Der Hexenmeister


Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr├Ągt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben├Âtigt man starke Nerven und gleicherma├čen ein H├Ąndchen f├╝r B├╝ndnisse und Hinterhalte.
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Wolfram von Wigberg
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Re: Der Hexenmeister

#11

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Do 28. Sep 2017, 20:04

Nachdem Wolfram einiges an Strecke hinter sich gebracht hatte, ritt er im gem├╝tlichen Tempo voran. Es war dunkel geworden und die Zeit war wie im Flug verstrichen. Ein Pferd galoppierte heran und Wolfram tastete gewohnheitsgem├Ą├č sofort nach den Farben der Person. Es war Marlo der ihn einholte und dann mit seinem Pferd neben ihn einher ritt.

Wolfram begr├╝├čte ihn ebenfalls mit einem L├Ącheln. Aber im Gegensatz zu Marlo, war dies bei ihm keine Mangelware die er nur ausgesuchten Personen zuteilwerden lie├č, meist bedachte er jeden damit. Es sei denn eine Person hatte es sich derma├čen mit ihm verscherzt, dass sogar Wolfram davon absah. Aber dazu musste viel geschehen sein.

"An Unterhaltung hat es der Hochzeit nicht gemangelt. Wo andere Familie ein Unterhaltungsprogramm aufstellen m├╝ssen, werden bei uns Hochzeiten zu Krimis. Was ich allerdings f├╝r Dave, seinen Mann und das andere Hochzeitspaar sehr bedauere.

Du hast richtig gesp├╝rt Marlo, ich habe nach Dir gesucht. Allerdings nicht um Dich aufzusuchen, sondern ich musste aus dem Labyrinthartigen Haus schleunigst nach drau├čen finden. Und da ich wusste, dass Du Dich im Tempel aufh├Ąltst, habe ich Dich als Richtungsanzeiger gew├Ąhlt - Du warst sozusagen die Ausrichtung meiner Kompassnadel.

Die ersten Anzeichen des heraufziehenden Sturm hast Du selbst noch direkt mitbekommen. Und genau deshalb musste ich mir ein Pferd ausleihen.

Brandur und Ansgar sind sich angegangen. Es ist zum Verzweifeln. Alle m├Âchten die Familie auf andere, friedlichere Wege f├╝hren und jeder meint dies w├Ąre nur ├╝ber den alten Weg m├Âglich.

Nun dazu neue Wege einzuschlagen, geh├Ârt nun einmal die alten zu verlassen!

Aber wem sage ich dass, Du wei├čt genauso gut wie ich, dass manchmal nur ein Umweg oder das Betreten von v├Âlligem Neuland nur ans Ziel f├╝hrt. Brandur und Ansgar sind in der Hinsicht zu stur und zu festgefahren in ihren alten Verhaltensweisen.

Es kam zum Schlagabtausch und irgendwie doch nicht. Brandur und Linhard hatten Ansgar in seinem Quartier gestellt. Varmikan und Dave eilten ihm zur Hilfe. Der Frostalb sprach sich f├╝r Frieden aus. Am Ende standen wir uns alle gegen├╝ber. Auf der einen Seite Ansgar mit Dave, Varmikan und Marcella auf seiner Seite auf der anderen Brandur, Linhard, Massimo und ich.

Es wurde hin- und hergestritten und vorher hatte es auch eine handfeste Auseinandersetzung gegeben, bei der Brandur zur Waffe griff. Linhard hat seinen Vater verteidigt, zeitgleich aber auch Brandur. Jedenfalls kam dabei Janko der Leibdiener von Ansgar zu schaden. Und kurze Zeit sp├Ąter wohl Ansgar, den er hat einen Schlag ins Gesicht kassiert.

Wie dem auch sei, Varmikan bat vorher Dave alles aufzuf├╝hren, was sich die Anwesenden nicht sagten, da Brandur es f├╝r n├Âtig hielt Ansgar zu t├Âten, damit Lin und Anwolf gemeinsam im Frieden leben konnten.

