aus? Manche gehen davon aus, Vampirismus wäre dieser sechste Grad, da es heißt, durch Blut anderer unsterblich zu werden. Inversion, Pierre. Anstatt Leben zu schenken, wird davon getrunken, um das eigene Selbst über seine Zeit hinaus zu erhalten. Dagegen spricht, dass jeder Mittelklassebluthexer in der Lage ist, einen Vampir zu demontieren und ein Vampir musste kein Bluthexer sein, im Gegenteil, wir sind gegen Vampirismus immun. Ich hatte überlegt, ob Psioniker nicht der sechste Grad der Geistmagie sind. Ihre Wirkungsweise ist doch ganz ähnlich. Aber sie können fortan nicht mehr nur Lebende beeinflussen, sondern sogar Materie.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Eine Person die unabhängig von allen Dingen existieren kann. Sie ist weder an die Gesetze der Natur noch an Materie gebunden. Sie kann Körper besetzen und freigeben, Seelen verzehren, Leben aussaugen. Ich wollte gerade fragen, wie Max es geschafft hat, diese Kreatur zu besiegen. Die Antwort habe ich selbst gesehen, gar nicht, denn der Älteste ist noch da. Vermutlich kann man ihn nur vertreiben. Die sechste Form von Bluthexerei kann niemals Vampirismus sein. Es wäre die Abkehr von Eurem Weg, von unserem Weg Oliver. Was wäre noch mächtiger als Tote wieder zu Lebenden machen? Was wäre noch ein Schritt darüber hinaus? Ich sag es Dir - Leben selbst schaffen. Nicht ein Leben zurückholen, gleich wieviel Macht es verlangt, sondern ein Leben schaffen. Nicht durch Zeugung, sondern durch Magie, reine Willenskraft und Magische Begabung, die den Prozess in Gang setzt und ein Leben reift heran. Das wäre für mich der sechste Grad der Bluthexer. Falls es einen sechstens unerforschten Grad tatsächlich gibt. Das der sechste Grad eines Nekromanten so aussieht, hätte man sich denken können. Der Älteste ist somit purer existierender Egoismus, er über alles. Er stellt sich über die gesamte Schöpfung Ainuwars und benutzt sie für seine Bedürfnisse. Ob ein Psi eine Form eines Bluthexers ist? Du das weiß ich nicht, könnten wir aber ergründen. Wobei ich meine, dass Psionik nichts mit Magie zu tun hat. Frag Darius oder Kabir, sie sollen Dir antworten. Was aber auch möglich wäre Oliver ist, dass es die Stumpfen sind. Bedenke Ihr seid Teilstumpfe und Ihr führt es selbst herbei. Vielleicht sind die völlig Stumpfen ein Schritt weiter als Ihr. Nur was haben sie davon, da sie handlungsunfähig sind? Hm das widerlegt meine Gedanken. Vermutlich sind Stumpfe so etwas wie eine magische Sackgasse. Dafür genießen sie besonderen Schutz vor Magie. Ob ein Sentir Materie beeinflussen kann, entzieht sich meiner Kenntnis, aber das sind Dinge die wir erfragen können. Ich jedenfalls bin der felsenfesten Überzeugung, dass ein Bluthexer niemals ein Vampir werden kann oder wird. Ihr seid immun gegen ihre Bisse, Euer Blut ist reines Gift für sie. Wie solltest Ihr dann selbst Vampire werden können? Ainuwar hat Euch davor geschützt Oli, dass nicht ohne Grund. Ihr seid mehr noch als die Himmelsaugen seine Vertreter auf Asamura. Wenn es einen Segen gibt, dann diesen, er hält seine Hände über Euch", antwortete Pierre ernst.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich meinte, dass Psionik womöglich der sechste Grad der Geistmagie ist. Nicht der Bluthexerei. Aber womöglich hast du Recht und es geht eher in Richtung eines Stumpfen, aber dann wären sie nicht durch Geistmagie auslesbar«, überlegte Oliver. »Wenn deine Theorie stimmt, dass der sechste Grad der Bluthexerei die Erschaffung von Leben ist, dann ist momentan die Genetik nur noch eine Krücke für uns, bevor es einen Erzhexer geben wird, von dessen Wille alle geboren werden. Das ist eine merkwürdige Vorstellung. Bluthexer würden wie Pilze aus dem Boden schießen. Andererseits ... auch eine angenehme Idee. Stell dir ein Schlachtfeld vor und aus dem Blute erheben sich ganz neue Männer, die nichts mit den Gefallenen gemeinsam haben, aber ihr Blut bildet den Nährboden, aus dem sie erstehen. Eine Armee reinster, vollkommenster Geschöpfe - Bluthexer, die sich allem entgegenstellen, was dieses Massaker verantwortlich gemacht hat. Dann wäre der sechste Magiergrad eine verborgene Endschlagwaffe. Aus dem Blut jedes ermordeten Souvagners würde sich ein Rächer in Rot erheben.« Oliver gefiel dieser Gedanke.

Pierre Agramant de Souvagne
"Ja und der Spruch das Blut Lebenssaft ist würde sich bewahrheiten, denn was hat man für die Schaffung von Ciel benötigt? Blut. Stell Dir vor, jenes Blut benötigt keine Maschine, sondern reine Magie und ein Kind erhebt sich durch den göttlichen Funken der Magie aus diesem Blut, eine geistige Zeugung, reiner Wille, reine Magie, reines Schaffen, reine positive Leben schenkende Magie. Nur das kann die sechste Stufe sein. Was der sechste Grad der Nekromantie raubt, wozu er befähigt in voller positiver Ausformung. Das Pendant dazu, die lichte Seite, wie alles zwei Seiten haben muss. So seit Ihr die Gegenspieler der Nekros, jene die das Gleichgewicht halten, damit wir nicht in ihren Abgrund stürzen. Nur was geschähe, wenn man die Münze von der dunklen Seite befreit? Kann man in einen lichten Abgrund stürzen? Gibt es das Gegenteil zum Abgrund in lichter Form? Falls ich zu weit denke, Du weißt ja, Nanoblick, nachbohren und so, sag bevor ich Dich nerve", grinste Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Im Gegenteil, ich finde dieses Gespräch ausgesprochen erbaulich, zeigt es doch, dass du dich bereits gedanklich mit unseren Lehren auseinandersetzt. Ich finde dein Vorhaben übrigens ausgesprochen begrüßenswert, es zu handhaben wie einst Timion. Es würde mich sehr stolz machen, wenn auch mein Mann Ehrenbluthexer werden würde und dir würde es helfen, ein neues, besseres Leben zu führen. Wenn man erst erkannt hat, wie viel erfüllender es ist, zu geben anstatt zu nehmen, ist es nicht mehr schwer. Aber gerade dieser erste Schritt ist für manche der Schwierigste. Was das Pendant zum Abgrund ist, wissen wir nicht, Pierre. Manche sagen Orils Licht dazu, andere glauben an die vollkommene Auflösung. Die Beißer glauben, ihre Toten müssten einverleibt werden, damit sie Teil der Familie bleiben, was bei aller Barbarei kein so abwegiger Gedanke ist, da genau das bei einer Verdauung passiert. So unglaublich es klingen mag, aber ausgerechnet die Altvorderen der Bluthexer, die sich zu jedem Aspekt des Lebens Gedanken machten und die Perfektion neu definierten, haben auf diese eine Frage keine Antwort gefunden. Was vermutest du? Was ist das Gegenteil des Abgrunds?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre küsste Oliver und nahm seine Hand, während sie liefen. "Ich werde mein Bestes geben. Man mag mir viel nachsagen können, aber geizig war ich nie und ich denke als Duc bin ich großzügig und gerecht. Jedenfalls bemühe ich mich darum. Meine These ist, der Abgrund ist ein finsterer Ort, ein einsamer Ort, dreckig, düster, schmutzig, ein Ort der Verzweiflung. Also muss der lichte Ort das Gegenteil dessen sein. Der Rachat ist ein warmer, goldener Ort. Das Licht ist nicht weiß, sondern wie Herbstfarben die die Seelen wärmen. Das Grundgefühl dort ist Geborgenheit und Liebe. Der Rachat ist rein, warm und gut. Jede Seele die den Rachat erreicht, wird Teil eines großen Ganzen und dennoch ist man weiterhin man selbst. Keine Seele ist dort allein. Angst und Einsamkeit sind an diesem Ort dem Rachat blasse Erinnerungen, wenn sie überhaupt existieren. Man kann alleine umherschweben, sich mit anderen verbinden, oder die große Verbindung eingehen. Nichts wird einen hindern. Der Rachat ist wie die Umarmung der Weltenmutter, ein Zustand absoluter Glückseeligkeit. So stelle ich mir diesen Ort vor. Selbstlos, rein, voller Liebe und Güte. Und kein Wesen der Finsternis hat Zugang oder Zugriff auf ihn. Dort ist man sicher, er wird bewacht von jenen, die das Gegenteil der Verschlinger also der Ältesten sind. Wesen mit Herzen wie dem Deinen oder Timions, jene die schützen und schaffen. Die nichts zerstören. So stelle ich mir den Rachat vor. Ob es ihn wirklich gibt? Wer weiß. Aber rein nach der Logik muss es ihn geben, denn den Abgrund gibt es auch. Falls jedoch der Abgrund die Norm ist und jene die ihn entgegentreten die Unnormalen, dann wird es schwierig. Was die Lehren angeht, Du bist mein Lehrmeister Oli, ich richte mich nach Dir. Ebenso werde ich Dir alles beibringen was ich weiß unter anderem die Handhabung von MAX im Kriegsraum, dass musst Du lernen", antwortete Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Die Umarmung der Weltenmutter?«, fragte Oliver angewidert. »Igitt. Dann lieber der Abgrund. Allein der Gedanke, aus dem klaffenden Spalt zwischen den Beinen einer Frau ... nein, daran will ich nicht denken! Bin ich froh, dass wir uns wie zivilisierte Leute aus einem Tank erheben. Ist dir einmal aufgefallen, dass eine Vulva und ein Abgrund erschreckende Ähnlichkeit miteinander haben? Hingegen das Genital eines Mannes wie die souvagnischen Speere zum Lichte hinauf strebt? Theoretisch ist es möglich, dass es eine Art Geisterstadt im Nexus gibt, wo sich die toten Seelen zusammenrotten - wenn sie sich der Macht der Trias entziehen können. Ist das womöglich Rachat oder liegt es hinter der Trias, deine Stadt aus Licht?«

Pierre Agramant de Souvagne
"Rachat ist keine Stadt, es ist ein Ort der zeitgleich ein Zustand ist. Wie gesagt, Du gehst im großen Ganzen auf und bleibst dennoch Du. Er muss hinter dem Trias liegen, denn von dort gibt es kein zurück mehr Oliver und niemand hat Zugriff darauf. Er kann nur hinter dem Trias liegen, auch wenn ich persönlich keine Magie wirken kann, so weiß ich doch das. Der Rachat ist das Ende der Reise der Seelen, wenn sie ihn erreicht haben verbleiben sie dort. Vielleicht ist der Rachat auch die Urenergie aus der wir alle entstammen. Heute mag die Vorstellung seltsam klingen wieder eins mit allen zu werden. Aber ich denke in diesem Zustand sind wir über kleinliche Streitereien erhaben. Dinge die einem das Leben, das Fleisch, die Welt diktieren. Dort ist man reine Seele und ich vermute als reine Seele empfindet man anders. Ausprobieren möchte ich es allerdings nicht, ich hänge sehr an meiner fleischlichen und weltlichen Existenz und ich würde sie sehr gerne unheimlich lange gesund genießen. Eine sehr anschauliche Beschreibung von Genitalien. Philosphische, bildgewaltige Sprache. Das eine ist ein Loch, ein Abgrund, das andere ein Speer der sich gen Himmel reckt. Und ein Speer ist Angriffs- und Verteidigungswaffe zu gleich, wie jede Langwaffe. Eine Frage, hat es je einen Bluthexer gegeben, der sich zu einer Frau hingezogen fühlte? Das ist keine Beleidigung, sondern reines, neugieriges Interesse. Vor einer Ewigkeit wart Ihr menschlich, so wie auch wir es einst waren. Dann habt Ihr die Menschlichkeit abgelegt, so wie wir. Ihr seid einen anderen Weg gegangen, Ihr seid absolute, reine Männer, Ihr lebt mehr noch als wir in einer Männerwelt. Gibt es jene, bei denen altes Erbe durchschlägt und sie sich zu einer Frau hingezogen fühlen, oder kommen Frauen in Eurer Welt nicht mehr vor? Außer als Statisten?", fragte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Es gibt sie«, gab Oliver zu und man hörte, dass er das sehr ungern tat. »Und es ist gestattet. Ainuwar sei dank ist das eine Minderheit, vielleicht einer von hundert Bluthexern. Vielleicht ist die Dunkelziffer auch höher, aber sie trauen sich nicht, es zuzugeben, weil an Häme in so einem Fall natürlich nicht gegeizt wird. Nicht immer böswillig, einfach hier und da kleine Sticheleien, aber manche Bluthexer reagieren auch sehr grob. Wenn das dann einer ist, der etwas zu sagen hat - zum Beispiel eine Dozent - kann das zu Problemen kommen. Stell dir vor, Fulcaire würde auf Frauen stehen, er wäre das typische Beispiel eines solchen an seiner magischen Entfaltung verhinderten Bluthexers. Schließlich soll er nicht eines Tages von den Behütern erhört werden und sich auch noch fortpflanzen.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Verständlich, Ihr wollt Euch weiterentwickeln, verbessern und Ihr seht Frauen als Rückschritt an. Sie haben in Eurer Männerwelt nichts verloren. Das Ihr mehr Mann seid als andere Männer hat den Nebeneffekt, dass man sich bei Euch gut aufgehoben fühlt. Sicher, beschützt. Mir geht es so, bei Dir liege ich anders im Bett als ich es bei meinen Frauen tat. Zu Dir kann ich anders sein und Du bist anders zu mir. Stark und schwach wechselt sich ab, wir sind gleichberechtigt für einander da, dass war bei meinen Frauen nicht so. Logisch, ich war ihr Mann, nicht ihre Frau. Ich hoffe Du verstehst was ich meine. Ich denke eine Frau die bei Euch leben wollte würde Spießrutenlaufen. Allein schon wenn ich an die Gesichter denken, wenn manche von Euch mit einer Frau reden müssen. Du zum Beispiel, Du guckst als müsstest Du jeden Moment erbrechen. Und wenn man das jeden Tag erlebt, glaube ich hält die Partnerschaft nicht lange. Das ist Selbstselektion, die Gruppe sondert den Sonderling aus. Entweder er geht mit der Frau und verschont so den Orden, oder die Frau geht und er sieht es ein. Möchtest Du fliegen?", fragte Pierre und hielt Oliver die Card des Schiffes vor die Nase, was Vaden grinsen ließ.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich bin zwiegespalten. Persönlich hänsele ich keinen Bruder, der sich für die Liebe zu einer Frau entscheidet, aber ich heiße es auch nicht gut. Er ist immer noch mein Ordensbruder, aber er soll die Frau draußen lassen - und vor allem soll er keinen Gedanken daran verschwenden, je die Behüter aufzusuchen. Wenn er all das beherzigt, ist das in Ordnung, so weit es in Ordnung sein kann. Eine Frau in einer Bruderschaft leben zu lassen, ist schon allein von der Natur der Sache her unmöglich. Er müsste gehen oder sie müssten getrennt leben, eine dritte Option gibt es nicht. Ja, ich möchte fliegen, zu Fuß wäre es etwas weit.« Verwundert schaute er Vaden an, der ziemlich vergnügt aussah.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musste bei der Erläuterung lachen. "Stimmt, das Wort Bruderschaft sagt eigentlich schon, worum es sich dabei handelt. Schwestern kommen nicht vor. Mein Fehler. Ich meinte ob Du das Schiff fliegen möchtest, zu Fuß wollte ich auch nicht nach Obenza. Zumal wir dann ein ganzes Stück schwimmen müssten", grinste Pierre und drückte Oliver die Karte in die Hand.

Vaden:
`Dein Mann kratzt sich gerade bei Dir ein. Er lässt Dich fliegen, er weiß wie schnell Du sonst unterwegs bist. Du bist eine Schnecke Oliver, er ist ein Raser, also wenn er Dir das Steuer überlässt, will er nachher an Deinem Steuerknüppel spielen. Dein Mann hat es kapiert und möchte sich entschuldigen. Du solltest ihn lassen. Ich gönne Dir den Spaß und freue mich für Dich mit´, übermittelte Vaden, der zeitgleich seinen Tim vermisste.

Oliver Vallis de Souvagne
›Er kann so lieb und süß sein‹, antwortete Oliver verliebt. ›Unter diesen Voraussetzungen fahre ich gern.‹ Oliver spürte hinter der scherzhaften Formulierung auch den Schmerz von Vaden. Für ihn waren all diese Dinge Vergangenheit. Oliver nahm sich ein Herz und drückte ihn einfach so an sich. Mit einem Griff an die Schultern gab er ihn wieder frei. Vielleicht nervte Vaden es auch, dauerbemitleidet zu werden, aber das Grauen bei der Vorstellung des Verlusts konnte Oliver nicht unterdrücken. »Und bei Ihnen, Yann, wieder alles in Ordnung?«, fragte er anschließend. »Warum sind sie in Ohnmacht gefallen, als es meinem Mann nicht gut ging?« Er nahm Pierre die Karte aus der Hand. »Ich bringe uns hin.«

Vaden:
Vaden knuffte Oliver dankbar. Sein Ordensbruder verstand, warum er Freude und Schmerz zeitgleich empfand und war froh um den Beistand. "Am 15.08. gibt es eine Feier in Klein Souvagne und ich werde mit Zac in den Urlaub fahren. Am 01.09. den Urlaub hat Tim für uns gebucht. Ein herbstlicher Badeurlaub, in einer kleinen Pension an der Azursee, er hat den Urlaub nach meinem Geschmack ausgesucht. Ich werde ihn nicht verfallen lassen", erklärte Vaden Oliver freundlich.

Yann:
"Danke der Nachfrage Hoheit, ich hatte die Befürchtung Euer Ehemann und unser aller Duc wäre... fort. Allein die Vorstellung war so schrecklich und ich habe es gesehen. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Ihr hattet sehr großes Glück Eure Majestät. Das war sehr leichtsinnig und gefährlich. Fliegt bitte umsichtig Hoheit Oliver", bat Yann.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schmunzelte Oliver an. "Nur zu Oli, heute bist Du der Pilot. Die Sorge ehrt mich Yann und ich gebe Dir Recht. Es war leichtsinnig und es tut mir leid, dass ich Dich dermaßen erschreckt habe. Ich habe mich selbst auch erschreckt", grinste der Duc, während Yann Oliver hilflos anlächelte.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver gab seinem Mann einen Klaps auf den Hintern und marschierte frohen Mutes voran zur Tortue. Er öffnete die Luke und stieg als erster ein. Als alle saßen und angeschnallt waren, hob das gewaltige Luftschiff ab. Doch anstatt wie sonst davonzurauschen, flog es im Schneckentempo nach Obenza, was einige verwunderte Blicke nach sich zog, doch sie kamen einige Zeit später sicher und ohne einen neuen Kratzer am Ziel ihrer Reise an.

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Re: 10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

#2

Beitrag von Morasa » So 11. Aug 2019, 13:10

Comte Michelle de la Cantillion

hatte gefühlt wie ihr Oberhaupt gestorben war. Sie alle waren verbunden und plötzlich war Jean aus ihre Mitte gerissen worden. Er war mit dem Duc unterwegs und dann hatte er ein widerwärtigen Nekromanten gespürt. Der Angriff kam so schnell, er hatte keine Zeit sich zu wehren.
Niemals vorher hatte Michelle einen Nekromant gefühlt, der so mächtig war. Er hatte die Seele von ihren Oberhaupt aufgefressen. Nur so konnte er es beschreiben. Jean war weg. Verschwunden und nicht mehr da. Das Gefühl war noch viel schlimmer als der Angriff. Vor Jahrhunderte wurde dieser Nekromant schon mal gejagt. Er erinnerte sich daran, dass seine Vorfahren ihn gejagt hatten.
Die Himmelsaugen erinnerten sich als Orden an den Feind. Dunwolf von Hohenfelde. Fast die ganzen Hohenfelde waren früher widerwärtige Nekromanten. Sie töteten aus Spass und für ihren Vorteil. Die ganze Familie war untereinander befeindet. Ob das heute noch so war, konnte Michelle nicht sagen.
Die Exfrau vom Duc war auch eine Hohenfelde. Ob die damit was zu tun hatte? Nachdem Angriff hatte er versucht, magisch ganz vorsichtig den Nekromant zu verfolgen. Seine Spur führte nach Obenza. Wohin sollte die auch sonst führen. Naridiens grösstes Drecksloch.
Er hoffte der Hohenfelde hatte seine Beobachtung nicht bemerkt. Michelle war seine Spur gefolgt. Er schaute auf die riesige Stadt. Die Häuser reichten in den Himmel und tief unter die Erde. Wo sollte er hier mit der Suche beginnen?
Für den Anfang hatte er was gewählt, was aus seine Heimat stammte. Er war neben den Terraformer von Souvagne gelandet. Der Duc half hier irgendeine Forscherin. Also war die Frau eine Verbündete. Michelle rief seinen Raubvogel Ruia. Ruia hatte die Stadt abgeflogen. Es war zuviel was sie sehen konnten. Die Häuser, die Schluchten, die Einwohnermasse. Der Hohenfelde konnte sich überall verstecken. Seine Spur hatte Michelle in Obenza verloren. Seine Magie konnte er nicht mehr spüren. Wohin war der Nekromant verschwunden? Er konnte sich nicht in Luft auflösen.
Michelle streichelte das Gefieder von Ruia und liess sie noch eine Runde fliegen. Diesmal über den Platz mit dem Terraformer. Er wollte wissen, wer hier hauste. Nur die Forscherin oder wer noch? Nicht dass sich der Nekromant hier eingenistet hatte. Bei einen Hohenfelde war alles möglich.

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Re: 10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

#3

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » So 11. Aug 2019, 23:54

Klärung in Klein-Souvagne


Pierre Agramant de Souvagne
Die Tortue landete im Wüstensand Klein-Souvagnes. Ganz in der Nähe des Terraformers stand ein weiteres Shuttle. Die Kennung wies es als ein Schiff der Himmelsaugen aus. Pierre stieg mit seinen Leuten aus und deutete auf das andere Schiff. "Es ist noch jemand vor Ort, der schienbar hier etwas zu klären hat. Das Shuttle gehört dem Orden der Himmelsaugen. Sie leben in einem magischen Kollektiv, sie werden den Tod ihres Magistrals alle hautnah miterlebt haben. Der Orden wird jemanden zur Klärung abgestellt haben. Aber woher wusste der Orden, dass wir unsere Suche in Obenza beginnen? Nun möglicherweise waren das die letzten Gedanken von Jean, bevor ihn der Älteste getötet hat. Der Älteste sagte, wir hätten in seinem Garten gespielt, wie junge Hunde. Meint er mit seinem Garten den Taudis? Was sollte sonst sein Garten sein? Ich glaube kaum, das er hier irgendwo unter dem Himmelszelt Seerosen in einem Becken züchtet. Heißt, wir müssen das Labor finden und den Ältesten. Das Labor muss hier in Obenza sein. Einen besseren Ort gibt es nicht, hier gibt es keine Regeln. Einzig und allein was etwas reglementiert ist das Geld. Alles andere spielt keine Rolle. Also wo würdest Du so ein Labor verstecken? In Obenza, wo man es erst gar nicht verstecken muss. Die Sklaven wurden von den Grob-Nobs verkauft oder angekauft? Wie lief das? Woher kamen sie, wo gingen sie hin? Das muss Zac erläutern und wir müssen mit Lana sprechen. Ich weiß Oli, nicht gerade Dein Lieblingssatz, aber so ist es nunmal. Sobald wir das Labor gefunden haben, heben wir es aus. Wir sollten die komplette Familie Wigberg ausheben. Was meinst Du?", fragte Pierre und steckte sich eine Rauchstange in den Mundwinkel. "Ich rauche sie nicht, keine Sorge", sagte er rein vorsorglich.

Oliver Vallis de Souvagne
Ohne auf Pierres Einwand einzugehen, pflückte Oliver ihm die Rauchstange aus dem Mund und zerbröselte sie zwischen seinen Fingern. Es rieselte getrocknetes Pfeifenkraut und wer weiß noch alles für Zusätze auf den Wüstenboden, der noch feucht war vom nächtlichen Regen. »Wir reden, mit wem mir reden müssen«, sagte Oliver freundlich, »auch wenn ich nicht denke, dass eine Frau etwas von Bedeutung beizutragen hat. Sie wird sich immer wieder die Hand auf den Bauch legen, um alle daran zu erinnern, dass sie schwanger ist und ständig unangemessen lächeln. Aber du schaust auch Holo zum Einschlafen, dich scheint das Plätschern substanzloser Wortgefüge zu entspannen wie das Murmeln eines Zimmerbrunnens. Was die Metapher des Gartens anbelangt, musst du bedenken, dass es nicht nur botanische Gärten gibt sondern auch zoologische. Tiergarten. Und im Taudis kreuchen und fleuchen ja die merkwürdigsten Daseinsformen. Die Abfallhalde der Genlabore, manches davon mag überlebt und sich verselbstständigt haben, wie deine Separe. Anderes, wie Cyranos Cest, wird womöglich gezielt kultiviert. Zaccaria, dein Part. Was kannst du uns über den Sklavenhandel mit den Grob-Nobs sagen?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute zu wie seine Rauchstange sich dank Olivers Hilfe in Luft auflöste, oder besser gesagt in ihre Bestandteile. Sein Mann war heute nicht in Geberlaune, er war streng. Naja Rauchen konnte man auch ohne Rauchstange aufhören. Pierre drückte Oliver die Packung in die Hand und fragte sich nebenbei, ob er in jeder Jacke, Hose und in jedem Mantel zig Packungen gebunkert hatte. Scheinbar, so genau wusste er es nicht. Das war auch im Moment völlig belanglos, denn es ging um wichtigere Dinge. "Richtig ein zoologischer Garten, eine Menagerie. Also könnte alles was er gesagt hat einen übertragenen Sinn haben, Tatsache sein oder ein Mix. Weshalb Magier auf Rätsel stehen, ist mir ein Rätsel. Die Separe sind so etwas wie Abfallprodukte die in den Taudis entsorgt werden. Es schmerzt mich, dass so sagen zu müssen. Aber so ist es leider. Sie werden nicht durch Vermehrung mehr, sondern neue Separe fallen wie Müll in den Taudis und sie bergen die neuen Brüdern und Schwestern. Die Grauen hingegen, wie Cest seine Lederhautfreunde sich selbst nennen, scheinen nicht in den Taudis zu fallen. Und sie sehen auch gesund und munter aus. Ein weiterer sehr wichtiger Unterschied ist, die Grauen sind bewaffnet. Woher haben sie Granaten und Schnellfeuergewehre? Ich meine hätte ein Grauen ein Gewehr, gut geschenkt, er hat es gestohlen oder gefunden. Aber alle von denen sind bis an ihre gelben Hauer bewaffnet. Vielleicht wurden sie wirklich kultiviert Oli um dort die anderen in Schach zu halten? Oder sie haben eine ganz andere Aufgabe. Eine von denen solche Fußsoldaten wie Cest nichts wissen. Was das Plätschern angeht, das stimmt. Das geht irgendwie jedem von uns so. Selbst Max ließ sich zum Einschlafen von seinem Leibdiener irgendwelchen Tratsch erzählen. Einfach eine Vertonung, jemanden reden hören. Hintergrundgeräusche sozusagen. Mein Paps hat zum Einschlafen Musik gehört Oli", erklärte Pierre. "Zac?", hakte er nach.

Zaccaria
»Der Handel lief zum größten Teil unterirdisch ab. Der Schacht hat direkten Anschluss an den Taudis, auch wenn wir Schotts dazwischen haben zur Sicherung. Sind sie offen, kann man direkt in den Abgrund hinabsteigen und unterirdisch reisen. Nach Süden führen zwei Wege nach Obenza, die gut erschlossen sind und einer auch in Richtung Norden, der sich dann verzweigt. Generell waren alle, denen ich Sklavinnen verkaufte, Grob-Nobs. Einige verschwanden in Richtung Stadt, die anderen stiegen im Norden nach oben, wo Fahrzeuge auf sie warteten und fuhren hinaus in die Wüste. Ich habe ihnen nur Frauen und Mädchen verkauft und die Säuglinge, wenn die eigenen Mädels schwanger geworden waren. Ehe sie brauchbare Schachtsoldaten sind, dauert das zu lange und verschlingt zu viele Ressourcen, drum mussten sie unabhängig vom Geschlecht weg.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte Zac mit großem Interesse. "Es gibt einen direkten Zugang zum Taudis? Das ist hochinteressant. Wie groß ist dieser Zugang und wie weit in den Taudis reicht er hinein? Auch in die tiefen Ebenen?", fragte Pierre mit einem so ausdruckslosen Gesicht, dass Oliver sich an einem Finger abzählen konnte was Pierre vorhatte. Er überlegte ob er den Taudis mit dem Terraformer aufbohren konnte.

