Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

16 Kapitel 16 - Gespräch von Sentir zu Wigberg

Nach dem gewaltsamen Tod von Timion Harruck beanspruchen zwei Parteien sein Erbe für sich: Auf der einen Seite Dr. Lana Setardio, die sich humanistischen Zielen verschrieben hat und von dem abtrünnigen Sentir Kabir unterstützt wird. Auf der andern Seite die Schachtsoldaten um Zaccaria samt Timions Familie.
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Kabir
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16 Kapitel 16 - Gespräch von Sentir zu Wigberg

#1

Beitrag von Kabir » So 8. Sep 2019, 03:41

Gespräch von Sentir zu Wigberg


»Viel ist es nicht, was ich dir an Wissen zum Tausch anbieten kann. Das meiste davon habe ich dir bereits gesagt. Ich bin weder Wissenschaftler noch Nekromant, ich hatte mit der aschgrauen Sonne nichts zu tun«, fuhr Dorian fort, während er seine Tasse auf der Bar hin und her drehte. »Was mich interessieren würde: Wurde meine Familie hingerichtet und das war es, oder wurden wir auch enteignet? Wenn dieser Punkt übersprungen wurde in der Annahme, niemand von uns wäre noch am Leben, ergeben sich daraus ganz andere Möglichkeiten.«

Hilarius:
"Ich schlage vor, wir setzen uns gemeinsam an einen Tisch, da wir verhandeln. Die Drohungen und Belauerungen sollten wir uns sparen. Wie Du vorhin sagtest, Du möchtest überleben, wir möchten überleben. Ihr beiden seid Flüchtlinge vor dem souvagnischen System und ich bin es vermutlich auch. Zudem, nur weil mein V-Aero irgendwohin reist, heißt das nicht, dass ich ebenfalls mitgereist bin. Es könnte allein gereist sein oder mit einer anderen Person. Alles was in Souvagne sicher ist, ist die Reise meines Aeros. Wann ich wohin gereist bin oder wie, ist damit nicht bewiesen. Aber das sind Haarspaltereien die wir im Moment nicht diskutieren müssen. Es gibt andere Dinge die für uns alle wichtiger sind. Deine beiden Begleiter dürfen sich dazu gesellen. Wir setzen uns an einen Tisch und ich gebe einen aus", sagte Hilarius ruhig.

Kabir
Kab gab Aidan und Zac ein Zeichen, dass sie sich zu ihnen gesellen sollten. "Enteignet wurdest Du Dorian. Wie ich bereits sagte, ist Euer Besitz komplett an den Orden der Bluthexer gefallen. Das Gesetz besagt, bei Hochverrat geht sämtlicher Besitz in den Besitz der Krone über. Der Duc hat aber entschieden, dass Euer kompletter Besitz in den Besitz des Ordens der Bluthexer übergeht. Das heißt, Euer Land und alles was Ihr je in Souvagne besessen habt, gehört nun den Bluthexern. Einschließlich des Ordens der Sentir, drum wurden wir Oliver wohl zugeteilt wie auch die aschgraue Sonne selbst. Jene Maschine die Oliver wieder reaktivieren möchte. Du hast meine Frage bezüglich Kinder nicht beantwortet. Ich frage erneut - Ist jemals ein Mischlingskind geboren worden? Also ausgetragen von einer Mutter? Falls ja, wie hat sie das überstanden? Gab es Komplikationen? Was wisst Ihr über das Wissen? Danach kann ich Dir gerne auf dem Com die Eilmeldung vorspielen. Beantworte mir die Frage. Ich habe nicht vor Euch zu schaden", sagte Kab und zeigte seine offene Handfläche als Zeichen dass er friedlich bleiben würde.

Dorian von Wigberg
»Ich habe überhaupt nicht gedroht«, murrte Dorian leise zu Hilarius. »Gelauert auch nicht, ich bin so vorsichtig, wie es angemessen ist. Osmund war es nicht und ist tot. Du wünschst sicher nicht, dass unsere junge Ehe so ein frühes und hässliches Ende nimmt.«
Gekränkt, da er sich zu Unrecht gerügt fühlte, marschierte er mitsamt seinem Jagertee zur nächsten freien Sitzgruppe und nahm Platz.
»Ich wollte nur die Eigentumsverhältnisse klären. Ich kann mir ja nicht mal einen eigenen Tee bestellen, da wir enteignet wurden! Ist mir eigentlich irgendwas gelassen worden außer dem blanken Leben und dieser Kluft? Lebenslang treue Dienste am Land und so sieht der Dank aus.«
Er schaute, wer die anderen beiden waren. Ein hagerer junger Mann in Armeekluft und ein trainiert aussehender Rotschopf, der etwas älter war. Bei dem Jüngeren hatte Dorian schon vermutet, dass er zu Kabir gehören würde aufgrund von dessen Blicken in ihre Richtung. Den Älteren hatte er nicht bemerkt. Er war unaufmerksam. »Die Höflichkeit gebietet es, dass du uns deine Begleiter vorstellst, Kabir«, erinnerte er, doch der Möchtegernsoldat - oder vielleicht war es auch tatsächlich einer - ergriff Dorians Hand und drückte sie fest.
»Zaccaria Belac. Schachtsoldat aus Distrikt T.«
»Dorian von Hohenfelde, geborener Wigberg«, antwortete Dorian überrumpelt, da der Kerl einfach seine Hand genommen hatte, ohne zu warten, bis er sie ausstreckte. »Was deine Frage betrifft, Kabir: Vor 300 Jahren kreuzte man Souvagner und Tieflinge auf natürlichem Wege. Auch jetzt in der heutigen Zeit gab es mal hin und wieder welche, aber die wurden von Agenten dem Orden zugeführt.«
Er konnte immer noch nicht fassen, dass der Orden nicht mehr in der Hand seiner Familie lag. Ihre Ländereien samt allem, was darauf stand, ihre Comtes, ihre Chevaliers, ihre Leibeigenen, alles war fort. Es gehörte nun dem Orden des Prince Oliver Vallis de Souvagne. Der Kerl wusste vermutlich nicht einmal, welche großartige Sache die Sonne und der Orden waren, er würde einfach alles zerstören, so wie sie auch seine Familie gedankenlos ausgelöscht hatten.
»Wie stehst du eigentlich zum Orden der Bluthexer, Kabir?«, wollte er wissen.

Hilarius:
Stellte fest wie jung Dorian noch war und wie mitgenommen. Ihm entgingen Feinde und er zog sich momentan jeden Schuh an. Hila konnte es ihm nicht verdenken. Angst und Panik ließen einen unerfahrenen Geist unaufmerksam werden. Niemand wusste das besser als ein Hohenfelde, denn was die Angst betraf, waren sie wahre Meister. In der Anwendung, Verbreitung und auch was sie selbst betraf. Einmal ins Visier der eigenen Familie gekommen, wusste auch ein Hohenfelde was Todesangst war. Und der naridische Zweig wusste es bis heute, vom Ältesten bis zum Jüngsten. Seine Hand legte sich beruhigend auf Dorians Oberschenkel. Warm und vertrauensvoll lag sie dort, während ihm Hilarius keine Botschaft, sondern nur seine Zuneigung übermittelte. Dorian spürte, dass die Anklage der Drohnung gar nicht ihm gegolten hatte. Hila hatte über sich gesprochen und er war Dorian kein bisschen böse. Er fühlte mit ihm, er verstand ihn und vor allem beschützte er ihn. "Was das Geld angeht, lass das meine Sorgen sein. Zur Not singe ich für unsere Getränke. Glaub mir dann bekommen wir sogar gratis Nachschlag, nur damit ich den Mund halte. Der Dienst am Land kann sehr schnell ins Gegenteil verkehrt werden, wenn jemand von der Krone etwas falsch versteht. Ich erinnere an die Familie Dupont mit dem Barden Narthan Garcia. Noch heute geht die Mär um, Nathan der Schreckliche würde des Nachts auf einem Drachen des Abgrund über den schwarzen Himmel jagen und dabei schauderliche Lieder singen. Wer sie hört ist des Todes. Nun dazu müsste Nathan über hunderte Jahre alt sein und Drachen gibt es nicht. Falls er ein Drachenhuhn gekauft hat, dann nicht bei uns. Dann würde der Gute in meinen Büchern stehen und ich besitze sie noch alle. Spaß beiseite, jedenfalls war es Nathan, der durch seinen Gesang die Familie Dupont in die Verbannung trieb. Ein Dupont schenkte dem Duc genau jenen Nathan. Als er dann den Mund zum Gesang öffnete, war das wohl so grausig, dass sich einem die Zehnägel hochgerollt haben. Der Duc empfand dies als Majestätsbeleidigung und verbannte alle Duponts ins Exil. Er verstieß sie also. Damit fiel der gesamte Besitz der Krone zu und die Duponts wurden der Landesacht übergeben, also für vogelfrei erklärt. Jeder er ihnen ans Leder wollte und ihnen das letzte Hemd vom Arsch riss, konnte dies ungestraft tun. Vogelfreie genießen keinen Schutz mehr vor anderen. Wer sie tötet, hat gut daran getan. Und so rannten die Duponts um ihr Leben, weil jemand ein falsches Geschenk aussuchte. Oder Nathan an dem Tag erkältet war. Das heißt also, der Umgang mit der souvagnischen Krone, kann sehr leicht und freundlich sein. Ich weiß es, ich hatte Jahrelang mit ihnen Umgang. Der Duc ist und war zu jeder Zeit nachsichtig und gnädig mit seinem Volk und seinen Untertanen. Aber sobald sich der Duc - wer auch immer das zur Zeit ist oder war, verraten fühlt, kennt er keine Gnade mehr. Das haben die Duponts zu spüren bekommen, zig andere Familien und Personen und nun leider auch mein Ehemann durch die Schuld eines einzigen dussligen Verwandten. Nebenbei grüße ich erstmal die beiden Neuankömmlinge Zac und Sie ebenso", warf Hilarius in die Runde und bestellte für alle Kaffee. So wie sie aussahen konnte jeder einen gebrauchen. "Was Duc-Gemahl Oliver Vallis de Souvagne angeht, halte ich diesen Mann für äußerst gefährlich. Vor Äonen noch bevor meine Familie dieses Land hier betrat, in der ersten Ära wie wir es nennen, gab es ein Leben in dem man sich vor Inqisitoren vorsehen musste. Nun bis sie Geschichte waren, dank einiger meiner Vorfahren. Aber Oliver ist ein ebensolcher Mann. Von sich und seinen Zielen derart überzeugt, dass er lieber die Welt seiner Sicht anpasst, als seine Sicht auch nur einen Milimeter zu verändern. Er ist machtbesessen, glaubt aber nicht daran. Er schätzt sich selbst als ordenstreu ein, was er auch ist. Sein Ziel ist es, den Orden über alles zu stellen. So hat er es geschafft, die Ehefrauen des Duc loszuwerden, Oberhaupt über alle Orden zu werden, den Orden der Bluthexer an die Spitze der Orden zu bringen und er hat gewaltige Macht da er gewaltigen Einfluss auf den Duc hat. In Religionsfragen ist seine Meinung ausschlaggebend. In anderen Fragen? Nun jeder weiß, wie eine Frau regieren würde - übers Bett. Was wissen wir schon davon, was Oliver seinem Mann nachts im Bett zuflüstert, worum er ihn bittet, oder was er ihm befiehlt sobald er bis zum Anschlag in ihm steckt? Sie sind seit dem sie sich absolut nah sind unzertrennlich. Meine Schwester war Duchesse. Ich habe sie vor Oliver gewarnt, er ist nett als Person, umgänglich, aber brandgefährlich. Sie sagte er wäre ein Beimann wie die Beifrauen... er hat sie beiläufig erledigt. Dümmer kann man nicht sein, als einen Feind so zu unterschätzen. Sie ist raus, wir sind raus, Einfluss auf die Krone haben wir demnach Null. Wie jeder andere Hochadlige haben wir uns nun bittend an den Duc zu wenden. Ausnahme mein Neffe, aber auch hier brodelt es. Denn Oliver der alles beiläufig zu erledigen scheint, hat nun mit dem Duc ein gemeinsamen Sohn. Wer wird also den Thron besteigen? Mein Neffe? Oder der Sohn von Oliver? Ihr könnt es Euch denken. Das von meiner Seite aus. Wir haben etwas Wissen zu bieten, was die Sonne angeht. Es hat nichts mit dem flüssigen Wissen zu tun, aber dafür verlangen wir Entgegenkommen und Schutz wenn nötig von Euch. Im Duo - Geistmagie und Psionik kann uns so schnell keiner ans Leder. Denkt mal darüber nach", bot Hilarius an.

Kabir
Kabir hörte sich alles an und dachte darüber nach. "Gegen ein Bündnis spricht nichts, sobald ich Dich ausgelesen habe. Das Gleiche biete ich, damit sind wir beide auf der sicheren Seite, dass keiner versucht den anderen zu hintergehen. In der heutigen Zeit, ist das leider üblich geworden. Was ich vom Orden der Bluthexer halte? Bis dato war ich ihm neutral gegenüber eingestellt. Seit dem Zeitpunkt, als Oliver sagte, er möchte die aschgraue Sonne reaktivieren, sieht die Sache anders aus. Ich war einst Teil der Sonne, fast ein Jahr lang. Ich erinnere mich nicht an viel, aber ich erinnere mich an seltsame Träume und grauenvolle, permanente Schmerzen. Und davor? Davor erinnere ich mich an das was wir Kindheit nennen, wie sie zerstört wurde, wie ich zig mal operiert wurde, wie ich bestraft und trainiert wurde, wie man mir Körperteile abschnitt, die sie für unnötig hielten und vieles mehr. Diese Sonne möchte Oliver wieder einschalten, mit den Sentir. Welchen denn? Jene die zuletzt angeschlossen waren? Auf der Ersatzbank alle anderen Endstufler? Und wie will er den Orden fortführen? So wie er am effektivsten war? Also als Folterabgrund? Wenn dem so ist, ist sein Orden ein Haufen Heuchler, mehr nicht. Sie predigen Wasser und saufen Wein... so ist es doch. Wir leiden für andere... bla bla bla... Ihr lasst andere für Euch leiden. So wird ein Schuh draus. Er sollte nur eine Woche in der Sonne leben, bei vollem Bewusstsein, dann sprechen wir uns nochmal. Die OPs vorher, die dürfen nicht vergessen werden, denn sonst ist ein Anschluss nicht möglich. Er bot mir Hilfe an, im Tausch für etwas. Aber war es ernst gemeint oder einfach nur ein Drops? Sprich hier für Dich lutsch und halt die Fresse. Ich weiß es nicht und dummerweise habe ich ihn nicht ausgelesen, da das Mantra - die Krone ist Tabu zu tief saß. Er bekam aber nicht dass, was ich versprach. Dank Aidan, er hier", sagte Kab und tippte Aidan an, der freundlich winkte. "Eigeninitiative, tolle Sache. Jedenfalls hat Oli nun was leckeres zu trinken, aber mehr hat er nicht. Denn mehr habe ich auch nicht. Danke für die Info über die Kinder. Also so stehe ich dem Orden der Bluthexer gegenüber. Ich muss einen Weg finden, die Sonne zu vernichten", sagte Kab und trank einen Schluck Kaffee.

Dorian von Wigberg
»Das will Prince Oli? Interessant, das hätte ich ihm nicht zugetraut. Du willst die Sonne vernichten aus persönlichen Beweggründen, aus Angst und Rachsucht? Meine Empfehlung, ganz bescheiden und unverbindlich: Lass es. Entscheidungen, die aus einem Gefühl heraus geboren werden, führen in den eigenen Untergang. Davon kann meine Familie ein Lied singen und diesmal spreche ich nicht von Osmund. Wir hatten einen Haufen liebeskranker Trottel unter den Ahnen, ein todbringendes Übel, das wir trotz der Erkenntnis einfach nicht rausgezüchtet kriegen. Ein Schwachpunkt, an dem sich unsere Logik bricht. Davon kann ich dir so gelassen erzählen, weil es eh jeder weiß. Vermutlich war auch Harubold in Dunwolf verknallt und wurde dann vor lauter Liebe von ihm aufgefressen. So was passiert, aber schön ist das nicht, es schadet der Familie und liest sich erst recht nicht gut im Stammbuch.«
Dorian trank einen schluck Kaffee mit geschlossenen Augen, um sich auf das warme Gefühl der Hand auf seinem Bein konzentrieren zu können. Er stellte die Tasse wieder ab und rutschte mit dem Stuhl näher an den von Hilarius heran. Er beschloss, ihn zu küssen, damit die anderen gleich sahen, dass sie beide mehr verband als nur ein Stück Papier und gar nicht erst versuchen brauchten, Hilarius schöne Augen zu machen. Gedacht, getan - Hilarius wurde mit einem innigen Kuss beglückt und einem leisen: »Danke für den Kaffee und alles. Wir sollten deinen Neffen bei Gelegenheit zu uns einladen, damit er nicht vereinsamt.«

Kabir
Kabir setzte die Brille ab und rieb sich über die Augen. "Rachsucht hat damit nichts zu tun, Selbstschutz Dorian. Ich würde alles dafür tun, niemals wieder in die Sonne zu müssen und es gibt Personen die ich genauso davor bewahren möchte. Angst? Angst beschreibt nicht im Geringsten, was ich empfinde, wenn ich an die Sonne denke. Für das Grauen gibt es kein Wort. In der Sonne bist Du voll und ganz anderen ausgeliefert, mehr als sonst noch. Und Du kannst nichts dagegen tun. Nicht mal Deine Gedanken gehören Dir. Du kannst Dich nicht bewegen, nicht mal Deinen Geist kannst Du bewegen. Sie entscheiden was Du denkst, träumst, ob Du träumst, Du bist nur noch ein Klumpen Fleisch der Schmerzen empfindet. Darauf reduzieren sie Dich darin. Manchmal wirst Du wach und dafür wirst Du bestraft, sie verpassen Dir Drogen damit Du wieder ins System kommst, sie untersuchen Dich und keiner geht dabei besonders zimperlich mit Dir um. Das ist mein Grund, warum ich sie vernichten will. Chancen male ich mir keine aus, es sei denn ich nutze ihre eigene Waffe - Verrat", antwortete Kab und schloss seine Finger ebenfalls um die heiße Tasse. "Wildfänge die sie nicht in den Orden einfügen können, werden sie töten. Ich habe an zwei oder drei Kinder zu denken, Du verstehst?", fragte Kab.

Dorian von Wigberg
Dorian nickte langsam. »Ich verstehe. Früher hätte ich gesagt, nun haben wir eine Verhandlungsgrundlage, da ich die Möglichkeit hätte, dir zu helfen, aber alles was ich heute anbieten kann, ist Fürsprache über einen Wigberg an geeigneter Stelle. Ich wurde gesellschaftlich kastriert, ich bin finanziell und sozial abhängig von meinem Mann und meinen Verwandten. Das ist niederschmetternd, man fragt sich unweigerlich, wer einen alles dafür auslacht. Wer soll mir gegenüber noch Respekt empfinden oder wenigstens Achtung? Ich bin nichts mehr als der Mann von Hilarius von Hohenfelde. Wobei ich der ziemlich gern bin. Ich würde ihm aber lieber eine bessere Partie sein wollen. Ich weiß nicht, ob sich unsere Gefühle da gleichen, weil du nicht von Stand bist. Du wurdest als Leibeigener dazu geboren, jemandem zu gehören, der sich um dich kümmert. Du hattest nur wahnsinniges Pech mit deinem Lehnsherrn. Wenn du Oliver an die Sonne anschließen könntest, würdest du es tun?«

Kabir
Kabir schüttelte den Kopf. "Nein das würde ich nicht tun, ich würde niemanden daran anschließen wollen bis auf die Ärzte, die es uns angetan haben. Er redet so, weil er es nicht besser weiß und genau das ärgert mich. Ich bin kein Leibeigener Dorian, ich bin keine Person vor dem Gesetz, ich bin ein Ding. Ein Gegenstand wie jedes Haustier, oder wie jede Bratpfanne. Ein Leibeigener ist eine Person, er oder sie ist als Person anerkannt. Sie gehört nur jemanden. Ich bin nicht als Person anerkannt, ich habe keinen Status als Person, ich habe nicht mal einen Nachnamen, ich habe kein Geburtsdatum, ich könnte offiziell nicht heiraten, ich kann gar nichts. Ich bin in Souvagne ein geschaffenes Ding. Dahingehend bin ich mit den Tuteurs und Souvrakasiern gleich, sie haben keinen Status als Person. Genausowenig wie ich. Wollte ein Tuteur irgendwen heiraten, müsste jemand zuerst seinen Status als Person beantragen. Erst dann ist er Leibeigener und erst dann könnte er heiraten. Deinen Stand kann ich nicht nachvollziehen, da ich mich nur mit den Ständen auskenne wie die Hirarchie ist. Das ist schon alles, sonst hatte ich nichts damit zu tun. Dein Mann sieht ziemlich glücklich mit Dir aus und ich denke keiner lacht Dich aus, weil Du Deine Familie verloren hast. Sie schütteln wohl ehr die Fäuste gegen Osmund. Du hast immerhin jemanden zu dem Du gehen kannst, was ein Vorteil ist, wenn man eine natürliche Person ist. Bei einer Gensequenz kann keiner Zuflucht suchen", grinste Kabir. "Was würdest Du mit der Sonne tun, hättest Du alle Macht der Welt? Und was würdest Du gerne mit Osmund tun? Oh ich wüsste was witziges, was man mit der Sonne tun könnte. Die Glücksspielzahlen der Lotterie beeinflussen. Die Zahlen die man aufgeschrieben hat, rauskegeln lassen. Das hätte doch was", gibbelte Kab.

