Izar aus den Hexenlanden

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Izar aus den Hexenlanden

#1

Beitragvon Arafis » So 9. Aug 2015, 00:18

heyhey :)

habe heute... nein jetzt ists bereits gestern, v├Âllig "vergiftet" einen ersten Text zu meiner Centaurin Izar verfasst.
vielleicht mag sich der ein oder die andere noch an den Char erinnern... ich hatte mit Leto einmal ein RPG angefangen (ein neuer Morgen) und sie durfte dort mitspielen.

nun haben wir zwei unser Schreiben weiterverfolgt, mit einer anderen Geschichte.
Izar ist darin noch j├╝nger und hegt eine Abneigung/Furcht gegen die Rabenhexerei, Geisterwesen und ihr drittes Auge.

in diesem, meinem ersten Text wollte ich beschreiben, wie ihr drittes Auge erwachte und wie das Wachsen der Angst ihren Anfang nahm.

wenn jemand Zeit und Lust hat, w├╝rde ich mich ├╝ber eine kurze R├╝ckmeldung freuen ;)
Gr├╝essli
Arafis

Das Erwachen des dritten Auges
Staub und Dreckklumpen wirbelten unter ihren Hufen auf, als Izar ├╝ber die Steppe galoppierte. Die Landschaft um sie herum verwischte vor ihren Augen, verwandelte sich in einen braungelben Farbfleck unterhalb und einen sattblauen oberhalb.
Ihre wilden, gelockten Haare und ihr Schweif wallten wie rabenschwarze Schleier hinter ihr her. In den letzten Strahlen der Abendsonne gl├╝hte ihr Fell auf wie eine rotgoldene Flamme und die Haut ihres Oberk├Ârpers schimmerte bronzefarben.
Doch nicht nur ihr ├äusseres schien zu brennen, auch in ihrem Innern versp├╝rte die Centaurin eine ungewohnte Hitze. Sie war ihr nicht unangenehm, im Gegenteil, sie f├╝hlte sich dadurch angetrieben, gest├Ąrkt. Sie w├╝hlte ihren K├Ârper auf, brachte ihr Blut in Wallung.
Mit all ihren Sinnen wollte sie die Freiheit in sich aufnehmen, welche sie umgab.
Sie atmete tief ein, nahm den abendlichen Geruch wahr, welcher ihr Geschichten ├╝ber den vergangenen Tag zu erz├Ąhlen schien. Sie konnte die Herde Bisons riechen, welche vor einigen Stunden hier vorbeigezogen waren. Sie schmeckte die Feuchtigkeit der Luft auf der Zunge, als w├╝rde sie direkt am Flusslauf stehen, der sich doch noch in einiger Entfernung befinden musste.
Ger├Ąusche b├╝ndelten sich in ihren Ohren, so konnte sie das Kreischen eines Raubvogels ausmachen und in der Ferne vernahm sie das autorit├Ątsheischende Br├╝llen eines H├Âhlenl├Âwen.
Izar breitete ihre Arme aus, w├Ąhrend sie weiterpreschte, sie hatte das Gef├╝hl, die ganze Welt umarmen zu k├Ânnen.
Die junge Centaurin schloss die Augen und einen wundersch├Ânen Moment lang hatte sie den Eindruck abzuheben und wie ein Rabenvogel auf Fl├╝geln durch den Himmel getragen zu werden.

Doch dann - heftiger, allumfassender Schmerz.
Izar schrie gepeinigt auf. Es war, als w├╝rde das Urfeuer selbst in ihr w├╝ten. Was sie zuvor noch als eine berauschende Energie empfunden hatte, wollte sie nun innerlich verzehren.
Die Centaurin strauchelte und ihre Augen weiteten sich, als die ganze Qual sich j├Ąh in einem einzigen Punkt ihres K├Ârpers b├╝ndelte. Ihr Kopf schien zu bersten und ihr Blick tr├╝bte sich. ÔÇ×Ich brenneÔÇť, kam ihr ein einziger klarer Gedanke.
Ihre Instinkte ├╝bernahmen die F├╝hrung, liessen keinen vern├╝nftigen Schluss mehr zu. Die Beine gehorchten ihr nicht mehr, trugen sie immer weiter auf ihrer Flucht. Doch es gab kein Entrinnen, denn wie sollte sie auch vor ihrer eigenen Bestimmung davonlaufen.
├ťber ihr kr├Ąchzte ein Rabe, verfolgte aus glasklarem Blick ihren gestreckten Galopp, doch sie liess ihn hinter sich zur├╝ck, wie sie auch alles andere hinter sich zu lassen schien.

