Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Der Hexenmeister

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprĂ€gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein HĂ€ndchen fĂŒr BĂŒndnisse und Hinterhalte.
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Linhard von Hohenfelde
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Re: Der Hexenmeister

#41

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » So 8. Okt 2017, 19:59

Linhard schĂŒttelte kaum merklich in einer hilflosen Geste den Kopf.

"Ach Brand, ich verkrafte die Information nicht erstaunlich gut. Um das Verkraften mache ich mir noch gar keine Gedanken. Ich habe keine Ahnung wie ich reagieren soll. SelbstverstÀndlich habe ich gehört und erfasst was Dunwin mir erklÀrt hat, aber das tatsÀchliche Begreifen steht noch aus.

Ich fĂŒhle mich wie betĂ€ubt und vor den Kopf geschlagen. Und ich habe Angst ĂŒber die Information zu lange nachzudenken, weil dann... ja was dann? Ich weiß nicht einmal das.

Mir kommt es so vor, als hat Dunwin ĂŒber einen Fremden gesprochen, jemanden den ich hassen mĂŒsste. Aber in mir ist kein Hass, nicht einmal Wut Brandur. In mir ist nur KĂ€lte, Leere und Angst.

Angst davor zu versagen und all das zu verlieren, was ich gerade erst gewonnen habe zum ersten Mal im Leben.

Deine Worte zweifele ich nicht an, Du sprichst die Wahrheit, wer ist Ansgar als ein weiterer Vater, der seinen Sohn nicht lieben kann, weil ihm die Gabe fehlt? Auch darauf habe ich keine Antwort, hĂ€tte ich sie gefunden, hĂ€tte dies aber fĂŒr mich nichts geĂ€ndert. Ich wĂ€re trotzdem geblieben wer ich war, der Sohn ohne Gabe.

Nein ich habe Dunwins Leiche nicht gesehen Brand, wie so vieles andere vorher ebenso wenig.
Und auch da gleiche ich wohl meinem Großvater. Uns fehlt nicht nur die Gabe, wir laufen auch scheinbar mit Scheuklappen durch die Welt. Nur jeder lebte es anders aus. Er in Wut und ich in Hoffnungslosigkeit.

Ebenso kann ich Dir die Frage nicht beantworten, ob Ansgar so weit gegangen wĂ€re, mich jemanden zum Fraße vorzuwerfen. Das vermutlich nicht, nein.

Auf der anderen Seite kann ich Dir sagen, als wir uns gegenĂŒberstanden war er bereit mich zu töten. Das weiß ich, ich sah es in seinen Augen. Den gleichen Blick sah ich in seinen Augen, als er andere tötete. Und den Blick sah ich auch in den Augen von MĂ€nnern wie Frauen, die bereit waren mich zu töten und durch meine Klinge fielen.

In dem Moment war ich nicht mehr sein Sohn, ich war nur eines - sein Feind.
Der Feind der seine Frau und sein Kind bedroht und ausgemerzt werden muss.
Aber vielleicht war ich das fĂŒr ihn schon immer.

Wir wissen schließlich die Maske zu tragen und das Spiel zu spielen, nicht wahr?
Und Vater spielt das Spiel schon wesentlich lÀnger als ich.

Ob Dunwin seinen Söhnen etwas schuldet? Keine Ahnung Brand, nach Deiner These schulden wir uns alle nichts und ich glaube das wÀre auch besser so. Vielleicht sollten wir aufhören uns einander etwas vorzurechnen. Vielleicht sollten wir anfangen etwas zur Sprache zu bringen, wo wir doch bereits lernen zu schweigen, wo andere das Sprechen erst lernen.

Nun Ihr beiden wart offen und ehrlich zu mir, was ich von anderen nicht behaupten kann. Zwar wurde ich nicht belogen, aber ist Verschweigen nicht auch eine Form von LĂŒge? Genauso wie Nichtbeachtung eine Strafe ist?

Mein Weg hat mich noch nicht weit von Zuhause weggefĂŒhrt, aber letztendlich wĂ€re ich ihn wohl bis zum bitteren Ende alleine gegangen.

