Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

Taverne Zum Schluckspecht
Die Taverne ist politisch neutrales Territorium und jeder ist hier willkommen, unabhĂ€ngig von Fraktion oder Abstammung. Der Schluckspecht ist daher ein belieter Treffpunkt fĂŒr Abenteurer aus aller Herren LĂ€nder, um in rustikaler AtmosphĂ€re einen heben zu gehen, Mitrstreiter zu finden oder von hier aus die gemeinsame Reise zu planen.
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Comte Massimo de la Cantillion
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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#241

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mi 19. Jul 2017, 18:16

Massimo
 
störte sich nicht daran, dass sich Nal an ihn festhielt.
 
„Das die Kamele den Trollen gehören, kann gut möglich sein. Jedenfalls stinken die Tiere genauso wie ihre Herren. Grauenvoll. Geruch sagt natĂŒrlich nichts ĂŒber eine Person aus, aber trotzdem macht es ihr Gestank einen unertrĂ€glich in ihre NĂ€he zu sein. Ich frage mich ob sie ĂŒberhaupt keine Kultur haben und das Baden nicht kennen.
Mir ist klar, dass in der WĂŒste Wasser selten und wertvoll ist, aber es muss doch eine andere Möglichkeit geben sich sauber zu halten. Aber vermutlich stinken dort alle so, dass es keinen mehr auffĂ€llt. Ich bin der Meinung, dass Unsauberkeit vor Krankheit kommt.  Wer gesund bleiben möchte, der muss auf seine Reinlichkeit achten. Das ist sehr wichtig und hat nichts mit Eitelkeit zu tun. Soweit ich weiss, sind auch Alben sehr reinlich eingestellt. Aber diese Trolle waren wirklich eine PrĂŒfung fĂŒr jede Nase.“
 
Massimo musste allein bei den Gedanken daran schon lachen.

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Nalcarya Rumaril
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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#242

Beitrag von Nalcarya Rumaril » Do 20. Jul 2017, 12:00

Nal nickte zustimmend, bis ihr einfiel, dass Massimo diese Antwort ja nicht sehen konnte.

"Du hast Recht, Sauberkeit und Ordnung gehen mit Gesundheit und Wohlbefinden einher. Daran gibt es nicht den geringsten Zweifel. Nun ob die Trolle daheim ausreichend Wasser fĂŒr ein Bad haben, mag zu bezweifeln sein, aber hier sind sie nicht in ihrer Heimat.

Überall gibt es hier FlĂŒsse, Seen und sogar BadehĂ€user. Anstatt ihre Taler rein fĂŒr Schnaps und Völlerei auszugeben, hĂ€tten die Trolle gut daran getan, etwas von ihren Talern in ein Badehaus zu tragen und sich entsprechend zu reinigen.

Aber Massimo, es sind Geschöpfe des Chaos, wie Orks und Rakshaner. So etwas wie Ordnung und Sauberkeit ist ihnen fremd",
sagte Nal freundlich.

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Comte Massimo de la Cantillion
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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#243

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mo 24. Jul 2017, 09:24

Massimo

zuckte die Schultern.