Kurzum Brandur bezweckte das letzte Blut in der Familie zu vergie├čen, damit es Lin nicht tun musste. Er hatte vor Linhard vor dem Brudermord zu bewahren.

Jedenfalls offenbarte Dave, dass Ansgar Linhard sehr wohl liebt, aber nicht in der Lage ist seine Gef├╝hle auszudr├╝cken. Und Linhard liebt seinen Vater ebenso, f├╝hlt sich aber missachtet und nicht gesehen. Zudem wurde die vereinbarte Hochzeit zwischen Lin und Fara angesprochen. Ansgar lenkte gl├╝cklicherweise ein. Linhard muss die Frau nicht heiraten.

Dennoch war es ein Sumpf des Misstrauens. Und leider beschwor Brandur - Dunwin.

Du hast richtig geh├Ârt, er beschwor seinen kleinen Bruder. Die Begeisterung die losbrach, war kaum zu beschreiben. Dave ist ├╝bergeschnappt, Varmikan stand seinem Mann sofort bei aber er war schlagartig eine andere Person. Du hast gemerkt, nur Daves Zustand hielt ihn davon ab Lin und Brand nicht mit blo├čen H├Ąnden vor Wut anzugreifen, Ansgar ist auf seine Art ausgerastet und hat Massimo und Brand beschimpft.

Nun um das Ganze nicht in die L├Ąnge zu ziehen, Brandur ist mit Linhard und Dunwin dann geflohen. Massimo rief dazu auf die Waffen niederzulegen um Dave beizustehen und Ansgar kam dem sogar tats├Ąchlich nach. Wir haben dann Dave gemeinsam zu Heiler gebracht.

Dantoine, das ist der Heiler, hat Dave einigerma├čen wieder hinbekommen. Allerdings nur mit der Hilfe von Varmikan und Ansgar. Dave hatte sich im Nexus verkrochen und festgekrallt. Dem wurde er gewaltsam entrissen und die Verbindung zum Nexus gekappt.

Dave war verwirrt und sprach offen seine ├ängste aus, was immer Dunwin getan haben muss, es hat ihn als Kind zerst├Ârt. Massimo hatte vorher noch mit Ansgar gestritten, aber als er die Tragweite von Daves Worten begriff, hat er sich entschuldigt. Er bot ihm seinen Beistand an, was ich einen sehr sch├Ânen und anst├Ąndigen Zug von ihm fand. Das soll nicht unerw├Ąhnt bleiben.

Das zweite Ehepaar wurde herbeigerufen und erst da beruhigte sich Dave wirklich. Sie scheinen gute Leute zu sein und ihm extrem viel zu bedeuten.

In dem ganzen Trubel entdeckte ich Kasimir, Brandurs Leibdiener. Er hatte sich bei Janko versteckt und ich habe ihn mitgenommen und zugesehen, dass wir aus der Heilstube wie auch von ganzen Anwesen verschwinden, ehe Ansgar ihm die Rechnung f├╝r seinen Herrn pr├Ąsentiert.

Ehe Du Dich wunderst wo Kasimir ist, ich habe ihn in meine Robentasche gestopft. Er ist ein Vampir und nuckelte an Ansgars verletztem Leibdiener herum. Also habe ich den Guten von dem Verletzten abgepfl├╝ckt, eingesteckt und gemacht dass ich von dort wegkam.

Wer wei├č wann Brandur zur├╝ckkehrt, falls er ├╝berhaupt zu mir zur├╝ckkehrt. Ihm habe ich angeboten mein Gast zu sein. Es w├╝rde ihm gut tun, die Einsamkeit frisst jeden unserer Sippe auf, aber seine Familie und deren Mitglieder besonders.

Du kannst mich gerne zu mir nach Hause begleiten Marlo. Deine Bewerbung an Dave musst Du wohl oder ├╝bel eh verschieben. Da kannst Du uns beiden gerne Gesellschaft leisten, sprich Kasimir und mir. Das w├╝rde mich freuen",
antwortete Wolfram.
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Re: Der Hexenmeister

#12

Beitragvon Linhard von Hohenfelde » Do 28. Sep 2017, 20:28

W├Ąhrend sich Linhard vor Freude auf dem Drachen kaum einbekam, wann bekam man schon einmal so etwas geboten, war Brandur mit seiner Kraft am Ende.

