Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

23 Kapitel 23 - Mit der Karre nach Carnac

Nach dem gewaltsamen Tod von Timion Harruck beanspruchen zwei Parteien sein Erbe für sich: Auf der einen Seite Dr. Lana Setardio, die sich humanistischen Zielen verschrieben hat und von dem abtrünnigen Sentir Kabir unterstützt wird. Auf der andern Seite die Schachtsoldaten um Zaccaria samt Timions Familie.
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Kabir

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23 Kapitel 23 - Mit der Karre nach Carnac

#1

Beitrag von Kabir » Mo 7. Okt 2019, 00:01

Mit der Karre nach Carnac


Kabir
Kabir hatte sich von der Gruppe abgesetzt. Vor den Kopf gestoßen fühlte sich garantiert niemand. Und falls doch, das Leben seiner Familie ging vor. Danach konnte man alles andere klären, am besten dann, wenn man ausreichend Waffen am Körper trug um einen Disput auch vernünftig beenden zu können. In Obenza hatte er sich erneut mit Proviant, Drogen und einigen Waffen eingedeckt. Normale Handfeuerwaffen mussten reichen. Leider liefen die Kriminellen nicht mit Schildern rum, welche Bewaffnung sie bei sich trugen. Disruptoren waren gewaltig teuer und genauso illegal. Gut das wiederum war ihm scheißegal, nur waren die Dinger schwerer zu finden, als eine Nadel im Heuhaufen. Er musste bei Zeiten eines seiner Sicherheitsverstecke aufsuchen. Dabei hatte er die vage Hoffnung, dass Darius hoffentlich nicht vollständig verblödet war und solche Sachen irgendwo aufgeschrieben hatte. Falls doch, dann konnte man an jedem Versteck mit einem Hinterhalt und einem dritten Nasenloch rechnen. Ergo, es war abzuwägen ob man sich seine Spezialausrüstung abholte, wenn der Preis am Ende das Leben sein konnte. Vorsicht war das oberste Gebot und man musste das Versteck wählen, was am weitesten entfernt lag oder von dem kaum einer glaubte, dass er es aufsuchen würde. Nun das war jetzt zweitrangig, er hatte eine 44.er, er hatte das Magazin auf 50 aufstocken lassen und die Waffe lag gut in der Hand. Was wollte er mehr? Wenn er jemanden nicht mit 50 Schuss töten konnte, sollte er gleich aufgeben. Kab sprang in den blauen Klaus, wie er seine Karre getauft hatte nach einer Kinderfigur und jagte Richtung Carnac. Es war nacht, also die beste Zeit um in der Nacht in völliger Dunkelheit dahin zu jagen. Ein weiterer Vorteil von Klaus war, er hinterließ keine Reifenspuren, somit wussten die anderen nicht, in welche Richtung er aufgebrochen war. Sie konnten es sich denken, aber nicht wissen. Gefühlte und tatsächliche Stunden später hielt Kabir vor dem Eingang Carnacs. Erst hier schaltete er die Lichter des Wagens ein. Die Beleuchtung flammte auf und er rief mental nach Lana. Tekuro zu rufen war nutzlos, zudem wollte er zuerst seine Frau sehen. `LANA bist Du hier? Falls ja, komm raus, bring Teku mit Süße´, rief er.

Tekuro Chud
Das blaue Aeromobil stand mit aufgeblendeten Scheinwerfern vor einem möglichen Eingang ins unterirdische Reich. Ob es wirklich einer war, wussten nur jene, die in Carnac lebten. Kabir erhielt auf seine Anfrage keine Antwort. Als er sein Handcom verwenden wollte, versagte es ihm ebenso den Dienst wie seine psionische Gabe. Als Agent konnte er vermuten, dass hier ein Breitbandstörsender am Wirken war, dessen erstes Ziel eine Abschottung des Funkverkehrs war. Als Nebenwirkung wurden auch Psioniker in ihrer Gabe blockiert. Offenbar war man in Carnac, was elektronische Gegenmaßnahmen betraf, auf einem fortgeschrittenen Stand der Technik. Kabir musste dennoch nicht lange warten. Da es Nacht war, huschten etliche Wesen, die vielleicht Fledermäuse waren, zwischen den Felsen umher. So erreichte Tekuro die Nachricht, von dem blauen Aeromobil mit dem merkwürdig aussehenden Fahrer. Anhand von dessen Beschreibung kamen nicht viele potenzielle Gäste in Frage. Da die Nacht sehr frisch war, bequemte Tekuro sich zu Fuß hinauf. Er kam jedoch nicht aus dem vermeintlichen Eingang, sondern aus einer völlig anderen Richtung. Mit schwarzer Kleidung und stabilem Schuhwerk kam er einen Gebirgspfad hinabgestiegen und klopfte an die Scheibe. Seine unsichtbaren Wächter hatten die Situation aus der Deckung heraus im Blick, aber das war eine reine Routinemaßnahme. Tekuro grinste Kabir mit seinen messerscharfen Metallzähnen an.

Kabir
Kabir stieg aus dem Aero und musterte Tekuro. Er grinste genauso zähnefletschend zurück, so dass man seine scharfen Eckzähne sah, wovon er zwei Paar besaß. "Grüße. Ich schulde Dir noch einen Gefallen, oder ehr gesagt Patrice. Frage ist meine Frau hier? Falls ja, wunderbar. Falls nicht, Scheiße", erklärte Kab.

Kabir
Kabir stieg aus dem Aero und musterte Tekuro. Er grinste genauso zähnefletschend zurück, so dass man seine scharfen Eckzähne sah, wovon er zwei Paar besaß. "Grüße. Ich schulde Dir noch einen Gefallen, oder ehr gesagt Patrice. Frage ist meine Frau hier? Falls ja, wunderbar. Falls nicht, Scheiße", erklärte Kab.

Tekuro Chud
»Dein Goldlöckchen ist in bester Gesellschaft«, erklärte Tekuro. »Ich hab sie bei den trächtigen Sklavinnen untergebracht. Es geht ihr gut und sie wird immer dicker. Ich bringe dich dann zu ihr. Wenn du meinem Patti geholfen hast. Willst du vorher was essen, was trinken?«

Kabir
"Na fang nicht an mich zu erpressen, ich helfe Deinem Pascal absolut freiwillig Tekuro. Ich verlange nichts dafür und ich werde ihn so lange unterrichten, bis es klappt. Ob das 2 Stunden, 2 Tage, 2 Wochen, 2 Monate oder 2 Jahre dauert. Also zuerst Lana, dann alles andere. Bevor wir weiter sprechen, würdest Du außer Lana auch mich aufnehmen? Wie Ihr organisiert seid, weiß ich nicht. Aber ich hatte gehofft, dass Ihr auch lebende Personen aufnehmt. Falls nicht, werde ich mein Wort bezüglich Pascal halten und dann bist Du uns auch schon wieder los. Wobei bei Euch die Abschirmung hoch ist, was nutzt Ihr? Du musst mir darauf nicht antworten, aber es wäre nett wenn Du mir sagen würdest, ob dieses Kraftfeld daueraktiviert ist", sagte Kab freundlich.

Tekuro Chud
»Uns stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Das Rauschen, was deinen Handcom-Empfang zunichtemacht, ist ein Barrage Noise Jammer. Frequenzwechsel ist hier nutzlos, genau wie ECCM. Hier kommt nix durch, und zwar niemals. Wenn du telefonieren willst, musst du in unseren Funkturm, dort haben wir Empfang. Es gibt noch andere Bereiche, in denen Empfang möglich ist, aber die sind für dich irrelevant. Ich sage nur so viel: Carnac ist verdammt groß und nicht jeder Bereich muss dermaßen gesichert sein. Dieser hier ist es allerdings. Komm mit, ich bring dich zu Patti. Unterwegs reden wir darüber, welche Möglichkeiten es für dich gibt, hier sesshaft zu werden. Aber woher weißt du von Pascal?«

Kabir
"Ich kann nicht hier leben, wenn ich nichts wahrnehme Tekuro, darum geht es. Das Com kann ich vernichten, wenn Du Verrat fürchtest. Daran wird es nicht scheitern. Aber ohne Gabe leben, kann ich nicht. Das wäre wie wenn Du ohne Augen und Ohren leben müsstest. Du gehen wir zuerst zu Deinem Sklaven. Marlin hat mir davon erzählt und von seinem Problem, oben auf dem Dach als ich Yvon bedroht habe. Fällt mir gerade wieder ein, ich sollte mal überlegen, wen ich noch nicht bedroht habe, verfluchte Scheiße. Vergiss meinen letzten Kommentar, gehen wir. Ich hoffe Lana geht es gut. Wenn dem so ist, Danke für die Aufnahme", gab Kabir zurück.

Tekuro Chud
»Lana geht es gut«, versicherte Tekuro. »Verstehe, deine Gabe wird auch geblockt. Das hätte ich mir eigentlich denken können, aber für die elektronischen Gegenmaßnahmen sind andere zuständig. Ich kann den Jammer nicht einfach abschalten lassen, wir haben Feinde. Du musst mir jetzt vertrauen. Leben könntet ihr in einem Bereich, der nicht von dem Breitbandrauschen abgedeckt wird. Das ist ja ein unwahrscheinlicher energetischer Aufwand und manche fühlen sich innerhalb des Feldes auch nicht wohl, drum ist das lokal an den wichtigsten Knotenpunkten und deren Verbindungswegen. Wir sind keine militärische Macht, stell dich uns als ein Wirtschaftsunternehmen vor, dass den internationalen Sklavenhandel dominiert und einen guten Sicherheitsdienst sein Eigen nennt. Marlin hat also wieder mal Dinge rumerzählt, die niemanden was angehen, so so. Der Kleine kriegt den Arsch voll. Das hier ist übrigens nicht der Haupteingang, das ist unser Lastenaufzug, darum die breite Straße«, lachte Tekuro. »Hier haben wir auch die Karre deiner Süßen runtergebracht.«

Er führte Kabir durch eine aus der Ferne unsichtbare Kleine Tür in den Felsen. Auch aus der Nähe musste man wissen, wo man hinschauen musste, um sie zu sehen. Sie stiegen ein röhrenförmiges Treppenhaus hinab. Etliche Etagen stiegen sie tiefer und Kabir bekam fast einen Drehwurm von all den Treppen, als sie endlich durch eine Tür in einen erstaunlich wohnlich aussehenden Flur traten. Wüsste Kabir nicht, dass sie hier in einer Höhle waren, würde er das Ganze vielleicht mit einer Hotelsuite verglichen haben. Nur die vielen obszönen Kunstwerke, die an einen Peniskult denken ließen, störten ein wenig diesen Eindruck. Sie folgten dem Gang in eine weitere Tür, die erneut in einen Gang mündete. Man konnte sich hier leicht verirren, wenn man sich nicht auskannte. Endlich klopfte Tekuro an eine nobel aussehende Tür.