"Geschöpfe des Chaos mögen sie sein Nal, aber aus dem Grund mĂŒssen wir sie retten. Jedenfalls die, die man noch retten kann. Wir lĂ€utern sie und ihre Seelen, damit sie anderen nicht schaden. So war es bei dem Shezem. Niemand sagt, dass LĂ€uterung angenehm oder schmerzfrei ist. Er hat anderen Schmerzen und Leid zugefĂŒgt, so ist das nur recht und billig, dass er Schmerzen bei seiner LĂ€uterung erfĂ€hrt.
Er hat sich seinen Weg selber ausgesucht. Niemand hat ihn dazu gezwungen. Und die Ausrede von manchen, dass die UmstĂ€nde sie gezwungen haben, ist nichts als eine LĂŒge. Ein Betrug an sich selber um die eigenen Schandtaten zu rechtfertigen. Um nicht zu verhungern hat der Dieb gestohlen. Das klingt erstmal glaubwĂŒrdig. Aber das ist eine LĂŒge. Es gibt ArmenhĂ€user und Armenspeisung. Dort hĂ€tte er hingehen können. Niemand muss kriminell werden Nal. Und er hĂ€tte sich als Tagelöhner anbieten können. Wenn er nur fĂŒr seine Nahrung arbeitet, hat er sie ehrlich erworben. Aber das wollen diese Leute nicht. Da machen sie lieber lange Finger und stehlen von den Leuten, die vielleicht selber nichts haben.
Warum sollte ich so einen Unhold schmerzfrei lĂ€utern? Er hat vielleicht mit seinen Diebstahl viel Ärger verursacht. Oder Einbrecher, sie stehlen den Menschen vielleicht nur wenig Habe. Aber was sie wirklich gestohlen haben, die das ZuhausegefĂŒhl. Ab den Tag, werden die Bewohner keine Ruhe in ihren HĂ€usern finden.
So war der Shezem. Er bedrohte die Leute dieser Unhold, so dass sie sich nicht sicher fĂŒhlten. Seine LĂ€uterung war nur gerecht und sie erfolgte sofort. LĂ€uterung muss sofort nach der Schandtat erfolgen. Da nĂŒtzt kein Reden, wenn so jemand kein Einsehen zeigt. Und der Shezem zeigte kein Einsehen. Dann muss man zu hĂ€rteren Mitteln greifen um die guten Leute zu schĂŒtzen.
Er hĂ€tte umkehren können. Er wollte nicht. Dann haben wir fĂŒr seine Umkehr gesorgt und die wird er nicht vergessen. Sollte er sie doch vergessen und er lĂ€uft einen meiner BrĂŒder oder mir erneut ĂŒber den Weg, dann wird seine LĂ€uterung nur noch seine Seele retten können. Denn dann muss der Unhold mit dem Schwert gerichtet werden, damit er keinen weiteren Schrecken verbreitet und die guten Leute ohne Angst leben können.
Das ist unsere Aufgabe. Jedenfalls die von meinen BrĂŒdern und mir. Ob es nun Rakshaner oder Orks sind, die haben genauso Seelen und einen Verstand. Entweder hören sie auf diese oder wir sorgen dafĂŒr. Hören sie auf niemand, dann mĂŒssen sie sterben. Anders kann man die guten Leute nicht schĂŒtzen. Zur Erziehung von solchen Unholden gehört auch Strenge. Und auch Durchhaltevermögen Nal, du darfst nicht aufgeben nur weil es Leute vom Chaos sind. Irgendwann haben wir sie alle gelĂ€utert, umgeformt oder gnĂ€dig erschlagen. Vertrau mir."

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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#244

Beitrag von Nalcarya Rumaril » Di 25. Jul 2017, 18:45

Nal hörte Massimo aufmerksam zu.

"Da könntest Du durchaus Recht haben Massimo, aber manchmal nĂŒtzt eine einfache LĂ€uterung nichts mehr. Manchmal ist der Hass von Generation zu Generation so tief weitergegeben worden, dass vereinzelte Volksmitglieder wie die der Orks zum Beispiel ĂŒberhaupt gar nicht mehr wissen, weshalb sie uns hassen.

Der Hass selbst ist zur Tradition von ihnen geworden. Von der gesamten Chaosfraktion. Ihnen geht es nicht um Befreiung, ihnen geht es um vollstĂ€ndige Vernichtung aller anders Denkenden. Verschonst Du so eine Person, wird sie Dir in den RĂŒcken fallen.

Schau doch an wie sie leben, leben so vernunftbegabte Alben oder Menschen? All jene die sich dem Chaos verschrieben haben Massimo, sind der Logik und Vernunft nicht mehr zugÀnglich. Sie haben beidem wortwörtlich entsagt. Sie haben es sogar zu ihrer Religion erhoben.

