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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: So 8. Okt 2017, 19:59 
Zweitcharakter
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Linhard schüttelte kaum merklich in einer hilflosen Geste den Kopf.

"Ach Brand, ich verkrafte die Information nicht erstaunlich gut. Um das Verkraften mache ich mir noch gar keine Gedanken. Ich habe keine Ahnung wie ich reagieren soll. Selbstverständlich habe ich gehört und erfasst was Dunwin mir erklärt hat, aber das tatsächliche Begreifen steht noch aus.

Ich fühle mich wie betäubt und vor den Kopf geschlagen. Und ich habe Angst über die Information zu lange nachzudenken, weil dann... ja was dann? Ich weiß nicht einmal das.

Mir kommt es so vor, als hat Dunwin über einen Fremden gesprochen, jemanden den ich hassen müsste. Aber in mir ist kein Hass, nicht einmal Wut Brandur. In mir ist nur Kälte, Leere und Angst.

Angst davor zu versagen und all das zu verlieren, was ich gerade erst gewonnen habe zum ersten Mal im Leben.

Deine Worte zweifele ich nicht an, Du sprichst die Wahrheit, wer ist Ansgar als ein weiterer Vater, der seinen Sohn nicht lieben kann, weil ihm die Gabe fehlt? Auch darauf habe ich keine Antwort, hätte ich sie gefunden, hätte dies aber für mich nichts geändert. Ich wäre trotzdem geblieben wer ich war, der Sohn ohne Gabe.

Nein ich habe Dunwins Leiche nicht gesehen Brand, wie so vieles andere vorher ebenso wenig.
Und auch da gleiche ich wohl meinem Großvater. Uns fehlt nicht nur die Gabe, wir laufen auch scheinbar mit Scheuklappen durch die Welt. Nur jeder lebte es anders aus. Er in Wut und ich in Hoffnungslosigkeit.

Ebenso kann ich Dir die Frage nicht beantworten, ob Ansgar so weit gegangen wäre, mich jemanden zum Fraße vorzuwerfen. Das vermutlich nicht, nein.

Auf der anderen Seite kann ich Dir sagen, als wir uns gegenüberstanden war er bereit mich zu töten. Das weiß ich, ich sah es in seinen Augen. Den gleichen Blick sah ich in seinen Augen, als er andere tötete. Und den Blick sah ich auch in den Augen von Männern wie Frauen, die bereit waren mich zu töten und durch meine Klinge fielen.

In dem Moment war ich nicht mehr sein Sohn, ich war nur eines - sein Feind.
Der Feind der seine Frau und sein Kind bedroht und ausgemerzt werden muss.
Aber vielleicht war ich das für ihn schon immer.

Wir wissen schließlich die Maske zu tragen und das Spiel zu spielen, nicht wahr?
Und Vater spielt das Spiel schon wesentlich länger als ich.

Ob Dunwin seinen Söhnen etwas schuldet? Keine Ahnung Brand, nach Deiner These schulden wir uns alle nichts und ich glaube das wäre auch besser so. Vielleicht sollten wir aufhören uns einander etwas vorzurechnen. Vielleicht sollten wir anfangen etwas zur Sprache zu bringen, wo wir doch bereits lernen zu schweigen, wo andere das Sprechen erst lernen.

Nun Ihr beiden wart offen und ehrlich zu mir, was ich von anderen nicht behaupten kann. Zwar wurde ich nicht belogen, aber ist Verschweigen nicht auch eine Form von Lüge? Genauso wie Nichtbeachtung eine Strafe ist?

Mein Weg hat mich noch nicht weit von Zuhause weggeführt, aber letztendlich wäre ich ihn wohl bis zum bitteren Ende alleine gegangen.

Ich folge Dir nicht grundlos Brand, ebenso hat es einen Grund warum ich Dich mag. Du gibst den Weg vor und ich folge Dir, wohin Du auch gehen magst. Es ist mir gleichgültig. Für mich gibt es keinen Weg zurück, jedenfalls nicht in dieser Form.