Dorian von Wigberg
»Ich würde die Sonne gegen die Krone einsetzen«, grollte Dorian. »Hör weg, Hila, sonst kriegst du auch noch den Verräterstempel. Ich würde den Thron räumen und meinen Mann draufsetzen! Das wäre es, was ich tun würde. Die gesamte Familie de Souvagne ausradieren, so wie sie es mit meiner Familie taten, aus dem selben Grund wie du - Eigenschutz. Der Hass wäre nur das Beiwerk. Dass du nicht einmal eine Person bist, war mir nicht bekannt. Ist das juristisch mit dem Status als Sklave vergleichbar? Ist es das, was du bist? Würde Osmund noch leben, würde ich ihn für seine Genialität beglückwünschen und ihn nach seinen Fehlern ausfragen, damit sie niemals wiederholt werden. 800 Jahre ging alles gut und dann ging alles den Bach runter. Warum? Das ist, was ich herausfinden wöllte.«

Kabir
Kabir lächelte zuckersüß. "Der Grund sitzt gerade als einarmiger Bandit vor Dir - ich. Ich sollte einen Kollegen beseitigen, ohne es zu wissen. Ich belog Francis aka Osmund, da ich keine Lust auf einen Auftrag hatte. Er wusste das ich ihn belog, dass ich ihn betrog - denn ich war der betrogene Betrüger. Genau was ich dort tat, sollte ich tun. Nämlich ihn scheinbar verarschen und den Kollegen umlegen. Bis dato wäre die Welt noch in Butter, hätte eine Person nicht den Kollegen in Ehren gehalten. Denn diese Person kämpfte und tat alles, damit der Kollege nicht vergessen war. Und als der Duc und Oliver Distrikt-T besuchten, sprach er sie genau darauf an. So kam heraus, dass ich gelogen und betrogen hatte. Das ich grundlos meinen Kollegen tötete. Und als sie weiter gruben kam heraus, dass mit Francis etwas nicht stimmt. Also wurde er zur Krone zitiert. Auch dabei stellten sich Ungereimtheiten heraus und letztendlich flog genau dadurch Osmund auf. Da er schon so gut wie überführt war, gab er es letztendlich sogar zu. Ziemlich arrogant muss man dazu sagen. Also sagen wir mal so zack und Osmund war tot. Damit weißt Du, was ihm das Genick gebrochen hat, der betrogene Betrüger vom betrogen Betrüger, über seine eigenen Seilstricke gestolpert, da etwas Unvorhergesehenes passierte. Zufälle, dabei sollte man Zufälle einplanen, damit sie nicht zufällig passieren. Dein Mann würde sich gut auf dem Thron machen, er kennt den Sessel ja schon, von seiner Schwester her oder über seinen Neffen. Aber ein Hohenfelde auf dem Thron? Nun das wäre was", lachte Kabir leise. "Für den Tod Einzelner benötigt es keine Sonne, es benötigt einen Sentir", warf Kab so freundlich ein, dass man die Todesbotschaft eindeutig hörte. Jene die allerdings nicht Dorian galt.

Dorian von Wigberg
»Der Fehler war nicht der Zufall - Zufälle passieren, die muss man, wie du richtig sagst, einkalkulieren - der Fehler war, dass du die Person, die den Kollegen in Ehren hielt, nicht getötet hast. Was immer du tust, tue es gründlich. Warum warst du es zu dieser Zeit nicht? Unwissenheit, Mitleid oder Nachlässigkeit?« Dorian sah Kabir so aufmerksam an, wie das nur jemand konnte, der vor dem Sentir nichts zu befürchten hatte oder jemand, der nicht um dessen Gabe wusste. »Natürlich würde mein Mann sich hervorragend auf dem Thron machen, meinst du, ich heirate einen Nichtsnutz? Die Crème de la Crème darf es sein und ich hatte ein gutes Gespür. Auch wenn es Hilarius war, der um meine Hand anhielt, aber ich gab ihm den Anlass, indem ich bei ihm um Schutz ersuchte und nicht bei seinen Verwandten oder den naridischen Wigbergs. Du könntest also den Duc töten, Kabir? Trotz all dessen Sicherheitsvorkehrungen?«

Kabir
Kabir musterte Dorian erstaunt. "Also bitte, wenn ich eines kann, dann töten. Gut, dass ist vermutlich auch keine Kunst, eine Waffe zu ziehen und ein Leben auszulöschen. Das kann jeder Trottel, der eine Waffe halten und zielen kann. Das Schwierige ist es, es heimlich zu tun. Oder so, dass es wie ein Unfall aussieht. Wie der Bankraub, rein kein Problem. Raus und unerkannt entkommen, dass ist die Herausforderung. Zurück zum Thema, ich tötete den Kollegen. Also genau genommen tötete ich ihn fast und wäre selbst beinahe drauf gegangen, da er ziemlich am Leben und seiner ganzen Scheiße hing. Und der Rohrspatz der mich auf Spur bringen sollte, griff ein und schnitt ihm die Kehle durch. Er war tot, dass schwöre ich Dir. Er war der Einzige bei dem ich dermaßen verschissen habe ihn selbst ins Jenseits zu pusten. Allerdings habe ich festgestellt, dass auch Leichen ein Eigenleben führen können. Tote sagen manchmal mehr, als Lebende. Oder tauchen da auf, wo man sie echt nicht gebrauchen kann. Vor allem, wenn man sie als Exempel zurücklässt. Sollte man unterlassen. Naja ich war nach naridischen Maßstäben ein Kind als ich meinen Kollegen tötete, ich war 14 Jahre. Gut in Souvagne war ich damit ein Erwachsener, auch wenn das bei uns nichts zählt. Denn immerhin war mein erster Einsatz mit Leitwolf da schon 6 Jahre her, ich hätte es besser wissen müssen. Und heute wüsste ich es besser, denn ich hätte den Kollegen gar nicht getötet, sondern meinen Scheißeinsatz einfach zu Ende gebracht. Auf andere Art versteht sich", erklärte Kabir und schaute betrübt in seine leere Tasse. Er blickte auf und schaute Dorian unverwandt in die Augen ohne zu blinzeln. "Ja das kann ich, es gibt Sicherheitsvorkehrungen die er treffen könnte, aber ich denke nicht, dass sie ihm bewusst sind. Allerdings habe ich jede Menge zu verlieren. Würde ich ihn töten, hätte ich ganz Souvagne gegen mich. Das wäre verschmerzbar, wäre ich allein. Ich bin nicht allein, sie würden meine Familie jagen und töten. Und gegen ihre Rache, gibt es auch keine Sicherheitsvorkehrungen. Glaubst Du sie würden da noch einen Agenten schicken? Richtig in Wut? Ich denke der liebe Oliver würde uns zeigen wie Obenza nach einem Gaussangriff aussieht. Spiegelglatte Glasoberfläche soweit die Wüste reicht. Ich bin mächtig aber nicht schwachsinnig Dorian. Allerdings könnte man einen schwächeren Sentir dazu zwingen, genau das zu tun. Damit wäre ich aus dem Schneider und er wäre das Bauernopfer. Ein stärkerer Sentir kann jede Person unterhalb seiner Stufe beeinflussen, ich ebenso. Ob ich eine normale Person oder einen Sentir beeinflusse ist gleich, es ist möglich. Kostet eben nur mehr Anstrengung. Allerdings kann das jeder deux und un auch mit mir. Und ein un rennt leider dort bei Oliver und Co. herum, ob er sie schützt? Möglich. Solange er aber in ihrer Nähe ist, erzeugt er ein Nullfeld, Eigenschutz für sich selbst. Damit schützt er die Nasen der Krone ebenfalls. Und sollte der Duc keinen Schutz haben, aber in der Badewanne liegen und dösen, komme ich auch nicht an ihn heran. Dürfte Euch als meine "Erbauer" ja bekannt sein oder?", fragte Kab und deutete in seine Tasse.

Dorian von Wigberg
»Wie gesagt, ich bin nicht für die Sonne verantwortlich gewesen und habe mich nur bedingt dafür interessiert. Es gehört zur Familienhistorie. Das ist schon alles. Also keine Aussicht im Moment, an den Duc oder die Sonne heranzukommen, bedauerlich, aber wir haben ja Zeit.« Er kuschelte sich etwas an Hilarius an. »Ich sprach davon, dass es jemanden gab, der dein Versagen breittratschen konnte! Leiche hin oder her, jemand wusste, du hast sie erzeugt. Und dieser Jemand oder diese Gruppe, überlebte und ritt dich beinahe in den Untergang. Du möchtest die Sonne zerstören und Schutz für die Wildlinge. Ich möchte Aufklärung, mehr gibt es vermutlich nicht aufzuklären. Oder möchtest du noch etwas wissen, Liebling?«

Hilarius:
Hila streichelte genüsslich den Oberschenkel von Dorian. Er hatte zugehört und sich seinen Reim auf so manches gemacht. Dass ihn Dorian gerne auf dem Thron sah, freute Hilarius. Eigentlich hätte er auch Licinius auf den Thron wünschen können. Aber er wählte ihn und ebenso wählte er ihn für die Rettung. Die Vorstellung gefiel Hila dermaßen gut, dass er es zwischen den Schenkeln spürte. Wenn Hohenfelde eines liebten, dann Macht oder die Aussicht darauf. Gleich welchen Schweinkram Dorian ihm sonst ins Ohr flüstern konnte, solche Gedankenspiele waren ein Griff zwischen die Beine für Hila. Er sagte nichts weiter dazu, außer dass er seine Hand höher wandern ließ und Dorian an der gleiche Stelle mit den Fingern kraulte, die dieser mit Worten bei ihm massiert hatte. "Die Krone zu töten ist gar keine Option. Denn wie sie selbst sagen, hat es immer ein Duc gegeben und ich werde leider nicht der Nachfolger sein. Geht es nach normalem Erbrecht, wäre es momentan Auriville. Ein viel wichtigerer Gegner wären die Bluthexer und Himmelsaugen. Denn die Bluthexer haben Macht, gewaltig viel Macht. Bedenkt dass. Und ein Bluthexer hat sogar Macht über den Duc. Wäre Pierre tot, wird auch Auriville sterben. Dann wird Ciel den Thron besteigen. Er ist zu jung, also wird Papa Oli als Princeregent auf dem Thron Platz nehmen und im Namen seines Sohnes sprechen bis dieser 14 Jahre alt ist. Warum also die Krone beseitigen? Das Ziel das Osmund auswählte, war das richtige. Er hat erkannt, welche Brutalität hinter dem Fanatismus der Bluthexer steckt. Nur hätte er sein Wissen rechtzeitig teilen müssen. Ich möchte wissen, in welcher Form Du doch Zugriff auf einen Stumpfen erhalten kannst. Du hast da etwas angedeutet. Wie kannst Du trotz aller Stumpfheit einen Stumpfen beeinflussen? Ist das Magiern ebenfalls möglich? Und gibt es dagegen eine Abwehr?", hakte Hilarius nach.

Kabir
Kabir warf Dorian einen Blick zu, ehe er antwortete. "Stumpfe sind magisch und psionisch mental unantastbar. Das liegt an ihren sonderbaren Gehirnen. Spezielle Nervenbahnen im Gehirn sind durchtrennt, abgekapselt, manche Nervenbahnen liegen anders oder sind anders verknüpft. Stumpfe sind praktisch gegen alle Geist- und Hirnbeeinflussung resistent. Geistmagische Angriffe, Sentir Angriffe, magische Beeinflussung, sentirische Telepathie, all das hat keine Auswirkung auf sie. Manche von ihnen sind sogar immun gegen Drogen, Medikamente und so weiter. Stumpfe können Sentir Impluse zwar spüren, manche ganz gering, manche durchaus deutlich, aber sie blocken jede Außenwirkung auf ihren Geist automatisch ab. Allerdings ist es einem Stumpfen möglich, seinen Geist bewusst zu öffnen. Dazu muss er darauf trainiert sein, um zu wissen, wie er umdenken muss, um uns Zugriff auf seine Gedanken zu geben. Einen Stumpfen kann man also nur dann beeinflussen, wenn er einen in den Kopf hineinlässt. Und der Schlüssel dazu ist meist eine andere Person. Seize - Normalos ohne jede mentale Gabe und leichte Beute, Pisoniker sind Personen mit mentaler Macht – wir. So ist die Dreiteilung der Welt. Magie ist für uns insoweit bedeutungslos, dass sie unsere Gabe nicht blockt. Allerdings könntest Du vor mir einen Abwehrangriff starten, den ich nicht blocken kann Hilarius. Also Dorian könnte drauf trainiert werden, seinen Geist zu öffnen. Es dauert ist aber durchaus möglich. Das wäre zum Beispiel von Vorteil, wenn man ihm eine Botschaft übermitteln möchte. Da fällt mir ein, dass ich jemanden noch einige Lehrstunden schulde“, erläuterte Kab freundlich, während Hilarius für sie alle eine neue Runde Kaffee bestellte. "Was fühlst Du, wenn jemand versucht mit Dir Kontakt aufzunehmen Dorian? Nichts? Etwas wie ein Anklopfen? Ein Ziehen an Deinen Gedanken? Was spürst Du?", fragte Kab.

Dorian von Wigberg
»Es krabbelt ganz leicht. Wie wenn einem der Fuß beginnt, einzuschlafen. Das heißt, ich spüre den Versuch. Angenehm ist das Gefühl nicht, es zeigt, jemand ist an dem, was ich im Kopf trage, interessiert. Mein Wissen, meine Emotionen, all das, was niemanden etwas angeht. Das Gefühl bereitet mir darum im ersten Moment schlechte Laune, die im nächsten Moment abgelöst wird von einem Gefühl der Überlegenheit, dass sich je nach Stimmungslage auch mal zu einem Irrglauben der eigenen Unbesiegbarkeit steigern kann. Das sind ganz normale Höhenflüge, natürlich bin ich nicht so naiv, tatsächlich daran zu glauben. Was das anvisierte Ziel anbelangt, Hilarius: Die Bluthexer sind machtvoll, ohne Frage. Aber sie wollen die Sonne, sie wollen sie benutzen, dafür müssen sie sie begreifen. Das bietet uns eine Verhandlungsgrundlage und vielleicht die Möglichkeit, sie zu unterwandern. Sie sind ihren Partnern treu ergeben bis in den Tod. Wir müssten jemanden aus der Familie bei ihnen einschleusen. Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert. Wir hatten einen Wigberg dort, da bin ich mir sicher, in jedem Orden gibt es mindestens einen Wigberg. Wir müssten nur herausfinden, welcher das war. Und was sagt sein Mann dazu, dass er gerichtet wurde - falls das geschah? Und wenn wir noch kein Familienmitglied dort hatten, dann wird es höchste Zeit.«

Kabir
Kabir nickte verstehend. "Soweit ich mitbekommen habe, heiraten sie nur sehr selten Außenstehende. Sie bleiben gerne unter sich und manche von ihnen haben auch alleine Kinder. Sie sind einer der extremsten Orden, wenn nicht der extremste Orden an sich. Der Orden der Saint Verrill ist genauso hart, aber ich glaube die Bluthexer übertreffen jenen kleinen Orden noch. Einen Wigberg einschleusen wäre vermutlich die Lösung. Allerdings weiß ich nicht, ob sie auch im Konsens leben, wie die Himmelsaugen. Wenn sie wie im großen Ganzen leben, dann würde Dein Familienmitglied sofort auffliegen. Es sei denn Ihr habt da so Eure Möglichkeiten. Eine gut gemeinte Warnung. Falls Du es lernen möchtest, biete ich es Dir an. Falls Du lieber permanent stumpf bleiben möchtest, kann ich das gut verstehen. Das Hochgefühl täuscht, ich kenne eine ähnliche Euphorie, aber sie ist ebenso eine Lüge. Weder Du noch ich sind unantastbar aufgrund unserer Gabe. Zwar kann ich Dich nicht beeinflussen Dich selbst zu verletzen, aber ich kann Dich verletzen. Und ebenso bin ich nicht immun gegen Gewalt, nur weil ich sie anwenden kann. Mich kann genauso jemand über den Haufen schießen oder gegen die nächste Wand zimmern. Es gibt zu jeder Waffe eine Gegenwaffe Dorian - immer. Souvagne entwickelt beides. Tuteures und die Technik die sie aufhält. Sentir und die Technik die sie aufhält. Heute eine Gefahr und binnen Sekunden schmort dem Orden der Schädel durch. Wir wären tot, alle miteinander. Wo kein Hirn ist, wird nicht mehr tödlich gedacht. Das ist unsere elektronische Fußfessel, nur sitzt die im Gehirn. Wie bei jedem Souvagner übrigens. Bei den Tuteurs gibt es noch den Schöpfercode, aufgrund ihrer enormen Körperkräfte. Wir haben keinen solchen Code, weil man bei Anwendung so etwas wie ein Anfall erleidet. Und ein Psi mit Anfall wäre wohl das letzte was Souvagne sich wünscht. Oder alle im Umkreis, die dann davon die Kostprobe erhalten, was passiert wenn man mittendrin völlig die Kontrolle verliert und die anderen mit seinen Gedanken "verstrahlt". Ist recht lustig, aber nur für einen selbst", lachte Kabir.

Dorian von Wigberg
»Was meinst du damit, dass wir eine elektronische Fußfessel im Gehirn haben? Und nein, ich will keinesfalls, das du meinen Geist versuchst, aufzubrechen! Ich bin Antimagier mit Stolz und Leidenschaft und etwas anderes kommt mir auch nicht in die Tüte.« Er drückte sich die Hand seines Mannes fester in den Schritt, als ob das seine Aussage in irgendeiner Form unterstreichen würde. »Du hast außerdem nicht verraten, warum du nicht dafür gesorgt hast, dass niemand mehr von der Leiche sprechen kann. Unwissenheit, Mitleid oder Nachlässigkeit? Was war es, Kabir?«

Kabir
Kabir grinste. "Doch das habe ich gesagt, ich war blöd, ein Trottel. Ich habe nicht soweit gedacht, obwohl ich genau das hätte tun müssen. Ich war mit dem Auftrag schlicht überfordert. Mehr kann ich Dir nicht sagen, es ist die Wahrheit. Das verstehe ich Dorian, es war ein freundliches Angebot. Manchmal wünschte ich mir, wir könnten für einen Tag oder mal eine Stunde tauschen. Du hast etwas im Kopf, dass ich nie haben werde - Stille. Die Intercoms, die Puce-Chips, all die Neurologischen Implantate kann der Duc mit einem einzigen Hinrichtungsbefehl durchschmoren lassen. Suizid-Hack oder Block-Hack genannt. Damit ist die Person hingerichtet Dorian, Du bist ein Stumpfer Du trägst kein Intercom oder? Das wäre ja auch seltsam. Eine andere Frage, kennst Du Dich mit Heilungen via Kybernetik oder Genetik aus? Also wenn ich meinen Arm ersetzen lassen möchte, benötige ich einen kybernetischen Arm und wieder ein Implantat der es steuert im Schädel. Aber soweit ich weiß, gibt es auch Heiltanks, die abgetrennte Gliedmaßen und sogar andere Verletzungen vollständig ausheilen können. Sprich Finger ab, er wächst nach. Augen raus, sie wachsen nach. Was kann so ein Tank tatsächlich heilen? Könnte ich so meinen Arm zurück erhalten? Und könnte ich auch andere Körperteile zurück erhalten?", fragte Kab hoffnungsvoll.

Dorian von Wigberg
»Ich trage kein Interkom, bewahre«, sprach Dorian und streichelte die Hand seines Mannes. »Nicht einmal mehr ein Handcom, um nicht geortet werden zu können. Vielleicht sind die fehlenden Coms der einzige Grund, warum ich noch lebe. Leider kenne ich mich mit Genetik nicht aus, Kabir, aber du kannst einen Katalog anfordern. Die sind in der Regel kostenlos. Und dann mal schauen, was der Markt bietet und was es kostet.« Er schaute Kabir von oben bis unten an. »All deine Gliedmaßen sind echt, sonst könntest du sie nicht ohne Chip bewegen. Welches Körperteil fehlt dir? Zehen? Zähne? Die Galle?« Er hoffte, nichts Schlimmeres.

Kabir
Kabir nickte knapp. "Mein Greifschwanz fehlt mir und ich hätte ihn gerne zurück, genau wie meinen Arm. Obwohl er fehlt, schmerzt er mich manchmal und ich vermisse ihn bis heute. Er war praktisch und er gehörte zu mir. Das mit dem Com würde ich auch so belassen. Jedes Gerät kann geortet werden. Das ist eine unbestreitbare Tatsache. Einen Katalog? Ja gut, daran habe ich nicht gedacht, da ich mich um solche Dinge sonst nicht kümmern musste. Ein guter Hinweis, Danke", gab er zurück.