Ein junger Mann, dem Gesicht nach vielleicht Mitte 20 und von trainierter Gestalt, öffnete die Tür:

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Tekuro fing spontan an zu schnurren und begrüßte ihn, indem er ihn anleckte und dann sein Gesicht an seiner Wange rieb. »Besuch, Patti!«

Kabir
Kabir hörte Tekuro zu und machte sich gedanklich seine Notizen, so wie er es immer tat. Es konnte der Tag kommen wo er nicht rein, sondern schnellstmöglich wieder raus wollte. Auch wenn er Tekuro schätzte, Vertrauen sah anders aus. Er hatte ihm wegen Lana vertrauen müssen. Aber welche Wahl hatte er sonst? Keine. Gleich was Oliver gesagt hatte, es gab für ihn nur eine Freiheit und die war der Tod. Selbst ohne Gabe und ohne Eier, wäre er eine Gefahr. Erschossen und in ein Labor gebracht, DNS ausgelesen und der Nachbau konnte beginnen. Es würde sogar reichen ihn einfach zu klonen. Kopien von Kopien, bis eine Armee stand. Also war seine Freiheit nur eine Frage der Zeit. Etwas mehr Zeit hatte er sich durch die Zerstörung des Puce gekauft. Aber wie Oliver dachte, hatte er bewiesen, als alle Sentir starben, 12 in die Sonne wanderten und sie eine Gnadenfrist erhielten. Wie lange währte die Gnade eines Bluthexers, der die Opfer tötete und die Täter in die Arme schloss? Was konnte man auf das Wort eines Mörders in Mönchskutte geben? Nichts. Er war nicht besser als Osmund, er war genauso wie Osmund. Oder wie Kian früher einst sagte - die Scheiße bleibt die gleiche, nur die Fliegen haben andere Namen. Die Fliege Osmund wurde erschlagen und da war schon Oliver um sich auf der ganzen Scheiße niederzulassen. Kab ging davon aus, dass Oliver niemals dem Orden eine Chance geben wollte. Gut dem Orden an sich vielleicht doch, unter neuer Regie und verbesserter Sicherung. Aber den Sentir, den wollte er keine Chance geben. Ziggi hatte es auf den Punkt gebracht, hätten wir es selbst getan? Vermutlich nicht. Aber es ging auch nicht darum was er getan hätte, wäre er an Olivers Stelle. Zu diesem Szenario würde es nie kommen. Er war und blieb ein Sentir und er wollte überleben. Und Oliver wollte das verhindern. Brach mal alles runter, war das nichts weiter als ein Auftrag mit Interessenkonflikt. Oliver wollte ihn tot sehen, er war anderer Meinung. Wer zuerst den anderen ins Jenseits beförderte hatte Recht. So wie immer, nichts änderte sich, alles blieb gleich. Die Schlafröhren sahen anders aus, die Bewaffnung änderte sich, die Feinde trugen andere Namen, neue Kittel, was auch immer. Er war geschaffen worden um zu töten, also würde er das tun... immerhin konnte er nur das. Töten. Diesmal um Lana und sein Kind zu retten. Er musterte kurz Tekuro. Dort draußen vor der Tür, oder besser gesagt dem Lastenaufzug, wäre die Reise für Ziggi zuende gewesen. Das wusste Kab, er hätte ihn nicht zu Lana geführt. Es bestand immer ein Restrisiko. Dass er so dachte war traurig, vielleicht sogar erbärmlich, aber er kannte und konnte es nicht anders. Nun zudem war ihm ein toter Ziggi lieber, als eine tote Lana. Er hatte Hunderte getötet, er hatte sogar Kian getötet, was spielte Ziggi da für eine Rolle? Er war eine Bewegung, ein gekrümmter Finger und weg war er. So einfach und so beschissen war die Welt. Vermutlich kam irgendwann der Tag wo in die Röhre guckte. Wo die Mündung auf ihn zielte, gehalten von einer Person, von der er es nie erwarten würde. Lana möglicherweise, oder seine Tochter. So wie er Darius gefällt hatte. Liebe war das Fenster zu der Welt. Jeder Sentir wusste, das Fenster Schwachstellen in der Statik waren, sonst nichts. Sie brauchten keine Fenster, kein Licht, sie lebten in einer lichtlosen ewigwährenden Finsternis, jener ihrer Gedanken. Der Traum von Timion klang gut. Der Traum von Dorian machte ihn fast greifbar. Aber er hatte zuviele gegen sich aufgebracht, als das er in der Gruppe hätte bleiben können. Timion hatte er getötet. Zico hatte er fast getötet. Ziggi hatte er mit dem Tode bedroht. Aidan hatte die Fronten gewechselt. Zac war eh nicht zu trauen. Was hätte er da zu erwarten gehabt? Schulterschluss mit einem anderen hätte es da nicht gegeben, eine Front gegen ihn. Man musste wissen, wann man das Feld räumen musste. Falls er sie umlegen musste, würde er einem nach den anderen holen. Dafür war ihre Gruppe nun zu mächtig, um alleine eine Großreinigung durchzuziehen. Kab gab es auf sich den Weg zu merken. Er spürte nichts und da er keine Brille auf der Nase hatte, sah er auch so gut wie nichts. Er folgte Tekuro auf Schritt und Tritt, weiter sah er auch kam. Hinter Tekuro wurde alles unscharf. Er war kurzsichtiger als eine Blindschleiche. Irgendwann standen sie vor einer Tür und ein junger Mann öffnete. Teku leckte ihn an und brummte. Das Geräusch war nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Wenigstens etwas, dass er wahrnahm. "Hallo", grüßte Kab freundlich.

Patrice
»Hallo«, grüßte Patrice zurück, nachdem er Tekuro geküsst hatte. »Kommt rein.« Er selbst ging voran. Das Innere dieser Wohneinheit war sehr großzügig, modern eingerichtet, wobei Brauntöne dominierten. Es wurde penibel sauber und ordentlich gehalten. Allerdings wirkte es hier auch unpersönlich, der Eindruck eines Hotels verstärkte sich. Patrice führte sie zu einer Sitzgruppe mit gepolsterten Stühlen, die fast an Sessel erinnerten und ließ sich nieder. »Was verschafft mir die Ehre?«, fragte er.

Kabir
"Ein Gefallen, oder mehrere. Dein Mann half meiner Frau und ich habe die Möglichkeit Dir zu helfen. Du bist ein Stumpfer, ich bin ein Psi. Du kannst lernen, dass Deine Seele offengelegt wird. So könntest Du Botschaften von uns oder auch Magiern erhalten, Du könntest aber auch leichter umziehen. Tekuro erklärte mir das Problem Deiner Umzüge. Allerdings können wir nur üben, wo ich meine Gabe nutzen kann. Sonst erzählt Dir hier eine Blindschleiche was vom Sehen", grinste Kab. "Heißt also, sobald Du die Fähigkeit hast, Deine Seele bewusst offenzulegen, könnte man Dich auch leichter sagen wir mal magisch in einen neuen Körper umtopfen".

Patrice
Patrices Blick wanderte zu Tekuro, der ziemlich hibbelig wirkte, sich aber bemühte, ruhig zu sitzen. Dann wanderte er wieder zu dem Gast. »Das hört sich ja verlockend an, aber wer bist du? Und welche Auswirkungen würde diese Behandlung auf meine unsterbliche Seele haben, von der ich weiß, dass sie entgegen aller Behauptungen existiert? Werde ich fortan als Besessenheit gewertet und kann durch einen Bluthexer aus meinem Körper gerissen werden? Stumpfheit ist in erster Linie mein größter Schutz. Gehen wir an einen Ort, wo du deine Gabe einsetzen kannst, dort reden wir weiter. Wir gehen allein.« Er verabschiedete sich von Tekuro mit einem erneuten Kuss. »Wir sehen uns, ich komme anschließend sofort zu dir und berichte.« Sichtlich widerwillig nickte Tekuro. »Bitte folge mir.« Patrice gab den Weg vor.

Kabir

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Re: 23 Kapitel 23 - Mit der Karre nach Carnac

#2

Beitrag von Kabir » Mo 7. Okt 2019, 12:25

Stumpf


"Wer ich bin? Unhöflich von mir, ich habe mich Dir gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Kabir und ich bin ein Sentir. Also ein souvagischer GMO mit psionischer Gabe.

Unsere Gabe unterteilt sich in Machtstufen. Die mächtigsten Machtstufen sind die Endstulfer, Trois drei, Deux zwei, Un eins. Ein Un ein Einser ist das mächtigste Wesen was unser Orden hervor bringen kann.

Ich bin ein Endstulfer und zwar ein Trois.
Aller guten Dinge sind drei Patti.

Marlin schilderte mir Dein Problem. Seine Leute machten Jagd auf mich, da wir nur Lebende beeinflussen können. Wir beherrschen Telepathie und Telekinese. Heisst ich könnte Tekuro nicht beeinflussen, aber ihn ergreifen und so weiter.

Telepathie ist hier das Stichwort, Du wirst lernen Deinen Geist bewusst zu öffnen. Keine Angst, Du bleibst stumpf. Nur im Gegensatz zu anderen Stumpfen kannst Du bewusst Deinen Schild heben, sobald Du es gelernt hast.

Das heisst, Dein Schild ist nach wie vor immer da. Er ist nach wie vor Dein Schutz. Lässt Du bewusst keine Verbindung zu, kommt niemand in Deine Gedanken. Auch nicht ich Patti.