Vielleicht kann man diesen Shezem retten, er gehört den kalten Fluten an. Frostalben sind ebenfalls gefĂ€hrliche und tödliche Gegner, aber es sind dennoch vernunftbegabte Wesen. Nur wollen sie nicht vernĂŒnftig handeln. Sie wĂ€hlen freiwillig die Konfrontation anstatt eine Verhandlung.

Das Choas hingegen wÀhlt nichts, es existiert um seiner selbst Willen. Aus diesem Grunde darf man ihnen auch keine Wahl lassen. Oder wurde je ein Ork, Rakshaner oder Troll bekehrt? Hat je einer von ihnen freiwillig den Weg des Chaos verlassen? Ich habe noch nie von so einem Vorfall gehört",
erklÀrte Nal freundlich.

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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#245

Beitrag von Komavan » Mi 26. Jul 2017, 20:52

Komavan ließ den Fisch auf den Dielen liegen und folgte Massimo und der Dame hinaus. Er hielt etwas Abstand, da er sich nicht ungefragt in ihr GesprĂ€ch drĂ€ngen wollte. Nebenbei hatte es den Effekt, dass die Lichtalbin seinem Freund nicht gefĂ€hrlich werden konnte, ohne dass der Gargoyle es bemerkte. Massimo nahm sie hinter sich aufs Pferd und Komavan folgte ihnen zu Fuß. So lange sie das Pferd nicht traben oder galoppieren ließen, was bei zwei Reitern unwahrscheinlich war, brauchte er nicht zu fliegen. Die beiden philosophierten ĂŒber die Natur der Völker und er stimmte ihnen in den meisten Punkten gedanklich zu. Nur, dass seine Ansicht etwas radikaler war, wie man mit solchen Leuten zu verfahren hatte. Er glaubte nicht daran, dass man sie lĂ€utern konnte. Einzelne vielleicht, doch nie das Chaos oder die Kalten Fluten selbst. Und darum war es der beste Weg, sie zu vernichten. Er bedauerte, dass er den Shezem nicht hatte zu Tode prĂŒgeln dĂŒrfen. Doch Massimo hatte gesprochen und wer war Komavan, dass er Widerworte einlegen wĂŒrde? Er war Massimos Schatten und wie ein Schatten folgte er ihm, wohin auch immer er mit der Lichtalbin reiten mochte. Schwarz und schweigsam.
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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#246

Beitrag von Kosima » Fr 13. Okt 2017, 20:38

Zu Fuss und in Begleitung eines jungen Burschen war Kosima auf dem Weg zur Taverne, wo sie regelmÀssig Fladenbrote und zwischendurch ein Huhn ablieferte, um dadurch einige Kupferlinge zu verdienen oder einen Tauschhandel abzuschliessen. Sie hatte dank dem Einfluss ihrer Schwester Arbeit bei einem BÀcker in der Stadt gefunden und konnte auf diese Weise etwas zum Unterhalt der Familie beitragen.
Wie die meisten Tamjid war sie von grosser Statur, und mit ihren 1, 72m nur wenig kleiner als ihre Zwillingsschwester Khaoula, was wohl der unterschiedlichen Lebensweise zuzuschreiben war. Sie besass jedoch dieselbe ebenmĂ€ssige, schwarze Hautfarbe und ihre Augen leuchteten in einem hellen Haselnussbraun. Ihr glattes Haar war hochgeknotet und unter einem hellen Kopftuch verborgen, so dass ihre von der regelmĂ€ssigen Entbehrung kantigen ZĂŒge gut zu erkennen waren. Obwohl sie ihren Blick gesenkt hielt, war ihr Gang doch aufrecht.
FĂŒr Fremde war sie auf den ersten Blick kaum von ihrer eineiigen Zwillingsschwester zu erkennen. Trotzdem rĂŒhrten ihre starken und gefurchten HĂ€nde von der tĂ€glichen Arbeit, ihre Pluderhose und das Hemd bestanden aus einfachem Leinen und ihr Auftreten entsprach dem einer gewöhnlichen Tamjid, was man von Khaoula wohl nicht behaupten konnte.