Hilarius:
Hila kraulte Dorian sanft, nicht auffordernd, damit er sich nicht mehr konzentrieren konnte, aber fest genug, dass es für ein angenehmes, gleichbleibend heißes Gefühl sorgte. Die Botschaft dahinter war klar, sie gehörten zusammen und sobald sie allein waren, würde es mehr geben. Er mochte Dorian und sie waren ein gutes Paar. Das sollte er ebenfalls spüren und wie sehr Hila ihre Zusammenkunft genossen hatte.

Dorian von Wigberg
Dorian schenkte seinem Mann einen Blick, in dem unterdrücktes Verlangen loderte. Hilarius konnte zwischen seinen Fingern spüren, wie sehr es ihm gefiel. Dorian erinnerte sich noch gut daran, auf welche Weise Hilarius ihn verwöhnt hatte und wenn es nach ihm ginge, könnte er das jeden Tag haben. So viel Arbeit konnte er nicht täglich von seinem Mann verlangen, aber auch die kleine Variante davon wäre traumhaft. Das Aero hatte zudem schon bewiesen, dass es dazu eine wunderbare Möglichkeit bot. Dorian grinste etwas breiter, ehe er den Blick wieder Kabir zuwandte. »Du hattest einen Greifschwanz? Das stelle ich mir immens praktisch vor, vom Winter abgesehen. Eine Mütze dafür sieht sicher seltsam aus und müsste direkt in die Hose eingenäht sein. Aber ansonsten ist es wie ein dritter Arm!«

Zaccaria
Zaccaria unterhielt sich leise mit Aidan, um ihn von dem Anblick der beiden Turteltäubchen abzulenken. Er wusste nicht, wie sensibel der Mann darauf reagierte, wenn er sehen musste, was ihm selbst verwehrt war. War es ihm egal oder weckte es unschöne Gedanken? Sicherheitshaber erklärte er ihm auf dem Tisch eine spezielle Technik, Pfeifenkraut zu drehen, so dass er auch etwas hatte, wo er hinschauen konnte.

Kabir
Kabir störte das Geturtele nicht, er wusste ja wie angenehm es sein konnte. Wobei er mit Lana nie offen geturtel hatte. Sie waren sich nahe, wenn sie alleine waren. In der Öffentlichkeit hatten sie sich stets wie Freunde behandelt. Kab fragte sich, ob das in Ordnung für Lana war, ob es sie kränkte oder sie möglicherweise das Gleiche von ihm erwartete. Er musste sie das Zuhause einmal fragen. "Ja wie einen dritten Arm nur viel beweglicher. Ein Arm hat nicht so viele Gelenke. Ein Greifschwanz ist nicht so starr wie ein Hundeschwanz. Er ist extrem beweglich und er hat Tastsinne. Im Winter kannst Du ihn Dir um die Hüfte schlingen oder beim Pennen vor den Bauch nehmen. Er ist ja nicht so dick wie ein Krokodilschwanz oder sowas ein Klopper. Er ist nicht mal so dick wie mein Handgelenk, aber man kann mit ihm greifen, klettern oder auch Leute würgen", kicherte Kab. "Er ist lang, biegsam und endet wie in einem Blatt. Von der Form her", erklärte er zum Verständnis.

Aidan:
Aidan wusste was Zac mit seiner ausführlichen Erklärung bezweckte und er war froh darum. Er gönnte anderen Personen ihr Glück, aber selbst hätte er es auch gerne noch empfunden. Er war nur noch Zuschauer und das schmerzte, ob er das wollte oder nicht. Dankbar drückte er Zacs Schulter und hörte so aufmerksam zu, als hing ihr aller Leben davon ab.

Dorian von Wigberg
»Das hört sich wirklich praktisch an«, bestätigte Dorian. »Darauf bin ich fast neidisch. Aber selbst wenn die Möglichkeit bestünde, mir einen heranzüchten zu lassen, verzichte ich gern an einer Operation an der Wirbelsäule. Man müsste meinen Steiß entfernen und vermutlich könnte ich infolgedessen nicht mehr sitzen. Wisst ihr was, wir sollten in einem Hotel einkehren. Ich fühle mich ein wenig müde und möchte langsam ins Bett. Oder erstmal in einen Whirlpool, falls sie hier so etwas anbieten.«

Zaccaria
»Einverstanden. Ich hätte noch Bock drauf, auf dem Zimmer was zu trinken und eine Runde Karten zu spielen. Bist du dabei, Aidan? Und du, Kab?« Die anderen beiden fragte er nicht danach, sie würden ohnehin auf ihre angebliche Müdigkeit verweisen.

Kabir
"Ganz genau das ist mein Problem, da das Ende meiner Wirbelsäule mit dem Schwanz abgeschnitten wurde, habe ich immer Verspannungen im Rücken. Er schmerzt, obwohl er nicht mehr da ist und auch die Narbe schmerzt. Du kannst sitzen mit Schwanz, Du setzt Dich nicht drauf, sondern hebst ihn hoch und setzt Dich auf Deinen Arsch, also die Arschbacken. Den Schwanz nimmst Du zur Seite oder lässt ihn runterhängen. Ein Hotel ist eine gute Idee", stimmte Kabir zu. Er hätte die beiden normalerweise zu sich eingeladen, aber er wusste nicht wie Lana reagierte und er konnte keine Verräter mit nach Hause bringen. Schlimmstenfalls schleppte er so den Tod nach Hause und so einen Schnitzer leistete er sich sicher nicht. "Ich bin dabei", stimmte Kab zu und hoffte es gab auch was schönes zu Essen.

Aidan:
"Ich bin auf alle Fälle dabei, gegen ein richtiges Bett und eine gute Mahlzeit hab ich nichts einzuwenden. Auch nicht gegen das eine oder andere Bier dazu", schlug Aidan vor.

Dorian von Wigberg
»Wir nehmen eine Suite mit zwei getrennten Schlafzimmern«, schlug Dorian vor. »Dann ein gemeinsames Frühstück und wir planen die nächsten Schritte, ehe sich unsere Wege wieder trennen.« Dorian machte nun absolut keinen Hehl mehr daraus, dass er mit seinem Mann endlich ins Bett wollte. Er ließ seinen Kaffee halb voll stehen, erhob sich und schob seinen Stuhl ran. »Kennst du ein schönes Hotel, Hila?«

Zaccaria
Guter Dinge griff Zaccaria nach der halbvollen Kaffeetasse und trank sie aus. Er spähte, ob es noch weitere Reste geben würde, während er das Pfeifenkraut einpackte. »Bier ist eine gute Idee, zwei Kästen sollten uns über den Abend bringen.«

Kabir
Kab wollte sich gerade den Kaffee von Dorian schnappen, aber Zac war schneller. Sie dachten wirklich in vielen Dingen ziemlich gleich. Verschwenung musste nicht sein. Zudem war der Kaffee schon bezahlt. Kabir stand auf und schaute kurz auf sein Com. "Noch keine Info, dass ist gut", sagte er freundlich in die Runde, gemeint war allerdings Aidans Getränkelieferservice. Kabir setzte seine Brille wieder auf und wartete auf Hilarius Information.

Hilarius:
"Ja das Golden Goblin, es liegt auf Etage 2 und hat eine herrliche Aussicht auf die ganze Stadt und die Wüste. Es ist bekannt für seinen ausgezeichneten Spabereich und das vorzügliche Freudenpersonal. Bezieht sich nicht nur aufs Bett, sondern auch auf alle anderen Annehmlichkeiten, wie Massage und solche Anwendungen. Zudem gibt es dort das beste Essen der Stadt und was wichtig ist, es wird schnell und heiß geliefert. Wenn die kurze Lebensspanne der Gobos für etwas gut ist, dann für schnellen, erstklassigen Service. Keine Sorge die Zimmer sind auf Standardmaß ausgerichtet. Also auf die Kunden, nicht nur auf die Goblins. Wobei ein Großteil der Kunden sind auch Gobos, vor allem der Kartelle. Die wissen wie man lebt und feiert oder wie man Geld wäscht und zwar so sauber, dass es blütenrein wird. Fahren wir, möchtest Du fahren Dorian? Du wirst den Wellnessbereich zu schätzen wissen, falls Du Beistand möchtest, sag mir welchen und wir suchen uns was von der horizontalen Speisekarte aus. Und wir benötigen einen Hundefriseur für Flocke, er hündelt", sagte Hilarius und warf seine lange Haare nach hinten, so dass Dorian den Geruch nach Zedern- und Sandelholz in die Nase stieg. Die Erinnerung an ihre gemeinsame Dusche nach ihrem ausgiebigen Liebesspiel.

Hilarius:
"Ja das Golden Goblin, es liegt auf Etage 2 und hat eine herrliche Aussicht auf die ganze Stadt und die Wüste. Es ist bekannt für seinen ausgezeichneten Spabereich und das vorzügliche Freudenpersonal. Bezieht sich nicht nur aufs Bett, sondern auch auf alle anderen Annehmlichkeiten, wie Massage und solche Anwendungen. Zudem gibt es dort das beste Essen der Stadt und was wichtig ist, es wird schnell und heiß geliefert. Wenn die kurze Lebensspanne der Gobos für etwas gut ist, dann für schnellen, erstklassigen Service. Keine Sorge die Zimmer sind auf Standardmaß ausgerichtet. Also auf die Kunden, nicht nur auf die Goblins. Wobei ein Großteil der Kunden sind auch Gobos, vor allem der Kartelle. Die wissen wie man lebt und feiert oder wie man Geld wäscht und zwar so sauber, dass es blütenrein wird. Fahren wir, möchtest Du fahren Dorian? Du wirst den Wellnessbereich zu schätzen wissen, falls Du Beistand möchtest, sag mir welchen und wir suchen uns was von der horizontalen Speisekarte aus. Und wir benötigen einen Hundefriseur für Flocke, er hündelt", sagte Hilarius und warf seine lange Haare nach hinten, so dass Dorian den Geruch nach Zedern- und Sandelholz in die Nase stieg. Die Erinnerung an ihre gemeinsame Dusche nach ihrem ausgiebigen Liebesspiel.

Dorian von Wigberg
»Erst einmal möchte ich mir alles anschauen, bevor ich das entscheide«, sprach Dorian, dem es gut tat, ein wenig den Marquis heraushängen zu lassen, obwohl er rein gar nichts mehr besaß - oder genau deswegen. Er hatte stilvollen, nicht übertriebenen Luxus immer genossen. Er fühlte sich wohl, wenn alles seine Qualität hatte und die Auswahl stimmte. Dahinter verbarg sich keine Arroganz. Dorian war zwar mit ausreichend Selbstbewusstsein gesegnet und bisweilen etwas verschroben, aber von den familientypischen Anfällen an elitären Fantasien abgesehen war er kein Angeber. Heute war es schlichtweg Symptom seiner Trauer. Manche weinten, andere wurden aggressiv oder betranken sich. Dorian krallte sich an das, was ihn seiner Meinung nach ausmachte. Ein wenig Luxus gab ihm das Gefühl von Alltag und Sicherheit. Er schob seine Hand um die Hüfte seines Mannes, während dessen duftendes Haar seine Nase umschmeichelte. »Nein, ich möchte nicht fahren. Ich bin zu sehr in Schmachtstimmung.«

Zaccaria
»Was für eine Info, Kab? Kannst du uns nicht einfach zwei Kästen und was zu Knabbern organisieren?«

Hilarius:
"Schau Dich dort in aller Ruhe um, ich war stets zufrieden. Sogar mehr als dass, aber ich verstehe dass Du einen Seelenschmeichler benötigst. Entweder es gefällt Dir dort, umgeben von Luxus und Verwöhnprogramm oder Du wählst es ruhig und gediegen, wo alles entschleunigt eine Nummer langsamer zugeht als in der stressigen Welt da draußen. Dann lassen wir uns im Victoria von Nauenow nieder. Alt, sehr alt, uralt, fast so alt wie die Zeit selbst... oder wir", schmunzelte Hilarius und seine dunklen Augen blitzten, während er das V-Aero über das Com zu sich rief. Einige Minuten später setzte das Aircar auf und entriegelte. "Service", schnurrte Hilarius Dorian ins Ohr.

Kabir
Kabir nickte. "Doch aber ich kann sie nicht bezahlen", prustete er gut gelaunt. "Also ich dachte das Oli der Mächtige, vielleicht die Phiole schon ausgenuckelt hat. Hat er wohl nicht, denn sonst hätte er gemerkt, dass er zwar leicht einen in der Krone hat, aber keinen im Wissen. Du verstehst? Und falls er gemerkt hat, dass in der Phiole was leckeres ist, aber nicht wissenswertes, dann hätte er doch sicher angerufen. Meine Vermutung", gab Kabir zu bedenken.

Dorian von Wigberg
»Du bist sehr aufmerksam«, raunte Dorian glücklich zurück und küsste seinen Mann. »Ich bin gespannt, was du uns da Schönes herausgesucht hast. Ob Goldener Goblin oder Victoria von Nauenow, ich bin mit jedem zufrieden. Wobei mich die Beschreibung der Victoria noch neugieriger macht. Ich liebe alte Gemäuer und die Geschichten, die sie zu erzählen haben.« Er trat an das Fahrzeug und hielt für seinen Mann die Tür auf.

Zaccaria
Zaccaria musste lachen. »Seit wann bezahlst du irgendwas, wenn du nicht musst? Komm schon, ein wenig Telekinese. Lass hinter dem Aero die Kästen und was wir sonst so brauchen hinterherschweben.«

Kabir
Kabir musste lachen, "ich wollte das nicht so herumschreien, damit jeder vorgewarnt ist, weißt Du Zac? Ich könnte mir natürlich auch ein passendes Hemd kaufen. Alla Vorsicht Psioniker, falls Sie nicht wissen was das ist, fragen sie meine anderen abgezockten Opfer. Also ich frage dann man ob er uns einige Bierkästen spendet und hoffe er hat es nicht gehört, sonst muss ich ihn beeinflussen oder löschen, naja Ihr wisst schon", flüsterte Kabir und ging zu der Bedienung. Einige Zeit später kam er mit einem Mann der vier Bierkästen schleppte zurück. "Ins Aero bitte", sagte Kab freundlich und der Mann packte sie neben Flocki auf den Rücksitz, der den Mann argwöhnisch musterte. "So für Plöpp wäre gesorgt, wir setzen uns einfach aufs Dach und fliegen so mit", schlug Kabir vor, während Aidan glotzte als hätte ihn wer in die Eier getreten.

Dorian von Wigberg
»Nein, das machen wir nicht«, entschied Zaccaria. »Die Sicherheitsbestimmungen sind einzuhalten. Notfalls legen wir die Flaschen einzeln in den Kofferraum, wenn die Kästen nicht im Ganzen hineinpassen.« Er öffnete die Heckklappe. »Guter Mann, helfen Sie. Du auch, Aidan, dann geht es schneller.« Auch er selbst packte mit an, während die beiden Hochwohlgeborenen schon vorn saßen. »Wie kommst du nur immer auf solchen Käse, Kab?«

Kabir
"Das funktioniert, glaub mir. Manche fahren so auf Zügen mit, ich hab es gesehen. Und da es ein festes Dach hat, dachte ich das wäre doch die einfachste Lösung", warf Kabir ein und tippte das Dach an. "Das trägt uns, ich wiege um die 70 Kilo, Du sicher auch und Aidan vielleicht einige Kilo mehr, aber das muss ein Dach doch aushalten", erklärte Kabir und schüttelte über Aidan und Zac den Kopf.

Aidan:
Aidan räumte mit Zac und dem fremden Mann schleunigst die Flaschen ein. "Boss das Dach hält uns vielleicht aus, aber der Flugwind ist da völlig anderer Meinung. Es wird uns vom Dach wehen, warum sind wohl die Himmelsaugen auf ihren Vögeln festgeschnallt? Das hat einen Grund!", sagte Aidan so ruhig wie möglich. Sein Boss war clever ohne Zweifel, aber manche Ideen waren reiner Selbstmord.

Kabir
"Ich dachte, falls sie eine Looping fliegen oder so", hielt Kab dagegen und Aidan musterte ihn als wollte er fragen, bist Du wahnsinnig? "Einen Looping? Mit einem Drachenhuhn? Hast Du schon mal ein... vergiss es", antwortete Aidan und räumte weiter. "Was ob ich schon mal ein Looping fliegendes Drachenhuhn sah? Nein, aber an mir lag das nicht", gab Kab zu bedenken.

Dorian von Wigberg
Dorian wartete geduldig. Darin war er gut. Das Herumgeblödel ihrer vorübergehenden Kameraden erdete ihn. Er lächelte und streichelte seinen Mann, während er wartete, bis sie endlich fertig waren.

Zaccaria
Die leeren Kästen warf Zaccaria kurzerhand aus dem Aero und schmiss sie zur Grube hinab. »Alles einsteigen und anschnallen«, befahl er und rutschte in die Mitte.

Hilarius:
Hila zog seinen Mann an sich und küsste ihn. Er war selbst einmal jung und Dorian sah aus, als täte ihm der Spaß gut. Wenn er ehrlich war, ihm erging es ebenso. Etwas Unbeschwertheit in all der Katastrophe hatte etwas Beruhigendes. Hilarius löste sich von seinem Mann und setzte sich ins Aero. Als alle saßen, schlossen sich die Türen, das Gefährt hob ab und schoss Richtung Victoria von Nauenow davon. Dass Gebäude dass ein wenig später unter ihnen ins Blickfeld huschte und auf der edelen zweiten Etage Obenzas thronte sah aus wie ein uralter Tempel oder eine ebenso alte Bücherei. Fast schien es so, als würde genau dieses Bauwerk stets wieder auf die zweite Etage gesetzt, sobald es eine Stufe absackte. Was die Stadt auch tat, es war scheinbar stets an gleicher Stelle zu finden. Das Aero landete auf dem Vorplatz und einige Diener eilte ihnen entgegen. Die Türen wurden geöffnet und man hielt ihnen einen Tech-Schirm über die Köpfe, damit Wind und Wetter ihnen nichts anhaben konnten. "Marquis von Hohenfelde, es ist uns eine Ehre, Euch in unserem Hause wieder begrüßen zu dürfen. Fühlt Euch mit Euren Gästen wie Zuhause. Wie immer?", fragte einer der Diener. "Fast, wir benötigen eine zweite Suite, wenn möglich neben der unseren", erklärte Hilarius. Flocki schnupperte an allen Dienern, dann kehrte er zu Hila zurück. Scheinbar war er mit seiner Inspektion zufrieden. "Wie Ihr wünscht, folgt mir bitte", sagte der Mann und gab den Weg vor, während die anderen Diener samt der restlichen Gäste folgen mussten. Ein weiterer Mann wurde angewiesen, dass Gepäck hereinzubringen - was nur aus Bierflaschen zu bestehen schien. Aber das hinterfragte hier niemand. Diskretion war das oberste Gebot in diesem Hause. Sie passierten die Anmeldung, als wäre dies ihr Herrenhaus und kein Hotel, schritten über weich gepolsterte Flure, die jedes Geräuch verschluckten, als ihnen auf halben Weg zu den Fahrstühlen eine hochgewachsene, dunkelhaarige Frau entgegenschritt. "Hilarius, schön Euch in unseren Hallen wieder begrüßen zu dürfen", sagte sie und deutete eine leichte Verbeugung an. "Victoria, es ist mir stets eine Freude", gab er genauso höflich zurück. "Ich lasse alles vorbereiten, oder wünscht Ihr etwas anderes, da Ihr mit Gästen unterwegs seid?", hakte sie nach. "Wie immer, allerdings ohne Unterhaltung und eine zweite Suite für die beiden anderen Gäste. Jener Mann in meiner Begleitung gehört zu mir, mein Ehemann", erklärte Hilarius. Victoria verneigte sich auch leicht vor Dorian. "Willkommen in unserem Hause", sagte sie und machte eine einladende Geste Richtung Fahrstühle. Dabei händigte sie Hilarius zwei Cards aus. Er nickte knapp und sie betraten den Fahrstuhl. Als sich die Türen schlossen, fuhr er ganz gemächlich los. "Die Card ist ab Etage eins für den Aufzug, um in die eigene Etage zu kommen. Zudem öffnet sie logischerweise die Gemachtür. Also nicht verlieren", sagte Hilarius zu Zac und drückte ihm die Card in die Hand. Bei dem jungen Mann war er sich sicher, dass sie nicht verloren ging. "Unsere Sachen werden in unsere Gemächer gebracht, wir müssen uns um nichts kümmern. Ihr könnt Euch alles aufs Zimmer bestellen, Ihr findet dazu die passenden Menükarten. Bei explizieten Sonderwünschen fragt Ihr vorher. Nicht das ich was auf der Rechnung habe, was ich nicht darauf finden möchte", erklärte Hilarius und kraulte Flocki den Kopf.

