Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Negaia - Das etwas andere Indie-Onlinerollenspiel

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Negaia - Das etwas andere Indie-Onlinerollenspiel

#1

Beitrag von Negaia » Mo 11. Jan 2016, 22:15

Sehr verehrte Völker von Asamura,

nach eurem gefährlichen und doch ausweglosem Weg von den verbrannten Landen nach Asamura möchte Euch die Völker aus dem Fernen Negaia einen herzlichen Gruß senden.

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Wer sind "Wir"?
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Wir sind ein Team aus einer Hand von Hobbyisten mit einem Durchschnittsalter von ca. 30 Jahren. Da wir uns mittlerweile als Indie-Studio sehen haben wir unserem Studio auch einen Namen gegeben: Vankenthor Entertainment. Die Mitglieder im Detail sind:
Peter - Ich bin der Leiter und Alleingründer des Projektes. Von mir stammt die Idee und das Spielkonzept. Ich beschäftige mich innerhalb des Projektes mit der Programmierung, Organisation und etwas 3D-Design.
Mike - Er beschäftigt sich seit mehr 3 Jahren mit dem hauptamtlich um das 3D-Design von Negaia. Er kümmert sich darum der Welt ein Gesicht zu geben.
Marvin - Unser 3D-Charakterdesigner ist Marvin und ebenfalls über 3 Jahre Mitglied des Teams. Er ist dafür verantwortlich das Lebewesen hübsch, niedlich, eklig, etc. aussehen.
Hannes - Check, Check, 1, 2, 3, Check... Richtig Hannes ist unser Komponist und Sounddesigner und seit fast 3 Jahren ein fester Bestandteil von Negaia.
Roman - Er ist unser "Nesthäkchen". Das jüngste Mitglied des Negaia-Teams. Er erarbeitet 3D-Modelle für die Architektur Negaias und Unterstützt den 3D-Modelling-Bereich.
Tino - Unser Autor. Er arbeitet auf der Basis der Konzeptgeschichte Negaias (Link: http://www.vankenthor.com/pages/wiki/in ... re_/_Story) verschiedene Geschichten aus, welche als Basis für Spieleraufgaben dienen sollen.
Lukas - Zeichner seines Zeichens - Er gibt Negaia einen 2-dimensionalen Touch. Das bedeutet er erarbeitet Konzeptzeichungen, Texturen, etc.
Bax - Unsere Autorin... Mehr muss hier nicht gesagt werden.

Was ist Negaia?
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Negaia ist ein fantasybasiertes 3D-Online-Rollenspieleprojekt welches seit 5 Jahren von uns entwickelt wird. Die Basis des Spiels ist auf dem Grundgedanken von vier Elementen (Feuer, Erde, Wasser und Luft) und deren Gottheiten aufgebaut. Davon leiten sich die vier humanoiden Völker ab, die mit bestehenden Fantasykonzepten wenig zu tun haben: Menschen (Wesen der Erde), Flumaren (Wesen des Wasser), Alben (Wesen des Feuers) und Langren (Wesen der Luft). Details zu den Völkern findet ihr hier: http://www.vankenthor.de/pages/wiki/ind ... _und_Orten

Der Spieler ist in Negaia kein Einzelkämpfer sondern alle Charaktere die er erstellt, werden in einer Familie zusammengefasst, die auf gemeinsame Ressourcen zurückgreifen.

Negaia legt wenig Wert auf die Ausstattung des einzelnen Spielecharakters, sondern auf dessen Eigentum bzw. auf den Eigentum der Familie. Dies bedeutet: In Negaia ist Handel und Politik gefragt. Und die Frage: Ist der Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln?
Fazit: Negaia ist ein fantasybasiertes Spiel und legt den Schwerpunkt auf das Wirtschaftssystem der Spielewelt (Handelssystem, Bankensystem, Politik, etc...)

Die teilnehmenden Spieler sind prinzipiell von Beginn an fraktionslos, allein und unbedeutend. Sie können sich Fraktionen anschließen und wechseln. Sie und Ihre Familie können sich in Dörfern (vergleichbar mit Gilden in anderen Spielen) organisieren. Der Hauptunterschied der Spielerorganisation ist, dass das Oberhaupt eines Dorfes regelmäßig gewählt werden muss.