„Wir sind da Salim. Hier musst du jeweils die Fladenbrote abliefern, wenn ich bald nicht mehr da bin. Die Taverne ist ein guter Abnehmer von Meister Tiou. Ich hoffe, du hast dir den Weg gemerkt“, mit diesen Worten klopfte sie an die TĂŒr und betrat dann den Raum.
Dies war jedoch nicht, was sie erwartet hatte. Kosima blieb wie erstarrt stehen und blickte sich verwundert um. Hatte der Wirt den Schankraum umgebaut? Oder hatte sie das falsche Haus erwischt?
Salim schob sich an ihr vorbei und betrachtete ebenso gebannt die GĂ€ste. Er hatte noch nie so viele kuriose Gestalten auf einem Haufen gesehen!
„Du wartest hier, ich werde nach dem Wirt sehen“, fing sich schliesslich Kosima wieder und drĂŒckte Salim den Korb mit den duftenden Fladenbroten in die Arme.
Es herrschte ein chaotisches GewĂŒhl in dem Gasthaus, ganz anders als sie es sich gewohnt war. Es musste wohl tatsĂ€chlich den Besitzer gewechselt haben. Vermutlich ein AuslĂ€nder, der von dem infiniatischen Ordnungssinn wenig hielt.

„Entschuldige, was ist der Name dieser Taverne und wer ist der neue Besitzer?“, fragte sie schliesslich einen harmlos wirkenden Alben, der einen Tee schlĂŒrfte.
„Schluckspecht wird das Haus genannt, schöne Frau“, zwinkerte dieser ihr charmant zu.
„Den Besitzer hat es schon lange nicht mehr gewechselt. Der SĂŒndentempel gehört seit eh und je Noldil, gepriesen sei er. Doch du meinst vielleicht den Wirt? Also das wĂ€re dann der gute alte Zott, wobei niemand so richtig weiss, wie alt er ist. Die Mumie da hinten, siehst du?“, der redselige Albe zeigte auf die genannte Gestalt, die sich suchend im Raum umschaute. Mit ihm schien nicht gut Kirschen essen zu sein und Kosima runzelte skeptisch die Stirn. Ob dieser Kerl ihr das Fladenbrot abkaufte war fraglich.
„Ach, der ist ganz in Ordnung. Heute war wohl nur nicht sein Tag. Die Bediensteten haben aufgemupft. Der SĂŒssfisch hat rumgequiekt wie am Spiess, als er etwas fester angefasst wurde, wĂ€hrend sein Genosse halbtot geprĂŒgelt wurde und jetzt keinen Ton mehr von sich gibt. Der arme Kerl liegt schon seit einiger Zeit da rum und niemand schert sich um ihn. Shezem sind halt nicht allzu beliebt.“
Kosimas Blick huschte durch den Raum und ihre Augen weiteten sich, als sie den „SĂŒssfisch“ bemerkte. War das ĂŒberhaupt ein Mensch? Nein, Shezem hatte der Albe ihn genannt.
Fasziniert betrachtete sie die ungewöhnliche Gestalt.
„Jemand sollte dem anderen helfen“, stellte sie schliesslich fest, als sie den hellen, gekrĂŒmmten Leib in einer Ecke bemerkte.
„Nur zu, aber niemand wird dir die Kosten erstatten“, grinste der Albe.
Kosima lĂ€chelte plötzlich, denn ihr war gerade der perfekte Gedanke gekommen: „Das wird nicht nötig sein. Danke fĂŒr deine Auskunft!“