Zaccaria
»Verstanden«, antwortete Zaccaria und verstaute die Card sehr sorgfältig. Dass sie das Bier nicht selber zu bucken brauchten, freute ihn, ebenso, dass sie getrennt waren von den Vergnügungen, die Hilarius offenbar noch plante. Die ganze Bude voller Mietmatratzen, das wäre nicht gut für Aidan und er selbst konnte sich gedulden, bis er wieder Gelegenheit hatte. Bock hätte er, aber so dringend war es dann auch wieder nicht. »Wir sehen uns morgen zum Frühstück, ihr zwei«, verabschiedete Zaccaria sich. »Gute Nacht euch.«

Hilarius:
Sie stiegen auf ihrer Etage aus und wanderten einen langen, dunklen, holzverkleideten Flur entlang. "Man kann sich auch unten ins Restaurant setzen oder den Wellnessbereich aufsuchen. Hier ganz ähnlich wie im Goldenen Goblin, aber nicht so schnell und ohne jede Hektik. Wir werden auf dem Zimmer bleiben und es uns dort gemütlich machen. Suite 07, Ihr habt Suite 08", sagte Hilarius und blieb vor 08 stehen. "Euer Gemach, bis morgen früh und benehmt Euch dem Haus entsprechend". Die Tür von Suite 07 war ein ganzes Stück weit entfernt und zeigte ihnen schon vor dem Betreten, wie groß die einzelnen Gemächer sein mussten. Hila nickte ihnen knapp zu, schlang einen Arm um Dorian und führte diesen zu ihrer eigenen Suite. Er zog die Card durchs Schloss und schob seinen Ehemann hinein. Dorian kam sich vor, als wäre er zurück nach Hause gereist. Die Suite war einem Herrenhaus würdig. Das Gemach eines Marquis, eine Wohnung in einem herrschaftlichen Haus. Der Eingang war pompös aber geschmackvoll, weiter ging es in den Wohnbereich. An den Seiten zweiten Bad, kleiner Wellnessbereich, Kaminecke, Holoecke und Schlafzimmer ab. Das Schlafzimmer verfügte über ein kleines extra Bad, falls man sich nach dem Akt frisch machen wollte. Dahinter lag ein Raum, der mit einer gigantischen Spielwiese ausgestattet war. Zubehör, dazu bestellbar. Es gab eine winzige Küchenecke mit Kühlschrank und eisgekühlten Getränken. Zwei in Leder gebundene Speisekarten standen auf der Anrichte. Eine braune für tatsächliche Speisen, eine rote für die leiblichen Sinnesfreuden mit entsprechend buchbarem Personal. Die Auswahl in beiden Karten war reichhaltig und vorzüglich. Hilarius schloss die Tür leise hinter sich und küsste Dorian auf die Schulter. "Ein bisschen Heimat, in all der Fremde", sagte er sanft und küsste seinen Mann den Hals entlang hoch, ehe er sich auszog. "Ich springe unter die Dusche, schau Du Dich ein bisschen um. Bis gleich", raunte er ihm ins Ohr und tat genau das, was er angekündigt hatte.

Kabir
Kabir, Aidan und Zac betraten ebenso ihre Suite. Sie war groß, geräumig und der von Hiliarius und Dorian nicht unähnlich. Nur das es hier zwei Schlafzimmer gab. Sie konnten natürlich auch alle drei gemeinsam auf der Spielwiese schlafen. Kabir schaute in den Kühlschrank und freute sich über die Limonade und die Süßigkeiten. Er teilte die Schokolade unter ihnen auf und durchstöberte die Suite. Das Bad war großzügig, die Wanne riesig, man konnte problemlos zu zweit oder sogar zu dritt darin liegen. Das Wohnzimmer war edel und geschmackvoll. So etwas würde er selbst Lana nur unter Betrug bieten können. Vermutlich würde sie sich über so einen Abend freuen, aber verlangt hatte sie nie etwas in der Art. Er hätte es ihr auch nicht liefern können. Das einzige seltsame was Kab auffiel, waren die runden eingelassenen Haken, die es überall in der Suite in jedem Bereich gab. So als könnte man überall vom Flur, bis zum Wohnzimmer oder auch im Bad einen Hund befestigen. Er schloss die Augen und tastete einen der Ringe ab. "Sklavenringe, daran befestigt man sein Eigentum, wenn man es gerade nicht braucht. Oder wenn man es fixieren möchte", erklärte Aidan. Die Bilder die Kab in die Gedanken sprangen bestätigten Aidans Worte. "Du hast Recht", sagte Kab und trank einen Schluck Limo. "Wer schläft wo?", fragte er in die Runde.

Zaccaria
»Wieso fragst du, gibt es Platzkarten?« Zaccaria schmiss den Rucksack auf den Fußboden, krallte sich ein Bier und machte es sich auf der Spielwiese bequem. »Wir schlafen dort, wo wir besoffen umfallen. Sklavenringe, wozu macht man die fest, das ist voll sinnlos. Wenn ich ihnen nicht vertrauen kann, nehme ich sie nicht mit auf so einen Urlaub, dann bleiben sie im Schacht oder wo auch immer.« Zischend öffnete sich der Verschluss und Zaccaria wartete auf die anderen beiden, um anzustoßen, bevor er den ersten Schluck nahm.

Aidan:
"Nun weil man nicht allen Sklaven vertrauen kann. Stell Dir vor Du hast Dir Deine Frau gekauft, schläfst hier, da kettest Du sie im Wohnzimmer an. Solche Sklaven sind das, jene die man sonst nicht gerade gut behandelt. Wir haben die Spielwiese und zwei Schlafzimmer, das meinte Kab vermutlich", sagte Aidan und legte sich neben Zac auf die Spielwiese. Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf und schaute nach oben. In der Mitte hing ein riesiger Holo umgeben war er von Spiegeln. "Nett", grinste Aidan gut gelaunt und suchte die Fernbedingung. Sie lag am anderen Ende des Zimmers auf der Kommode. Er schnappte sie sich mit Telekinese und schaltete den TV ein. Ein Menükanal war zu sehen, für normales TV Programm oder hauseigenes Programm.

Kabir
Kabir legte sich auf die andere Seite von Zac, so dass dieser in der Mitte lag. "Genauso meinte ich das. Wenn wir alle hier bleiben umso besser. Soviel Platz zum Schlafen, das ist schon heftig. Ich wünsche Lana könnte das sehen. Ihr würde die Bude bestimmt gefallen. Ich werde Ihr was mitbringen. Vielleicht was bestellen und mitnehmen, irgendwas. Einmalige Gelegenheit", sagte Kabir und rollte sich auch auf den Rücken. "Was gucken wir? Normales Programm? Oder was aus der Auswahl, als da wäre Horror, Action, Schnulze, Lehrend, oder dass was wir nicht gucken werden - Porno", warf er in die Runde und aß seine Schokolade.

Zaccaria
Während die anderen beiden lagen, saß Zaccaria noch. Offenbar hatten sie keinen Durst, also trank er ohne anzustoßen. Die erste Flasche gluckerte binnen Sekunden vollständig seinen Rachen hinunter, besiegelt von einem Rülps. Anfangs trank er immer sehr schnell, ehe er das Tempo mäßigte. Aber das dauerte noch mindestens zwei, drei Flaschen. »Gucken wir Sport.« Nachdem auch die zweite Portion Bier zur Hälfte in seinem Bauch verschwunden war, stellte er die Flasche zwischen seine Beine. Sie hatten Glück - es lief gerade das ledwicker Gondelsumpfrennen, was trotz des harmlosen Namens spektakuläre Wasserstunts, Unfälle und jedes Jahr auch Tote mit sich brachte. Ob das Gespräch mit Dorian und Hilarius erfolgreich verlaufen war, würde Kabir entscheiden müssen. Er selbst hatte es unterhaltsam gefunden, aber nicht ganz ernst genommen. Den Duc stürzen. Im Alleingang die Sonne zerstören. Die hatten Ideen. Zaccaria zog seinen Rucksack als Kopfkissen heran und machte es sich zwischen den beiden Kameraden gemütlich. Auf der einen Seite war es groß und weich, auf der anderen Seite dürr und hart. Noch bevor der Sieger feststand - das Rennen ging über einen sehr langen Zeitraum - sank Zaccarias Kopf während einer Stromschnellenfahrt zur Seite und er schlief ein. Um ihn herum standen etliche leere Flaschen und er würde bis morgen früh nicht mehr weckbar sein.

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Re: 16 Kapitel 16 - Gespräch von Sentir zu Wigberg

#2

Beitrag von Hilarius von Hohenfelde » So 8. Sep 2019, 18:12

Die Arena


Hilarius kam wie die Göttern ihn geschaffen hatten aus der Dusche, warf Dorian einen viel sagenden Blick zu und schnappte sich eine der Speisekarten. Er nahm sein Com und bestellte leise. Das Einzige was Dorian verstand, war Hundeknochen. Hila legte auf und schlenderte zu Dorian rüber. Er hockte sich hinter seinen Mann und massierte ihm sanft die Schultern und den Nacken. Die Massage war angenehm und intensiv, weder zu fest noch zu locker. Gerade als Hilarius Dorians Rücken hinab wanderte, bimmelte kurz sein Com.

"Es ist angerichtet, folge mir, ich möchte Dir etwas zeigen", bat er gut gelaunt.

Hilarius strich Dorian beim Aufstehen zärtlich den Arm entlang nach unten, umfasste sein Handgelenk und zog ihn mit sich. Liebevoll führte er seinen Schatz zur Spielwiese. Zwei Türen zu beiden Seiten führten in unbekannte Räume.

Hilarius öffnete eine der beiden Türen mit der Sicherheitscard und zog Dorian mit sich hinein. Er pfiff kurz nach Flocki und schon stand der Gigant neben ihm. Dorian stand erneut in einem kreisrunden Raum. Allerdings standen sie erhöht, unter ihnen war eine winzige Arena die mit Sand gefüllt war.

Auf der erhöhten Ebene waren rund um die Arena Sitzplätze verteilt, so dass jeder Besucher einen guten Blick in den Ring hatte, die Person unten hätte kaum eine Chance, auf die zweite, erhobene Ebene zu gelangen.

Ein Mann stand dort in der Mitte des Raumes und schaute sich nervös um. Hilarius blickte mit schwarzen Augen auf Kerl herab und schloss die Tür.

Flocki steckte die Nase durch die dicken Gitterstäbe und winselte. Ein seltsames Geräusch, dass zu einer Kreatur seiner Größe nicht passen wollte. Hilarius nahm auf einem der Sitze so huldvoll Platz, als wäre er nicht nur der Duc, sondern der Großherzog der gesamten Welt.

Mit einem erwartungsvollen Grinsen klopfte er auf den Platz neben sich. Dorian sollte sich zu ihm gesellen. Hila ließ sich gemütlich im Sessel herab sinken, die Beine gemütlich weit gestellt. Für Dorian ergab sich so ein angenehmer Blick auf alles.

"Hol ihn Dir".

Die Worte kaum mehr als ein Flüstern, schoss Flocki davon und war mit einem gewaltigen Satz unten in der Arena. Der Sklave rannte mit wenigen schnellen Schritten auf die Vergatterung zu und kletterte daran hoch. Bei dem Blick über die Schulter stellte er fest, dass Flocki ihm gefolgt war. Der Sklave war so hoch geklettert, dass er sich den Kopf an der zweiten Ebene stieß. Er versuchte um die Kante herumzugreifen, aber die zweite Ebene, die einen runden Balkon bildete, war zu lang. Er konnte die Kante nicht greifen, um sich in Sicherheit hochzuziehen. Der Mann versuchte es dennoch, dabei lief ihm der kalte Angstschweiß den Körper herunter.

Voller Angst spähte er nach unten und sah Flocki der argwöhnisch zu ihm aufschaute. Der gigantische Hund knurrte und entblößte Eckzähne die länger waren als Dorians Zeigefinger. Flocki knurrte laut, das Geräusch ging durch Mark und Bein. Dorian fühlte, wie er selbst eine Gänsehaut bekam, bei dem tiefen Geräusch.

Man hörte den Sklaven unterhalb des Balkons fluchen.

Flocki hockte sich in scheinbare Sitz-Position, dann sprang er kraftvoll in die Höhe. Knapp unterhalb des Fußes des Sklaven schlugen die Zähne malmend zusammen. Der Mann kreischte und lachte dann hysterisch auf, als er feststellte, dass der Hund ihn verfehlt hatte.

Erneut versuchte der Mann sich nach oben zu hangeln. Ein erneuter Sprung von Flocki, der Biss saß. Ohrenbetäubend heulte der Bursche auf, als ein unerträglicher Schmerz durch seine Wade schoss. Er versuchte sich weiter an dem Gatter festzuhalten, aber der Kraft von Flocki hatte er nichts entgegen zu setzen. Der Hund zerrte ihn vom Gatter und schleuderte ihn zur Seite.

Der Sklave wurde auf den Boden geschleudert, krachte auf den Rücken und blieb einen Moment benommen liegen. Der Schmerz raubte dem Burschen fast die Sinne.

Flocki war mit einem Satz neben ihm. Mit einer schnellen Bewegung schlug der Hund seine scharfen Zähne in den Oberschenkel des Sklaven.

Dorian hatte das Gefühl, als hätte man dem Kerl eine Machete ins Bein geschlagen, so sehr blutete er.

Dorian sah die kleinen, dunklen Knopfaugen in Flockis riesigem Schädels, als der Hund die Lefzen kräuselte, sein Maul aufriss und seine Zähne mitten in das Gesicht des Sklaven grub. Der Schädel des Mannes hielt noch einen Moment stand, ehe er knirschend zwischen den gewaltigen Kiefern des Hundes barst.

Dann begann der Hund zu fressen.

Als Dorian wortlos zu seinem Mann rüber schaute, sah er dass dieser mit brennendem Blick seinen Hund bei dem tödlichen Spiel taxierte, während er sich selbst streichelte. Die schwarzen Augen von Hilarius fixierten nach einem Moment des Genusses seinen Mann.

"Ein Hund muss wissen, wie der Feind schmeckt...", schnurrte Hilarius und streichelte Dorian unter dem Kinn, bevor er ihn leidenschaftlich küsste.


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Re: 16 Kapitel 16 - Gespräch von Sentir zu Wigberg

#3

Beitrag von Dorian von Wigberg » So 8. Sep 2019, 18:40

Dorian folgte seinem nackten Mann in Erwartung eines oder mehrerer menschlicher Leckerbissen. Ihm war zwar nicht nach Freudenpersonal, weil er sich lieber mit Hilarius zu zweit entspannen wollte, aber er würde nicht nörgeln, wenn er schon einmal eingeladen war. Er war ja nicht undankbar. Er würde das Beste aus der Situation machen und vielleicht wurde es ja ganz angenehm. Der momentane Anblick war vielversprechend, als sein Gatte nackt den Weg vorgab. Dorian selbst trug eine leichte dunkelblaue Freizeithose, die entweder in den Schrank gelegt oder vom vorherigen Gast vergessen worden war. Jedenfalls passte sie wie angegossen und war schön weich und leicht.

Was er in der Arena sehen musste, ließ ihm die Vorfreude jedoch schnell vergehen. Den Mann fand er ja noch ganz ansprechend, nicht jedoch, was Flocki mit dem Kerl veranstaltete. Dorian sprang wieder auf die Beine, als hätte er sich versehentlich auf ein Nagelbrett gesetzt. "Er wird ihn beißen", rief er, als der Mann das Gitter hochkletterte, noch nicht realisierend, dass das der Sinn der Angelegenheit war. Das bemerkte er erst, als Hilarius es sich selbst gut gehen ließ, während der Mann in der Arena unter seinen Augen starb.

Dorian wich bei dem Geräusch brechender Knochen und reißenden Fleisches alle Farbe aus dem Gesicht. Als der Bärenhund fraß, spürte er, wie sein Mageninhalt die Speiseröhre hinaufstieg. Mit diesem Ungetüm hatte er im Bett geschlafen, dieser Hund hatte ihn wecken sollen!

"Ich bin mich kurz erfrischen", würgte er hervor und ging dann sehr schnellen Schrittes zurück zur Suite, wo er sich im edlen Badezimmer erbrach. Anschließend spritzte er sich mit zitternden Fingern eiskaltes Wasser ins Gesicht. Wen hatte er da geheiratet! Von diesem Mann hatte er Schutz erhofft?

Dorian blickte auf und sah sein bleiches, nasses Gesicht im Spiegel. Er rubbelte sich mit dem Handtuch gründlich trocken, länger als nötig, damit seine Wangen wieder Farbe bekamen. Wenn Hilarius die Nase voll von ihm hatte, würde Dorian so enden wie der Mann in der Arena, das war gewiss. Die Art, wie Hohenfeldes sich scheiden ließen, war bekannt. Er kontrollierte sein Aussehen erneut. Er zog unterschiedliche Grimassen, bis er seine Mimik wieder im Griff hatte und ganz normal dreinzublicken vermochte. Er lächelte sich selbst aufmunternd zu, warf sich das Handtuch über die Schulter und verließ die Suite, um nach nebenan zu gehen.

Nach dem Klopfen öffnete ihm Zaccaria, der nach Bier stank und um diese Uhrzeit noch völlig neben der Spur wirkte. Sein Gesicht war voller Bartstoppeln und die Haare standen zu Berge. Außerdem könnte er eine Dusche vertragen. Er ließ Dorian schwankend rein und schloss hinter ihm die Tür.

"Morgen!"

Freundlich grüßte Dorian in die Runde. Während Zaccaria sich wieder auf seinen Rucksack kuschelte, um weiterzuschlafen, bediente sein Gast sich in der Küchenecke beim Kaffee, den er heute ausnahmsweise mit extra viel Zucker und Milch trank. Er brauchte viel Hirnfutter zum Nachdenken.

Hilarius von Hohenfelde
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Re: 16 Kapitel 16 - Gespräch von Sentir zu Wigberg

#4

Beitrag von Hilarius von Hohenfelde » Mo 9. Sep 2019, 00:02

Vertrauen schaffen geht anders


Hilarius von Hohenfelde
Hilarius schaute Dorian hinterher, blass war er, wie eine Leiche oder wie ein gesunder Ghul. Auslesen konnte er ihn nicht, weder die Sentir konnten das, noch er als Geistmagier. Aber viel zu lesen hätte er da sicher nicht gehabt. So bleich wie sein Mann um die Nase geworden war. Hilarius wartete noch die Anstandsviertelstunde ab, die er seinem Mann Zeit gab, selbst zurückzukehren, ehe er sich auf die Suche begeben würde. Naheliegend waren die Verbündeten. Es sei denn er war ganz geflohen. Aber so unvernünftig und kopflos würde kein Wigberg handeln. Allerdings lag hier eine andere Situation vor. Das Verhalten von Dorian konnte sich Hila nicht erklären. Eigentlich hatte er ihm zeigen wollen, wie sehr man sich auf Flocki und seine Fähigkeiten verlassen konnte. War er vielleicht ein versteckter Menschenfreund oder Grünzeug Esser? Möglicherweise aß er sein Steak nicht blutig, vielleicht aß er nicht einmal Steak. Dass, welche er bei ihm gegessen hatte, war vielleicht nur Tarnung. Gute Miene zum Trauerspiel. Hilarius stand langsam auf, streckte sich und drückte den Knopf für die Rampe. Sie klinkte aus und Flocki konnte die Arena verlassen und hoch in die zweite Ebene traben. Er schaute seinen Herrn treu an. Hilarius knorkelte ihm das blutverschmierte Gesicht und streichelte ihn ausgiebig. "Du bist ein lieber und guter Kerl. Ein ganz braver bist Du. Der Dorian ist ein bisschen scheu, vielleicht hat er Angst vor Hunde. Oder vor Hohenfelde... wer weiß das schon so genau. Möglicherweise hat er momentan auch einfach vor allem und jeden Angst, wo er seine Familie verloren hat. Das was ihm die Angst rauben sollte, hat ihm scheinbar Panik eingejagt. Du Flocki", sagte Hilarius und sein Hund legte den Kopf schief. "So habe ich auch geschaut. Wir gehen ihn suchen komm. Der Hila zieht sich schnelle eine Hose an und dann gehts los", erklärte er seinem Hund und verließ die Arena um zurück ins Wohnzimmer zu laufen. Flocki folgte seinem Herrn und schaute aufmerksam. Hilarius wusste, er konnte Flocki den dümmsten Unfug unter der Sonne erzählen, sein Hund würde ihm trotzdem an den Lippen hängen, als wäre sein Schwachsinn die Offenbarung. So waren Hunde. Wer behauptete, dass man Liebe nicht kaufen konnte, wusste nicht dass es Hundezüchter gab. Hila zog sich seine Hose und seine Schuhe an, warf sein Hemd über und musterte sich im Spiegel. Missmutig strich er sich über sein Stoppelkinn. "Ich sehe aus wie ein Waldschrat", murrte er unzufrieden. Er beschloss sich nachher im Wellnessbereich aufhübschen zu lassen. Nur weil man auf der Flucht war, war dies kein Grund derartig schlampig herumzulaufen. In Ermangelung eines Haarbandes band er sich einen Zopf mit einer Haarsträhne. Er rief kurz unten an der Rezeption an, ob sein Mann das Hotel verlassen hatte - nein. Das war ein gutes Zeichen, also war ganz sicher bei den drei anderen Backfischen. Wobei der eine Backfisch doch schon was älter war. Hilarius steckte die Card in die Hosentasche, rückte alles andere in der Hose zurecht, was nicht zum Einsatz gekommen war, dank Dorians empfindlichen Magen und machte sich auf den Weg zu Suite 08. Er hämmerte gegen die Tür und wartete ab.