Sie bemerkte nicht, wie sie pl├Âtzlich weicheren Boden unter ihren Hufen hatte, wie die Luft an Feuchtigkeit zunahm und k├╝hler wurde. Untr├╝glich hatte sie ihr ├ťberlebenstrieb an den einzigen Fluss in ihrer N├Ąhe gebracht, welcher seine Quelle in den Mondbergen hatte und vom k├╝hlen Schmelzwasser gespeist wurde. Wie eine Verdurstende k├Ąmpfte sie sich zu dem Wasser vor. Ihr Blick klarte sich auf, doch weder sah sie die Tiere, welche beim Trinken innegehalten hatten, um die st├╝rmische Besucherin misstrauisch zu be├Ąugen, noch bemerkte sie das unscheinbare Wesen, welches auf den Stromschnellen dahinzutreiben und herumzuwirbeln schien.
Immer noch tobten die Flammen durch ihren K├Ârper.
ÔÇ×WasserÔÇť, keuchte sie und ihre Worte klangen wie ein Kr├Ąchzen, als ob sie schon tagelang keinen Tropfen Fl├╝ssigkeit mehr zu sich genommen h├Ątte.
Endlich durchbrachen ihre Hufe das k├╝hle Nass. V├Âllig entkr├Ąftet zwang sie sich weiter. Ihre Beine wurden sachte umsp├╝lt und ab der sanften Ber├╝hrung seufzte sie erleichtert auf.
Doch noch immer schmerzte ihr ganzer Leib und ihr Kopf schien von tausend Bienen attackiert zu werden. Immer weiter wagte sich die Centaurin vor, bis zuerst ihr Bauch, ihre Flanken und schliesslich ihr ganzer Pferder├╝cken Linderung erfahren konnten. Ihre Handfl├Ąchen lagen auf der Wasseroberfl├Ąche und sie sp├╝rte, wie das Leben unter ihren Fingern pulsierte.
Ein schwarzer Schatten flog ├╝ber ihren Kopf hinweg und stiess ein warnendes Kr├Ąhen aus. Doch Izar hatte die Welt um sich herum vergessen. Sie war wie in einem Albtraum gefangen, aus dem sie sich befreien wollte. So bemerkte sie nicht die unmittelbare Gefahr, in welche sie sich begab.
Ihr K├Ârper befand sich nun bis zum Hals unter Wasser. Wieder st├Âhnte die Centaurin voller Schmerz auf, denn die ganze Hitze schien sich nun in ihrem Kopf angesammelt zu haben, dem einzigen Teil ihres Leibes, der sich noch nicht den Liebkosungen des Flusses hingegeben hatte.

Die junge Frau blickte sich um, schien mit fiebernden Augen etwas zu suchen und keuchte entsetzt auf. Nur etwa einen Meter von ihr entfernt starrte sie ein Wesen an, wie sie es noch nie in ihrem kurzen Leben gesehen hatte. Eisklare, blaue Augen beobachteten sie, schienen fast nachdenklich auf sie herabzublicken. Wie Eiszapfen durchbohrte sie der Blick des Geistes und es war ihr, als w├╝rde er bis tief in ihr Innerstes hineinblicken und die Qualen, welche sie litt, erkennen.
Izar versuchte, seine genaue Gestalt auszumachen, doch wie auch das Wasser des Flusses schien er immer in Bewegung zu sein, nie stillzustehen. Mal verschmolz er mit einer Welle, um dann wie kristallene Tropfen auseinanderzusprengen und sich eine Sekunde sp├Ąter wieder zusammenzuf├╝gen.
Die Centaurin zuckte zusammen, als eine neue Flut von Schmerz sie ├╝berrollte. Trotz der Blitze, welche durch ihren Kopf zuckten und ihren Blick mit einem Schleier ├╝berzogen, bemerkte sie, wie der Flussgeist pl├Âtzlich die Hand nach ihr ausstreckte.
Das M├Ądchen wollte ausweichen, doch im selben Moment erfasste sie ein Strudel. Ihre Beine konnten sich nicht weiter gegen die Kraft des Wassers stemmen, und sie sp├╝rte, wie der Fluss sie mit rauer Gewalt erfasste. Das letzte was sie sah, waren die Augen des Geisterwesens, welches ihr aufmunternd zuzunicken schien. Dann wurde sie umgerissen, das kalte Wasser schwemmte ├╝ber ihren Kopf hinweg.
Im selben Moment, wie sich der brennende Schmerz in ihrem Innern aufl├Âste, erwachte ihr Bewusstsein aus seiner Ohnmacht. Mit aller Kraft, welche ihrem K├Ârper noch geblieben war, k├Ąmpfte sie gegen die Wassermassen, welche sie mit sich ziehen wollten. Die entkr├Ąftete Centaurin schaffte es, sich vom Boden abzustossen, durch die Oberfl├Ąche zu brechen und verzweifelt nach Luft zu schnappen, bevor sie die Stromschnellen wieder mitrissen. Immer wieder schienen ihr die Sinne zu schwinden. Doch jedes Mal meinte sie paar klare Augen zu sehen, welche sie zum weiterk├Ąmpfen motivierten.

