Der Hexenmeister


Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprĂ€gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein HĂ€ndchen fĂŒr BĂŒndnisse und Hinterhalte.
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Kasimir
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Re: Der Hexenmeister

#51

Beitragvon Kasimir » Fr 13. Okt 2017, 13:20

Von dem lauten GeplĂ€tscher wurde Kasimir geweckt, der noch immer in der Manteltasche von Wolfram schlief. Erschrocken fuhr er hoch, sein zerzauster Fledermauskopf schnellte aus der Tasche. Zum GlĂŒck war es nach wie vor Nacht. Was er sah, war entsetzlich! Der freundliche Herr wurde von dem anderen mit beiden HĂ€nden untergetaucht!

Kasimir flog durch die Luft wie ein winziger Bomber, krallte mit den FĂŒĂŸchen eine Seife und ließ sie dann im Sturzflug auf Marlos Kopf fallen, von dem sie mit einem Plock! abprallte.

"Unerhört!", ereiferte er sich. Er krallte mit seinen FĂŒĂŸchen Marlos Haare und zog sie mit wildem Flattern lang, bis es ziepste."Hat man im Hause von Falkenberg denn keine Manieren?" WĂ€hrend er an Marlos Haarpracht zerrte und einzelne Haare sich bereits aus der Kopfhaut lösten, betrachtete er unglĂŒcklich den armen, freundlichen, bedauernswerten, untergetauchten Wolfram. Erst legte dieser ungehobelte Kerl sich in sein Bett, so dass er in der Wanne nĂ€chtigen musste und dann tunkte er ihn im Schlaf unter Wasser!

"Geht es Euch gut, Herr? Soll ich den Medicus rufen?", fragte er besorgt. Er ließ die HaarstrĂ€hnen los und landete auf Marlos Kopf, wo er begann, zu randalieren und ihm alle Haare zu verfitzen, um ihn von der Wanne zu verjagen.
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Wolfram von Wigberg
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Re: Der Hexenmeister

#52

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Fr 13. Okt 2017, 22:53

Wolfram war gerade in der herrlich heißen Wanne eingedöst, als er spĂŒrte wie ihm jemand ĂŒber den Kopf strich und keine Sekunde spĂ€ter unter Wasser drĂŒckte! Gerade als er ansetzte sich zu verteidigen und seinen Widersacher notfalls ĂŒber die Schulter und in den Zuber zu werfen, wurde er wieder aus dem Wasser gezogen.

Prustend schnappte er nach Luft, wĂ€hrend Marlo ihn angriste und fragte, ob er Lust auf einen Besuch hĂ€tte. Wolfram blinzelte sich das Wasser aus den Augen. Just in dem Augenblick wurde Marlo mit einer Seife bombardiert, der kleine vampirische Pelzball stĂŒrzte sich auf Marlo und schimpfte dabei wie ein Rohrspatz.

Bei Kasimirs Auftritt konnte sich Wolfram ein Grinsen nicht verkneifen. Warum Brandur ihn dermaßen als Leibdiener schĂ€tze, war klar. Kasimir war treu, zuverlĂ€ssig und sehr loyal. Und selbst in einer so winzigen Gestalt, war er immer noch bereit seinen Herrn oder Gastgeber zu verteidigen.

Wolf packte Marlo blitzartig an der Kehle und drĂŒckte so fest zu, dass Marlo begriff dass hier der Spaß zu Ende war. Vorsichtig geradezu behutsam pflĂŒckte Wolfram mit der anderen Hand Kasimir aus Marlos Haare und setzte ihn sich auf die Schulter. Er starrte Marlo noch einen langen Augenblick in die Augen, ehe er ihn losließ.

"Danke der Nachfrage Kasimir, mir geht es gut, ich benötige keinen Medicus. Und vielen Dank fĂŒr Deinen Beistand. Marlo scheint seine gute Kinderstube vergessen zu haben", antwortete Wolf der kleinen Fledermaus.