Ein weiterer Aspekt der manchen Online-Rollenspielen fehlt ist, dass in Negaia ein "Housingsystem" implementiert ist. Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, dass sich der Spieler und dessen Familie in eigenen Häusern niederlassen können und sich über Eigentum und Können von den anderen Spielern abheben. Aber Materielles ist vergänglich.

Ebenfalls legen wir Wert auf einen gewissen Realismus. Das zeigt sich unter anderem dadurch, dass man nicht unbegrenzt in der Welt herumlaufen kann ohne eine Pause zu machen.

Es gibt noch unzählige Aspekte, welche ich hier auflisten könnte, jedoch würde das den Rahmen sprengen.

Weiterführende Informationen
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Website: http://www.negaia.de
Facebook: https://www.facebook.com/negaia
youTube: https://www.youtube.com/channel/UCkgjEZ ... PcQ/videos

In diesem Sinne
Grüße
Das Negaia-Team
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Re: Negaia - Das etwas andere Indie-Onlinerollenspiel

#2

Beitrag von Negaia » Sa 7. Jul 2018, 16:37

Wie bereits angekündigt wird Ende des Jahres das Buch Negaia erscheinen.

Um ein Teil der Kosten für das Buch decken zu können wollen wir ab Anfang August eine Crowdfounding-Action starten. Derzeit suchen wir Feedback für Kampagne.

Was für Feedback suchen wir? Als die Fragen sind:

Ist die Seite aussagekräftig genug - Fehlt euch was?
Habt ihr Ideen zu gewünschten Dankeschöns?
Sind irgendwo noch Rechtschreibfehler?
sonstiges...
Hier gehts zu Startnext: https://www.startnext.com/negaia/

Jetzt schon mal danke.

Team Negaia
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Re: Negaia - Das etwas andere Indie-Onlinerollenspiel

#3

Beitrag von Jaro Ballivòr » Do 12. Jul 2018, 22:29

Erledigt :)

Hier noch mal in Kürze:
Gefällt mir gut! Highlights sind für mich der einleitende Abschnitt mit der Frage am Ende (Bist du bereit...) und das Video - die Musik ist perfekt.

Fehlerchen / Vorschläge:
  • im Video: Alben des Feuer --> Alben des Feuers
  • in der Beschreibung: der Glauben --> der Glaube
    Der Satz "Doch die Welt ist in Aufruhr und der Glaube an die Götter soll ins Wanken gebracht werden" liest sich ein wenig holprig. Vielleicht besser: Doch die Welt ist in Aufruhr und der Glaube an die Götter gerät ins Wanken / wird auf die Probe gestellt / wird ins Wanken geraten.
  • Ziele: Das Ziel von Negaia: Das grüne Buch ist... --> wirkt ein wenig so, als sei das Ziel des Buches, das Projekt Negaia zu finanzieren. Gemeint ist aber das Ziel vom Crowdfunding, oder? Vielleicht einfach: Das Ziel ist, die Produktions- und Druckkosten zu decken, um...
Dankeschöns:
Find ich gut! Ansonsten fällt mir nur noch anderer Merch ein, wie die Handyhülle oder Poster. Oooooder aber, wenn sich das realisieren lässt, signierte Ausgaben des Buches :D

Freue mich schon darauf (und beteilige mich selbstverständlich)!!
~ Die größte Offenbarung ist die Stille ~

Laotse

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Re: Negaia - Das etwas andere Indie-Onlinerollenspiel

#4

Beitrag von Negaia » Mi 10. Okt 2018, 12:54

Heute ist unsere langersehnte Crowdfunding-Kampagne zu unserem Fantasy-Roman 'Negaia: Der Grüne Band' gestartet.

[ externes Bild ]

Das Buch ist der Auftakt einer vierteiligen Buchreihe und handelt schwerpunktmäßig vom Urelement Erde. In 'Negaia: Der Grüne Band' wird der Leser auf über 430 Seiten durch die Welt der Menschen geführt und dem aufkeimenden Kampf um Wissen und Glauben.

Die Schöpfer hinter dem Buch sind der Autor Hector Baxeda, kurz Bax, und der Projektgründer Peter. Bax ist bereits seit drei Jahren Teil des Team und widmet sich seit Beginn 2016 der literarischen Aufarbeitung von Negaia. Der gesamte Roman ist unter der Leitung von Peter entstanden, wobei er dabei das gesamte Team in den kreativen Entstehungsprozess eingebunden hat.