Du hast mir Leid getan und Tekuro war bei unserer zweiten Begegnung freundlich und hilfsbereit, so habe ich mich entschlossen, Dir selbstlos zu helfen.

Ich weiß was es heisst, ein Gefangener in einer ausweglosen Situation zu sein. Drum helfe ich Dir, es ist zudem ein Dankeschön an Deinen Mann.

Zur Erläuterung, Stumpfe sind magisch und psionisch mental unantastbar. Das liegt an ihren sonderbaren Gehirnen. Spezielle Nervenbahnen im Gehirn sind durchtrennt, abgekapselt, manche Nervenbahnen liegen anders oder sind anders verknüpft. Stumpfe sind praktisch gegen alle Geist- und Hirnbeeinflussung resistent.

Geistmagische Angriffe, Sentir Angriffe, magische Beeinflussung, sentirische Telepathie, all das hat keine Auswirkung auf sie. Manche von ihnen sind sogar immun gegen Drogen, Medikamente und so weiter.

Stumpfe können Sentir Impluse zwar spüren, manche ganz gering, manche durchaus deutlich, aber sie blocken jede Außenwirkung auf ihren Geist automatisch ab.

Allerdings ist es einem Stumpfen möglich, seinen Geist bewusst zu öffnen. Da kommen wir beide ins Spiel als Schüler und Lehrer.

Dazu muss der Stumpfe darauf trainiert sein, um zu wissen, wie er umdenken muss, um uns Zugriff auf seine Gedanken zu geben. Das werde ich Dir beibringen. Es ist von der Schwierigkeit nicht hoch. Ich versuche Dich zu kontaktieren und Du versucht Dich bewusst so zu entspannen, dass Du mich immer stärker spürst. Bis Du mich eines Tages in Deinem Kopf hörst. Die Geschwindigkeit der Entspannung entsteht von allein. Man kann nicht, was man nicht übt.

Vergleiche es mit Kampfsport. Jeder Griff, jeder Tritt alles muss Dir in Fleisch und Blut übergehen, um schnell zu werden. Das gleiche gilt für die Schulung Deiner Gedanken.

Einen Stumpfen kann man also nur dann beeinflussen, wenn er einen in den Kopf hineinlässt. Und der Schlüssel dazu ist meist eine andere Person. In dem Falle ich, falls Du es lernen möchtest.

Seize - Normalos ohne jede mentale Gabe sind leichte Beute, Pisoniker sind Personen mit mentaler Macht – wir. So ist die Dreiteilung der Welt für mich.

Stumpf, Seize, Sentir.

Falls Du noch Fragen hast, frage einfach drauf los. Ich erkläre es Dir, so gut ich kann. Ach und wegen der Besessenheit, Du bist nicht besessen. Und Du bist auch kein Besetzer eines anderen Körpers. Soweit ich Marlin verstanden habe, zieht der Besitzer völlig aus und Du in den Körper ein.

Solange Du keinen Bluthexer in Deinen Kopf lässt, kann er Deine Seele auch nicht packen. Ich würde Dir auch dringend raten, niemals unter keinen Umständen einem Bluthexer zu vertrauen. Wir haben so unsere ganz eigenen Probleme mit ihnen. Sie haben uns bis auf 15 Mann ausgelöscht. Davon wurden 12 in ein Labor gesteckt ohne Wiederkehr. Die anderen beiden gehen ihrer Wege und ich meiner. Mein früherer Job war im Grunde Henker. Sentir Agenten jagten und töteten Feinde Souvagnes oder jene des Ordens. Und leider oft genug sich selbst.

Ich sage leider, da es eine bedauerliche Tatsache ist. Allerdings bin ich keine Ausnahme, ich tat es wie alle anderen. Und ich hätte es auch heute noch getan, wäre es in meinen Augen notwendig um meine Frau zu schützen. Aber das heisst nicht, dass mir die Sache gefällt. Jedenfalls der Grundgedanke dahinter nicht. Ein guter Kampf ist was anderes.

Nun weißt Du ein bisschen was von mir.

Wer bist Du Patti, wie kamst Du in diese Situation und möchtest Du mein Angebot annehmen?", fragte Kabir freundlich.

Kabir

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Re: 23 Kapitel 23 - Mit der Karre nach Carnac

#3

Beitrag von Kabir » Di 8. Okt 2019, 00:00

Die Seelenrettung des Stumpfen


Patrice Vertcuis
»Ein bisschen weißt du schon über mich, sonst wärst du nicht hier erschienen. Oder ich sollte besser sagen: Über uns. Ich bin nicht allein in diesem Körper, den uns ein Spender zur Verfügung stellte. Der ursprüngliche Besitzer wurde entfernt und unsere Wohngemeinschaft der Seelen hielt Einzug. Da niemand von uns von der Sache her Anspruch auf den Körper hat, gibt es keinen Streit mehr zwischen uns - wir heißen Patrice und Pascal, Letzterer war früher auch bekannt als Moritz von Wigberg. Er wurde das Opfer einer Seelenentführung hinter der - natürlich - Tekuro Chud stand. So wurden wir nach langer körperlicher Trennung wieder vereint. Obgleich wir zu zweit hier drin sind, reden wir Fremden gegenüber in der Regel in der ersten Person Singular von uns. Dies macht es für unser Gegenüber einfacher und uns erspart es langwierige Erklärungen. Wir sind älter als der Mann, dessen Körper wir uns bedient haben, viel älter. Er ist nur einer in der Reihe von vielen. Wir sind somit der erste unserer Familie, der nicht nur die Identität zu wechseln vermochte, sondern auch sein Gesicht. Seelentransplantation, ein sehr aufwändiges und riskantes Unterfangen. Stumpfheit muss ein vielschichtiges Phänomen sein, welches die gesamte Natur umfasst. Sie zeigt sich beispielsweise in der Blutgruppe - jeder Stumpfe hat die seltene Blutgruppe AB negativ. Es ist sehr aufwändig, einen passenden Spender zu finden. Gewisse Ansprüche an dessen Aussehen, Alter und Gesundheit kommen erschwerend hinzu. Da ein Stumpfer magisch nicht zu erreichen ist, ist die Seelentransplantation nur über den Tausch von Blut möglich. Im ungünstigsten Fall würden beide Körper dabei sterben und wir wären verloren. Darum ist es für uns verständlich, inwieweit das Aufheben des Schildes, der die Seele des Antimagiers schützt, die Transplantation erleichtern würde. Die Antwort lautet daher: Ja, wir möchten dein Angebot wahrnehmen, Kabir.«

Kabir
"Moritz von Wigberg? Das bist Du? Du bist also ein Wigberg, oder Ihr beide seid es? Ich weiß nicht ob ich mich überhaupt noch wundern soll. Irgendein Kreis hat sich damit geschlossen, welcher? Das kann ich Dir nicht sagen. Unser Schöpfer war Osmund von Wigberg, bis vor kurzen nur bekannt als Francis Oberhaupt der Sentir. Und von einem Bekannten habe ich erfahren, dass wir angeblich Wigbergblut in den Adern haben. Genauer gesagt in unserem Genom, dort hat sich vielleicht Osmund persönlich verewigt. Wie ein Künstler sein Werk siginiert, so hat er das mit uns getan. Demzufolge wären wir über tausend Ecken verwandt und wenn es nur 1 Prozent ist. Blut spielt insoweit eine Rolle, da man behauptet, es würde einen Teil der Seele beherrbergen. Ob das den Tatsachen entspricht, kann ich Dir nicht sagen. Die Transplantation ist gefährlich, weil niemand an Dich herankommt. Stell Dir vor Du musst was ausgraben ohne hinzusehen. Später wenn Du den Schild heben kannst, wird es keine Gefahr mehr geben. Bis natürlich auf die, dass Dein Spenderkörper die gleichen Eigenschaften haben muss, wie Dein jetziger. Würde man meine Seele verpflanzen würde ich auch einen Sentir benötigen oder ein Magier einen Magier. Ich werde Euch unterrichten, vorher eines, kannst Du mich zu meiner Frau führen? Ich habe sie ewig nicht gesehen. Demzufolge wäre sogar die Kurze mit Dir... Euch verwandt", sagte Kab baff.

Patrice Vertcuis
Patrice lachte leise. Er hatte ein angenehmes Lachen, frei von Hysterie oder Gehässigkeit. »Ich ... wir. Wir sind die Einzigen, die mit fug und Recht im Pluralis Majestatis von sich sprechen können, ohne dass es absurd klingt oder selbstherrlich. Denn wir sind wirklich mehrere. Mit der Familie Wigberg, die du kennst, haben wir nichts mehr zu tun. Mit dem offiziellen Ableben von Moritz verschwand dieser von der Bildfläche. Für das Treiben der Familie ist nicht jeder gemacht und seine Zeit war vorüber. Aus diesem Grund zieht er auch den selbstgewählten Namen Pascal vor. Wenn die Sentir als Laborgeschöpfe mit den Wigbergs verwandt sind, interessiert mich Osmunds Sichtweise. Wärt ihr wirklich von seinem Genom, könnte er mit Fug und Recht behaupten: Wir sind unserer viele. Doch im Gegensatz zu uns, die zu zweit in einem gemeinsamen Körper leben, hätte er womöglich das Gegenteil bewirkt - er hätte sich selbst auf viele Körper gespalten. Dass Osmund so lange überlebt hat, wussten wir nicht, aber wir haben es vermutet. Er war schon damals ein Lich und er ging sorgfältig mit seinem Dasein um.« Patrice schlug ein Bein über das andere. »Uns würde sehr interessieren, was genau Osmund tat, um euch zu erschaffen. Wir könnten dich zu Lana führen, aber sie nicht hinauslassen.«