Zaccaria
»Es gibt sogar mehrere. Am besten kommt man bei Obenza rein, weil man dort noch die architektonischen Strukturen hat. Die Schattenspiegelung der Stadt, inklusive ihrer Ebenen, Geländer und Treppen. Man muss natürlich schauen, dass man nicht in die allzu stark einsturzgefährdeten Bereiche kommt, aber wenn man die sicheren Wege kennt, kann man ganz bequem Treppe um Treppe nach unten steigen, so tief wie man will. Dann kommt allerdings irgendwann eine Schicht, wo die Trümmer der Stadt so dicht sind, dass ich keinen Durchgang kenne - was nicht heißt, dass es ihn nicht gibt. Wenn man nicht bis nach Obenza will, hat man hier auch eine verschlungene Höhlenröhre, wir nennen sie Colon.« Er grinste. »Darüber kann man auch hinabsteigen, der Colon ist mit einem Schott abgeriegelt. Die Jüngeren klettern gern drin rum.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hörte Zac sehr aufmerksam zu. "Wie breit ist dieser Colon? Könnte ein Fahrzeug durchfahren, sagen wir mal ein Raketenwerfer?", hakte er nach und grübelte, ob man den Taudis nicht einäschern konnte mit einer passenden Bombe. Dann wäre Ruhe und der Älteste würde seinen Garten als Krematorium kennenlernen.

Zaccaria
»Der Colon ist groß genug, dass man dort bequem entlanggehen kann. Ein kleines Fahrzeug, eine Drohne, könnte entsprechend auch hindurchgelangen. Durch den Colon ist früher ein unterirdischer Fluss entlanggerauscht, vermute ich, darum sind die Wände so glatt und die Form so merkwürdig. Es wird einer der Flüsse sein, die versiegten, als sich das Grundwasser nach und nach zurückzog. Ganz unten mündet der Colon in einen Süßwassersee. Von dort tragen wir das Wasser hinauf, das wir brauchen, beziehungsweise taten das, bis das Wasserwerk errichtet wurde. Ich hoffe, wegen dem Scheißding verschwindet nicht unser See.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Nein, dass wird er nicht, weil der See von ganz anderer Stelle aus gespeist wird. Wir werden uns den Colon ansehen. Es könnte sich auch um eine Überlaufröhre gehandelt haben. Das heißt, wenn es in so einer Gegend doch mal regnet, versickert es nicht. Also würde das Wasser auf dem Boden stehen oder ins Fundament sickern. Um das zu verhindern, schafft man einen Gulli - den Colon. Warum sollte er sonst wie eine Wasserautobahn sprich ein Abfluss gebaut sein? Ganz einfach um das Wasser schnellstmöglich loszuwerden. Weißt Du wo Lana Setardio ist? Ich muss sie zu den Sklaven befragen und noch einige andere Dinge. Scheinbar muss ich die Frau ständig was fragen, auch seltsam", grübelte Pierre.

Zaccaria
»Zu den Sklaven? Sie kann dir nichts weiter sagen, außer, dass ich ihr die Mädchen vergrault habe oder sie verschwinden ließ.« Zaccaria grinste, als wäre das ein besonders gelungener Scherz.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre verschränkte die Arme vor der Brust. "Aha und wohin sind die Mädchen verschwunden? Sag jetzt bitte nicht Hafenbecken. Also wohin hast Du sie verscherbelt? Wir suchen ein Genlabor, ein Labor das Klone von Stumpfen ausschlachtet. Ein Labor das Neugeborenen die Zirbeldrüse aus dem Hirn schneidet. Also etwas mehr Konzentration Zac. Von Yann wurde Clone-Co vorgeschlagen", antwortete Pierre und deutete auf Yann der sein grauenvolles Lächeln lächelte.

Zaccaria
»Ich habe sie, wie gesagt, an die Grob-Nobs verkauft. Ich hatte nur Kontakt zu den Zwischenhändlern, ich habe keine Ahnung, wohin sie genau gebracht wurden. Einer der Decknamen lautete Ghul.«

Pierre Agramant de Souvagne
"In Ordnung, Dank Dir. Ghul war jener Goblin, der ausgeschaltet wurde. Wurden die Daten von ihm gesichert? Ich meine sie müssten gesichert worden sein. Wollen wir Vas fragen oder Kabir?", fragte Pierre Oliver um ihn einzubinden.

Oliver Vallis de Souvagne
»Vas, den alten Schlappschwanz?«, murrte Oliver. »Der macht sich vor Angst in die Hose, wenn er deinen Namen auf dem Com sieht. Das könnte lustig werden. Ruf ihn an. Er war der Einsatzleiter.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre zwinkerte Oliver zu und schnappte sich sein Handcom. Er wählte die Nummer von Vas und wartete. Allerdings musste er nicht lange warten, sondern es wurde sofort nach dem ersten Bimmeln abgehoben. "Eure Majestät?", fragte Vas nervös. "Ghul der Goblin wurde eliminiert. Was geschah mit seinen Daten? Er wird Daten gehabt haben, Chip, PC, Karteikarten, Postis, was ist damit geschehen?", fragte Pierre um direkt auf den Punkt zu kommen. "Ich befahl Kabir den Rechner auszulesen von dem Gobo. Da sind sicher einige Infos drauf, sagte ich ihm. Kabir hackte sich gehorsam direkt in das System des PC und zog einfach alle Infos auf sein SENTIR, also seinen gleichnamigen Chip, der seine Gabe unterstützt. Falls Ihr die Infos benötigt Hoheit, Kabir hat sie auf seinem Chip", erklärte Vas hilfreich. Pierre schaltete das Com stumm, schloss die Augen und Oliver sah die Venen an seinen Schläfen pulsieren. "Kabir hat alle Daten von Ghul auf seinen Chip gezogen. Auf den Sentir oder Puce, völlig gleich. Da haben wir aber ein Glück, dass Kabir den Chip vernichten ließ! Ich fass es nicht, bin ich nur von Idioten umgeben? Na warte", zischte Pierre stinksauer und schaltete das Com wieder frei. "Du meinst den Chip, den Kabir vernichten ließ, um einem Suizid-Hack zu entgehen? Die Sicherheitskopie der Daten, wo ist sie?", fragte Pierre schneidend. Oliver hörte Vas am anderen Ende der Leitung schlucken. "Verstehe", antwortete Pierre eisig. Eine Sekunde später hörte Oliver Vas grauenerregend aufkreischen, dann war die Leitung tot. Pierre legte auf und steckte sein Com ein. "Wir haben wo einen Datenverlust, es sei denn Kabir war so umsichtig die Daten von seinem Chip auf einen weiteren Träger zu überspielen. Das Ganze ist schließlich sieben Jahre her. Zac führe uns zu Lana, sie wird Kabir bei sich haben, vermute ich", sagte Pierre grimmig.

Oliver Vallis de Souvagne
»Hat Vas seine Hinrichtung nun schon hinter sich?«, erkundigte Oliver sich. »Nicht zu fassen. Und Vas war Einsatzleiter eines Spezialteams, dessen Aufgabe nichts Geringeres als die Sicherheit von Souvagne war.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute Oliver an und schmunzelte freundlich. "Für die Sicherheit ist im Endfall MAX zuständig, er versagt nie. Aber Vas schien generell etwas zu gemütlich veranlagt gewesen zu sein. Erst lässt er sich auf der Nase herumtanzen, dann kam er ständig mit neuen Ausreden. Da war ja Rivkin einsatzfreudiger, zu freudig, aber besser so, als wenn man jemandem beim Laufen die Schuhe besohlen kann. Hoffen wir das Kabir weit genug mitgedacht hat, seine Daten zu sichern, bevor er sie Rübe leeren ließ", erklärte Pierre und strich sich über das Gesicht. "Solche Einsätze sollten nur noch von Souvrakasiern geführt werden, sie kennen keine Ablenkung und keine falsche Gnade", warf Pierre ein und strich Oliver über die Glatze.

Oliver Vallis de Souvagne
»Rivkin hätte sowohl Kabir als auch der unsäglichen Sophie Manieren beigebracht. Nur Vas ist - oder war? - selbst für einen Tuteur bei weitem zu gemütlich veranlagt. Wobei ich mich frage, wie er überhaupt Einsatzleiter werden konnte. Souvrakasier sind sicher in so einem Fall die bessere Wahl.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Er hat nur eine Lektion erteilt bekommen, noch lebt er Oliver. Wie er Einsatzleiter wurde? Er war vorher fähig und hat sich bemüht. Aber scheinbar hat er sich dann auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Das was ich schickte nennt man Schmerzimplementierung. Das ist ungefähr so, als bekommt man einen gewaltigen Stromschlag. Souvrakasier haben sich immer als loyal und zuverlässig erwiesen, ebenso wie Ihr Oliver. Zac führe uns zu Lana", sagte Pierre und machte eine eindeutige Handgeste.

Zaccaria
»Ihr habt doch die Himmelsaugen«, konstatierte Zaccaria und wies in Richtung des Comte Michelle de la Cantillion. »Warum lasst ihr einen von ihnen nicht die hohle Birne von Vas auslesen? Für den wäre eine Phiole flüssiges Wissen darüber, wie man einen Einsatz führt, vielleicht ganz hilfreich.« Er gab den Weg vor und führte die Truppe in Richtung Wasserwerk. »Sie wohnt nicht mehr in der Schule«, erzählte er unterwegs. »Sie hat sich mit Kabir im Wasserwerk verschanzt aus lauter Schiss vor den Sentir. Ihre Söldner haben mir das stecken lassen.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Bei Vas Geschick wäre vielleicht ein Regenfass Flüssig-Wissen angebrachter. Das stimmt, die Himmelsaugen sind seit 800 Jahren treue und loyale Beschützer Souvagnes. Ihr Oberhaupt starb, als er uns beistehen wollte. Das dürfen wir nicht vergessen. Nun dann hat Lana Setardio diesen Einsatz besser geplant als Vas seinen. Cleverer Schachzug. Aber sie hat keinen Grund mehr dazu, sich zu verstecken", antwortete Pierre und schaute sich neugierig um. Als sie das Werk betraten schaute Pierre über sämtliche Sichtmodi. "Lana Setardio? Kommen Sie raus, wir haben zu reden. Wir kommen wie üblich friedlich", sagte Pierre umgänglich und lächelte Oliver an und ließ kurz die Augenbrauen hüpfen.

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Re: 10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

#4

Beitrag von Kabir » Mo 12. Aug 2019, 18:10

Schnittstellen


"Wozu die Schnittstellen gut sind, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass wir mehrere Kinder waren denen man diese Anschlüsse verpasste und sie dann in Glasblasen einschloss. Sprich das begriff ich hinterher.

Irgendwie waren unsere Hirne dann erweiterte Rechenleistung oder Speicherleistung dieses Rechners oder was auch immer dieses Ding war. Nach meiner Chipung wurde ich kaputt geschrieben, da ich ständig mentale Aussetzer hatte. Irgendwas ist schief gelaufen bei der OP. Trois und nicht für den Feldeinsatz geeignet bedeutet Neuro-Forschungs-Station.

Da bekam ich die Dinger, da lebte ich im Glaskasten. Es war kein wirklicher Kasten, sondern wie ein Goldfischglas so rund. Drinnen steckte ich, angeschlossen an zig dieser Dinger und draußen waren die Bedienungseinheiten angebracht.

Naja man lebt eigentlich nicht mehr, man ist nur da und sieht Zahlen, Daten, Codes. Du weißt nicht ob Du träumst oder wach bist, denn es gibt nur noch diese Wahrnehmung.

Du bist ein Speichergerät sonst nichts. Du kommst da nicht raus. Nahrung bekommst Du über eine Sonde die durch Deinen Mund führt und auf Klo musst Du auch nicht, weil da bist Du auch angeschlossen. Alles was Du brauchst um zu funktionieren wird in Dich rein gepumpt und was raus muss wird raus gepumpt.

Manche in den Glasblasen waren Erwachsene, keine Ahnung wie sie das so lange durchgehalten haben. Meist konnte ich mich an nichts erinnern. Nicht mal an Dinge die ich mag. Wenn jemand kam um dieses Terminal bei mir zu bedienen, erinnerte ich mich an Codes und so ein Zeug.

Dann waren die Typen wieder weg.

Irgendwie muss ich mich gesundheitlich erholt haben, denn sie haben mich von der Neuralforschungsstation auf die Krankenstation gebracht.

Wir sind zu teuer das man einen von uns verschenkt. In ihren Augen war ich Feldeinsatz tauglich, also haben sie mich doch als Agent ausgebildet, anstatt was weiß ich zu tun.

Hier das bin ich, weiß nicht mehr woher ich das Bild habe, es hat jedenfalls jede meiner Dekontaminationen überlebt. Irgendwie hab ich es geschafft und es in meinem Kopf versteckt", erklärte Kab und übermittelte es Lana mental. Es war eine Spiegelung in einer gewölbten Glasscheibe und sie sah ihn.

Sie starrte auf einen Jungen, dessen Alter sie nicht abschätzen konnte. Er war ein Gerippe und an den besagten Schnittstellen war er an einen Monitor und andere Geräte angeschlossen. Auch wenn man es nicht deutlich sah, sah man das seine Decken, also das was in seinem Rücken wie als Bettzeug diente, voll von Wundsekret gezogen war.

`Kab was meinst Du mit Dekontamination? Normal bedeutet das, wenn man an einem gefährlichen Ort war, wird man gereinigt, damit man keine grauenvollen Krankheiten bekommt. Aber was hat das mit dem Bild zu tun?´, fragte sie ihn.

`Gedankenlöschung, Erinnerungsraub. Sie reinigen nicht Deinen Körper, sie "reinigen" Deine Gedanken nach Erlebnissen oder Einsätzen die für sie gefährlich sind, oder störend. Wir sind ihr Eigentum, wie eine biologische Waffeneinheit.

Wir werden so gelistet. Wir sind ein erschaffenes Ding. Von uns würdest Du nirgends Unterlagen finden, denn es gibt uns für Euch da draußen gar nicht. Niemand der Fragen stellt, niemand der uns vermisst.

Das gefährlichste was Du als Sentir besitzen kannst ist Wissen.

Wenn Du etwas gesehen hast, was Du Deinen Brüdern weitergibst und sie dann den Aufstand proben was dann? Was wenn Du ein Mittel gefunden hast, Deine Herren zu verlassen? Du wirst bereinigt und verschwindest. Vermutlich Neuro-Station.

Es gibt auch Wissen das Dich belastet.

Vielleicht würdest Du Einsätze nicht mehr so effektiv erledigen, oder Skrupel bekommen. Drum Dekontamination, Du sollst einsatzfähig bleiben´, erklärte Kab und Lana wusste nicht was sie darauf antworten sollte.

Außer dass sie schlagartig die Tragweite des Wortes USER verstand.

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Re: 10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

#5

Beitrag von Kabir » Mo 12. Aug 2019, 23:58

Unerwarteter Besuch im Wasserwerk


Lana Setardio
Lana hörte den Pfiff eines Söldners. Besuch. Kurz darauf kam einer von ihnen in den Raum gepoltert, den sie für Kabir hergerichtet hatte, so dass er an einem sicheren Ort Wohnen konnte.
»Chef«, schnarrte er, woraufhin sie verärgert die Stirn runzelte. Die Söldner hatten sie mit Dr. Setardio anzusprechen, machten sich aber einen Spaß daraus, ihr stattdessen alle möglichen anderen Titel zu verpassen. »Sie haben Besuch aus Souvagne. Sieht aus, als wenn das schon wieder der Duc wäre mit seinem Griesgram, noch zwei von der Sorte und dazu noch zwei Riesen. Einen Hühnerbändiger haben sie auch mitgeschleppt. Und die Schachtratte!«
»Danke, Hubert«, antwortete sie steif und scheuchte ihn mit einer Handbewegung hinaus. Er starrte das fuchtelnde Händchen an, als müsse er überlegen, was das heißen soll, ehe er sich trollte.
»Ich werde ihnen entgegengehen«, sagte Lana und küsste Kabir. Die Sorge, dass sie wegen ihm hier waren, war ihre ständige Begleitung. Dass der Frauenhasser Oliver dabei war und auch noch Verstärkung hatte, machte es nicht besser.
»Ja?«, quiekte sie etwas zu schrill.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schenkte Lana ein freundliches Lächeln. "Wir müssen Ihnen nicht erklären worum es geht, Dr. Setardio. Sie selbst waren anwesend, als wir uns gemeinschaftlich der aschgrauen Sonne widmeten. Die Ergebnissse, was wir vor Ort herausgefunden haben, sind erschreckend. Noch erschreckender ist, das eine gewisse Droge, die die Sentir händelbar gemacht hat, aus Zirbeldrüsen von Neugeborenen hergestellt wird. Neugeborene Klone wohlgemerkt. Jene Klone haben wir nicht vor Ort gefunden. Klone kann man nur in einem passenden Labor herstellen, wir vermuten dieses Labor hier. Denn hier ist Timion Harruck der aschgrauen Sonne auf die Schliche gekommen. Unser Anhaltspunkt war in diesem Zusammenhang Ghul der Goblin. Ghul hatte Informationen über Sklavenhändler und so weiter. Bei der Eliminierung von Ghul wurden seine Daten gesichert. Unglücklicherweise scheinbar nur von Kabir und keinem weiteren Gruppenmitglied. Ferner hat Kabir laut Vas die Daten auf sein Sentirimplantat gespeichert, oder auf dem Puce. Wo auch immer, er speicherte es auf seinem Biochip. Wir wissen, dass er seinen Chip zerstören ließ, damit wir ihn nicht hinrichten können. Die dringlichste Frage ist nun, hat er davon jemals eine Sicherheitskopie gezogen? Falls ja, wo sind die Daten? Die nächsten Fragen wären, was wissen Sie über Ghul und den Sklavenhandel Lana. Denken Sie scharf nach. Sie selbst werden Mutter, stellen Sie sich vor, jemand würde Ihr Kind in Händen halten um das mit ihm zu tun. Ob Klone oder nicht, kein Neugeborenes hat das verdient. Und das war wir vor Ort gesehen haben in diesem Hochsicherheitsabgrund ebensowenig. Ich denke Ihnen ist auch daran gelegen die Sache aufzuklären. Denn es wäre durchaus möglich, dass Ihr Kind die Gabe seines Vaters trägt. Und somit wäre es eine lohnende Beute für jeden noch freien Wigberg", warnte Pierre.

Lana Setardio
»Von Neugeborenen?« Lana musste kurz um Fassung ringen. Sie war nicht übermäßig zart besaitet, sie hatte hier Kinder mit den schrecklichsten Vergangenheiten zu betreuen, aber dass man Neugeborene schlachtete wie Vieh, um ihre Bestandteile zu nutzen, ließ sie einen Moment an dem Guten im Menschen zweifeln, an das sie sonst glaubte. »Natürlich helfe ich Euch, Hoheit. Aber über den Sklavenhandel weiß ich wenig, Timion sprach mit mir kaum darüber. Zaccaria sollte mehr darüber wissen, er versteht sich auf diesen Geschäftszweig. Was Kabir weiß, kann nur er selbst beantworten. Ist ihm denn vergeben worden, da er half, die Aschgraue Sonne auszuheben?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte Oliver und danach Vaden. "Ich persönlich wäre bereit dazu, da alle dort Opfer und Täter zugleich waren. Allerdings habe ich die Entscheidung bewusst aus der Hand gegeben. Vaden kann das Urteil aufheben. Ihm steht die Verurteilung oder Begnadigung zu, ihm wurde sein Ehemann geraubt. Zu bewerten wäre auch, dass er scheinbar einst selbst tief in dieser Aparatur stecke. Es ist ein Unterschied ob man aus Lust am Morden so handelt, oder aus Angst. Und wir alle haben gesehen, das Angst dort die Triebfeder von allem war. Und wovor sie Angst haben mussten. Die anderen Laborbereiche wurden später gesichert. Es waren andere Abgründe. Zudem ist Euer Kind unschuldig Lana, es wäre durchaus möglich, dass Kabir mehr von seinem Kind lernt als andersherum. Allerdings, sollte Euer Kind die Gabe haben, muss er es ausbilden. Was andersfalls geschehen könnte, kann man sich bestenfalls nur ausmalen. Solch eine Gabe ist wie die Gabe der Magie, ungeschult kann sie unbewusst zur Bedrohung und Waffe werden", antwortete er umgänglich.

Lana Setardio
Lana sah nun zum ersten Mal bewusst den Mann an, der Timions Ehemann gewesen war. Diesen Mann hatte Kabir zum Witwer gemacht, seinen Sohn zu einer Halbwaise. Verglichen mit dem, was andere hier taten, fand sie das traurig, aber sie hatte schon schlimmere Leute erlebt als Kabir, viel schlimmere, manche davon unterrichtete sie. Sie ließ den Blick kurz zu Zaccaria hinüberschweifen, der sie so selbstgefällig und herablassend betrachtete, dass sie sich für jedes gute Wort ärgerte, dass sie für ihn verloren hatte, für jeden hoffnungsvollen Gedanken, aus ihm würde ein guter Mensch werden. Doch es war nicht Zaccaria, dessen Taten zur Anklage standen, sondern Kabir. »Ich bin bereit, alles in meiner Macht stehende zu tun, um Kabirs Leben zu retten«, sagte Lana, ihre wachsende Verzweiflung herunterschluckend. »Soll einem weiteren Kind der Vater geraubt werden? Hört das denn nie auf? Ihr seid Waise, Majestät, Zaccaria ist Waise und auch ich bin es. So viele Kinder müssen ohne Eltern überleben, das ist die Generation, die unsere Zukunft sein wird, ohne gutes Leitbild, denn irgendwann gibt es niemanden mehr, der sie Gutes lehren könnte. Es muss der Punkt kommen, wo irgendeiner nicht an Rache denkt, nicht an Geld, sondern an die Menschen. Wir sind so gut darin, alles zu zerstören und uns gegenseitig umzubringen, aber wer kämpft dafür, dass das ein Ende hat, wer sammelt die Trümmer in der Asche und baut die Dinge wieder auf? Wir stehen hier inmitten einer selbstgemachten Wüste, die Natur ist so tot wie die Menschlichkeit. Wenn das so weiter geht, werden auch die, welche sich heute unantastbar wähnen, irgendwann im Sand untergehen. Ich möchte nicht auf Knien betteln oder vor Euch Tränen vergießen, dergleichen seht Ihr zur Genüge, ich möchte nur darum bitten, dass Ihr über meine Worte nachdenkt, ob es nicht etwas gibt, das ich oder Kabir tun könnten, um seine Taten wieder gut zu machen.«

Vaden:
"Wer kämpft dafür, dass das ein Ende hat, wer sammelt die Trümmer in der Asche und baut die Dinge wieder auf? Mein Mann tat es Lana, jedenfalls hat er es versucht. Und auch er musste dafür manchmal über Leichen gehen. Aber wie ich meinem Mann früher schon mal sagte, Dreck zu beseitigen ist nicht schlimm. Scheiße hat auch in der Natur ihren Nutzen, Dr. Setardio, dass sollten sie als Agrarwissenschaftlerin wissen. Man pflügt sie unter und nutzt sie als Dünger, damit daraus etwas Nützliches entsteht. Ist die Menschheit da so anders? Auf dem Acker ernährt der Mist die Pflanzen. Im Leben macht der Mist das Überleben der Guten möglich. Osmund starb, er war der Dünger für einen Sentir der überleben durfte. Ob Ihr etwas dafür tun könnt das Kabir überlebt? Ja das könnt Ihr. Timion hätte ihn genau aus dem Grund verschont, Ihr seid schwanger. Und wir alle wissen, wer Timion war und warum. Genauso sagte es uns Kabir. Selbstverständlich glaube ich allen voran zuerst meinem Mann, aber was Kabir erzählte deckte sich mit dem, was ich von Timion weiß. Ob ich Kabir töte oder ihn verschone, nichts bringt mir Tim zurück. Aber letztendlich war Kabir nur die Waffe, so wie Tim eine Waffe war. In Wahrheit hat dieser Osmund meinen Mann getötet. Er tötete Tim, weil dieser viel zu nah an der Sonne war. Er hat Dinge herausgefunden, die er nicht herausfinden sollte. Was wenn Tim aufgedeckt hätte, was die Sonne ist? Was wenn er herausgefunden hätte das es Nimarux gibt, wofür diese Droge verwendet wird und wie man sie herstellt? Der Sprung zum flüssigen Wissen wäre nicht mehr weit gewesen. Osmund benutzte all die Jahre meinen Mann, als Waffe. Und als dieser unbequem wurde, schickte er eine andere Waffe um ihn zu töten. Das ist die Wahrheit. Sicher bin ich wütend auf Deinen Mann Lana, ich würde lügen, würde ich sagen es ist nicht so. Aber denke ich nur an die Sonne, die Glaskästen und die Spender in den Röhren, dann frage ich mich, hat er überhaupt meine Wut verdient? Er ist genau wie Tim nur eine arme Sau die versucht hat zu überleben. Der Mörder von Tim war Osmund. Ich verlangte den Kopf des Mörders, ich verlangte einen Blutaltar, beides habe ich erhalten. Ich schenke Dir somit Kabirs Leben zu einem Preis. Du hast gefragt, was Du tun kannst, damit er am Leben bleibt. Rette ein unschuldiges Leben. Mach damit die Welt zu einem besseren Ort. Ein einziges Wesen, dass von Dir behaupten kann, Du hast ihm grundlos, selbstlos und voller Aufopferung geholfen. Damit ist die Schuld beglichen und sie wäre in Timions Sinn, sie wäre im Sinne unseres Ordens und in meinem Sinn. Er gehört Dir", sagte Vaden und schnitt sich mit seinem Ritualdolch in die Handfläche. Den anderen Zeigefinger der unverletzten Hand tunkte er in Blut und malte Lana ein Zeichen auf die Stirn. "Meinen Segen für das Ungeborene, möge Ainuwar Euch schützen", sprach Vaden.

Lana Setardio
Im ersten Moment hatte sie Angst, als die blutverschmierte Hand des Hexers sich ihrem Gesicht näherte. Vaden war eine respekteinflößende Erscheinung, mehr noch als Oliver, der zwar hochgewachsen war, aber nicht aussah, als würde er jemandem mit bloßen Händen etwas antun. Da Vaden aber ruhig und freundlich gesprochen hatte, erwartete Lana keinen Hinterhalt. Sie riss sich zusammen, empfing den Segen und er fühlte sich gut an. Das erste Mal im Leben spürte sie, warum Bluthexer so geschätzt wurden und wie weit ihre Macht reichte, von der sie nur einen winzigen Teil zur Probe bekam. Sie legte die Hand auf ihren Bauch, schloss die Augen und lächelte. »Danke«, sagte sie. »Im Namen unseres Kindes.« Aus dem Gefühl tiefer Entspannung wurde ein Urzeitgewitter, dass ihren Körper in ein Universum implodierender Sonnen verwandelte. Lana begriff nicht, obwohl sie das Geräusch kannte. Als sie die Augen öffnete, blickte sie in Zaccarias Gesicht. Er hatte aufgehört zu schießen und wartete. Worauf? Sie sah an sich hinab. In ihrer Kleidung klaffte eine unzählbare Menge nasser Löcher. Sie blickte langsam und ruckelnd wieder hinauf, doch ihr Blick blieb nicht an Zaccarias Gesicht haften, sondern hob sich noch weiter, sie sah den Himmel, die Sonne raste über das Blau und dann plötzlich schoss hinter ihr das Wasserwerk empor, als sie begriff, dass sie nach hinten stürzte. Ein Schlag gegen den Rücken, eine Wolke von Sand, als Lana Setardio vor dem Eingang ihres Wasserwerks auf dem Boden aufschlug.

