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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2017, 12:51 
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Volk: Tiefling
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Die Freien Völker (1) Weltenbastler in Gold (1) Chronist in Gold (1) Rote Laterne (1)
Wie war denn die Aufgabenstellung zu deiner Story? Dann könnte man sagen, wo du noch hättest feilen können, ohne aus dem vorgegebenen Schema auszubrechen. Ich vermute, ich hätte damit auch wenig anfangen können ...

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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2017, 13:44 
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Volk: Almane
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Die Freien Völker (1) Schlüsselloch (1) Quasselstrippe (1)
Folgendes waren die Gegebenheiten und Anforderungen der Kurzgeschichte. Deinen Worten allein kann ich aber entnehmen, dass ich es scheiße geschrieben habe. XD

__________________________________________________________________

Schreiben Sie eine Kurzgeschichte von rund 5 000 Zeichen (einschließlich Leerzeichen).

Das Thema:
Ben und Aya sind ein Liebespaar. Ben hat Aya in sein Haus in Hamburg eingeladen. Er will zusammen mit ihr die Ferien verbringen. Ben kennt Aya aus Japan, wo er zum Schüleraustausch war. Ben hat den Eltern nichts von Aya gesagt, auch nichts davon, dass sie bei ihm wohnen soll. Er überrascht seine Eltern mit ihr, nachdem er sie vom Flughafen abgeholt hat. Aya hat er aber gesagt, seine Eltern wüssten, dass sie kommt. Die Eltern sind dagegen, dass Aya bei ihnen wohnt.
Stellen Sie eine Liste von Argumenten von Ben und seiner Mutter zusammen. Welche Gründe führt Ben an, um die Mutter doch noch davon zu überzeugen, dass Aya für drei Wochen bei ihm im Zimmer wohnen darf? Welche Gründe hat die Mutter, Ben die Erlaubnis zu verweigern? Eine Lösung in Bens Sinn darf es nicht geben. Die Eltern bleiben hart.

Die dramatische Situation:
Ihre Kurzgeschichte soll beschreiben, was Ben und Aya tun, nachdem sie Bens Haus verlassen haben. Ben trägt Ayas Koffer. Aya spricht gutes Deutsch.
In welcher dramatischen Situation befinden sie sich konkret? Wohin gehen sie? Was ist geschehen, bevor die dramatische Situation eingetreten ist? Was geschieht danach? Entwickeln Sie eine Handlung nach dem Spannungsbogen. Aus welcher Perspektive wollen Sie erzählen? Wann erzählt der Erzähler?

Schreiben Sie die Kurzgeschichte. Finden Sie einen Titel für Ihre Kurzgeschichte.

Schicken Sie sowohl Ihre Kurzgeschichte als auch Ihre Vorarbeiten ein.

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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2017, 18:25 
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Volk: Tiefling
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Die Freien Völker (1) Weltenbastler in Gold (1) Chronist in Gold (1) Rote Laterne (1)
Nein, sprachlich ist alles super, da hast du mich falsch verstanden! :-) Ich hätte inhaltlich einen stärkeren Hebel angesetzt, viel mehr Druck auf die beiden ausgeübt, das Ende so gestaltet, dass der Leser weiterlesen muss. Hotel ist vorhersehbar und etwas zu brav für meinen Geschmack. So was bleibt nicht im Gedächtnis. Hier mal ein paar Ideen, nur um dir zu zeigen, in welche Richtung es gehen kann.


Anfang:

    - Aya hat gar kein Visum / kein Geld, da aus armer Familie, ist also darauf angewiesen, bei ihm unterzukommen, da sie sonst auf der Straße landet. Alles Geld ist für den Flug draufgegangen.
    - Es ist eisiger Winter, der Wind faucht, in der Zeitung steht, dass ein Obdachloser erfroren ist.