Ich folge Dir nicht grundlos Brand, ebenso hat es einen Grund warum ich Dich mag. Du gibst den Weg vor und ich folge Dir, wohin Du auch gehen magst. Es ist mir gleichgĂŒltig. FĂŒr mich gibt es keinen Weg zurĂŒck, jedenfalls nicht in dieser Form.

Ich hoffe Du hast Recht und ich schaffe es unseren Namen rein zu waschen und vor allem auch rein zu halten. Es ist nicht damit getan einige Familienmitglieder aus dem Weg zu rĂ€umen. Wir können sie nicht alle töten. Und ich möchte sie auch nicht alle töten. Einige bedeuten mir etwas. Wir mĂŒssen es schaffen einige davon zu ĂŒberzeugen, von sich aus den dunklen Pfad zu verlassen und uns zu folgen",
erklÀrte Linhard leise.

Lin wusste die Geste von Brandur zu schĂ€tzen, als er seine Hand drĂŒckte, gleichgĂŒltig wie kurz die Geste war und wie sich die HĂ€nde von Brandur anfĂŒhlen. Er sagte nichts dazu, sondern schmunzelte heimlich in seine Decke hinein.

"Zu Befehl, ich schlafe. Ich freue mich auf die Nachtburg. Schlaf gut Brand", gÀhnte Lin.

Er wÀlzte sich noch einen Moment hin und her, bis er angenehm lag. Einige Minuten spÀter war er eingeschlafen.
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Marlo von Falkenberg
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Re: Der Hexenmeister

#42

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Mo 9. Okt 2017, 09:10

Marlo

blieb die Spucke weg als sie aus den Höhlengang traten. Er hatte sich einen kleinen Talkessel vorgestellt, wo ein Haus rein gequetscht worden war. Aber das war fantastisch. Ein Tal mit Wasserfall und Bach. Mit einen Garten voller Blumen und GemĂŒse. Und sogar BĂ€ume. Und alles geschĂŒtzt von mĂ€chtigen Felsen. Der Ort war super zu verteidigen. Sollten Feinde durch den Tunnel kommen, ging das nur einzeln im GĂ€nsemarsch und so wĂŒrden die Feinde sterben.
Das Wolf diesen Ort liebte war verstĂ€ndlich. Durch die Felsen fĂŒhlte sich Marlo nicht erdrĂŒckt sondern geschĂŒtzt. Wie in eine steinerne Umarmung. Sein Blick fiel dabei auf Wolfram. Er schien sofort gute Laune zu haben. Kein Wunder, er war Zuhause. Und nun war das Tal ebenfalls das Zuhause von ihm. Marlo dachte ĂŒber Wolfram nach. Er war nicht verheiratet und er hatte ihn eingeladen so lange zu bleiben wie er wollte. War das eine reine Einladung als Gast oder war das mehr?
Marlo war kein KostverĂ€chter und Wolfram war ein attraktiver Kerl. Die Verwandten schwatzten alles mögliche ĂŒber Wolf und sein verrĂŒcktes Verhalten. Vermutlich stimmte nicht die HĂ€lfte davon. Und falls doch, wurde die nĂ€chste Zeit ganz schön unterhaltsam. Wer wusste schon, was die Verwandten ĂŒber ihn schwatzten. Marlo hĂ€tte zwar nie einen Kerl geheiratet wie Dave das getan hatte, aber er konnte einen hĂŒbschen Kerl mehr abgewinnen, als einer Frau. Dennoch wĂŒrde er irgendwann eine passende Frau heiraten. Vermutlich, wenn er eine fand, die ihn nicht den letzten Nerv kostete. Aber nicht jetzt. Er war noch nicht bereit dazu. Wozu Wolf bereit war, wollte Marlo rausfinden. Das Tal war abgeschnitten von der Welt, vielleicht konnten sie hier den gröbsten Scheiss aussitzen.