Vaden:
Vaden hockte sich über Lana und presste ihr die blutige Hand auf den Körper. "Holt Kabir her", befahl er den beiden Tuteurs und kämpfte darum Lana in ihrem Körper halten zu können. Er schaute kurz zu seinem Sohn hoch, der sich seinem Vater mit zusammengebissenen Zähnen anschloss. Er war anderer Meinung als Vaden, denn er fühlte anders. Die Argumente waren nicht von der Hand zu weisen. Lana hatte Tim nichts getan, aber Yvon ging es um das Baby. Sie waren unterwegs um Ungeborene zu retten und Zac hatte eines durchsiebt. "Wir brauchen ein Blutopfer", raunte Yvon seinem Vater zu. "Die Tuteurs holen es", sagte Vaden, während er das zweite mal in so kurzer Zeit eine derartig machtvolle Magie wirkte, dass es sich für ihn anfühlte, als hätte er ein Loch im Körper, aus der sein Leben sickerte. So war es auch, er hatte dieser Frau etwas geschenkt und versprochen. Er schnitt sich mit dem Dolche den Unterarm auf, so dass sein Blut frisch, rot und rein über ihren Körper lief.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre starrte Zac mit einer nicht zu deutenden Miene an, während Yann sich gegen Oliver lehnte und auf Lana fassungslos und bestürzt herabschaute. "Eine seltsame Art, Dankbarkeit zu zeigen. Diese Frau war unsere Verbündete. Das einzige Blutopfer das bleibt um sie zu retten ist Kabir. Damit hast Du die Sonne obsiegen lassen und die Klone zum Tode verurteilt. Du hast versucht ein Ungeborenes zu töten. Du kannst stolz auf Dich sein, als erwachsener Mann hast Du es geschafft einen Embryo zu besiegen", antwortete Pierre angewidert.

Zaccaria
»Diese Frau bedeutet mir nichts. Wenn ich Kabir nicht körperlich töten kann, werde ich seine Seele vernichten und wenn es das Letzte ist, was ich tue.« Er verkniff es sich genüsslich, den Duc darauf hinzuweisen, dass das ganze Wasserwerk voller Söldner war, die genau so gut als Blutaltar herhalten könnten - Söldner, die er geschmiert hatte. Keiner von ihnen machte auch nur einen einzigen Finger krumm. Wenn Kabir nun geopfert werden sollte, umso besser. »Wie fühlt sich das an, du Schwein?«, brüllte Zaccaria in den Eingang des Wasserwerkes hinein. »Verstehst du jetzt, was du getan hast? Spürst du, wie sich das anfühlt, wenn einem alles genommen wird?«

Kabir:
Da niemand sich die Mühe gemacht hatte zu laufen, hatte Rivkin den Part übernommen. So oder so konnte der Sentir nützlich sein, entweder als Opfer oder als was auch immer. Wobei sich Rivkin nicht so sicher war, ob man Kabir dazu zwingen konnte, sich zu opfern. Der Sentir musterte Zaccaria eisig und hockte sich neben Lana. Er drückte ihr die Hand auf die Stirn. `Es kommt wieder in Ordnung. Ich verspreche es. Ich habe Dich gewarnt Lana, nicht jeder verdient Rettung. Du und das Baby schon. Gib ihnen die Chips, sie befinden hinter der Steuerkonsole vom Titan. Und habe von allem Scheiß Sicherheitskopien, kauf Dich damit frei. Ich geh für Dich rüber, ich liebe Dich und das Kleine. Aidan passt auf Dich auf´, übermittelte er ihr und küsste sie auf den Mund. "Das wusste ich schon vorher. Ein Leben für ein Leben Zaccaria...", sagte Kabir kalt und zückte Lanas Disruptor. "Hock Dich neben sie!", befahl Kabir.

Zaccaria
Zaccaria musterte die Waffe und versuchte abzuschätzen, welchen Schaden sie anrichten würde. Es war ein Disruptor, aber davon gab es mehrere Modelle. Kabir war kein Mann für halbe Sachen, es würde einer sein, der hier richtig Unordnung schaffte. »Mit dieser Waffe gehen alle drauf, die sich hier in der Nähe befinden. Einschließlich seiner Majestät. Der ganze Boden hier wird einbrechen, das gibt einen Krater bis runter zum Taudis, der alles mit sich reißt, auch dich. Du kannst nicht abfeuern.«

Kabir:
"Du wolltest doch, dass ich erfahre wie es ist ALLES zu verlieren... wenn ich feuere verliere ich meine Frau, mein Kind, mein Land, mein Leben... der Rest geht mir am Arsch vorbei. Ich hätte Dich gerne persönlich, ganz genüsslich langsam gegen eine der Wände gematscht, aber das Wasser stört. Drum muss es diese unpersönliche Variante der Massenvernichtung sein. Es sei denn Du hockst Dich hin, JETZT! Setzt Dich auf Deinen verdammten naridischen Drecksarsch und zwar sofort. Du weißt was ich sonst tun werde, den Schacht ausräuchern, mit allem was da kreucht und fleucht", drohte Kabir. "Bei Ainuwar wie gerne hätte ich Dir persönlich das Hirn püriert und Deine Gedanken zersetzt, aber man kann nicht alles haben. SETZEN JETZT!", blaffte Kab.

Lana Setardio
Lanas Bewusstsein war verblasst und sie hatte sich selbst in der zeitlosen Dunkelheit verloren. Dann aber rief etwas sie zurück, jemand - Kabir. Und sie merkte, dass sie noch nicht gestorben war. Sie hatte keine Schmerzen mehr und ihre Wunden bluteten nicht mehr. Mit kreideweißem Gesicht tastete sie über ihren Bauch und öffnete die Augen. ›Bleib bei uns‹, rief sie gedanklich. Ihre Lippen zitterten und ihre Augen waren starr auf Kabir gerichtet. Alles andere interessierte sie nicht.

Zaccaria
»Diese verdammten Embryonen, diese leichengrauen Typen in den Tanks, sie haben mich nie interessiert. Ob sie leben oder verrecken, wen juckt das. Dich so wenig wie mich.« Er hockte sich langsam nieder und blickte zu Kabir hinauf. »Ich erwarte nicht, dass du auch nur einen Quadratmeter des Schachts unberührt lässt. Aber zu wissen, dass dir die Tränen bis zum Arsch stehen dabei, bereitet mir tiefste Genugtuung. Du hast dein Leben lang Ainuwar gespielt, nach Belieben über Leben und Tod entschieden, aber in mir hast du deinen Rakshor gefunden. Du wirst von diesem Tag an meine Dunkelheit teilen!«

Yann:
Er starrte auf die Waffe. "Disruptor. Ein Disruptor ist eine Energiewaffe, die ihr Opfer auf molekularer Ebene angreift. Laserwaffen basieren darauf, tödliche Verbrennungen hervorzurufen. Ein Treffer mit einer Disruptorwaffe eine Reihe nichtharmonischer Schwingungen hervor, die durch einen Blitz sichtbar werden, wodurch die Moleküle des Ziels, egal ob nun aus Holz, Stein oder Fleisch bestehend, ihren Zusammenhalt verlieren und es zu Staub und Asche zerfällt, jedoch werden bei stabileren Materialien wie Stahl nur vergleichsweise geringe Mengen zersetzt. Aufgrund dieser brutalen Wirkung ist ihr Gebrauch und Besitz in den meisten Ländern strengstens untersagt und wird mit dem Tode bestraft. Trotz dieses Verbotes, dem verhältnismäßig hohen Preis im Vergleich zu anderen Waffen, der geringen Reichweite und niedrigen Schussfrequenz erfreute sich dieser Waffentyp ob seiner enormen Wirkung und der Fähigkeit, Energieschilde zu durchdringen, einer hohen Beliebtheit. So rüstete Morgantax Hidfar der Sechste die für ihn arbeitenden Söldner mit Disruptoren aus. Auch Souvagne rüstet seine Spezial-Agenten mit Disruptorpistolen aus. Spezial-Agenten sind unter anderem die Souv-Sec-Agenten, die der Himmelsaugen und auch der Sentir. Weitere Agenten-Gruppen unterliegen der Verschwiegenheit. Die Disruptorpistole ist die kleinere Variante des Disruptorgewehrs. Es handelt sich um das Modell AXR12 BBTW und verfügt über eine Sonderenergiezelle, wie Chipabtastung. Die Waffe spiegelt ein HUD auf das Interface des Nutzers...", rezitierte Yann voller Nervösität sein Wissen.

Kabir
Kabir ließ Zac keine Sekunde aus den Augen. "Falsch, der Bluthexer braucht ein Blutopfer. Du hast den Job", grinste Kabir grimmig. `Ich versuchs Süße´, übermittelte Kab verzweifelt. "Wir gehen raus und Du Bohnenstange trägst meine Frau. Draußen im warmen Wüstensand regeln wir das von Mann zu Mann, von Dreck zu Sentir. Bewegung", schnauzte Kab Zac und Yann an. Yann klammerte sich an den Arm von Oliver, ehe er zaghaft auf Lana zuging und sich fragte wie er die schwerverletzte Frau nur hochheben sollte.

Zaccaria
»Ich bin so oder so todgeweiht«, schnauzte Zaccaria. »Entweder pulverisierst du mich oder zerquetschst mich mit deiner sogenannten Gabe, du Missgeburt! Und wenn du es nicht tust, dann Pierre, weil ich seine Freundin angegriffen habe, der er einen Riesendildo mitten in die Wüste gestellt hat, vor den Augen seines Mannes! Ich frage mich, ob er ihm schon ähnlich imposante Geschenke gemacht hat. Aber diese alte Schlampe nehme ich mit mir!« Er riss sein Einsatzmesser hervor und hielt es Lana an die Kehle. Mit der anderen hielt er ihr blondes Haar in der Faust gepackt. »Greif mich an und mein Messer findet seinen Weg. Seine Majestät wird keinen Souvagner opfern für eine Fremdländerin, der erste Bluthexer ist am Ende seiner Magie. Wenn es sein muss, schlitze ich sie noch zwei Mal auf! Ich habe geschworen, dich zu zerstören und das werde ich.«

Pierre:
Der Duc fasste Zaccaria auf den Kopf. Die Geste war beruhigend, aber zeitgleich hörte Zac die Entsicherung einer Waffe. "Es reicht! Schluss mit dem Kindergezanke auf Terrorniveau! Du legst das Messer weg und er den Disruptor, oder Ihr beide fahrt synchron zum Abgrund! Lass es fallen! Und Du den Disruptor runter!", befahl der Duc.

Yann:
Der Erinnerer knetete seine Hände und nickte beipflichtend. "Die AXR12 BBTW Disruptorpistole ist eine extrem wirkungsvolle Disruptorpistole. Sie wird in Souvagne von der Souv-Sec in limitierter Stückzahl in Auftrag gegeben, um die Agenten der Außer-Souvagnischen-Sicherheit damit auszustatten. Mit einer maximalen Reichweite von acht Metern ist sie auf den Schlachtfeld kaum zu gebrauchen, aber ideal geeignet, um Gegner im wahrsten Sinnes des Wortes verschwinden zu lassen. Sie ist dem naridischen Konkurrenzmodell der Gebrüder Schmeck und Meier weit überlegen. Daher zeigten von jeher auch andere Personen Interesse an dieser Pistole. Etliche Exemplare fielen in die falschen Hände. Als die Souv-Sec bemerkte, dass diese Waffe mehr Probleme als Nutzen bereitete, wurden sie komplett eingezogen. Jede AXR12 BBTW die noch im Umlauf ist benötigt eine Sondergenehmigung. Puce-Chip-Kennung und Waffenkennung müssen übereinstimmen und weisen den Träger als legitimen Träger aus. Nur wenige Einzelstücke verblieben im freien Umlauf und erfreuen sich hoher Beliebtheit bei Waffensammlern und Assassinen", sagte Yann verstört und schaute vom bleichen Vaden, jedem Einzelnen in die Gesichter. Vaden sah so aus, als müsste er kotzen. Aber es war nicht Wut, sondern Enttäuschung, vermutete Yann. Er schaute Zac an und fragte sich, was nur in den Jungen gefahren war, der sie begleitet hatte. Dieser Flecken Naridien war krank. Das ganze Land war krank und verseuchte sie mit seinem Sumpf.

Zaccaria
Was da gegen seinen Hinterkopf drückte, erkannte er sofort. Dennoch zögerte Zaccaria noch einen Augenblick, in dem purer Hass gegen den letzten Funken Verstand kämpften, dann ließ er Lanas Haar los. Sein Messer fiel in den Sand, aus dem sich die ersten Spitzen grüner Halme schoben. Er ließ beide arme herunterhängen, doch er ließ Kabir nicht aus den Augen. Sein Gesicht wurde fast freundlich, als er sich entspannte.

Kabir
Kabir schmiss den Disruptor hinter sich und grabschte sich das Messer. Er lächelte zurück und zog sich die Klinge über die Kehle. Er hatte ihr ein Versprechen gegeben, er würde es halten.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hatte sich darum gekümmert, Vadens Schnittwunde zu versorgen. Mit dieser Wunde hatte er versucht, den Schaden seines Wahlsohnes wieder gut zu machen. Natürlich wusste dieser das Geschenk nicht zu würdigen, er war nicht nur Unwissender, er war Naridier. Oliver machte sich bereit, sich um Yvon zu kümmern, sollte dieser auch seinen Teil dazu beitragen wollen, aber er konnte den Gedanken nicht zu Ende bringen, da traf ein Sprühregen von Blut auf die werdende Mutter. Lana riss den Mund auf und kreischte ohrenbetäubend, kam torkelnd auf die Beine und versuchte, die klaffende Wunde mit der Hand zu verschließen. »Es wird alles gut«, keuchte sie schrill. »Alles gut!« Oliver wandte den Kopf fragend in Richtung seines Mannes. Blut schreckte ihn naturgemäß nicht, aber Kabirs Opfer erfüllte ihn mit tiefem Respekt. Wie viel waren Kabir, Setardio und ihr Kind wert?

Pierre:
"Riv, Yo, besorgt Söldner, Knie zerschießen, kampfunfähig machen. Wir benötigen Blutopfer, schleppt an was Ihr bekommen könnt. Sofort. Eine Mietklinge ist entbehrlich. Sie standen Lana nicht bei, sie hat sie bezahlt. Jetzt werden sie bezahlen. Dein Ordensbruder und Lana hatten, Recht Oliver. Wann soll das Töten aufhören? Eine gute Frage. Bekommst Du das wieder hin?", fragte Pierre.

Vaden:
Zog Lana so behutsam wie möglich von Kabir weg und nutzte dessen Blut um das ungeborene Kind und sie über die Schwelle zu schaffen. Sie war auf gutem Weg, aber sie war noch nicht gerettet. Ihre Fähigkeiten waren scheinbar in naridischer Umgebung permanent gefragt. Hilfesuchend schaute er Fulcaire an. "Bruder unterstütze meinen Sohn", bat er den Ordensbruder.

Fulcaire
Während die beiden Tuteurs ins Wasserwerk rannten, um sich bei den Söldnern zu bedienen, stand Fulcaire hinter Yann, wo er sich versteckt hatte und schlotterte wie Espenlaup. Bisher hatte ihn niemand beachtet, doch nun wurde er um Hilfe gebeten. Um eine sehr wichtige Hilfe. Schüsse aus dem Wasserwerk, jemand schrie markerschütternd. Zitternd ging Fulcaire zu Yvon und blickte ihn mit glänzenden Augen an. Er zog sich den Pullover über den Kopf und ließ ihn zu Boden fallen, so dass er ohne Fasern, die seine Wunden verkleben und das Blut aufsaugen würden, in sein Fleisch schneiden konnte. »Was muss ich tun?«

Yvon:
"Dein Blut geben Bruder. Konzentriere Dich, spüre den Blutfluss von der Frau, fühle Ihr Leben in Deinen Adern. Halte es fest, konzentriere Dich. Ihr Leben liegt in Deiner Hand, in Deiner Magie, binde sie - mit Blut", erklärte Yvon laut und schnitt sich ebenfalls in den Unterarm um Lanas Wunden zu heilen. Vaden kümmerte sich um das kleine Ungeborene und hatte sich vorher Lana gewidmet. Seine Aufmerksamkeit galt dem kleinsten und unschuldigsten Wesen in der Gruppe, dem Kind. Es war ungewollt und unschuldig zwischen die Fronten geraten, es war ihre Aufgabe es zu retten. Yvon rutschte, so das Fulcaire neben ihm Platz fand, während er versuchte so gut es ging Lana zu heilen. Bestenfalls konnte er die Wunden etwas verschließen, er hatte nicht die Fähigkeiten seines Vaters und die von Oliver schon lange nicht. Aber sie waren zu dritt und sie würden es schaffen, da war sich Yvon sicher.

Fulcaire
Ohne noch eine Sekunde länger zu warte schnitt Fulcaire sich die Pulsadern am rechten Unterarm auf. Da er Linkshänder war, blieb seine Geißelungshand auf die Weise intakt. Der rote Lebenssaft rann warm seine Hand hinab und die legte er auf Lanas Kopf. Dann konzentrierte er sich. Sie alle drei halfen, Mutter und Kind im Leben zu halten und sie heilen zu lassen. Die Kugeln fielen herunter, als das sich verschließende Fleisch sie hinausdrückte. Lana wurde zusehends wilder und verzweifelter. »Rettet IHN«, rief sie. »Rettet Kabir!«

Vaden:
Vaden nickte einmal knapp und nahm die Hand von Lana. Er presste seine blutigen Hände auf Kabirs Kehle. "Wo sind die Opfer?", fragte er matt. Lana war noch nicht wirklich über den Berg und auch für Kabir benötigte er ein Blutopfer. Das er sich für seine Frau selbstlos geopfert hatte, hätte Vaden ihm nicht zugetraut. Es zeigte aber wie er zu ihr stand und was er zu geben bereit war. Rivkin zerrte einen der Söldner zu Vaden heran. "Wir sind schon hier, hat was gedauert", erklärte er und legte den zappelnden Mann neben Vaden. Ein gezielter Faustschlag sorgte für Ruhe. Vaden schnitt dem Opfer ohne zu zögern die Kehle durch und konzentrierte sich ganz auf Lana. Einen Großteil hatte Kabirs Blut bewirkt und sie und das Kleine gerettet. Der Söldner schaffte den Rest. Sie fühlte, dass sie wieder im Leben verankert war und das ihre Wunden eines Tages nur noch bloße Erinnerungen mit Narben sein würden. Vaden schnaufte einmal durch, schüttelte den Kopf und konzentrierte sich erneut, um nun Kabir zu retten. Yvon ließ Lana los und tat es seinem Vater gleich. "Sie hat es geschafft dank uns, er ist dran", sagte Yvon. Er rettete Kabir für das Kleine und für Lana. Und für Timion, da dieser sicher ebenso entschieden hätte. Zudem erkannte er das Opfer an, das Kabir gebracht hatte und Yvon erkannte die Leistung und den Willen von Fully an. Er berührte kurz seinen Ordensbruder, er war stolz auf Fulcaire.

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#6

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Mi 14. Aug 2019, 00:06

Nach dem Blutvergießen

Oliver versorgte seine verletzten Ordensbrüder. Seine Meinung zu äußern, verkniff es sich. Von ihm abgesehen waren nun alle Bluthexer für die nächsten Monate gefechtsuntauglich - nicht, dass es in Fulcaires Fall einen Unterschied gemacht hätte. Am schlimmsten war Vaden dran, der durch seine selbstlose Tat dem Sohn des Mörders seines Mannes das Leben gerettet hatte. Oliver respektierte diese Entscheidung, aber warum man Kabir selbst hatte retten müssen, war ihm schleierhaft. Er legte dem jungen Yvon seinen Mantel um die Schultern, Vaden brauchte seinen selbst. Nach solch einer Blutspende fror man bitterlich. Lana und Kabir saßen eng aneinandergeschmiegt im Sand und kamen gerade innerlich wieder im Leben an. Körperlich zu genesen war das Eine, aber auch seelisch wieder ganz in der Physis anzugelangen, etwas anders. Zaccaria telefonierte mit Ronny. Die Tuteurs aßen und Yann sah noch blasser aus als sonst, sogar aus Olis Sicht. »Meine Brüder benötigen ärztliche Hilfe«, erklärte Oliver Pierre und es gelang ihm nicht, die Anklage in seiner Stimme ganz zu unterdrücken. »Wie soll es nun weitergehen? Wie sollen wir so die Kinder retten?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre nahm seinen Mann in den Arm und überblickte die Gruppe. "Deine Brüder gehen zurück ins Schiff und lassen sich vom Meddroiden versorgen. Dort kurrieren sie sich aus, bis wir zurück sind. Zur Sicherheit und um weitere Zwischenfälle zu vermeiden, werden Lana und Kabir sie begleiten. Was mit Zac geschieht, sollten wir absprechen Oliver. Immerhin hat er versucht einen ungeborenen Halb-Souvagner zur ermorden. Wir wissen was auf versuchten Mord steht. Wir wissen aber auch wie es dazu kam, denn auch Kabir hat einen Souvagner ermordet. Wobei Vaden es rational betrachtet schon richtig eingeordnet hat. Osmund war der Mörder, der alle wie Marionetten benutzte. Wie vor einer Ewigkeit Felipe. Zurück zu den Klonen, wir benötigen die Infos. Entweder hat Kabir sie selbst noch, oder sie wurden auf einen Chip zusätzlich gesichert. Liegen beide Informationen nicht vor, sprich weder Kab hat die Infos in Erinnerung noch via Chip stehen wir hier vor einem toten Ende. In dem Fall müssen wir Agenten anfordern und wir müssen Nachforschungen anstellen. Wir fangen dann bei Stand Null an auf der Suche nach den Kindern. Hinweise haben wir - Wigbergs, Genfirmen, Klonfirmen, Zusammenarbeit mit Grob-Nobs Sklavenhandel und und und. Yann könnte die gesammelten Infos für uns zusammentragen. Aber wir werden in dem Fall nicht drumherum kommen, Souv-Sec-Agenten auf die Sache anzusetzen oder Himmelsaugen. Für Souvrakasier ist es zu früh und sie können nicht verdeckt ermitteln. Sie sind die Endlösungs-Truppe. Der Finger am Abzug", erklärte Pierre, packte einen Riegel aus und aß ihn, während er nachdachte. "Rivkin und Yoyo, Tuteurs, ausgebildet, fit und dabei. Sie könnten den Anfang übernehmen. Was Vas hinbekommen hat, werden die beiden allemale hinbekommen. Allerdings würde ich sie nicht allein schicken wollen. Anmerkungen dazu?", fragte Pierre in die Runde. "Wir sollten uns in der Sache mit Max und Aleron kurzschließen. Ich weiß, letztendlich entscheide ich. Aber es ist angenehm Berater Marke Papa zu haben, die auf wesentlich mehr Erfahrung zurückgreifen können, als man selbst. Deine Sicht Oli", bat Pierre und fütterte Oliver mit dem Rest von seinem Riegel.

Lana Setardio
»Die Sicherheitskopien der Chips liegen hinter der Steuerkonsole vom Titan«, sagte Lana leise, die das Gespräch gehört hatte. Sie hielt Kabir fest in den Armen und streichelte ihn ununterbrochen, besonders seinen Hals. »Zaccaria werde ich nicht länger schützen. Er ist nicht mehr mein Schüler. Er erhält einen Verweis.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte Lana erstaunt und schmunzelte sie dankbar an. "Das nenne ich eine gute Nachricht. Es erspart uns einiges an Zeit und es erspart den Kleinen eine Menge Leid. Die nächste Frage die zu klären wäre, was machen wir mit den Kindern, die wir sichern? Wir werden ein Batalion von Heilern und Pflegern abstellen um die Kinder zu versorgen. Wir müssen auch davon ausgehen, dass es Kinder gibt, die noch unreif sind. Natürlich bei einer derartigen Produktion. Diese müssen ebenfalls gesichert werden. In dem Falle benötigen wir Nethlee hier. Er wird als Behüter wissen, wie man sie gefahrlos bergen und sichern kann. Über Genetik weiß ich ebenso einiges, aber unsere gesamte Anlage oder die Labore wie auch die der Souv-Sec stehen ja, sie werden nicht bewegt. Und ein Evakuierungslabor ist mit Heiltanks bestückt, nicht mit Schaffungs- oder Reifetanks. Yoyo, Riv holt die Chips aus dem Titan. Gleich was geschieht, verteidigt diese Chips mit Eurem Leben. Wir wissen nicht, welche Informationen noch auf den Chips sind. Dieser Wigberg könnte sonst etwas geplant haben, etwas das die nationale Sicherheit betrifft. Abrücken und sichern sofort. Kabir Zugangscard an Yoyo", befahl Pierre. Kabir kramte etwas umständlich in seiner Hosentasche, da er keinen zweiten Arm mehr hatte um sich abzustützen und reichte sie umgehend Yo.

Oliver Vallis de Souvagne
Younes grinste. »Die Firma dankt.« Er war bester Dinge, ihn hatte das Blutvergießen kein bisschen beunruhigt. Immerhin hatten alle überlebt und er hatte schon weitaus Schlimmeres gesehen als eine aufgeschlitzte Kehle. Viel wichtiger war für ihn die Frage, wann Rivkin endlich geil genug war, um die zwanzig Eier loszuwerden, die Younes täglich an ihn verfütterte.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver ging ein paar Schritte beiseite und telefonierte. Kurz darauf kehrte er zurück. »Nethlee wird schnellstmöglich hergebracht. Er bringt auch Blutnahrung mit, die einen extrem hohen Eisengehalt aufweist und die Blutbildung anregt. Lanas Bruder ist doch Kinderarzt, er hat einen kleinen Krankenkomplex mit den wichtigsten Instrumenten. Er kann bei den Akutfällen helfen, damit sie überleben, bis sie in Souvagne in der Klinik liegen. Da die Kinder keine Souvagner sind, könnten sie anschließend in Lanas Obhut übergeben werden. Und in einem stimme ich Kabir zu - dieser Schacht gehört ausgeräuchert. Wenn Zaccaria bleibt, macht er alles zunichte, was Lana und Kabir hier versuchen.«

Rivkin:
Riv nickte dem Duc knapp zu, als Zeichen, dass sie die Aufgabe umgehend erfüllen würden. Er überprüfte seine Waffen und wartete bis Yo die Karte von Kabir an sich genommen hatte. Ebensowenig wie seinen Partner schockierte Rivkin das Geschehene. Er hatte im Dienst Dinge gesehen, die sich ein Normalsouvagner nicht vorstellen konnte. Aber das war ihr Leben, ihre Welt und dafür gab es sie - damit eben jene anderen diese Dinge nicht sehen mussten. Riv wusste, dass hier nicht nur die Klone auf dem Spiel standen. Für ihn selbst stand auf dem Spiel, seinen Namen wieder reinwaschen zu können. Der Duc hatte es gesagt, er war zu Dienstbeflissen gewesen. Zu Dienstbeflissen konnte man aber nicht sein, wie man am Beispiel von Vas gesehen hatte. Er liebte seinen Job, er liebte seine Männer und er genoss den Nervenkitzel einer guten Jagd. Vas wäre ideal als Sesselfurzer gewesen, aber vermutlich hätte auch diese Arbeit ihn angeödet. Was immer bei dem Mann schief gelaufen war, Riv kratzte es nicht. Er hatte keine Verbindung zu Vas aufgebaut. Er sah keine Veranlassung dazu. Vas war ein Truppführer gewesen und er einst ebenso. Letztendlich hatte sich herausgestellt, wer von ihnen beiden der Bessere war. Der Überlebensfähige und das war er. Vas hatte vermutlich einen rauchenden Schädel, auch wenn der Duc zu seinem Mann etwas anderes gesagt hatte. Vermutlich galt die Info der Bohnenstange Yann. Aber auch dieser hatte sich als wesentlich nützlicher gezeigt, als Vas es je war. Rivkin hatte ihm genau zugehört. Die anderen hielten seine Äußerungen vielleicht für Verbalmüll, der Angst geschuldet. Aber gleich weshalb er so vor sich hin geschnattert hatte, Rivkin hatte erfahren dass der Schussbereich des Disruptors 8 Meter war. In 10 Meter Entfernung war man also vor dem Ding sicher. Dann verpuffte die Wirkung vermutlich ins Nichts, wie bei vielen Nahkampfwaffen. Irgendwo musste so eine gewaltige Kraft ja ihre Grenzen haben und diese waren meist wirklich stark begrenzt. Zudem hatte Yann erzählt, dass diese Waffe über ein HUD funktionierte. Wenn Kabir nicht gerade der Meisterschütze unter Asamuras Sonne war, wäre er also ohne HUD rein auf seine eigenen Fähigkeiten angewiesen. Riv wog diese Info ab. Eine normale Person hätte er nach den beiden Infos entwaffnet, oder sich die Entwaffnung vorbehalten. Aber Kabir war keine normale Person. Er war selbst als Waffe zu werten, wie ein ausgebildeter Tuteur oder Souvrakasier. Er würde vermutlich einem Eichhörnchen die Nuss aus den Pfoten schießen können, weil er den lieben langen Tag bei Drill nichts anderes üben musste, als Waffenfertigkeiten und Waffenfähigkeiten. Falls die Ausbildung ansatzweise mit ihrer übereinstimmte. Und da blieb immer noch das Restrisiko seiner Gabe. Wer schmiss eine Waffe weg? Nur jemand, der sie entweder nie wieder benötigte, da er mit allem abgeschlossen hatte oder jemand der sie zurückholen konnte. Konnte der Sentir das? Vermutlich. Rivkin schaute Yoyo an und überlegte sich, ob sie beiden in dem Titan nicht Zeit hatten, ihr Überleben und den winzigen Sieg in dieser Sache zu feiern. Seit dem er vermutete das Vas ein Schmorbraten war, fühlten sich seine Eier zum bersten gespannt an. Er würde wieder eine eigene Rotte führen und er würde sie in Besitz nehmen. Yoyo wäre seine rechte Hand und er würde ihm dabei helfen. Ein süßes Zucken ging durch seinen Schritt und er wandte sich vorsorglich zum gehen. "Yo lass uns abrücken", sagte Riv und ging ein Stück vor.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre wartete ab, bis Oliver zu Ende telefoniert hatte. "Eine sehr gute Idee mit dem Kinderarzt. So handhaben wir es. Kabir ist kein Bluthexer, aber auch er kann einmal Recht haben. Allerdings hat Zac bis dato auf seine Art versucht, genau das Gleiche zu erreichen wie Lana, nur mit anderen Mitteln. Möchtest Du Dich dazu äußern Zac? Ansonsten entscheide ich nach Sachlage", sagte Pierre und packte den nächsten Riegel aus.

