Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt. Die ĂŒberlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der SchlĂŒssel zur Herrschaft ĂŒber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. WĂ€hrend die Almanen auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die GeheimbĂŒnde der Schatten sehen in der Magie die mĂ€chtigste Waffe und fĂŒr die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

[Götter-RPG] Rakshors Besuch bei seinem alten Freund Noldil

Taverne Zum Schluckspecht
Die Taverne ist politisch neutrales Territorium und jeder ist hier willkommen, unabhĂ€ngig von Fraktion oder Abstammung. Der Schluckspecht ist daher ein belieter Treffpunkt fĂŒr Abenteurer aus aller Herren LĂ€nder, um in rustikaler AtmosphĂ€re einen heben zu gehen, Mitrstreiter zu finden oder von hier aus die gemeinsame Reise zu planen.
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Noldil
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Re: [Götter-rpg] Rakshors Besuch bei seinem alten Freund Nol

#11

Beitrag von Noldil » So 14. Feb 2016, 17:18

AmĂŒsiert beobachtete Noldil, wie der Meeresriese sanft entschlummerte. Sein Körper hob und senkte sich regelmĂ€ssig unter seinem Atem und liess das Wasser leichte Wellen schlagen. Wenn man das TrĂŒmmerfeld ausser Acht liess, wirkte das Bild friedlich, welches er bot.
Doch ihr war Rakshors Ausdruck nicht entgangen. Er schien nicht ganz so zufrieden zu sein wie sie mit dem Ausgang der Auseinandersetzung.

Trotzdem waren seine Worte sanft und lösten ein vertrautes GefĂŒhl der WĂ€rme in ihr aus.
„Ich? Herrin des Sandsturmes?“, sie lĂ€chelte unwillkĂŒrlich. „DafĂŒr bin ich nicht geschaffen. Mein sind die KĂŒnste und Feste. Ich geniesse die Freuden im Leben, schĂ€tze es, mĂŒssig zu sein. Lieber sehe ich den Goblins zu, wie sie geschĂ€ftig umherwuseln, oder schwelge abends bei den Liedern der Musiker in Erinnerungen und TrĂ€umen. Es wĂŒrde zu viel der kostbaren Zeit in Anspruch nehmen, all Deine stĂŒrmischen Handlungen zu bĂ€ndigen.“

Als sie die BerĂŒhrung seiner Hand spĂŒrte, fĂŒhlte sich Noldil in eine andere Zeit zurĂŒckversetzt
 mehrere Ewigkeiten war es her, seit diese HĂ€nde sie berĂŒhrt hatten. Mal sanft wie eine FrĂŒhlingsbriese, mal mit einer Wildheit, welche bloss das Chaos in sich tragen konnte.
Ihre Augen blieben an seinem Mund hĂ€ngen und sie verspĂŒrte den Drang, ihn lĂ€cheln zu sehen. Wie oft hatten sie zusammen gelacht, wenn sie bei gutem Wein zusammengesessen und sich Geschichten erzĂ€hlt hatten.
Doch nun verzog sich dieser weiche Mund zu einer harten Linie, als er von dem Hass erzĂ€hlte, welcher sein Herz vergiftete. Es bedrĂŒckte Noldil, ihn so zu wissen und gerne hĂ€tte sie ihm Trost gespendet.

„Rakshor, mein Freund. Womöglich hast Du allzu lange dem GlĂŒck des Lebens entsagt. StĂ€rke liegt nicht im Hass. Sie liegt in der Liebe, in der Leidenschaft.“
Sie fĂŒhlte sich ihm nĂ€her denn je, als er seinen Schmerz mit ihr teilte. Er hatte ihr seine SchwĂ€che dargelegt. Gerne hĂ€tte sie ihn umarmt, ihm gezeigt, dass er nicht alleine war oder die dĂŒsteren Worte, welche ĂŒber seine Lippen kamen, mit ihrem Mund erstickt.
Die vielen Schaulustigen und inzwischen auch das Putzpersonal hielten sie jedoch davon ab, denn sie wollte Rakshor nicht als schutzbedĂŒrftig oder schwach dastehen lassen.
Als er jedoch seine Maske bestimmt nach unten zog, war der initme Moment vorĂŒber. Noldil liess sich ihre EnttĂ€uschung und Betroffenheit ĂŒber seine Worte nicht anmerken, doch sie respektierte auch seine Entschlossenheit.