"Das Tal und dein Haus sind der Hammer Wolf. Abgeschottet und uneinnehmbar, dass Tal können wir beide allein halten. Vor allen wenn du eine Armbrust hast, oder besser noch zwei. Hier können wir alles aussitzen. Wir sind ein gutes Gespann und wenn sich Brandur uns noch anschliesst, kann uns kaum wer was. Ich nehm das Angebot an und bleibe. Mein Besuch wÀre mit offenen Ende. Mindestens bis ich mit Dave reden konnte, falls das noch drin ist.
Falls Dave mir einen Job gibt, könnte ich ihn fĂŒr euch aushorchen. Er ist nicht dĂ€mlich, da mĂŒsste ich vorsichtig vorgehen. Und ich brĂ€uchte einen guten Grund dafĂŒr Wolf. Warum soll ich meinen Kopf riskieren in eine Gilde voller Assassinen fĂŒr dich und Brandur, wo ich einer von ihnen sein kann? Nur fĂŒr den Familienfrieden? Gehts dir nur darum? Bist du sicher? Wenn das so ist, das das ein gutes Ziel, aber was haben wir zwei davon? Sind wir nicht sowieso immer aussen vor gewesen? Also gib mir einen Grund fĂŒr euch beide zu kĂ€mpfen. Dave ist nicht so leicht auszuhorchen. Seine Familie ist der Kopf der Sippenschlange und seine Familie sind alle durchweg Assassinen. Ob die das leben oder nicht. Und wo er lebt, ist jeder einer. Ein falsches Wort oder eine falsche Bewegung und ich bin tot. FĂŒr was Wolf? Meine Waffe gehört dir Wolf, aber ich stĂŒrze mich nicht blindlings in eine Schlangengrube. Überleg dein Plan nochmal und lass uns spĂ€ter darĂŒber reden."

Die beiden Diener von Wolfram kamen und begrĂŒssten sie. Beaunois nahm die Pferde und sollte Badewasser zubereiten. Margot wollte Kaffee aufsetzen und was kochen. Marlo war hungrig, er freute sich auf was zu essen.

"Ich werd mir deine Worte merken Wolf. Viel Spass im Wasser."

Wolfram klopfte ihn auf die Schulter und ging ins Haus. Marlo schaute hinterher und folgte Margot ins Haus. Das Haus war drinnen eng. Wie fĂŒr eine Person zugeschnitten. Alles war auf kleinen Raum zusammengestellt aber es sah alles sauber und ordentlich aus. Sogar der Esstisch war fĂŒr zwei Personen. Wolfram bekam vermutlich nicht oft Besuch. Aber wenn er den wollte, hĂ€tte er nicht dieses schrĂ€ge und doch so geniale GrundstĂŒck gewĂ€hlt. Wobei Wolf ein Ausgestossener war, dass wusste Marlo. Seine Familie und die ganze Sippschaft hielt ihn fĂŒr verrĂŒckt. Drum war er schon lange fortgegangen. Marlo spazierte durch das Haus und schaute sich alles an. Überall waren Wolfs Zeichnungen und seine Pflanzen. Das in so ein kleines Haus soviel Pflanzen passten. Er ging an den kleinen Kamin vorbei der eine Kochstelle war. Sogar hier war alles genutzt. Jeder kleine Platz. Gerade durch ging es zu Wolfs Schlafzimmer. Gross war es nicht, aber ins Bett konnten zwei passen. Marlo grinste und hockte sich mal drauf. Es war gut gepolstert und gemĂŒtlich. Vielleicht wĂŒrde doch alles anders laufen, als er dachte. Marlo hĂ€tte nach einen Blick ins Innere gewusst wem das Haus gehört. Es war liebevoll eingerichtet, er fĂŒhlte sich wohl. Marlo streckte sich auf Wolfs Bett aus.

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Re: Der Hexenmeister

#43

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Di 10. Okt 2017, 09:56

Dave suchte mental nach den Farben von Brandur. Es dauerte eine Weile, aber dann hatte er sie gefunden. Die Farben Brandurs wurden von den Farben von Linhard und von Dunwin begleitet.