Für die Buchreihe haben wir uns noch etwas Ausgefallenes einfallen lassen. Wir haben auf Basis der Spieleinhalte eine Augmented Reality App entwickelt. Damit lassen sich sechs Inhalte des Buches mit Hilfe eines Smartphones in der erweiterten Realität visualisieren. So ist die Funktionswiese: Der Leser scannt einen QR-Code ein, die im Buch zu finden sind, nach einer kurzen Ladezeit kann er den gewählten Content mit der Kamera auf den Boden platzieren und anschließend ausgiebig von allen Seiten betrachten. Auch das Drehen und Skalieren der 3D-Modelle ist dann möglich.

Der Roman ist fertig lektoriert und korrigiert und wartet darauf gedruckt zu werden. Sollte das Funding-Ziel von 1.000 Euro bis Mitte November erreicht werden kann der Druck beginnen und schon bald könnt ihr als Unterstützer euer Exemplar 'Negaia: Der Grüne Band' in den Händen halten.

Also lasst es uns tun...

Crowdfunding-Kampagne bei Startnext: https://www.startnext.com/negaia
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Re: Negaia - Das etwas andere Indie-Onlinerollenspiel

#5

Beitrag von Baxeda » Mi 20. Mär 2019, 13:13

Veröffentlichung:
Negaia - Der grüne Band


Nach dem erfolgreichen Crowdfunding für die limitierte Erstauflage ist es uns auch gelungen, einen Verlag für den Roman zu begeistern:

Negaia - Der grüne Band ist ab heute über Amazon erhältlich!

Damit wird der erste Teil der Tetralogie auf die Welt losgelassen. Das Buch liegt sowohl als E-Book als auch als Printausgabe vor.


Über das Buch

Der Roman ist der Auftakt einer geplanten vierbändigen Reihe. Band 1 dreht sich vor allem um das stolze Volk der Menschen. Der große Kampf zwischen Glauben und Wissenschaft, der die Welt Negaia bestimmt, nimmt hier, im Reich der Hermunduri, seinen Anfang.


Inhalt

Khago Halbohrs Fähigkeiten als Handwerker sind ein Graus, doch dafür hat er das Talent, hervorragend in Prügeleien auszuteilen – etwas, das man sonst eher Alben nachsagt als Menschen. Bei seinem Volk stößt der kauzige Sonderling damit auf wenig Verständnis. Als er es übertreibt, landet er als Schandfleck seines Volkes in der Gefängnisstadt Atawakron, unter Dieben, Mördern und noch schlimmerem Abschaum. Nahrung und Lebensraum sind knapp und hart umkämpft. Wenn Khago überleben und jemals wieder freikommen will, muss er lernen, strategische Talente zu entfalten und sich auf Bündnisse einzulassen, was sich als nicht ganz einfach erweist, wenn man zuvor ein einzelgängerischer Waldschrat war. Derweil ahnt er nicht, dass außerhalb der Mauern noch weitaus größere Mächte an den Fäden ziehen – und dass sein Schicksal vielleicht gar nicht so zufällig ist, wie er glaubt.

Ein Orden von Ketzern erhebt sich, die Alben mobilisieren zu einem Schlag gegen die Hermunduri und mitten darin versuchen vier Helden, ihrem Schicksal die Stirn zu bieten. Der Langre Tikki webt Intrigen, deren Zweck lange im Dunkeln bleibt. Die Albin Grundl führt ihren Kriegstrupp in einer aussichtslosen Mission gegen die Menschen, die kein anderes Ziel hat, als sie und ihre Leute in den sicheren Untergang zu schicken. Die Flumarin Lovania erhält einen Auftrag von einem geheimnisvollen Gönner, der sie in unbekannte Bereiche der Welt vordringen lässt, wo ihr bisheriges Weltbild auf den Kopf gestellt wird. Khago und die Schwerverbrecher aus Atawakron erhalten beim grandiosen Finale die Chance, ihre vergangenen Taten mit dem eigenen Blut reinzuwaschen. Kann eine so explosive Mischung gut gehen?