Ich hoffe Du hast Recht und ich schaffe es unseren Namen rein zu waschen und vor allem auch rein zu halten. Es ist nicht damit getan einige Familienmitglieder aus dem Weg zu räumen. Wir können sie nicht alle töten. Und ich möchte sie auch nicht alle töten. Einige bedeuten mir etwas. Wir müssen es schaffen einige davon zu überzeugen, von sich aus den dunklen Pfad zu verlassen und uns zu folgen",
erklärte Linhard leise.

Lin wusste die Geste von Brandur zu schätzen, als er seine Hand drückte, gleichgültig wie kurz die Geste war und wie sich die Hände von Brandur anfühlen. Er sagte nichts dazu, sondern schmunzelte heimlich in seine Decke hinein.

"Zu Befehl, ich schlafe. Ich freue mich auf die Nachtburg. Schlaf gut Brand", gähnte Lin.

Er wälzte sich noch einen Moment hin und her, bis er angenehm lag. Einige Minuten später war er eingeschlafen.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Mo 9. Okt 2017, 09:10 
Junker
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Marlo

blieb die Spucke weg als sie aus den Höhlengang traten. Er hatte sich einen kleinen Talkessel vorgestellt, wo ein Haus rein gequetscht worden war. Aber das war fantastisch. Ein Tal mit Wasserfall und Bach. Mit einen Garten voller Blumen und Gemüse. Und sogar Bäume. Und alles geschützt von mächtigen Felsen. Der Ort war super zu verteidigen. Sollten Feinde durch den Tunnel kommen, ging das nur einzeln im Gänsemarsch und so würden die Feinde sterben.
Das Wolf diesen Ort liebte war verständlich. Durch die Felsen fühlte sich Marlo nicht erdrückt sondern geschützt. Wie in eine steinerne Umarmung. Sein Blick fiel dabei auf Wolfram. Er schien sofort gute Laune zu haben. Kein Wunder, er war Zuhause. Und nun war das Tal ebenfalls das Zuhause von ihm. Marlo dachte über Wolfram nach. Er war nicht verheiratet und er hatte ihn eingeladen so lange zu bleiben wie er wollte. War das eine reine Einladung als Gast oder war das mehr?
Marlo war kein Kostverächter und Wolfram war ein attraktiver Kerl. Die Verwandten schwatzten alles mögliche über Wolf und sein verrücktes Verhalten. Vermutlich stimmte nicht die Hälfte davon. Und falls doch, wurde die nächste Zeit ganz schön unterhaltsam. Wer wusste schon, was die Verwandten über ihn schwatzten. Marlo hätte zwar nie einen Kerl geheiratet wie Dave das getan hatte, aber er konnte einen hübschen Kerl mehr abgewinnen, als einer Frau. Dennoch würde er irgendwann eine passende Frau heiraten. Vermutlich, wenn er eine fand, die ihn nicht den letzten Nerv kostete. Aber nicht jetzt. Er war noch nicht bereit dazu. Wozu Wolf bereit war, wollte Marlo rausfinden. Das Tal war abgeschnitten von der Welt, vielleicht konnten sie hier den gröbsten Scheiss aussitzen.

"Das Tal und dein Haus sind der Hammer Wolf. Abgeschottet und uneinnehmbar, dass Tal können wir beide allein halten. Vor allen wenn du eine Armbrust hast, oder besser noch zwei. Hier können wir alles aussitzen. Wir sind ein gutes Gespann und wenn sich Brandur uns noch anschliesst, kann uns kaum wer was. Ich nehm das Angebot an und bleibe. Mein Besuch wäre mit offenen Ende. Mindestens bis ich mit Dave reden konnte, falls das noch drin ist.
Falls Dave mir einen Job gibt, könnte ich ihn für euch aushorchen. Er ist nicht dämlich, da müsste ich vorsichtig vorgehen. Und ich bräuchte einen guten Grund dafür Wolf. Warum soll ich meinen Kopf riskieren in eine Gilde voller Assassinen für dich und Brandur, wo ich einer von ihnen sein kann? Nur für den Familienfrieden? Gehts dir nur darum? Bist du sicher? Wenn das so ist, das das ein gutes Ziel, aber was haben wir zwei davon? Sind wir nicht sowieso immer aussen vor gewesen? Also gib mir einen Grund für euch beide zu kämpfen. Dave ist nicht so leicht auszuhorchen. Seine Familie ist der Kopf der Sippenschlange und seine Familie sind alle durchweg Assassinen. Ob die das leben oder nicht. Und wo er lebt, ist jeder einer. Ein falsches Wort oder eine falsche Bewegung und ich bin tot. Für was Wolf? Meine Waffe gehört dir Wolf, aber ich stürze mich nicht blindlings in eine Schlangengrube. Überleg dein Plan nochmal und lass uns später darüber reden."