Lin h├Ątte den Dunwin in der Drachengestalt gerne dazu aufgefordert einmal schneller zu fliegen oder einen Sturzflug hinzulegen, aber solche Kommentare und Vorschl├Ąge verkniff er sich.

Zudem waren sie auf dem Gesch├Âpf nicht gesichert. Lin konnte in der momentanen Situation problemlos festhalten. Aber schon bei einem Ritt auf dem Pferd konnten bei einem Sturz Kr├Ąfte wirken, die der st├Ąrkste Mann nicht auffangen konnte.

Welche Kr├Ąfte erst auf sie einwirken mussten, falls der kn├Âcherne Drache vom Himmel st├╝rzte, wenn auch nur aus Spa├č an der Freude, konnte sich Linhard nicht ausrechnen.

Er beschloss Brandur zu fragen, ob er Zaumzeug zur Verf├╝gung hatte, dass man als Gurte f├╝r den Drachenritt umfunktionieren konnte. So gesichert und mit Dunwins Wohlwollen, w├╝rde er so ein Flugman├Âver sp├Ąter austesten.

Zudem wollte er testen, ob man von dem R├╝cken des Wesens aus k├Ąmpfen konnte. M├Âglich musste dies sein, vor allem mit einer geeigneten Langwaffe wie einer Lanze.

Lin hoffte, dass Dunwin nach dem Flug den Drachen wieder verlie├č und er noch etwas Zeit mit ihnen verbrachte. Er wollte sehr gerne mit seinem Gro├čonkel Brandur und Gro├čvater Dunwin sprechen.

Einerseits hatte er an Brand und Dunwin tausende Fragen, andererseits hatte er nicht vor, sie gleich damit zu verprellen. Vor allem nicht Brandur, den er sehr mochte. Lin hatte vor die beiden erst einmal richtig kennenzulernen bevor er sie mit all seinen Fragen l├Âcherte.

In dem Moment fiel Linhard ein, dass er nur noch besa├č, was er am Leib trug, einschlie├člich seiner Waffen. Er war wirklich frei, frei von allem, sogar etwas freier als er selbst beabsichtigt hatte - n├Ąmlich v├Âllig frei von seinem Besitz.

Linhard musste ├╝ber den Umstand lachen, denn er hatte sich noch nie so wohl gef├╝hlt in seinem ganzen Leben wie genau in diesem Moment in der Luft auf dem R├╝cken des Drachen mit seinem Gro├čonkel Brandur.
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Re: Der Hexenmeister

#13

Beitragvon JEELEN » Do 28. Sep 2017, 20:47

Dunwin

Der schneewei├če kn├Âcherne Wyvern flog durch die Schw├Ąrze der Nacht.
Dunwin empfand diesen Umstand als eine Art Metapher.

Ebenso hatte das Geschenk von Brandur f├╝r ihn eine symbolkr├Ąftigte Bedeutung.
Jenen Bruder den er fast in den Tod geschickt hatte und dessen K├Ârper er zerst├Ârt hatte war es nun, der ihn aus dem Tode zur├╝ckholte und ihm einen neuen K├Ârper schenkte.

Vielleicht w├╝rde sich doch noch alles zum Guten wenden.
Wenn nicht f├╝r alle, dann f├╝r sie beide... nein sie drei... korrigierte sich Dunwin.

Fr├╝her zu seinen Lebzeiten hatte er solchen Zeichen keinen Wert beigemessen, nun losgel├Âst von allem Weltlichen, sah er Dinge die ihm vorher verborgen geblieben waren.

Manches davon schmerzte seine Seele tief.

`Trux...
Eine verlassene und geschliffene Stadt...
Tod... Zerst├Ârung... Chaos...
...das klingt so.... mhm... heimelig... Bruder.