Wenn die vier Einzelschicksale sich am Ende begegnen, ist die Welt Negaia nicht mehr das, was sie zu Anfang war.


XXL-Leseprobe

Als sei er ein einfacher Pilger näherte sich Tikki der Bibliothek am Fjord der Elemente. Den Pilger, der er einst gewesen war, bescheiden und demütig, gab es nicht mehr nach den vielen Jahren der Verfolgung und Folter. An seine Stelle war ein Langre getreten, der kalten Zorn im Herzen trug.
Die Klauen seiner Wolfsfüße kratzten auf dem gefegten und unkrautfreien Weg, der zu dem Gebäude hinaufführte. Er spürte die Macht dessen, was hinter den hohen weißen Mauern lag. Es musste da unten sein, tief verborgen im dunklen und kühlen Schoße der Erde, denn wie alle seines Volkes war er empfindsam für solche Dinge. Diese Energie, das waren nicht nur Bücher und Schriftrollen. Hier war mehr zu finden, als man ihnen allen weismachen wollte. Tikki bekam trotz der sommerlichen Temperatur eine Gänsehaut und sein schwarzes Fell richtete sich im Genick auf. Wie ein hungriges Raubtier hielt er den Blick auf den Eingang gerichtet, dem er sich Schritt für Schritt näherte. Die Bibliothek war mit Kalkstein verkleidet, der das Sonnenlicht so stark reflektierte, dass es ihn blendete. Hohe, schlanke Türme säumten das halbrunde Kuppeldach wie eine Krone. Vom Meer wehte ein kräftiger Wind und bauschte die Ärmel seiner schwarzen Pilgerrobe. Er strich sie in einer vornehmen Geste glatt, zog den Stoff über dem Gürtel zurecht und trat durch die offenstehende Tür.
Das Fjord der Elemente war politisch neutrales Territorium. Wächter gab es offiziell keine, um den Frieden des Ortes nicht zu stören, doch Tikki vermutete, dass sich in ziviler Kleidung zwischen den Besuchern bewegten. Niemand konnte ihm einreden, dass die Astralwissenschaftler als theologische Elite solch einen Fundus an Wissen unbewacht ließen. Wissen war schon immer ein wertvolles Gut gewesen und es hatte seine Gründe, dass man ihnen allen nur einen winzigen Teil dessen zeigte, was der Klerus wirklich wusste. Den Rest würde er vielleicht heute finden. Er machte sich keine Illusionen darüber, wie schwierig es war, der Bibliothek das Geheimnis zu entreißen, von dem seine Träume ihm geflüstert hatten. Er nahm die nächtlichen Visionen zum Zeichen, dass sein Geist bereits mit höheren Sphären verbunden war. Dies hier würde vermutlich sein letztes Leben sein. Wenn er Negaia für immer den Rücken kehrte und wieder eins mit dem Wind wurde, der ihn einst gebar, dann mit einem Donnerschlag, der selbst den Orcus erschütterte!
Die dressierten Elstern, die sich von innen in den weiten Falten seines Gewandes festklammerten, hielten still und gaben keinen Laut von sich.
Am Empfang nickte er den Langrendamen höflich zu. Die Windgeborenen hatten eine natürliche Affinität zu den Reichtümern des Geistes und so war es nicht verwunderlich, dass sie in der Bibliothek zahlreicher zu finden waren als die anderen Völker. Die Kapuze, durch deren Löcher seine Wolfsohren ragten, behielt Tikki auf dem Kopf, um seine Blickrichtung besser verbergen zu können.
Er las die Zeit von der mechanischen Pendeluhr an der Wand ab, trug sie zusammen mit dem Datum in das Empfangsbuch ein und unterzeichnete mit seinem vollständigen Namen: Tikki Mik-Mik. Es hätte nichts genützt, ein Pseudonym zu verwenden, denn man kannte ihn hier. Die Sache hatte einen positiven Nebeneffekt: Jeder würde sofort wissen, wer es war, der heute die Welt aus den Fugen riss.