Die beiden Diener von Wolfram kamen und begrüssten sie. Beaunois nahm die Pferde und sollte Badewasser zubereiten. Margot wollte Kaffee aufsetzen und was kochen. Marlo war hungrig, er freute sich auf was zu essen.

"Ich werd mir deine Worte merken Wolf. Viel Spass im Wasser."

Wolfram klopfte ihn auf die Schulter und ging ins Haus. Marlo schaute hinterher und folgte Margot ins Haus. Das Haus war drinnen eng. Wie für eine Person zugeschnitten. Alles war auf kleinen Raum zusammengestellt aber es sah alles sauber und ordentlich aus. Sogar der Esstisch war für zwei Personen. Wolfram bekam vermutlich nicht oft Besuch. Aber wenn er den wollte, hätte er nicht dieses schräge und doch so geniale Grundstück gewählt. Wobei Wolf ein Ausgestossener war, dass wusste Marlo. Seine Familie und die ganze Sippschaft hielt ihn für verrückt. Drum war er schon lange fortgegangen. Marlo spazierte durch das Haus und schaute sich alles an. Überall waren Wolfs Zeichnungen und seine Pflanzen. Das in so ein kleines Haus soviel Pflanzen passten. Er ging an den kleinen Kamin vorbei der eine Kochstelle war. Sogar hier war alles genutzt. Jeder kleine Platz. Gerade durch ging es zu Wolfs Schlafzimmer. Gross war es nicht, aber ins Bett konnten zwei passen. Marlo grinste und hockte sich mal drauf. Es war gut gepolstert und gemütlich. Vielleicht würde doch alles anders laufen, als er dachte. Marlo hätte nach einen Blick ins Innere gewusst wem das Haus gehört. Es war liebevoll eingerichtet, er fühlte sich wohl. Marlo streckte sich auf Wolfs Bett aus.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Di 10. Okt 2017, 09:56 
Freiherr
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Dave suchte mental nach den Farben von Brandur. Es dauerte eine Weile, aber dann hatte er sie gefunden. Die Farben Brandurs wurden von den Farben von Linhard und von Dunwin begleitet.

Dunwins Farben waren die Bestätigung für Dave, dass der Begleiter tatsächlich Brandur war.

Die Farben seines Peinigers erkannte Dave jederzeit, sie waren für ihn wie eine lodernde Flamme des Abgrunds. Dave schob seinen Hass aber vor allem seine Angst zur Seite.

Er war froh darum, dass Brandur schlief, so konnte er ihm die Botschaft übermitteln, ohne mit ihm tatsächlich in Kontakt treten zu müssen. Auf eine Diskussion wollte sich Dave nicht einlassen und er wollte den Dunstkreis von Dunwins Farben schnellstmöglich wieder verlassen, auch wenn sie nur ein Beigeschmack von Brandurs Farben waren.

Immerhin hatte dieser seinen Bruder beschworen und diese Seele an sich gebunden.


'Eine Nachricht für Linhard von seiner Mutter!
Ansgar wünscht Deinen Tod Linhard, hüte Dich vor ihm.

Das ist die einzige Warnung die ich übermittele.
Das letzte Geschenk dass Dir Deine Mutter erweisen kann.
Das meine ebenso.

Leb wohl Neffe',
übermittelte Dave Brandur im Traum.


Danach brach er die Verbindung sofort ab und kehrte in die Physis zurück.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Di 10. Okt 2017, 16:14 
Zweitcharakter
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Der knöcherne Drache flog seine schlafende Fracht weiter durch die Nacht. Brandur und Linhard schliefen in seinem Inneren. Was zeigte mehr Vertrauen zu ihm, als in seiner Nähe zu schlafen? Als ihm ihre Leben anzuvertrauen?