Kurz darauf kniete die junge Frau neben Shocai und begutachtete den geschundenen Körper eingehend. Er lebte noch, davon hatte sie sich ĂŒberzeugt. Wenn sie ihn in die Seite piekste, gab er ein leises Stöhnen von sich, regte sich jedoch sonst kaum. Kurz ĂŒberschlug sie im Kopf die Chance, ihn wieder heil zu kriegen, dann fasste sie den Entschluss. Die Älteste wĂŒrde nicht ganz so begeistert sein, doch sie wĂŒrde sich dem Pragmatismus beugen, Kosima wĂŒrde sie schon davon zu ĂŒberzeugen wissen.
Sie winkte Salim herbei.
„Lass den Korb stehen und hilf mir mit dem hier. Unser Meister wird uns verzeihen, wenn wir ihm berichten, dass wir das Brot zu Gunsten der Ältesten nicht verkaufen konnten.“
Ohne zu widersprechen packte Salim mit an und ohne von irgendjemandem behelligt zu werden verliessen sie den SĂŒndentempel, um den Shezem wegzubringen.
Kosima kannte alle Gassen von Markaz, so dass sie beinahe unbemerkt zum Hause der Ältesten gelangen konnten, wo die letzten Vorbereitungen fĂŒr die geplante Abreise in vollem Gange waren.

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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#247

Beitrag von Shocai » Sa 14. Okt 2017, 11:15

Shocai blinzelte verwirrt. Als sie die TĂŒr verließen, waren sie nicht mehr in Obenza sondern ... irgendwo im SĂŒden. Er hasste den SĂŒndentempel und seine verwunschene TĂŒr! Vermutlich hatte Zott wieder am Regler gedreht, so dass die TĂŒr diesmal in seine alte Heimat zeigte, um hier irgendwas zu organisieren, was den Profit steigerte. Wenn das stimmte, dann waren sie irgendwo in ... Tamjidistan. Tamjidistan! Shocai stöhnte. Es gab nur wenige Landstriche, die noch trockener und heißer waren. Gab es ĂŒberhaupt welche? Die sengende Sonnenstrahlung, die unbarmherzig auf ihn niederprasselte und seine maltrĂ€tierte Schleimhaut austrocknete, so dass sie binnen Sekunden wie Pergament wurde, ließ ihn daran zweifeln.

"GnÀdige Frau", krÀchzte er. "Ich benötige dringend ein Bad und feuchte umschlÀge, sonst trocknen meine Kiemen aus!"

Hinter sich hörte er ein unangenehmes Zwitschern und Flöten: "Shociiiiii, so warte doch! Shoci, es war nicht so gemeint!"

Der fette kleine Giftstachler, seine persönliche Nemesis, dieser unsĂ€gliche Lahiko, kam ihnen hinterhergeflitzt. Beim Rennen liefen kleine Wellen ĂŒber seinen gestreiften Speck. Er trat Shocai beilĂ€ufig auf den Haischwanz, so dass dieser gequĂ€lt aufstöhnte und hakte sich dann rotzfrech bei der Dame unter.

"Vielen Dank, dass Ihr meinen Freund aus dieser misslichen Lage gerettet habt, hĂŒbsches FrĂ€ulein."

"Ich bin nicht dein Freund", fauchte Shocai, das dazu fĂŒhrte, dass Lahiko ihm in die Wange kniff und sein Gesicht derart schĂŒttelte, dass Shocais Speichel herumflog.

"Na, na, wer wird sich denn im Ton vergreifen."
Geschickt wich er den dreieckigen ZÀhnen aus, als Shocai nach ihm schnappte, wobei er sehr unmÀnnlich "Huuuuch!" kreischte.

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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#248

Beitrag von Zarsal Feenstaub » Di 12. Dez 2017, 11:02

Die TĂŒr zum Schankraum flog krachend auf. Erstaunt starrten die GĂ€ste auf den Neuankömmling, einen riesigen silberfarbenen Greifen, der MĂŒhe hatte, durch den TĂŒrrahmen zu kommen.

"Vielleicht solltest Du mal ĂŒber eine DiĂ€t nachdenken Hincan. So langsam wird es peinlich" erscholl eine Stimme. Der so Angesprochene zischte gereizt und nachdem er sich mĂŒhsam durch die TĂŒr gequetscht hatte, stolzierte er stolz durch den Schankraum auf den Tresen zu, wo er seinen Hals neigte, um einen gutaussehenden Waldfeenmann, den Urheber der Stimme, von sich herab auf den Tresen gleiten zu lassen.