Ende:

    - Als sie das Haus wieder verlassen, stürmt es.
    - Sie merken, dass sie Ayas Tasche auf dem Flughafen vergessen haben, natürlich ist sie weg.
    - Ben hat gerade sein letztes Taschengeld zusammengekratzt, auch er ist fast pleite.
    - Sie müssen in beißender Kälte in einem Zelt übernachten, kuscheln sich aneinander, um sich gegenseitig zu wärmen.
    - Kein Zeltplatz hat im Winter offen, sie müssen am Stadtrand campen, in der Nähe des Ghettos.
    - Besoffene eiern draußen am Zelt vorbei, obwohl sie versucht haben, es gut zu verstecken. Oh Gott, ist das die Stimme von Bens bösartigem Mitschüler Rowdy xy? Dem bekannten Schulhofschläger?!
    - etc pp

So merkt man, dass es sich um eine echte Bedrohung handelt, momentan ist es eigentlich scheißegal, dass die Eltern sie nicht aufnehmen - gehen sie halt ins Hotel und gut ist. Es steht überhaupt nichts auf dem Spiel. Dadurch verliert die Szene ihren Schlüsselcharakter. Pack den Leser fester! :-) Das ist alles noch viel zu brav. Du kannst es doch anders, das hast du oft genug bewiesen.

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BeitragVerfasst: Di 14. Mär 2017, 18:47 
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Volk: Almane
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Die Freien Völker (1) Schlüsselloch (1) Quasselstrippe (1)
Ich kann es nicht wirlich anders, erst recht nicht mit so einer Vorgabe. Die 5000 Zeichen hätten mir bei weitem dafür nicht ausgereicht, was du mir gerade geschrieben hast. Nicht für meinen Schreibstil. Mit dem was ich geschrieben habe, bin ich schon weit über die 5000 Zeichen drüber und musste vieles herauskürzen und umändern. Das Neue war einfach nur eine gepresste Form von etwas, was sich Geschichte aus meinem Hirn schimpft.

Trotzdem lieben Dank für die Tipps und Ratschläge. Ich werde sie versuchen beim nächsten Mal zu beherzigen. :)

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BeitragVerfasst: So 25. Jun 2017, 20:36 
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Volk: Tiefling
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Die Freien Völker (1) Weltenbastler in Gold (1) Chronist in Gold (1) Rote Laterne (1)
Schön, wieder von dir zu lesen und schön, den Namen des jungen Mannes zu erfahren.

Dein Schreibstil hat sich noch einmal deutlich verbessert, er ist klarer geworden, fokussierter, ohne steif und sachlich zu werden und dadurch seine prosaischen Qualitäten zu verlieren. Stilistisch ist dies meiner Meinung nach deine bisher beste Geschichte. Auch der Aufbau ist gut gewählt, man ist anfangs sofort mitten im Geschehen, erhält alle Infos, die nötig sind, aber mehr auch nicht. Es gibt wenig, was man dir zu diesem Text an Rat geben könnte.

Da du ein Perfektionist bist, genau wie ich und ja auch ein Fernstudium zum Thema Schreiben absolvierst, versuche ich es dennoch. Es ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau. Ich hatte mal jemanden, der Kritik zu seiner Geschichte wünschte, gefragt, auf welchem Niveau er mein Gemecker hören wollte und zur Veranschaulichung eine Ampel genutzt:

    Rot - Professionelles Niveau ("Erbsenzählerei")
    Gelb - Fortgeschrittenes Niveau
    Grün - Allgemeine Hinweise (Orientierungshilfe für Anfänger)

Dir gebe ich fortan nur noch rote Tipps. ;-)

Es sei denn, du erhebst Einspruch, weil dich Erbsenzählerei nervt. Mir persönlich hat aber genau so eine detailierte Aufschlüsselung nach dem roten Schema immer sehr gut geholfen, auch wenn ich manchmal ganz schön schlucken musste. Im Endeffekt hat es mir aber viel gebracht und noch heute freue ich mich, wenn sich einer die Zeit nimmt, meine Texte gnadenlos auf Herz und Nieren zu prüfen. Es ist wirklich Erbsenzählerei, also lass dich von der Länge nicht kirre machen. Vieles sind sicher auch einfach Schusselfehler.