"Und nun zu Dir Marlo. Bist Du verrĂŒckt mich so zu erschrecken? Was soll der Unsinn? Ich bin Schabernack nicht abgeneigt, aber sowas verkneift Dir! Zumal was hast Du hier zu suchen, wenn ich bade?

Die nĂ€chste Frage, was hast Du in meinem Bett zu suchen? Ich habe Dir gesagt, dass Du Dir Bettzeug von Margot geben lassen sollst. Du bist mein Gast, aber ich schlafe fĂŒr Dich garantiert nicht auf Bettzeug.

Und was soll die Frage mit dem Besuch? ErklĂ€re Dich! Das ist mein Haus, ob und wen ich als Besuch empfange bestimme immer noch ich und nicht Du. Und nun geh zurĂŒck ins Haus, ich möchte mich abtrocknen und anziehen. Zudem essen wir gleich. Ich erwarte von Dir zu Tisch eine vernĂŒnftige Antwort. Wobei ich stark bezweifele, dass Du mir diese geben wirst",
murrte Wolfram.

Behutsam setzte der Kampfmagier Kasimir auf den Zuberrand. Er hockte sich noch einmal ins heiße Wasser, tauchte ganz unter um sich den Schreck und den Ärger von der Seele zu waschen und tauchte wieder auf. Wolf wusch sich ab, strich mit einem nassen Finger behutsam Kasimir ĂŒber den kleinen Kopf und stieg aus der Wanne.

Wolfram wrang seine Haare aus, band sie zusammen und wickelte sich in ein großes Handtuch. Er trocknete sich kurz ab und zog sich bequeme Hauskleidung an, bevor er Kasimir behutsam vom Zuberrand pflĂŒckte und sich erneut auf die Schulter setzte. MĂŒde, sauber und einigermaßen beruhigt marschierte er zurĂŒck ins Haus.

"Was manche Leute fĂŒr witzig halten, wir sind die einzigen normalen Personen Kasimir. Nun weiß ich warum Brandur Dich so sehr schĂ€tzt. Falls Du jemals frei sein solltest, sprich keinen Job mehr hast und Brandur Dich nun sagen wir mal nicht mehr benötigt, ich stelle Dich ein.

Bei mir hast Du vielleicht nicht so viel zu tun, aber Du bist ein erstklassiger Gesellschafter und eine wahre treue loyale Seele. Danke fĂŒr Deinen Beistand Kasimir, ich schulde Dir was.

Ich vermute Marlo meinte das nicht mal böse, aber der Mann hat einen Humor, nicht zu fassen. Na ich hoffe er ist gleich wieder vernĂŒnftig, so dass wir alle in Ruhe essen können. Was machen wir mit Dir Kasi? Bist Du noch satt?",
erkundigte sich Wolfram.

Wolf begab sich in die kleine KĂŒche, wo Margot am Zweiertisch bereits zwei gefĂŒllte, dampfende Eintopfschalen samt Kaffeebecher bereitgestellt hatte.

"Das sieht gut aus", freute sich Wolfram.

Er nahm Platz, setzte Kasimir neben seinem Teller ab und ließ es sich gut gelaunt schmecken.
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Marlo von Falkenberg
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Re: Der Hexenmeister

#53

Beitragvon Marlo von Falkenberg » Sa 14. Okt 2017, 09:28

Marlo

wartete etwas, dann ging er Wolfram hinterher. Im Haus setzte er sich an den kleinen Tisch Wolfram gegenĂŒber. Er schaute ihn genau an, aber dann senkte er den Blick als Zeichen, dass er Wolf nicht verĂ€rgern wollte.

"Das mit dem Untertauchen war ein blöder Scherz und tut mir leid Wolf. Eine ErklĂ€rung wolltest du und du bekommst sie. Ich wollte mir dein Bett nicht unter den Nagel reissen, ich wollte es mit dir teilen. Das hast du falsch verstanden vorhin. Die Frage mit dem Besuch hast du genauso falsch verstanden. Ich wollte hier kein fremdes Pack einladen. Ich wollte von dir wissen, ob ich bei dir im Bett willkommen bin. Möchtest du Besuch von mir? Wir können offen darĂŒber reden, du bist allein, genau wie ich. Warum bist du alleine? DafĂŒr gibts keinen Grund Wolf, du siehst gut aus, bist nett, hast was drauf und hast sogar Geld. Warum bist du solo? Sag nicht wegen deinen Verhalten. Daran hab ich schon gedacht. Die Verwandten sagen du bist verrĂŒckt. Die schwatzen viel Dreck wenn der Tag lang ist. Und die reden genauso einen Scheiss ĂŒber mich. Ich mag dich und eine Frage ist nicht verwerflich. Was sagst du?."