Unbeeindruckt von dem Aufsehen, das ihr Erscheinen verursacht hatte, wandte sich dieser an den Wirt, einer vertrockneten Mumie: "Guten Tag mein Herr, Zarsal Feenstaub und Hincan Sturmfalke zu Diensten. Wir hĂ€tten gerne ein Mahl und ein Lager fĂŒr die Nacht. Aber beeilt euch! Mein GefĂ€hrte ist hungrig und je leerer sein Magen, desto schlechter seine Laune."

WĂ€hrend der Wirt in der KĂŒche verschwand, machte Zarsal es sich auf den Tresen bequem. Seine Hand streichelte sanft den Hals des Greifen. Nachdenklich musterte er die illustrere Gesellschaft im Schankraum. "Was meinst Du Hincan, ob wir hier ein paar ReisegefĂ€hrten finden?" flĂŒsterte er dem Greifen zu. Doch Hincan schnaubte nur abfĂ€llig.

Zarsals Ziel war die neue Intermagische Akademie im Meer, wo er sein Wissen erweitern wollte. Er hatte es nicht eilig dorthin zu kommen, vorher wollte er noch eine große Bildungsreise durch ganz Asamura unternehmen, an deren Ende die Akademie stand. Ein gewagtes Unterfangen, fĂŒr ein Lebewesen wie ihn. Nicht dass Hincan und er unbedingt auf ReisegefĂ€hrten angewiesen wĂ€ren, aber Zarsal war nun mal von geselligem Charakter, allen Lebewesen, besonders den weiblichen zugetan und fand das Reisen in Gruppen allemal unterhaltsamer. Unter der Haut des Feenmannes schlug ein mutiges, abenteuerlustiges Forscherherz.

Aber wer wĂŒrde schon eine flugunfĂ€hige Fee und einen ĂŒbergewichtigen Greifen als ReisegefĂ€hrten akzeptieren? Zarsal verstand durchaus Hincans Zweifel, aber da er ein unverbesserlicher Optimist war, beschloss er die Dinge auf sich zukommen zu lassen und wĂ€hrend er darauf wartete, dass der Wirt in der KĂŒche endlich fertig wurde, stimmte er leise eine kleine Melodie an:

"Wild und schrecklich anzuschauen,
sind die Orks mit ihren Frauen.
Doch in ihrer Seele Glut
steckt ein Herz voll Kampfesmut.

Goblins handeln,
feilschen, tauschen.
Wollen sich am Gold berauschen.
Doch in ihrer Seele schlÀgt
ein recht edles Goblinherz.

Lichtalben voller Macht und Weisheit,
schaffen Ordnung, schaffen Ruh.
Stellen sich dem Chaos immerzu.
Sind sie auch manchmal arrogant,
ohn sie wÀrs einsam hierzuland.

Und durch Asamuras LĂ€nder,
durch die Wiesen, durch die WĂ€lder,
ja sogar durch WĂŒstenfelder,
ziehn die Feen, behĂŒten Wald und Felder,
sind die HĂŒter der Natur.

All die vielen bunten Völker,
nicht jedes wird hier genannt.
Doch ob im Meer sie leben,
ob an Land, sie alle eint
das gleiche einzig Band.
Asamura wird es genannt.

Asamura schönes Erdenland,
dein lauf steht in der Götter Hand.
Mögen sie dir gnÀdig sein,
dass auch weiterhin erklingt das Lied der Feen,
solang die Stern am Himmel stehn.

Dir zur Ehre, dir zum Preise,
sing ich diese kleine Weise.
Asamura schönes Erdenland."