Linhard kannte ihm nur vom Sehen und vermutlich von den Geschichten, die man sich in der Familie über Dunwin erzählte. Und Brandur kannte Dun so gut, dass er ihm eigentlich nicht vertrauen durfte.

Und doch konnten sie ihm mehr vertrauen als sie es je für möglich halten würden. Dunwin hatte fest vor es diesmal besser zu machen. Lin war seine zweite Chance die ihm Brandur gewährte.

Als die Nachtburg in Sicht kam, fühlte Dunwin Erleichterung in sich aufsteigen. Sie hatten endlich ihr Ziel erreicht und konnten ein neues Leben beginnen. Nun er nicht aber er konnte Lin und Brandur nach besten Wissen unterstützen.

Dunwin landete im Hof der Burg so sanft wie möglich.

"Bruder...
Linhard...
Wir sind da...
Wir sind Zuhause",
sagte Dunwin.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Di 10. Okt 2017, 20:51 
Freiherr
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Brandur war aus Gewohnheit sofort hellwach, als Dunwin sie weckte. Der Drache war zur Ruhe gekommen und durch den Brustkorb sah der Hexenmeister die vertrauten Mauern. Sie befanden sich in der Mitte des verwilderten Burghofes in der Nähe des Brunnens. Hinter den Zinnen der Wehrmauer ging die Sonne auf und färbte den Horizont großflächig rosa.

Brandur erhob sich mühsam, indem er sich an dem großen Skelett abstützte und humpelte steifbeinig zur Burgmauer. Beiläufig kappte er die Verbindung zwischen Dunwins Geist und den Knochen, so dass sein Bruder frei umherschweben konnte, wie es ihm beliebte. Doch behielt Brandur die persönliche Verbindung zwischen ihnen beiden aufrecht, so dass er nicht zurück in den Nexus gleiten konnte.

"Danke für den Herflug, Dunwin. Kommt her ihr beiden und seht euch das an."

Einladend klopfte er auf die Zinne neben sich, damit Linhard und Dunwin zu ihm an die Mauer traten, die unten in einen steil abfallenden Felshang überging. Die Nachtburg zeigte sich in ihrer ganzen finsteren Schönheit. Das dunkle Gestein schimmerte feucht im Morgentau. Die leerstehenden Häuser ragten gespenstisch aus dem morgendlichen Dunst. Alkena erstreckte sich dahinter als Nebelmeer bis zum Horizont. Über der gesamten Welt schien schweigen zu liegen, nicht einmal die Vögel sangen, obwohl es ihrer viele gab, dank der Nähe des Sumpfes, in dem sie reichlich Nahrung fanden. Jetzt war von ihnen nichts zu spüren.

Nur die bittere Botschaft in seinem Kopf lag da wie ein Stein. Er betrachtete aus den Augenwinkeln Linhard. Brandur stützte sich mit den Unterarmen auf die Zinne und sprach mental mit Dunwin, anstatt sich an seinen Neffen zu wenden.

'Ich habe im Traum eine Warnung erhalten. Linhard soll sterben. Wer uns warnte, spielt keine Rolle und wer ihn tot sehen will, kannst du dir sicher denken. Es ist wichtig, dass du und ich uns diese Warnung zu Herzen nehmen. Linhard soll noch nicht erfahren, dass er gejagt wird. Erst zu gegebener Zeit. Vielleicht dann, wenn er Hoffnung auf eine friedliche Aussöhnung mit seinem sogenannten Vater schöpft oder andere Dummheiten begehen will. Ich bitte dich, ihm dies in so einem Fall mitzuteilen, sollte ich selbst nicht anwesend sein. Bis dahin aber, schweig bitte. Ich möchte nicht, dass sein Herz unnötig dunkel wird. Es gibt schon zu viele Hohenfeldes mit einem schwarzen Herzen.'

Brandur betrachtete die einsame Schönheit, die unter ihnen lag. Langsam krochen die rosa beschienenen Nebel dahin, wie auf Grund gelaufene Wolken. Die Nachtburg ragte mit unsichtbarem Sockel daraus hervor, als würde sie schweben.