„Wenn Du Deinen Hass ausleben musst, um Dich danach wieder als Dich selbst zu fĂŒhlen, dann tu es. Aber bitte halte Dich bei diesen Angelegenheiten von meinem Tempel fern. Dies ist ein Ort der Lust, der Freuden, des VergnĂŒgens und der KĂŒnste. Schmerz und Tod haben hier Nichts verloren“, ihr Blick war ernst und unnachgiebig.
Als sie jedoch meinte, dass ihre Botschaft bei dem JĂŒngling angekommen sein mĂŒsste, wurde sie wieder weicher und ihre blauen Augen funkelten freudig.
„Ansonsten bin ich natĂŒrlich immer glĂŒcklich darĂŒber, Dich hier bei mir begrĂŒssen zu dĂŒrfen. Ob nun zu einem Kartenspiel unter Freunden, oder einem entspannenden Besuch in der Therme... Hast Du vor noch etwas zu verweilen, oder hast Du keine Zeit fĂŒr Deine alte Freundin und willst bald wieder Deiner Wege ziehen, jetzt, wo Du meinen Tempel so in Mitleidenschaft gezogen hast?"
Noldil blickte ihn erwartungsvoll an. Und ein Funke der Neugier sprach aus ihrer Stimme:
"Wie ich hörte, bist Du inzwischen ein vielbeschĂ€ftiger Mann.“

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Rakshor
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Re: [Götter-rpg] Rakshors Besuch bei seinem alten Freund Nol

#12

Beitrag von Rakshor » Sa 5. MĂ€r 2016, 15:06

"Viel beschĂ€ftigt bin ich, fĂŒrwahr. Es gibt so viel nachzuholen. Vieles blieb unerledigt in der Zeit meiner ... Abwesenheit und manches, was ich einst erschaffen hatte, musste wieder vergehen. Ein letzter Rakshamane ist mir geblieben, von einstmals zehn. Es wird Jahre dauern, ehe ich wĂŒrdigen Ersatz gefunden habe. Und der eine, der mir vorschwebt, will diese Ehre nicht." Er verneigte sich ein wenig. "Noldil, ich bitte um Verzeihung fĂŒr meinen Fehltritt. Ich war nicht Herr meiner Selbst. NatĂŒrlich werde ich fĂŒr die entstandenen SchĂ€den an deinem Tempel aufkommen. Wenngleich du zugeben musst, dass der kleine Teich hier mitten auf dem Weg doch auch seinen Reiz hat."

Er betrachtete ihr freundliches, rundes Gesicht. Und fĂŒr einen Augenblick wĂŒnschte er sich, dass sie beide Sterbliche wĂ€ren, die sich an einem schönen Ort, vielleicht einer Oase in der Tamjara, niederlassen könnten um gemeinsam alt zu werden und in Frieden zu sterben. Es war ihnen nicht vergönnt, keinem von ihnen, denn sie waren die ZahnrĂ€der, welche die Welt in Gang hielten. Kein Gott konnte etwas tun oder lassen, ohne dass das GefĂŒge sich verschob, jedes Wort, jeder Fingerzeig war spĂŒrbar bis in die Grundfesten des Alls. Aber fĂŒr eine Nacht lang seine entsetzliche Macht zu vergessen, seinem Hass zu entrinnen und so zu tun, als sei er noch immer ein gewöhnlicher Mann, das konnte ihm niemand verwehren, nicht einmal der UnergrĂŒndliche.

Nun lĂ€chelte er doch und bot Noldil seinen Arm. "Lass uns den Krieg, den ich ĂŒber euch bringen werde, fĂŒr ein paar Stunden vergessen. Ich werde dir zeigen, wie schön das Chaos sein kann."

Als Noldil sich bei ihm eingehakt hatte, ließ er die FlĂŒgel eines Geiers aus seinem RĂŒcken sprießen. Die braunen Federn entfalteten sich raschelnd und erneut erhob sich der Wind, der von Osten kam und den Sand mit sich brachte. Er griff unter seiner Schwingen, fuhr unter Noldils Kleid und zerzauste ihre Haare. Die FĂŒĂŸe der beiden Götter lösten sich vom Boden und sie ließen den Tempel unter sich zurĂŒck. Immer kleiner wurde das Dach mit den hundert TĂŒrmchen und bald waren die verspielte Architektur und die Zerstörung, die Rakshors Zorn gesĂ€t hatte, in der Ferne verschwunden. Unangetastet und grĂŒn lag Naridien zu ihren FĂŒĂŸen. Der Sand trug sie mit sich ĂŒber das fruchtbare Land. Die WĂ€lder und Weiden glitten unter ihnen hinweg, FlĂŒsse glitzerten wie blaue BĂ€nder und die Seen sahen aus wie Spiegel, in denen man die Wolken sah. Sie passierten ein Gebirge, in dessen Gipfel sich weiße Wolken verfangen hatten. Rakshor hielt Noldil sicher in seinen Armen, wĂ€hrend er sie ĂŒber Asamura trug. Sie begleiteten einen Schwarm KrĂ€hen, die heiser schreiend um sie herum schwirrten, auf ihrem Weg nach SĂŒdosten. Und noch bevor die Sonne am Horizont in ihrem Blute versank, erstreckten sich unter ihnen die sandigen Wellen der Tamjara. Innerhalb eines Tages hatten sie den halben Kontinent ĂŒberquert.

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