Wohin genau m├Âchtest Du nach Trux Brandur?┬┤,
fragte Dunwin erheitert.
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Re: Der Hexenmeister

#14

Beitragvon JEELEN » Do 28. Sep 2017, 23:25

Brandurs und Dunwins Fluggespr├Ąch - Ritt nach Trux


DUNWIN
unsere Kinder w├╝rden unsere Handlungen nicht verstehen Brand und nicht begreifen dass ich im Tod begriff was ich verbrochen habe. Irgendwann m├Âchte ich mit ihnen reden. Und Dir noch etwas anvertrauen. Falls Du m├Âchtest

Brandur von Hohenfelde
Du m├Âchtest mir etwas anvertrauen? Mir?

DUNWIN
Du hast mir eine zweite Chance und einen zweiten K├Ârper geschenkt - wenn nicht Dir wem dann Bruder?

Brandur von Hohenfelde
Eine zweite Chance ... *schlie├čt die Augen* ... ich hoffe, dass es das f├╝r uns ist. Ich will es gut machen, bevor ich sterbe.

DUNWIN
wie Du siehst ist es sogar noch nach dem Tod m├Âglich

Brandur von Hohenfelde
Mich wird wohl kaum jemand beschw├Âren wollen und ich will auch gar nicht wieder zur├╝ck. Wie war dein Sterben - wenn die Frage nicht zu piet├Ątlos ist?

DUNWIN
schmerzhaft und erl├Âsend zugleich Brandur....
ich h├Ątte nicht gedacht, dass er mich derma├čen hasst und es so... extrem zuende zu bringen...
zeitgleich war ich froh... es war vorbei und ich war frei...

Brandur von Hohenfelde
Ich habe deinen K├Ârper gesehen. Ich war entsetzt wie ... unsauber er es vollzogen hat.

DUNWIN
Er tr├Ągt daran keine Schuld...

wie oft habe ich ihn aus dem Bett gezerrt und gr├╝n und blau geschlagen bis er nur noch wimmernd am Boden lag... und f├╝r mich lag dort Alastair und nicht er...

nun... vielleicht war jeder Schnitt und Stich f├╝r eine dieser N├Ąchte, oder jene anderen... wo ich ihn verlieh und seinem Schicksal ├╝berlie├č...

Brandur von Hohenfelde
Die beiden d├╝rften wohl kaum zu verwechseln sein, wenn du mir die Anmerkung gestattest.

DUNWIN
Das waren sie auch nicht... aber er war gew├╝nscht von ihm, also strafte ich mit der Handlung ihn... vermeintlich... es hat ihn so wenig interessiert... wie er sich f├╝r uns interessierte Brandur...

Brandur von Hohenfelde
Es ist fast vorbei.
Wir beenden es.

DUNWIN
ich hoffe es...
Wie ich sagte, wir sollten Lin lehren nur ein Kind zu zeugen. Eines das er liebt...

Brandur von Hohenfelde
Das, und wir m├╝ssen die letzten Bande an Alastair kappen.

DUNWIN
Er muss lieben d├╝rfen... wie Bruder?

Brandur von Hohenfelde
Ja, das muss er. Wie? Nun, die letzte Verbindung zu Alastair sind Ansgar und ich.. Dave hat das Band gekappt.

DUNWIN
Du m├Âchtest in den Tod gehen mit Ansgar?

Brandur von Hohenfelde
Ja.
Ich m├Âchte diese Aufgabe noch erf├╝llen, dann w├╝nsche ich nur noch Freiden.

DUNWIN
nun Ansgar mag gef├Ąhrlich sein, aber er ist ebenso mein Sohn. Er mag hart sein, aber meist betr├╝gt und l├╝gt er nicht, dazu ist er so wenig in der Lage wie Kunwolf es war. Sein Mund ist schneller als sein Verstand eben so eine Wut. Falls er fallen muss, nutze dies. Er k├Ąmpft unlogisch solbald er w├╝tend ist, er wird blind.... betriebsblind... seine Frau lenkt ihn....