"Wir haben ein Wolkenschloss", sprach er und lächelte dünn. "Das konnte noch kein von Hohenfelde von sich behaupten." Er streckte den Arm aus. "Dort liegt Alkena und dort Rakshanistan. In dieser Richtung, auf dem Bergkamm dort in der Ferne, befindet sich die Zwergenfestung Dunkelbruch, die zur Zeit einer Belagerung standhalten muss. Und hinter uns, weit über den Roten Bergen, Naridien."

Brandurs Lächeln wurde breiter, bis es ein ehrliches Lächeln war. Er war erschöpft und ihm tat alles weh, aber er fühlte sich zum ersten Mal seit 14 Jahren glücklich.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Mi 11. Okt 2017, 22:05 
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Die Stimme von Brandur weckte Linhard. Sie waren in der Nachtburg angekommen und Brandur rief Dunwin und Lin zu sich. Linhard schälte sich aus dem Skelett des Drachen und folgte Dunwin zu Brandur auf die Zinnen der Burg.

Die klamme Dunkelheit der Nacht wurde gerade von den ersten Sonnenstrahlen vertrieben. Seite an Seite standen sie dort und schauten gemeinsam zu, wie ein neuer Morgen über das Land und in ihre Leben einzog.

Lin verschränkte die Arme vor Brust und schmunzelte. Selten hatte er jemals so etwas Erhabenes und Schönes gesehen.

"Manche Luftschlösser kann man doch beziehen", flüsterte Linhard glücklich.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Mi 11. Okt 2017, 22:57 
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Dunwin folgte dem Ruf seines Bruders. Kurz glühte das Skelett des Drachen auf und ähnlich den Nebelschwaden unten im Tal zog ein hauchdünner, blassblauer Geisternebel über die Knochen des Drachen hinweg, ehe sich Dunwin wieder in seiner Geistergestalt materialisierte.

Er trat an die Seite seines Bruder und folgte dessen Blick in das Tal. Linhard folgte ihm kurze Zeit später.

"Keine Ursache, ich habe zu danken Bruder...
Für diesen Körper und für weitaus mehr....
Du wirst lachen, aber ich habe mich zu Lebzeiten selten so lebendig gefühlt wie heute...",
sagte Dun freundlich.

Seine Miene zeigte, dass er ebenso glücklich wie Brandur und Linhard war.

"Die tote Stadt... tatsächlich nur noch ein Gerippe...
Höre nur... man hört nichts...
Wisst Ihr wie man diesen besonderen Moment der Stille nennt?
Die blaue Stunde...
Sie ist jener erhabene Moment... wo die Tiere der Nacht anfangen zu schweigen...
... und die des Tages noch nicht ihre Stimmen erheben...",
flüsterte Dunwin.

Der Geist schwieg eine Weile. Er genoss den Moment.
Brandur riss Dunwin mit seiner mentalen Botschaft aus seinen Gedanken.

Trotz das er ein Geistwesen war, war Dunwin immer noch Hohenfelde genug, dass man seinem geisterhaften Anlitz nicht ansah, das er gerade eine Botschaft erhielt und um was für eine Botschaft es sich dabei handelte. Und genau daraum hatte ihn sein Bruder gebeten, zu schweigen in jeglicher Art.

`Ich werde schweigen, ganz so wie Du es verlangst Bruder...
Und ich werde unser Mündel warnen, solltest Du nicht mehr in der Lage sein...
Es gibt nur eine Person, die Linhard tatsächlich tot sehen möchte...
Ansgar...
Nicht nur Linhard sah es in seinen Augen als sie sich gegenüberstanden...
Ich sah es ebenso Brandur... er war bereit Lin zu töten...
Aus Hass... aus Verzweiflung... und aus Angst...
Wer warnte uns Bruder?
Das möchte ich gerne erfahren...
Viele kommen nicht in Betracht...
Anwolf... Dave... Veyd... wer von ihnen war es?´,
fragte Dunwin gedanklich.