Zaccaria
Mit nur halb offenen Augen fuhr Zaccaria aus dem Schlaf hoch. Im Hintergrund lief noch immer das Holo vom Goldensumpfrennen. Die Teilnehmer kämpften sich gerade durch die Donnerdrift. Am Esstisch saß Dorian und trank mitten in der Nacht Kaffee und aß Weißbrot mit Käse. Wie war der hier hereingekommen? Einen Moment überlegte Zaccaria, aber es fiel ihm nicht ein. Schwankend kämpfte er sich auf die Füße und torkelte zur Tür. Eine Weile fummelte er am Verschluss herum, ehe er sie aufbekam. Zerknautscht betrachtete er den neuen Gast. Er hatte keine Ahnung, wer das war. Irgendwie kam ihm das Gesicht bekannt vor, aber irgendwie auch nicht. Dann fiel ihm ein, dass das der Typ war, den sie getroffen hatten, der zum Silbernen gehörte. »Wir hamnoch Bier«, brachte Zaccaria mühsam hervor und wankte zurück zu seinem Platz, wo er sich eine Flasche öffnete, während er unverwandt ins Holo starrte.

Dorian von Wigberg
Dorian schaute misstrauisch, ob der Hund im Schlepptau von Hilarius war. Als er ihn nicht sah, war er beruhigt. Mit der flachen Hand klopfte Dorian auf den Stuhl neben sich. »Falls dir nicht nach Bier ist, hier gibt es auch Kaffee, Brot und Scheibenkäse.« Manchen verging ja bei Übelkeit der Hunger. Ein Grund mehr, zu essen. Es musste niemand sehen, dass ihm schlecht war.

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius betrat die Suite und grüßte mit knappem Nicken. Aidan und Kab grüßten zurück und widmeten sich dann wieder der Sportsendung. Hila setzte sich neben Dorian und strich ihm über die Flanke. "Warum bist Du abgehauen? Angst? Ich wollte Dir zeigen, dass Flocki in der Lage ist uns zu verteidigen. Er ist ein guter Hund, dass solltest Du sehen. Dorian", flüsterte Hilarius und nahm seine Hand.

Dorian von Wigberg
Dorians kalte Finger schlossen sich um die Hand seines Mannes. »Ehrlich gesagt, fand ich den Anblick schockierend. Und der Gedanke, dass dieser Hund bei uns schläft, macht mir Angst! Warum warst du nackt, gefiel dir, was mit dem Mann in der Arena geschah? Was hatte er denn getan oder war das reine Unterhaltung? Irgendwas läuft gerade schrecklich schief!«

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius hörte Dorian genau zu, zeitgleich schaute er ihn so intensiv wie möglich an um in seinem Gesicht zu lesen. Wigbergs waren ebenso wie Hohenfelde Meister darin ihre Gefühle zu verbergen. Die einen hinter einer reglosen Maske, die anderen hinter einem Lächeln. Dorian lächelte nicht, er hatte Angst. Allerdings hatte er seine Hand ergriffen, er wollte nicht gehen. Er wollte eine Erklärung und die stand ihm zu. "Dann habe ich das Gegenteil von dem erreicht, was ich bezwecken wollte. Es war eine Machtdemonstration, sie sollte Dir zeigen, dass Du bei mir sicher bist. Dass dieser Hund Dich gegen jede Bedrohung verteidigen wird. Ich war nackt, weil ich mich danach mit Dir zur Feier des Tages vergnügen wollte. Und das was ich sah, hat mich erregt, ja. Der Mann in der Arena war ein Sklave, ich habe ihn gekauft. Wie ich Dir vorhin versucht habe zu erläutern, muss ein Hund wissen wie der Feind schmeckt. Ein Hund wird niemals grundlos einen Menschen anfallen, zerfleischen oder ihn gar auffressen. Darauf musst Du ihn abrichten. Du musst ihm die Hemmungen nehmen und Du musst ihn füttern. Für ihn muss das ganz normales Futter sein. Manntreue bedeutet, dass die der Hund treu ist und nicht der ganzen Welt. Mannschärfe heißt, dass dieser Hund auch Menschen fasst. Was nützt Dir ein imposantes Tier, dass vor Dir steht und kläfft? Es mag einen Angreifer für einige Sekunden einschüchtern. Aber dann ist die Show vorbei, der Schwindel fliegt auf und Du bist Geschichte Dorian. Ein guter Hund, schlägt an, wenn die Gefahr sich nähert. Ist die Gefahr bei Dir, muss er nicht mehr anschlagen, dann muss er handeln. Das heißt in unserem Fall, er muss seinen Job erledigen. Er muss den Angreifer stellen, kampfunfähig machen und ausschalten. Du musst Flocki nicht fürchten. Schau mal, ein Hund tut das, was kaum ein Mensch für Dich tun würde. Er beschützt Dein Leben mit seinem eigenen. Er würde sich für Dich in Stücke reißen lassen und er zerreißt Deine Feinde in Stücke. Er lebt für Dich, Deine Worte bedeuten ihm alles. Kannst Du das von Deinen Beschützern auch behaupten? Vielleicht von Deinem Tuteur, es ist in seinem Genom abgespeichert, ebenso wie bei meinen GMOs. Aber Flocki macht das nicht, weil da irgendwas im Labor eingespleist wurde, dass ihn zwingt. Weißt Du warum er das alles macht? Aus einem schlichten und wundervollen Grund - Liebe. Sicher schläft Flocki bei uns Dorian. Was nützt Dir denn ein Leibwächter, der drei Zimmer weiter schläft, während Du in Gefahr bist. Dein Beschützer muss bei Dir sein. Ich möchte Dir keine Angst machen Dori, ich möchte Dir auch nicht schaden. Schau mal, wir beide sind hier, aber auf der Flucht bist eigentlich nur Du. Was hat uns Kabir gesagt? Dass ich ebenfalls auf dem Schirm der Krone bin. Gut damit musste ich rechnen, hätte ich das nicht akzeptiert, hätte ich Dich wegschicken oder verpfeifen müssen. Aber ich habe es mit Dir durchgezogen und den Rest werden wir auch noch schaffen. Es wird eine Möglichkeit geben Dich zu rehabilitieren, oder aus der Schusslinie zu nehmen. Dann allerdings sind wir beide Ex-Souvagner. Du hast alles verloren, ich werde alles in dem Moment verlieren. Bis auf die Dinge, die ich mitgenommen habe und in Naridien besitze. Wie kommst Du darauf, dass ich Dir schaden wollte? Hast Du solche Angst vor Flocki bekommen? Dann tut mir das aufrichtig leid und ich entschuldige mich bei Dir. Entschuldige Dorian", sagte Hilarius reumütig.

Dorian von Wigberg
Dorian schloss die Augen und schüttelte den Kopf. Er ließ seinen Mann los und legte beide Hände auf dessen stoppelige Wangen. Liebevoll küsste er ihn auf den Mund, ehe er erneut nach seiner Hand griff. »Du musst dich nicht bei mir entschuldigen, wofür denn? Dass du mir nicht schaden wolltest, weiß ich. Aber dieses Tier macht mir Angst! Ja, er beschützt dich und hört bei dir aufs Wort. Dich! Mich toleriert er nur, weil du es tust. Für deine Hilfe bin ich dir mehr als nur dankbar, ich weiß, was du riskierst und ich bin dir mindestens so loyal wie dein Hund, auch wenn du meinst, dass ein Mensch keine Treue kennt. Ich möchte dir keinen Ärger machen, aber der Anblick war für mich kein bisschen erregend, ich fand ihn schrecklich und möchte so nicht enden. Ich weiß, was Flocki dir bedeutet, aber ich brauche fortan doch eine eigene Suite und ein eigenes Zimmer, ich will nicht in Gegenwart von diesem Tier leben. Und ich möchte meinen Tuteur zurück oder einen Neuen, hier in Obenza kann man sicher welche kaufen.«

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius schaute Dorian unverwandt in die Augen. "Hier kann man zig GMOs kaufen, dass ist nicht das Problem. Aber Du möchtest, dass ich mich zwischen meinem Hund und Dir entscheide? Entweder Flocki wohnt bei mir oder Du? Wo soll er Deiner Meinung nach wohnen?", fragte Hilarius verstört.

Dorian von Wigberg
»Solche gefährlichen Tiere wie Flocki gehören in den äußeren Gartenring, finde ich, wo sie ihre Hütte und Näpfe und alles haben. Das ist ja kein Schoßhund, der nichts als schmusen möchte, sondern eine Killermaschine im Pelzmantel! Im Haus haben sie nichts zu suchen und auch nicht im Garten, in dem die Familie sich aufhält. Wobei ich immer in der Großfamilie gelebt habe, da sprangen auch Kinder mit herum. Bei dir lebten bis dahin nur ersetzbare Angestellte, vielleicht siehst du es darum lockerer. Der Hund kann ruhig bei dir wohnen bleiben, ich fordere gar nichts und erst recht liegt es mir fern, dich zu erpressen. Ich bitte nur darum, mir einen eigenen Bereich zur Verfügung zu stellen, damit ich dem Tier ausweichen kann.«

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius stützte seinen Kopf auf eine Hand ab und musterte Dorian, als hätte er verlangt sein Neugeborenes Baby in den Garten zu legen, da es in die Windeln machte. "Dorian Ihr habt keine Haustiere oder? Flocki ist meine Familie, neben Kori und Candy. Im Garten würde er nachts krank, vermutlich würde er sich sonst was holen. Aber gut jeder hat ein anderes Empfinden, was Haustiere und deren Bedürfnisse angeht. Allein schon ob sie im Bett schlafen sollen oder nicht. Ich werde zusehen, dass Du Dich nicht mehr vor Flocki fürchten musst. Ein eigener Bereich? Nun das lässt sich sicher einrichten", sagte Hilarius und machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Fürs Erste kannst Du hier bei den Jungs übernachten, sobald wir weiterreisen, machen wir uns dann Gedanken. Allerdings solltest Du Dir auch überlegen, wie Du die Reise im Aero mit Flocki erträgst, er ist auf der Hinterbank und da muss er bleiben. Es sei denn, Du möchtest ein eigenes Aero und wir fliegen getrennt. Was natürlich auch ginge", schlug Hila vor.

Dorian von Wigberg
»So lange du dabei bist, geht es. Aber du musst auch mal auf Toilette oder verlässt den Raum und lässt mich allein mit Flocki zurück. Das möchte ich nicht mehr, seit ich gesehen habe, worauf du ihn abgerichtet hast. Doch, wir haben auch eigene Tiere gehalten - Damwild für den Teller, um die Population von Hochwild in den Wäldern zu schonen.«

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius nickte knapp und stand auf. "Es ist der selbe Hund wie gestern, nur dass Du nun ein anderes Wissen über ihn hast. Ich werde es akzeptieren Dorian, Dir entgegenkommen und mein Wort halten. Du musst ihn nicht fürchten, ich werde Dir dazu auch keinen Grund mehr liefern. Er wird nicht im selben Raum schlafen wo Du schläfst. Du bekommst Dein eigenes Quartier und sollten wir ein Quartier teilen, werde ich ihn mitnehmen, wenn ich es verlassen muss. Ich werde mich bei den hiesigen Firmen bezüglich eines GMOs für Dich umhören, einem Warden. Du kannst Dir dann vor Ort ein passendes Exemplar aussuchen. Du solltest die Zeit nutzen um mit den beiden Sentir zu sprechen, viel mehr haben wir bis jetzt nicht in Erfahrung gebracht, als dass, was wir schon wussten. Überlege Dir ob Du einen Weg zurück nach Souvagne finden möchtest, oder einen Weg nach Naridien hinein. Letzteres wäre leichter zu bewerkstelligen. Ich gehe zurück in meine Suite. Melde Dich sobald Du etwas neues herausgefunden hast, oder falls Ihr eine Idee habt. Ich sage Dir bescheid, falls ich einen Tuteur für Dich gefunden habe. Warden Genetic-Technology Dynamics ist hier ganz in der Nähe. Sie haben ihren Sitz in Obenza, dem 225-Tower und sind auf Warden alla GMO und BioMod spezialisiert. Sieh zu, dass Zac wieder nüchtern wird. In dem Zustand ist er eine Gefahr für sich und uns alle", sagte Hilarius und wandte sich zum Gehen.

Dorian von Wigberg
»Warte.« Dorian griff nach Hilarius, der sich anschickte, die Suite zu verlassen. Dorian erhob sich rasch, legte die Arme um seinen Mann und kuschelte sich an ihn an. »Du bist wütend auf mich«, sagte er leise.

Hilarius von Hohenfelde
"Nein ich bin nicht wütend Dorian, ich bin enttäuscht. Allerdings ist das genauso unfair von mir, wir sind Kampfgefährten. Wir versuchen das Unrecht, das einem Teil der Sippe wiederfahren ist auszumerzen und geradezurücken. Wir versuchen den Namen Deiner Familie reinzuwaschen. Das wir nebenbei etwas Spaß haben, versüßt die Sache. Und es erleichtert Dir den Umgang mit dem ganzen Sumpf, den Osmund dort anlegte. Wut oder Enttäuschung stände mir nur gut zu Gesicht, wenn wir beide aus Liebe geheiratet haben. Das haben wir nicht. Wir haben aus einem wichtigeren Grund geheiratet. Deshalb musst Du auch keine Sorge haben, dass ich mich wegen so einer winzigen... nun nennen wir es mal Unregelmäßigkeit, ereifern würde. Ich bin Dir weder böse, noch darf ich enttäuscht sein. Du bist ein eigenständiger Souvagner, Du hast Deine Meinung und ich habe meine. Beide müssen nicht übereinstimmen Dorian. Ich kann nicht verlangen, dass jeder ein Hundenarr ist, so wie ich. Und Du kannst nicht verlangen, dass ein Hohenfelde in Wigbergbahnen denkt. Denn aus dem Grund hast Du mich schließlich ausgesucht. Wer weiß wie man mordet, weiß auch wie man ein Mord verhindert. Das hat Dir jedenfalls die Logik gesagt und Du hast bei mir auf der Matte gestanden und nicht bei Eurem Großoberhaupt. Von daher Dorian, zwischen uns ist alles gut. Meine persönlichen Befindlichkeiten sind für unsere Aufgabe irrelevant, zudem waren sie unfair Dir gegenüber. Schwamm drüber", sagte Hilarius und strich Dorian über die Wange.

Dorian von Wigberg
Dorian schloss die Augen und schmuste seine Wange an der Hand seines Mannes. »Wir haben nicht aus Liebe geheiratet und trotzdem verletzt es dich. Und mir tut es weh, dass du nun so empfindest, weil ich geschworen habe, dir keinen Ärger zu machen. Ich bin zur Zeit etwas dünnhäutig, Korbinian hat mir dieses Video gezeigt, wie meine Liebsten in ihrem Blute lagen und nun dieser Anblick von dem zerfleischten Sklaven ... mach dir keine Gedanken um das, was ich dir sagte, vergiss es einfach. Wenn Flocki mich zerfleischt, wird er dafür vermutlich seinen Grund haben. Es steht mir nicht zu, um noch mehr zu bitten, als um das, was du mir schon alles schenktest, darunter nichts weniger als mein Leben. Ich bin derjenige, der dir die Bitte um Verzeihung schuldet. Bitte verzeih meinen Ausbruch. Ich bin eine elende Mimose.«

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius nahm Dorian fest in die Arme. "Wir beide sind dünnhäutig, gereizt, müde und hungrig. War auch keine Glanzleistung von mir, Dir sowas vorzuführen. Also pass auf, ich werde Dich nicht mit Flocki alleine lassen. Solltest Du dann immer noch Angst vor ihm haben, überlegen wir beide uns gemeinsam etwas und zwar eine Lösung mit der wir beide leben können. Natürlich verletzt es uns beide, denn auch wenn es keine Liebesheirat war, entstehen Gefühlen wenn man sich nah ist Dori. Nach einer Vernunft-Hochzeit können genauso Gefühle aufkeimen, wie sie nach einer Liebes-Hochzeit vergehen können. Das ist völlig normal und vergiss unseren Altersunterschied nicht. Du hast das Alter meines Sohnes, auch deshalb sehen wir Dinge schon anders. Mal ist das eine sehr gute Ergänzung, mal stehen wir uns damit im Weg. Auch damit müssen wir klarkommen. Aber bis jetzt haben wir uns doch ganz gut geschlagen, dafür dass wir auf der schwarzen Liste stehen. Ich überlege ob ich das Aero los werden soll", antwortete Hila und küsste seinen Mann zärtlich. "Wieder gut miteinander komm", bat er.

Dorian von Wigberg
»Wieder gut«, bestätigte Dorian erleichtert und küsste seinen Mann nicht minder liebevoll zurück. »Ich muss an mir arbeiten, kein Wigberg darf sich von Gefühlen hinreißen lassen, unüberlegte Dinge zu sagen. Im günstigsten Fall blamiert man sich damit nur. Du hast Recht, Flocki ist noch der selbe Hund, aber ich sehe ihn nun mit anderen Augen. Natürlich habe ich nun enormen Respekt vor ihm, alles andere wäre auch dumm, aber es darf keine unnötige Angst sein. Du sollst nicht dein Leben noch mehr umkrempeln müssen, als du es ohnehin schon tatest. Das Aero gegen ein anderes zu tauschen ist sicher eine gute Idee. Aber wie ich Zac nüchtern kriegen soll, das weiß ich wirklich nicht, der säuft ja schon wieder!« Anklagend wies er auf den Schachtsoldaten, der grinsend die Flasche hob, ihm zuprostete und die Flasche leerte.

Hilarius von Hohenfelde
"Vergeben und vergessen, dass Du anders im Moment tickst, ist klar. Wie bereits gesagt, mach Dir keine Gedanken. Du hast mich nicht in den Mist geritten Dori, ich habe mich angeboten. Ja entweder das, oder ich muss die Elektronik austauschen lassen. Wobei können die Sentir nicht damit umgehen? Hacken, dechiffieren und so weiter? Eigentlich müssten die das doch drauf haben. Zac nüchtern zu bekommen, wird von Flasche zu Flasche schwieriger. Wieviel hat er schon intus?", fragte Hila.

Aidan:
"Also mitgezählt haben wir nicht, aber er ist schon die ganze Zeit stramm dabei. Vermutlich ist das Gondelrennen doch nicht so unterhaltsam, er kann es scheinbar nur im Suff ertragen", grinste der Rotschopf, ehe er wieder ernst wurde. "Ich glaube Zac hat genauso viel zu schultern, wie wir alle. Er ertränkt seine Probleme gerne in Alkohol. Jeder hat da eben seine eigene Lösung. Das mit der Positronic kann ich erledigen, wenn Ihr möchtet", bot Aidan an, der sich freute etwas zu tun zu haben. Kab hob zustimmend den Daumen, da er den Mund voller Schokolade hatte.

Zaccaria
Der Reihe nach tippte Zaccaria auf alle leeren Flaschen, verzählte sich und gab es auf. »Ich ertränk nur meine Geilheit«, lachte er, wobei er sehr undeutlich sprach, aber man verstand ihn noch.

Kabir:
"Na hättest Du doch was gesagt, dann hätte ich Dich ins Bad geschliffen und eiskalt abgebraust", bot Kab großmütig an. Was bei ihm allerdings seltsam aussah, da sein ganzer Mund Schokolade verschmiert war. Das was Zac getrunken hatte, schien er an Süßigkeiten in sich hineingestopft zu haben. "Mir unerklärlich, warum Du dauergeil bist", sagte Kab und packte den nächsten Riegel aus.

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius schüttelte in Zeitlupe den Kopf. "Sind das die Personen, die im Normalfall unser aller Leben retten?", fragte er Dorian.

Aidan:
"Ja genau, die Spezialeinheiten. Kein Licht, kein Strom, wir kommen schon. Wie kein Strom, kein Licht - wollte sagen wir kommen nicht. Oder so. Macht Euch nichts draus, sobald es darum geht etwas zu erschießen oder sich zu streiten sind beide sofort wieder in ihrem Element. Falls keiner eine Flasche Bier oder einen Schokoriegel dabei hat, heißt das", sagte Aidan mit grimmiger Miene.