Brandur von Hohenfelde
Danke, ich werde sehen, was sich daraus machen l├Ąsst. Es muss aufh├Âren. All der Dreck der Vergangenheit, damit Linhard sich auf die Zukunft konzentrieren kann.
Ich m├Âchte, dass er das Oberhaupt der Familie wird. Und eine neue Zeit einleitet.

DUNWIN
nun er k├Ânnte seinen Platz r├Ąumen, wie es Alastair f├╝r mich tat... oder er f├Ąllt... beides ist m├Âglich....

dem stimme ich zu... Linhard w├Ąre auch meine Wahl als n├Ąchstes Oberhaupt gewesen. Sein Bruder denkt in zu engen Bahnen... f├╝r Wolfi wird alles am Wert des Geldes gemessen... gleichg├╝ltig was... er z├Ąhlt nach....

Brandur von Hohenfelde
Er muss fallen. Es muss eine Ende haben.
Anwolf ist Ansgar zu nahe.

DUNWIN
fallen... oder nicht fallen... ich kann es nicht deuten. Falls er dem Posten ehrlich abspricht soll er leben. Er lebte nie... so wenig wie Dave.... wobei Dave mir gleich und Ansgar mir weniger vom Charakter...

Ansgar und Anwolf gleichen sich da sie nicht nur Vater und Sohn sind Brandur.... sie sind Freunde... DAS ist der gravierende Unterschied, den es vorher nicht gab!

Brandur von Hohenfelde
Ansgar und Dave interessieren mich nicht, weder ihr Leben noch ihr Tod, doch ich m├Âchte, dass Lin es gut hat
Er soll frei sein von all dem

DUNWIN
das sah ich stets so, aber er verwehrte mir den Kontakt... weshalb... er hatte kein Interesse an ihm... es h├Ątte ihm gleichg├╝ltig sein d├╝rfen... ich wollte Lin nie etwas b├Âses....

Brandur von Hohenfelde
Nun, er f├╝rchtet den Alastair in dir
In dir ist sein Erbe vielleicht am st├Ąrksten

DUNWIN
dann sollte er in den Spiegel starren! Er ist Linhards Alastair!

Brandur von Hohenfelde
Ja!

DUNWIN
Du irrst Bruder... ich war der Schw├Ąchste von Euch und am wenigsten Alastair und genau deshalb t├Âtete ich Euch... aber den Tod von Alastair verwehrten sie mir... und dies war der einzige Tod... der einzige Bruder den ich w├╝nschte! Aus tiefstem Herzen... die anderen waren IHM zu Ehren...

Brandur von Hohenfelde
Welches der, den du dir w├╝nschtest?

DUNWIN
Die Behauptung niemanden etwas anzutun, nur weil man nicht die Hand erhebt ist l├Ącherlich. Ich kenne ein Buch voller M├Âglichkeiten jemandem zu schaden ohne ihn nur zu ber├╝hren. Und v├Âllige Missachtung ist eine der schlimmsten Foltern. Jede Person, auch wir, leben davon uns in den Augen der anderen wiederzuerkennen... uns in den Augen unserer Nahen zu spiegeln... aber sie sahen uns nie... wir waren nicht existent...

der einzige Tod den ich pers├Ânlich jemals w├╝nschte war Alastair mit eigener Hand zu t├Âten... ob er mich dann gesehen h├Ątte? Ob er begriffen h├Ątte dass ich mehr bin als... eine Topfpflanze... etwas das nur anwesend ist und lebt aber ansonsten nichts weiter bedarf?... dass h├Ątte ich gerne gesehen... w├Ąhrend seine Augen im Tod gebrochen w├Ąren...

Brandur von Hohenfelde
Wahre Worte, Dunwin ... ich w├╝nschte, wir h├Ątten so reden k├Ânnen, als du noch lebtest. Ich bedaure zutiefst, dass es so kam .. ich bedaure alles, mein kleiner Bruder.

DUNWIN
mir ergeht es nicht anders Brandur... und mir erging es damals nicht anders... nur zeigen... tja durften wir das nie
nun bist Du bereit ein Geheimnis zu erfahren?

Brandur von Hohenfelde
Ja, das bin ich.