Izar wusste nicht, wie weit der Fluss sie mit sich getragen hatte oder wie viel Zeit vergangen war, bis sie wieder festen Boden unter ihren Hufen versp├╝rte. Sie hatte sich mehr tot als lebendig ans Ufer gek├Ąmpft, war immer wieder gestrauchelt und schliesslich kraftlos zusammengebrochen.
Die Nacht hatte ihren dunklen Umhang ausgebreitet, und nur der Mond und die Sterne erhellten die Steppe und den zerbrechlichen K├Ârper der Centaurin, welcher von Schrammen ├╝bers├Ąt war.
Ihr Atem ging flach und ihr nasser K├Ârper zitterte an der frischen Luft, doch trotzdem verfiel sie in einen unruhigen, traumlosen Schlaf.

Erst als die Sonne bereits hoch am Himmelszelt stand, erwachte Izar aus ihrer erholsamen Ruhe. Sie f├╝hlte sich schwach, doch ausgeruht. Ihr Fell war an der aufgew├Ąrmten Luft vollends getrocknet und der Steppenwind streichelte beruhigend ├╝ber ihre bebenden Flanken.
Vorsichtig st├╝tzte sie die H├Ąnde ab, grub ihre wunden Finger in die Erde und genoss es, die tr├Âstliche Ruhe und Kraft des Bodens in sich aufzunehmen.
Als ihr Blick zum Wasser glitt, zuckte sie unter der Last der Erinnerungen zusammen. Aufmerksam suchte sie den Fluss ab, doch fand sie das Geisterwesen nicht. Sie zweifelte bereits an ihrem Verstand und ihrer Wahrnehmung, die durch die unvorstellbaren Schmerzen getr├╝bt gewesen waren.
TrotzdemÔÇŽ die klaren Augen konnte sie immer noch deutlich vor sich sehen.
Sie sch├╝ttelte den Gedanken ab und k├Ąmpfte sich vorsichtig auf die noch wackeligen Beine. In ihrem Kopf schien sich alles zu drehen und sie brauchte einen Moment, um sich zu fangen.