Nimm dir, was du davon gebrauchen kannst und ignoriere den Rest. :-)




:punkt: Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion

Zitat:
Jedes Mal KOMMA wenn er in eines der Zimmer schaute, war es geplündert

Zitat:
Allerdings war eine freie Stelle zu sehen, die offensichtlich sauber gewischt wurde.
... sauber gewischt worden war.

Zitat:
Aprupt hielt er inne
Abrupt

Zitat:
Es war einfach zu viel Zeit vergangen, dass er seine Gasmaske abgesetzt hatte.
... vergangen, seit/bis er seine Gasmaske ...

Zitat:
Mit einem kräftigen Ruck öffnete er die Tür und kam in ein vom Kerzenschein beleuchtetes Zimmer
... von Kerzenschein ...

Zitat:
Wie es ihm gelehrt wurde griff er mit der Linken die Waffenhand des älteren Mannes vor ihm, lenkte die Waffe ab.
Wie es ihm gelehrt worden war ...

Zitat:
Langsam und mit gewissen Abstand folgte Alexandro dem Mann
... gewissem ...

Zitat:
Ein Schuss genau zwischen seine Augen.
... seinen Augen.

Zitat:
Der Weg zu diesen Punkt war lang und schwer, sein Ziel erfüllt.
... war lang und schwer gewesen ...

Zitat:
ein Blick KOMMA wie ihn nur das Ödland hatte formen können


Zitat:
Ich wünschte, es hätte nicht soweit kommen müssen.
... es hätte nicht so LEERZEICHEN weit kommen ...

Zitat:
Damit verschwand er wieder in die Dunkelheit des Gebäudes.
... in der Dunkelheit ...


:punkt: Stilistik

Zitat:
"Denkst du wirklich, du kannst sie beschützen? Vor mir? Wir wissen beide, wie das enden wird. Lass los Junge. Sie ist es nicht wert, sie ist nicht gut für dich!" Unbewusst schüttelte Alexandro mit dem Kopf, wollte diese Worte nicht wahr haben. Doch hatte er Alexandro gewarnt. Warum war er so naiv, hatte nichts unternommen? Es hatte ihr das Leben gekostet.

Letzten Satz weglassen. Er erklärt etwas, was ausreichend genug in den vorherigen Sätzen angedeutet wurde. Dass es tatsächlich geschah, die Bestätigung erhält der Leser später im Dialog. Indem du den letzten Satz weglässt, hältst du den Spannungsbogen zu diesem Teilaspekt noch ein Weilchen länger straff, ohne dass es vage wäre.

Zitat:
"Du bist noch so verdammt jung und grün hinter den Ohren. Du magst da draußen überleben können, doch du hast noch so viel zu lernen. Es gibt Prioritäten, weißt du?" Die Miene des Alten verzog sich kein Stück. "Sie gefährdete sie."
Auch hier: Den letzten Satz wegzulassen klänge eleganter.

Zitat:
Mit einem kräftigen Ruck öffnete er die Tür und kam in ein vom Kerzenschein beleuchtetes Zimmer, in dem er augenblicklich in einen Lauf schaute.
Den Satz in zwei oder drei Sätze trennen, um die plötzliche Wirkung des Ereignisses besser herauszustreichen. Beispiel: Mit einem kräftigen Ruck öffnete er die Tür. Dahinter offenbarte sich ein von Kerzenschein beleuchtetes Zimmer - und eine Gewehrmündung vor seinem Gesicht.

Zitat:
Seine Augen wirkten im Schein der Kerzen müde, umrandet von einem schwarzen Ring, gejagt vom nächsten.
Hier ergibt sich kein klares Bild vor dem inneren Auge, ich würde einfach schreiben: ... umdrandet von schwarzen Ringen.