DUNWIN
Du sitzt ja schon... nicht wahr?...
es waren nicht drei Brandur.... es waren vier...

Brandur von Hohenfelde
Ja. Ich bin alt. ;)

DUNWIN
Ich ebenso Bruder...

Brandur von Hohenfelde
Vier? Wer? Wir?

DUNWIN
nein... ich habe vier S├Âhne... gehabt....
einen von dem Alastair nichts wusste...

Brandur von Hohenfelde
Wo ist er jetzt?
Wie alt ist er?

DUNWIN
Ansgar... Dave... meinen j├╝ngsten den er t├Âtete und meinen dritten Sohn... geboren von meiner Geliebten...
etwas j├╝nger als Dave... er m├╝sste 40 Jahre sein...

Brandur von Hohenfelde
Ist er in Sicherheit?

DUNWIN
oh ja... das ist er... *lach* ja und niemand hat ihn je gesehen... so wie mich... dabei ist er so nah... nun Alastair wollte schlie├člich blind sein... nicht wahr?

Brandur von Hohenfelde
Tr├Ągt er deinen Namen?

DUNWIN
den Namen dem ich ihm gab.... ja... aber unseren Namen? Nein...

Brandur von Hohenfelde
Das ist gut.
Am besten wird sein, er erf├Ąhrt nie, wer er ist.

DUNWIN
Du kommst nicht drauf Bruder... kann dass sein?...
oh er wei├č es...

Brandur von Hohenfelde
Kenne ich ihn?

DUNWIN
er ist klug... er ist ein guter Junge... wie Du sagen würdest... er versteht sich sogar sehr gut mit meinem Ältesten...
m├Âglich... ich denke schon... er verh├╝llt stets sein Gesicht... aber niemand fragte je... weshalb?

Brandur von Hohenfelde
Ich kenne niemanden, der sein Gesicht verh├╝llt und kein Rakshaner ist.

DUNWIN
Du kennst Skronda den Assassinen unseres Hauses nicht Brandur?

Brandur von Hohenfelde
Ja, ihn kenne ich.

DUNWIN
Sohn von Canan, meiner "Leibw├Ąchterin"?

Brandur von Hohenfelde
Was hei├čt kennen
Ich sah ihn

DUNWIN
sich seiner gewahr werden...
eines Tages siehst Du ihn unmaskiert und Du wirst erkennen, dass er nicht nur D├╝sterling ist...

Brandur von Hohenfelde
Er ist dein Sohn?
Das ist ... eigenwillig.

DUNWIN
eigentlich ist er nicht mal dass, nicht wahr? Ein Mischling... fremdes Blut... verabscheuungsw├╝rdig ein Fremdvolk... wie ich sie verachte... die Beste Tarnung Bruder... vermeintlicher Hass...
ja

Brandur von Hohenfelde
Und raffiniert. Aber auch unklug. Man wird ihn nie akzeptieren als das, was er ist, sollte er w├╝nschen, sich zu offenbaren

DUNWIN
er w├╝nscht es so wenig wie ich... er ist etwas wesentlich wichtigeres als ein von Hohenfelde... er ist gewollt und geliebt... was bedeutet schon unser Name ausser Schmerz und Leid?... Soll ich ihm den Fluch ├╝berreichen? Er lebt freier als wir es je konnten... und dennoch lebt er gut... und er ist frei jederzeit zu gehen...

Brandur von Hohenfelde
Auch Linhard ist gewollt und geliebt. Trotz seines Namens. Wenn wir alles richtig machen, wird unser Name in Zukunft nicht mehr nur mit Schmerz verbunden sein. Skondra ... ich muss ihn bei Gelegenheit genauer betrachten. Ich werde sein Geheimbis f├╝r mich behalten.

DUNWIN
Wohl gesprochen Bruder... so sei es... Ich werde mich ihm offenbaren... solltest Du es erlauben... so wird er sich Dir auch offenbaren... schau in sein Gesicht... Du wirst das Gesicht Deines Sohnes, wie Lins, meines oder Daves in ihm erkennen...