Izar fühlte sich anders. Ängstlich und doch neugierig lauschte sie in sich hinein. Der Schmerz hatte eine seltsame Leere in ihr hinterlassen und sie hatte das unbewusste Gefühl, diese wieder auffüllen zu müssen.
Pl├Âtzlich dr├Ąngten sich die Bed├╝rfnisse ihres geschundenen K├Ârpers in ihr auf, und sie bemerkte das Kratzen in ihrer durstigen Kehle. Sie stolperte mehr zum Wasser, als dass sie schritt, und liess sich auf die Knie niedersinken. Der Fluss wirkte tr├╝gerisch ruhig und offenbarte nicht seine reissende Kraft, welche er ihr imposant demonstriert hatte.
Izar tauchte ihre Handfl├Ąchen ins k├╝hle Nass. Es floss ├╝ber ihre Finger und sie f├╝hlte sich sofort viel lebendiger. Sie hob das Wasser an ihr Gesicht, wollte gerade die Lippen ansetzenÔÇŽ und mit einem Schrei, in welchem das ganze Entsetzen, die ganze Furcht der letzten Stunden zu h├Âren waren, prallte sie wie von einer Wand zur├╝ck.
Ihr Atem ging stossweise und sie zitterte am ganzen Leib. Nahm denn dieser Albtraum niemals ein Ende.
Alles in ihr wollte sie dazu zwingen aufzuspringen und wegzurennen, weit hinfort und bloss nicht zur├╝ckzublicken.
Doch die junge Centaurin musste sich Gewissheit verschaffen.
Langsam beugte sie sich nach vorne, dem Wasser entgegen, das sanft gegen ihre Knie schwappte. Wieder dachte sie an die Liebkosungen des Flusses und an die klaren, blauen Augen.
Sie str├Ąubte sich dagegen und trotzdem wandte sie nun ihren Blick der Wahrheit zu, welche sich unausweichlich in dem Wasser spiegelte.
Zwei dunkle Augen begegneten ihrem Blick. Angstvoll waren die Pupillen vergr├Âssert und wirkten fast so schwarz wie das Gefieder der Rabenv├Âgel.
Doch nicht ihr Anblick war es, der Izar vor Furcht erstarren liess. Es war das dritte Auge auf ihrer Stirn, welches mit offenem, ehrlichem Blick direkt mitten in ihre Seele zu zielen schien. Die goldbraune Farbe leuchtete lebendig und doch schien dahinter eine Weisheit verborgen zu sein, welche ein Lebewesen nicht einmal in hunderten von Jahren ansammeln k├Ânnte.
Mit einem erstickten Schrei fiel Izar in sich zusammen und empfing die erl├Âsende Dunkelheit mit Erleichterung.
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Re: Izar aus den Hexenlanden

#2

Beitragvon Novec Sarili Gojim » So 9. Aug 2015, 08:57

Sch├Âner Text mit sehr bildlicher Beschreibung am Anfang - guter Einstieg! :)

Finde vor allem die Idee mit dem Wassergeist sch├Ân, der im Fluss wohnt. :tiptop:
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Re: Izar aus den Hexenlanden

#3

Beitragvon Arafis » So 9. Aug 2015, 09:45

Dankesch├Ân.

jaa, der Geist... da bin ich noch nicht ganz zufrieden. m├Âchte ihn noch etwas genauer beschreiben, er ist noch bisschen schwammig :)
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Re: Izar aus den Hexenlanden

#4

Beitragvon Baxeda » So 9. Aug 2015, 09:57

Insgesamt sehr sch├Ân geschrieben! Auch ich teile die Begeisterung f├╝r den Wassergeist.

Wenn du erlaubst, gebe ich dir mal einen kleinen Stupser zum Aufbau einer Kurzgeschichte^^
Wenn nicht, klick jetzt einfach auf den Zur├╝ck-Button deines Browsers.

Den Anfang h├Ątte ich wie folgt geschrieben. Ich nehme EXAKT deine S├Ątze, ├Ąndere nur die Reihenfolge und jetzt schau mal, wie anders die Wirkung ist:

ÔÇ×Ich brenne.ÔÇť
Izar schrie gepeinigt auf. Es war, als w├╝rde das Urfeuer selbst in ihr w├╝ten. Staub und Dreckklumpen wirbelten unter ihren Hufen auf, als Izar ├╝ber die Steppe galoppierte. Ihre wilden, gelockten Haare und ihr Schweif wallten wie rabenschwarze Schleier hinter ihr her. In den letzten Strahlen der Abendsonne gl├╝hte ihr Fell auf wie eine rotgoldene Flamme und die Haut ihres Oberk├Ârpers schimmerte bronzefarben. Doch nicht nur ihr ├äusseres schien zu brennen. Die Centaurin strauchelte und ihre Augen weiteten sich, als die ganze Qual sich j├Ąh in einem einzigen Punkt ihres K├Ârpers b├╝ndelte.
Ihre Instinkte ├╝bernahmen die F├╝hrung, liessen keinen vern├╝nftigen Schluss mehr zu. Die Beine gehorchten ihr nicht mehr, trugen sie immer weiter auf ihrer Flucht. Doch es gab kein Entrinnen, denn wie sollte sie auch vor ihrer eigenen Bestimmung davonlaufen?