Younes Morland
Younes ließ sich kein zweites Mal bitten, mit blendend guter Laune stapfte er neben Rivkin her. »Die sollen mal machen, wir kümmern uns schon, so wie immer. Dazu sind wir schließlich da, außer Vas, die Schlaftablette.« Er zeigte im Gehen Rivkin einige neue Fotos, von Kabir mit sprudelnder Kehle, Zaccaria mit der Maschinenpistole vor Lana stehend, die im Wüstensand um ihr Leben rang. »Guck mal, ich hab schon 27 Herzchen dafür bekommen, dabei ist das erst seit ein paar Minuten im Netz. Und 52 Daumen nach unten!« Er lachte.

Zaccaria
»Ja, ich will was sagen. Kleinsouvagne gehört nicht Lana und wenn sie mit mir ein Problem hat, darf sie gern gehen. Als Kompromiss schlage ich vor, den Eingang in der Nähe des Wasserwerks zu versiegeln, der nächste ist einen halben Tagesmarsch weiter draußen. Dann könnt ihr die kleinen Plagen versorgen.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Wie kommst Du auf die Idee, das Klein-Souvagne Dir oder Lana gehört? Ich könnte jederzeit Besitzanspruch darauf erheben, denn immerhin hat es ein Agent meines Landes urbar gemacht. Du bist genauso zweite Garde wie Lana Zac, vergiss das nicht. Du hast Timion die Treue gehalten. Aber Du hast im gleichen Atemzug wo Du den Abzug gezogen hast auch seine Werte verraten. Was also sollte uns daran hindern, hier nicht einfach für Ruhe zu sorgen? Was gibt Dir das Recht zu leben? Oder ihr? Von Vaden einmal abgesehen, der dieses Projekt fortführen wollte. Wobei er im Moment außer Gefecht gesetzt ist. Und das Zac, ist ebenso Deine Schuld. Du hast nicht nur Deinen Mentor und Dein Leitbild Timion verraten, Du hast auch den Mann verraten, der Dich wie einen Sohn aufnahm. Du hast behauptet, alles verloren zu haben. Du stehst hier und spuckst große Töne als wärst Du die Rechtschaffenheit in Person. Du behauptest Kabir hätte Ainuwar gespielt. Das hat er getan ja. Was hast Du getan, als Du ein ungeborenes Kind versucht hast zu ermorden? Hat Dich irgendwann dieser Embryo angegriffen? Bekamen wir etwas nicht mit? Bevor man mit dem Finger auf andere zeigt, sollte man sich an die eigene Nase fassen. Der Zweck mag die Mittel heilen, aber er heilt keinen Mord an unschuldigen Opfern. Siehst Du das anders, dann bist Du nicht der, für den Du Dich hälst und ausgibst. Dann bist Du nichts weiter als ein Kabir - den Kabir schuf. Sein Zwilling oder vielleicht sogar der von Ghul. Also was sollte uns daran hindern, Dich für den versuchten Mord zu verurteilen? Vadens Fürsprache? Lanas Fürsprache? Haben beide nicht versucht Dir beizustehen? Gleich ob Du die Hilfe wolltest, sie wurde Dir angeboten Zac. Und das ist in so einer Welt eine Seltenheit. Was Du draus machst ist Deine Sache. Gehst Du aber Souvagner an, wird es zu meiner. Ich höre", sagte Pierre.

Zaccaria
»Ich habe das Recht, zu tun, was immer mir beliebt, sobald ich es kann«, erklärte Zaccaria. »Das ist das einzige Gesetz, das gilt. Manche nennen es das Recht des Stärkeren, aber das ist zu vereinfacht, wenn es sich auf körperliche Überlegenheit beschränkt. Geistige oder materielle Überlegenheit gehören ebenso dazu. Natürlich könntet Ihr Euch hier alles unter den Nagel reißen - Ihr habt ein waffenstarrendes Land mit einer schier endlosen Zahl an Helfern und Helfershelfern. Macht es Euch arrogant, mich darauf hinzuweisen? Nun, ich würde sagen, es ist eine reine Aufschlüsselung von Fakten. Ihr kleidet es in schönere Worte als ich, verstreut Worte wie ›Moral‹, ›Rechtschaffenheit und ›unschuldig‹ wie mit dem Salzstreuer, die Eure Rede schmackhaft machen. Aber im Kern, Majestät, sagt ihr das selbe wie ich: Möge der Bessere gewinnen. Man muss sich nicht jeder Konfrontation stellen, auch nicht, wenn man am längeren Hebel sitzt. Die meisten Auseinandersetzungen sind Zeit- und Geldverschwendung. Ich habe Timion nicht verraten. Ich setzte fort, was er mich und alle anderen lehrte: Profit um jeden Preis, um das Projekt zu finanzieren. Das Projekt, es ging immer nur um das Projekt. Und noch weniger habe ich Vaden verraten. Dass er sich so schnitt, ist kein schöner Anblick, aber hey, Ronny steht da auch drauf. Die Wunde heilt wieder und niemand anderes als er selbst kann etwas dafür.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Eine sehr kurzsichtige Sichtweise. Es ging nur um das Projekt? Korrekt. Und es ging darum, alles für die Finanzierung dieses Projektes zu tun? Ebenfalls richtig. Aber was ist oder war das Projekt? Worum ging es dabei? Hast Du Dich das mal gefragt, was Du hier am Leben erhalten wolltest? Das Projekt Klein-Souvagne war doch nicht ein Stück Areal in der Wüste abzugrenzen und sich dann dort einzunisten. Timions Projekt hatte ein höheres Ziel, Vaden hat es uns gesagt. Timions Wunsch war es, hier einen Ort zu schaffen, wo niemand unbedeutend ist. Das ist das Projekt dass Du verteidigt hast. Das ist die Lehre des Mannes, den Du verehrst. Und Du erschießt jemanden, der Dir nie etwas getan hat. Und Dein Grund war - es schert Dich nicht. Dieser Ort steht dafür, dass andere einen scheren. Du siehst den Zusammenhang nicht oder? Du begreifst Deinen Verrat nicht, Deine Missachtung dessen was hier steht und wofür es hier steht? Bist Du wirklich nur die Schachtratte für die Du Dich ausgibst? Niemand hat behauptet, dass es leicht wäre oder dass Du Kabir verzeihen sollst. Ich denke auch Vaden hat Kabir nicht verziehen, er hat ihm das Leben geschenkt, er weiß wer der wahre Täter ist. Dennoch war er der Vollstrecker. Der Auftraggeber eines Mordes und der Assassine, wer ist schuld? Natürlich der Auftraggeber, der Assassine hat kein Interesse an dem Mord. Er führt ihn aus. Dennoch hätte er den Auftrag nicht ausführen müssen. Aber das ist eine Diskussion in Tiefen die Du gar nicht verstehen möchtest. Tiefen in denen Timion nach einer Antwort für sich suchte um das Leid von einigen zu verbessern oder vielleicht sogar aller, hätte es in seiner Macht gelegen. Hat es aber leider nicht. Und alles was er hinterlassen hatte, war ein verbitterter kleiner Bengel, der einen Schacht im Wüstensand verteidigte und meinte das wäre die neue Weltreligion. Der nicht mal begriff, weshalb die Röhre existiert. Schade für Timion, in vielerlei Hinsicht. Und nein Du hast nicht das Recht zu tun was Du kannst, Dein Recht endet dort, wo das eines anderen beginnt", antwortete Pierre.

Zaccaria
»Und das Recht des Anderen beginnt dort, wo er mir überlegen ist, in welcher Hinsicht auch immer oder ich mich ihm freiwillig unterordne. Habe ich mich Lana unterordnet? Ist sie in irgendeiner Hinsicht überlegen? Sie ist in meinem Distrikt geduldet und ich bot an, den Zugang zu verschließen, damit wir uns nicht mehr über den Weg laufen. Aber den Schacht gebe ich nicht her. Das ist mein Land, um in Begriffen zu sprechen, mit denen Ihr etwas anfangen könnt. Nennt mich ruhig Schachtratte. Ich lebe in dunklen Gängen unter der Erde, habe mich teilweise von Abfall ernährt und vom Fleisch gefallener Kameraden, wir sind nichts weiter als Parasiten, Asamura braucht uns nicht. Schert uns das? Nein! Euch braucht man genau so wenig, diese Welt braucht überhaupt niemanden! Ihr habt Timion nicht gekannt. Und jetzt instrumentalisiert Ihr ihn als rhetorische Waffe! Ihr wisst nicht, was er uns lehrte, was er uns sagte, das weiß nicht einmal sein Mann. Aber ich weiß es. Ich kenne nur den Timion, der für das Projekt über Leichen ging und diesen anderen Timion, den habe ich nie kennengelernt. Für mich ist er weiter der Mann, für den ich kämpfte und gestorben wäre und das lasse ich mir von Euch nicht kaputtreden.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Instrumentalisieren? Wohl kaum, Du bist es, der seine Morde mit Timion rechtfertigt. Er tat alles für das Projekt, er ging dafür über Leichen. Deine Beweise für diese Anschuldigung? Hast Du einen einzigen? Gut wenn er alles für das Projekt tat, damit es läuft, damit es finanziert wird, Dir aber dessen Moral nichts bedeutet, was willst Du dann damit? Wofür das Projekt steht ist klar. Du stehst für das Gegenteil ein. Projektbedeutung - alle die hier sind scheren wen. Zacs-Mantra - für jeden gibt es zur passenden Zeit die passende Kugel, keiner schert mich. Also was verteidigst Du hier wirklich, außer die Legitimation Deiner Kriminalität und Mordlust?"

Zaccaria
»Den Schacht, wie es mein Auftrag war«, erklärte Zaccaria ernst. »Unser zu Hause, unser Sinn. Ich habe einen Eid geleistet, das zu tun und er gilt auch über Timions Tod hinaus. Mehr denn je, denn der Schacht ist auch Krypta der Gefallenen, ihn eingeschlossen. Ich bin Soldat!« Er machte eine fuchtelnde Handbewegung. »Kein Politiker! Was erwartet Ihr? Ich kämpfe, ich bilde weitere Soldaten aus und wenn es geht, rekrutiere ich neue und schmeiß raus, was wir nicht brauchen. Ich gebe denen einen Sinn, die keinen mehr haben! Ich tue all das, was man mich gelehrt hat bis zu meinem Tod.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Ja das verstehe ich und wir versuchen gerade herauszufinden, ob dieser Tod frühzeitig eintreten muss. Deshalb rede ich überhaupt mit Dir. Ich hätte Dir vorhin auch einfach eine Kugel verpassen können. Vaden ist der Grund, weshalb Du keine gefangen hast und Deine bis dato scheinbare vernünftige Grundeinstellung. Die sich lieder jetzt als Verblendung herausstellt. Du und Kabir, Ihr beide seid Waffen. Geschaffen von zwei verschiedenen Meistern, dass steht fest. Oliver möchtest Du was anmerken? Oder sonst jemand?", fragte Pierre in die Runde.

Zaccaria
»Ich hätte Euch auch eine Kugel verpassen können, ach was, eine ganze Salve. Euch allen, den Bluthexern eingeschlossen, außer Vaden und Yvon, einmal quer durchziehen. War aber nicht mein Ziel und will ich auch nicht, wenn ich es nicht muss. Was wollt Ihr von mir hören, dass es mir leid tut? Tut es nicht. Ich weiß, was ich tue und ich spüre keine Reue, kein Mitleid. Ich unterscheide mich damit nicht von Euren Einsatzkräften, nur, dass ich auf der anderen Seite stehe, das ist alles.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Deine Waffe hätte bei mir nichts erreicht, ich bin Souvagner, ich bin der Souvagner. Was für Menschen oder andere tödlich ist, ist für mich Spielzeug Zac. Unsere Welten unterscheiden sich nicht nur in der Meinung oder der Auffassung von Moral, Sitte, Tradition und Anstand. Wieso sollte ich Bedauern von Dir hören wollen? Ich wollte das Du Erkenntnis erlangst und zwar darüber für was Du letztendlich gestanden hast, ohne es zu wissen. Aber Du hast Recht, Du unterscheidest Dich nicht von unseren Einsatzkräften. Du hast weder Deine Aufgabe hinterfragt, noch war das je Dein Ziel. Es ging Dir nicht um Verständnis, es ging Dir darum Deinen Befehl zu befolgen. Damit schließt sich der Kreis, denn das tun ebenso die Tuteurs. Jedenfalls bis auf die Ausnahme der Truppführer, ihnen steht Entscheidungs- und Ermessensspielraum zu. Irrelevant für diese Diskussion. Im Absoluten taten es die Sentir, sie befolgten Befehle ohne das Geringste hinterfragen. Sie funktionierten wie Maschinen, mehr noch als Droiden. Wohin es sie geführt hat, haben wir gesehen. Du stehst auf der anderen Seite? Es ist nicht gerade klug, jemandem die Feindschaft zu erklären wenn dieser Dein Leben in Händen hält. Möglicherweise sollte ich Dir aber für diese durchaus erfrischende ehrliche Antwort danken. Auch wenn meine Antwort dementsprechend aussehen muss - Feinde Souvagnes haben alle das gleiche Schicksal Zac", erklärte Pierre und zog seine Waffe.

Zaccaria
Zaccaria blickte in die Mündung. Das hatte er schon oft, bislang hatte keiner den Abzug betätigt. Würde der Duc es tun? Er blickte ihm ins Gesicht. Möglicherweise ja. Warum auch nicht, es sprach nichts dagegen außer, dass er vielleicht keine Lust darauf hatte, sich die Sauerei anzusehen. »Ich möchte mit Vaden sprechen.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Ich gewähre es Dir. Greifst Du ihn an, bist Du tot Zac. Das wir uns da verstehen. Niemand greift einen Bluthexer an. Rede mit ihm und verhalte Dich dementsprechend", antwortete Pierre ruhig.

Vaden:
Vaden hatte dem Schauspiel stumm beigewohnt. Einerseits, weil es ihm eh nicht zustand sich ungefragt in das Gespräch des Ducs einzumischen. Auf der anderen Seite hatte der Duc ihnen das Wort gegeben, aber Vaden fühlte sich zu matt, zu schwach, einfach zu beschissen um sich an einer Diskussion zu beteiligen, die ihn innerlich auch noch aufwühlen würde. Für ihn hatte die Rettung des ungeborenen Lebens gezählt. Dazu musste er Lana retten. Im Grunde hatte er sie dazu genauso benutzt, wie er sie benutzt hätte um Kabir gefügig zu bekommen. Ohne Lana als Gefäß konnte dieses Kind nicht überleben. Und Kabir? Ihn hatte er gerettet, da Lana darum bat. Ihre Worte hatte er nicht vergessen. Und er wusste, was aus Hass entstehen konnte. Die Stadt Obenza ragte dunkel und drohend wie eine monströse Wand im Hintergrund auf. Das war es was entstand, wenn Personen einander nichts bedeuteten. Ein Abgrund der sich gen Himmel und in die Erde fraß und seine Bewohner verschlang. Sie bestenfalls als Verformte wieder ausspie. Und was wäre aus dem Kind geworden? Ein Kind das erfahren würde, was mit seiner "Art" geschehen war? Warum sein Vater starb? Ein Vater der selbst niemals gelebt hatte, nicht wirklich. Getötet von jemanden der ebenso mehr Ghul als Naridier war. Dessen Motivation Rache war, für einen anderen Sentir, der ebenso wie Kabir und Zac selbst fremdgesteuert leben musste. Ein endloser Kreis, eine Spirale des Todes - die Chaosspirale. Er hatte sie durchtrennen wollen. Das war ihr Leben, ihr Werk, ihr Gebet an Ainuwar. Aber wenn das Herz blutete, war der Verstand oft blind. Er hatte für etwas anderes geblutet, dafür dass sie sahen, während die Welt sich an ihrer Blindheit erfreute. "Was möchtest Du wissen?", fragte Vaden matt und zog seinen Mantel enger um sich. Er war Oliver dankbar, dass sich dieser um seinen Sohn, Fully und ihn gekümmert hatte. Pierre konnte froh sein, diesen Mann an seiner Seite zu wissen.

Zaccaria
»Ich will nichts wissen«, sagte Zaccaria. »Du siehst scheiße aus, trink mal was.« Er drückte ihm seine Feldflasche in die Hände. »Ist noch nicht angesabbert. Ich will ...« Er stutzte und musste überlegen. Ja, was eigentlich? Was er wirklich wollte, konnte ihm niemand geben. Er ließ Pierre stehen und setzte sich zu Vaden, wissend, dass die Mündung nach wie vor auf seinen Kopf zielte. »Ich weiß nicht mehr, was ich will. Es ist alles durcheinander und der Timion, für den ich lebte, wird posthum umgekrempelt, als sei er jemand völlig anderes. Als sei alles, woran ich glaubte, falsch.«

Vaden:
"Alles hat einen Preis Zac, auch unsere Macht. Tim wird nicht umgekrempelt. Keine Person hat nur eine Seite. Nicht Du, nicht Kab, nicht ich oder Yvon und mein Tim ebenso wenig. Du lernst ihn nur als ganze Person kennen. Die Teile seiner Persönlichkeit, die Dir nicht bekannt waren hast Du nun erfahren. Ist er für Dich deshalb ein schlechterer Kerl, weil er einen Traum hatte, den er verwirklichen wollte? Weil er nicht um des Kämpfens Willen kämpfte? Tja dann muss ich Dich enttäuschen Zac, so jemand war Tim nie. Er kämpfte, wenn es notwendig war. Hat er hier nur gekämpft, dann war es hier permanent notwendig. Sein Traum beinhaltete das, was ich Dir erzählte, was der Duc Dir erläuterte und das was Du selbst erfahren hast. Tim war weder ein Heiliger noch war er ein Chaotiker. Was hast Du denn erwartet? Eine gefühllose Mord-Maschine auf Deinem Sockel? Das hätten seine User gerne gehabt, aber das war er nicht. Gleich was sie ihm antaten, er war immer noch ein Mann der Träume und der liebte. Das konnten sie ihm nicht nehmen", sagte Vaden erschöpft und trank etwas von der dargebotenen Feldflasche. "Danke", sagte er und reichte sie zurück.

Zaccaria
»Er hat mich belogen«, sagte Zaccaria. »Mich und die anderen, all die Jahre belogen. Für dich nur ein weiteres Puzzlestück. Aber das ist nicht so einfach zu verkraften, wenn er derjenige war, der uns den Weg vorgab. Nach seinem Tod habe ich versucht, alles in seinem Sinne weiterzuführen, alles für ihn und alles war falsch. Sinnlos. Mein Dassein bestehen im Wesentlichen noch aus einem Grab und einer gewaltigen Lüge. Mehr gab es nie. Verstehst du, warum ich angepisst bin? Deine Majestät kapiert es nicht.«

Vaden:
"Doch, wir beide verstehen es. Du hast nur ein Stück gesehen. Das hohe Fenster, so nennt man es, wenn man jemanden bewusst nur ein Stück zeigt aus seinem Leben um den Schein zu wahren. Du hast es umgedreht Zac. Du hast Dir nur einen Ausschnitt angeschaut oder auch nur diesen Ausschnitt zu sehen bekommen. Ich kann es Dir nicht sagen, ich war nicht dabei. Diesen Ausschnitt meines Mannes hast Du erhoben zu Deinem Mentor. Das verstehen wir. Aber Du verstehst nicht, dass Dein Dasein nicht umsonst war. Denn ganz im Gegenteil, er sah Euch nicht als Zweck zum Erreichen eines Ziels. Ihr wart das Ziel selbst. Das Ziel nicht mehr kämpfen zu müssen. Einen Ort zu haben, wo Ihr willkommen seid. Eine Heimat zu haben, wo man sich um Euch schert. Das habt Ihr verteidigt, darum habt Ihr gekämpft. Wenn Du das als Lebenslüge empfindest, kann ich Dir nicht helfen. Denn für was glaubst Du hast Du gekämpft? Für den Schacht? Für den Spaß oder einfach um hier Euer Revier zu markieren? Um hier eine Gang zu etablieren? Für was Zac?", fragte Vaden und stützte seinen Kopf auf seine Hand ab. Er sah geschafft aus, mehr noch er sah schlagartig alt und sehr müde aus.

Zaccaria
»Für den Waffenhandel. Das konnte ich allein nicht mehr stemmen, bis auf die Reste, aber ich hab eben die unnützen Fresser verkauft. Um das Ganze zu finanzieren. Ich hab nie Buchhaltung gelernt oder Wirtschaftswesen und muss plötzlich Geschäftsmann sein. Dann plante ich Tag T. Sturm des oberirdischen Bereichs, damit die Jungs ein konkretes Ziel haben und um hier aufzuräumen. Geht jetzt auch nicht mehr, was soll ich ihnen sagen? Die werden rumgammeln, maulig werden, sich langweilen und nur noch Scheiße bauen. Aus meiner Armee wird ein Sauhaufen und Ronny wird bei euch bleiben, der mich sonst unterstützt hat. Ich jammere nicht, Vaden, ich bin ganz ruhig. Ich will dir nur sagen, dass ich gerade mit meinem Demonai am Ende bin.«

Vaden:
"Das liegt daran, dass Du mir nicht zuhörst. Ich habe Dir gesagt, was Timion vorhatte und das ich sein Werk vorführen werde. Du musst Dir also um die Dinge überhaupt keine Sorgen machen. Es sei denn, Dein Lebensinhalt war der Waffenhandel. Dass wir Bluthexer keine Vereinigung von Waffenschiebern sind, ist klar. Was möchtest Du Zac? Frage ich so herum, was wünscht Du Dir hier?"

Zaccaria
»Dass alles so ist wie früher. Und da ich das nicht haben kann, dass Kabir erfährt, was er getan hat. Nicht in Fakten, die kennt er, er soll es spüren. Auch das wurde vereitelt, so ist das. Es gibt keine Wünsche mehr für mich, Vaden.« Er zündete sich eine Rauchstange an und bließ die Ringe hinauf zur Sonne. »Okay, ich sag`s dir. Dass du hier den Laden schmeißt und in Timions Fußstapfen trittst. Mir scheinen sie nicht gut zu passen.«

Vaden:
"Das Kabir spürt was wir verloren haben? Doch das ginge sehr wohl, über seine Gabe. Das er liest, sieht, spürt was wir spüren. Das er fühlt, wie es sich anfühlt jemanden zu verlieren den man liebt. Auf der anderen Seite denke ich Zac, er hat es begriffen. Ich hätte ihm nicht zugetraut sich für Lana zu opfern. Du etwa? Aber er hat es getan, er scheint es begriffen zu haben. Wie früher? Nein den Wunsch kann ich Dir leider nicht erfüllen. Aber wir können eine neue gemeinsame Zukunft aufbauen. Die Zukunft die ich Dir versprochen habe und die Tim Euch versprochen hat, ohne es jemals auszusprechen Zac. Seite an Seite, als Vater und Sohn. Aber dann musst Du mich auch Dein Vater sein lassen. Denk einen Moment darüber nach Zac. Ronny wird Dich nicht verlassen und Du musst uns ebenso nicht verlassen. Du musst über den Tellerrand schauen, versuch es wenigstens", bat Vaden und strich ihm liebevoll über den Kopf.

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Re: 10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

#7

Beitrag von Vaden Guilette » Do 15. Aug 2019, 00:03

Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn


»Ich lasse dich meinen Vater sein, Vaden«, sagte Zaccaria und hielt ihm die angefangene Rauchstange hin. »Merkt man das denn nicht? Leider habe ich meine beiden Väter früh verloren, den ersten mit vier, den zweiten mit sechzehn. Ich würde hier gern alles gut werden lassen für die Jungs. Stattdessen muss ich ihnen nun verkünden, dass wir all die letzten Jahre für nichts gekämpft und gearbeitet haben, weil Tag T niemals stattfinden wird. Statt Rache gibt es Gnade. Wir haben unser Ziel verloren, Vaden, unseren Sinn, den roten Faden. Diese Leute können nicht einfach in den Tag hineinleben und das Leben genießen, das können sie nicht. Sie brauchen einen straffen und gut strukturierten Tagesplan, den muss man ihnen vorschreiben. Sonst trinken sie, dröhnen sich zu oder ficken nur rum. Wir müssen ihnen eine Aufgabe geben, eine Hoffnung, einen Sinn! Das ist, was Timion tat und was Lana nicht konnte.«

Vaden Guilette
Vaden schob die Rauchstange beiseite und hoffte, dass Nethlee bald ankam mit der Blutnahrung. "Du siehst das von der falschen Seite. Ihr habt nicht für Nichts gekämpft. Du hast Deinen Auftrag erledigt, Deine Aufgabe erfüllt. Die Aufgaben hat Tim zugeteilt. Jeder von Euch hatte seine Aufgabe und er hielt sie alle zusammen, damit eines Tages das Große entsteht. Soleil, aber warum Sonne? In Anspielung auf die graue Sonne? Dass diese Sonne hier scheint, während die andere alles verschlingt? Oder hatte er den Begriff schon vorher gewählt? Auch ich weiß nicht alles, was im Kopf von meinem Mann vor sich ging. Woher auch? Manche Dinge wusste er selbst nicht mehr. Seine Erinnerungen waren Fetzen Zac. Stell Dir vor Du hast Dein Leben als Tagebuch vor Dir und jemand dem gewisse Seiten nicht gefallen, reißt sie heraus. Das waren Timions Erinnerungen. Irgendwer schlug vor ihn zu beschwören. Ich weiß, ich sollte nicht danach verlangen und ich weiß auch was es für Tim bedeutet. Aber wenn Nekromantie einmal im Leben etwas Gutes bewirken kann, dann durch seine Beschwörung. Und so widerlich das sich für manche Brüder anhören mag, ich könnte mich verabschieden und Du ihm Deine Fragen stellen", sagte Vaden erschöpft.

Nethlee
Während Vaden noch sprach, drehte Zaccaria den Kopf. Da kam ein Aeromobil angerauscht, im Flug einen Meter über dem Boden zwei Fahnen aus braunem Staub hinter sich herziehend wie ausgebreitete Flügel. Es hielt im Schwebemodus, die Tür öffnete sich und Nethlee kletterte auf sehr merkwürdig aussehende Weise rückwärts heraus, tastete mit den Füßen nach dem Grund und sprang das letzte kleine Stück, während er die Tasche am Henkel mit hinauszog. Dann eilte er auf sie zu. Das Aeromobil schloss die Tür, beschrieb eine Kurve und parkte etwas weiter entfernt. Nethlee trug eine weiße Bügelfaltenhose, ein weißes Hemd und darüber einen weißen Pullunder. Auch seine Schuhe waren sicher weiß gewesen, bevor er damit in den nassen Sand gesprungen war und nun durch den Dreck eilte. Er kümmerte sich nicht darum, er sah sofort, wer hier Hilfe brauchte und kam zuerst zu Vaden. Er öffnete seine Tasche, schraubte eine Flasche auf und drückte sie ihm in die gesunde Hand. »Kannst du trinken?«, fragte er, ohne wertvolle Zeit mit einer Begrüßung zu verschwenden. Fulcaire, der bei Yvon saß, strahlte breit.

Ronny
Aus dem Aeromobil stieg Ronny. Er hob einen Bierkasten aus dem Kofferraum und schleppte ihn grinsend zu Yvon. »Hab dir auch was zur Stärkung mitgebracht. Danke für den Zettel.« Er warf jedem eine Flasche vor die Füße, wo sie weich landeten, auch dem Duc und seinem Mann, und setzte sich neben Yvon in den Dreck.