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Seweryn
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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#249

Beitrag von Seweryn » Mo 18. Dez 2017, 17:34

Einige Zeit war vergangen, seitdem Seweryn das letzte Mal in der Taverne zu Gast war. Vor ihm hatten bereits mehrere Gestalten das GebĂ€ude betreten, dies hatte er schon von weitem erkennen können. So tat er es ihnen nach und huschte durch die TĂŒr, welche er langsam und leise hinter sich schloss. Zielstrebig bahnte sich der Almane seinen Weg zum Tresen, wo er seinen Reiserucksack polternd von der Schulter fallen ließ. "Großes Bier und nen Kurzen.", gab er kurzerhand seine Bestellung auf und lehnte sich, den Kopf abwechselnd zu den Schultern neigend, an die Bar. Sein Nacken knackte und Seweryn zischte. "Verdammte Verspannungen...".
Erst jetzt bemerkte er wirklich die beiden GĂ€ste neben sich. Zwar hatte er bereits Notiz von ihnen genommen, doch geschah dies eher beilĂ€ufig. Nun musterte er Greif und Waldfeemann, welcher leise etwas vor sich hinsang. Mit einem dumpfen "Plök" stellte man Seweryn seine gewĂŒnschten GetrĂ€nke hin, die er sogleich bezahlte. Der Almane wartete, bis der Waldfeemann geendet hatte, dann prostete er ihm zu. "Schön.", kommentierte er knapp, nickte anerkennend und nahm einen tiefen Schluck aus seinem Humpen. Dann wanderte sein Blick zu dem Greifen. "Guten Abend erst einmal.". Nun zog der etwas von der Reise heruntergekommene Almane den Schnaps in einem Zug weg. "Aaaaaahh...Mach mir direkt noch einen.". Mit der RĂŒckhand schob Seweryn das Pinnchen wieder in Richtung Wirt. "Sagt, singt ihr öfters solche Lieder?", fragte er und fuhr sich mit der Hand durch die Haare, um die nervigen StrĂ€hnen aus dem Gesicht zu entfernen. WĂ€rme breitete sich in Seweryn aus, als er das zweite Pinnchen leerte. Langsam schien auch die Anspannung der letzten Tage und NĂ€chte von dem Almanen abzufallen. Seine Haltung wurde zusehends entspannter. "Übrigens. Seweryn mein Name.", stellte er sich schließlich den beiden GĂ€sten am Tresen vor.

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Zarsal Feenstaub
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Re: Im Schankraum [offenes Endlosspiel]

#250

Beitrag von Zarsal Feenstaub » Di 19. Dez 2017, 10:55

"Übrigens. Seweryn mein Name." "Seweryn, ein klangvoller Name. Man nennt mich Zarsal Feenstaub, aber Zarsal genĂŒgt und dies ist mein GefĂ€hrte Hincan Sturmfalke" erwiderte Zarsal höflich, wĂ€hrend er den Alamanen einer Musterung unterzog. Vor ihm stand ein Mann, der seiner EinschĂ€tzung nach in den mittleren Jahren war, seine schulterlangen Haare, der Dreitagebart und seine grĂŒnen Augen gaben ihn ein verwegenes Äußeres. Seine Nase ließ darauf schließen, dass er schon die ein oder andere Auseinandersetzung hinter sich hatte. Alles im allen wirkte er auf Zarsal durchaus sympathisch.

"Hat euch mein Lied gefallen? Ich hoffe doch, es hat euch nicht gestört? Es ist ein altes Lied meines Volkes und ja ab und an singe ich gern."

Mittlerweile hatte der Wirt endlich dass Essen fĂŒr Zarsal und Hincan gebracht. WĂ€hrend der Greif seines gierig verschlang, fand Zarsal, dass der Wirt ihm zu reichlich aufgetischt hatte. "Lasst uns das Essen teilen, ich lade euch ein. " sprach er Seweryn an, der schon leicht angetrunken wirkte. ErzĂ€hlt mir von euch, was fĂŒhrt euch hierher?

WĂ€hrend die beiden sich in ein angeregtes GesprĂ€ch vertieften, bemerkten sie nicht, wie Hincan, der seinen Braten schon lĂ€ngst verschlungen hatte, einen langen Hals machte und einem Ork, der nicht weit von ihm entfernt am Tresen saß und sich mit einem zweiten unterhielt blitzschnell ein StĂŒck Fleisch vom Teller mopste, es im Nu verschlang und mit eine Miene, wie die reinste Unschuld Zarsals und Seweryns GesprĂ€ch lauschte.

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