Zitat:
Junge
Lass den Mann nur ein einziges Mal "Junge" sagen, nämlich das erste Mal. So bleibt der Leser noch im Zweifel, ob es nur eine Anrede bezüglich des Alters ist oder ob es tatsächlich sein Sohn sein könnte. Durch diese Wiederholung hier, ergänzt durch das Wort "mein":
Zitat:
"Ich weiß, mein Junge. Ich weiß. Es tut mir leid. Doch die Welt ist nicht mehr wie früher, wir müssen härter-"
... erhält der Leser bereits Gewissheit und du nimmst dem Ende ein Stück von der Intensität seines Hammerschlages, als Alexandro sein Opfer als "Vater" anspricht.

So weit meine Erbsenzählerei! :-)

Sie hat mir sehr gut gefallen, die heutige Geschichte von Alexandro. Du steigerst dich in rasantem Tempo. Weiter so!

MfG
Bax

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BeitragVerfasst: So 25. Jun 2017, 21:01 
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Ich danke dir für das Feedback Baxi.

Der text ist nach deinen Vorschlägen angepasst und sollte nun so stimmen.

Übrigens hat der Text nichts mit den Geschichten von davor zu tun. Ist eine andere Person, in einem anderen Setting.

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BeitragVerfasst: Sa 5. Aug 2017, 10:20 
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Volk: Tiefling
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Starke Worte. Das Ende ist ein schöner und unsagbar trauriger Plottwist.

Applaus für den einsamen jungen Mann für seine Erzählung! :-) Möge er eines Tages den Weg aus seiner Dystopie heraus finden. Der Weg ist da. Er ist nur verschüttet unter den grauen Trümmern.

:troesten:

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BeitragVerfasst: So 17. Sep 2017, 08:35 
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Schlechtschreibung

Rot ist zu viel, Grün zeigt das Fehlen von etwas an:

:punkt: In ihrer Hand das Schaufelchen von Jonas.

:punkt: Ich zog einen meiner Augenbrauen hoch und schaute zwei Mal hin.

:punkt: "Das stimmt gar nicht, Papa!"

:punkt: Sein verheultes Gesicht schaute mir entgegen und zeigte mehr als einer seiner Zahnlücken.

:punkt: Also, ich will weder Hauen noch Streit sind, sonst gehen wir sofort nach Hause.

:punkt: Er Ich spürte, wie sich seine [meine] Mundwinkel wie von allein anhoben.

:punkt: Meine Augen öffneten sich und begannen sofort zu brennen.


Stilistik:

:punkt: Jonas begann noch fürchterlicher zu weinen.
--> Er weint bereits. Besser: Jonas weinte noch fürchterlicher.


:punkt: Sein verheultes Gesicht schaute mir entgegen und zeigte mehr als eine seiner Zahnlücken.
--> Ein Gesicht kann nicht aktiv die Zähne zeigen, das tut die Person, zumindest klingt es hier nicht optimal. Vorschlag: Seine vielen Zahnlücken komplettierten sein verheultes Gesicht.


:punkt: Während um uns herum getobt wurde und die Kinder weiterspielten, verging zwischen uns Stille.
--> Wenn Stille vergeht, dann ist sie nicht anwesend, sondern weg, ergo ist es dann laut und nicht leise. Vorschlag: Während um uns herum lautstark die anderen Kinder tobten, lag zwischen uns Stille.


:punkt: Der hagere Mann, dessen Ausrüstung mehr aus einem Flickenteppich bestand, blickte mir direkt in die Augen.
--> Auf was bezieht sich das 'mehr', es wird ja kein Vergleich angestellt. Vorschlag: Der hagere Mann, dessen Ausrüstung aus einem regelrechten Flickenteppich bestand, blickte mir direkt in die Augen.


:punkt: Vor fünfzehn Jahren saßen Nicole und ich noch hier.
--> Wieder das böse Plusquamperfekt. Vorschlag: Vor fünfzehn Jahren hatten Nicole und ich noch hier gesessen.


:punkt: Dort wo meine Frau einst gesessen hatte, war nur noch Leere. Eine Stelle der Parkbank, deren grüne Farbe sich abschälte.
--> Leere ist nicht Farbe. Vorschlag: Dort wo meine Frau einst gesessen hatte, war nur noch eine leere Stelle der Parkbank, deren grüne Farbe sich abschälte.