Zaccaria
Während Nethlee sich um Vaden kümmerte, vertrieb Zaccaria ihm die Zeit, indem er weiter mit ihm redete. »Ich fände es klasse, Timion zu beschwören. Ich hab es ja schon versucht, aber kein scheiß Nekro ließ sich finden. Zu teuer, zu teuer und noch mal zu teuer.«

Vaden Guilette
Vaden beobachtete mit Erleichterung wie Nethlee ankam. Das der Mann etwas unbeholfen aus dem Aero stieg, ließ ihn schmunzeln. Aber woher sollte Neth auch so ein Gefährt kennen? Alles jenseits der Schleuse war Neuland für ihn. Das er sich für sie bis hierher auf den Weg gemacht hatte, verlangte Vaden Respekt ab. Manch einer hätte vermutlich aus Angst vor dem Unbekannten gekniffen. Aber Neth war Bluthexer und Behüter. Auch hier galt es sich selbst für die anderen zu überwinden. Nein Neth hätte nicht gekniffen, niemals. Ein Mann wie er, hätte alles andere stehen und liegen lassen um sich für seine Brüder einzusetzen. Dankbar nahm er die Flasche entgegen und trank sie in kleinen Schlucken. "Ja Bruder, ich Danke Dir für Deine Hilfe Neth", antwortete Vaden freundlich. Nachdem er einiges getrunken hatte, wirkte er nicht mehr ganz so blass. "Nekromanten sind reine Egomanen. Es mag ganz vereinzelt sogar gute Nekromanten geben. Aber entweder sind das ganz junge Nekros, die sich etwas anderes von dieser Magie versprachen oder es sind seltsame verschrobene Typen, die andere Nekros ehr als Belustigung sehen. Einen echten Nekro hast Du kennengelernt Zaccaria - Osmund von Wigberg. Nekromanten sind Parasiten. Parasit heißt lebt von anderen und genau das tun sie. Sie haben die Geistmagie dahingehend abgewandelt, dass sie auf Tote wirkt. Es gibt nur eine Person die einem Nekro was bedeutet und das ist er sich selbst. Er saugt andere aus, er tötet, er stört die Totenruhe um seinen Vorteil daraus zu ziehen. Seine Fähigkeiten sind bei uns verboten und was verboten ist, hat seinen Preis zack. Sie lassen sich göttlich dafür entlohnen, wenn sie ihrer perversen Kunst nachkommen für andere. Mein Wunsch Timion noch einmal zu sehen und mich zu verabschieden ist in Wahrheit ein Gefühl. Ich vermisse ihn und es ist ein Stück Egoismus. Denn ich würde ihm gerne all das sagen, was ich ihm nicht mehr sagen konnte. Die andere Seite ist Bluthexer und als dieser weiß ich, mein Wunsch kostet mich vielleicht Taler, aber wirklich bezahlen würde dafür Timion. Er wird aus dem Nexus zurück in eine Existenz gerissen, in die er nicht mehr gehört. Die Frage die ich mir stelle ist, würde er das in Kauf nehmen um noch einmal mit mir zu sprechen? Er lebte unsere Lehre, würde er für mich leiden auf ein letztes Lebewohl? Und sind diese Gedanken und Wünsche überhaupt erlaubt oder begehe ich gerade Blasphemie? Rede ich Unsinn aufgrund des Blutverlustes? Schwäche zeugt auch Schwäche im Geist, leider ist dem so. Man wird gefühlsduselig, wo Härte angebracht wäre. Das erste Mal habe ich keine Antwort, ich hoffe ein Bruder hat sie", gab Vaden zurück und trank die Flasche aus.

Yvon:
Yvon begrüßte seinen Mann, indem er ihn fest umarmte. Er klaubte die Bierflasche vom Boden auf und öffnete sie mit dem Ende seines Ritualdolches. Einen Moment zögerte er, da er sich noch an die Kotzorgie nach dem Sex erinnerte. Zac hatte gesagt das Bier war schuld und nun sollte er welches trinken. Er verließ sich auf Ronny und trank es. "Gerne, ich wusste nicht wo ich ihn anbringen soll, damit Du ihn direkt findest und liest. Also habe ich ihn Dir an die Stirm gepappt. Es ist alles durcheinander, aber ich hoffe wir dröseln die Probleme auf. Auch wenn ich diesmal nicht der Meinung meines Vaters bin, ich akzeptiere seine Entscheidung", gab Yvon zurück und musterte Lana und Kabir, während er einen Schluck Bier trank. Er setzte die Flasche ab und blinzelte Lana in Zeitlupe an, ehe er wegschaute und sich an Ronny anlehnte. "Ich fühle mich als wäre ich alle Stufen in Obenza einmal hoch und runter gelaufen und hey mit alle meine ich alle. Einen Nekro? Obenza ist vermutlich voll von ihnen. Es ist Naridien in seiner Urform - gewalttätige Anarchie. Hier werden sich die Nekros auf die Füße treten. Wünsche sind keine Blasphemie Paps und seinen Mann zu vermissen, ist keine Anzweifelung an Gott. Dann wäre ich auch ein Lästerer, da ich Paps Tim vermisse. Was kostet ein Nekro denn? Man das klingt wie das Buchen einer Nutte", grübelte Yvon.

Pierre:
Pierre holsterte seine Waffe, hob die Bierflasche von sich und Oliver auf und öffnete beide aneinander. Er drückte eine davon Oli in die Hand und stieß mit ihm an. `Was sagst Du dazu? Möchtest Du einschreiten oder soll ich es tun? Oder wirst Du ihm diesen Wunsch gewähren? Falls Du ihn gewährst, werden wir Timion ebenso einiges fragen. Er weiß es aus erster Hand und wenn er schon mal beschworen ist, ist er ja da. Warte eine Sekunde´, übermittelte Pierre via Interkom seinem Mann. Er warf einen Blick in die Flasche und zog einen Analysescan. `Bier ohne jede andere Zusatzstoffe, kein Gift, keine radioaktiven Substanzen, keine Drogen, Du kannst es trinken. Prost Oli´.

Ronny
»`ne Nutte kriegst du von mir für eine Runde geschenkt, aber du hast halt so einen speziellen Geschmack. Zac meinte, du suchst eine Nutte, die so und so aussieht und die Beschreibung hätte genau auf mich gepasst. Jetzt bin ich sozusagen deine Dauernutte, Baby.« Er küsste ihn, dann trank er einen Schluck und rülpste zufrieden. »Nekros gibt`s, aber man muss an sie rankommen, die schätzen keine Konkurrenz und meucheln sich gern mal gegenseitig. Drum sind das hier nicht so viele Nekromanten auf einem Fleck, wie man vermuten könnte.«

Oliver Vallis de Souvagne
›Ich finde, dass dieser Fall ein für alle Mal geklärt gehört. Nekromantie ist in Souvagne geächtet. Sind wir in Souvagne? Wir sind in Naridien, also warum nicht die Dienste so einer Person in Anspruch nehmen für diesen einen Fall? Immerhin ist das keine Kleinigkeit. Es geht um die nationale Sicherheit, um Amtsmissbrauch in gewaltigem Ausmaß, Massenmord, Folter, Freiheitsberaubung und sicher fallen mir noch etliche andere Verstöße gegen die souvagnische Verfassung ein.«

Vaden Guilette
Pierre trank noch einen Schluck Bier und ließ sich die Sache durch den Kopf gehen. `Nun die Gesetze mach ich Oliver, zur Not würde ich sie ändern. Das Gesetz dient den Souvagnern und nicht sich selbst. Das heißt, wenn es stört und Souvagnerleben gefährdet, fällt das Gesetz und ich erlasse ein neues. Du siehst die Sache wie immer richtig. Wir sind nicht in Souvagne, Naridien ist eine Brutstätte der Nekromantie und das Übel Osmund kam aus Naridien. Weshalb sollten wir also nicht Naridien gegen sich selbst wenden, indem wir seine Fähigkeiten nutzen? Was sagte mein Vater immer? Wenn Dir in einem Kampf jemand eine Waffe schenkt, beschwere Dich nicht, dass sie schmutzig ist. Und damit hatte er Recht. Wenn es ums Überleben geht, setze alles ein, nur so wirst Du am Ende Sieger sein. Nicht umsonst verfügen wir über zig Endschlagwaffen. Sogar die damals in den 500tern verboten Kernwaffen zählen dazu Oliver. Wir verfügen über 69 atomare Sprengköpfe mit Trägerraketen von weltweiter Reichweite. Es waren einst 70 Toms, aber eine musste unter Code Rouge aufsteigen um das Bedrohungspotential Hyänicas zu eliminieren. MAX hatte ein Bedrohungspotential von 87,6 % für diese Spezies ausgerechnet. Jetzt bedrohen sie niemanden mehr. Und das ist nur eine Waffengattung die unser Überleben sichert. Denk stets daran, welchen Schlüssel Du in Händen hälst Oliver. Ich muss sagen, dass mir Deine abgeklärte, neutrale und zielgerichtete Logik in dieser Sache sehr zusagt. Bluthexer sind keine Fanatiker, die den Glauben über die Ratio stellen. Das ist etwas das ich an Eurem Orden liebe. Ihr vertretet die Lehren Ainuwars, aber wenn es die Logik verlangt, verpasst Ihr auch wem einen Arschtritt mit den Mitteln die geboten sind. Wo findet man einen Nekro? Kannst Du sie spüren?´, fragte Pierre und stellte die Bierflasche auf den Boden.

Yvon:
Yvon verschluckte sich an seinem Bier und musste husten. Er rieb sich die Tränen aus den Augen, da er nach Luft schnappen musste. "Du bist doch nicht meine Nutte! Was redest Du da? Du bist mein Verlobter! Ich habe Dich gefragt, Du hast angenommen. Rede nie wieder so über Dich, sonst muss ich Dich züchtigen. Du bringst Dich damit in Misskredit, darüber mich als Deinen Mann, dadurch meinen Vater und den gesamten Orden. Zudem meinte ich nicht Dich als Nutte, sondern... andere, andere Nutten eben!", fauchte Yvon und küsste Ronni.

Zaccaria
Zaccaria grinste, als Yvon sich echauffierte. »Nenn ihn ruhig Nutte. Der mag das manchmal, wenn man ihn fertig macht. Wenn du ihn richtig spitz machen willst, bring ihn in Lebensgefahr. Wäre er in meiner Situation gewesen, mit der Knarre von der Majestät am Hinterkopf, wäre da nur ein weißer Fleck übrig geblieben, noch bevor Pierre den Finger hätte ziehen können. Und zweitens hat er es verdient.«

Ronny
Er grinste. »Stimmt. Sind wir jetzt wirklich verlobt, mit Heirat und allem? Ich hab noch gar keine Ringe, nicht mal Klamotten! Wo feiern wir überhaupt?«

Oliver
›Einen Nekromanten selbst kann ich nicht spüren, es sei denn, es ist ein Lich, der gerade Lebensenergie absaugt. Was ich spüre, ist der Untod, Pierre. Diese Verzerrung der Existenz, dieses Anti-Leben. Warum schaust du nicht im Interkom nach? Sicher schalten die Totenbeschwörer Werbung. Ist gut für den Profit.‹

Pierre
Pierre musterte seinen Mann total verdattert. Also Olivers Sinn von Humor grenzte von skurill bis zu grenzwertig. Langsam schüttelte er den Kopf. `Ich soll im Werbeverzeichnis nachschlagen? Unter N wie Nekro? Möchten Sie ihren Verwandten noch auf dem Weg in den Nexus ein paar Worte mitgeben oder vielleicht den letzten verbalen Arschtritt? Haben Sie noch ein paar Rechnungen offen? Wollten Sie schon immer jemanden Ihren gesamten Hass ins geisterhafte Antlitz brüllen? Kommen Sie schon, greifen sie zu Nekro-Phon! Nekro-Phon, die Nekromantenzentrale Ihres Vertrauens. Ja wieso nicht, ich schaue mal in die blau-gelben Seite. Danke Oli, wenn ich Dich nicht hätte Mausezähnchen....´, übermittelte Pierre.

Yvon:
"Zac tust Du mir einen Gefallen? Halt mal für fünf Minuten Deine Fresse!", knurrte Yvon, was Kabir losprusten ließ. "Du sei genauso leise! Wie kannst Du so über meinen Mann reden Zac? Bring ihn in Lebensgefahr das macht ihn spitz", äfte Yvon Zac nach. "Spitz? SPITZ? Hallo? Ich habe nicht vor meinen Mann zu verlieren, nur weil er dann spitz wird. Dann bleibt er eben unspitz, soll er sich die Gefahr vorstellen. Die Gefahr die für ihn ausgeht, kommt von mir, wenn er sich weiterhin so verhält. Ich habe genug Leute verloren, eigentlich wollte ich meinen Mann erstmal heiraten, bevor ich ihn bestatte!", knurrte Yvon und nahm einen großen Schluck Bier. "Sag mal was zu meiner Verteidigung hier!", forderte er Ronny auf.

Oliver
Oliver zog sein neues rotes Handcom aus der Manteltasche, fuhrwerkte eine Weile daran herum, ehe er es Pierre vor die Nase hielt. Eine neon-grüne, blinkende Überschrift und riesige Buchstaben verkündeten: ›Das NEKROPHON - Totenfunk mit fachkundigen Nekromanten deines Vertrauens. Preis je nach Fähigkeitengrad für jeden Geldbeutel. Geisterbeschwörung mit 24/7 Service, Live-Verghulung auf Anfrage.*‹ als Oliver nach unten scrollte, fand er nach einer Reihe grinsender Visagen die Erklärung zu dem Sternchen: ›*nur für Volljährige. Ghule sind kein Spielzeug! Das NEKROPHON übernimmt keine Verantwortung für den Ghul.‹

Ronny
»Ich hab Zac ins Bier gepisst«, erklärte Ronny fürsorglich, um Yvon aufzumuntern. »Hab den Verschluss wieder zu gebogen. Find das voll krass, dass du mich heiraten willst, aber stell dir das Ja-Wort bei nem Bungee-Sprung vor. Oder bei einem Fallschirmsprung!«

Yvon:
"Ja oder bei einer Geißelung mit einer scharfen Peitsche, während Du Hodenringe trägst. Das dürfte auch reichen oder? Hoffentlich hast Du nicht in mein Bier gepisst, so als Zeichen des Vertrauens. Ronny ich hatte zuerst eigentlich nur üben wollen, aber es wurde mehr und ich wollte Dich nicht wieder gehen lassen. Drum habe ich gefragt. Wenn Du das Ganze nur als Spaß oder Scherz siehst, sag es jetzt. Ich meinte die Frage ernst und ich ging von einer ernsten Antwort aus. Wie heißt Du überhaupt mit Nachnamen?", fragte Yvon.

Pierre
Pierre grinste Oli an. `Oh aber Hallo, Du hast ein rotes Telefon? Muss ich mich sorgen oder muss ich mir was besonderes für gewisse Stunden besorgen? Ich wusste gar nicht, dass Du auf solche Sachen stehst. Aber können wir gerne mal machen. Allerdings ist es direkt erleben schöner als nur zu hören. Vertraue mir. Zuhause zeige ich Dir, dass Du kein rotes Telefon nötig hast Oli. Soll ich da jetzt anrufen? Scheinbar, gut ich rufe an´, übermittelte Pierre und wählte über Olivers Handcom durch.

Ronny
Einen Moment wirkte Ronny verunsichert. Er schaute hilfesuchend zu Zaccaria, aber der sah gerade Vaden an. So blickte er wieder zurück. »Yv, ich wurde so was noch nie gefragt. Ich habe noch nicht einmal daran gedacht, keiner von uns hat das. Wir haben ja nicht mal `nen Priester gehabt oder so was, der uns hätte trauen können. Es hört sich vielleicht merkwürdig für dich an, was ich sage, aber ich meine jedes Wort davon ernst, auch wenn ich dabei grinse. Ich will, dass du mich zu deiner Schlampe machst und ich liebe heftige Kicks. Das heißt nicht, dass ich es als Spaß sehe. Wenn du es sanfter magst, kein Problem, dann passe ich mich an. Mach jetzt keinen Rückzieher.« Er griff an Yvons Unterkiefer und küsste ihn zärtlicher als er es sonst tat mit der Zunge. Langsam löste er den Kuss wieder, sah ihm ruhig und ohne zu grinsen in die Augen, während er ihn streichelte. »Ich will dich, Yvon.«

Oliver Vallis de Souvagne
»Das Handcom hat mir Fulcaire organisiert, wie unschwer zu erkennen ist. Auf der Suche nach ihm ist meins in der Kanalisation verschwunden, drum hat er mir ein neues geschuldet. Finde ich sehr anständig von ihm, auch wenn ich schwarz-weiß bevorzugt hätte. Wenigstens geht es nicht verloren.« In dem Moment ging jemand am anderen Ende der Leitung ran.

NEKROPHON
»Nekrophon Service-Zentrale, Vitali von Richtstein am Apparat, was kann ich für sie tun?«

Pierre:
"Wir benötigen einen Nekromanten und zwar jemanden von der Sorte, der dazu fähig ist eine Person zu beschwören deren Tod 7 Jahre her ist. Haben Sie so jemanden auf Lager?", hakte Pierre nach.

NEKROPHON
»Ja, natürlich. Haben Sie bereits ein Kundenkonto? Welchen Magiergrad wünschen Sie? In welchem Zeitraum möchten Sie einen Termin? Hausbesuche bieten wir eben so an, die Kosten dafür entnehmen Sie bitte unserem Gebührenkatalog.«

Yvon:
Yvon genoss den Kuss und küsste Ronny liebevoll und leienschaftlich mit. "Ich will Dich auch Ronny. Das wird jetzt keine Grundsatzdisskussion, aber ich muss das klarstellen. Du hast da was missverstanden Ronny, ich mache keinen Rückzieher. Ich hatte Angst Du wolltest einen machen. Wie ich es mag, kann ich Dir nicht sagen, dass finden wir gemeinsam heraus. Unser Anfang war jedenfalls super und ich habe mich mit Dir wohlgefühlt. Schlampe, Nutte oder sowas hat nichts mit einer Ehe zu tun und so werde ich Dich auch nicht nennen, weder im Bett, noch zum Spaß, generell nicht. Du bist meine andere Hälfte, wieso sollte ich Dich so nennen? Du bist der Schwiegersohn von Paps, überleg was Du da sagst. Du beleidigst Dich selbst? Du kannst mir gerne erzählen, was Du ausprobieren willst, ich bin dabei. Ich bin kein Hasenfuß und mit Samthandschuhen musst Du mich nicht anfassen. Ob hart oder zart, testen wir es. Aber wähle nicht solche Worte, das verletzt mich. Wir passen uns beide aneinander an, sonst geht es nicht. Guck wir sind dann ein Duo für immer. Wir müssen beste Freunde und Vertraue sein und wir sind Bettgefährten. Du bekommst von mir, was Du Dir wünscht. Was Du brauchst und worauf Du stehst. Aber nicht alles, weil es gibt Dinge die ich nicht mag und die ich nicht ausprobieren werde. Die wird es auch bei Dir geben Ronny und ich akzeptiere das. Heiraten werden wir im Tempel der Bluthexer", grinste Yvon und streichelte Ronnys Hände.

Pierre:
"Nein ich habe kein Kundenkonto. Eine Stufe unter einem Lich, da ich nicht ausgesaugt werden möchte. Zeitraum? Wir benötigen den Termin am besten sofort. Ein Hausbesuch ist nicht möglich, wir würden zu ihnen kommen. Müssen wir die Leiche mitbringen?", hakte Pierre nach, während Vaden schlagartig weiß wie eine Wand wurde.

NEKROPHON
»Magiergrad 4, wir haben momentan gerade einen freien Slot, wenn Sie sich beeilen, kommen Sie heute noch dran. Das Kundenkonto können Sie während der Fahrt bequem im interline anlegen. Die Leiche benötigen wir, wenn Sie eine Verghulung, Zombifizierung oder Marionettierung wünschen. Haben Sie noch Fragen?«

Pierre:
"Ja sicher, wo sollen wir hinkommen? Ich meine Sie haben doch sicher eine Art Büro oder Zentrale wo Sie Kunden empfangen und bedienen? Was kostet mich der Spaß?"

Ronny
»Das ist keine Beleidigung, das sind Fakten. Aber du musst mich nicht so nennen. Dass du noch nichts weiter ausprobiert hast, macht es spannend, für dich ist alles neu, wir können alles testen, was du magst. Ich hab auf eurem Holo was angesehen, der Stick steckt noch, damit ich später weiter gucken kann, vielleicht wäre das was für dich.«

Yvon:
"Abgemacht, schauen wir es uns an. Was gibt Dir daran einen Kick, wenn ich Dich so nenne? Gibt es kein anderes Wort, dass Dich genauso anheizt wie Nutte? Stell Dir vor ich rufe Dich so. Kennst Du das Buch von Ir... ach nee das kannst Du nicht kennen", flötete Yvon und trank schnell einen Schluck Bier.

NEKROPHON
»Die Kosten belaufen sich auf 399 Taler pro angefangener Stunde zuzüglich einer Pauschale von 7949 Talern. Die Adresse finden Sie im auf unserer Seite, wir sind mit der Aerobuslinie 49 gut zu erreichen, am Großen Loch steigen Sie um in die Taudisbahn. Am NEKROPOLIS steigen sie aus. Es ist nicht zu verfehlen.«

Pierre:
399 Taler pro angefangener Stunde? Das heißt bei einer Stunde und einer Minute kostet mich das ganze 798 Taler und einer einmaligen Pauschale von 7949 Talern? Meine Güte dafür kann ich den Mann klonen lassen und der ist wie neu! Gibt es keinen Basistarif oder einen Festbetrag? Ich weiß doch nicht wie lange ich mit ihm reden muss! Gut wir sind unterwegs!", erklärte Pierre und gab das Zeichen zum allgemeinen Aufbruch. Zeitgleich übermittelte er Rivkin und Yoyo, dass sie gerade aufbrachen und zu welcher Adresse sie unterwegs waren. "Also kann man einen Festpreis veranschlagen?"

Ronny
»Generell Beschimpfungen, meinetwegen nenn mich Bengel, das ist harmlos. Mich hat mal einer an die Wand gedrückt, ein Messer an die Kehle und Fotze gezischt. Er wollte sein Geld, aber ich bin so was von heiß geworden und am Ende hab ich ihm einen gelutscht und die Schuld war gegessen. Danach habe ich ihn erschossen und hatte mein Geld wieder.« Er grinste wieder. »War keiner von unseren Leuten.«

Yvon:
Der junge Bluthexer kratzte sich am Kopf. "Ja gut, dass sind noch harmlose Bezeichnungen. Du stehst drauf so behandelt zu werden? Ich glaube eine Geißelung würde bei Dir völlig verfehlen wozu sie eigentlich da ist. Aber sie würde Dir auf andere Art gut tun und zwar gewaltig. Zac hat es ja schon bewiesen, als er Dir den Arsch versohlte", lachte Yvon leise und stand schwankend auf.

NEKROPHON
»Für unsere Abonnenten sind die Konditionen je Beschwörung natürlich optimal, das kommt darauf an ob sie einen Gold-, Platin- oder Ultratarif haben. Wir können hier vor Ort einen Vertrag abschließen.« Der Mann hörte sich ausgesprochen freundlich an.

Pierre:
"Aha, ja wir sollten vor Ort darüber reden. Wir sind gleich da. In sagen wir 20 Minuten. Bis gleich", sagte Pierre und legte auf. "Dem brennt doch der Helm! Aber gut wir benötigen die Infos, also werde ich bezahlen. Aber vorher werde ich mit dem Kerl reden und ihn über Med-Scan anschauen ob er lügt. Lana Sie und Kabir begleiten uns. Kann ein Sentir einen Magier beeinflussen und den Preis drücken?", fragte Pierre und stopfte sich eine Rauchstange in den Mund.

Kabir:
"Sicher kann ich das, wohin soll ich den Preis drücken? Auf Null?", fragte er und stand auf. Er hielt Lana die Hand hin um sie hochzuziehen.

Pierre:
"Sozusagen Werbeangebot? Das klingt gut. Aber schauen wir, wer vor Ort ist, bevor wir die Nekrotische Pest an der Nudel haben", antwortete der Duc und gab den Weg vor, damit ihm Oli die Rauchstange nicht mopste.

Ronny
»Die Geißelung mit der Peitsche, das war richtig gut. Also wenn dir das Spaß macht, dafür bin ich auch zu haben, jederzeit, ich kann dich ruhig auch mal geißeln.« Zärtlich leckte er über Yvons schönen weißen Hals. Ronny hatte inzwischen einen Ständer bekommen. »Kann wer fahren? Ich will mit Yvon auf die Rückbank.«

Vaden Guilette
Vaden stand auf und schlang seinen Mantel enger um sich. "Ihr könnt Euch im Schiff einen Platz suchen, wo Ihr niemanden stört. Und ich finde nicht, dass wir den Preis drücken sollten. Der Preis sollte uns gleich sein, denn Kabir wird den Nekro bezahlen. Das ist doch das Mindeste als Dankeschön für das Leben seines Kindes und seiner Frau", warf Vaden ein.

Kabir:
"Abgemacht und ich wollte nicht undankbar sein. Ich Danke Dir für ihre Rettung. Um das Geld ranzuschaffen benötige ich eine Stunde", antwortete er ruhig. `Wir müssen was klären Lana. Denk über Deine Situation nach, soll ich bleiben oder soll ich gehen? Wenn ich bleibe, werdet Ihr immer in Gefahr sein. Wenn ich gehe, lassen sie Euch vielleicht in Ruhe. Aidan wäre unsere Verbindung, dass würde er sicher machen. Ich will mich nicht drücken oder so, ich habe Angst um Dich´, übermittelte er Lana.

Lana Setardio
›Dann ruf Aidan besser her, er hat eine beruhigende Ausstrahlung. Warum solltest du uns gefährden? Es ist doch alles wieder gut, dachte ich?‹

Nethlee
Fulcaire hatte bislang mit Nethlee dagestanden, beide mit ihren Bügelfaltenhosen und ihren neutralen Oberteilen, der eine ganz in Grau, der andere ganz in Weiß. Jetzt aber nahmen sie Vaden in die Mitte, der bitterlich fror und wärmten ihn. »Setzt Euch am besten hin, Bruder«, sagte Nethlee und lotste Vaden zu einer Bank in der Tortue, wo sie ihn weiterhin von beiden Seiten wärmen konnten.

Zaccaria
»Das Aero kann doch vom Shuttle aufgenommen werden, dann reicht ein Fahrer für uns alle. Aber wenn seine Hoheit Oliver fährt, werden wir lange brauchen. Vielleicht lieber Ihr, Majestät?«

Kabir:
`Das weiß ich eben nicht, ich könnte den Duc auslesen, bekommt er es aber mit wird er es als Angriff werten. Er hat gesagt er überlässt Vaden die Entscheidung. Vaden hat mein Leben in Deine Hand gelegt. Demnach gehört mein Leben Dir. Damit müsste es gut sein. Ich will Euch nicht verlassen, ich will aber Euch und auch Aidan nicht grundlos in Gefahr bringen. Sie wissen nichts von ihm oder? Ich weiß nicht ob ich was über ihn sagte. Scheiße, ich hab nicht aufgepasst, ob ich ihn erwähnte oder nicht. Super wirklich. Wobei der Orden ist gefallen, er dürfte nicht in Gefahr sein. Zac wird Dich nicht in Ruhe lassen. Er wird erst Ruhe geben wenn Du tot bist. Ich werde die Sache klären, sobald die Souvagner wieder abgerückt sind. Dann kümmere ich mich um Zac. Er wird im Schacht bleiben, versprochen´, übermittelte Kabir.

Lana Setardio
›Du meinst, so wie Timion?‹, fragte sie zurück. ›Der Junge ist ... ich finde keine Worte dafür, wie enttäuscht und wütend ich auf ihn bin. Ich habe alles getan, um ihm zu helfen! Aidans Gegenwart würde ich mir wünschen, schon allein, weil er deeskalierend wirkt mit seinem freundlichen Gemüt.‹

Vaden Guilette
Vaden war seinen Ordensbrüdern unendlich dankbar. Sie wussten was er gegeben hatte. Er erwartete von Kabir keinen Dank. Das sah der Sentir völlig flasch und den Witz hatte er auch nicht verstanden. Alles was Vaden erwartete war, dass das Töten nun ein Ende hatte und nicht, dass der Sentir artig Danke sagte. Für das was sie leisteten und was er geleistet hatte, gab es keine Worte. Kein Dankeswort war angemessen. Man konnte es nur mit entsprechendem Handeln danken. Ob der Sentir das begriff? Lana hatte es sogar vor ihm selbst begriffen. Vaden schaute die Frau an, deren ungeborenes Kind er gerettet hatte, einschließlich sie selbst. "Erkläre es ihm, erkläre ihm wie ein Dank auszusehen hat", sagte er freundlich. Vaden schloss für einen Moment die Augen und lehnte sich an Neth an. Die Anwesenheit des Behüters und der Kontakt zu ihm hatte etwas extrem Tröstendes.