Dunwins Farben waren die BestĂ€tigung fĂŒr Dave, dass der Begleiter tatsĂ€chlich Brandur war.

Die Farben seines Peinigers erkannte Dave jederzeit, sie waren fĂŒr ihn wie eine lodernde Flamme des Abgrunds. Dave schob seinen Hass aber vor allem seine Angst zur Seite.

Er war froh darum, dass Brandur schlief, so konnte er ihm die Botschaft ĂŒbermitteln, ohne mit ihm tatsĂ€chlich in Kontakt treten zu mĂŒssen. Auf eine Diskussion wollte sich Dave nicht einlassen und er wollte den Dunstkreis von Dunwins Farben schnellstmöglich wieder verlassen, auch wenn sie nur ein Beigeschmack von Brandurs Farben waren.

Immerhin hatte dieser seinen Bruder beschworen und diese Seele an sich gebunden.


'Eine Nachricht fĂŒr Linhard von seiner Mutter!
Ansgar wĂŒnscht Deinen Tod Linhard, hĂŒte Dich vor ihm.

Das ist die einzige Warnung die ich ĂŒbermittele.
Das letzte Geschenk dass Dir Deine Mutter erweisen kann.
Das meine ebenso.

Leb wohl Neffe',
ĂŒbermittelte Dave Brandur im Traum.


Danach brach er die Verbindung sofort ab und kehrte in die Physis zurĂŒck.

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Re: Der Hexenmeister

#44

Beitrag von Dunwins Geist » Di 10. Okt 2017, 16:14

Der knöcherne Drache flog seine schlafende Fracht weiter durch die Nacht. Brandur und Linhard schliefen in seinem Inneren. Was zeigte mehr Vertrauen zu ihm, als in seiner NÀhe zu schlafen? Als ihm ihre Leben anzuvertrauen?

Linhard kannte ihm nur vom Sehen und vermutlich von den Geschichten, die man sich in der Familie ĂŒber Dunwin erzĂ€hlte. Und Brandur kannte Dun so gut, dass er ihm eigentlich nicht vertrauen durfte.

Und doch konnten sie ihm mehr vertrauen als sie es je fĂŒr möglich halten wĂŒrden. Dunwin hatte fest vor es diesmal besser zu machen. Lin war seine zweite Chance die ihm Brandur gewĂ€hrte.

Als die Nachtburg in Sicht kam, fĂŒhlte Dunwin Erleichterung in sich aufsteigen. Sie hatten endlich ihr Ziel erreicht und konnten ein neues Leben beginnen. Nun er nicht aber er konnte Lin und Brandur nach besten Wissen unterstĂŒtzen.

Dunwin landete im Hof der Burg so sanft wie möglich.

"Bruder...
Linhard...
Wir sind da...
Wir sind Zuhause",
sagte Dunwin.

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Brandur von Hohenfelde
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Re: Der Hexenmeister

#45

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Di 10. Okt 2017, 20:51

Brandur war aus Gewohnheit sofort hellwach, als Dunwin sie weckte. Der Drache war zur Ruhe gekommen und durch den Brustkorb sah der Hexenmeister die vertrauten Mauern. Sie befanden sich in der Mitte des verwilderten Burghofes in der NĂ€he des Brunnens. Hinter den Zinnen der Wehrmauer ging die Sonne auf und fĂ€rbte den Horizont großflĂ€chig rosa.

Brandur erhob sich mĂŒhsam, indem er sich an dem großen Skelett abstĂŒtzte und humpelte steifbeinig zur Burgmauer. BeilĂ€ufig kappte er die Verbindung zwischen Dunwins Geist und den Knochen, so dass sein Bruder frei umherschweben konnte, wie es ihm beliebte. Doch behielt Brandur die persönliche Verbindung zwischen ihnen beiden aufrecht, so dass er nicht zurĂŒck in den Nexus gleiten konnte.

"Danke fĂŒr den Herflug, Dunwin. Kommt her ihr beiden und seht euch das an."