Kabir
"Du meinst die Historie des Ordens? Der Orden der Sentir wurde im Jahre 750 nach der Asche gegründet, lange bevor die genetische Mauer erschaffen wurde. Seinerzeit regierte Duc Nolan Thierry de Souvagne und rief in den Orden ins Leben. Sentir steht für die Gabe, Dinge rein durch die Macht der Gedanken zu bewegen. Zudem beherrschen wir Telepathie - die Fähigkeit, mit anderen Lebewesen durch die Macht des Geistes zu kommunizieren. Oder eben Gedanken zu lesen und jederzeit zu wissen, was in den Köpfen der anderen vorgeht. Das hat in Falle der Sentir überhaupt nichts mit Magie, sondern mit Gedankenwellen zu tun, mit denen die Sentir "fühlen". Ein Magier braucht Magie, ein Sentir braucht Konzentration und ist tödlicher als jede Waffe. Fragt man Leute jeglicher Bevölkerung beschreiben diese Sentir, Psioniker oder Telepathen wie folgt - große, blasse, glatzköpfige Kerle mit starrendem Blick sowie tödlichen Gedanken. Tatsächlich sind Sentir nicht blass, sondern eher grau als weiß. Und so befremdlich es für manche erscheinen mag, es gibt auch weibliche Sentir. Schon immer hat es Personen gegeben, denen nachgesagt wurde, dass sie wie durch Geisterhand Dinge bewegen konnten oder in der Lage waren Gedanken zu lesen. Meist ging man von einer magischen Veranlagung aus. Stellte sich heraus, dass die Person nicht über Magie verfügte, hielt man sie entweder für verrückt oder für einen Scharlatan. Selbstverständlich gab es immer wieder im Laufe der Geschichte Schwindler und auch Verrückte, ebenso Kranke die jene Symptome zeigten. Aber es gab noch eine Gruppe - Sentir. Eine Macht die über Jahrhunderte verborgen blieb und erst im Jahre 700 nach der Asche erforscht wurde. Almanen bleiben meist unter sich, besonders Souvagner. Sehr selten kam es zu Mischehen und daraus resultierenden Mischlingen. Die Gabe der Sentir ist äußerst selten und mächtige Psioniker sind noch seltener. Hierbei stellte man jedoch fest, dass Mischlinge zwischen Almanen und Tieflingen öfter mit der Gabe der Sentir gesegnet sind, als reine Almanen. Ferner waren diese Mischlinge von Grund auf mächtiger in der Gabe, als ein reiner Almane oder reine graue Tieflinge. Der Mix hat es gemacht. Als man im Jahre 750 n.d.A. den Orden er Sentir ins Leben rief, begann man zeitgleich damit, die Gabe noch genauer zur erforschen. Zudem führte man vielversprechende Sentir zusammen, in der Hoffnung dass sich die Gabe in den so gezeugten Kindern noch weiter steigern würde. Dies war durchaus der Fall, brachte aber auch einige Nachteile mit sich. Zwanzig Jahre später war man dazu übergegangen, die Sentir genauso zu vermehren, wie Souvrakasier und Tuteurs - sie wurden GMOs, genetisch modifizierte Organismen. Mischwesen aus Souvagnern und grauen Tieflingen. Denn nur die grauen Tieflinge waren es, die die Gabe der Psioniker in sich trugen und diese derart machtvoll weitervererbten, besonders wenn es sich um eine Almanen-Tiefling-Kreuzung handelte. Zudem hatte man die Sentir genetisch so verändert, dass das Maximum aus ihrer Gabe herausgeholt wurde. Im Gegensatz zu den Souvrakasiern und Tuteurs sind Sentir fruchtbar. Man hat versucht diesen Umstand zu ändern, um eine Absicherung zu schaffen. Jene Sentir, die steril geschaffen worden waren, blieben stets unter ihrer eigentlichen psionischen Leistung zurück. Sie entwickelte sich nicht weiter, sie blieb auch unter den Erwartungen. So nahm man Abstand von dieser Sicherung. Jene Sentir die man heute unter Labbies oder Labor-Sentir kennt, sind somit einst vor langer Zeit aus Mischlingen zwischen Souvagnern und grauen Tieflingen hervorgegangen. Zig Jahrhunderte, Selektionen und genetische Modifikationen später, sind sie dass, was man heute unter einem Sentir kennt. Optische Merkmale sind heute noch die graue Haut und die spitzen Ohren, welche an ihre Tieflingsvorfahren erinnern.... Das ist die Erläuterung, die jeder im Orden lernte. Es gibt noch einiges mehr was uns mit Tieflingen verbindet. Im Grunde sind wir vieles und gehören doch zu niemandem Patti. Es gibt zwei verschiedene Formen von Sentir.
Natürliche Sentir. Bei den Sentir erblicken nicht alle auf die gleiche Weise das Licht der Welt. Es gibt Natürliche Sentir, die von einer Mutter geboren werden. Sie sind Kinder von leiblichen Eltern, die auf natürlichem Weg gezeugt wurden. Da sie als Kinder oder sogar erwachsene Personen dem Orden zugeführt werden, was häufiger mit Schwierigkeiten verbunden ist, werden sie auch "Wildfänge" genannt. Künstliche Sentir. Die andere Gruppe der Sentir, sind die künstlichen Sentir. Jene Personen wurden auf künstlichem Wege gezeugt, im Labor in passenden Tanks groß- und im Orden aufgezogen. Da sie von der ersten Zelle bis zur kompletten Person im Labor entstehen, werden sie auch "Labbies" genannt. Die Fähigkeiten der Künstlichen Sentir übersteigen die der Natürlichen Sentir meist bei Weitem. So ein Labbie bin ich. Also ich hatte keine Mutter oder keinen Vater, ich hatte einen Tank. Osmund hat vermutlich einen Teil seines Genoms in unserem verewigt, einen Teil seiner Seele kaum Patti. Was möchtest Du sonst noch wissen? Ja führe mich zu Lana, ich habe sie ewig nicht gesehen. Wieso kannst Du sie nicht rauslassen? Wo ist sie eingesperrt?", fragte Kab mit mulmigem Gefühl.

Patrice Vertcuis
Patrice erhob sich. Er war ziemlich vornehm gekleidet im Gegensatz zu Tekuro, der traditionell irgendwelche Funktionskleidung trug, wenn er nicht gerade kampftauglich herumlief. »Deine Frau wurde bei den Sklavinnen untergebracht, das ist Tekuros Metier. Ich habe nicht das Recht, jemanden dort herauszulassen, ich könnte ihn allenfalls darum bitten. Nicht, dass ich das oft in Anspruch nehmen würde. Bitte folge mir.« Er führte Kabir noch tiefer hinab und sie mussten eine Sicherheitsschleuse durchqueren. »Mich würde eure exakte genetische Zusammensetzung interessieren. Osmunds Sicht. Er muss sein Wissen hinterlassen haben«, sprach Patrice gedehnt und dachte an Argentocoxos.

Kabir
"Das hat er mir schon gesagt, aber nicht erklärt warum. Aus welchem Grund ist sie inhaftiert? Lana wird Tekuro wohl kaum bedroht haben", antwortete Kabir und folgte Patrice auf dem Fuße. "Das Interesse haben so einige, glaube mir. Francis aka Osmund hatte seine ganz spezielle Form Wissen zu verwahren. Möglicherweise schlummert genau dieses Wissen noch irgendwo tiefgekühlt. Sozusagen die Tagebücher des Osmund von Wigberg. Ein Mann wie er wird Buch geführt haben. Über seine Forschung, über sein Leben und er wird es nicht nur auf eine Weise verwahrt haben. Sicherheitskopien wird es geben, aber wo die sind, dass weiß bis jetzt niemand. Wobei das schon interessant zu wissen wäre. Was wäre Dir das Wissen denn wert?", grinste Kabir.

Patrice Vertcuis
Patrice schmunzelte. »Ich spreche hier mal nur als Pascal. Ich bin kein Teil der Familie mehr, ich bin tot. Ihr Kampf ist nicht länger der meine. Es ist die naturgegebene Neugier, die mir innewohnt, die das zu erfahren wünscht. An welche Form der Bezahlung hast du denn gedacht?« Sie marschierten durch einen Trakt mit Türen, die an Wohnungstüren erinnerten, aber offensichtlich keine waren - sie waren massiv und fest verschlossen. Ein Schloss konnte Kabir jedoch nirgends entdecken, nicht einmal eine Klinke. Ein kleines Fenster gewährte Einblick in das, was dahinterlag. »Unser edelster Trakt. Warum Lana hier einsitzt, hat Tekuro mir nicht verraten, weil ich nicht danach gefragt habe. Sie hat mich nicht weiter interessiert. Ich vermute aber, damit sie nicht verloren geht.« Er wies auf eine der Türen.

Kabir
"Sprich zum Eigenschutz inhaftiert? Sie wird begeistert sein und ich kann mich warm anziehen. Neugier, keine schlechte Eigenschaft. Nun wir können tauschen, Wissen gegen Waffen zum Beispiel, oder schlag etwas vor. Wissen gegen Wissen geht auch. Was weißt Du über Osmund? Dann ergänzen wir es, vielleicht kommen wir ja etwas Größerem auf die Spur, dass uns beiden nützt", schlug Kabir vor. Kabir klopfte gegen die Tür, so das Lana aufmerksam wurde. "Kann sie uns hören?", fragte er Patrice.