Pierre:
"Oliver fährt sehr auf Sicherheit bedacht und ich fahre ehr nach der Stoppuhr. Mein Schiff ist sicher genug, dass wir uns beeilen können. Wir nehmen das Aero mit, das geht locker rein. Riv und Yo folgen uns, wir treffen sie vor Ort. Im Schiff wird Frieden gehalten, generell wird jetzt Frieden gehalten. Wer den Frieden bricht, wird gerichtet. Habe ich mich klar und unmissverständlich ausgedrückt? Euch beiden wurde vergeben, wer das wegwirft, wird entsorgt", erklärte Pierre und machte sich auf Richtung Cockpit.

Lana Setardio
Lana beobachtete, wie der Behüter die Arme um Vaden legte und ihn sanft wiegte. Fast würde sie sagen, er sah aus wie ein Vater, der seinen Sohn in den Armen hält, dabei waren sie beide annähernd gleich alt. Seine Umarmung hatte nichts besitzergreifendes, nichts anzügliches, was sie sah, war Mutterliebe in der Sprache der Bluthexer. Nethlee war eine männliche Mutter, die ein erwachsenes Kind in den Armen hielt. Für einen Behüter waren alle erwachsenen Bluthexer ihre Kinder, denn jeden Einzelnen hatten sie ins Leben gehoben und unter ihrer Obhut hatten sie die ersten Schritte gemacht, die ersten Worte gesprochen und das erste Mal den Zeigefinger erhoben. Bei diesem Gedanken musste Lana ein wenig schmunzeln.

Zaccaria
Ronny
»Aye«, antwortete Ronny dem Duc und tippte sich an die Schläfe. Dann schob er Yvon zielstrebig in die gemütlichste Ecke, die er finden konnte, wo er sofort anfing, ihn zu küssen.

Zaccaria
»Verstanden«, bestätigte auch Zaccaria. Er gesellte sich zu Yvon und Ronny. Mal schauen, wie die Stimmung im Luftschiff war, vielleicht konnte er ein wenig mitmachen, ansonsten wachte er über die beiden.

Kabir:
Kab küsste Lana und strich ihr über die Wange. `Verzeih mir. Tja das ist immer so Lana. Drum haben wir stets versucht, alle losen Enden zu kappen. Einsätze können Dich einholen und zwar in Form von Rache. Der hinterbliebene Mann, die Frau, der Sohn, die Tochter. Und ich hatte nicht mal einen Grund Harruck zu töten. Ich habe mich benutzen lassen und ehrlich gesagt, ging er mir persönlich damals echt auf die Eier mit seiner Geschwätz von einer besseren Welt für uns alle. Ja für seine Lochratten vielleicht, aber wo war wir da? Wo war ich? Hat er auch an uns gedacht? Er sagte es, aber ich glaubte ihm nicht. Wieso sollte er an mich oder andere von uns denken? So sind wir nicht, so wurden wir nicht erzogen. Aber vielleicht dachte er genau deshalb an uns und er log mich gar nicht an. Ich hätte ihn auslesen können, weißt Du das? Und weißt Du warum ich es nicht getan habe? Ich hatte Angst, dass er die Wahrheit sagt und es ehrlich meint. Das wusste Francis, er weiß wie wir ticken. Ich rufe Aidan her Lana. Du und das Kleine Ihr bedeutet mir alles. Zac fragte nach einem Sinn, Ihr seid meiner´, antwortete Kab und rief Aidan über Gedanken. Er bestellte ihn zur gleichen Adresse wie Pierre die Tuteurs.

Yvon:
Yvon ließ sich bereitwillig in eine Ecke schieben und schmiegte sich an Ronny. "Ich besitze ein Buch von Remuer, einem Buch über Sex und alles was dazugehört. Wir werden es mal durchackern", raunte er Ronny ins Ohr und streichelte ihm den prallen Schritt. "Ich wäre für eine Wiederholung Schatz", bat er seinen Verlobten.

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Re: 10 Kapitel 10 - Zurück nach Obenza

#8

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Sa 17. Aug 2019, 04:19

Nekrophon wir kommen schon


Pierre Agramant de Souvagne
Kaum dass sich die Türen geschlossen hatten, schoss die Tortue davon. Das gewaltige Panzerschiff hielt genau auf Obenza zu, Pierre hatte Kollisionskurs gesetzt um keinen Millimeter Weg zu verschwenden und das Ziel direkter als direkt anzufliegen. Die gewaltigen Hochhäuser Obenzas kamen in Sicht und wuchsen zu gewaltigen Bauten heran, die bald das ganze Cockpitfenster auszufüllen schienen. Einige rutschten schon beunruhigt auf ihren Sitzen nach hinten, als ob dies einen Unterschied gemacht hätte. Als eines der Hochhäuser zum Greifen nahe war und sie die riesigen Augen einer Frau erkennen konnten die mit offenem Mund am Fenster stand, kehrte Pierre den Schub um und das Schiff tauchte in die Häuserschlucht ab. Dort fädelte es sich einen in den Luftverkehr ein und sprang in jede frei werdende Lücke, als handelte es sich um ein Videospiel, anstatt um einen Flug. Dann hatten sie auch den Flugverkehr passiert. Die Nase der Tortue neigte sich um 45 Grad und das Schiff stürzte im freien Fall die letzten Stockwerke, ehe der Umkehrschub es schlagartig ausbremste, abfederte und Pierre es im Halbkreis herumriss, so dass er genau vor der Tür von Nekrophon zum Stehen kam. "Neun Minuten, wer sagt es denn", schmunzelte er seinen Mann an schaltete die Triebwerke ab und machte sich direkt auf den Weg zum Ausgang. "Mir nach wir sind da", befahl der Duc und stieg aus seinem Schiff. Misstrauisch schaute er sich um, ehe er auf er auf den Laden zuging. Pierre musterte die Reklame und starrte dann einen Kerl an, der ihn ebenfalls musterte. Der Bursche trug raspelkurze, rote Haare und war in Gear gekleidet. Der Mann zeigte die offenen Handflächen. "Er gehört zu uns, dass ist Aidan, ein Sentir", sagte Kabir respektvoll zu Pierre. "Ich stehe nicht auf Überraschungen, demnächst vorher eine Info", antwortete Pierre und betrat das Gebäude wie der König der Welt. Immerhin war er der Duc von Souvagne und das kam dem schon gewaltig nahe, wenn man Souvagner fragte. Pierre ging zur Information. "Grüße, wir haben einen Termin mit einem Stufe 4 Nekro zur Beschwörung eines Toten der vor sieben Jahren verschieden ist. Unser Termin wurde dazwischen gestopft, schauen Sie nach. Wohin müssen wir?", fragte er geradeheraus.

Zaccaria
Weder Zaccaria noch Ronny waren durch den halsbrecherischen Flug beunruhigt worden. Sie grinsten wie nach einer Achterbahnfahrt und das Einzige, was sie daran auszusetzen hatten, war, dass sie wegen der kurzen Flugzeit zu nichts anderem auf der Rückbank gekommen waren als zum Lachen, weil sie dermaßen hin und her geschleudert wurden. Duc-Gemahl Oliver hingegen blickte drein, als hätte er einen Besen verschluckt, der ihm nun senkrecht im Körper steckte. Er konnte nicht bleicher werden, aber seine Körperhaltung und Mimik sagten alles darüber aus, wie er sich fühlte. Ronny und Zaccaria nahmen Yvon in die Mitte, der nun von beiden mit einem Arm bedacht wurde und synchron einen Knutsch auf jede Wange bekam, während der Nekromant im Empfang - offenbar ein Novize - in der Datenbank nachschaute.

NEKROPHON
»Hmmmmm«, machte der junge Bursche mit der altmodischen Hornbrille. »Den Namen, das Geburtsdatum und die Bankverbindung bräuchte ich bitte. Haben Sie eine Kundenkarte?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte den jungen Mann. "Pierre Agramant de Souvagne, geboren am 02.06.1033 in Beaufort, Souvagne. Nein keine Kundenkarte, das ist unser erster Besuch. Ist der gebuchte Nekro frei?", hakte er nach.

NEKROPHON
»Ja er hat Zeit«, sagte das Bübchen, während seine Finger über die Tastatur huschten wie fleischfarbene Spinnen mit Tollwut. Pierre Agramant de Souvagne ... Beaufort.« Er musste den Namen in einer Suchmaschine eingeben, weil er sich dauernd verschrieb und das System ihn nicht erkannte. »Ah, ja. Hier haben wir es. Die Bankverbindung bitte noch und die Handcomnummer.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schmunzelte den jungen Mann an. "Garantiert nicht, wir zahlen bar. Und da Zeit Geld ist, bei Ihnen wie bei uns, würden wir jetzt gerne mit der Sitzung anfangen. Sie berechnen schließlich nach Sekundentakt und den möchten wir nachhalten. Wo ist der Nekro? Müssen wir Vorbereitungen treffen wie mit Knoblauchwasser gurgeln?", hakte Pierre nach.

NEKROPHON
»Nein, nein, kein Knoblauchwasser. Barzahlung«, tippte der Novize mechanisch ein. »Dafür berechnen wir Ihnen 5% Skonto. Bei Nichtzahlung werden 100% Aufpreis fällig, die der Anbieter befugt ist, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einzutreiben. Dies ist eine reine Routineinformation. Bitte folgen Sie mir.« Der dürre Bursche in seiner Praktikantenkleidung stakste vorneweg, führte sie in einen Fahrstuhl und es ging weit nach unten. Sie stiegen aus und er wies auf eine Sitzgruppe. »Wenn Sie dort bitte platznehmen, der Meister wird Sie aufrufen.« Damit verdrückte das Bübchen sich wieder. Wenig später tönte eine Stimme aus dem Lautsprecher. »De Souvagne, bitte Ritualraum 4.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hörte dem kleinen Nekromanten zu. `Rein vorsorglich weisen wir darauf hin, sollten Sie den vorgenannten Betrag nicht fristgerecht zahlen ist dies mit zusätzlichen Kosten für Sie verbunden. Bei der zweiten, offenen nicht beglichenen Mahnung leiten wir die Zwangsvollstreckung ein. Sowas in der Art?´, übermittelte Pierre Oliver und lächelte den Nekro ruhig an. Er hatte nicht vor die Zeche zu prellen, jedenfalls nicht auf so plumpe Weise. Falls er wirklich Geld sparen wollte. Kaum dass sie der junge Kerl weitergeführt hatte und sie einen Moment Platz nehmen sollten, wurden sie auch schon aufgerufen. Ritualraum 4. Pierre schaute sich um und ging dann in den besagten Raum. Der Meister sollte zugegen sein.

NEKROPHON
Als sie den Ritualraum betraten, schlug ihnen ein atemberaubender Gestank entgegen, der mehr schlecht als Recht von einem kläglichen Duftlämpchen aromatisiert wurde. Es wurde auch sofort klar, woher der Gestank kam, als sie die Tür hinter sich verschlossen und auf die einsame Lichtinsel zugegangen waren:

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Der kahlköpfige Meister, der vielleicht siebzig Sommer und Winter gesehen hatte, besaß fünf zahme Ghule, die wie hässliche Riesenkatzen um ihn her strichen, übereinander krochen und Geräusche wie todkranke Lungenpatienten von sich gaben. Sie hatten einige angeknabberte Fleischknochen herumliegen, die sie allerdings ignorierten und sich stattdessen in die Hocke aufrichteten, um die Neuankömmlinge schnüffelnd und gurgelnd zu begrüßen.
»Die sind ganz lieb«, sagte der Nekromant und tätschelte einen Ghul, der sogleich nach seinen Fingern schnappte. Seine Zähne schlugen aufeinander wie eine Stahlpresse und die Finger wären vermutlich vollständig durchtrennt gewesen. »Mein Name ist Vitali von Richtstein. Was kann ich für Sie tun?« Er zog eine Schublade auf, griff hinein und zog ein paar Gedärme hinaus, die er dem beißwütigen Ghul hinwarf. Sogleich kamen auch dessen Artgenossen und alle fünf begannen zu fressen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte die Ghule angewidert und widerstand dem Drang sich die Nase zuzuhalten. Mit royaler Würde kämpfte er gegen den aufsteigenden Brechreiz an. "Wir hatten miteinander telefoniert. Ich benötige eine Beschwörung. Die Person ist vor sieben Jahren verstorben. Mehrere Personen haben Fragen an den Verstorbenen. Bekommen Sie das hin? Was benötigen Sie dafür?", fragte Pierre und fragte sich ob dieser Kerl diese fünf Stinkbomben auch nach Feierabend bei sich beherrbergte. Vaden und Yvon drängten ebenfalls in den Raum und musterten die Ghule grimmig. Kab schlenderte mit Lana und Aidan dazu und wartete etwas abseits.

NEKROPHON
»Ich benötige den Namen und, wenn möglich, eine persönliche Habseligkeit oder ein Bild des Verstorbenen. Da ich keinen Leichnam in ihrem Gepäck sehe, gehe ich davon aus, dass sie eine reine Geisterbeschwörung wünschen. Den Geist kann ich ihnen anschließend in ein Gefäß bannen zur späteren Wiederverwendung oder ihn wieder in den Nexus entlassen. Es ist nicht möglich, den Geist dauerhaft frei schweben zu lassen, da dies an meinen Kräften zehrt. Alternativ hätte ich ihnen eine Verghulung empfohlen.« Er wusch seine Hände, griff in eine andere Schublade und stellte ein Körbchen mit Riechsalz und Nasenklammern auf den Schreibtisch.

Vaden:
"Der Name der Person ist Timion Harruck, das war jedenfalls sein Rufname den man ihm gab. Oder benötigen Sie seinen wahren Namen? Sein tatsächlicher Name war Chappell Fortin. Etwas sehr persönliches von ihm haben wir, mehrere Sachen die ihm gehörten und sogar seinen Sohn. Was hilft weiter? Wir wünschen nur mit seinem Geist zu sprechen, danach wird er wieder freigelassen", sagte Vaden matt und hielt sich an Nethlee fest. Die seelische wie auch körperliche Unterstützung hatte er bitter nötig.

Zaccaria
Nethlee legte sich Vadens Arm über die Schulter, auf der anderen tat Fulcaire das selbe. Oliver stand mit grimmiger Miene und verschränkten Armen ganz vorn bei Pierre, um notfalls den Ghulen die Seelen herauszureißen. Doch die waren gut beschäftigt mit einem langen Darm, in dem der Nekromant fürsorglich einige Fleischbrocken versteckt hatte, um die Biester zu beschäftigen. Zaccaria beobachtete das Treiben der Kreaturen fasziniert, während Ronny den Anblick gar nicht gut vertrug.

NEKROPHON
Vitali stand ächzend auf, griff einen Stuhl und schob ihn hinter Vaden. »Setzen Sie sich ruhig, ich habe hier auch noch mehr Stühle, stehen zusammengeklappt an den Wänden, bedienen Sie sich. Aber aus hygienischen Gründen sind sie ungepolstert. Timion Harrkuck also, der Rufname ist entscheidend.« Der alte Mann begab sich zurück an seinen Tisch und entzündete weitere Kerzen. »Wünschen Sie einen Bannkreis? Dort drüben ist einer fest im Fußboden eingelassen, dort könnten Sie sich hineinbegeben. Ist direkter Geisterkontakt erwünscht, ist das nicht nötig. Würden Sie mir bitte eine persönliche Habseligkeit für die Dauer des Rituals überlassen, ich möchte den Sohn des Mannes ungern als Ritualgegenstand verwenden.«

Vaden
Vaden ging gemeinsam mit Nethlee und Fulcaire zu den Stühlen und nahm auf einem Platz. Yvon zog Ronny zu seinem Vater und gab Zac ein Zeichen, ebenfalls aufzurücken. Auch Pierre ließ sich auf einem Stuhl nieder und deutete Oliver an, dass er sich neben ihn setzen sollte. Aidan holte für Lana, Kab und sich ebenfalls einen Stuhl und stellte auch Oliver einen hin. "Wir benötigen keinen Bannkreis für meinen Mann", erklärte Vaden und reichte Vitali seinen Ritualdolch. "Gehen Sie vorsichtig damit um, er gehört meinem Tim. Sein Rufname war Tim oder Timi", erklärte Vaden und wartete nervös ab.

Vitali von Richtstein
Als der Nekromant die Augen schloss und die Arme mit ausgestreckten Fingern hob, als würde an jedem Finger ein Marionettenfaden hängen, begannen die Ghule zu winseln. Sie drängten sich schutzsuchend aneinander, so dicht, dass sie aussahen wie ein einziges missgebildetes Wesen mit zu vielen Köpfen und Gliedmaßen. »Timion Harruck ... Timi ... dein Mann ruft dich aus dem Nexus zurück in die Welt der Lebenden. Er wünscht noch einmal mit dir zu sprechen von Angesicht zu Angesicht.« Die Ghule stießen ein schauriges Heulen aus, als würden sie Schmerzen leiden, das Kerzenlicht flackerte und die Anwesenden spürten, wie der ganze Raum sich statisch aufzuladen schien. Vor den Anwesenden manifestierte sich ein Leuchten. Erst winzig, kaum größer als eine Schneeflocke, ehe es wuchs und zu einem deutlichen Licht wurde. »Komm zu den deinen zurück«, befahl Vitali unerbittlich und zog an den Fäden, an denen er die Seele des Toten zurück aus dem Nexus zerrte.

Timion:
Die Seele war schon lange auf Wanderschaft. Endlose Weiten hatte sie durchstreift. Höhen und Tiefen erlebt und sie spürte, dass die Wanderung sich dem Ende näherte. Die Seele hatte alles abgestreift, alles Weltliche hinter sich gelassen nur etwas hatte sie verwahrt, die Gesichter und das Gefühl ihrer Lieben. Das war ihr Treibstoff, das was sie weiterbrachte. Der Sog war stark und die Seele sträubte sich nicht dagegen, wie so manch andere die versuchten dem Sog zu entkommen. Diese Seele tat es nicht. Sie ließ sich anziehen und schwebte aktiv darauf zu. Dennoch war der Weg weit. Viel weiter als sie sich vorgestellt hatte. Das Licht schien nah, aber dennoch war es unerreichbar fern. Sie wanderte, schwebte und rastete. Erinnerte sich an winzige Gedankensplitter und zog dann weiter. Wie ein Wandervogel auf der Suche nach seinem Winterplatz schwebte sie unaufhaltsam immer weiter. Es gab nichts was ihre Reise aufhalten konnte. Weder die Bilder die sich in ihrer Umgebung abspielten, noch die drohenden Schatten die ab und an aus den Tiefen auftauchten und eine Seele aus dem Nexus riss. Die Landschaft die hier eine völlig andere war, an dem Ort wo Zeit und Raum bedeutungslos waren, zog unter ihr hinweg. Sie schwebte weiter, folgte dem inneren Kompass der sie zum großen Licht leitete. Aber heute war etwas anders, etwas erschütterte Ihr Bewusstsein. Jemand rief sie... rief einen uralten Namen. Und mit dem Namen kehrten auch einige Erinnerungen zurück. Erinnerungen an Liebe, Geborgenheit, seinen Mann, seine Kinder und auch seines persönlichen Abgrunds... die Seele war starr vor Schreck und konnte von dem Nekromanten ohne jede Gegenwehr aus dem Nexus gepflückt werden. Und dann materialisierte er sich, sieben Jahre nachdem sie sich zum letzten Mal gesehen hatten, stand Timion Harruck vor Vaden, Yvon und Zac. Die anderen aus der Gruppe hatten den Mann zu Lebzeiten nicht gekannt, bis auf Lana und Kabir. Letzterer der maßgeblich mit dafür verantwortlich war, das Timion nun das war was er war - tot. "Vaden...", keuchte Tim mit einer Stimme, die ihnen einen Schauer über den Rücken jagte. Denn in diesem einen Wort lag alles, grenzenlose Liebe, Vermissen, Sehnsucht, Angst.

Zaccaria
In Zaccarias Gesicht ging eine Wandlung vor. Alles Abweisende, Bissige, Kalte und Harte wich daraus und machte einer grenzenlosen Freude platz. Schlagartig sah der Schachtsoldat so jung aus, wie er wirklich noch war. Er griff nach Ronnys Arm und krallte ihm seine Hand in den Bizeps, um sich zu beherrschen. Ronny seinerseits zitterte, es war keine Angst vor dem Geist, es waren die Erinnerungen die ihn heimsuchten. Vaden und Ivon reagierten auf den Geist mit einer Schockstarre, was ihn nicht verwunderte. So griff Zaccaria hinter Ronny entlang, um die beiden zu streicheln. »Vaden, dein Mann ist hier, Tim. Yvon, dein Vater!« Er rüttelte sie ein wenig.

Vaden:
Der Bluthexer stand auf wackligen Beinen auf und schaute seinen Mann an. Durchscheinend war er, die reine pure Seele von Timion. Er wusste nicht was er sagen sollte, zeitgleich hatte er ihm tausend Dinge zu sagen. Alles was er ihm nicht hatte sagen können, alles was er fragen wollte, was sie wissen musste, worauf er gestoßen war, was ihm zugestoßen war. Er wollte ihn in den Arm nehmen, ihn wärmen und ihn zurück ins Leben holen. Aber Tim war ein Geist und keine Wärme der Welt konnte ihn zurück ins Reich der Lebenden holen. Es gab nur eine Macht die dies vollbringen konnte, die Macht des Blutes. Tim schaute auf Vaden herab und strich ihm mit eisigen Fingern über die Wange. "Ich liebe Dich", sagte Vaden leise und griff über die Geisterhand. Er griff hindurch was ihn schmerzte, aber er spürte ihre Kälte und hielt sie so irgendwie doch. "Ich hab Dich vom ersten Tag an geliebt. Im Heim und als ich Dich im Einsatz wieder erkannt habe. Ich wusste wer Du bist, Du hast Dich nicht erinnert. Dein Vater und Du, Ihr wart öfter in unserem Heim. Wir haben zusammen gespielt. Deine Gedanken waren warm und voller Zuneigung. Und als sie mich in den Abgrund schmissen, waren sie alles woran ich mich festhalten konnte. Und dann traf ich Dich wieder. Ein Kaffee und eine Limo... ich liebe Dich auch Vaden, Dich, unser Küken und unsere Kleinen. Kümmere Dich um sie. Aber ich sehe Du hast sie schon gefunden... Was es Dich gekostet hat, das hier zu tun, werde ich nicht fragen. Ich wollte Dir so vieles sagen, ich hatte eine Überraschung für Dich, am 01.08. such meine Unterlagen durch. In dem kleinen Quartier. Nimm den Kleinen mit, der gar nicht mehr so klein ist. Yvon... ich liebe Dich Schätzchen. Pass auf Deinen Ältesten Vaden auf. Und pass auf die Kinder aus Klein Souvagne auf. Wir sind alles was sie haben. Warnen.... ich... ich muss Euch warnen... die Erinnerungen sind blass... wenn es nicht mit Gefühl zu tun hat, sind sie so dünn und blass. Ghul und die Sonne, sie hängen zusammen. Du musst gegen den Orden der Sentir vorgehen. Kabir hat es nicht verstanden. Er hörte nicht zu, er begriff nicht was ich ihm sagen wollte... aber Du weißt es noch nicht wahr Vaden? Du erinnerst Dich was ich Dir erzählt habe? Das alles ist nur Fassade, für die Sonne! Du musst herausfinden was die Sonne ist und warum sie Kinder frisst. Versprich mir das. Nimm Zac mit, er ist ein guter Junge, zuverlässig, treu. Er wird Dir beistehen. Falls Ghul nicht tot ist, kommst Du über ihn an die Sonne. Er war der Kontakt, versteht Du das Vaden? Töte Ghul nicht, er ist der Kontaktmann... nein warte... Yvon ist... ist ein Mann... wie lange ist das her? Wie lange war ich fort?", fragte Tim besorgt. "Sieben Jahre Paps", antwortete Yvon und räusperte sich. "Die Sonne ist gefallen, Ghul ist schon lange tot, wir haben herausgefunden was die Sonne war. Sie schuf aus schwachen Sentir flüssiges Wissen. 12 mächtige Sentir waren die Verbindung von der Maschine zu den anderen Gehirnen. Sie bekamen Wissen eingeimpft von der Maschine und leiteten es an die kleinen schwachen Gehirne weiter. War das Wissen in diesen Hirnen, wurden sie entnommen, verflüssigt und aufgearbeitet. Wie weiß ich nicht. Jedenfalls wurden sie in Phiolen gefüllt mit einem Stück Seelenfragment. So war das Wissen das dieses Hirn durch die Sonne eingespeist bekam in der Phiole verwahrt. Trägerbasis war ein Stück Seele und diese Droge Neurodingsda. Diese Droge wird hergestellt aus Zirbeldrüsen. Das ist eine Drüse im Hirn. Laut Analyse stammen die Zirbeldrüsen von Neugeborenen, von Klonen. Wir suchen die Firma die die Klone und damit die Basis für die Droge herstellt. Francis hieß in Wahrheit Osmund von Wigberg. Seine Familie wurde dafür bestraft. Weißt Du wer die Klone schuf? Hast Du eine Ahnung davon, wer es sein könnte oder wo die Firma vielleicht ist? Und Paps, Du hast keine Ahnung davon, wie sehr wir Dich vermissen. Ich liebe Dich auch", sagte Yvon und wischte sich über die Augen. "Doch Yv, davon habe ich eine Ahnung", sagte Timions Geist und strich ihm über den kahlen Kopf. "Die Droge heißt Nimarux und sie unterdrückt unsere Gabe. Wenn es mit der Sonne zu tun hatte, wusste es Ghul. Er war in Kontakt mit der Sonne und ich war einen Schritt davor alles aufzudecken, Kontakt zu bekommen und dann...", setzte Tim an und verstummte. "Du hast den Kontakt bekommen Tim, sie schickten Kabir nicht grundlos. Alles was das Oberhaupt Dir sagte war eine Lüge. Und alles was es Kabir sagte war eine Lüge. Ebenso wie er Dich und das Oberhaupt belog. Osmund wusste Euch zu benutzen, schon immer. Ghul ist tot, wir müssen an seine Nachfolger ran. Ich werde sie finden, das verspreche ich Dir", sagte Vaden und zog Zac nach vorne, damit er auch etwas fragen konnte.

Zaccaria
Respektvoll wie früher trat Zaccaria näher. Er wagte es, das Gesicht des Geists anzsehen, es schmerzte, als würde jemand sein Herz zusammendrücken, aber er hielt dem stand. »Ich habe versucht, alles zu erhalten«, sagte er mit schnellerer und höherer Stimme als sonst. »Die Grasschlangen haben alles zerschossen und fast alle getötet, aber einige konnten in den Taudis fliehen oder in Sicherheitsräume, die sie in ihrer Eile übersahen. Danach habe ich Ihnen und den anderen ein Mausoleum gebaut. Gemeinsam haben die Überlebenden und ich trainiert, gearbeitet, neue Rekruten organisiert, um Lana Setardio aus Kleinsouvagne zu fegen. Distrikt T habe ich es lieber gennant, weil Souvagner Sie umgebracht haben. Davon wollte ich nicht dauernd hören. Ich habe versucht, Kabir die elende Sau zu töten, aber ich bin ihm nicht gewachsen. Seine verdammten Kräfte! Also habe ich Lana und mit ihr sein ungeborenes Kind erschossen, vor seinen Augen, aber die Bluthexer haben beide zurückgerufen. Tag T darf nicht mehr stattfinden, der Tag der Rache, für den wir lebten und trainierten, und ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Wir alle vermissen Sie, Sie fehlen so sehr. Und meine Frage habe ich vergessen ... vor wenigen Stunden wusste ich sie noch.«

Timion:
"Ich vermisse Euch auch Zac. Es freut mich, dass Du alles erhalten hast. Kabir hat die gleiche Gabe wie ich, nur ist seine wesentlich stärker. Wir hätten einander helfen können, als Brüder. Aber er war zu stur zu begreifen worum es ging. Oder zu verängstigt um wenigstens einen Versuch zu wagen. Was nützt es Gedanken lesen zu können, wenn man für Ihr Verständnis zu blind ist? Nichts. Er sah weit weniger als Du oder ich. Ich habe mehrfach versucht ihn zu überzeugen, aber er hörte nicht einmal zu. Als er unser Projekt bedrohte, war auch meine Geduld am Ende. Allerdings war nicht er es, der unseren Kampf beendete. Sondern so eine kleine hinterhältige stinkende Fotze von einem Drecksweib, dass mir ein Messer in den Hals rammte. Verzeih, ich sollte solche Worte nicht in den Mund nehmen, aber sie hat alles zerstört, wofür ich stand. Wofür ich für Euch und alle anderen kämpfte. Wer war sie? Sie wussten nichts und entrissen mir das bisschen, was ich so mühevoll aufgebaut hatte. Für Euch, für meine Familie. Es war nicht mal für mich! Sie haben nichts verstanden, wie dumme Kinder die einem Insekt die Arme und Beine ausreißen haben sie versucht meine kleine Welt zu zerstören. Es sollte keinen Flecken geben, an dem man willkommen ist, und wäre er noch so klein. Und wäre es nur ein Zimmer, dann hätten sie es ausgeräuchert. Lana hat all die Jahre ihr Bestes versucht, aber nichts verstanden. Sie spricht unsere Sprache nicht. Kein Satter versteht den Hungernden! Niemals. Aber ihre Absichten waren gut und ehrlich. Also ließ ich sie gewähren. Ich bin nicht so arrogant, Hilfe abzulehnen, nur weil mir die Nase nicht gefiel. Ich gab ihr ihre Chance, denn das war mein Projekt, mein kleines Stück Zuflucht. Wenn ich für jeden eine Chance einräume, die ich mit allen Mitteln verteidige, dann doch auch für eine Frau die versucht zu helfen. Aber ich habe es nicht geschafft. Versagt. Keine Schande zu versagen, denn ich habe es wenigstens versucht. Im Gegensatz zu den anderen, die sich nicht mal wagen den Blick gegenüber einem User zu heben. Welche Macht hat Kabir denn? Außer ja Meister zu sagen und dann zu springen wie ihm befohlen wurde? Keine. Und das Perverse daran ist, sie haben nur die Macht, weil er sie ihnen gibt! Es ist ja nicht nur er, es ist der ganze verdammte Orden, er ist kein Orden. Was immer er ist. Das was Yvon eben erklärte, er war die Sonne. Verrückt nicht wahr? Den Feind den ich in der Ferne suchte, dem ich weit ab der Heimat auf der Spur war, war der Abgrund der sich mein Zuhause schimpfte. Niemals habe ich mich denen zugehörig gefühlt. Nie. Sie waren nichts, sie haben mich nicht gebrochen. Bei Vaden war ich frei und bald wäre ich frei gekommen, jedenfalls war das mein Traum. Kabir war das Ende des Traums. Dabei hätte er bei uns bleiben können, frei ohne jeden User. Aber das wollte nicht in seinen Kopf. Ich rede zuviel, wer redet kann nicht zuhören. Ich musste das loswerden. Ich danke Dir für alles Zac. Erhaltet die kleine Sonne am Leben, sie leuchtet vielleicht jenen den Weg die sehen wollen. Und verteidigt sie mit allem was Ihr habt, denn sie ist das wovon andere träumen. Wofür manche kämpfen, bluten, sterben und andere nicht mal zu träumen wagen. Gebt denen Hoffnung, die keine mehr haben. Dafür ist Distrikt T da. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber bevor sie geht, verpasst sie ihren Feinden zur Not ein paar Kugeln. Merkt Euch das", sagte Tim und streichelte Zac über den Kopf.