Zaccaria
»Ich bin nicht dauergeiler als andere«, meinte Zaccaria, wobei er sich mühte, langsam und deutlich zu sprechen. Trotz der Menge, die er intus hatte, gelang es ihm verblüffend gut, wenn er sich konzentrierte. »Aber ich habe wenig Zeit, mich darum zu kümmern, es gibt andere Dinge, die Vorrang haben. Und Alk hilft mir besser als eine kalte Dusche, allerdings nur, wenn die Menge stimmt. Manche schießen angetrunken besser, als wenn sie nüchtern sind, einer davon ist mein Kamerad Ronny. Setz ihn trocken und er zittert rum. Gib ihm seinen Fusel und er ist ein sicherer Schütze.«

Kabir:
"Weil er süchtig ist, darum zittert er. Er braucht sein Zielwasser, drum heißt es so. Einfacher wäre es, Du nimmst Dir eine Frau oder einen Mann. Das Angebot stand doch. Stand", kicherte Kab und widmete sich wieder seinem Schokoladenriegel. "Die Frage ist doch, hast Du keinen oder keine? Das haben wir nie geklärt. Erzähl es uns Zac, wer ist Dein Herzblatt?", grinste Kabir. Aidan rollte mit den Augen und nahm sich auch eine Bierflasche. Wobei interessiert hätte es ihn auch. Mit wem war Zac zusammen? War er völlig allein, ohne Freunde und ohne irgendjemand der zu ihm gehörte?

Zaccaria
Zaccaria grinste vor sich hin. Da er gerade einen in der Krone hatte, war er guter Dinge und etwas offener als sonst. »Es gibt jemanden. Sogar zwei Personen. Genauer gesagt, anderthalb. Und beide haben keinen Bock auf mich. Es gibt Leute, die nach den Sternen greifen, das Unerreichbare wollen. Ich bin einer davon. So lief das schon mein ganzes Leben und auch mein, na ja, ich nenne es mal Liebesleben folgt diesem Prinzip. Ja, ich weiß, dass das Angebot stand, aber ich wollte mich lieber mit euch betrinken.«

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius machte es sich neben Dorian bequem und nahm sich ebenfalls einen Kaffee. Er zog seinen Mann nahe zu sich heran und hörte der Gruppe zu. Sie waren Verbündete und gerade wurde es gemütlich. "Wollen wir was zu essen bestellen?", fragte er Dori leise, während er einen Schluck Kaffee trank. Hilarius war froh, dass er sich mit Dorian versöhnt hatte. Warum ihm das kurze Verwürfnis so nahe gegangen war, wusste er selbst nicht. Weil er Dorian geholfen hatte? Weil er selbst viel risktiert hatte? Oder weil er etwas für ihn empfand? Liebe war es sicher noch nicht, dass wäre zu hoch gegriffen und war so schnell nicht möglich. Aber er mochte ihn und Dorian gefiel ihm. Vielleicht war er ein bisschen in ihn verschossen und die Nummer die sie gemeinsam genossen hatten, tat ihr übriges dazu bei. Hila schaute Dorian von oben bis unten an. Ja der Bursche war ein Leckerbissen und er hatte ihn... lieb. Er fühlte sich wohl in seiner Nähe und der Sex mit ihm war atemberaubend. Sie ergänzten sich in so vielen Dingen derart gut, dass er einen Strich unter den winzigen Zwist machte. Es war seine Schuld gewesen, es mochte einen Hohenfelde beruhigen, wenn der andere dazu in der Lage war ein Blutbad anzurichten. Aber Dorian war selbst gerade mit knapper Not einem entkommen. Hila beschloss für Dorian etwas umzudenken, nur so konnten sie sich wirklich beistehen. Dori war sein Mann, dass war also das Mindeste. Hilarius Krallen fuhren zärtlich Dorians Nacken hoch. "Möchtest Du?", bot er an.

Kabir:
"Erzähl wer es ist. Ich habe immer gedacht, dass ich niemals Sex mit einer anderen Person erleben werde. Das war für mich zu abstrakt. Erstens wer sollte das sein? Wer würde freiwillig mit mir Sex haben wollen? Ich hätte keinen benennen können. Meine ganze Art ist irgendwie für Seize unheimlich, dabei lege ich es nicht darauf an oder so etwas. Drum dachte ich immer, für mich gäbe es das nicht. Es war auch nicht so, dass ich es körperlich vermisst hätte. War mir danach, hab ich mir selbst geholfen. Vielmehr hab ich das Gefühl vermisst, jemanden zu haben für den ich was empfinden kann. Wobei daran habe ich auch gezweifelt. Ich habe nicht geglaubt, dass ich für wen etwas empfinden könnte. Nicht wirklich, nur kurz. Er, sie ist nett, super, danke, das wars. Auftrag wurde erledigt, zurück zum Orden. Während des Auftrags, wenn ich irgendwen mit aller Macht angreifen musste, oder es einfach tat, dann habe ich mich geil gefühlt. Erhaben, euphorisch, absolut wie im Rausch. Das man das körperlich genauso empfinden kann, hätte ich nicht gedacht. Jedenfalls nicht, dass es vergleichbar wäre. Eine Solonummer ist ganz nett, aber kein Vergleich zu einem Kampfrausch wo man voll drauf ist. Sex mit jemanden ist wie Kampfrausch, nur ohne Kampf. Also wer sind Deine Herzblätter Zac?", hakte Kab nach und nahm sich auch eine Bierflasche die er austrank.

Dorian von Wigberg
Die Krallen auf Dorians Haut ließen ihn vor Wohlgefallen erschauern. Er öffnete die Augen wieder, griff nach Hilarius` Handgelenken und zog ihn sanft zu den anderen auf die Liegewiese, die sich unterhalb des Deckenholos befand. Sie hielten Abstand, waren aber doch nah dran. Erstens wollte Dorian, dass sie keine zwei Gruppen bildeten, so lange sie zusammen unterwegs waren. Zweitens wollte er genau hören, was die anderen sprachen. Auf dem weichen Untergrund schmiegte er sich bei Hilarius ein und das erste Mal freute er sich, dass er mit nacktem Oberkörper herumlief, so dass seine Haut ihren Sinn als Tastorgan zur Gänze erfüllen konnte. »Was Kleines zu Essen wäre super«, antwortete er leise und küsste Hilarius mehrmals. »Weintrauben und Käsewürfel, dazu Feigen. Das kann man mit den Fingern essen, ohne herum zu schweinern und es ist gesund und lecker. Mehrere Platten, damit die anderen auch zulangen können und zu Trinken eine Schorle.« Er war nicht minder froh über die Versöhnung und suchte nun noch mehr Nähe zu Hilarius als zuvor. Ein Streit zerstörte im Normalfall keine Beziehung oder Ehe, im Gegenteil, es war normaler Bestandteil. Damit es kein destruktives Element wurde, war eine gewisse Streitkultur wichtig. Und sie beide waren auf einem guten Weg, eine gemeinsame Streitkultur zu entwickeln, die dafür sorgte, dass sie sich rasch wieder versöhnten.


Zaccaria
»An Sex mangelt es in der Regel nicht, Kab. Aber wenn ein Herzblatt in der Nähe ist, vergeht mir der Bedarf daran, es mit anderen auszuleben oder mit mir allein. Wie ist das bei dir und Lana? Seit wann liebst du sie? Dass du es tust, ist klar, seit du dich für sie opfern wolltest. Meine Nummer eins ist, wenig überraschend, Timion Harruck, aber wehe ihr sagt das Vaden, der schlägt mich tot. Timion ist die halbe Nummer, da es ein merkwürdiger Gefühlscocktail ist, den ich empfinde. Anfangs sah ich in ihm so etwas wie ein Ersatzvater, als ich älter wurde, empfand ich mehr. Aber da war ich nicht der Einzige, vermutlich war die halbe Mannschaft in ihn verknallt. Das ist kein ungewöhnliches Gefühl, wenn man Hilfe benötigt und sie so aufopferungsvoll bekommt. Daraus entwickelt sich schnell Verliebtheit, weil das Gehirn dumm ist und denkt, der andere müsse das folgerichtig so tun, weil wir ihm etwas bedeuten. Bei uns im Schacht die Sanis hatten immer hundert Verehrer. Dieser Fallstrick der Psyche ist mir bekannt, darum zählt es nur halb, weil ich nicht weiß, wie ich empfinden würde, hätte er sich nicht so aufopferungsvoll um uns gekümmert. Nummer zwei sitzt hier im Raum.«

Hilarius von Hohenfelde
Hilarius rief bei dem Service unten an und bestellte genau dass, was sich Dorian gewünscht hatte. Zusätzlich bestellte er noch für jeden einen Teller mit Häppchen und Brote, so dass sie garantiert satt wurden und alles mit den Händen essen konnten. Die These die Zac aufgestellt hatte war gut. Es war sehr viel Wahres dran, dass Helfer oft Verehrer hatten. Aber den Helfern ging es oft nicht anders. Sie sollten Abstand halten, aber wer fühlte nicht mit einer Person, die er gerettet hatte? Und war sie dadurch nicht auch ein bisschen Eigentum von einem? Gehörte sie damit nicht in das eigene Leben? Darüber dachte Hilarius nach und streichelte Dorian.

Kabir:
"Seit wann ich Lana liebe? Das ist eine gute Frage, die ich nicht beantworten kann. Weder Dir noch mir selbst. Sie war grundlos gut zu mir und sie war freundlich. Und gleich wie schippisch oder mies gelaunt ich geantwortet habe, sie war immer noch freundlich. Sie hat mir was Passendes gesagt, wurde aber nie pampig. So hatte ich sie in Erinnerung, was eine gute Erinnerung ist. Dann schrieb sie mir einen Brief, Jahre später. Ich habe sie besucht und ab dato war es zwischen uns anders. Irgendwie hat mich der Brief schon gefreut. Sie dachte an mich, obwohl wir uns ewig nicht gesehen hatten. Sie bat mich um Hilfe und wie gesagt, ich besuchte sie. Und ab dem Besuch war es anders, irgendwie fühlte sie sich anders an und sie sah für mich anders aus. Nun ich war keine 14 Jahre mehr, sondern was älter mit anderen Gedanken. Wir beide empfanden zeitgleich so, wir mochten uns eine Nummer mehr als wir eigentlich sollten. Lana besuchte daraufhin mich etwas später im Schiff und wir hatten so gesehen ein Fall zusammen zu lösen. Aidan und Jolyn waren auch dabei. Das war eine richtig schöne Zeit. Wir waren ein super Team. Das ich mich für sie opfern würde, das war nicht geplant. Aber ich habe es freiwillig getan, weil sie und die Kleine mir alles bedeuten. Timion wird es gewusst haben, wie Du für ihn empfindest. Ich wusste es bei Lana auch. Wäre er nicht vergeben gewesen, hättest Du eine Chance gehabt aber so? Du würdest Dich gegen Deinen Ziehvater stellen und Deinen Bruder, zudem noch gegen Ronny Deinen Schwager. Du kannst ihn als Kumpel lieben, aber nicht als Deinen Kerl. Verstehe, ich weiß wer gemeint ist. Wir benötigen eine Lösung für ein Problem, dass zwei Leute rettet. Ich suche eine Lösung", bot Kab an und streckte sich. "Wir benötigen eine Firma die über Heiltanks verfügt. Ideen?", fragte Kab.

Zaccaria
Zaccarias Mundwinkel zogen sich erneut zu einem Lächeln auseinander. »Wir brauchen absolut keinen Heiler.« Er machte es sich auf seinem Rucksack etwas bequemer und angelte sich eine Hand voll saftiger lila Weintrauben, weil er noch nie welche gegessen hatte. Sie schmeckten süß und sauer zugleich, köstlich. »Du brauchst mir nicht sagen, wie ich mich gegenüber Timion zu verhalten habe. Ich habe ihn nicht ein einziges Mal angemacht und das würde ich auch in Zukunft nicht tun. Aus Respekt vor ihm und jetzt auch aus Respekt vor seiner Familie. Darum möchte ich auch nicht, dass er oder irgendwer anders es erfährt. Ob er mein Verhalten richtig gedeutet hat, weiß ich nicht, wenn ja, dann habe ich was falsch gemacht. Dass du und Lana jetzt zusammen seit, ist irgendwie witzig. Schon allein, weil sie so eine alte Schachtel ist.«

Kabir:
Kab starrte Zac baff an. "Was heißt alte Schachtel? Und was ist daran witzig? Klär mich da mal auf! Du vergisst das Timion ein Sentir war, er muss nur einmal Deine Gedanken gelesen haben, wenn Du besonders lieb warst. Und schon wusste er bescheid Zac. Zudem ist das doch jetzt Deine Familie. Er ist zwar nicht Dein Mann, aber Dein Adoptivvater. Im Grunde war er das vorher schon, drum hat er so einen Bohei gemacht. Wo ich so überlege, weiß ich gar nicht wie alt Lana ist. Und ich sollte mir angewöhnen, meiner Frau zu sagen, wenn ich weggehe und wann ich wiederkomme. Ich muss mit ihr darüber reden. Lana muss sich auch fragen, was das soll. Oder sie versteht es. Sie weiß was ich war. Wer wenn nicht sie? Aidan Zac hat Dich lieb und wünscht Deine Heilung. Ich kümmere mich um Euch. Ach und Dorian, mit ist noch etwas eingefallen, es gibt bestimmte OPs, womit Personen gegen die Beeinflussung durch Sentir immunisiert werden können. Künstliche Stumpfe sozusagen. Die Person kann man dann so wenig beeinflussen wie Dich. Aber einen Bus könnte ich Euch trotzdem noch vor die Rübe werfen", erklärte Kab. Die Retourkutsche für die alte Schachtel musste sein, fand Kabir.

Zaccaria
Zaccarias Grinsen gefror und wirkte nun nicht mehr fröhlich, sondern böse. »Schieb dir deinen Bus in den Hintern«, knurrte er. »Du kannst echt nur alles kaputtmachen. Halt wenigstens gegenüber Vaden und Yvon die Klappe. Dass Timion meine Gedanken lesen konnte, habe ich erst kürzlich erfahren, drum dachte ich an die Möglichkeit gar nicht. Dann weiß er es und akzeptierte mich trotzdem als Schleppscheiße am Schuh. Kein schlechtes Gefühl.«

Kabir:
"Was denn auf einmal so kratzbürstig? Du hast meine Frau beleidigt, sei froh dass Du weiterleben darfst Du Schachtratte!", fauchte Kabir und rollte sich auf die Beine.

Aidan:
Aidan tat es ihm gleich und stellte sich zwischen Kab und Zac. "Hört auf, alle beide! Erstens in wen er verschossen ist, ist seine Sache und wem er es sagen will auch! Du benimmst Dich nicht besser als er! Und zweitens werte ich es als Kompliment, also ziehst Du nicht nur ihn damit auf, lass es Kabir! Wir sind ein Team, wir wollen es bleiben! Wir haben andere Sorgen als die Aufrechnung von scheinbaren Beleidigungen. Du bist 22 Jahre und Lana wird vermutlich Mitte, Ende 30 Jahre alt sein - also 35 bis 40 Jahre wird sie alt sein. Damit ist sie älter als Du und normalerweise haben alte Männer junge Frauen. Mehr hat Zac nicht gesagt! Und wenn sie 80 Jahre alt wäre und Ihr liebt Euch, bitteschön. Und Du Zac hör auf zu saufen wie ein Loch und seine Frau zu beleidigen. Sie bedeutet ihm alles, Dir bedeutet Timion alles. Wird das besser, wenn Ihr die Leute schlecht macht, die Euch was bedeuten? Andere trampeln schon genug auf uns rum, müsst Ihr das noch gegenseitig? Also kommt runter und gegen Hilfe bezüglich meinem Problem hätte ich echt nichts, dass mal am Rande", sagte Aidan ruhig.

Zaccaria
Zaccaria senkte den Blick. »Das war nicht mal als Beleidigung gedacht, tut mir leid. Und ich fände gut, wenn du, Aidan, dann noch mal paar Minuten Zeit hast, damit ich es nachholen kann, dir das persönlich zu sagen. Ist ja nicht zu fassen.«

Kabir:
Kab drückte Zac fest. "Tut mir auch leid, Frieden Zac. Du bist mehr als mein Fünf-Minuten-Kumpel", sagte er versöhnlich.

Kabir
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Re: 16 Kapitel 16 - Gespräch von Sentir zu Wigberg

#5

Beitrag von Kabir » Di 10. Sep 2019, 00:00

Die Beichte, die zu spät kam


Zaccaria ließ die Umarmung von Kabir einen Moment auf sich wirken. Sie beide waren hager, die Umarmung fühlte sich an wie ein Holzstapel, überall traf Knochen auf Knochen oder Gelenk auf Gelenk. Sie waren auch ungefähr gleich groß. Selbst körperlich zeigte sich, dass der Eine der böse Zwilling des anderen war. Er drückte den Sentir zurück. »Wir geraten immer wieder aneinander, Kab, aber wir lassen es nicht mehr eskalieren. Eigentlich bist du in Ordnung und ich werde nie vergessen, was du getan hast, um deine Fehler wieder gut zu machen. Ich meinerseits muss an meinen rhetorischen Fähigkeiten feilen, um nicht unnötig Konfliktpotenzial zu erzeugen. Jetzt muss ich aber kurz mit Aidan reden, bevor er mich hinterrücks totschlägt.«

Kabir
"Na schieb mal keine Panik, es stehen doch im Grunde noch noch zwei oder drei Einsätze aus. Der Bankraub, die Vernichtung der Sonne, die Suche nach dem Lager, Vaden und seinen Mann zusammenführen und dann schütteln wir uns die Hände Zac. Von daher sollten wir das hinbekommen. Ich lass Euch alleine", sagte Kab, umarmte Aidan und befummelte ihn, was diesen ziemlich verstört gucken ließ. Dann beförderte Kabir den Flachmann zu Tage, grinste freundlich und verließ ohne ein weiteres Wort das Zimmer und die Suite. Er ging sich im Hotel etwas umschauen.

Aidan:
"Nun da wären wir, wollen wir uns auch einen Platz suchen? Immerhin hören sonst Dorian und Hilarius heimlich zu. Kab ist manchmal ein ungehobelter Klotz, aber er kann auch ein anständiger Kerl sein. Glaub es mir, ohne ihn wäre ich sicher schon verwurstet worden. Weshalb er mich gerettet hat, kann ich Dir nicht sagen. Er hat es mir nie gesagt, nicht so wirklich meine ich. Komm wir gehen auch ein Stück", bat Aidan, quälte sich auf die Füße und wartete auf Zac.