Marlo kĂ€mmte mit seinen Fingern seine Haare ordentlich. Die kleine weisse Fledermaus sass auf dem Tisch. Marlo hoffte, dass Kasimir nicht wieder meinte Wolf verteidigen zu mĂŒssen und ihm nachher noch die glĂŒhende Suppe in den Schritt kippte.
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Wolfram von Wigberg
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Re: Der Hexenmeister

#54

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Sa 14. Okt 2017, 19:58

Wolfram erwiderte den Blick von Marlo, bis dieser seinen Blick senkte. Er bekam seine ErklÀrung, womit er eigentlich nicht gerechnet hatte. Aber die ErklÀrung lief in eine ganz andere Richtung, als Wolfram erwartet hatte.

Wolfram leckte seinen Löffel ab und legte ihn neben seine Suppenschale auf die Serviette. Er musterte nun seinerseits Marlo lang. Er wusste nicht ob er einfach schroff reagieren sollte. Aber das war nicht seine Art. Allerdings war Marlo vermutlich ohne es ĂŒberhaupt zu ahnen auf seinen wunden Punkt gestoßen.

"Entschuldigung angenommen, allerdings wird so etwas nie wieder vorkommen.
Eine offene Frage ist erlaubt. Dazu gehört eine offene Antwort und dass Du meine Antwort akzeptierst. Ich teile mit niemandem dass Bett Marlo. Weder mit Dir noch mit jemand anderem. Das habe ich nie und das werde ich nie. Diese Form der Zuneigung, Lust oder Befriedigung lebe ich nicht und vollziehe ich nicht.

Meine Familie hÀlt nicht sehr viel von mir. Und ich halte ebenso wenig von ihnen. Unsere Auffassung von einem guten Leben sind zu unterschiedlich.

Ich verrate Dir etwas, da Du trotz der Dreistigkeit sehr nett ĂŒber mich gesprochen hast. Falls Du Dich ĂŒber mein Bekenntnis lustig machen solltest, wirst Du dieses Haus und diesen Ort sofort fĂŒr immer verlassen.

Warum ich keine Frau oder keinen Partner habe hat nichts mit meiner Familie zu tun, sondern mit mir. Ich war als Kind oft krank... ich kann nicht... bei mir funktioniert es da unten nicht. Warum das so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kann niemandem geben, was sich jede normale Person in einer Partnerschaft wĂŒnscht. Aus dem Grund habe ich keine.

Ich suche auch keinen Heiler auf, ich habe genug Heiler fĂŒr zehn weitere Leben in diesem hier gesehen. Ich möchte einfach nur in Frieden mein Leben leben Marlo",
erklÀrte Wolfram ruhig und sachte.

Er ĂŒberlegte einen Moment, fĂŒgte aber dann nichts weiter seiner ErklĂ€rung hinzu, sondern nahm seinen Löffel wieder zur Hand und aß weiter.
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Linhard von Hohenfelde
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Re: Der Hexenmeister

#55

Beitragvon Linhard von Hohenfelde » Sa 14. Okt 2017, 20:24

Linhard folgte Brandur und hörte ihm genau zu. Dies hier sollte einst alles ihm gehören. Linhard wusste gar nicht wo ihm der Kopf stand. Er war froh, erleichtert und zeitgleich besorgt, ob er dem auch gewachsen war.

Aber die Sorge schob er als unbegrĂŒndet beiseite, Brandur hatte mehr Erfahrung als er. Da Brandur davon ausging, dass er das packen konnte, war dem sicher auch so. Immerhin hatte sein Großonkel nicht gesagt, dass dies schon morgen der Fall sein wĂŒrde. Er hatte vor ihn gemeinsam mit Dunwin auszubilden.