Lana Setardio
Hinter dem kleinen Fenster tauchte Lanas Gesicht auf. »Kabir«, kreischte ihre Stimme durch einen Lautsprecher. »Hol mich hier raus!«

Patrice Vertcuis
Patrice, den die Lautstärke störte, schaltete den Lautsprecher wieder aus. Lanas Stimme war nun kaum noch zu hören, sie war bis fast zur Unverständlichkeit gedämpft. »Mit Waffen kann ich nicht dienen, wir sind keine Waffenhändler. Mit Wissen über Osmund schon. Ich hatte mit ihm allerdings wenig zu tun. Er war ein Lich, der bereits 200 nach der Asche die natürliche Lebenszeit überschritten hatte. Er schien keine Nachkommen hinterlassen zu haben, aber das muss nichts heißen bei einem Wigberg. Wir verstecken unsere Kinder gern. Wenn man ihm begegnete, erschien er ein freundlicher älterer Herr zu sein mit Wohlstandsbauch. Jene, die keine Antimagier waren, berichteten davon, dass seine Anwesenheit unangenehm war, zehrend, sie waren nach einem Treffen mit ihm stets erschöpft. Damit bin ich bereits am Ende meiner Berichterstattung angelangt. Nun bist du an der Reihe.«

Kabir
"Schalte den Lautsprecher wieder ein, sonst werde ich Osmund wohl folgen, sobald meine Frau freikommt. Osmund hatte vielleicht keine leiblichen Kinder, aber wenn sein Genom in uns schlummert, dann waren wir so gesehen seine Kinder. Allerdings kann ich Dir sagen, dass er als Vater nichts taugte. Außer man steht auf Folter und Operationen. Was ich über Francis weiß? Er war unser Oberhaupt, er war in Wahrheit Osmund von Wigberg. Er schuf die aschgraue Sonne, eine Waffe. Er schuf das flüssige Wissen. Er schuf Drogen die uns Leistungssteigerung schenken oder uns von der Gabe abschnitten. Er hatte Zuliefererlabore und er hatte nicht nur uns als seine ausführenden Kettenhunde, die er auf alles und jeden hetzen konnte, er hatte auch seine Ärzte. Und er hatte sie... seine Leute. Vielleicht hängen sie nah mit ihm zusammen? Er behandelte sie anders, sogar noch besser als die Ärzte. Uns behandelte er trotz der immensen Kosten wie den letzten Dreck. Aber das war nur Mittel zum Zweck wie ich von jemand anderem erfahren habe. Kurzum erzogen wie ein Hohenfelde um das Gleiche zu leisten. Oder anders ausgedrückt, als Kind in der Gemeinschaft, damit man überlebt. Danach desozialisiert, die Gemeinschaft zerstört, damit man als Einzelkämpfer überlebt. Das gab es ebenso bei Euch nicht wahr? Ich erinnerte mich daran, als Tekuro mir etwas zu essen abgab und der Geschmack mich an einen Zirkel erinnerte. Mehr Mythos als Realität, aber er ist Realität. Man kann es... schmecken. Mehr nur im Tausch", grinste Kab und schaltete den Lautsprecher wieder an. "LANA! Beruhige Dich Schatz, ich bin ja hier um Dich da rauszuholen. Allerdings wusste ich nicht, dass man Dich dort hineinstopft. Mir wurde versichert, dass war zu Deinem Schutz. Geht es Euch soweit gut?", fragte Kab glücklich.

Lana Setardio
»Sie geben mir nichts als Menschenfleisch zu essen«, berichtete sie und ihr kullerten zwei Bäche von Tränen die Wangen hinab. »Ich wollte es verweigern, aber dieser Tekuro hat mich Zwangsfüttern lassen! Von Mund zu Mund!« Eine Reihe von Schluchzern unterbrach ihr Lamento. »Sie haben mich zu einem sogenannten Festessen mitgenommen, bei dem ich bewusstlos wurde, als ich sah, was auf dem Tisch angerichtet war. Und dann«, fuhr sie schluchzend fort, »kommen jeden Tag Leute, die mich bitten, mir zu Willen sein zu dürfen! Einer fragte, ob ich es hart brauche und beschimpfte mich wüst, ich hatte solche Angst!«

Patrice Vertcuis
Patrice maß Lanas Verzweiflung keine Beachtung bei. Sie wusste nicht, wie gut sie es hatte im Vergleich zu anderen hier. »Dich ruft der große Hunger, Kabir?«, fragte er.

Kabir
Kabir schob Patrice ein Stück zur Seite um Lana besser sehen zu können. "Langsam Süße, lansam. Was meist Du mit zu Willen sein? Hat Dich jemand, missbraucht? Wer hat Dich beschimpft und Dich bedroht? Wie sah der Kerl aus? Zeig mir Deine... Scheiße geht nicht. Du zeigst mir die Erinnerung später, sobald es möglich ist. Ich rede mit Tekuro, dass er Dich rauslässt. Du musst Dich jetzt noch einen Moment gedulden, ich bin gleich wieder da. Hab keine Angst, in Ordnung? Ich kümmere mich drum", sagte Kab und drückte seine Hand gegen die Scheibe. "Lass uns zu Tekuro gehen, ich muss mit ihm reden. Sofort", sagte Kab und warf Lana einen beschwörenden Blick zu, als er mit Patrice abrückte. Er wartete bis sie außer Hörweite waren. "Ich habe ständig Hunger, meist so unterschwellig. Aber je nachdem was ich leiste, habe ich abgrundartigen Hunger. Warum fragst Du? Tekuro wollte mir noch was zu Essen geben, ich hatte ganz vergessen darauf zu antworten. Oder meinst Du das, was gegessen wird? Schau mich an, was sollte mich das kümmern, woher das Protein stammt? Bin ich ein Mensch? Schert es Menschen, wenn sie andere Spezies fressen? Ich fresse ja keine Sentir", grinste Kab kopfschüttelnd.

Lana Setardio
»Mich hat niemand angerührt, aber sie wollten, dass ich es zulasse! Sie haben gebettelt, dass sie mit mir verkehren dürfen, in welchen Worten, das kann ich nicht einmal aussprechen«, antwortete Lana erstickt.

Patrice Vertcuis
Patrice deaktivierte den Lautsprecher und schob die Abdeckung vor das Fenster, ehe er mit Kabir zurückging. »Ich fand es gerade interessant zu hören, dass der Geschmack gewisser Speisen dich an den Zirkel erinnert. Aber dafür bin ich nicht der geeignete Ansprechpartner. Kläre das mit Tekuro. Was das Wissen bezüglich dieses Labors angeht, dass unser Genom verwendete, um GMOs zu zeugen ... eigentlich wollte ich mich nicht mehr einmischen in das Geschehen außerhalb von Carnac. Wie gesagt, ich bin ein Toter. Dennoch haben diese Informationen einen Beigeschmack, der danach ruft, sie näher zu ergründen. Diese Leute von Osmund, womöglich waren sie Verwandte. Schade, dass ich nicht mehr mit Osmund reden kann. Andererseits ... wozu gibt es die Kunst der Nekromantie?« Kurz darauf erreichten sie die hotelähnliche Luxussuite, in der er momentan residierte. Schon an der Tür wurde er abgefangen und abgeschlabbert. Er erwiderte die übertriebene Zärtlichkeit auf eine Weise, die Tekuro zufriedenstellen würde, ehe er Kabir hineinbat und sie erneut an der Sitzgruppe platznahmen.

Kabir
Kabir nickte knapp. "Nun Du kannst ein "Toter" bleiben, Du musst nicht in Erscheinung treten. Ich kann Dich informieren, wir arbeiten zusammen und finden heraus, was es herauszufinden gibt. Lohnt es sich für Dich, dann kannst Du weiter suchen. Interessiert es Dich doch nicht oder reißt alte Wunden auf, dann lass die Sache ruhen. Ich muss ihr nachgehen. So verrückt es klingt, aber ich möchte wissen wer oder was ich bin. Und gleich was alle anderen behaupten, ich denke nicht, dass ich nur ein Ding bin. Ein Gegenstand, der lebt. Ich habe ihre Sicht gedanklich immer mit einer Zellkultur verglichen, lebendes Fleisch an dem man alles testen kann. Sicher über Nekromantie kannst Du ihn beschwören und mit ihm reden, aber das kostet sehr viele Taler", gab Kab zu bedenken und betrat das pompöse Gemach von Patti. "So viel Platz für eine Person, purer Luxus. Das hätte ich mir auch gewünscht, schön hast Du es hier", grinste er und wandte sich dann an Tekuro. "Ich möchte, dass Du meine Frau umgehend freilässt und mir zurückgibst. Und dann möchte ich wissen, was der große Hunger ist. Was sagt Dir der Zirkel?", fragte Kab und setzte sich auf die Couch. Irgendwie fand er, dass er die Couch vermutlich schmutzig machte. Alles sah so sauber, aufgeräumt und edel aus.

Patrice Vertcuis
Patrice lächelte Kabir an. »Es spielt keine Rolle mehr ob jemand davon weiß, dass ich hier bin. Andernfalls hätte ich mich dir nicht in meiner Gänze offenbart. Und da draußen gibt es mindestens zwei Personen, die noch von mir wissen. Patrice ist mit Tekuro in Liebe vereint. Ich, Pascal, bin mit einem anderen liiert.«

Tekuro Chud
»Der große Hunger? Der Zirkel?« Tekuro grinste zähnefletschend. Jeder einzelne Zahn bis hin zu den Backenzähnen war aus Metall, die Fangzähne wirkten wie zwei Klingen. Wenn Kabir jedoch erwartet hatte, dass diese Zähe rasiermesserscharf waren, täuschte er sich - sie waren bewusst stumpf gehalten, von den Fangzähnen abgesehen. Tekuro wollte kein Fleisch herausreißen, sondern sich im Liebesspiel ganz bei seinem Bellamy festhaken können, ohne ihn dabei mehr als nötig zu verletzen. »Wir können ausprobieren ... ob du ihn spürst. Wenn du möchtest. Sollte dem so sein, dann werde ich dich jemandem vorstellen. Der dir mehr dazu sagt. Und vielleicht wirst du dann erfahren, was der Zirkel ist - und es überleben.«

Kabir
"Ich kenne den Mythos des Zirkels, wie jeder unserer Art, falls wir es dienstlich benötigen sollten. Sprich manche Dinge bezogen sich darauf, hatten in Wahrheit aber nichts mit dem Zirkel zu tun. Es gibt immer Spinner, die auch behaupten, dem Zirkel anzugehören. Vermutlich hast Du die pickligen Idioten noch niemals im Leben gesehen. Sie schmücken sich mit anderer Leute Federn, umhüllen sich mit ihrer Macht um andere in Angst zu versetzen. Mimikri der armen Würstchen. Probieren wir es aus, aber gib mir endlich meine Frau zurück, ich benötige keine Scheidung. Ich bin nicht mal verheiratet. Mit wem bist Du zusammen Pascal? Es spielt für mich eine Rolle, ich habe hier Zuflucht gesucht, ich habe es Dir bewusst erzählt. Ich wäre nicht lange Agent gewesen, würde ich jedem alles sagen. Wobei das jetzt eh keine Bedeutung mehr hat. Es sei denn, wir gehören zu Euch", sagte Kab schmunzelnd.