Du hast die gleichen Infos - dass sie gerade ├╝ber die Steppe galoppiert und ihr Aussehen - aber der Einstieg ist nun deutlich dynamischer. "Ich brenne" als erster Satz l├Ądt zumindest mich viel eher zum Weiterlesen ein, als der Satz, der derzeit da steht. Bei einer Kurzgeschichte ist es wichtig, dass man den Leser gleich am Anfang im Genick packt, so dass er weiterlesen MUSS. Das braucht nicht - wie in meiner Variante - sofort knallharte Action sein, aber irgendein Gedanke oder eine Situation, die so interessant ist, dass der Leser wissen will, was da noch alles kommt.

Eine weniger actionreiche, mehr auf den interesanten Gedanken zielende Variante des Einstiegs w├Ąre :

Es gab kein Entrinnen, denn wie sollte sie auch vor ihrer eigenen Bestimmung davonlaufen? Staub und Dreckklumpen wirbelten unter ihren Hufen auf, als Izar ├╝ber die Steppe galoppierte [...]


Den ganzen idyllischen Teil am Anfang w├╝rde ich einfach knallhart weglassen, den der Leser erf├Ąhrt darin nichts wichtiges und die Handlung wird auch nicht vorangebracht. In einem l├Ąngeren Werk h├Ątte solch eine Szene ihre sinnvolle Berechtigung f├╝r die Atmosph├Ąre und das Gef├╝hl der Zentaurin, in einer Kurzgeschichte dieser L├Ąnge finde ich es nicht passend, da es den wirklich interessanten Teil unn├Âtig hinausz├Âgert.

Ob dir das so auch besser gef├Ąllt, ist nat├╝rlich dahingestellt. Ich habe jetzt einfach mal die derzeit g├Ąngigen Empfehlungen f├╝r literarisches Schreiben als Basis genommen. Nimm dir, was du davon gebrauchen kannst und ignoriere den Rest. :)
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Re: Izar aus den Hexenlanden

#5

Beitragvon Arafis » So 9. Aug 2015, 10:02

Danke Baxi :)

jo, stimmt. mit so einem Einstieg wird man eher zum Weiterlesen verleitet.

Ich hatte den Gedanken, dass es f├╝r sie anfangs halt noch ein tolles Gef├╝hl ist, und sich erst sp├Ąter zu einer Qual entwickelt.
Doch trotzdem w├Ąre es vermutlich sinnvoller, zuerst den Leser zu packen, und die Beschreibung dann einfliessen zu lassen... *gr├╝bel*

herzlichen Dank f├╝r den Tipp !

edit: obwohl ich deinen ersten Vorschlag als Leser bestimmt noch mitreissender finden w├╝rde, denke ich, dass der zweite eher in mein Konzept passt, um es mehr "aufzubauen"... hmmm, aber sind beide gut
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Re: Izar aus den Hexenlanden

#6

Beitragvon Baxeda » So 9. Aug 2015, 10:08

F├╝r ein l├Ąngeres Werk, zB einen Roman, w├Ąre das auch durchaus so angebracht, wie du es dir vorstellst :) Da setzt sich der Leser mit einer ganz anderen Erwartung ran. Er will sich lange Zeit nehmen und in Ruhe versinken. Eine Kurzgeschichte liest er mal schnell zwischendurch, da will er nicht versinken, sondern unterhalten werden. F├╝r Kurzgeschichten gelten darum andere Ma├čst├Ąbe. F├╝r einen Einstieg in einen Roman k├Ânntest du alles getrost so lassen, wie es ist.

Man sagt, beim Roman hat man ein Kapitel Zeit, den Leser zu packen - bei der Kurzgeschichte einen Absatz. Das sind nat├╝rlich Richtwerte, manch einer gibt einem Roman blo├č eine einzige Seite lang eine Chance, einen anderen brauchen blo├č Cover und Klappentext zu ├╝berzeugen, damit das Ding in seiner Einkaufstasche landet. F├╝r alle Regeln gibt es Ausnahmen. :)

Aber vielleicht kannst du mit dem kleinen Hinweis trotzdem was anfangen.
Die Geschichte hat mir aber insgesamt wirklich gut gefallen und ich freue mich, dass du uns mit ihr die Welt aus der Sicht einer von r├Ątselhafter Magie gepeinigten Zentaurin zeigst. Ich konnte fast f├╝hlen, wie sie innerlich verbrennt und dann im lindernden Nass versinkt.
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