Als sie weitergingen und Brandur von Essen und Kasimirs FrĂŒhstĂŒck sprach, bekam Linhard ebenfalls Hunger. Ihm fiel nun auf, wie hungrig er eigentlich war. Linhard nahm sich eine Birne und aß sie genĂŒsslich auf.

"Entenbraten ist nicht nötig und zudem viel zu fettig. Falls ich fĂŒr Euch kĂ€mpfen soll, muss ich ihn Form bleiben.

Wir folgen Dir Brandur. Was fĂŒr ein Geheimnis verbirgt die Nachtburg? Du kannst sicher sein, es ist wie Dunwin sagt. Wir werden schweigen",
grinste Lin und wischte sich den Obstsaft vom Kinn.
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Re: Der Hexenmeister

#56

Beitragvon Marlo von Falkenberg » Sa 14. Okt 2017, 22:51

Marlo

legte seine Hand auf Wolframs und drĂŒckte sie.

"Über sowas wĂŒrde ich mich niemals lustig machen Wolf. In einer Beziehung geht es um mehr als um Sex. Und Sex selbst eine verdammt schöne Sache. Es tut mir leid fĂŒr dich, dass du es nicht erfahren kannst. Jedenfalls nicht auf die Art wie ein Mann sonst Sex erfĂ€hrt. Grösstenteils jedenfalls. Aber deshalb musst du nicht auf eine Partnerschaft verzichten. Es gibt andere Wege, wenn du es zulĂ€sst. Und wenn du es nicht zulĂ€sst, brauchst du doch genauso NĂ€he wie jeder andere von uns. Ich will dich zu nichts ĂŒberreden oder von was ĂŒberzeugen, was du sowieso nicht willst.
Falls du es dir anders ĂŒberlegst, zeige ich dir wie es nicht aktiver Part funktioniert. Sei ĂŒber das Angebot nicht böse, denk drĂŒber nach. Antworte wann immer du willst, aber nicht sofort. Du bist noch wĂŒtend auf mich und das Thema ist schwere Kost. Das ich dich bedrĂ€ngt habe tut mir sehr leid Wolf. Ich hab doch nicht gewusst, was hinter deiner Art steckt. Woher auch, keiner trĂ€gt das auf der Zunge. Und das GestĂ€ndnis muss dir sehr schwer gefallen sein. Du warst grosszĂŒgig, freundlich und hast mir das anvertraut. Danke dafĂŒr. Ich bin an deiner Seite, wie immer du das möchtest. Guten Hunger Wolf."

Marlo nahm die Hand weg und lÀchelte Wolfram kurz an, obwohl er einen Kloss im Hals hatte.
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Kasimir
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Re: Der Hexenmeister

#57

Beitragvon Kasimir » So 15. Okt 2017, 09:26

Kasimir freute sich sehr ĂŒber das Lob des Wolfram und verneigte sich vor ihm so elegant, wie er das als auf dem Tisch sitzende Fledermaus nur vermochte.

"Nichts schuldet Ihr mir, es ist meine Pflicht, meine Freude und mir eine Ehre, meinem Herrn und bei Bedarf auch seinen Freunden dienen zu dĂŒrfen."

Als der unhöfliche Gast eben jenem Freund seines Herrn ein eindeutiges Angebot unterbreitete und obendrein behauptete, dass eine solche Frage nicht verwerflich sei, klappte Kasmimir die winzige Kinnlade auf. In seinem Inneren kĂ€mpften der Diener, der sich fĂŒgsam und unaufdringlich zu verhalten hatte und der Mönch, dessen Aufgabe es war, vom Weg abgekommenen Individuen mittels AufklĂ€rung die RĂŒckkehr auf den rechten Pfad zu ermöglichen.