Zaccaria
Zaccaria hielt ganz still, als der eisige Hauch durch sein Haar fuhr. Er drehte seinen Kopf ein wenig in die Berührung hinein. »Ich kann Ihnen nicht vergeben, was sie Ihnen angetan haben«, zischte Zaccaria, doch es war weniger aggressiv als sonst. Seine Stimme war voller Schmerz. »Die verlangen von mir, dass ich fünfe gerade sein lasse und Kabir und Lana einfach toleriere. Mag sein, dass Kabir Sie nicht umbrachte, aber er war die treibende Kraft hinter allem. Angeblich hat er Sie sogar gemocht, was ich nicht glaube! Hätte er Sie dann erschossen? Ich glaube ihm kein Wort. Ich muss Ihnen was gestehen. Vaden hat die Hochzeit trotzdem stattfinden lassen. Ich hatte den Brief in den Habseligkeiten gefunden, mit der Gästeliste und den Einladungen und ihm alles gebracht. Ich habe dann für Sie geantwortet, nur verbal natürlich, Ihr Mann war und blieb treu, ich war nur der Stellvertreter, weil er die Hochzeit so sehr wünschte.« Er zeigte den Ring. »Der ist eigentlich Ihrer. Wissen Sie was? Ich hätte gern mehr Zeit mit Ihnen verbracht, nun verstehe ich, warum das nicht ging. Sie hatten mehr als nur Ihre Arbeit, sie hatten bereits Familie. Ich möchte Ihnen im Namen aller Schachtsoldaten danken für alles. Ich hab sie sehr gemocht, wir alle haben das.«

Timion:
"Ihr wart meine Jungs Zaccaria und meine Familie. Meine Familie lebte teilweise in Distrikt T und teilweise in Souvagne. Und nach dem letzten Einsatz hätte ich Vaden zu uns nach Obenza geholt. Das war mein Plan. Lana muss nichts vergeben werden, ich habe sie auch toleriert. Doch es stimmt, Kabir hat mich gemocht und ich ihn. Das war unser Problem. Hätte ich ihn gehasst und er mich, hätte es einfach eine Klärung gegeben. Entweder hätte ich ihn oder er mich erschossen. Aber keiner von uns beiden kam aus dem Knick. Jeder versuchte den anderen zu überzeugen und war genervt. Nur er hatte Unrecht, er hatte zum Verrecken einfach unrecht und war nichts weiter als ein weiteres Kind und dazu ein ziemlich dussliges. Wie alt war er? Keine Ahnung wie alt er war. In Deinem Alter? Mit einer Truppe Totschläger im Nacken, kann ich auch einen auf dicke Hose machen. Und natürlich ist er in der Gabe mächtiger gewesen. Und? Hat ihm das unten was im Schacht genützt? Ich hätte ihn getötet, ich hätte ihn mit auf die andere Seite gerissen, hätte ihn diese kleine Nutte nicht gerettet. Wofür das Ganze? Dafür dass ich einen Ort schaffen wollte, wo wir frei sein können? Ein einfaches nein Danke, ich behalte mein Joch, hätte ausgereicht. Es gibt Leute die sind blind und sehen das Joch nicht. Dann gibt es so dusslige Leute, die halten ihr Sklavenjoch noch für Schmuck. Und dann gibt es jene, die sehen es, wissen was es ist und fürchten sich derart vor einer Veränderung dass sie es aus Angst trotzdem tragen! Du musst ihm nicht vergeben Zac. Du musst überhaupt nichts. Du bist ein freier Mann und wem Du vergibst und weshalb das entscheidest Du. Nicht ich, nicht Vaden, nicht Lana, Du allein. Dein Gewissen sagt Dir, was Du zu tun hast. Wem ich die Hand reiche, das entschied ich allein. Wie ich vorging entschied ich allein. Ich hatte keine User, ich war eine Person, klar? Kein Ding, kein Apparat, keine Maschine, ich war eine lebende, fühlende Person und dafür habe ich gekämpft. Und wer es nicht glaubt, der kann meinen Mann fragen. Sie sind es auch Zac. Aber wir haben die Freiheit vergessen, wie in einem längst vergessenen Traum. Jene die dort aufgezogen werden, haben keine Träume. Man redet ihnen wie uns ein, dass man ein Gegenstand zu sein hat. Das man zu funktionieren hat. Nur wer gehorcht lebt schmerzfrei. So? Ich bin Blutsbruder dem Herzen nach, ich fürchte Eure Schmerzen nicht! Ich ertrage sie klaglos, ich nehme sie hin, ich leide für jene die ich verteidige, damit kein anderer mehr so leiden muss. Aber Ihr werdet mich nicht zu dem umformen, was Ihr vorhabt. Eure Schmerzen sind einen Scheiß wert, ich spucke auf Euch alle. Ich habe mir selbst wesentlich schlimmere Schmerzen zugefügt. Ihr seid lächerlich, dass seid Ihr. Und das schrie Distrikt T in das Gesicht von ihnen, von Francis Schergen. Ich wusste das sie mich holen würden. Eines Tages würden sie mich holen... nichts ist gefährlicher als die Wahrheit zu sagen, wenn man weiß das die eigenen Herrn Unrecht haben. Sie wollten mir das Maul stopfen und sie haben es geschafft. Und Kabir, der mir das Maul stopfen sollte, hätte besser mal überlegt, für welche Seite er da die Waffe zog. Im Grunde hätte er gar nicht nur mich erschossen. Hätte er mich erschossen, hätte er die Hoffnung für jeden Sentir erschossen und sich selbst. Nur dazu, dem allen ein Ende zu machen, dazu war er zu feige. Normal bei einem Kind, dass gewöhnt ist gesagt zu bekommen was es tun soll. Aber niemand war da. Und der Einzige der ihm helfen wollte, war einer seiner Art. Und was hatte er gelernt? Vertraue niemals einem Deiner Art. Warum eigentlich nicht? Was hat sie denn vertrauenswürdig gemacht? Die Schläge? Die Elektroschocks? Das Tensebad? Der Erinnerungsraub? Die Knochenbrüche oder die Amputationen? Was von all dem machte sie so vertrauenswürdig, dass Du für sie gekämpft hast Kabir? Zac solange Du selbst denkst und sei es noch so falsch halte daran fest. Du denkst, Du bist Du", sagte Tim und drückte ihn. "Pass auf meinen Vaden und Yvon auf, hörst Du? Nun dann ist meine Überraschung aufgeflogen und ich freue mich, dass ich ein verheirateter Mann bin. Trage den Ring an meiner Stelle und hüte meinen Mann in dieser Welt. So wie Du alles für mich gehütet hast. Eines Tages sehen wir uns auf der anderen Seite wieder. Wir uns Vad, mein Kleiner und meine Jungs", sagte Tim.

Zaccaria
Zaccaria fuhr sich ärgerlich über die Augen. Er wünschte sich, dass Kabir und Lana verschwanden, am besten alle außer Timion, Vaden, Yvon, Ronny und er selbst. »Ich werde deine Worte beherzigen und ich werde deinen Mann hüten, so gut ich kann, aber ich bin in so was sauschlecht. Ich habe ihn gebeten, das Projekt zu übernehmen. Mein Hass sitzt zu tief, ich kann nicht mehr klar sehen. Kabir hat überlegt, auf unsere Seite zu wechseln, er hat seinen Chip vernichtet. Ich habe ihm dieses Angebot unterbreitet, aber es war gelogen. Was wäre, wenn es ernst gemeint gewesen wäre? Du hast mich so vieles gelehrt, Güte vor allem und nichts davon kann ich weitertragen. Der Einzige, der das konnte, war Derek und der hat es nicht geschafft. Ronny ... ist jetzt mit Yvon zusammen. Vielleicht ist das eine gute Nachricht. Sie sind sogar verlobt.«

Timion:
"Kabir hätte Dich genauso betrogen, denn er vertraut niemandem. Jeder aus dem Orden hätte das Zac, Kabir ist keine grausame Ausnahme. Er ist einer aus der grauen, gesichtslosen Masse. Schnapp Dir einen davon und doch sind alle gleich. Weil sie nicht aufwachen wollen. Ich kann ihre Angst verstehen, ich hatte sie auch. Aber ich entzog mich meinen Peinigern, soweit ich das konnte. Es war nicht weit genug. Vaden wird das Projekt übernehmen, das wird er, ganz sicher. Und Ihr hütet Euch gegenseitig. Mein Hass saß auch tief, er reichte bis auf den Grund meiner Seele. Ich habe den Orden gehasst und mich gefragt, wieso sie uns das antun? Warum sie mir das antun? Und warum wir alle mitmachen? Warum wir gehorchen? Hätten wir nur einmal zusammengehalten, hätte es dann die Bestrafungen noch gegeben? Hätten sie uns überhaupt noch einsperren können? Nein, das hätten sie nicht Zac. Aber ich weiß auch wie es lief, denn ich erlebte es mit. Keine Person kann ohne Zuneigung aufwachsen. Drum bekommt man sie bis Tag X. Ab dato formen sie aus uns Einzelkämpfer. Die Brüder die Du bis dato als Deine Vertrauten kanntest, werden zu Deinen schlimmsten Feinden. Und meine Brüder waren ebenso. Sie schlug mich, sie bestraften mich, für Dinge die ich nie verbrochen hatte, sondern die des Ordens. Denn eines muss Dir klar sein Zac - kein Sentir ist Mitglied des Ordens, wir sind nur ihre Waffen die der Orden der Sentir benutzt. Wie der Orden der Halbautomatik. Die Halbautomatiks sind ja auch nicht Mitglieder. Als ich das begriff, wusste ich wer sie waren, was sie waren, aber es gab keinen Namen für sie. Und ich wusste nicht, warum sie heimlich eine Armee schufen, die keinen Zusammenhalt kennt. Bis auf Ziggi, das war mein Bester. Mein Bruder der noch dann zu mir hielt, als alle anderen auf mich einschlugen. Aber eines Tages, hatten sie auch Ziggi umgedreht. Sogar ihn haben sie mir weggenommen. Falls Du es ernst meinst und Kabir es ernst meint, versucht es. Falls nicht, habt die Eier es ein für alle male zu klären. Allerdings solltet Ihr eines bedenken, klärt Ihr das so, dass einer tot liegen bleibt, haben Sie Euch da wo sie Euch haben wollen. Und Ihr geht einen Schritt zurück, statt einen vorwärts. Selbstbestimmt und mit erhobenen Haupt. Ich hätte Kabir getötet unten im Schacht, da er mich angriff. Ich hätte ihn verschont, hätte er aufgegeben und kooperiert. Ich hatte nie vor ihn anzugreifen oder zu töten. Ich hatte vor ihn aufzunehmen, wie jeden von Euch. Lana hat das verstanden. Aber auch sie konnte nichts ausrichten. Du musst keine Güte weitertragen Zac, gib das was Du zu geben hast. Teilt Euch die Aufgaben, wie wir damals. Ich habe Euch so zugeteilt, das jeder das macht was er kann. Darauf kommt es an. Wir waren keine Superhelden im Wüstensand. Wir waren stinknormale Typen, die ihr Leben auf die Kette bekommen wollten. Und jeder packte mit an und gab was er geben konnte. Das ist was zählt, gemeinschaftliches Anpacken. Jeder gegen jeden, endet im Tod. Ich wollte das wir leben und zwar gut und frei. Und wenn ich dafür ein paar Scheiß-Goblins schmieren muss war das so. Es war für ein höheres Ziel. Wieso hat Francis mich überhaupt ermitteln lassen, wenn er wusste, dass ich ihm auf die Schliche komme? Er wusste ich bin an Ghul dran, an der Sonne aber das war er?", fragte Tim.

Pierre Agramant de Souvagne
"Damit er wusste, auf welchem Stand Du bist. Du musst wissen, was Deine Feinde planen, aber noch wichtiger ist es zu wissen was Deine Freunde tun. Was Deine Feinde vorhaben, ist bekannt. Was haben Deine Freunde vor? Wenn Du Osmund aka Francis von Deinem Verdacht der Sonne erzählt hast, war er gewarnt. Also setzte er Dich auf den Fall an. Wohlwissend, dass Du ihm Bericht erstatten würdest. Und so hast Du ihm selbst ständig mitgeteilt, wie nah Du an ihm dran warst. Er bekam ein Lagebericht aus erster Hand wie hoch seine Gefahr der Aufdeckung war. Genialer Schachzug, dass muss man ihm lassen", warf Pierre ein. Timion musterte den Duc und dachte einen Moment lang nach, ehe er zustimmend nickte.

Zaccaria
»Die Sentir, das waren scheinbar die Wigbergs. Sie wurden kollektiv hingerichtet. Osmund hab ich angeschossen und Vaden hat dem ein Ende bereitet«, erzählte Zaccaria stolz. »Nein, Güte habe ich nicht weiterzugeben. Ich würde es gerne, aber ich kann es nicht. Ich trage keine in mir. Ich mag meine Jungs und Sie, Timion. Und seit neuestem auch Vaden und Yvon, sie gehören dazu. Sonst ist da niemand und gäbe es einen Schalter, der die gesamte Menschheit außer uns in den Abgrund pustet, wäre ich der Mann, der ihn betätigt. Was Kabir betrifft, es gab einige Minuten, da meinte ich es ernst. Da hatte ich den Eindruck, er weiß es. Er weiß, wie ich ticke, wie wir alle ticken, denn er ist genau so und das Schlimme ist, ich hatte recht. Das erfuhr ich dann aus seinem eigenen Mund und Sie bestätigen es. Er wusste es, er wollte es nur nicht sehen, die elende Hohlbirne! Die Sonne ... ich wollte fragen, warum Soleil Souvagne so heißen soll, genau wie die Aschgraue Sonne, der Feind. Und wo wir das verdammte Labor suchen sollen.«

Timion:
"Soleil weil es eine wirkliche Sonne werden würde. Eine die Wärme spendet, Licht, Hoffnung. All das was diese falsche Sonne nicht hält. Was schuf sie außer Todesangst? Wobei, keiner von uns fürchtete den Tod. Tod oder Neurostation? Glaube mir, alle hätten den Tod gewählt. Ich weiß dass Du so fühlst, es gab eine Zeit da fühlte ich auch so. Aber das wollen sie nur Zac. Sie, sie sind überall. Sie haben sich dort im Orden organisiert, aber sie sind auch da draußen in Naridien. Wenn sie Wigberg heißen, ist das so. Vielleicht heißen sie da draußen auch ganz anders. Und sie haben Unmengen an Handlangern. Deshalb rede nicht so, als wärst Du einer der Sentir, der nur dazu da ist eine Aufgabe zu erfüllen. Dass Ihr das nicht seid, dass Ihr mehr seid, dass habe ich Euch beigebracht. Jeder hat seine Aufgabe, so funktioniert eine Familie. Aber jeder darf auch seine Gedanken denken, seine Meinung haben oder Vorschläge unterbreiten. Ob man sie umsetzen kann, sehen wir. Schlimmstenfalls gehts in die Hose und wir versuchen was anderes. Aber die Grundfeste der Familie, die müssen wir alle verteidigen und am Leben halten. Da kann sich keiner um eine Aufgabe drücken. Du nicht, ich nicht, niemand. Du kannst Dir nicht die eigene Basis entziehen, etwas Disziplin und Arbeit gehört immer dazu. Keine Freiheit ohne Verteidigung. Sonst machen die anderen mit Dir, was sie wollen. Das haben sie lange genug. Das Labor für die Drogen? Ghul wusste wo es war, er war im direkten Kontakt mit der Sonne. Fragt seinen Nachfolger, es wird einen geben. Schlag der Schlange den Kopf ab und es wächst ein neuer. So ein Posten bleibt nicht unbesetzt. Wenn Ihr beide wisst wie Ihr tickt solltet Ihr einmal offen und ehrlich miteinander reden. Jeden Groll beiseite legen und Euch ins Gesicht sagen, was Ihr fühlt und denkt. Ihr seid mittlerweile Männer. Was dann geschieht liegt bei Euch. Schlag Euch die Schädel ein oder reicht Euch die Hand. Beides hat Vor- und Nachteile. Ich war stets für die gewaltfreie Lösung. Aber ich bin auch kein Gutnaridischer Spinner. Das heißt, wer mich zum kämpfen zwingt, den bekämpfe ich mit allen Mitteln. Also wählt weise Zac", sagte Timion.

Zaccaria
»Ich will nicht, dass du wieder gehst«, sagte er so leise, dass nur Timion, Vaden und Yvon es hören konnten. »Sie haben gesagt, es gäbe einen Weg. Wir haben ... vier verdammte Bluthexer hier! Vier! Sie riefen Lana zurück und ihren Fötus und bei dir verweigern sie die Hilfe wegen irgendeiner Lehre. Wen schert diese Lehre und warum gilt sie nicht für Kabirs Familie? Du könntest wieder leben, Timion.«

Kabir:
"Es ist sieben Jahre her Harruck. Ich habe es Zac gesagt und ich habe es Lana gesagt, Du hattest Recht. Dein Projekt war ehrenwert. Ich wollte Dir nicht zuhören, da ich davon ausging das Du lügst. Keinem von uns ist zu trauen. Ausgelesen habe ich Dich nicht, aus dem einfachen Grund, was wäre gewesen, wenn Du doch die Wahrheit gesagt hättest? Ich wollte es nicht hören und ich wollte es nicht sehen. Das ist alles wahr. Aber wie ich Lana und Zac sagte, heute würde ich Dir zuhören. Osmund ist tot, der Orden ist tot und jene die wir User nannten sind ebenfalls tot. Dein Mann gewährte uns einen Einblick in Deine Erlebnisse, ich zog gleich. Ich bedauere wie es gelaufen ist. Damals bedauerte ich es nicht. Zac hat versucht meine Frau und mein Kind zu töten. Ich wäre für beide gegangen. Dein Mann hat sie gerettet. Warum er mich gerettet hat, ist mir ein Rätsel. Aber ich danke ihm dafür und Dir für das damalige Angebot. Auch wenn ich es nicht verstanden habe. Kurzum es tut mir leid, was ich getan habe. Was Zac sagt stimmt, es gab genug Wigbergs um Dich zig mal zurückzuholen. Und es gibt genug Naridier. Und mich, wenn Lana dafür unangetastet bleibt und zwar für immer. Ansonsten sichere ich ihre Unversehrtheit. Und dabei geht es mir auch nicht um mich, sondern um die beiden", erklärte Kabir.

Vaden:
"Die Lehren sind selbstlos, wir helfen anderen soweit es in unserer Macht steht. Lana war verletzt, ihr Kind war verletzt. Ich konnte helfen. Hier könnten hundert Bluthexer anwesend sein, keiner von uns ist das Oberhaupt, keiner von uns hat die Macht den Tod selbst zu bezwingen. Und diese Macht wird nicht leichtfertig genutzt. Sie wird aufgespart, falls der Krone etwas zustoßen sollte. Zac glaube mir, gäbe es eine Möglichkeit, die es ermöglichen würde, wäre mein Mann wieder da. Aber nach unserer Lehre gibt es keine Möglichkeit. Jemanden von der Schwelle des Todes zurückzureißen, ist etwas ganz anderes als einen Verstorbenen zurück ins Leben zu bringen und den gesamten Körper wieder mit Leben zu erfüllen. Stell Dir vor Du bist Heiler und jemand verblutet. Du kannst ihm helfen. Was machst Du mit einem Toten? Für Dich gibt es dort keine Handhabe. Du kannst nichts mehr tun. Dir sind die Hände gebunden. Mir sind ebenso die Hände gebunden. Auch meine Magie hat Grenzen Zac. Auch wenn ich wünschte sie wäre grenzenlos. Selbst dann ist sie grenzenlos selbstlos, ich bin Bluthexer da ich für andere blute, nicht für mich, meine Gefühle, Sehnsüchte. Das hat bei einer Hilfe nichts verloren. Ob ich Lana rette vor dem Verbluten oder Tim, ich hätte beides versucht. Und natürlich hat der Partner im Herzen eines jeden den tiefsten Platz. Aber dem Tod eine Seele abzuringen, ist nichts was man leichtfertig tun dürfte. Weshalb habe ich Dir bereits erklärt. Mein Herz sagt ich möchte Tim zurück, gleich was es kostet. Ich will meinen Mann wieder haben. Er hat nie was Schlechtes getan, er hätte es verdient. Das sagt mein Gefühl. Aber mein Glaube sagt mir, er ist gestorben und niemand kann ihn zurückholen, auch Du nicht. Und seine Rückholung zu verlangen, wäre Blasphemie. Es wäre reine Selbstsucht. Ich vermisse ihn, darum hole ich ihn zurück. Möchte er zurück? Darf ich deshalb die Krone gefährden? Darf ich das Oberhaupt selbstsüchtig um was bitten? Bin ich dann überhaupt Bluthexer? Tim lebte unsere Lehre, als Blutsbruder. Er kämpfte und starb für Euch wie Derek. Wissen und Gefühl geht nicht immer Hand in Hand Zac. Und geht es nach dem was ich mir wünsche, wünschte ich auch, das Tim bleiben würde. Wenigstens ein paar Tage. Das ist möglich, aber wie diese Tage möglich sind, ist ein absolutes Tabu. Wir wären dafür sogar an der richtigen Stelle, aber darf so nicht denken. Auch wenn ich die ganze Zeit dran denke, will ich nicht schwach werden. Also bitte rede nicht so Zac, es ist schon schwer genug", bat Vaden.

Zaccaria
»Ich finde es nicht gut, dass Derek tot ist, keiner tut das, der bei Verstand ist und ich halte nichts vom Märtyrertod, weil ich verdammt noch mal will, dass er überlebt hätte, genau wie Timion!« Er wies in Richtung des Nekromanten. »Sieben Jahre habe ich versucht, das Geld für einen wie den da zusammenzukratzen! Nun sind wir hier, zich Leute mit prallen Geldbeuteln anwesend und keiner ist bereit, auch nur darüber nachzudenken?« Sein Blick schwenkte von Vaden zurück zu Timion. Er zog den Ring ab und hielt ihn dem Geist hin. »Dein Ring, du könntest ihn tragen, du könntest deinen Mann wieder in die Arme schließen! Ich würde ihn dir geben, aber niemand außer mir und Ronny will dich zurück haben! Doch, Vaden will es.« Er fuhr wieder herum. »Aber er hat Schiss vor seiner eigenen Courage!« Wütend schob er sich den Ring wieder über den Finger.

Timion:
"Er hat keine Angst vor seiner Courage, er hält an seinem Glauben fest. Eine Seele in totem Fleisch leidet Zac und ich kann kein Ghul werden. Ich wäre auch noch gerne am Leben, aber ich verbrachte eine Ewigkeit damit dem Sog zu folgen um dem Licht zu begegnen. Hier beschworen ist alles wieder da, jede Erinnerung, gute wie schlechte. Dort auf meiner Wanderung hatte ich nur Eure Gesichter, Eure Gedanken. Das Gefühl das Ihr mir geschenkt habt und wie ich Euch liebte. Das trug ich auf meiner Wanderung in mir. Mein kleiner Yv ist gar nicht mehr so klein. Er ist ein Mann und bald heiratet er selbst und zwar Ronny, einen meiner Jungs. Meinst Du nicht ich würde ihre Hochzeit gerne sehen? Oder ihn nicht gemeinsam mit Vaden zum Bruder führen der sie traut? Meinst Du nicht, ich hätte nicht gerne meine Lippen wieder um noch einmal meinen Mann zu küssen? Oder einen Körper um weit mehr zu können? Vielleicht einmal richtig Abschied zu nehmen? Ihn wenigstens einmal zu drücken und seine Wärme spüren zu können? Gemeinsam mit ihm noch einmal in den Tempel gehen, dort wo wir Zuhause waren. Wo die Welt draußen bleibt für den Moment. Oder meinst Du nicht, ich möchte nicht noch einmal morgens in aller Frühe aufstehen, einen Kaffee in der Hand und meine nackten Füße in den Wüstensand bohren? Unseren Sand? Eine Limo mit meinem Mann teilen? Von seinem Brot abbeißen? Mit Euch die Hochzeit feiern? Eine Grillfeier feiern und gemeinsam um unser Lagerfeuer sitzen? Oder mit Euch einfach nur zusammensitzen und erzählen? Solange erzählen bis es draußen schuttelig kalt wird, dass selbst die Mücken sich in ihre Löcher verziehen und die Sterne am Himmel stehen? Wo es eigentlich viel zu kalt ist um noch draußen zu sitzen, aber man bleibt, wegen der Gruppe? Das vermisse ich Zac und das würde ich mir wünschen. All die kleinen Dinge die ich liebte", sagte Tim.

Zaccaria
»Eine Seele in totem Fleisch leidet. Und was ist in Lebendem?« Zaccaria versuchte, ruhig zu bleiben, er hob beide Hände und machte beim Reden Gesten, als würde er etwas mit den Handkanten in Stücke hacken wollen. »Noch mal langsam. Du kannst kein Ghul werden, weil dein Körper zerstört wurde. Aber du würdest ein Ghul sein wollen, ja? Er dort könnte das bewerkstelligen. Und ganz ehrlich, die fünf da sehen auch nicht viel besser aus als du. Ich habe mal einen Ghul kennengelernt, der war in Obenza unterwegs. Rodrigo, der hat mir das erklärt. Ist ein Ghul hungrig, verwest er. Ist er verwest oder verletzt, regeneriert er, sobald er genügend isst. Das bedeutet, wir müssten nur dafür sorgen, dass du Nahrung zu dir nehmen kannst.«

Timion:
"Ganz genau und da kommt der Knackpunkt, ein Ghul frisst Personen. Wie ist das mit der Lehre des Blutes vereinbar? Selbstlos Personen fressen? Soll ich mich von Verbrechern ernähren? Oder von Schlachtabfällen? Dann frage Dich woher sie kommen. Könnte ein Ghul von Proteinfleisch leben, würde ich froh annehmen und wieder an der Seite meines Mannes wandeln. Aber es geht nicht. Ich kann weder ihn noch unseren Glauben verraten. Er gab mir Halt und er tut es immer noch. Er ist mein ein und alles. Sag was Vaden", bat Tim hoffnungsvoll.