Tekuro Chud
»Picklige Idioten, du meinst also Jugendliche. Sie sind niedlich, bockig, manchmal liebenswert und sehr schmackhaft. Aber ich wusste nicht, dass sie mit dem Zirkel prahlen. Seit wann prahlt man damit, krank im Kopf zu sein? Nun, die Zeiten haben sich geändert.« Er grinste noch breiter. »Was krank ist, definieren wir heute selbst. Ich würde sagen, ein Raubtier sortiert doch auf natürlichem Wege die Kranken und Schwachen aus. Ergo kann nicht das Raubtier der Kranke sein. Hast du denn Hunger, Kabir? Dann lade ich dich zum Essen ein, bevor wir deine Lana aus ihrer Wohnung holen. Danach kannst du immer noch entscheiden, ob du nun zu uns gehörst. Als mehr denn nur als Gast.«

Patrice Vertcuis
»Mein Mann ist ein anderer Stumpfer. Bekannt als Soka, der Grob-Nob, aber natürlich ist das nicht sein wahrer Name. Leider auch nicht sein wahrer Körper. Aber warum sollte dich das interessieren?«

Kabir
"Wie ich Patti gerade sagte, habe ich immer Hunger. Also nehme ich das Angebot dankend an. Falls Du meinst ein Vampir zu werden, das lehne ich ab. Ich würde meine Gabe verlieren und es reicht mir jetzt schon ohne sie auskommen zu müssen. Sie prahlen nicht damit, krank zu sein. Sie prahlen damit zum Zirkel zu gehören, damit ihnen niemand was tut. Es ist wie ein Schutzschild, allerdings aus einer Lüge. Genau wenn Du mit Deinem angeblich großen Bruder prahlen würdest. Leute kommen auf die komischsten Ideen. Nein ein Raubtier ist nicht krank, im Gegenteil es hält die Welt gesund. Es holt sich die Kranken und Schwachen, das ist seine Natur. Nun ich bin bereit zu essen, dass bin ich immer", grinst Kab und schaute Patti dann erstaunt an. "Einfach weil Du mich interessierst. Du hast ja auch nach mir gefragt und ich wollte Euch besser kennenlernen. Übrigens ich kenne Deinen Mann, ich habe ihn und seinen Zwillingsbruder bei Zaccaria kennengelernt. Ganz geschmeidige und tiefenentspannte Typen", warf Kab ein.

Tekuro Chud
»Kein Vampir«, erklärte Tekuro. »Die meisten hier sind Lebende. Vampir zu werden ist eine Ehre für Chuds und ihre absoluten Lieblingssklaven. Aber nur ausnahmsweise. Wenn du hungrig bist, so folge mir.« Sie verließen die Luxussuite. Unterwegs fing Tekuro einen jungen Mann ab, drückte ihn an sich und tuschelte etwas in sein Ohr. Dabei krallte er sich in seiner Pobacke fest, so dass der Bursche auf die Zehenspitzen ging. Als Tekuro ihn freigab, flitzte er davon. »Es wird angerichtet.«

Patrice Vertcuis
»Du kennst ihn?«, fragte Patrice überrascht. »Nun, das heißt dann wohl, dass es ihm gut geht, aber warum mache ich mir überhaupt Sorgen. Er ist ein Überlebenskünstler sondergleichen, genau wie sein Bruder. So lange die beiden zusammen unterwegs sind, ist alles gut. Ich habe die beiden lange nicht gesehen. Vielleicht könntest du ihnen ausrichten, dass sie hier sehr vermisst werden, alle beide.«

Kabir
Kab schaute sich nach Patrice um und schenkte ihm ein wehmütiges Schmunzeln. "Das würde ich ihm gerne ausrichten Patti, aber leider habe ich in Distrikt T nichts mehr verloren. Ich habe mir in meiner Vergangenheit zu viele Feinde gemacht. Und davon leben dort nun einige. Vielleicht denke auch falsch, die ehemaligen Feinde boten einen Pakt ein. Ich werde in Ruhe darüber nachdenken, denn was sie angeboten haben, war das was wir hier haben - Familie. Den beiden Zwillingen geht es jedenfalls gut. Sehr gut, sie haben einen kranken Kollegen dort wieder auf Vordermann gebracht. Nun wenn Lana ihre Zustimmung gibt, wäre ich bereit für Dich den Laden erneut aufzusuchen. Allerdings benötige ich Waffen. Zum Schutz, nicht um wen anzugreifen. Ich werde vermutlich angegriffen", warf Kab ein und grinste Teku an. "Angerichtet klingt fein, edel. So als gäbe es was Teures zu essen".

Tekuro Chud
»Oh das gibt es, Kabby«, schnurrte Tekuro. Sie betraten nach einiger Zeit einen Raum, recht klein und mit gemütlicher Beleuchtung. Alle Oberflächen waren abwaschbar, von den Lederbezügen der Sitze bis hin zum Tisch aus Edelstahl, der an eine flache Wanne erinnerte. Darin lag nackt, Hände und Füße angeschnallt, eine Frau, von der Tekuro angenommen hatte, dass sie Kabirs Gefallen finden würde. Sie mochte etwa vierzig sein, hatte sich aber sehr gut gehalten und ihre Brüste waren straff und voll. »Wir haben sie enthaart«, schnurrte Tekuro, der die Tür hinter ihnen schloss und wies auf ein Tablett mit verschiedenem Essbesteck und Werkzeugen um einen Braten anzuschneiden. »Mahlzeit, Kabir. Über das Geschäftliche reden wir danach. Jetzt lass es dir schmecken.«

Kabir
Kabir hatte für eine Sekunde befürchtet, dass er das Essen wäre... Zum Essen eingeladen, Du bist das Essen... aber dann hatte er die Frau gesehen und entspannte sich wieder. Noch dringender als eine Partikel- oder Pulsarwaffe benötigte er eine Brille. Kab ging einmal um die Frau herum und betrachtete sie sich von oben bis unten. Es war nichts in seinem Blick zu lesen, keine Geilheit, kein Begehren, er schaute auf die Frau, als wäre sie ihm ein völlig fremdes Wesen. Er verharrte an ihrem Hals, legte ihr zwei Finger auf die Schlagader und zog sich ein Stückchen zurück. Einen Sekundenbruchteil später schnellte sein Greifschwanz vor, wickelte sich um den Hals der Frau und strangulierte sie. Fast vier Minuten musste Tekuro mit ansehen und hören wie die Frau keuchend und röchelnd nach Atem rang. Dann war es vorbei. Mit blutunterlaufenen Glotzaugen und blutigen Tränen im Gesicht lag sie da. Das Gesicht puterrot, fast violett, die Zunge hing ihr wie eine fette Nacktschnecke aus dem Hals. Kab ließ von ihr ab, wickelte den Greifschwanz wieder wie einen losen Gürtel um die Hüfte und steckte das Blatt in die Hosentasche. "So werden sie zart, ist das Adrenalin", erklärte er Teku und zückte sein Einsatzmesser. Er schnitt die Frau los, rollte sie auf den Bauch und schnitt sich zwei Streifen aus ihrem Rücken. In Tekuros Nase stieg der warme Blutgeruch. "In Souvagne gibt es ein Gericht, das wird ähnlich zubereitet - Blutente", sagte Kabir mampfend.

Kabir

Die fleißige Feder in Bronze
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Re: 23 Kapitel 23 - Mit der Karre nach Carnac

#4

Beitrag von Kabir » Mi 9. Okt 2019, 00:01

Merkwürdiger Festschmaus


Kabir erwürgte die Sklavin, die Tekuro ihm serviert hatten. Gerade einmal vier Minuten dauerte das Schauspiel, danach schnitt er sich zwei Rückenstreifen heraus. Tekuro beobachtete Kabir verstört. Er ließ ihn gewähren, aber er fand es merkwürdig, was er sah und suchte Blickkontakt mit Patrice, der jedoch desinteressiert wirkte. Bellamys Anwesenheit wäre jetzt nicht schlecht ... noch besser die von Kazrar. Er hätte ihm erklären können, was hier geschah. »Du hast keinen Spieltrieb«, fasste er das Ganze schließlich zusammen, nachdem er es in seiner Gedankenwelt sortiert hatte. »Jetzt weiß ich nicht, was wir mit dir machen. Ob das normal ist.«

Kabir
Kabir hielt mitten im Kauen inne und betrachtete Tekuro irritiert. "Ich hätte sie besteigen, statt essen sollen? Das hast Du nicht gesagt, dann musst Du Deine Befehle oder Wünsche klarer formulieren. Ich dachte ich sollte sie töten und essen. Was meinst Du mit Spieltrieb? Was mich erfreut, oder anmacht beim Töten?", fragte Kab verwundert und legte das Fleisch zur Seite.

Tekuro Chud
»Sollen? Normalerweise kommt das ganz von selbst, wenn man die Beute vor der Nase hat. Nur bei dir nicht. Aber das Fleisch willst du trotzdem haben.« Tekuro rieb nachdenklich sein Kinn. »Dienst du gern? Bist du jemand, der gefüttert werden will?«

Kabir
Kab rieb sich die Nasenwurzel und dachte über die Frage nach. "Kann ich nicht beantworten, ich musste immer dienen, gehorchen, aufs Wort hören. Aber gewollt? Naja ehr weniger, ich war froh, wenn ich meine Ruhe hatte und die mich mit ihrer Scheiße nicht belästigt haben. Wie soll ich es erklären, was ich zu tun hatte hatte mich genauso wenig interessiert wie die Leute die mich schicken und ebenso wenig die Leute für die man mich schickte. Nichts davon war je auf meinem Mist gewachsen. Es kam nie die Frage auf, was ich wollen würde. Ich interessierte niemanden, ich war Mittel zum Zweck. War eben so und so habe ich dann auch die Aufträge gehalten, kurz, damit ich wieder meine Ruhe hatte. Es ist was anderes, wenn man einen Auftrag erledigt, den man sich selbst gegeben hat, weil er einem wichtig ist. Seit dem ich frei bin habe ich einige Aufträge erledigt. Ich bezeichne sie so. Die waren mir nicht gleich, aber wem diente ich da? Niemandem Tekuro, vielleicht Lana, weil ich einiges in ihrem Namen tat. Falls Du meinst, ob ich je mit einer Zielperson oder Beute Sex hatte - ja. Aber nicht wie Du Dir Sex vorstellst. Meine Form von Befriedigung, ich zerfetzte die Person oder schieße sie zu Brei und das gibt mir einen Kick. Das fühlt sich... allmächtig an, weil ich es kann und der andere eben nicht. Sonst wäre er nicht am Arsch, richtig?", grinste Kab.