WĂ€hrend Kasimir mit sich selber focht, erklĂ€rte Wolfram sich gegenĂŒber seinem Gast in einer sehr persönlichen Sache. Kasimir schwieg höflich. Marlo aber quasselte weiter und aus der Sicht des ehemaligen Mönches machte er es mit dem zweiten Angebot nur noch schlimmer. Er revidierte seine Meinung. Dieser Mann da war nicht nur unhöflich, sondern sehr weit abgekommen! So gewann der Mönch den inneren Kampf, der Lichtreiter des Oril, der Kasimir lange Zeit aus tiefster Überzeugung gewesen war. Immerhin ging es hier um das Seelenheil des verirrten Marlo von Falkenberg und auch um das des freundlichen Herrn Wolfram.

Die Fledermaus mischte sich also in das GesprĂ€ch der beiden Herren ein, um ihrer Aufgabe als Geistlichem nachzukommen. Sie spazierte ĂŒber den Tisch, setzte sich neben Marlos Hand und nahm einen Finger zwischen ihre Pfötchen und tĂ€tschelte diesen behutsam.

"Mein Sohn", sprach Kasimir freundlich. "Das Regularium des Infiniatus zu Ehe und Familie, Band 14, ebenso wie die Lebensweisheiten fĂŒr den Weg des Lichts von Pater Calistus sprechen eindeutig davon, dass Geschlechtsakt und Ehe untrennbar aneinander gebunden sind wie Sonne und Himmel. Da Herr Wolfram bislang nicht den Bund der Ehe mit Euch vollzogen hat, ist die Sachlage doch eindeutig.

Ihr habt ihm ein höchst unmoralisches Angebot unterbreitet, das keinesfalls gutgeheißen werden kann und ihn ihn Versuchung gefĂŒhrt, den dunklen Pfad des Malgorion zu beschreiten. Dem Heil des Astralkörpers ist das sehr abtrĂ€glich und kann zum vollstĂ€ndigen Auflösen der seelischen Substanz fĂŒhren! Wenn Herr Wolfram Euch tatsĂ€chlich etwas bedeutet, dann werdet Ihr ihn nicht weiter vom Pfad des Lichtes abzubringen versuchen.

Zu Lebzeiten war ich bekannt als Frater Kasimir, Mönch, Geweihter des Mondtempels und Lichtreiter und kenne mich mit derlei Dingen daher sehr gut aus. Ich biete euch gern eine persönliche Unterredung, Herr von Falkenberg und empfehle euch bei Bedarf auch gern einem kompetenten Pater weiter."


Noch immer lĂ€chelte die Fledermaus freundlich, jedoch konnte sie sich nicht verkneifen, einen Blick auf die Adern zu werfen, welche ĂŒber den HandrĂŒcken des Marlo verliefen.
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Wolfram von Wigberg
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Re: Der Hexenmeister

#58

Beitragvon Wolfram von Wigberg » So 15. Okt 2017, 18:50

Wolfram legte erneut seinen Löffel beiseite und musterte sein GegenĂŒber, wĂ€hrend Marlo seine Hand drĂŒckte. Wolfram wusste das es der andere gut mit ihm meinte, vermutlich auch mit sich selbst, aber das störte Wolfram nicht. Bevor er das Wort ergriff, war schon Kasimir zur Stelle.

"Über Eure Worte werde ich nachdenken Marlo und Kasimir. Das Ehe und SexualitĂ€t nach Infiniatus untrennbar miteinander verbunden sind, hat etwas Romantisches. Aber ich habe nicht vor irgend eine Form von SexualitĂ€t einzugehen, rein zur Befriedigung.

Denkst Du, ich habe nicht ĂŒber meine Situation nachgedacht Marlo? SelbstverstĂ€ndlich habe ich das und dies weitaus lĂ€nger und grĂŒndlicher aus Du vermutest. Deine Sorge ehrt Dich, aber sie ist nicht angebracht. Es ist durchaus möglich, dass es fĂŒr mich eine andere Art zu leben gĂ€be. Eine Lebensart, in der ich eine Partnerschaft fĂŒhren könnte und ein Liebesleben hĂ€tte. Wie lange?