Er lächelte freundlich, als er das ausgefüllte Buch zurückreichte. Er war ein Meister der Selbstbeherrschung, seit er seinen Körper vor einigen Leben mit einer strengen Askese an den Rand des Todes gegeißelt hatte. Doch die Schritte gemessen zu halten, als sei dies nur ein gewöhnlicher Besuch, verlangte höchste Konzentration. Er durfte weder Aufmerksamkeit erregen noch die Elstern nervös machen. Durch Meditation beschwor er ein tiefes Gefühl der Entspannung herauf und zwang seinen Herzschlag zur Ruhe. Nach einigen bewussten Atemzügen fühlte er sich so wohl wie an jenen ungezählten Tagen, die er hier verbracht hatte, bevor die Träume gekommen waren. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Forschung eine Wohltat gewesen, eine gediegene Pflege des Intellekts, danach war sie zur Besessenheit geworden. Tikkis Seele war wie ein wirbelnder Orkan, doch sein Körper glich einem irdenen Gefäß, das nichts von dem Tosen nach außen dringen ließ, das ihn von innen verzehrte und ihn noch vor der Zeit altern ließ. Nach außen hin blieb er der Pilger, der ewig Suchende, der Wanderer, der nie den Horizont erreichte, freundlich zu jedem und allgemein beliebt wegen der Geschichten, die er für ein paar Almosen zu erzählen wusste. Er tat, als sei er noch immer, was er einst gewesen war. Doch sein früheres, friedliches Ich war tot. Es hatte Tikkis Hinrichtung als Ketzer nicht überlebt.
Die Regale säumten hoch wie Schluchten den Weg durch das Gebäude. Wesen aller vier Völker gingen langsam umher, ließen die Blicke über die Buchrücken schweifen und unterhielten sich im Flüsterton. Die farbigen Bleiglasfenster verwandelten die Strahlen der Nachmittagssonne in bunte Lichtinseln auf dem Boden. Es duftete nach Leder und altem Papier, untermalt von einer süßlichen Note Buchbindeleim und herbem Tintenaroma. Dies war der Atem der Jahrhunderte, der Duft der Weisheit, den Tikki so liebte. Staub schwebte in den Lichtstrahlen, im Vorbeigehen verwirbelte seine wehende Robe die feinen Partikel. Je tiefer er in die Bibliothek vordrang, umso ältere Bücher fanden sich in den Regalen. Die Buchrücken wurden dunkler und rissiger. Eine Wendeltreppe führte in das Kellergeschoss und dort, in der kühlen Dunkelheit, erblickte Tikki überhaupt keine Bücher mehr, nur Papyri und Pergamente. Sie lagen in losen Stapeln oder als Schriftrollen geschichtet. Sogar Werke in Knotenschrift ruhten hier und Steinplatten mit Runen, die bislang niemand hatte entziffern können. Er war fast allein hier unten. Nur wenige Besucher interessierten sich für diesen Teil der Bibliothek, zu fremdartig, zu kryptisch und für den Laien unverständlich war das, was hier verwahrt wurde.
Doch Tikki war kein Laie. Fast all seine Leben hatte er der Erforschung dieser frühesten aller Aufzeichnungen gewidmet und dabei erkennen müssen, dass überraschend wenig Interesse daran bestand, dass er die gewonnenen Erkenntnisse teilte. Die astralwissenschaftliche Gerichtsbarkeit hatte ihn dereinst gar mit Gewalt zum Schweigen gebracht. So kam es, dass er eine einsame Koryphäe auf diesem Gebiet geworden war, ein Gelehrter, der sein Wissen nur mit seinen engsten Vertrauten teilte.
Warum wollte man nicht, dass das erlangte Wissen preisgegeben wird? Welches Geheimnis verbarg sich am Anbeginn der Zeit? Versunken in Meditation hatte er auf die rieselnden Körner einer Sanduhr gestarrt, Tag für Tag und all seine Gedanken fokussiert, bis er gar das Essen und Schlafen vergessen hatte. Auf dem Gipfel seiner Erschöpfung und seiner Verzweiflung waren die Träume gekommen. Sie hatten ihn hierher geführt, die Stimme des Unterbewusstseins oder des beginnenden Wahnsinns. Er würde heute herausfinden, was von beidem zutraf.