:punkt: Für einen Moment hielt ich dennoch inne, drehte mich um und sah vor meinem inneren Auge den Spielplatz von damals aufkommen. Dennoch sollte es nie wieder so sein, wie es einst war. Nichts sollte das. Die Welt war am Arsch.

--> Satz eins ist für die traumhafte Erinnerung etwas zu plump, der zweite ist sehr floskelhaft und abgegriffen (liest man in gefühlt jedem Buch mindestens ein Mal), der vierte ist hervorragend.

Vorschlag: Ein letztes Mal ließ ich den Spielplatz vor meinem inneren Auge zum Leben erwachen, ehe die Wirklichkeit den Tagtraum mit Eisengestank und knarrenden Stahlträgern endgültig zerschlug. Die Zeiten lachender Kinder waren vorbei. Die Welt war am Arsch.


Fazit:

Ich hatte mich schon gewundert, was für positive Texte du plötzlich schreibst und hatte dem Braten nicht getraut. Der Stimmungswechsel ist dir gut gelungen, so was liegt dir, das ist ja nicht die erste Geschichte, in der du diesen Kunstgriff anwendest. Weiter so. :tiptop:

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BeitragVerfasst: Di 24. Okt 2017, 15:24 
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Die Freien Völker (1) Schlüsselloch (1) Quasselstrippe (1)
Das ist er wieder und direkt mit einem Schmankerl! :D

Der gute Dimicus, unbenannt und in das moderne Setting der heutigen Zeit verfrachtet. Korrigiert und bereits kontrolliert, sowie vom Tutor abgesegnet. ;)

Wer will kann sich im Folgenden einmal die Wertung des Tutors anschauen:

Hallo Sebastian,

ich grüße dich. Lass mich meinen Kommentaren mit ein paar ungewöhnlichen Worten beginnen. Ich habe im Verlauf der Jahre schon zahlreiche gute und sehr gute Krimis zu lesen bekommen. Aber selten hat mich ein Text dermaßen begeistert, wie deiner. Wenn dieser Text in, während oder nach einer Schreibblockade entstanden ist, musst du dir keine Sorgen machen. Aber natürlich gehe ich auf deine Frage diesbezüglich noch ausführlich ein. Zunächst betraten wir den Krimi.

Du hast dich bei "Der Rosendämon" (ein genialer Titel) für einen Krimi im üblichen Kommissar-jagt-Mörder-Schema entschieden, der das Ganze auf den Kopf stellt, da du hier aus Sicht des Mörders erzählst.

Die Situation, welche die Story ins Rollen bringt, muss überaus glaubhaft und realistisch sein. Fantasy- oder SF-Elemente sollten nicht unbedingt in einem Krimi auftauchen. Solche Sachen sollten dem jeweiligen Genre vorbehalten bleiben. Am besten und glaubhaftesten arbeiten wir mit alltäglichen Situationen, wie du es auch in deinem Krimi getan hast. Mit der konzeptionellen Ausarbeitung der Täter-Opferstruktur beginnt im Grunde unser Krimi. Wir stellen uns folgende Fragen:
Wer ist der Täter?
Wer ist das Opfer?
In welcher Beziehung steht der Täter zum Opfer und umgekehrt?
Wie ist die seelische Verfassung des Täters?
Wie die des Opfers?

Wenn es in einem Krimi einen Mord geben soll, muss dieser realitätsbezogen sein. Hier müssen wir mit Fakten arbeiten, müssen und genauestens überlegen, welchen Grund der Täter hat, sein Opfer umzubringen. Notfalls müssen wir recherchieren. Eine eventuelle Mordart muss glaubhaft, nachvollziehbar und realistisch sein, kann und sollte jedoch auch etwas außergewöhnlich sein. Der Fön in der Badewanne hat in diesen Zusammenhang völlig ausgedient. Haben wir eine Idee für eine geniale Mordart müssen wir recherchieren. Woher kommt das Gift? Wie wirkt es? Ist es bei einer Obduktion nachweisbar? Könnte der Täter in Verdacht kommen? Will ich, dass er in Verdacht kommt. Wie kann ich es anstellen, dass er nicht in Verdacht kommt?