Tekuro Chud
»Dann bist du auf einem entsprechenden Weg«, grübelte Tekuro. »Aber es fehlt etwas. Du hast die Schwelle zum Beißer noch nicht überschritten. Du musst testen, ob du gleichzeitig, töten, essen und Sex haben kannst. Sonst macht das alles keinen Sinn. Alternativ gibt es auch so was wie niedere Beißer, die nicht selber jagen. Wir sagen Aasfresser zu ihnen. Sie sind noch zu jung, zu schwach oder manche genießen es auch, gefüttert zu werden von den richtigen Beißern. Leben gern in ihrem Dienst. Ich dachte, vielleicht bist du so einer. Dass nicht die Jagd dir den Kick gibt, sondern wenn jemand seine Beute mit dir teilt.««

Kabir
"Das ist völliger Quatsch, ich jage gut und gerne. Und ich kann von mir behaupten, dass ich bis jetzt noch jede Beute erlegt habe, die ich tot sehen wollte. Mich braucht keiner in der Weise füttern, dass wer für mich meine Zielpersonen ausschaltet. Ich jage und ich habe Spaß dran, wenn man mir das wann, wie und wo überlässt. Wenn es beim Futtern nur ums Essen geht, da kommt es einfach drauf an ob ich was zu beißen da habe. Habe ich nichts zu essen, kann ich nichts essen. Und man kann ja nicht überall Leute verspeisen. Du verstehst da glaube ich auch was falsch. Du denkst, es würde mich anmachen, wenn ich Menschen fresse? Tut es nicht, sie sind mir gleich. Darum kann ich sie essen. Ob es ein Schwein, Kaninchen, ein Vogel, ein Mensch, eine Ratte ist, uninteressant. Es interessiert mich nicht, es ist essbar, ich esse es. Oder meinst Du ein Mensch heult dem Brathuhn eine Träne nach? Für mich sind sie wandelnde Proteinriegel, wenn ich sie brauche. Aber normalerweise esse ich die Dinge, die ich so bekommen kann. Zur Not esse ich alles. Bei der Jagd gibt mir nicht das Essen den Kick, sondern die Beute in den Boden zu stampfen. Sie zu vernichten. Und war der Gegner gut, kann bekommt er eine Markierung. Völlig vernichtet, ich war das. Das ist die Botschaft, ich habe gewonnen, Du hast sowas von verloren. Aber dann esse ich den nicht, sonst ist das ja hin", erklärte Kab. "Verständlicher so?", grinste er.

Kabir
"Das ist völliger Quatsch, ich jage gut und gerne. Und ich kann von mir behaupten, dass ich bis jetzt noch jede Beute erlegt habe, die ich tot sehen wollte. Mich braucht keiner in der Weise füttern, dass wer für mich meine Zielpersonen ausschaltet. Ich jage und ich habe Spaß dran, wenn man mir das wann, wie und wo überlässt. Wenn es beim Futtern nur ums Essen geht, da kommt es einfach drauf an ob ich was zu beißen da habe. Habe ich nichts zu essen, kann ich nichts essen. Und man kann ja nicht überall Leute verspeisen. Du verstehst da glaube ich auch was falsch. Du denkst, es würde mich anmachen, wenn ich Menschen fresse? Tut es nicht, sie sind mir gleich. Darum kann ich sie essen. Ob es ein Schwein, Kaninchen, ein Vogel, ein Mensch, eine Ratte ist, uninteressant. Es interessiert mich nicht, es ist essbar, ich esse es. Oder meinst Du ein Mensch heult dem Brathuhn eine Träne nach? Für mich sind sie wandelnde Proteinriegel, wenn ich sie brauche. Aber normalerweise esse ich die Dinge, die ich so bekommen kann. Zur Not esse ich alles. Bei der Jagd gibt mir nicht das Essen den Kick, sondern die Beute in den Boden zu stampfen. Sie zu vernichten. Und war der Gegner gut, kann bekommt er eine Markierung. Völlig vernichtet, ich war das. Das ist die Botschaft, ich habe gewonnen, Du hast sowas von verloren. Aber dann esse ich den nicht, sonst ist das ja hin", erklärte Kab. "Verständlicher so?", grinste er.

Tekuro Chud
»Nein«, stöhnte Tekuro. »Noch unsinniger. Wieso markierst du ihn, wenn er schon tot ist?«

Kabir
Kabir grinste von einem Ohr zum anderen. "Weil ich ihn umgebracht habe, darum. Nach allen Regeln der Kunst. Und darum markiere ich ihn. Ist mein gutes Recht, ich habe ihn gefällt und er bekommt eine Ladung in die Fresse. Er gehört damit mir, ein Strich auf der Klinge. Gut das sagt man so, vorzugsweise erschieße ich Leute. Keine Ahnung, aber mir gibt der Kampf einen Kick, Kampfrausch genannt und unser Implantat verstärkt es. Das ist meine Form die Jagd zu genießen. Lana hat es einmal mitbekommen, leider konnte sie es nicht genießen. Aber sie ist entschuldigt, sie war an dem Tag krank befürchte ich. Sie war nur am kotzen, ich hatte keine Ahnung wieviel so ein Ledvicco kotzen kann. Aber ich sagte Dir sie kotzt erstaunliche Mengen, besorgniserregende Mengen", lachte Kab.

Tekuro Chud
»Das Implantat«, rief Tekuro triumphierend. »Das ist es! Das macht alles zunichte! Lass dir das Scheißteil rausschneiden und dann kommst du noch einmal zu mir. Dann reden wir wie Erwachsene.« Der Vampir grinste sein stählernes Grinsen. »Pack dir so viel Proviant ein, wie du brauchst, dann magst du gehen, wohin es dich beliebt. Mit oder ohne deine Brüterin, mir ist es gleich.«

Kabir
"Nein das geht nicht, da ich es benötige. Der andere Chip ist deaktiviert, Du kannst es überprüfen lassen. Ich stelle damit keine Gefahr dar, man kann mich nicht mehr orten. Nun ein Kollege könnte es vom Gespür, aber da hier alles abgeschirmt ist, sieht er so wenig wie ich. Vielleicht sollten wir einfach mal zusammen jagen, damit ich verstehe was Du meinst und Du was ich meine. In Ordnung gehen wir zu Lana und Du lässt sie frei. Wer hat Ihr gedroht Tekuro?", fragte Kab ernst.

Tekuro Chud
»Niemand hat ihr gedroht«, schnurrte Tekuro bei dem Gedanken an die leckeren Sklaven, die er bei Lana vorbeigeschickt hatte. »Sie sollte sich verwöhnen lassen. Gemeinsam jagen, das kannst du haben. Wenn du dich so weit zügeln kannst, dass du eine Beute nicht tötest, bis ich dir die Erlaubnis gebe. Weil ich will sie lebend. Sie sollen gut zu mir sein, bevor sie gehen dürfen. Alles andere würde die Jagd sinnlos machen. Dann könnte ich auch Konserven trinken.«

Kabir
"Natürlich kann ich das, ich bin die lebende Selbstbeherrschung, frag meine Frau", sagte Kab und musste schwer kämpfen nicht loszuprusten. Wenn er voll drauf war, war Selbstberrschung, die letzte Tugend die er an den Tag legte. "Danke, aber Lana ist eine sehr treue Seele, sie möchte nicht bespaßt werden mit anderen Schwänzen. So etwas ängstigt sie und was sie ängstigt, ängstigt mich, verstehst Du? Ganz blöde Sache...", sagte Kab und ging gemeinsam mit Tekuro zu Lanas Zellentrakt. Er klopfte gegen die Scheibe, damit sie sich abreise bereit machte. "Danke dass Du sie verwahrt und beschützt hast", sagte Kab freundlich. "Auch wenn es auf schräge Art war, aber ihr Schutz und dass mich damals grundlos gefüttert hast wo ich es brauchte, werde ich Dir nicht vergessen. Du hast was bei mir gut", erklärte Kabir ehrlich.

Tekuro Chud
Tekuro entriegelte den Sicherheitsmechanismus der Tür. Sofort kam eine kreideweiße Lana herausmarschiert und hakte sich bei Kabir ein. Tekuro musterte sie. »Blass. Eisenmangel«, urteilte er. »Gib ihr mehr Leber zu fressen. Ich glaub, die hat heimlich alles wieder ausgekotzt.« Er schob Lana mit einer Hand achtlos beiseite, passte jedoch auf, dass er weder ihre Brüste noch ihren Bauch berührte. Beides waren wertvolle Regionen bei einer Brüterin. »Wir sehen uns zur gemeinsamen Jagd, Kabby. Und dann verdienst du dir vielleicht ehrlich die Zähne und die Achtung der Beißer. Du hast gute Anlagen. Aber sehr roh noch, mega roh. Man sieht noch nicht mal, dass es mal ein Diamant werden soll, sieht momentan noch aus wie Kohle.« Er führte die beiden hinaus, zurück zu ihrem Aeromobil, auf dessen Scheibenwischern mehrere Fledermäuse auf ihrem Hintern saßen, als wären es Menschen auf einer Parkbank.

Kabir
Als Lana aus der Zelle kam, wurde sie vorsichtig aber extrem liebevoll von Kabir umarmt. Gemeinsam mit Lana im Schlepptau folgte er Tekuro zum Aero. "Wo steht der Titan?", hakte Kabir nach und musterte die kleinen Fledermäuse, die es sich auf dem Scheibenwischern gemütlich gemacht hatten. Er nahm eine hoch, streichelte sie und warf sie in die Luft, damit sie wegflog.