Einladend klopfte er auf die Zinne neben sich, damit Linhard und Dunwin zu ihm an die Mauer traten, die unten in einen steil abfallenden Felshang ĂŒberging. Die Nachtburg zeigte sich in ihrer ganzen finsteren Schönheit. Das dunkle Gestein schimmerte feucht im Morgentau. Die leerstehenden HĂ€user ragten gespenstisch aus dem morgendlichen Dunst. Alkena erstreckte sich dahinter als Nebelmeer bis zum Horizont. Über der gesamten Welt schien schweigen zu liegen, nicht einmal die Vögel sangen, obwohl es ihrer viele gab, dank der NĂ€he des Sumpfes, in dem sie reichlich Nahrung fanden. Jetzt war von ihnen nichts zu spĂŒren.

Nur die bittere Botschaft in seinem Kopf lag da wie ein Stein. Er betrachtete aus den Augenwinkeln Linhard. Brandur stĂŒtzte sich mit den Unterarmen auf die Zinne und sprach mental mit Dunwin, anstatt sich an seinen Neffen zu wenden.

'Ich habe im Traum eine Warnung erhalten. Linhard soll sterben. Wer uns warnte, spielt keine Rolle und wer ihn tot sehen will, kannst du dir sicher denken. Es ist wichtig, dass du und ich uns diese Warnung zu Herzen nehmen. Linhard soll noch nicht erfahren, dass er gejagt wird. Erst zu gegebener Zeit. Vielleicht dann, wenn er Hoffnung auf eine friedliche Aussöhnung mit seinem sogenannten Vater schöpft oder andere Dummheiten begehen will. Ich bitte dich, ihm dies in so einem Fall mitzuteilen, sollte ich selbst nicht anwesend sein. Bis dahin aber, schweig bitte. Ich möchte nicht, dass sein Herz unnötig dunkel wird. Es gibt schon zu viele Hohenfeldes mit einem schwarzen Herzen.'

Brandur betrachtete die einsame Schönheit, die unter ihnen lag. Langsam krochen die rosa beschienenen Nebel dahin, wie auf Grund gelaufene Wolken. Die Nachtburg ragte mit unsichtbarem Sockel daraus hervor, als wĂŒrde sie schweben.

"Wir haben ein Wolkenschloss", sprach er und lĂ€chelte dĂŒnn. "Das konnte noch kein von Hohenfelde von sich behaupten." Er streckte den Arm aus. "Dort liegt Alkena und dort Rakshanistan. In dieser Richtung, auf dem Bergkamm dort in der Ferne, befindet sich die Zwergenfestung Dunkelbruch, die zur Zeit einer Belagerung standhalten muss. Und hinter uns, weit ĂŒber den Roten Bergen, Naridien."

Brandurs LĂ€cheln wurde breiter, bis es ein ehrliches LĂ€cheln war. Er war erschöpft und ihm tat alles weh, aber er fĂŒhlte sich zum ersten Mal seit 14 Jahren glĂŒcklich.

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Re: Der Hexenmeister

#46

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mi 11. Okt 2017, 22:05

Die Stimme von Brandur weckte Linhard. Sie waren in der Nachtburg angekommen und Brandur rief Dunwin und Lin zu sich. Linhard schÀlte sich aus dem Skelett des Drachen und folgte Dunwin zu Brandur auf die Zinnen der Burg.

Die klamme Dunkelheit der Nacht wurde gerade von den ersten Sonnenstrahlen vertrieben. Seite an Seite standen sie dort und schauten gemeinsam zu, wie ein neuer Morgen ĂŒber das Land und in ihre Leben einzog.

Lin verschrÀnkte die Arme vor Brust und schmunzelte. Selten hatte er jemals so etwas Erhabenes und Schönes gesehen.

"Manche Luftschlösser kann man doch beziehen", flĂŒsterte Linhard glĂŒcklich.
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Re: Der Hexenmeister

#47

Beitrag von Dunwins Geist » Mi 11. Okt 2017, 22:57

Dunwin folgte dem Ruf seines Bruders. Kurz glĂŒhte das Skelett des Drachen auf und Ă€hnlich den Nebelschwaden unten im Tal zog ein hauchdĂŒnner, blassblauer Geisternebel ĂŒber die Knochen des Drachen hinweg, ehe sich Dunwin wieder in seiner Geistergestalt materialisierte.