Zaccaria
Als Kabir den Flachmann präsentierte, grinste Zaccaria zurück. »Er traut mir noch immer nicht«, raunte er Aidan zu. »Klar ist der Kerl in Ordnung, drum konnte ich ihn am Anfang nicht leiden, obwohl er sich bemühte, vernünftig mit mir umzugehen und seine Taten aufrichtig bereute. Gefahr, er war mir zu nahe. Und ich ihm, drum krachte das dauernd. Selbes Problem wie zwischen ihm und Timion. Er spürte, sie waren von der Sache auf einer Wellenlänge, sie hätten kooperieren können, vielleicht Freunde sein und das machte Kabir Angst, drum beendete er das Ganze vorher auf seine Weise - auf die Selbe, wie ich versuchte, das zwischen uns zu beenden. Wir passen wie Arsch auf Eimer und jeder weiß, wie der andere tickt. Wir sehen uns gegenseitig an und jeder ist für den anderen ein offenes Buch, das ist nicht gerade angenehm.« Er nahm sich eine Handvoll Käsewürfel und Weintrauben als Proviant mit. »Okay, wir gehen eine Runde, Schnuckis«, verkündete er zu Hilarius und Dorian gewandt. »Ihr könnt euch bei uns aufhalten, aber fresst nicht alles weg und lasst mir was vom Bier übrig. Bis nachher.« Er gab den Weg vor. Im Gang jedoch schaute er unschlüssig nach links und rechts. Er war noch nicht dazu gekommen, das Hotel zu erkunden. »Wir waren von links gekommen, dort muss der Fahrstuhl sein. Also gehen wir nach rechts.«

Aidan:
"Gut erkannt, vor allem sieht man im anderen, was man bei sich selbst nicht sehen möchte. Man bekommt einen Spiegel vorgehalten. So geht es nicht nur Euch beiden, so geht es vielen Leuten. Aber anstatt sich anzugehen, kann man auch gemeinsam was draus machen. Solche Bündnisse sind meist für ewig geschmiedet. Weil eben genau jeder weiß, wie der andere tickt und das kann einem auch den Arsch retten. Ich würde nicht behaupten zu wissen wie er tickt, aber ich weiß, dass er ziemlich viel Angst hat. Wie steht es mit Dir? Du hast von Deiner Familie erzählt, Du hast von Deinen Wünschen erzählt, wie sieht es mit den Ängsten aus? Fangen wir von vorne an. Was möchtest Du mir in Deinen Worten sagen? Kab hatte nicht das Recht, da rein zu trampeln Zac", erklärte Aidan und knuffte ihn.
Zaccaria
Sie folgten dem weichen Teppich, der sie durch den langen Korridor führte. Am Ende mündete er in einem großen Balkon mit mehreren Sitzgruppen und Blick auf die Stadt. Von hier aus sah Obenza sogar regelrecht schön aus. Sie hatten Glück - niemand war hier, was wohl an der Uhrzeit lag. Die Nachtschwärmer waren schon in ihren Betten, die Lerchen noch nicht aufgestanden. Früh um 4 war immer eine angenehme Zeit. Zaccaria setzte sich mit einem Bein auf die Brüstung. Wenn Aidan wollte, könnte er ihn nun mit einem Schubs in die Grube befördern, einige Etagen tiefer. »Meine Ängste«, wiederholte Zaccaria. »Die üblichen Ängste eines Soldaten lasse ich jetzt mal außen vor, die hat jeder und die sind daher nichts Erwähnenswertes, du wirst sie auch kennen. Angst vor Artilleriebeschuss zum Beispiel, ich kann kein Flakfeuer ertragen oder Geräusche, die so klingen. So ein Ding hat uns damals vom Himmel geholt. Jedes Lichterfest ist für mich der blanke Horror.« Er schaute hinaus in die Ferne. Über seine Ängste zu sprechen, während er jemandem in die Augen sah, das brachte er nicht über sich. »Ich habe Angst vor Veränderungen. Ich möchte, dass die Dinge einschätzbar bleiben. Jedes Mal, wenn sich in meinem Leben etwas änderte, war es zum Schlechten, es endete in einer Katastrophe nach der anderen. Vermutlich habe ich mich darum auch so schwer getan, Kabir nicht länger als Feind zu sehen, obwohl er sein Bestes gab. Wovor hast du Angst? Danach sage ich dir, was Kabir vorweggenommen hat.«

Aidan:
Aidan stellte sich hinter Zac und schaute in die gleiche Richtung. Dabei legte er ihm einen Arm um den Bauch. Er würde ihn nicht auslesen, er würde ihn einfach festhalten. So konnte er nichts Dummes planen. Aidan legte seinen Kopf auf Zac Schulter ab. Die blaue Stunde, ein besonderer Moment, den jeder genoss der die Stille zu schätzen wusste. "Das was Du Dir wünscht ist Routine. Schleift sie sich ein Zac, ist sie genauso tödlich wie die Veränderung. Das einzige was hilft ist wachsam bleiben. Das kann man nicht immer, darum ist es gut, wenn man eine Gruppe hat auf die man sich verlassen kann. Ein paar Augen ist dann immer wachsam. Familie, Freunde, Kollegen, Kameraden, wie auch immer. Ich habe Angst davor, dass ich mich irgendwann ganz selbst verliere. Manche Dinge sind nur noch in meiner Erinnerung erhalten geblieben. So fremd und fern, dass ich mich frage, ob sie nicht einem anderen gehörten. Manchmal sehe ich Personen und denke, da musst Du was fühlen, gleich was. Du kennst das genauso gut wie ich, Jägeraugen. Aber da ist nichts. Ich erinnere mich daran, dass ich die Person zu einer anderen Zeit attraktiv gefunden hätte. Aber in meinem Kopf und zwischen meinen Beinen ist da eine Leere. Manchmal frage ich mich, warum sie mir das genommen haben. Das frage ich mich oft. Sogar im kleinen Rudel wie Kab es nennt, habe ich es gefragt. Lana sagte, weil sie darüber Macht über mich hätten und weil es Erfahrungen sind, die meinem Orden nützen. Ich habe sie gemacht, jetzt benötige ich keine neuen Erfahrungen mehr. Auf den alten Erfahrungsschatz zugreifen reicht aus. Das Gespräch zwischen Dorian und Hila wegen dem Hund hat mich an mich erinnert. Es ist der gleiche Hund wie gestern Dorian, dass sagte Hilarius. Ich war der gleiche Kollege wie gestern, aber als ein Agent in unsere Wache marschierte, lieferten sie mich aus wie einen Staatsfeind. Leute mit denen ich gestern noch gelacht hatte, mit denen ich gegrillt, gescherzt und an alten Karren gebastelt hatte, schauten mir nicht mal mehr in die Augen. Sie ließen mich wegschleifen wie einen Verbrecher. Mein Verbrechen war Migräne, jedenfalls dachte ich das, bis ich im Orden ankam. Ab dato wünschte ich, ich hätte versucht zu fliehen und der Agent hätte mich über den Haufen geschossen. Das die Dinge einschätzbar bleiben, ja das wäre da auch mein Wunsch gewesen Zac. Aber von einer Minute zur anderen stand mein Leben auf dem Kopf und alles was ich bis dato kannte, hatte seine Gültigkeit verloren. Ich war grundlos zum Feind auserkoren worden, sie brachen mich. Dabei hätten sie mit mir reden können. Es wollte keiner reden. Im Orden, wo man sogar die Gedanken lesen kann, wo man über Telepathie kommunizieren kann, da wollte niemand mit mir reden. Irgendwann habe ich mich selbst abgeschrieben. Sie wollten mich eigentlich nicht auf die Straße schicken, Wildfang, alt, Neurostation. Das ist nichts weiter als ein Versuchskaninchen. Ich habe mich gefragt, wofür ich all das vorher durchgezogen hatte. Wofür all die Arbeit, die Freunde, wofür das alles, wenn nur eine einzige Sekunde alles umschmeißen kann? Ich ging nicht in die Neuro, ich bekam einen Ausbilder. Ein Grauen, so wie Kabir. Er war hocherfreut mich ausbilden zu dürfen. Unseren Einsatz in Obenza hat er nicht überlebt. Kabir hat ihn getötet und mich mitgenommen. Meine Angst wäre zurück in den Orden zu müssen. Kab hatte keine Vorstellung davon, was er verlangte, als ich die Phiole liefern sollte. Oder er hatte sie, wer weiß was seine Pläne sind. Meine größte Angst ist, dass auch andere Empfindungen von mir verloren gehen. Und dann vielleicht sogar Erinnerungen, oder Wissen. Bin ich dann noch ich? Und war ich je die Person, für die ich mich gehalten habe? Oder bin ich eine Naturkatastrophe, ein Freak im schlecht sitzenden Souvagnerkostüm? Was bin ich wirklich? Und wieso sprechen alle von einer Gabe, einer Fähigkeit und tun so als wäre es etwas besonderes, wenn sie einen zeitgleich wie den widerlichsten Abfall behandeln? Ich verstehe das nicht. Früher dachte ich immer, ich hätte eine gute Souvagnerkenntnis, Menschenkenntnis für Dich. Aber nach alledem wusste ich gar nichts mehr. Jemand der Dir heute noch ins Gesicht lacht und Dir schulterklopfend einen Kaffee reicht, mit dem Du Dir Nächte der Observation um die Ohren geschlagen hast, spuckt Dich an, wenn ein Agent Dich am Arsch aus der Wache zieht. Wer war nun real und wer nicht? War ich ich? Und waren die Kollegen niemals Kollegen? Oder waren sie echt und ich war nur eine Einbildung von mir selbst? Ein falsches Selbstbild? Manchmal denke ich, wenn ich so etwas denke, ich werde langsam aber sicher wahnsinnig. Noch ein Stückchen weniger von Aidan. Irgendwann habe ich es sogar unterlassen mich im Spiegel anzugucken. Als könnte ich dort Flecken sehen, die meinen Verlust anzeigen. Wie Baumringe, die das Alter des Baumes verraten. Das Lichtfest ist für Dich ein Horror, ich verstehe es. Es symbolisiert den Sieg des Lichts über alles Unrecht. Für mich ist es ein Hohn, denn der Abgrund in dem ich lag, war strahlendweiß erleuchtet. Die Finsternis hätte ich mir dort gewünscht. Ich hoffe ich hab Dich nicht zuviel zugetextet", sagte Aidan leise.

Zaccaria
Zaccaria legte den Kopf etwas nach hinten, so dass sein Hinterkopf an Aidans Schulter ruhte. »Zu viel reden gibt es, denke ich, nicht. Eher zu viel schweigen. Viele Schachtsoldaten sind sehr in sich gekehrt, dafür höre ich mich sehr gern reden und sie hören zu. Alles ist besser, als Stille, wenn man in einer Gruppe ist. Das Gefühl, was du beschreibst, nennt sich Depersonalition, denke ich. Aber was nützen da irgendwelche medizinischen Begriffe, das ist nichts Abstraktes aus einem Lehrbuch, sondern das, was du erlebst. Sie haben dir ein Stück von dir selbst gestohlen, ein Stück, was dir wichtig war. Und ich Idiot habe genau den Finger in die Wunde gelegt. Danach war ich erst mal hackedicht, weil Kabir mich mit Schleimer ruhig gestellt hat, aber als ich wieder nüchtern war, habe ich über deine Reaktion nachgedacht. Lange. Und irgendwann über dich. Wie musste es sein, plötzlich so zu fühlen? Ich fand, dass es typisch war, dass es wieder irgendeinen netten Kerl erwischen musste anstelle eines Arschlochs, das es verdient hätte. Du warst mir sympathisch und je mehr ich über dich nachdachte, umso mehr mochte ich dich. Du warst in Gedanken stets präsent, ich sah dein Gesicht und deine Statur und hätte dich gern in meiner Nähe gehabt. Ohne konkrete Absicht, einfach deine Anwesenheit genießen, vielleicht zusammen was trinken oder auch nicht. Und in einer nächtlichen Stunde, als Ronny und Yvon neben mir rummachten, drifteten meine Gedanken dann zu dir, als meine Hand in meine Hose kroch. Kurzum: Ich hab mich voll in dich verknallt, Aidan. Ich hatte nicht vor, dir das jemals zu sagen, was Kabir, die Petze, garantiert wusste.«

Aidan:
"Das sich jemand in mich verknallt hat, ist schon einige Jahre her, ach was sage ich, einige Jahrzehnte. Es freut mich, dass Du an mich gedacht hast, als Deine Hand in Deine Hose wanderte. Hoffentlich hattest Du viel Spaß dabei, genieß ihn. Falls Kabir Recht hat und es irgendwie heilbar ist, dann werden wir es eines Tages zusammen genießen. Wir könnten uns zusammentun, Seite an Seite. Das wäre schön und es wäre logisch. Wir beide und unsere Leute Zac. Kab hat das nicht absichtlich verpetzt. Er hat geraten und es natürlich laut ausgesprochen. In solchen Dingen ist er nicht fies, nur ein unbeholfener Trottel. Würdest Du sagen, er behandelt seine Freundin wie seine Freundin? Nein, denn er muss es noch lernen. Das sind Dinge die ich weiß, er nicht. Trotz all seiner Ausbildung und seinem Grips. Der nützt nichts, wenn er nur auf Tod und Zerstörung geeicht wurde. Sie haben ihm fast nur Scheiße beigebracht, nur destruktives Zeug. Aber das meinte er nicht böse, da müsste ich mich gewaltig täuschen. Du hast das mit der alten Schachtel auch nicht böse gemeint. Du meintest, Euer Altersunterschied ist witzig. Hab ich verstanden, er nicht. Er liest nicht zwischen den Tönen, zur Not liest er Gedanken. Man meint das wäre ein Vorteil. Ist es nicht immer, denn manche sind schneller mit dem Mund als mit dem Kopf. Du in dem Falle. Du meinst, dass sie mir meine Persönlichkeit stehlen wollten? Ja, dass wollten sie Zac. Das wollten sie bei jedem Wildfang. Das haben sie auch bei Timion gewollt. Wir sind nicht bei ihnen erschaffen worden, wir sind eine unberechbare Konstante. Also formen sie uns um, bis wir berechenbar sind. Funktioniert das nicht, legen sie uns um. Gibt auch Wildfänge die sich nicht einfangen lassen, die wurden umgenietet. Das ist genauso verrückt, denn im Grunde sollte der Sentir doch sagen, scheiß auf den Orden. Von Sentir zu Sentir lasse ich Dich leben. Legen wir doch Osmund um. Jetzt weiß ich ja wie er hieß. Der Orden ist Geschichte, mal sehen was nun geschieht. Wird er neu aufgebaut unter Duc-Gemahl Oliver? Oder lässt er alle Sentir beseitigen? Unkalkulierbares Risiko? Ganz ehrlich, man könnte ihn sogar verstehen. Sentir sind gefährlich. Solange sie eine graue, gesichtslose Masse sind. Er kennt ja keinen von uns. Gut, dann würde er uns vermutlich sogar noch ehr umnieten lassen. Die meisten sind verkappte Arschlöcher, nicht weil sie welche sind, sondern zum Selbstschutz. Du kennst das genauso gut wie ich. Das Du so lange über mich und mein Problem nachgedacht hast, berührt mich. Darum auch die Tasse oder? Also entweder bin eine Granate, oder sie hat eine andere Botschaft", grinste Aidan.

Zaccaria
Zaccaria grinste. »Ja, darum die Tasse. Außen gefährlich aussehend, aber innen sieht es ganz anders aus. Kein Instrument der Zerstörung, sondern etwas ganz anderes. Versteht natürlich keine Sau, wenn man es nicht dazu erklärt. Aber das war, was ich mir dabei gedacht hatte: Was ich dir bei jedem Treffen zeige und das, was ich fühle, sind zwei unterschiedliche Dinge. Das war die Botschaft. Wenn es ein Heilmittel für dich gibt, ist das für dich hervorragend. Aber ich wusste, dass du nichts in der Richtung fühlst und habe mich darauf eingestellt. Das ist nicht, was ich von dir erhoffe, ich wollte dich gern an meiner Seite wissen. Das ist, was ich mir heimlich wünschen würde.«

Aidan:
"Damit bin ich einverstanden, ich bot es Dir an. Seite an Seite, wie ich Dir sagte. Was ich dabei empfinde, sobald ich es wieder kann, werde ich Dir dann sehr gerne sagen. Wir suchen einen Heiltank, oder eine Firma die genau solche Heilungen anbietet. Und falls ich keine Chance bekomme, bekommst Du sie trotzdem. Wir können uns trotzdem zusammen tun. Als Mini-Familie. Wo für drei oder vier Platz ist, ist für Dich ebenso ein Platz frei. Ich mag Dich Zac, Du bist ein feiner Kerl und die Tasse ist mein erster Liebesbeweis den ich je geschenkt bekam. Danke", antwortete Aidan glücklich.

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Re: 16 Kapitel 16 - Gespräch von Sentir zu Wigberg

#6

Beitrag von Kabir » Mi 11. Sep 2019, 00:01

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Seite an Seite, das gefiel Zaccaria. Dass Aidan positiv auf die Zwangsbeichte reagiert hatte, war überraschend gekommen. Er hatte mit einer freundlichen, vielleicht humorvollen Abfuhr gerechnet. »Nur zum Verständnis«, hakte Zaccaria nach. »Sind wir jetzt Freunde oder haben wir eine Fernbeziehung ohne Bonus? So ein Gespräch habe ich noch nie geführt, das ist absolutes Neuland. Du hattest schon mal wen, nicht wahr? Willst du darüber reden? Ich bin neugierig. Von meiner Seite aus gibt es nichts zu berichten, außer Schweinekram. Mit Liebe hatte das nichts zu tun und oft genug nicht einmal mit Zuneigung.«

Aidan:
"Beides, Beziehung ohne Bonus und Freunde. Den Bonus bekommst Du, wenn ich ihn Dir liefern kann. Hoffen wir das Kabir Recht hat und es heilbar ist. Schweinkram kann ich auch jede Menge bieten. Stimmt oft hat das nichts mit Liebe zu tun, sondern mit Befriedrigung von Bedürfnissen. Was genau willst Du hören? Ob ich mal vergeben war? Ja war ich als ich noch jung war, so in Deinem Alter. Ist schon eine Weile her, im Job ist das ehr schwierig. Da waren es wenn Strohfeuer oder einfach lose Bündnisse oder Freundschaften mit Bonus", sagte Aidan, zückte seine Packung Rauchstangen und hielt sie Zac hin.

Zaccaria
Zaccaria zog sich eine Rauchstange heraus. »Ja, ich wollte hören, ob du wen Festes hattest, wer das war, vielleicht sind sogar Kinder dabei entstanden. Und warum es nicht hielt. Ist bloße Neugier, musst nicht drauf antworten, ist deine Sache. Interessiert mich halt. Mach dir wegen dem Bonus jetzt mal keine Gedanken, bisher ging es ja auch ohne. Dann sind wir jetzt echt zusammen? Hast du dir das gut überlegt? Du weißt, ich bin Soldat und du bist Agent, wir werden uns oft wochenlang oder monatelang nicht sehen, vielleicht für Jahre nicht. Du musst außerdem ständig damit rechnen, dass ich abkratze. Ich habe mir im Laufe meines Lebens viele Feinde gemacht.«

Aidan:
"Ich bin kein Agent mehr, ich bin ein Abtrünniger und sobald der Duc und Prince Oliver das merken, werden sie vermutlich dagegen vorgehen. Nicht gegen mich persönlich, so wichtig bin ich nicht. Aber wenn sie merken, dass einige Agenten nach dem Fall des Ordens nicht heimkehrten oder vorher schon die Biege machten, werden sie diese jagen lassen. Ich habe mich schon gefragt, warum keiner Kab aufgehalten hat. Oliver rief ihn dazu, ließ ihn bei der Befragung anwesend sein und ließ ihn wieder abreisen. Sie ließen mich ein- und ausreisen wegen der Phiole. Vermutlich denken sie er gehört zu Vaden und Euch? Da Vaden Kab sozusagen an Lana verschenkte? Da hat er Recht und sich gleichzeitig gewaltig in den Finger geschnitten Zac. Denn genau so sieht es Kab, er ist ein Abtrünniger. Normalerweise werden Abtrünnige von einem Duo gejagt, rückgeführt oder getötet. Rückgeführt klingt fast niedlich für dass, was sie dann mit Dir machen. Da lass ich mich lieber erschießen. Also entweder zählen wir zu Euch, dann bin ich da wo Ihr seid, oder wir sind Abtrünnige, dann kann es sein, dass wir von heute auf morgen verschwinden müssen. Abtauchen um unsere Ärsche zu retten. Der Orden war eine sehr mächtige Waffe, gemildert wurde sie nur durch die geringe Anzahl der aktiven Agenten. Stell Dir einen Orden der Sentir vor mit der Mitgliedszahl der Himmelsaugen, oder so in sich geschlossen wie die Bluthexer. Mit eigenem Leben, eigener Kultur, eigener Auslegung des Glaubens und festem Zusammenhalt. Das wird niemand zulassen oder falls doch in fester Hand der Krone über die Bluthexer. Du weißt, was ein angepisster Endstufler allein anrichten kann, Du hast es erlebt. Jetzt stell Dir einen alten Hasen, einen Senioragenten vor, Endstufe der sich ein schönes Leben macht. Kab ist dagegen harmlos wie ein Katzenjunges. So jemand wie Darius zum Beispiel würdest Du nicht als Feind haben wollen. Niemand der bei klarem Verstand ist, würde so eine Person als Abtrünnigen rumlaufen lassen. Die Frage ist nur, jetzt wo jedes Band gefallen ist, wie willst Du so eine Person wie ihn stellen, sichern oder ausschalten? Als junger Kerl habe ich mir wie die meisten auch die Hörner abgestoßen. Hatte hier und dort was laufen, oder war einfach aus Spaß unterwegs. Später wie gesagt so in Deinem Alter hatte ich einige Beziehungen. Meine erste feste Freundin hieß Chiara Lucabrini. Es ging auseinander, weil ich Scheiße gebaut habe. Ich hatte sie betrogen, ich bin mit den Kollegen im Auslandseinsatz in den Puff gegangen. Man sollte bedenken, dass Frauen von Kollegen auch miteinander telefonieren. Vor allem dann, wenn einen das Gewissen packt, er vor seiner Freundin auspackt und die dann gleich im Weiberrudel Alarm schlägt "Deiner war doch auch da unten". Ja ich war unten, ich war im Puff, ich war vor die Tür gesetzt. Selbst schuld, hätte ich nicht bringen müssen. Das war nicht mal auf meinem Mist oder meiner Lust gewachsen, dass war so Gruppendynamik. Einsatz geschoben, einer schlug vor, lasst uns ein paar Fotzen gucken gehen, hier gibts sowas. Zuhause haben wir sowas nicht, sprich Puffs, Strippclubs und sowas. Das findest Du in Souvagne nicht. Es gibt zwar heimlich Häuser die ihre Leibeigenen verleihen oder Sklaven, aber die sind nur für jene zugänglich, die von wem vorgeschlagen werden. Und wird so ein Haus ausgehoben, überlebt das kein Betreiber. Für uns war das also was Besonderes. Wie gesagt, hätte trotzdem nicht sein müssen. Bis zur nächsten Beziehung hatte es zwei Jahre gedauert. Mit Chiara war ich nicht ganz ein Jahr zusammen, da war ich so 22 Jahre alt. Mit 24 Jahren war ich mit Vincent Selluc zusammen, einem Kollegen. Das hielt knapp ein Jahr, dann hatte er einen anderen am Start. Geschenkt, war trotzdem eine geile Zeit, auch wenn ich ihn damals am liebsten erschlagen hätte. Getröstet habe ich mich mit Leo Plourondelle. Leo war ein Schatz, ist im Dienst von einem Aero erfasst worden. Zig Meter durch die Luft geschleudert, aufgeschlagen, das wars. Meine letzte Beziehung war Rose, Rose Chauzanne, wir waren fast drei Jahre zusammen. Dann trennte sie sich von mir und heiratete einen Monat später meinen Wachleiter. Das waren sie, Zwischennummern führe ich nicht auf, ich kann mich nicht mal an alle erinnern. Und selbst, wer stach aus der Masse hervor gut oder schlecht?", fragte Aidan. Er gab Zac Feuer und zündete sich dann selbst seine Rauchstange an. "Als Büttel hast Du auch einige Feinde, allein schon weil Du Büttel bist. Und als Sentir, naja das habe ich ja gerade erläutert. Der Tag ist nicht fern, wo wir zum Abschuss freigegeben werden", erklärte Aidan und blies den Rauch in die Luft und grinste, da der Qualm wie Geisternebel im dunklen Flur aussah.