Brandur von Hohenfelde
Wer bin ich, einem Vater den Wunsch zu verwehren, seinen Sohn zu sehen? Geh du nur. Wenn ich dich zu sehen w├╝nsche, rufe ich dich.

DUNWIN
Nun Du missverstehst... Du sollst anwesend sein Bruder...

Brandur von Hohenfelde
Ist er eine Gefahr f├╝r Linhard?

DUNWIN
Nein... er genau wie jeder Schatten greift in die Familieninterna niemals ein... was immer zwischen den Hohenfelde geschieht...

Brandur von Hohenfelde
Was bindet ihn an diesen deinen Wunsch?
Oder ist das sein eigener?

DUNWIN
Zuneigung... und sein Rudel...

Brandur von Hohenfelde
Sein ... Rudel. *reibt sich die Nasenwurzel*

DUNWIN
Die Schatten Brandur... sie sind ebenfalls Teil unseres "Rudels"....
Kannst Du meinem anderen Sohn etwas ausrichten... sobald er sich gefasst hat?... es w├Ąre gut f├╝r Linhard... das er es wei├č... zu seinem Schutz...

Brandur von Hohenfelde
Der Begriff missf├Ąllt mir im Zusammenhang mit einer Familie, er klingt nach Tier.
Welchen anderen Sohn meinst du? Sicher kann ich eine Botschaft ├╝bermitteln.

DUNWIN
Dave soll wissen... dass ich von ihm keine Absolution erwarte... aber er soll ebenso wissen... dass ich mich oft genug im meinem Quartier fragte... warum. Warum ich wieder derma├čen die Beherrschung verlor und ihn bek├Ąmpfte wie einen Feind, wie einen Gegner... nun wie einen Mann... der er noch lange nicht wahr... Und dennoch... trotz allem... tat ich es immer wieder... ich genoss es, wenn er litt... und ich verabscheute mich zeitgleich daf├╝r... und ich tat es immer wieder...
Ein Tier? Korrekt Bruder.... manchmal sind sie sogar die besseren Menschen...

Brandur von Hohenfelde
Ich werde es ihm ausrichten. Vielleicht nicht pers├Ânlich, es ist momentan zu riskant.

DUNWIN
irgendwann... solltest Du die Gelegenheit haben... ich werde sie niemals haben...
falls er fragt weshalb...
ihre Angst... war meine Droge...
Angst... Panik... Respekt... ohne sie konnte ich nicht existieren... sie waren ein Teil von mir... und sind es wohl noch immer... wie man vorhin sah...

Brandur von Hohenfelde
Du kannst es ihm auch selbst ausrichten, wenn das dein Wunsch ist, Dunwin.

DUNWIN
Er wird weder zuh├Âren... noch mir Glauben schenken...
Selbst Du... glaubst Du mir... das ich um Euch... weinte?

Brandur von Hohenfelde
Doch, das glaube ich dir. Du bist mein kleiner Bruder. Ich kannte dich bevor du ... erwachsen wurdest.

DUNWIN
...mhm... das ist das Netteste was jemand zu mir seit... hm... 50 Jahren sagte... es bedeutet mir etwas... hab Dank gro├čer Bruder...

Brandur von Hohenfelde
Wir alle waren anders, als wir geboren waren. Die Bosheit liegt uns nicht im Blut, oder nur zum Teil.

DUNWIN
weise Worte... das es anderes geht wurde bereits bewiesen... selbst nach unserer Erziehung...
Linhard wird es besser machen... und Anwolf hoffentlich ebenso

Brandur von Hohenfelde
Ich frage mich nur, warum ... warum erst so viele haben sterben m├╝ssen, bis wir all das erkannten.

DUNWIN
weil man im Tode nichts mehr f├╝rchtet Brandur... Du warst ebenso tot wie ich... man muss scheinbar erst alles verlieren um v├Âllig frei zu sein... selbst im Geist... schau doch ├╝ber die Schulter und hinter Dich... wann war Lin je so gl├╝cklich? Und was besitzt er noch?