"Wohl gesprochen mein Bruder...
Kein Hohenfelde konnte je von sich behaupten ein Wolkenschloss zu besitzen...
Oder mit zwei Verwandten einmütig auf den Zinnen einer Burg zu stehen und ehrlichen Herzens zu lächen... nicht wahr?",
gab Dunwin freundlich zurück.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Do 12. Okt 2017, 11:42 
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Volk: Naridier (Almane)
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"Das wird dein Schloss über den Wolken, Linhard. Das Schloss und auch die Ländereien, die du von hier aus siehst. De facto gehören sie einem anderen, doch erhebt seit Jahren niemand mehr festen Anspruch darauf. Es ist eine Geisterstadt. Wir können hier schalten und walten, wie es uns beliebt. Die Rakshaner glauben, ich wäre der Herr dieses Landstriches, der hier allein ausharrt, während seine Untergebenen geflohen sind und bringen mir für ihre Verhältnisse viel Respekt entgegen. Sie kommunizieren über Diplomaten mit mir und versuchen, über dies und jenes zu verhandeln. Meist betrifft das den Umgang mit den Leichen von der Front, wie viele mir zustehen, um für das Chaos Rüstungen und Waffen herzustellen. Sie ahnen, dass ich etwas großzügig rechne, da ich auch Material für meine privaten Projekte benötige, wie den Wyvern. Das passt ihnen gar nicht, da sie lieber Ghule daraus machen würden, um sie im Krieg zu verwenden."

Brandur genoss es, wie glücklich Linhard und Dunwin waren, als sie ihn in seiner Nachtburg besuchten. Er hätte nie geglaubt, jemals Gäste aus der Familie hier zu empfangen und dass diese sich obendrein so darüber freuten, mit ihm hier sein zu dürfen.

"Die Blaue Stunde ... das klingt poetisch. Es gefällt mir, Bruder. Ich wusste nicht, dass du eine poetische Ader hast. Du hast sie gut geheim gehalten."

Er wandte sich noch einmal mental an Dunwin.

'Es ist nicht wichtig, wer uns warnte. Wir haben keine Freunde. Linhard hat keine Freunde. Denn keiner von jenen, die uns die Warnung zukommen ließen, wird uns je darüber hinaus helfen, dass hat man mir deutlich zu verstehen gegeben. Sie alle sind unsere Feinde, Dunwin, jeder Einzelne von ihnen. Die einzigen, von denen wir vielleicht, aber nur vielleicht, Hilfe erwarten könnten, sind mein Leibdiener, Wolfram, Marlo und mein Schwager Massimo. Und keiner von ihnen war es, der uns warnte. Gehen wir also davon aus, dass wir allein sind, Bruder, so wie wir es immer waren. Nur, dass wir diesmal zu dritt allein stehen gegen den Rest der Welt. Das ist doch ein Fortschritt, möchte ich meinen.'

Er lächelte immer noch. Dann sprach er laut:

"Es gab eine Zeit, da war es denkbar, zu Dritt als Familie ehrlichen Herzens Freude zu zeigen, sie liegt ein halbes Jahrhundert zurück. Erinnerst du dich, Dunwin? Ich erinnere mich nur noch vage, die Gegenwart hat viel von den Erinnerungen ausgelöscht. Vielleicht werde ich auch vergesslich im Alter. Darum habe ich mir einige Gedächtnisstützen angefertigt. Folgt mir und ich zeige euch die Nachtburg und am Ende ein Geheimnis, von dem niemand außer euch beiden und Kasimir erfahren soll."

Er ging voran und begann mit der Außenanlage, dem wunderschönen verwilderten Innenhof und Burggarten. Überall lag feuchtes Laub und die Wiesen standen hüfthoch und voller Wildblumen, deren Blüten noch geschlossen waren. Die Nachtburg war groß genug, als dass man eine Stunde zu Fuß brauchte, um sie, wenn man innen an der Mauer entlang ging, einmal zu umrunden. Aller fünfundzwanzig Meter standen mechanische Geschütze, mit Laub und Spinnweben bedeckt. Zwischen den aus Naturstein gemauerten Gebäuden gab es ausreichend Platz für Pflanzen. Dies war möglich, weil ein großer Teil der Wohnanlage sich unterirdisch darunter befand, die Fenster in Richtung Land gerichtet, und man auf ihrem begrünten Dächern herumspazierte, ohne es zu merken. Auch einige wilde Enten spazierten herum und schwammen in einem Regenwasserbecken, wo sie sich von Teichlinsen und Entengrütze ernährten.