Zaccaria
»Du hast zwei Jahrzehnte mehr als ich auf dem Buckel, normal, dass da hier und was zusammenkommt«, erklärte Zaccaria, steckte sich die Rauchstange zwischen die Lippen und beugte sich nach vorn. Die Spitzen der Rauchstangen berührten sich, Zaccaria zog und die Glut sprang von Aidans Kippe auf seine über. »Eine Art Bruderkuss«, erklärte er nach dem ersten richtigen Zug, während ihm beim Reden der Rauch aus Mund und Nase stieg. »So anzünden machen wir bei uns, wenn wir wen besonders mögen. Bei eher freundschaftlicher statt brüderlicher Zuneigung, wird dem anderen mit dem Feuerzeug die Rauchstange angezündet. Wenn man wen nicht so mag oder ihn nicht kennt, kriegt er das Feuerzeug gereicht und darf sich selber anzünden. Glut an Glut ist so ein unausgesprochenes Ich-mag-dich. Herausragende Nummern, lass mal nachdenken. Mein erstes Mal war unfreiwillig, da wurde ich von wem auf den Riemen gezogen. Janco Thomar hieß der Kamerad. Das war heftig, der hatte mich eine Weile auf dem Kieker. Bei der nächsten Lieferung hat er sich dann wen Neues auserkoren. Als ich alt genug war - was ziemlich früh bei mir war - hatte ich etwas mit einem Mädchen namens Karo Pumukos. Sie war so alt wie ich, aber kurz darauf nahm ein älterer Kamerad sie in Besitz und das war es dann. 1070 zerstörte eine Katastrophe unsere bis dahin heile Welt, die Geschichte ist dir sicher bekannt. Er fiel, wir überlebten. Ich wollte sie mir zurückholen, aber sie hatte kein Interesse mehr an mir. Da war ich mega angepisst, kann ich dir flüstern. Es ist ihr nicht gut bekommen. Ab der Zeit begann sich die Freundschaft mit Ronny zu vertiefen, er brauchte ziemlich viel Trost, heißt, den Arsch voll, da er jemanden verlor, der ihm viel bedeutete. Er würde verstehen, wie es dir ging nach dem Tod von Leo. Manchmal hat er den Trost von mir bekommen. Das sind die einzigen drei, die einer näheren Erwähnung wert sind. Wenn Souvagne beschließt, euch zu jagen, wohin werdet ihr euch wenden? Ich würde gern eine Möglichkeit kennen, dich in dem Fall zu kontaktieren, falls ihr untertaucht oder Hilfe braucht.«

Aidan:
"Gut zu wissen, Rauchstangenbräuche, bei uns gibt es ähnliches bezogen auf Kaffee. Wohin wir uns wenden würden? Da habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung. Welches Land würde uns nicht ausliefern? Alkena ist so eine Spinnerei von der Kab manchmal träumt, aber sie sind klein, mit Souvagne befreundet und wir sind dort auch nur Fremde. Obenza ist kein Staat an sich, hier macht jeder was er will, hier wäre die beste Chance unterzutauchen oder in Naridien. Aber da hakt es schon, was würde Naridien tun, sollte Souvagne unsere Auslieferung verlangen, ansonsten werden sie ungemütlich? Jeder weiß, dass Souvagne sehr ungemütlich werden kann - tödlich ungemütlich. Sie bleiben für sich, aber wenn man sie bedroht, sehen sie die Sache ganz anders. Und wir sind Bedrohungspotential. Ich denke der Rat wäre weise genug mit dem Duc zu verhandeln und uns auszuliefern. Falls der Duc überhaupt fragt und das zu einem internationalen Problem macht. Sprich er muss nicht mal mit Naridien verhandeln, oder mit dem Rat, er könnte Agenten schicken. Eingreiftruppen, so wie sie hierher kamen für Ghul damals. Das ist einfacher als auf internationalem Parkett zu verhandeln. Wobei er sich da vor nichts verstecken muss, Du weißt wie sie ausgestattet sind. Du hast den Terraformer gesehen. Der Rat muss gemeinsam entscheiden, im Konsens. Der Duc entscheidet allein. Und er besitzt Waffen jenseits der Vorstellungskraft. Aus der alten Welt, neue und so weiter. Souvagne, Rakshanistan, Obenza, dass sind die Mächte dieser Welt. Naridien kann froh sein nicht von den Ghulen gefressen zu werden. Und an ihrer Seite wuchert Daijan, es wird zum zweiten Obenza, die Luxusvariante. Ledwick ist auch aus dem Sumpf auferstanden. Also sag mir ehrlich, wo könnte ich mich verstecken? Wer würde zur Not dem Duc die Stirn bieten? Für eine handvoll Fremder Zac? Keiner. Niemand wäre so dumm und ich wäre es für andere auch nicht. Absolut verständlich. Es bleibt nur die Wüste oder Obenza. Und so lange hier der souvagnische Terraformer steht, wird hier keine Bombe einschlagen", grinste Aidan. "Wir könnten bei Dir wohnen, also wir könnten den Schacht ausbauen", schlug Aidan vor.

Zaccaria
»Könntet ihr, aber dann müsst ihr auch die anderen Schachtsoldaten ertragen. Wir alle sind als Kinder dort hingekommen und wurden zu nichts anderem als Soldaten erzogen, die meisten ticken darum anders, als andere. Manche sind auch bekloppt, wenn sie es übertreiben werden sie in die Wüste gejagt oder, wenn ich Gefahrenpotenzial sehe, erschossen. Eine weitere Möglichkeit wären die internationalen Gewässer. Es kommt ganz darauf an, was ihr euch wünscht.«

Aidan:
"Gewässer? Wer von uns sollte ein Schiff steuern können? Wir sind Wasserblind, sowas wie Schneeblind. Warum ich im Wasser nichts sehen konnte wusste ich bis dato nicht. Kein Sentir kann das. Sprich ich kann wie Du ins Wasser gucken, aber ich sehe nichts. Es sieht alles aus wie überreflektiert. Als würde ich auf eine Glasscheibe schauen, die voller Licht angestrahlt wird. Und im Wasser ist es eben noch schlimmer. Du fühlst es nur, aber Du hast keine Orientierung mehr. Ich dachte immer ich hätte irgendwie einen Sehfehler. Ein Zuberbad habe ich mir nie zur Entspannung gegönnt Zac. Ich dusche mit geschlossenen Augen, sonst bekomme ich davon Kopfschmerzen. Den gleichen Effekt hat Regen, Platzregen wie wenn es Eimern schüttet ist für mich ein Graus. Für jeden Sentir. Das funktioniert auch, wenn Dir jemand ein Eimer Wasser entgegenschüttet. Dann ist Deine Sicht erstmal hin. Drum haben sie es oft zur Folter oder Erziehung eingesetzt. Du hast was falsch gemacht? Also haben Sie Dich gewässert, wie sie das nannten. Du wurdest in eine Zelle gesteckt. Stell Dir einen Würfel vor, da hockst Du drin und dann gießt es auf Dich herab, eiskaltes Wasser. Das alleine würde schon reichen um einen normalen Menschen fertig zu machen. Aber für uns ist das Du wirst blind für Deine Gabe, desorientiert, das ist ein ganz seltsames Gefühl. So gesehen haben sie Dir nichts angetan, außer Dich abzuduschen, aber weit gefehlt. Drum nein Danke zu den offenen Gewässern. Ich hoffe ehrlich gesagt, dass es irgendwie eine Lösung für den Orden gibt, die nicht vorsieht und abzuknallen wie räudige Hunde. Alles hängt an Oliver, da er nun die Macht über die Orden hat. Allerdings waren die Sentir nie ein religiöser Orden, ich hoffe der Duc sieht das was anders als der Bluthexer. Du hast keine Ahnung wie schräg bei uns manche waren, ich denke mit ein paar blöden Kommentaren käme ich schon klar. Ansonsten kann ich auch deutlich werden, falls ich das muss. Auch wenn ich so gesehen nie Soldat war. Vaden soll bloß mit Timion aufpassen, dass weder der Duc noch Oliver mitbekommen, was da los ist", warnte Aidan leise.

Zaccaria
»Okay, war nur eine Idee mit dem Wasser, man hätte irgendwo anheuern und das Schiff übernehmen können oder man bliebe einfach Teil der Mannschaft. Ich überlege seit langem, wie es nun weitergeht, eine Option ist das naridische Militär, aber ich habe auch überlegt, nicht als Infanterist anzufangen, sondern bei der Marine. Meine Eltern haben die Gebirge geliebt, sie waren begeisterte Wintersportler. Jeder Berg erinnert mich an sie. Drum bin ich lieber unter der Erde und darum kam ich auf die Idee mit dem Kriegsschiff. Mal eine blöde Frage, warum läufst du nicht einfach direkt nach Naridien über und stellst dich in staatliche Dienste? Naridien ist nicht gerade wehrlos und selbst Souvagne würde sich gut überlegen, ob ein Angriff das wirklich wert ist.«

Aidan:
"Das hatte Erwan vor und auch in die Tat umgesetzt. Erwan war einst ein Ausbilder der Sentir Zac. Er wurde angeblich durch den Staat geschützt, man gewährte ihm Schutz, da er verfolgt wurde. Er wollte die Sentir nicht mehr zu solchen Killermaschinen ausbilden. Er wollte Frieden mit sich und der Welt schließen. Der Frieden währte so lange bis ihn Kabir gefunden hatte. Er kassierte eine Kugel in den Schädel. Das ist kein Spaß, dass ist eine Tatsache, die wirklich passiert ist. Und man hat Kab auf Erwan angesetzt, da Kabir den Kerl auf den Tod nicht ausstehen konnte. Verstehst Du was ich meine? Der Duc muss offiziell gar nichts tun. Er lässt uns ziehen, er sagt nichts, er handelt nicht international. Er schickt einen Agenten, eine Truppe und die ziehen Deinen Arsch selbst aus dem Abgrund ans Licht und legen Dich um. Du möchtest zum naridischen Militär? Tja da wäre man vielleicht sicher. Ansonsten bist Du sehr schnell, sehr tot. Zumal stell Dir vor einer der unseren würde sich gegen uns wenden. Das ist sogar wahrscheinlich. Versprich ihm ein gutes Leben, wenn er den Rest ausrottet. Er wird es tun, er kennt keine Gnade. Er geht rein und raus, er beeinflusst die Leute. Du hältst ihn in dem Moment, wo er Dich beeinflusst für Deinen besten Freund, den Du seit Ewigkeiten kennst. Das können sie. Ich müsste es können, kann es aber nicht. Ich bekomme es nicht hin, ich muss mehr üben. Aber das ist auch gewaltig anstrengend, Du schwitzt Blut und Wasser und musst Dich konzentrieren, dass Du denkst Dir springen die Augen aus dem Kopf. Mach das mal ohne eine Miene zu verziehen und rede dabei noch mit Deinem Opfer, als wäre nichts. Ich kann es nicht. Drum ich wüsste keinen Ort wo ich wirklich sicher wäre. Sicher vor einem Kollegen? Im Wasserwerk, aber ich kann mich ja schlecht den ganzen Tag in die Badewanne oder in ein Schwimmbecken legen um nicht gefunden zu werden. Zumal mir dabei selbst speiübel wird. Es gibt etwas, das einen Sentir wirklich vor die Rübe haut und ihn eine Zeit ausknockt, aber das würde mich auch umhauen. Nicht so heftig wie ein Endstufler, aber immerhin noch hart genug. Dennoch würde ich es anwenden und die Biege machen, während er geplättet sich den Schädel hält. Ich sage Dir das als meine bessere Hälfte", sagte Aidan. Er kramte in seiner Tasche und holte etwas hervor, dass aussah wie eine Eieruhr. "Funktioniert so wie es aussieht, drehen und werfen. Dann geht es hoch. Eine EMP Granate - Elektro-Magnetischer-Pulse. Setzt alle Geräte die via Strom funktionieren außer Gefecht. Hat so keine Auswirkung auf Personen, bis auf Sentir. Ihre Gehirnströme sind gewaltig im Vergleich zu Normalos. Das haut sie von den Beinen, würde Dir keiner von ihnen sagen, ich sage es Dir. Steck es ein, für den Fall der Fälle dass Dir jemals einer von uns gegenübersteht, der über Dich an mich ran will. Oder... nun oder für den Wenn-Fall, dass Kabir sich umentscheidet und Dich töten will", flüsterte Aidan.

Zaccaria
Dankbar nahm Zaccaria die Granate entgegen. »Das Ei des Todes. Danke. Ich würde dich ja drücken, aber das magst du auch nicht, oder? Ich dachte mir immer, dass dir eine Rückenmassage oder so was gefallen könnte, das gefällt ja eigentlich jedem.« Er verwahrte die Granate sorgfältig in seinem Brustgeschirr. Dort konnte ihm nichts abhandenkommen. »Wenn sie euch Sentir auf den Hals hetzen, dann wäre Ledwick der sicherste Ort auf ganz Asamura, wenn du lernst, damit umzugehen, dass Wasser dich umgibt. Niemand könnte dich da unten aufspüren. Welche Stufe bist du überhaupt?«

Aidan:
"Es tötet keinen Sentir, es setzt seine Implantate und seine Gabe schachmatt für einige Minuten. In der Zeit kannst Du fliehen oder ihn umbringen. Eingeschätzt auf Stufe dix bis neuf, also zehn bis neun. Aber ungeschult eingefangen, das heißt ich kann es nicht wirklich nutzen, nicht in dem Umfang, wie wenn ich es von klein auf gelernt hätte. Meist nutze ich die Gabe intuitiv, ohne zu wissen das ich sie nutze. Früher habe ich nicht mal gewusst, dass ich eine Gabe habe. Ich dachte ich hätte ein gutes Gespür für meinen Job, die Gefahren und so weiter. Ledwick ist der Abgrund für einen Sentir. Drücken darfst Du mich jederzeit, dagegen spricht nichts Zac. Eine Massage kannst Du mir auch gerne verpassen oder ich Dir. Wenn ich nichts anderes fühle als entspannte Muskeln, sein nicht sauer auf mich", bat Aidan.

Zaccaria
»Ich bin nicht sauer, ich will mich nur nicht aufdrängen. Ich sagte ja schon, dass ich nichts von dir erwarte, aber ich will auch nicht mehr Abstand halten als notwendig. Dafür fühle ich zu viel und jetzt ist es ja ohnehin schon heraus, also brauche ich mich auch nicht mehr verstellen. Aber die Grenze, ab wo man etwas als Anmache, sprich, als Bitte um mehr empfindet, variiert. Wenn Ronny dich gut leiden kann, kannst du ihm freundschaftlich in den Schritt fassen, ohne dass er von mehr ausgeht. Quasi wie die Hand auf die Schulter legen, nur an einer anderen Stelle. So kann man ihn beruhigen, wenn er aufgebracht ist. Andere knutschen, wenn sie besoffen sind, rein freundschaftlich, aber wenn man das sehen würde, würde man denken, die sind ein Paar oder wollen für die nächsten Stunden eins werden. Zwei Grob-Nob-Kumpels liegen gern im Knäuel. Wenn man irgendwo einpennt und die sind im selben Raum, kannst du sicher sein, dass du mit einem Schlafgast aufwachst. Anderen ist es schon zu viel, wenn man sie zur Begrüßung umarmt, die strecken immer den Arm im rechten Winkel aus, um zu zeigen, dass man einen Handschlag machen und sie ansonsten in Ruhe lassen soll. Ich habe so unterschiedliche Menschen schon kennengelernt. Wo sind deine Grenzen, Aidan? Warum Ledwick für dich der Abgrund ist, raffe ich nicht. Du brauchst doch deine Gabe einfach nicht dauerhaft einsetzen, oder machst du das instinktiv?«

Aidan:
"Wenn es nur freundschaftlich ist, kannst Du Dir fast alles erlauben. Aber ich bekomme zur Begrüßung auch lieber die Hand als den Schwanz geschüttelt, weil Letzteres mich verwirren würde", lachte Aidan. "Aber ich weiß was Du meinst, im Knäul liegen oder rumhängen macht Spaß. Gruppennähe ist was schönes, man ist Teil vom Team. Bei uns ist Nähe was anderes, wir stehen nun anders zueinander. Warum für mich Ledwick ein Graus ist? Weil ich ebenso Wasserblind bin wie jeder Sentir. Das machen wir nicht bewusst, dass kann auch keiner abschalten oder ausblenden. Es ist einfach da. Warte mal ein Beispiel Zac. Stell Dir vor, alle Leute könnten in die Sonne gucken und tun das auch ständig. Nur Du nicht. Was siehst Du, wenn Du in die Sonne guckst? Einen runden gelben Ball? Nein Du siehst weiß, es schmerzt in Deinen Augen, sticht in Dein Hirn und so ähnlich sehen wir Wasser. Es sticht in unser Hirn. Je mehr Du siehst, also je mächtiger Du bist, je heftiger ist die Auswirkung. Kein Endstufler würde sich also jemals eine Yacht kaufen, schon ich würde es nicht. Wie steht es mit zusammen schlafen? Also aneinander geknorckelt? Magst Du das, oder pennst Du lieber für Dich mit genug Bewegungsfreiheit?", hakte Aidan nach und deutete auf Kabir, der es sich in einem der Loungesessel bequem gemacht hatte. Vom weiten hätte man denken können er würde schlafen, aber er hatte die Augen einen Spalt breit auf. Der Flachmann lauf auf dem kleinen Tisch vor ihm, offen und leer.

Zaccaria
»Ich schlafe meist mit Abstand, um sofort einsatzbereit zu sein. Anders sieht es aus, wenn ich besoffen bin, was ich mir nur dann gestatte, wenn ich eh mit keiner Gefährdungssituation rechne. Dann gefällt es mir nah, manchmal ergibt sich was daraus, manchmal ist es nur Kontaktliegen. Ich habe mich nicht umsonst unter das Holo gelegt, ich wollte dir nah sein. Ich verspreche dir, ich lasse meine Hände oberhalb der Gürtellinie, bis du irgendwann vielleicht Signal gibst und lasse meine Hose in deiner Gegenwart an. Aber obenrum wirst du fortan als mein Freund behandelt.« Er schob seinen Arm um Aidans kräftigen Oberkörper, um ihm näher zu sein. Das Gefühl war mehr als wohltuend, womöglich würde es nicht immer einfach sein, Aidans Besonderheit zu respektieren. »Kabir gafft und hat die Phiole leergesoffen«, raunte er.

Aidan:
Aidan legte ebenfalls einen Arm um Zac, er war froh, dass der Bursche mit ihm gesprochen hatte. Er mochte ihn und er hoffte irgendwann würde er wieder wesentlich mehr empfinden können. Zac wäre der Erste der es erfahren würde und zu spüren bekäme. Und er wäre der Einzige, denn wer machte so einen Versuch schon mit, wo es für ihn nichts zu holen gab, außer Enttäuschungen? Zac schien an ihn zu glauben und das machte auch Aidan Hoffnung. Er drückte ihn fest an sich und musterte Kabir. Die beiden waren sich im Grunde so ähnlich, obwohl sie dermaßen unterschiedlich aussahen, dass es unheimlich war. Mit dem Unterschied dass Zac wusste wofür er kämpfte. Wobei vielleicht hatten sie alle mittlerweile ein gemeinsames Ziel. Aidan hoffte es und er hoffte, dass sie als Team zusammenbleiben würden. Es funktionierte sehr gut, mit ein bisschen mehr Zeit und Erfahrung wären sie in der Lage sich zu verteidigen. Was den Zusammenhalt anging, da war Zac ein guter Lehrmeister für seinen Meister. "Und was war im Glückskeks Kabby?", fragte Aidan freundlich, während er Zac im Arm hielt.

Kabir
"Eine Zahl, Grid-R-16. Der Ort wo der nächste Hinweis liegt", antwortete Kab monoton.

Zaccaria
»Wo liegt das?«, fragte Zaccaria misstrauisch, ohne Aidan wieder loszulassen. Kabirs Tonfall gefiel ihm nicht. »Alles in Ordnung mit dir?«

Aidan:
"Er schläft, das ist los mit ihm, seine Form von Wachschlaf. Grid-R-16, wo liegt das Kab? Sieh zu, dass Du wieder wach wirst. Keine Ahnung wann Dorian und Hilarius wieder los wollen. Bleiben wir zusammen?", fragte Aidan Zac und Kab.

Kabir
"Grid-R-16, der Ort des Verrats - Kaisho", antwortete Kab. Was seltsam aussah, da er sich kaum bewegte, bis auf den Mund und die Atmung.

Zaccaria
»Wir bleiben zusammen, so lange es möglich ist«, antwortete Zaccaria. Und er hoffte, dass das möglichst lange währte.

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