Die Luft in dem Gewölbe roch trocken. Leuchtkäfer in Korblampen spendeten dämmriges Licht. Ihr Surren war allgegenwärtig. Dass im Kellergeschoss so wenig Betrieb herrschte, machte Tikkis Verweilen auffällig. Darum hatte er in der Vergangenheit viel Zeit hier verbracht, mehr als für seine Forschung nötig gewesen wäre, um Argwohn zuvorzukommen. Ein Alb, den er für einen Wachmann in zivil hielt, sortierte Blätter auf einem Pult, wobei er enge Seidenhandschuhe trug. Diese zu tragen war Pflicht bei so alten Werken, um sie vor dem aggressiven Hautschweiß zu schützen. Selbstverständlich trug auch Tikki ein Paar an seinen Händen. Er nickte dem Alb freundlich zu, ehe er sich den Regalen widmete. Seine Finger glitten die Intarsien mit den Jahreszahlen entlang, als ob er etwas suchen würde. Nicht ein einziges Mal blickte er in Richtung des steinernen Reliefs an der Wand, eines mannshohen Musters aus mehreren ineinanderliegenden Ringen. Sie waren mehr als nur Schmuckwerk.
Dieser getarnte Mechanismus war es gewesen, worauf die Träume ihn aufmerksam gemacht hatten. Die alchemistische Analyse einer Probe der Oberfläche hatte Tikkis Verdacht bestätigt: Die Konstruktion war weitaus älter, als sie es nach den Schriften dieser Bibliothek hätte sein dürfen. Gemäß offizieller Geschichtsschreibung konnte es solche Gebäude wie das Bauwerk, in dem er sich gerade befand, zu der Zeit ihrer Errichtung noch gar nicht gegeben haben. Je länger Tikki recherchierte, umso öfter stieß er auf technologische Errungenschaften, die ihrer Zeit viel zu weit voraus waren, als dass man es mit einer bloßen Ungenauigkeit hätte begründen können. Diese Verschleierung von Fakten hatte System, dessen war er sicher.
Die Elstern in seinem Umhang regten sich, sie spürten seine Anspannung, die sich nur noch mit Mühe unterdrücken ließ. Er strich über die Robe, als würde er die Falten glätten und summte leise. Die Vögel beruhigten sich ein wenig, doch eine gewisse Unruhe blieb.
Heute stand der Wanderer, der geglaubt hatte, nie den Horizont erreichen zu können, kurz vor seinem Ziel. Er würde beweisen, dass die Wahrheit eine andere war, als man ihnen weismachen wollte, dass es noch eine Wahrheit hinter der Wahrheit gab! Und nebenbei war der Wunsch nach Vergeltung eine Untugend, die er sich bei aller Askese und Disziplin zugestand. Er war ein Gelehrter, kein Heiliger. Wer Wind säte, würde Sturm ernten und Tikki war jener, durch dessen Arm der Sturm sprechen würde!
Der Mechanismus war nur noch eine Armlänge hinter ihm. Er konnte die Kälte, die von seiner Oberfläche ausging, am Rücken spüren. Der Alb beobachtete ihn, ohne den Kopf zu drehen, während er so tat, als würde er auf die Pergamente auf dem Lesepult starren. Der vermeintliche Wachposten verließ seinen Posten nicht für einen Augenblick. Es wurde Zeit für Schritt eins. Tikki langte mit den Händen bis zu den Ellbogen in das Regal, so dass seine Unterarme aus dem Sichtfeld des Alben verschwanden. Er zog die erste Elster aus dem Ärmel. Mit seiner Zunge klickte er leise, eine rhythmische Folge wie aus einem Lied. Die Elster reagierte sofort. Kreischend stob sie hervor und flatterte zwischen den Regalen entlang. So, wie er es ihr beigebracht hatte, begann die Elster, die Werke aus den Regalen zu zerren und damit herumzufliegen. Überall im Gang verteilte sie die Schriftrollen. Fluchend verließ der Alb das Pult, um die antiken Schrifttücke zu retten. Er wedelte mit den Armen, um den Vogel von den Regalen fernzuhalten und aus dem Keller zu jagen. Vergebens.
Jetzt hieß es, den Moment zu nutzen, ehe er vorbei war. Tikki griff an das Relief und begann, die schweren Ringe zu drehen. Steinmehl rieselte herab, doch die Bewegungen waren so leicht, als wäre das Gestein schwerelos. Die Ringe reagierten auf jede noch so kleine Bewegung. Es dauerte eine Weile, bis Tikki dahintergekommen war, welcher Ring was bewirkte und die Intarsien ein neues Muster ergaben. In diesem Augenblick ertönte ein kaum wahrnehmbares Klacken und unter seiner Berührung öffnete das Muster sich zu einem Tor. Dahinter gähnte ein finsteres Loch.