Er trat an die Seite seines Bruder und folgte dessen Blick in das Tal. Linhard folgte ihm kurze Zeit spÀter.

"Keine Ursache, ich habe zu danken Bruder...
FĂŒr diesen Körper und fĂŒr weitaus mehr....
Du wirst lachen, aber ich habe mich zu Lebzeiten selten so lebendig gefĂŒhlt wie heute...",
sagte Dun freundlich.

Seine Miene zeigte, dass er ebenso glĂŒcklich wie Brandur und Linhard war.

"Die tote Stadt... tatsÀchlich nur noch ein Gerippe...
Höre nur... man hört nichts...
Wisst Ihr wie man diesen besonderen Moment der Stille nennt?
Die blaue Stunde...
Sie ist jener erhabene Moment... wo die Tiere der Nacht anfangen zu schweigen...
... und die des Tages noch nicht ihre Stimmen erheben...",
flĂŒsterte Dunwin.

Der Geist schwieg eine Weile. Er genoss den Moment.
Brandur riss Dunwin mit seiner mentalen Botschaft aus seinen Gedanken.

Trotz das er ein Geistwesen war, war Dunwin immer noch Hohenfelde genug, dass man seinem geisterhaften Anlitz nicht ansah, das er gerade eine Botschaft erhielt und um was fĂŒr eine Botschaft es sich dabei handelte. Und genau daraum hatte ihn sein Bruder gebeten, zu schweigen in jeglicher Art.

`Ich werde schweigen, ganz so wie Du es verlangst Bruder...
Und ich werde unser MĂŒndel warnen, solltest Du nicht mehr in der Lage sein...
Es gibt nur eine Person, die Linhard tatsÀchlich tot sehen möchte...
Ansgar...
Nicht nur Linhard sah es in seinen Augen als sie sich gegenĂŒberstanden...
Ich sah es ebenso Brandur... er war bereit Lin zu töten...
Aus Hass... aus Verzweiflung... und aus Angst...
Wer warnte uns Bruder?
Das möchte ich gerne erfahren...
Viele kommen nicht in Betracht...
Anwolf... Dave... Veyd... wer von ihnen war es?ÂŽ,
fragte Dunwin gedanklich.

"Wohl gesprochen mein Bruder...
Kein Hohenfelde konnte je von sich behaupten ein Wolkenschloss zu besitzen...
Oder mit zwei Verwandten einmĂŒtig auf den Zinnen einer Burg zu stehen und ehrlichen Herzens zu lĂ€chen... nicht wahr?",
gab Dunwin freundlich zurĂŒck.

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Brandur von Hohenfelde
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Re: Der Hexenmeister

#48

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Do 12. Okt 2017, 11:42

"Das wird dein Schloss ĂŒber den Wolken, Linhard. Das Schloss und auch die LĂ€ndereien, die du von hier aus siehst. De facto gehören sie einem anderen, doch erhebt seit Jahren niemand mehr festen Anspruch darauf. Es ist eine Geisterstadt. Wir können hier schalten und walten, wie es uns beliebt. Die Rakshaner glauben, ich wĂ€re der Herr dieses Landstriches, der hier allein ausharrt, wĂ€hrend seine Untergebenen geflohen sind und bringen mir fĂŒr ihre VerhĂ€ltnisse viel Respekt entgegen. Sie kommunizieren ĂŒber Diplomaten mit mir und versuchen, ĂŒber dies und jenes zu verhandeln. Meist betrifft das den Umgang mit den Leichen von der Front, wie viele mir zustehen, um fĂŒr das Chaos RĂŒstungen und Waffen herzustellen. Sie ahnen, dass ich etwas großzĂŒgig rechne, da ich auch Material fĂŒr meine privaten Projekte benötige, wie den Wyvern. Das passt ihnen gar nicht, da sie lieber Ghule daraus machen wĂŒrden, um sie im Krieg zu verwenden."