Was glaubst Du wie lange wĂŒrde diese doch sehr einseitige Partnerschaft halten? Eine Woche, ein Monat, vielleicht sogar ein Jahr? Und dann?

Dann ist es vorbei. Du wĂ€rst meiner ĂŒberdrĂŒssig. Du gehst Deiner Wege und findest jemand neues. Und ich?

Ich werde dann so leben wie bisher, nur mit dem einen Unterschied, dass ich weiß was ich verloren habe und aller Voraussicht nie wieder erhalten werde. WofĂŒr soll ich mir das antun? Ich bin zufrieden und glĂŒcklich, ich habe nicht vor daran etwas zu Ă€ndern Marlo.

Versuche nie etwas zu besitzen, dessen Verlust Du Dir nicht leisten kannst.

Ich könnte mir diesen Verlust nicht leisten. Und Du möchtest mich nicht als Partner. Du sprachst von einer Frau die Du irgendwann heiraten möchtest. Du suchst Kurzweil, Unterhaltung, intime Gesellschaft Marlo. Das ist in meinen Augen legitim, aber ich suche nicht und ich finde nicht. Ebenso wenig möchte ich gefunden werden.

Du bist an meiner Seite auf die Art und Weise, die ich mir wĂŒnsche? Dann sei mein Kumpel und mein BeschĂŒtzer. Mehr kann ich Dir nicht bieten Marlo, der Preis ist mir zu hoch", erklĂ€rte Wolfram betrĂŒbt.

Wolf entging nicht der hungrige kleine Blick der Fledermaus. Er musste sich ein Schmunzeln verkneifen.

"Danke Kasimir. Ob Marlo eine Unterredung diesbezĂŒglich wĂŒnscht oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich hĂ€tte sehr gerne eine Unterredung mit Dir Kasimir. Sobald Du Dich vom Stress der Reise erholt hast", schlug Wolfram vor.

"Nochmals guten Hunger",
schmunzelte Wolfram und aß weiter.
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Re: Der Hexenmeister

#59

Beitragvon Marlo von Falkenberg » Di 17. Okt 2017, 13:11

Marlo
 
wusste nicht was er sagen sollte, als die kleine Fledermaus zu schwatzen begann. Irgendwie war das völlig verrĂŒckt. Eine sprechende Fledermaus stauchte ihn zusammen und hielt ihn einen Vortrag ĂŒber sein schlechtes Benehmen. Aber das war besser, als wenn sie die Suppe auf ihn verschĂŒttet hĂ€tte. Seine Krallen hielten Marlos Finger fest, wĂ€hrend die Fledermaus etwas aus einem Glaubensbuch vortrug.
So wie Kasimir das sagte, bedeutete ihm das GeschwÀtz was, Marlo hÀtte am liebsten geschnaubt. Wenn er sich auflösen sollte weil er Sex ausserhalb der Ehe gehabt hat, dann hÀtte er sich schon lÀngst in seine Bestandteile aufgelöst und wÀr verschwunden. Aber jeder konnte glauben was er wollte.
Im körperlichen VergnĂŒgen sah er keine SĂŒnde und den  Pfad zu Dunkelheit sowieso nicht. Wolfram erklĂ€rte, dass er kein Interesse daran hatte. Das war scheinbar so aus Angst vor EnttĂ€uschung und Einsamkeit. Was Wolf erklĂ€rte stimmte Marlo traurig, der Kloss in seine Kehle blieb. Er hatte nicht vor, Wolf zu verĂ€rgern. Er wollte sich mit ihm vergnĂŒgen, aber die Worte trafen Marlo. Sicher wollte er spĂ€ter eine Frau heiraten, aber nicht aus Liebe sondern weil das verlangt wurde. Jeder Adlige hielt es so. Selten wurde aus Liebe geheiratet sondern aus Berechnung. Macht und Geld waren der Punkt worum es ging. Und sobald er verheiratet war, wĂŒrde sich bis auf seinen Status nichts Ă€ndern. Er wĂŒrde sich genauso weiter vergnĂŒgen. Jedenfalls war das sein Plan, bis vor ein paar Minuten. Jetzt sah das anders aus. Marlo dachte ĂŒber Wolframs Worte nach und ĂŒber die Hochzeit von Dave und Varmikan. Es musste nicht so laufen, dass er eine Frau heiratete, die er nicht kannte. Es war keine schlechte Idee die Frau oder den Mann zu heiraten die er liebte.
Vielleicht hatte das Kasimir damit gemeint. Sex war mit einer Person die er liebte was anderes, dass wusste Marlo. Aber es gab zwei Formen von Vereinigung, zur reinen Befriedigung und zur Liebe. Dann hatte Kasimir und sein komisches Buch Recht.
Falls Wolfram ihn mit den Worten verscheuchen wollte, hatte das nicht funktioniert. Marlo wollte eigentlich nur Spaß, da er Wolf gutaussehend fand. Aber jetzt wollte er ihm beweisen, dass es lĂ€nger halten konnte als Wolf dachte. Aber wie er das anstellen sollte, wusste er nicht. Er musste Wolf von sich ĂŒberzeugen. Wenn er jetzt nochmal das Thema ansprechen wĂŒrde, dann wĂ€re Wolfram ganz sicher wĂŒtend. Marlo entschied sich, das Thema ruhen zu lassen und statt zu reden spĂ€ter zu handeln. Wolfram war ein anstĂ€ndiger Kerl, ein Versuch war es wert. Er sollte nicht allein und in Einsamkeit versauern. Sie wĂŒrden gut zusammenpassen fand Marlo.
Er befreite seinen Finger aus den Krallen von der Feldermaus und ass seinen Eintopf.
 