„Heda!“, brüllte der Alb und riss einer zur Zierde an der Wand stehenden Rüstung den Morgenstern aus der Hand. Das Tor begann sich wieder zu schließen. Tikki griff rasch nach einer Korblampe, riss sie von der Wandhalterung und sprang in die kleiner werdende Öffnung. Hinter ihm rastete der Mechanismus ein. Erneut klackte es. Er hörte, wie der Alb vergebens an den Ringen rüttelte. Tikki rappelte sich auf. Die Elstern krächzten und zappelten. Er ging davon aus, dass die Anordnung der Ringe durch das automatische Schließen wieder durcheinandergebracht worden war. Selbst wenn der Alb die korrekte Justierung kennen sollte, würde es einige Zeit dauern, ehe er das Portal erneut geöffnet hatte.
Tikki hob die Lampe. Die Käfer stießen knisternd gegen ihr geflochtenes Gefängnis. Unter seinem Mantel flatterte es. Obgleich er lange mit den intelligenten Vögeln geübt hatte, konnte sein Summen sie nicht mehr beruhigen. Und auch sein Herz schlug schnell wie die Hufe eines galoppierenden Pferdes. Als er ein paar Schritte gegangen war, erglommen mit einem Mal blaue Lampen und tauchten den Raum in ein kaltes Licht, ganz so, als hätte jemand ein Feuer aus Eis entfacht. Tikki kniff die Augen zusammen und sah direkt hinein, doch er konnte weder Leuchtkäfer noch alchemistisches Feuer als Ursache der Beleuchtung ausmachen. Wie kleine Sonnen leuchteten die Lampen aus eigener Kraft. Das Licht drängte die Schatten in die Ecken zurück und offenbarte die wahre Größe des Raumes. Tikki stockte der Atem. Das hier übertraf alles, was er sich jemals vorgestellt hatte. Fremdartige Apparaturen, von der Größe einer Pinzette bis hin zum Format eines Ochsenkarrens waren in Regalen und Schaukästen ausgestellt. Der gesamte Raum war mit vollkommen glatten weißen Kacheln verkleidet, deren Fugen ebenso blau leuchteten wie die Lampen. Weder das Material noch die Funktionsweise der Geräte erschlossen sich Tikki. Waren dies Fahrzeuge? Werkzeuge? Waffen? Oder etwas, dass sich gänzlich seiner Vorstellungskraft entzog? Eines war sicher: Dieser Ort war kein verstaubter Keller. Das war ein Laboratorium, eine hochtechnologisierte Werkstatt und zwar im besten Pflegezustand!
Von Ehrfurcht erfüllt ging er weiter und erblickte im weiteren Verlauf des Raumes eine Anlage von Glastanks. Reglose Gestalten schwammen in einer Flüssigkeit. Das hier widersprach jeglichem Naturgesetz. Wenn der Leib starb, so lösten Fleisch und Knochen sich sofort in das Element auf, aus dem sie einst erschaffen worden waren. Menschen in Erde, Alben in Feuer, Flumaren in Wasser und Langren in Luft. Weshalb eine Reihe von Leichnamen aus allen vier Völkern ihn hier bestens erhalten anstarrte, entzog sich seiner Kenntnis. Wie war das möglich? Fassungslos betrachtete Tikki die Gesichter. Die Augen blickten starr zurück, nichts regte sich. Nein, hier war kein Leben mehr. Diese Männer und Frauen glichen toten Tieren, Leichname, die blieben. Verwahrt wie Präparate eines Medicus. Es musste die Flüssigkeit sein, die jede Auflösung verhinderte. Doch was war mit den Seelen dieser armen Leute? Waren sie nun auf ewig gefangen in ihrem toten Fleisch? Tikki mochte sich einen solchen Zustand gar nicht vorstellen. Wussten die Herrscher der vier Völker von diesem Ort? Wer sonst hätte die Macht und Befugnis solch einen Ort anzulegen und zu verstecken? Ein solch enorm wichtiger Ort musste ihnen bekannt sein. Was auch immer hier geschehen war – es war nie für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Hastig eilte Tikki weiter. Ihm blieb nicht viel Zeit. Bald würde der Alb den Eingang wieder geöffnet haben, vermutlich mit Verstärkung im Schlepptau. Er ließ die Tanks hinter sich und erreichte einen Arbeitsbereich. Er öffnete jede Schublade, bis er fand, was er suchte: Aufzeichnungen. Beweise, dass er Recht gehabt hatte mit seiner sogenannten Blasphemie! Beweise dafür, dass es noch mehr Wissen in der Welt gab!