Bei der Gelegenheit ein paar Worte zur Recherche. Schön ist es natürlich, wenn wir einen Arzt und Kriminologen an der Hand haben, den wir immer erreichen können. Mancher Arzt mag aber auch ein wenig skeptisch werden, weil er vielleicht befürchtet, dass wir mit dem neuerworbenen Wissen unseren Partner vielleicht beseitigen wollen. Dann gilt es in Bibliotheken und Fachbüchern zu stöbern. Dann können wir uns natürlich auch bei Profis verschiedener Sparten erkundigen. Zum Beispiel bei einem Tauchlehrer, wenn wir einen Mord mit einer Sauerstoffflasche begehen wollen. Und über das Internet haben wir natürlich Zugriff auf fast allen benötigten Informationen. Letztlich gibt es aber auch Informationen in anderen Krimis, die wir durchaus registrieren können.

Was soll ich sagen? Dein Krimi spielt in einer Liga, die es mühelos mit den großen Namen aufnehmen kann. Zumal du hier das Kunststück schaffst, einen Text abzuliefern, der sowohl als eigenständige Kurzgeschichte funktioniert, der aber auch durchaus der Teil eines Romans sein kann. Und das kann ich dir auch nur raten. Es wäre fast schon Verschwendung, diese Idee nur als Kurzgeschichte zu "verbraten". Torben und Johanna schreien förmlich danach, in einem Roman aufzutauchen.

Daran erkennst du auch, dass deine beiden Figuren so was von glaubhaft und authentisch sind, dass es auch hier eine wahre Freude ist. Ganz ehrlich? Hast du dir diesen Plot erst jetzt ausgedacht und gibt es die Idee schon länger? Mehr kann ich dazu auch gar nicht sagen, da du einen perfekten Spannungsbogen aufbaust und dem Leser mehr als eine Gänsehaut verpasst.

Kommen wir zu den Nebenarbeiten und werfen zunächst einen Blick auf das Exposé: bei einer Kurzgeschichte wird im Regelfall kein Exposé angefertigt. Du hast auch hier alles richtig gemacht.

Das Handlungsgerüst ist der Leitfaden nach dem der Autor seine Geschichte Wirklichkeit werden lässt. Ein Patentrezept gibt es dafür nicht. Jeder Autor muss seine eigene Technik entwickeln und das Handlungsgerüst so aufbauen, wie er am besten damit klar kommt. Ich kenne Autoren, die eine Geschichte bis ins kleinste Detail ausarbeiten. Andere dagegen arbeiten nur mit Stichpunkten. Hier kommt es natürlich darauf an, in welchem Bereich wir uns bewegen. Bei der Kurzgeschichte reichen ein paar Stichpunkte aus. Beim Roman sieht dies ein wenig anders aus. Da bin ich dazu übergegangen das Handlungsgerüst recht ausführlich zu verfassen und mir aber trotzdem noch Spielraum für die Entwicklung der Geschichte zu lassen. Das heißt, das ich Anfang und Ende der Geschichte kenne und natürlich auch ein paar "Höhepunkte". Für jedes Kapitel schreibe ich dann eine Zusammenfassung, die mal länger, mal kürzer ausfällt. Je nachdem, welche Bedeutung das Kapitel für die jeweilige Handlung hat. Dein fertiges Produkt zeigt, dass deine Arbeitsweise zu einhundert Prozent richtig ist.