Brandur genoss es, wie glĂŒcklich Linhard und Dunwin waren, als sie ihn in seiner Nachtburg besuchten. Er hĂ€tte nie geglaubt, jemals GĂ€ste aus der Familie hier zu empfangen und dass diese sich obendrein so darĂŒber freuten, mit ihm hier sein zu dĂŒrfen.

"Die Blaue Stunde ... das klingt poetisch. Es gefÀllt mir, Bruder. Ich wusste nicht, dass du eine poetische Ader hast. Du hast sie gut geheim gehalten."

Er wandte sich noch einmal mental an Dunwin.

'Es ist nicht wichtig, wer uns warnte. Wir haben keine Freunde. Linhard hat keine Freunde. Denn keiner von jenen, die uns die Warnung zukommen ließen, wird uns je darĂŒber hinaus helfen, dass hat man mir deutlich zu verstehen gegeben. Sie alle sind unsere Feinde, Dunwin, jeder Einzelne von ihnen. Die einzigen, von denen wir vielleicht, aber nur vielleicht, Hilfe erwarten könnten, sind mein Leibdiener, Wolfram, Marlo und mein Schwager Massimo. Und keiner von ihnen war es, der uns warnte. Gehen wir also davon aus, dass wir allein sind, Bruder, so wie wir es immer waren. Nur, dass wir diesmal zu dritt allein stehen gegen den Rest der Welt. Das ist doch ein Fortschritt, möchte ich meinen.'

Er lÀchelte immer noch. Dann sprach er laut:

"Es gab eine Zeit, da war es denkbar, zu Dritt als Familie ehrlichen Herzens Freude zu zeigen, sie liegt ein halbes Jahrhundert zurĂŒck. Erinnerst du dich, Dunwin? Ich erinnere mich nur noch vage, die Gegenwart hat viel von den Erinnerungen ausgelöscht. Vielleicht werde ich auch vergesslich im Alter. Darum habe ich mir einige GedĂ€chtnisstĂŒtzen angefertigt. Folgt mir und ich zeige euch die Nachtburg und am Ende ein Geheimnis, von dem niemand außer euch beiden und Kasimir erfahren soll."

Er ging voran und begann mit der Außenanlage, dem wunderschönen verwilderten Innenhof und Burggarten. Überall lag feuchtes Laub und die Wiesen standen hĂŒfthoch und voller Wildblumen, deren BlĂŒten noch geschlossen waren. Die Nachtburg war groß genug, als dass man eine Stunde zu Fuß brauchte, um sie, wenn man innen an der Mauer entlang ging, einmal zu umrunden. Aller fĂŒnfundzwanzig Meter standen mechanische GeschĂŒtze, mit Laub und Spinnweben bedeckt. Zwischen den aus Naturstein gemauerten GebĂ€uden gab es ausreichend Platz fĂŒr Pflanzen. Dies war möglich, weil ein großer Teil der Wohnanlage sich unterirdisch darunter befand, die Fenster in Richtung Land gerichtet, und man auf ihrem begrĂŒnten DĂ€chern herumspazierte, ohne es zu merken. Auch einige wilde Enten spazierten herum und schwammen in einem Regenwasserbecken, wo sie sich von Teichlinsen und EntengrĂŒtze ernĂ€hrten.

"Hier baut Kasimir Obst und GemĂŒse fĂŒr mich an. Er hat von den Pflanzen genommen, was noch vorhanden war und sie durch Stecklinge und Samen vermehrt. Es sieht alles etwas wild aus, weil Kasimir nicht hinterherkommt mit der Arbeit, aber es schmeckt. Wir haben hier um diese Jahreszeit Topinambur, KĂŒrbisse, Äpfel, Birnen, HaselnĂŒsse und WalnĂŒsse und noch einige Himbeeren und Brombeeren. Bedient euch ruhig, wenn ihr Hunger habt, Kasimir kann uns heute leider kein FrĂŒhstĂŒck zubereiten. Mit Entenbraten kann ich daher leider nicht dienen."