Hinter ihm krachte und polterte es, jemand bellte einen Befehl. Jetzt musste es schnell gehen. Zeit für Schritt zwei! Obwohl er wusste, was ihn nun erwartete, spürte Tikki nichts als Triumph und eine tiefe, innere Befriedigung. Es spielte keine Rolle, was sie mit seinem Körper anstellten. Er brauchte ihn nicht, um das Wissen in die Welt hinauszutragen. Mit einem abfälligen Grinsen auf den Lefzen drehte er sich zu seinen Verfolgern um. Ein Trupp von zehn bis an die Zähne bewaffneten Alben kam auf ihn zu, Krieger, die aus versteckten Kammern geholt worden sein mochten. Er breitete die Arme aus, um das Schicksal zu empfangen, wobei er eine Melodie pfiff. Auf dieses Signal hin stießen die Elstern kreischend aus seinen Ärmeln und unter seiner Robe hervor, schwarz-weißes Flattern umhüllte ihn einen Herzschlag lang. Dann stoben sie in alle Richtungen davon, bis sie erspähten, worauf er sie dressiert hatte. Sie stürzten sich auf die Notizen und packten, was sie kriegen konnten, um damit davonzufliegen. Die Wächter schlugen mit ihren Waffen nach den Tieren, einige wurden getroffen und fielen trudelnd zu Boden, doch die übrigen entkamen mitsamt der Seiten, die sie herausgerissen hatten, durch einen Abluftschacht in der Ecke des Raumes. Einige flogen mit ganzen Notizbüchern davon, die mit unleserlichen Runen beschrieben waren.
„Haltet die Vögel auf!“, schrie einer der Wächter. Ein anderer schlug mit der stumpfen Seite seiner Waffe auf den Gelehrten ein, bis er am Boden lag und hörte selbst dann noch nicht auf. Trotz der Schmerzen lachte Tikki.
„Ihr könnt sie nicht alle aufhalten! Ganz Negaia wird erfahren, dass ich Recht hatte! Hinter der Wahrheit, die ihr uns predigt, existiert eine zweite Wahrheit! Eine, die ihr fürchtet! Ihr habt uns all die Leben lang belogen. Doch ich werde das Wissen ans Licht heben! Ich werde die Schriften entschlüsseln und die Apparaturen, die ihr hier versteckt! Wenn ihr mich tötet, werde ich zurückkehren, egal, wie oft ihr mich erschlagen mögt. Der Orcus kann mich nicht aufhalten. Ihr könnt es nicht, niemand kann das! Alles, was ihr hier verbergt, wird offenbart werden!“
„Ein Wahnsinniger bist du“, schnaubte der Alb, den Tikki als Oberst Kromtak der Albenarmee erkannte, und zerrte ihn auf die Füße. „Das Einzige, was Negaia erfahren wird, ist die Tatsache, dass du geisteskrank bist und halluzinierst. Und wie ein Geisteskranker sollst du behandelt werden. Dein Körper und deine Seele mögen in Atawakron vermodern, dafür werde ich mich beim Kaiser persönlich einsetzen. Bis ans Ende aller Tage, wenn die Welt zurück ins Chaos stürzt und kein Tod wird dich retten! Bringt ihn fort! Die gesamte Bibliothekswache begibt sich umgehend auf die Suche nach den entwendeten Dokumenten. Verliert keine Zeit. Ich wende mich mit meinen Gebeten an die Götter die hoffentlich Schlimmeres verhindern können.“
Als man Tikki aus der Bibliothek schleifte, um ihn seinem Schicksal zu übergeben, hörte er in der Ferne das Kreischen seiner Elstern.

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"Die Menschen bauen zu viele Brücken und zu wenige Mauern."
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