Für die Entstehung unserer Figuren gibt es eine Grundregel: Wichtig ist, dass wir unsere Figuren genau kennen. Deshalb sollten wir die Steckbriefe immer sehr gewissenhaft anlegen. Dabei kommt es nicht auf die Äußerlichkeiten an, die kann und soll sich jeder Leser selbst vorstellen. Viel mehr sind Angaben zu Hobbys, Werdegang und familiären Hintergrund wichtig, da dies die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht und somit unsere Figuren lebendig werden lässt. Das wir unsere Figuren für einen Roman natürlich besser kennen müssen, als für einen Kurzkrimi ist klar. Von daher waren deine Steckbriefe für diesen Rahmen absolut in Ordnung. Mehr noch, Wie bereits gesagt, sind beide Figuren so stark, dass es sehr schade wäre, sie nicht erneut und vor allem länger auftauchen zu lassen.

Lieber Sebastian, sei versichert, dass ich solch überschwänglich lobende Worte nur sehr selten benutze, aber der Rosendämon hat das Zeug Agenten und Verlage zu begeistern, da du einen beängstigend guten, dichten und atmosphärischen Schreibstil an den Tag legst. Hier kann ich mich nur wiederholen. Bleibe bei der Story unbedingt am Ball Schon deine Romanidee war toll, aber das hier ist echt veröffentlichungsreif. Stilistisch habe ich kleine Korrekturen vorgenommen, die nicht weiter ins Gewicht fallen. Schau dir nochmals meine Ausführungen zum Thema Zeichensetzung beim Dialog an (insbesondere was den "normalen" Punkt angeht) , die ich im Rahmen der Korrektur der Romanarbeit vorgenommen habe.

[...] (hier stehen ein paar Ratschläge bezüglich einer Schreibblockade, die nicht sonderlich wichtig sind)

Lieber Sebastian, ich hoffe, dass dir diese Ratschläge helfen. Auch wenn es abgedroschen klingt: mach dir nicht zu viele Sorgen darüber. Du kannst Schreiben und genau das solltest du dir in diesen Phasen immer wieder vor Augen führen! Sehr gespannt sehe ich deiner nächsten Arbeit entgegen.

Viele Grüße
Michael

Note: 1

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BeitragVerfasst: Mi 25. Okt 2017, 18:24 
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Bezugnehmend auf Der Rosendämon

Ich möchte mich der positiven Kritik deines Mentors anschließen. Die Geschichte ist wunderbar geworden und könnte in der Tat als Auftakt eines Romans fungieren, welcher vermutlich viele Menschen ansprechen würde. Mir gefällt insbesondere der Größenwahn des Mörders, der so über alle Maßen von seinem Genie überzeugt ist. Das herauszuarbeiten ist dir wunderbar gelungen. Sogar die Frau Komissarin gefällt mir, obwohl ich die Guten meist eher langweilig finde.

Bezugnehmend auf Blut und Asche

Für diese Geschichte gebührt dir mein persönlicher Dank, da sie ja auf meinen egoistischen Wunsch hin entstand, einmal Daniel und Landolf gemeinsam in Action zu sehen - beim Kampf gegeneinander und dem hintergründig alltäglichen Kampf gegen die zerstörte Welt, den sie beide auf ihre Weise führen. Landolf ist dir meiner Meinung nach sogar besser gelungen als Daniel. Man hat regelrecht Lust, mit dem Foglekapitel zu antworten, als Lando mit leeren Händen in Dresden ankommt und die drakonische Rüge des Obermackers empfängt. Lustig war der "einarmige Bandit". ;D An dieser Stelle musste ich herzlich lachen. Rex erinnert mich ein wenig an Terry, der ja auch ein Tank ist. Die zwei würden sich vermutlich entweder gut verstehen oder sich gegenseitig umbringen. Von Rex würde ich künftig gern mal wieder was lesen.

Actionpassagen liegen dir, es hat großen Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen (die ebenso als Romanauftakt funktionieren würde). Die Geschwindigkeit, mit der du sie dir mal eben aus dem Ärmel geschüttelt hast, ist bewundernswert. Eigentlich fehlt dir lediglich das Durchhaltevermögen, um einen hervorragenden Roman auf die Beine zu stellen, du trägst ansonsten alle Voraussetzungen dafür in dir und beherrschst das nötige Handwerkszeug.

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