„Wenn fĂŒr dich die Ehe mehr ist als eine Zweckgemeinschaft fĂŒr die Sicherung von Macht, Ansehen und Geld und wenn fĂŒr dich Sex mehr ist als reine Befriedigung, dann hast du Recht Kasimir. Dann gehören Ehe und Sex zusammen in Einheit mit Liebe. Ich denke dass so eine Ehe wohl die beste ist die jeder eingehen kann.
Aber wenn du nur Sex zu Befriedigung brauchst, dafĂŒr musst du nicht heiraten, dafĂŒr gibt es Dirnen die dir zur Not helfen. Und davon hat sich noch keiner in seine Bestandteile aufgelöst. Wobei bei dem was man sich da einfangen kann, vielleicht löst man sich doch in seine Bestandteile auf.
Ich wĂŒrde genauso gerne mit dir reden Kasimir. Rede zuerst mit Wolf und dann reden wir.“
 
Marlo tippte die Fledermaus freundlich an.
 
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Re: Der Hexenmeister

#60

Beitragvon Kasimir » Di 17. Okt 2017, 14:52

Kasimir war erleichert. Es war doch noch nicht aller Tage Abend, Marlo von Falkenberg war trotz seiner verschrobenen Art und malgorischer Verirrungen fĂŒr eine Unterredung offen!

Kasimir bedankte sich höflich bei Herrn Wolfram dafĂŒr, dass er hatte sein Wort an Marlo richten dĂŒrfen, beglĂŒckwĂŒnschte Marlo zu seiner Entscheidung, mit ihm als Fachkundigem fĂŒr seelische und moralische UnzulĂ€nglichkeiten, die aber zu korrigieren sind zu sprechen und verabschiedete sich vorerst. Die Sonne ging bald auf und fĂŒr Kasimir wĂŒrde der Aufenthalt in diesem Raum bald lebensgefĂ€hrlich sein.

So flatterte die Fledermaus durch die Flure hinab in den Keller und in den finstersten Raum, wo sie sich kopfĂŒber an die Decke festklammerte und ruhte, bis das die Nacht erneut hereinbrechen wĂŒrde. Kasimir war gespannt, was Herr Wolfram mit ihm besprechen wollte und ob es ihm selbst gelingen wĂŒrde, den armen Herrn von Falkenberg von seinen schĂ€dlichen Lastern zu berfreien oder deren Einfluss zumindest zu mildern.
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"Herr, wer euch dient fĂŒr Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
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