Vaden:
Vaden schaute seinen Mann an und wusste das erste Mal nicht, was er antworten sollte. Verdammnis für die Liebe? Er schloss kurz die Augen. Er hatte von Anfang an gewusst, dass diese Idee gefährlich war. Und nun stand er an dem Scheideweg. Timion zurück holen? Ja? Nein? Und wie sollte er das nein Yvon erklären, den anderen erklären, sich selbst erklären? Also ja? Damit wäre alles woran sie geglaubt hatten, eine Lüge. Vaden schaute seinen Mann in die Augen. Seine sonst so hellblauen Augen wirkten, wie an einem stürmischen Tag, so als läge ein düsterer Schatten darüber. "Ich kann das nicht beantworten Tim", gestand Vaden leise.

Timion:
"Wenn Kabir über seinen Schatten springen kann, können wir es auch. Gibt es eine Lösung für die Nahrung? Falls ja, tue es. Falls nein, lasst mich wieder gehen", bat Tim und schaute seinem Mann ebenfalls fest in die Augen. "Wir reden miteinander Vad, so wie früher. Ich erpresse Dich nicht, ich hab Dich doch lieb", sagte Tim liebevoll.

Zaccaria
»Da hört ihr es«, rief Zaccaria erleichtert und aufgebracht zugleich. »Ich organisiere das Fleisch. Wir pürieren es zu einer homogenen Masse und würzen es. Eingekocht ist das lange haltbar, wir könnten dir auch Würste daraus formen. Das fühlt sich an, als würdest du ein Bockwürstchen essen. Ich habe auch schon Menschenfleisch gegessen, jeder hat das. Wenn man ausblendet, was es ist und es nicht mehr nach Mensch aussieht, ist das gar nicht so übel. Wir können es dir auch grillen und marinieren! So frisch auf Holzkohle gegrillt, mit Bier abgelöscht. Du bist ein Bluthexer und stolz darauf, alles mögliche an Leid zu ertragen, aber an einer Menschenbockwurst soll es scheitern? Kannst du das nicht als eine besondere Art von Prüfung betrachten?«

Kabir:
"Friss doch die Leichenberge der Wigbergs, Rache postum. Und alles was von den Usern bleiben würde, wäre ein großer Haufen Scheiße", erklärte Kab. Aidan musterte ihn von der Seite und verkniff sich ein Grinsen.

Vitali von Richtstein
»Den Gesprächen habe ich entnommen, dass der Leichnam nicht mehr in bestem Zustand ist. Wenn der Darm Schaden genommen hat, muss der beseelte Korpus in Nährflüssigkeit baden, um die Nahrung aufnehmen zu können für die Regeneration. Das bedeutet, man muss eine Brühe machen. Ich empfehle sie die erste Zeit mit Sedativa zu versetzen, denn ein Ghul spürt, was auch ein Lebender spürte, es sei denn, sein Gehirn ist verwest samt der dazugehörigen Zentren, wie bei diesen fünfen. Ist der Darm ausreichend wieder hergestellt, so meldet sich der Hunger ganz von selbst.«

Kabir:
"Soweit ich gesehen haben war sein Gesicht zerstört, sein Arsch war in Ordnung", half Kabir aus, während Yvon ihn musterte als wollte er ihn erdolchen.

Zaccaria
»Deiner gleich nicht mehr«, grollte Zaccaria. »Wenn ich mit dir fertig bin, kann man bequem Billard in dir spielen. Sollte das heißen, dass seine Eingeweide noch funktionstüchtig sind oder was?«

Kabir:
Kab zog eine Augenbraue hoch und starrte Zac an. "Nur zu, versuch es. Der Duc hat ja versprochen den zu erschießen, der zuerst den Frieden bricht. Sei so gut und verdien Dir die Kugel. Was das heißen soll? Na denk mal scharf, dann kommst Du selbst drauf. Soll ich es Dir vortanzen?", fragte Kab angefressen.

Vaden:
"Da Du gerne zu tanzen scheinst, ja. Nur zu, tu Dir keinen Zwang an. Antworte ihm, Deine Frau und Dein Kind leben durch meine Gnade und Dir habe ich Deinen dürren Hals ebenso gerettet. Also spuck es aus oder Du spuckst gleich Zähne. So langsam bin ich es leid, meine Geduld neigt sich dem Ende zu. Du bist gerettet, das heißt nicht, dass Du kauen können musst. Also?", blaffte Vaden.

Zaccaria
»Meine Fresse, red rakshanisch, wie jeder normale Mensch«, blaffte Zaccaria. »Hier geht es darum, die Scheiße, die du verzapft hast, wieder gut zu machen! Egal, ich geh halt selber nachsehen und hole ihn her.«

Vaden:
"Was den Darm? Zac wärst Du so gut meinen Mann bitte an einem Stück zu lassen? Bei Ainuwar ich brech noch zusammen!", knurrte Vaden.

Zaccaria
»Timion will ich herholen«, rief Zaccaria hilflos. »Im Ganzen! Ich muss nur drauf achtgeben, dass ich ihn dabei nicht berühre. Sonst liege ich daneben.«

Kabir:
"Rakshanisch? Das ginge, theoretisch. Wenn ich die Sprache beherrschen würde. Also mal langsam, bevor alle austicken. Das Gesicht von Timion wurde zerstört. Der Rest seines Körpers ist intakt. Bis auf den durchgeschnittenen Hals. Also alles nur in Kopf-Hals-Region wurde verletzt. Ob seine Leiche von einem der Schachtsoldaten penetriert wurde, kann ich natürlich nicht sagen. Aber von uns war es keiner", erklärte Kabir freundlich. Als Antwort bekam er von Aidan eins vor den Hinterkopf.

Zaccaria
»Niemand hat ihn angerührt. Hätte einer gewagt, auch nur ein falsches Wort zu sagen, hätte ich ihn an Ort und Stelle erschossen.« Zaccaria meinte, was er sagte. »Wenn der Rest intakt ist, müsste man den Nahrungsbrei in die Speiseröhre einführen können. Das dürfte nicht allzu schwer sein. Schlauch rein, Trichter dran.«

Timion:
Wäre ich ein Ghul würde dann mein Gesicht wieder heilen? Ich meine ohne Augen, wie soll ich da leben und ohne Hals? Danke für den Witz Du Schwanzkopierter", murrte Timion.

Vaden:
"Was ist mit einem Leihkörper? Wir haben zig Leihkörper, könnte er sonst in einen Leihkörper umziehen? Ginge das? Ich glaube selbst nicht, was ich hier sage. Aber bitte beantworten Sie die Fragen. Und bedenkt, wenn Timion wenigstens für eine gewisse Zeit zurück wäre, dann könnte er uns auch bei dem Fall helfen", schlug Vaden vor und Yvon nickte zustimmend.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute zu Oliver rüber. "Nun die Leichen der Wigbergs sind noch vorhanden, aber ob das möglich ist, muss der Nekromant uns mitteilen. Oliver auf ein Wort", bat Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver erhob sich von seinem Stuhl. Sehr grimmig musterte er die Ghule und ging mit seinem Mann etwas abseits, ohne die Untoten aus den Augen zu lassen. »Pips?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre folgte seinem Mann und schaute zu Oliver ernst auf. Irgendwie hatte das stets etwas beruhigendes. Oliver war einen Kopf größer als er und er wirkte immer wie aus Mamor gemeißelt. Pierre strich ihm mit einem Finger über das Kinn und schenkte ihm ein liebevolles Schmunzeln. Sie beide waren sich ähnlich nahe, vielleicht sogar näher. So hart Oliver auch war, Pierre ging davon aus, dass Oli keine Sekunde gezögert hätte ihn zurückholen zu lassen. Ihm standen andere Möglichkeiten zur Verfügung und zwar genau jene, die Vaden und Timion verwehrt war. Pierre trat so nah vor seinen Mann, dass sie sich berührten. Dabei schaute er ihn sich ganz genau an, so als wollte er sich jedes Detail von Oliver merken. `Sie lieben sich, so wie wir uns lieben. Wobei ich vermute, dass Du keine Sekunde gezögert hättest, mich zu retten. Gleich wie, oder womit. Korrigiere mich, wenn ich mich irre. Aber ich würde ebenso Himmel und Abgrund in Bewegung setzen um Dich nicht zu verlieren oder um Dich zurück zu bekommen. Das Zac und Kabir jetzt streiten müssen ist unangemessen, aber die beiden haben sich wieder einbekommen. Von daher übersehe ich das Ganze von den beiden Kindsköpfen. Aber was sagst Du zu Vaden und Tims Worten? Es stimmt, er wäre uns bei der Ermittlung eine Hilfe. Aber ist es wahr, das Ghule Menschen oder Personen fressen müssen? Müssen sie das? Können sie nicht irgendein Fleisch essen? Auch nicht synthetisches? Würdest Du Timions Rückholung erlauben? Ich weiß nicht wie ich darüber denken soll und das fällt mit in Deinen Bereich. Ansonsten frage ich Timion noch einige Fragen und dann beende ich das Ganze. Timions Geist wird dann so frei sein, wie die Seelen aus der Phiole. Was ist Deine Meinung dazu? Und ehe ich es vergesse, man sagt es sich viel zu selten - ich liebe Dich Oliver. Wo ich die beiden sehe, weiß ich welches Glück wir haben und sie nicht. Was sollen wir tun Großer?´, fragte Pierre via Interkom.

Oliver Vallis de Souvagne
›Ich liebe dich auch, mein Pips‹, antwortete Oliver zärtlich. ›Und darum würde ich dich an dem Punkt, wo der Kampf verloren wäre, ziehen lassen.‹ Er streichelte seinen Mann, schaute aber immer noch mit einem Auge zu den Ghulen. ›Liebe heißt auch, loslassen zu können. Vaden hat ganz recht, die Trauer über den Verlust ist egoistisch, denn ein Toter leidet nicht mehr, er hat alles Leid abgestreift zusammen mit seinem Körper wie ein Büßerhemd. Und wenn wir keinen Sohn hätten, wäre ich dir noch am selben Tag gefolgt, nachdem ich alles für die Zeit danach organisiert hätte. Vaden ist vermutlich nur für Yvon noch hier und freut sich auf den Tag, da auch er freigelassen wird und seinem Mann folgen darf. Wir sind hier nicht in Souvagne, hier gelten andere Gesetze und ich werde hier nicht das Ordensoberhaupt der Blutswächter heraushängen lassen. Sie müssen selbst mit ihrem Gewissen vereinbaren, was sie da tun. Einen Ghul kann man mit nichts anderem ernähren als Menschenfleisch. Man kann es anders zubereiten, wenn man die Härte in sich findet, aber eine Alternative dazu gibt es nicht.‹

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute kurz weg und schmunzelte gerührt. `Das ist gewaltiger als jede Rettung, mir zu folgen Oli. Das ist eine heftige Aussage, die mich rührt und auch trifft. Du hast manchmal so seltsame Ansichten, auf der anderen Seite bist Du so geradlinig und auch liebevoll das mir nichts mehr dazu einfällt. Ich hoffe wir haben noch lange was voneinander, sehr lange. Im Grunde fangen wir gerade erst an, wir haben uns neu wieder. Ich danke Dir für das gewaltige Opfer und Deine Liebe. Wir sind ein Paar, wir gehen überall gemeinsam hin. Wusstest Du Großer, dass Fabien das Gleiche einst für Max getan hat? Als er bestattet wurde, starb er am selben Abend durch seine eigene Hand. Er wollte nicht ohne ihn leben. Ich bleibe ebenso an Deiner Seite Oli. Ich bin froh, dass Du das so sagst. Trauer ist das Vermissen der geliebten Person. Die Seele von Tim war lange unterwegs, sehr lange. Wer weiß wo er überall war? Darf man ihn zurückreißen? Wir wissen, dass wir bei Ghul anfangen müssen, dass die Goblins also eines der Kartelle die Firma unter sich hat. Das werden wir herausfinden. Ein Ghul kann nur Menschenfleisch essen. Er wäre ein Leichenfresser, er wäre dass was sein Mann bekämpft. Das was er sogar selbst bekämpft hat. Er muss gehen, es geht nicht anders´, antwortete Pierre. Er küsste seinen Mann auf den Mund und ging zurück zur Gruppe. "Bei allem Verständnis für Eure Trauer und das Vermissen von Timion, aber dass er ein Ghul wird ist nicht akzeptabel. Er würde damit gegen Ainuwars Gebote verstoßen, denn nichts anderes als Menschenfleisch wäre seine Nahrung. Sein Mann, sein Sohn, sein Schwiegervater und er selbst standen für die Gebote Ainuwars ein. Wir wissen, wie schwer Ihr alle ihn vermisst, besonders Vaden, Yvon und Zac, aber gerade weil Ihr Timion liebt, müsst Ihr seine Seele freigeben. Es geht um ihn, nicht um Euch. Läge es nur am Geld, hätten wir ihm die Rettung gewährt. Aber es liegt nicht am Geld und grundlos ist Nekromantie nicht in Souvagne verboten. Verabschiedet Euch bitte von Timion. Timion Harruck - es war uns eine Ehre Dich kennengelernt zu haben. Jene die Du bekämpft hast sind gefallen. Ihre Hintermänner fallen in Deinem Namen", erklärte Pierre.

Zaccaria
Die Hoffnung, die er gerade noch gehabt hatte, zerbarst in tausend Scherben. »Wir sind nicht in scheiß Souvagne«, schrie Zaccaria. »Wir sind in Naridien!« Dann verstummte er, presste seine Lippen aufeinander und sagte gar nichts mehr, während seine Nasenflügel bebten. Ronny wurde im Hintergrund unruhig, doch Zaccaria tat nichts.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre musterte Zac. "Der Ort spielt keine Rolle, wenn es um mein Volk geht. Meine Entscheidung ist gefallen. Ob sie Dir gefällt oder nicht Zac, ist nicht maßgeblich. Denn auch dabei ging es nicht um Dich, sondern um Timion. Versuch erwachsen zu werden, auch wenn es schwerfällt", antwortete Pierre gelassen.

Vaden:
Vaden nickte stumm, stellte sich vor Timion und schaute zu ihm auf. "Pass auf Dich auf Baby, ich trag Dich im Herzen", sagte er leise. Yvon stellte sich neben seinen Vater und zog Ronny mit sich. "Ich liebe Dich auch Paps, wir werden an Dich denken auf unserer Hochzeit. Ein Gedeck für Dich zu Deinen Ehren. Er heißt Ronny, wir haben uns hier in Distrikt T kennengelernt und wir sind ein Paar. Er hat mich mit Bier überzeugt und ein bisschen mehr. Du kennst ihn, er ist ein guter Mann, nur etwas schusselig. Zac hütet Deine Habseeligkeiten und wir werden Dir eine schöne letzte Ruhestätte fertigen. Ich vermisse Dich, wir legen Dir den kleinen Tintenfisch dazu. Er soll bei Dir liegen", sagte Yvon und fasste in Timions Substanz. Vaden tat es seinem Sohn gleich und für einen Moment umarmten sie sich alle drei.

Zaccaria
Zaccaria hingegen starrte Pierre mit einem Blick an, für den er in Souvagne vermutlich sofort erschossen worden wäre. Er fuhr herum, blickte den Geist an, der seine Familie umarmte, Vaden, Yvon und dann rannte er nach draußen. Das hielt er nicht länger aus, ohne zu explodieren. Er kannte sich in Obenza besser aus als jeder andere hier, er würde auch ohne Luftschiff zurück zum Schacht kommen. So schnell seine Füße in trugen, versuchte er Abstand zu dem Ort zu bringen, an dem erneut alles zugrunde ging, was er sich erhofft hatte.

Ronny
Ronny blieb sitzen. Er atmete tief durch. Das war weniger heftig gewesen, als es hätte werden können, viel weniger. Erschöpft rieb er sein Gesicht. Ihm machte die Gegenwart des Geists sehr zu schaffen. Er hatte Timion gemocht, mehr noch aber vermisste er Derek. Zu fragen, ob man ihn wiederholen würde, schlug er sich aus dem Kopf. Die Antwort hatte Pierre soeben gegeben. Das Leben war so ungerecht wie der Tod, doch er würde bei Yvon bleiben bis zur letzten Minute.

Timion:
"Ich liebe Euch, pass Du mir auf meinen Yvon auf Ronny. Und sag Zac genau das, ich habe alle meine Jungs geliebt. Ihr wart meine Familie, meine Kinder. Sag ihm, dass ein Teil von mir immer bei Euch sein wird. Sag ihm, dass ich stolz auf ihn bin und das ich ihm danke für alles was er für mich und Distrikt T getan hat. Und Dir Lana danke ich für Deine Versuche. Manchmal ist das Gegenteil von gut, gut gemeint. Aber auch dafür danke ich Dir. Das Beste für Dich und Dein Kleines. Passt auf Euch auf. Die Firma stand in Zusammenhang mit Ghul. Findet seine Kontakte, dann findet Ihr die Firma. Wir sehen uns wieder, irgendwann. Sei gut zu den Kleinen Vad und sei was nachsichtiger, vor allem zu Dir selbst. Und Du Yvon pass gut auf Deinen Mann auf. Bleibt zusammen, trennt Euch nur wenn es nötig ist. Das ist es was ich Dir mit auf den Weg gebe. Lass Dir von Zac meine Bücher aushändigen. Du wirst verstehen. Ich hab Euch lieb", sagte Tim und schloss die Augen. Er war bereit zu gehen.

Zaccaria Heute, 03:06
Ronny

Ronny erhob sich. »Wir haben dich auch lieb«, sprach Ronny stellvertretend für Zaccaria mit. »Du warst der Vater, den wir ohne dich nicht gehabt hätten. Ohne dich wären Zac und ich und etliche andere längst tot. Meinen tiefsten Respekt für all deine Leistungen. Ich trenne mich nicht von deinem Sohn, wir lieben uns und geben aufeinander Acht. Gute Reise, Timion. Und danke für alles.« Als der Nekromant begann, die Verbindung zu lösen, stand Ronny festen Blickes da und wohnte dem Abschied bei. Das Blau wurde blasser, das Leuchten flackerte, wurde schwächer und verlosch schließlich ganz. Timions Geist hatte erneut die Physis verlassen und war in die nichtkörperliche Daseinsebene zurückgekehrt. Im Hintergrund weinte Lana Setardio, doch Ronny war sie egal. Er zog Yvon in seine Arme.

Vaden:
Vaden starrte noch lange auf den Fleck, als könnte allein sein Starren seinen Ehemann zurückholen. `Machs gut Timi´, schickte er ihm gedanklich hinterher. Er drückte Yvon und Ronny an sich. "Macht genau dass, passt aufeinander auf. Danke für Eure lieben Worte, sie bedeuten mir viel", sagte Vaden und küsste zuerst Yvon und dann Ronny auf die Stirn.

Kabir:
Kab legte einen Arm um Lana. `Nicht weinen, gleich was zwischen Euch war, Ihr wart Freunde Lana. Denk daran, halt das fest´, übermittelte ihr Kabir. `Zac? Aidan fährt Dich zurück wenn Du möchtest... und wenn Du möchtest sammeln wir gemeinsam etwas Geld. Das Angebot ist ernst gemeint. Wir sammeln und kehren hierhin zurück, allein. Oder Du allein. Wie Du willst, überleg es Dir. Friedensangebot´, übermittelte Kab Zaccaria.

Zaccaria
Als Kabir Kontakt aufnahm, spürte er einen Gefühlscocktail aus Hass und abgrundtiefer Trauer, der ihm entgegenschlug wie eine Peitsche und in ihrem Ausmaß unerträglich war. Zaccaria litt enorme Pein. Er war gerade auf einer zielstrebigen Suche, er suchte einen gewissen Straßenhändler, um sein Hirn von diesen Empfindungen reinzuwaschen, indem er alles herausspülte. Es dauerte einen Moment, ehe Zaccaria seine Gedanken so weit in Ordnung hatte, dass er antworten konnte. »Sieben Jahre habe ich vergebens gespart ... aber wenn wir zusammenlegen ... Kabir, wenn wir das zusammen durchziehen, hast du mein Wort, dass ich dich fortan nicht mehr als Feind ansehe. Du bist in meinem Kopf, lies! Ich meine das genau so ernst wie du! Wir sind danach quitt. Wir können nicht alle wieder zurückholen, die sinnlos umgekommen sind, aber Timion war der Kopf und das schlagende Herz des Projekts. Distrikt T braucht ihn, ich kann es am Leben halten, aber ich kann ihm nicht die Seele verleihen, die es braucht. Ich möchte bei Aidan mitfahren. Ich gehe zum Ausgang zurück.«

Kabir:
`Ich sagte es tut mir leid und ich meine genau was ich sage. Damals habe ich Dich auch nicht belogen. Heute würde ich mit ihm reden. Und ich verstehe was er mit seinem Projekt erreichen will. Ich war dumm, aber ich muss ja kein Blödmann bleiben Zac. Wir ziehen es gemeinsam durch, für Timion. Ich verstehe Dein Gefühlschaos, aber kauf Dir nicht so einen Scheiß. Erstens kannst Du das Geld für Timion gebrauchen, zweitens kannst Du von mir kostenlos was haben. Komm zurück, Aidan fährt Dich. Und morgen fangen wir an Geld zu sammeln´, übermittelte Kabir.

Zaccaria
›Einverstanden. Den Schnuff brauch ich, das ist zu heftig. Das geht gar nicht, ich mach sonst irgendeinen Scheiß. Vorhin hätt ich dieser arroganten Drecksau Oliver am liebsten das Hirn durchsiebt. Das ist auf seinem Mist gewachsen, ich hatte sie alle so weit!‹ Er trabte zurück zum Ausgang, wo er auf Aidan wartete.

Kabir:
`Er meint es auf seine Weise gut, denk dran in gewisser Weise denkt Tim auch so. Aber davon können wir uns nichts kaufen, oder genauer gesagt Tim. Ich komme raus, warte´, bat Kabir. Er verließ ebenfalls das Nekrophon und gesellte sich zu Zac. Zur Begrüßung gab er ihm die Hand und hinterließ zwei Päckchen darin. `Bitumena auch schwarzer Schleimer genannt. Ist eine überaus seltene und wertvolle, schwarze Schnecke, die aus den Sümpfen von Alkena stammt. Ursprünglich verwendet man ihr gemahlenes Gehäuse ganz ähnlich der Purpurschnecke zum Einfärben von Kleidung. Allerdings lässt sich das Pulver auch einnehmen. Nach der Einnahme dieser Droge fühlen sich die Konsumenten stärker, schneller und klüger. Sie durchleben extrem euphorische Zustände. Nach Abklingen der Droge werden die Anwender von oft antriebslos. Die zweite ist Mancharol. Ein medizinisches Beruhigungsmittel, dass den Patienten in geistige Gleichgültigkeit und Lethargie hüllt, zwecks Ruhigstellung. Dir geht alles am Arsch vorbei, nichts tut mehr weh. Es ist alles grau. Versuchs, wirkt meist Wunder´, erklärte Kab mental, während Aidan sich dazu gesellte. "Wir können wenn Du magst", sagte er freundlich.


Zaccaria
Zaccaria nahm die Päckchen gierig entgegen und da er hier gut geschützt war, schaute er sich gleich an, wie der Inhalt aussah. Die Qualität war ordentlich, Geruch und Konsistenz hervorragend. Keins von beiden war gestreckt, was bedeutete, dass es direkt aus vom Erzeuger kam oder aber über sehr gute und vertrauenswürdige Wege, die natürlich ihren Preis hatten und ohne Beziehungen lief da gar nichts, es sei denn, man war Sentir oder eben eine Waffe der Sentir. Nachdenklich wiegte er die beiden Päckchen gegeneinander ab. Er konnte sich nicht entscheiden. »Lutschst du mir während der Fahrt einen?«, wollte er wissen.

Aidan:
Aidans Blick wurde grimmig und zwar so, dass Zac sich fragen musste, ob er gleich niedergeknüppelt wurde. Der Blick war typisch Büttel im Ausnahmezustand. "Ich soll Dich fahren und Dir dabei einen lutschen? Du kannst mich mal lecken und zwar am Arsch! Ist es wahr", sagte Aidan, warf die Hände in die Höhe und stapfte um Zac herum.

Zaccaria
Zaccaria legte den Kopf etwas schräg. In seinem gegenwärtigen Zustand wäre es ihm nicht ungelegen gekommen, sich zu prügeln, auch wenn er vermutlich gewaltig aufs Maul kassieren würde von diesem Kerl. Er sah aus, als wäre er schon eine Weile im Geschäft. »Kabir fährt, du lutschst«, stellte er richtig. »Wir teilen den Stoff.«

Aidan:
"Das lassen wir mal lieber, wenn Kabir fährt und Du zu bist, werdet Ihr nur wieder streiten und wir landen im Graben. Ich lutsche keine Schwänze, keine Mösen, nichts. Du kannst ja Kabir fragen, ob er Deine Schlange beschwören will", hielt Aidan dagegen.

Kabir:
"Ich? Wieso ich denn? Nimm einfach Grau ein und füge Dich in die Leere. Du wirst sehen, alles ist gut. Das mit dem Lutschen vergisst Du genauso wie jeden anderen Mist. Runter damit", munterte Kab Zac auf.

Zaccaria
»Kab ist nun echt nicht mein Fall und ich nicht seiner, ich hab noch nie blonde Locken gehabt«, winkte Zaccaria ab. »Bleib mal ruhig, Aidan, meine Fresse, es war nur eine Frage. Dann nehme ich Bitumena, ansonsten wäre es das andere geworden.« Er öffnete das Päckchen. Der Inhalt war kein Pulver, sondern Schleim. Zaccaria drückte ihn sich in den Mund und legte ihn unter die Zunge, die bald taub wurde. Den Geschmack, den viele widerlich fanden, liebte er. »So, wir können.«

Aidan:
"Ja vergiss es einfach, ich bin bei dem Thema nicht gerade tiefenentspannt. Und Kab hat ja seine Lana, also von daher alles kein Problem. Steig ein ich fahre Dich und benimm Dich während der Fahrt", bat Aidan. Er setzte sich ins Aero und ließ den Motor an.

Zaccaria
»Ich habe nicht vor, euch Ärger zu machen«, sagte Zaccaria. »Ich wollte mich nur entspannen, aber ich kann mir auch zu Hause einen lutschen lassen, falls ich dann nicht zu breit bin. Echt nett, dass ihr mich fahrt.« Er stieg ein und schnallte sich an.

Aidan:
"Wir haben uns beide auf dem falschen Fuß erwischt, lass gut sein und hol Dir Zuhause was Du brauchst. Kab Du solltest Lana holen, sonst muss sie laufen. Wäre nicht gerade feinfühlig", schlug Aidan vor. Kab sprang aus dem Aero und ging nochmal ins Nekrophon um Lana mit nach Hause zu nehmen.

Zaccaria
Kurz darauf kehrte Lana mit Kabir zurück. Zaccaria hatte sich vorn neben Aidan gesetzt, so dass die beiden hinten nebeneinander sitzen konnten. Auch nahm er an, es war ihnen angenehmer, wenn er ihnen nicht in den Nacken starrte. Stattdessen starrte er bald gar nicht mehr, sondern blinzelte im Halbschlaf vor sich hin. Anfangs flackerten noch die Erinnerungen, die Wut und die Trauer wieder hoch, doch das Aufflammen wurde schwächer, bis es aufhörte. Zaccaria spürte nur noch eine tiefe Entspannung, seine Gedanken waren zäh wie Brei und bald schlief er von dem gleichmäßigen Brummen des Motors ein.

Kabir:
Kab legte seinen Arm und Lana, so dass sie sich gemütlicher anlehnen konnte. `War keine Absicht Dich zu vergessen. Ich bin manchmal ein Vollverpeiler, ich gewöhne mich um. Versprochen, ich bemühe mich. Ich werde morgen mit Zac losziehen, wir wollen zusammen was schönes für Tim organisieren. Ich habe Dir was erklärt und Tim genau das gesagt. Also werde ich es auch beweisen Lana. Danke fürs Kopfwaschen vorhin und Danke dass Du mir das Leben gerettet hast. Hättest Du Vaden nicht gebeten, wäre es das gewesen. Danke Süße´, übermittelte er glücklich.

Lana
Lana bettete ihren Kopf an seine Schulter. ›Unser Kleines braucht seinen Papa und ich brauche dich auch‹, antwortete sie gedanklich. ›Du warst so mutig und ich bin so stolz auf dich, dass du dich für uns opfern wolltest. Aber ich bin froh, dass die Bluthexer dir geholfen haben, es nicht zu tun. Timion fand ich immer in Ordnung, ich hatte nie verstanden, was manche gegen ihn haben, bis der Waffenhandel aufgedeckt wurde. Nun wissen wir, er war ein guter Mann und starb reinen Herzens. Ich hoffe, Vaden und Yvon verkraften den erneuten Abschied. Nun reden wir nicht mehr vom Tod, sondern vom Leben. Organisiert eure Grabbeigaben und erweist ihm die letzte Ehre und dann könnt vielleicht auch ihr endlich Frieden schließen, miteinander und mit euch selbst.‹ Sie schloss die Augen. Als sie einschlief, lächelte sie.

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