"Hier baut Kasimir Obst und Gemüse für mich an. Er hat von den Pflanzen genommen, was noch vorhanden war und sie durch Stecklinge und Samen vermehrt. Es sieht alles etwas wild aus, weil Kasimir nicht hinterherkommt mit der Arbeit, aber es schmeckt. Wir haben hier um diese Jahreszeit Topinambur, Kürbisse, Äpfel, Birnen, Haselnüsse und Walnüsse und noch einige Himbeeren und Brombeeren. Bedient euch ruhig, wenn ihr Hunger habt, Kasimir kann uns heute leider kein Frühstück zubereiten. Mit Entenbraten kann ich daher leider nicht dienen."

Er pflückte sich einen Apfel und verzehrte ihn im stehen.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Do 12. Okt 2017, 22:36 
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Dunwin folgte seinem Bruder und schaute sich in der Burg um. Mit so einer Unterkunft hatte er nicht gerechnet. Aber sie gefiel im außerordentlich gut. Als Brandur von seiner poethischen Ader sprach, musste Dunwin schmunzeln.

"Meine poethische Ader habe ich nicht versteckt Bruder...
Nur nutzte ich anstatt einer Schreibfeder einen Degen...

Aber so etwas Schöngeistiges wie die Blaue Stunde....
...wusste auch ich zu schätzen in einer stillen Stunde...",
antwortete Dun.

"Die Rakshaner... nun mit uns an Deiner Seite werden sie Deine Macht nicht anzweifeln Bruder...
Der knöcherne Drache ist ein Meisterwerk...
Es hat Spaß gemacht ihn zu nutzen...
Zu fliegen... persönlich zu fliegen... ist... unvergleichlich...",
grinste Dunwin.

"Sicher erinnere ich mich an unsere Kindheit Bruder...
Manchmal waren es nur diese Erinnerungen...
die mir sagten einst gab es auch eine schöne Zeit...
längst vergangen, verstaubt und begraben... aber es gab sie...
Jene Gedanken hielten mich davon ab... völlig wahnsinnig zu werden...
So viele Personen um einen herum...
Und dennoch war unsereins einsamer als auf einem Berggipfel...

Genau jene Erinnerungen und Gedanken werden wir uns zum Vorbild nehmen Brandur...
Gute Gedanken...
Reine Gedanken... vielleicht gewürzt mit einem Augenzwinkern... und etwas Ironie...",
sinnierte Dun gut gelaunt.

"Auf Deine Gedächtnisstütze bin ich gespannt Bruder...
Wir werden schweigen, was diese Stütze anbelangt...
Wir sind eine verschworene Gemeinschaft...",
antwortete der Geist.

Als Brandur erläuterte was alles auf der Burg wuchs und wie sehr sich Kasimir bemühte, hörte Dunwin aufmerksam zu.

"Hunger Bruder?...
Du bedienst Dich gleich dem Augenzwinkern hm?
Geh voran und wir folgen...",
lachte Dunwin.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hexenmeister
BeitragVerfasst: Fr 13. Okt 2017, 12:24 
Junker
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Marlo
 
fuhr hoch, rieb seine Augen und schaute sich um. Er musste nachdenken wo er war. Marlo war bei Wolfram Zuhause und hatte es sich bequem gemacht. Er gähnte, stand auf und ging durch das Haus. Es roch lecker nach was zu essen und nach Kaffee. Marlo fiel ein, dass Wolf drausen im Zuber war. Leise ging er hinten aus dem Haus. Wolfram lag im warmen Zuber und schlief. Marlo grinste heimlich. Er schlich auf Wolf zu und gönnte sich kurz einen Blick auf ihn. Wolfram sah wirklich gut aus, warum er keine Frau oder keinen Mann an der Seite hatte, verstand Marlo nicht. Nur sein sonderbares Verhalten konnte nicht schuld sein. Für andere verhielt er sich genauso verrückt. Vielleicht war er schüchtern, aber dazu gabs keinen Grund, bei dem was Marlo sah. Marlo strich Wolf einmal über die Haare und tauchte ihn dann im Zuber unter. Einen Moment später zog er ihn wieder hoch, da er ihn nicht angreifen, sondern ärgern wollte.
 
„Na bist du nun wach? Ich hab auf dich gewartet und  bin dabei eingeschlafen. Lust auf Besuch Wolf?“
 
Marlo verkniff sich ein Grinsen.
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