Er pflĂŒckte sich einen Apfel und verzehrte ihn im stehen.

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Re: Der Hexenmeister

#49

Beitrag von Dunwins Geist » Do 12. Okt 2017, 22:36

Dunwin folgte seinem Bruder und schaute sich in der Burg um. Mit so einer Unterkunft hatte er nicht gerechnet. Aber sie gefiel im außerordentlich gut. Als Brandur von seiner poethischen Ader sprach, musste Dunwin schmunzeln.

"Meine poethische Ader habe ich nicht versteckt Bruder...
Nur nutzte ich anstatt einer Schreibfeder einen Degen...

Aber so etwas Schöngeistiges wie die Blaue Stunde....
...wusste auch ich zu schÀtzen in einer stillen Stunde...",
antwortete Dun.

"Die Rakshaner... nun mit uns an Deiner Seite werden sie Deine Macht nicht anzweifeln Bruder...
Der knöcherne Drache ist ein Meisterwerk...
Es hat Spaß gemacht ihn zu nutzen...
Zu fliegen... persönlich zu fliegen... ist... unvergleichlich...",
grinste Dunwin.

"Sicher erinnere ich mich an unsere Kindheit Bruder...
Manchmal waren es nur diese Erinnerungen...
die mir sagten einst gab es auch eine schöne Zeit...
lÀngst vergangen, verstaubt und begraben... aber es gab sie...
Jene Gedanken hielten mich davon ab... völlig wahnsinnig zu werden...
So viele Personen um einen herum...
Und dennoch war unsereins einsamer als auf einem Berggipfel...

Genau jene Erinnerungen und Gedanken werden wir uns zum Vorbild nehmen Brandur...
Gute Gedanken...
Reine Gedanken... vielleicht gewĂŒrzt mit einem Augenzwinkern... und etwas Ironie...",
sinnierte Dun gut gelaunt.

"Auf Deine GedĂ€chtnisstĂŒtze bin ich gespannt Bruder...
Wir werden schweigen, was diese StĂŒtze anbelangt...
Wir sind eine verschworene Gemeinschaft...",
antwortete der Geist.

Als Brandur erlĂ€uterte was alles auf der Burg wuchs und wie sehr sich Kasimir bemĂŒhte, hörte Dunwin aufmerksam zu.

"Hunger Bruder?...
Du bedienst Dich gleich dem Augenzwinkern hm?
Geh voran und wir folgen...",
lachte Dunwin.

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Marlo von Falkenberg
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Re: Der Hexenmeister

#50

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Fr 13. Okt 2017, 12:24

Marlo
 
fuhr hoch, rieb seine Augen und schaute sich um. Er musste nachdenken wo er war. Marlo war bei Wolfram Zuhause und hatte es sich bequem gemacht. Er gĂ€hnte, stand auf und ging durch das Haus. Es roch lecker nach was zu essen und nach Kaffee. Marlo fiel ein, dass Wolf drausen im Zuber war. Leise ging er hinten aus dem Haus. Wolfram lag im warmen Zuber und schlief. Marlo grinste heimlich. Er schlich auf Wolf zu und gönnte sich kurz einen Blick auf ihn. Wolfram sah wirklich gut aus, warum er keine Frau oder keinen Mann an der Seite hatte, verstand Marlo nicht. Nur sein sonderbares Verhalten konnte nicht schuld sein. FĂŒr andere verhielt er sich genauso verrĂŒckt. Vielleicht war er schĂŒchtern, aber dazu gabs keinen Grund, bei dem was Marlo sah. Marlo strich Wolf einmal ĂŒber die Haare und tauchte ihn dann im Zuber unter. Einen Moment spĂ€ter zog er ihn wieder hoch, da er ihn nicht angreifen, sondern Ă€rgern wollte.
 
„Na bist du nun wach? Ich hab auf dich gewartet und  bin dabei eingeschlafen. Lust auf Besuch Wolf?“
 
Marlo verkniff sich ein Grinsen.

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