Tekuro Chud
Umschwirrt von Fledermäusen kratzte Tekuro seinen Nacken. »Lass nachdenken. Der muss im Parkhaus sein.« Er hob ebenfalls eine der Fledermäuse auf, sprach mit ihr und sie schwirrte davon. Sie mussten nicht allzu lange warten, da rumpelte es im Lastenaufzug. Das Stahltor öffnete sich und herausgefahren kam das gewaltige Gefährt. Am Steuer saß Patrice. Tekuro beobachtete ihn voll Hingabe. »Sieht er nicht rattenscharf aus, wenn er eine Karre fährt?«, schmachtete er. Lana hingegen hielt sich ängstlich an Kabir fest und sah aus, als müsse sie schon wieder brechen. »Wenn sie kotzt, werte ich das als Beleidigung«, stellte Tekuro klar. »Niemand kotzt, wenn mein Patti da ist.«

Kabir
"Ja ein adretter Kerl und ziemlich nett, was mir wichtiger ist. Ich mag ihn und das heißt was", antwortete Kab und strich Lana über die Wange. "Alles gut Süße, wir sind gleich an der frischen Luft. Steig in den Titan", flüsterte er ihr liebevoll zu. Kabir stieg ins Aero und parkte das Gefährt auf dem Titan. Danach stieg er aus, knuffte Teku und stieg ebenfalls in das große Gefährt. Er drückte Patti zum Abschied und startete den riesigen LKW.

Tekuro Chud
Tekuro und Patrice sahen den beiden nach, bis sie verschwunden waren. Tekuro grinste kopfschüttelnd. »Ich werd aus dem nicht schlau. Er sollte sich dringend den Chip rausschneiden lassen, damit er lernt, sich zu entscheiden, ob er jetzt Beißer oder Aasfresser bleiben will. Ein Beißer ohne Spieltrieb ist eine komische Abnormität, so etwas gibt es eigentlich gar nicht. Ich muss mit Papa reden.«

Patrice Vertcuis
Patrice beobachtete, wie der Titan sich röhrend durch das Gebirge davon wälzte. »Ich fand ihn in Ordnung«, schlussfolgerte er. »Ich hoffe, er denkt daran, Cami und Milli zu grüßen.« Tekuro schlang den Arm um ihn und die beiden kehrten zurück in ihr Reich aus Blut und Schatten.

Lana Setardio
»Endlich«, kreischte Lana erleichtert auf dem Beifahrersitz. »Wo fahren wir jetzt hin?«

Kabir
Kabir fuhr ein ganzes Stück in die roten Berge hinein. Als er eine geeignete Stelle gefunden hatte, stellte er den Titan ab, schaltete den Motor aus und musterte Lana. Schlagartig fühlte sie sich ein Gefühl absoluter Liebe eingebettet. Sie war davon umgeben, fast betäubend erdrückt. "Ich bin froh, dass Du in Ordnung bist Süße. Ich hoffe Dir geht es gut. Wir bleiben erstmal hier, es sei denn Du hast einen besseren Plan. Ziggi und Zico wohnen jetzt ebenfalls in Distrikt T und Timion ist zurück als Untoter. Zudem sind dort einige andere eingezogen. Ziggi und Zico sind Sentir, Du erinnerst Dich an Zico? Den Burschen den ich im Parkhaus durchsiebte? Das ist Zico, Mister Mett. Einer der Neulinge Dorian sagte, dass wir teilweise von seiner Familie abstammen. Genetisch. Und er möchte es dort mit allen versuchen, die Sentir wollen es ebenso. Hintergrund ist, Duc-Gemahl Oliver ließ den kompletten Orden hinrichten bis auf 12 Sentir die in die Sonne gestopft wurden. Ziggi und ich wurden ebenso verschont, aber das war nur eine Frage der Zeit. Also habe ich uns aus Souvagne rausgeschmuggelt. In einem Drachenhuhn, war gar nicht so leicht, aber mit festem Willen geht alles. Ich wollte nur zurück zu Dir. Ich hätte es gerne in Distrikt T mit allen versucht, auch für Dich, aber das geht nicht. Zico hatte ich fast erschossen. Timion fiel durch mich. Ziggi wird sich denken können, wie ich reagiert hätte ihm gegenüber. Aidan ist jetzt mit Zac zusammen. Heißt, gleich was ich dort tue, ich hätte immer eine Front gegen mich. Bestenfalls. Schlimmstenfalls würden sie mich umlegen. Kann ich ihnen nicht verdenken, hätte ich auch getan. Also Plan B? Wir können auch im Titan eine Zeit lang wohnen. Oliver hatte vorgeschlagen, dass wir dort bleiben und Du nach Souvagne umsiedeln kannst. Witzig oder? Stunden später starben alle anderen. Von daher, ich würde sagen, dass Telefonat mit Oli hat sich erübrigt Lana. Aber erstmal zum Wesentlichen. Ich habe Dich vermisst und ich liebe Euch. Was war da los in Carnac Schatz?", fragte er liebevoll.

Lana Setardio
Lana schloss die Augen, umarmte ihren Mann fest und genoss das Gefühl der Liebe, dass sie ihm übermittelte. Sie versuchte, mit ihren bescheidenen Möglichkeiten dieses Gefühl auch für ihn spürbar zu machen. »In Carnac wurde ich sofort eingesperrt. Damit keine Verwechslungen geschehen und mir nichts passiert, das war die offizielle Begründung. In Wahrheit wollten sie mich mit Menschenfleisch mästen, Tekuro sagte, das wäre gut für das Kind! Als ich mich weigerte, haben sie mich von Mund zu Mund damit gefüttert. Dabei dachte ich, wenn ich in Hungerstreik gehe, geben sie mir normale Nahrung! Jeden Tag kamen Sklaven und einmal auch eine Sklavin, die mich belästigten! Tekuro ist ein scheußlicher Gastgeber! Aber wir können nicht in der Wildnis leben, Liebling! Was dieser Oliver getan hat, ist schrecklich, ist das überhaupt rechtens? Zum Glück konntet ihr fliehen! Ja, ich erinnere mich an Zico, dass war der große hagere Kerl mit dem Seitenscheitel!«

Kabir
"Er ist Duc-Gemahl, Mitglied der Krone Lana. Was in Souvagne Recht ist, bestimmt er und über ihm ist nur noch sein Mann, sonst niemand. Ich habe Proviant im Aero, ich hole Dir gleich was. Tekuro meinte es auf seine verdrehte Art gut. Er wollte Dich von den Sklaven bespaßen lassen, das Du keinen Spaß willst, hat er nicht begriffen. Nein dauerhaft können wir nicht in der Wildnis leben, für einige Zeit schon. Sozusagen Notfall-Camper", schmunzelte er und küsste sie auf die Stirn. "Ich fühle was Du fühlst. Also wir könnten uns einen Platz in Obenza suchen, in der Wüste, oder Distrikt T ansteuern. Aber das wäre gefährlich, jedenfalls vermute ich das. Sagen wir mal so, die Sachlage abzuschätzen übersteigt eindeutig meinen Kompetenzbereich", grinste er sie an und streichelte ihren Bauch. "Spaß beiseite, wo möchtest Du hin Schatz?", hakte er nach.

Lana Setardio
»Ich glaube, das Kleine bewegt sich schon«, sagte Lana. »Ich bin nicht ganz sicher, aber so fühlt es sich an. Ich möchte eigentlich gern nach Hause, zurück nach Distrikt T ... du bist doch stärker als die anderen Sentir? Wenn sie dir solche Angst machen, warum vertreibst du sie dann nicht?«

Kabir
"Nicht es, sie, Du trägst eine Tochter unter dem Herzen. Wenn Du das wünscht, verjage ich die anderen. Dafür musst Du mir aber ungefähr 48 Stunden geben. Ich muss pennen und ziemlich viel Zucker futtern, ich brauche Nervennahrung. Dann bereinige ich den Ort für Dich. Oder Du redest mit ihnen, wie Du magst Lana", bot Kab an und legte den Arm um sie.

Lana Setardio
»Bereinigen? Du willst sie töten? Aber ihr seid doch die letzten Sentir! Das kannst du nicht wirklich wollen.« Sie zog sich Kabirs Hand auf den Bauch. »Unsere Tochter ... das hört sich schön an.«

Kabir
"Das hat nichts mit wollen zu tun Lana, wenn es notwendig ist und Du es willst, tue ich es. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich es nicht, aber ich hätte trotzdem Angst um Euch. Wir können auch zuerst reden, da sie scheinbar eine friedliche Gemeinschaft planen. Ich würde Dich vor ihrem Zugriff abschirmen. Ja sie sind die letzten ihrer Art, das ist so. Durch Oliver ist es so gekommen. Souvagne schuf uns und vernichtete uns. Es tut mir leid, wie es für Dich gekommen ist. Du hast Dir das sicher auch anders vorgestellt und ich habe es mir anders für uns gewünscht. Aber ich schwöre Dir, solange ich lebe beschütze ich Euch", antwortete er leise.

Lana Setardio
Lana küsste ihren Mann und umfasste seine Hand, die sie nun hin und her bewegte, damit er ihren Bauch streichelte, in dem ihre gemeinsame Tochter ruhte. »Die Kleine soll nicht in einer Welt des Hasses aufwachsen. Sonst wird sie einst das Selbe durchleben müssen, wie du. Lass es uns friedlich versuchen, reden wir mit den anderen. Und sollte es gar nicht anders gehen, kaufen wir uns ein Häuslein woanders.«

Kabir
"Abgemacht, Du bist der Boss Lana", schmunzelte Kabir und streichelte ihren Bauch. "Sie fühlt sich wohl und beruhigt. Vorher war sie beunruhigt, so wie Du. Das fühlt sie. Falls Du schlafen möchtest, mach es Dir gemütlich. Ich fahre uns nach Distrikt T. Zico kennst Du vom Aussehen her, Ziggi wirst Du als Sentir erkennen, er ist dunkel gefärbt, hat ein vernarbtes Gesicht und ihm fehlt ein Auge. Beide sind eigentlich umgänglich, mit Ziggi bin ich zusammen geflohen. Wollen wir die Kurze Lara nennen?", schlug Kab vor, startete den Motor und fuhr Richtung Soleil los.

Lana Setardio
»Lara klingt sehr schön«, stimmte Lana zu, machte es sich auf dem Beifahrersitz gemütlich und schloss die Augen. Als sie vom Motorengeräusch und dem Geschaukel einschlief, lächelte sie.

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