Wir sollten daf├╝r sorgen, dass unser Tod nicht vergebens war... wir sollten das T├Âten beenden... aus unserem Tod sollte neues Leben entstehen... Wolfram hat es aus eigener Kraft geschafft all dem zu entsagen... Dave... nunja mit Hilfe eines Goblins... aber er hat es dennoch geschafft...

Du wei├čt dass er sich Kinder w├╝nscht?... seine Ambitionen in Hinsicht auf den Familienthron sind Null und nichtig...

Brandur von Hohenfelde
Du hast Recht, Dunwin. Es tut gut, Lin so zu sehen ... aber es macht mich auch wieder sterblich. Ich hatte nichts zu verlieren, jetzt aber geht es um ihn. Wir m├╝ssen ihm alles vorbereiten, bevor ich gehe. Er muss stark werden. Ich habe nicht mehr allzu viel Zeit.

DUNWIN
vielleicht... sollten sie geboren werden... werden sie in Freiheit geboren... das w├╝rde mir gefallen...

Du musst ihm der Vater sein der Du nicht warst und den er nicht hatte! Vorher kannst Du nicht gehen... Du w├╝rdest ihn zerst├Âren

Brandur von Hohenfelde
*wischt sich ├╝ber die Augen* Du sprichst wahre Worte. Und mir l├Ąuft die zeit davon. Wir m├╝ssen die zeit, die noch bleibt, gut nutzen. Hilfst du mir?

DUNWIN
ich bin an Deiner Seite Bruder... ich versprach es bereits... nat├╝rlich helfe ich Dir. Meine Schuld wiegt so schwer wie Deine Brandur. Wir beide werden etwas davon abtragen, gemeinsam... so wie es Br├╝der tun sollten...

Brandur von Hohenfelde
Ich hatte dich gerufen, um Angst und Schrecken zu verbreiten ... doch nun bin ich froh, dass du an meiner Seite bist. Danke, Dunwin. Danke.

DUNWIN
mir ergeht es genauso, ich war erz├╝rnt als Du wagtest mich zu rufen... Du! Und dann erst merkte ich was Du ├╝berhaupt gerufen hattest und mein Zorn war vergessen... wann hattest Du mich zuletzt um etwas gebeten? Wann hast Du mich je um Hilfe ersucht?... Und wann hast Du mich zuletzt Bruder genannt?... Es war Zeit den Hass zu begraben, wo wir uns schon gegenseitig l├Ąngst begraben hatten... nun ich bin hier und bin Dir ebenso dankbar wie Du mir... zwei tote V├Ąter mit einem sehr lebendigen Sohn... der sogar mein Enkel ist... verr├╝ckt... aber sch├Ân... *freu

Brandur von Hohenfelde
Ich hatte dich vorhin etwas gefragt ... wenn es an der Zeit ist, wirst du mich mit hin├╝bernehmen?

DUNWIN
Wenn es Dein Wunsch ist... gewiss...
Du kannst mir einfach folgen, oder Dich von mir f├╝hren lassen... beides w├Ąre mir eine Ehre

Brandur von Hohenfelde
Ich danke dir. Der Tod hat nun endg├╝ltig jeden Schrecken f├╝r mich verloren, den er vielleicht noch irgendwo hatte und der verhinderte, dass ich selbst Hand an mich legte und einfach nur wartete, dass Ainuwar mich erl├Âsen w├╝red.

DUNWIN
Und das aus dem Munde eines Magier...
nur ein Scherz... ich werde an Deiner Seite bleiben... hier wie dort... und dort... gibt es nichts zu f├╝rchten Brandur... nichts... oder sah ich aus als h├Ątte ich mich gef├╝rchtet?

Brandur von Hohenfelde
Ich wei├č es nicht, du warst ... bist noch immer schwer einzusch├Ątzen.

DUNWIN
sogar f├╝r mich selbst Bruder... ich wei├č nicht wie oft ich mich selbst nicht verstand... meine Handlungen nicht begriff... und sie dennoch ausf├╝hrte...

aber nun ist es klarer... den die Angst die sich wie ein undurchsichtiger Nebel ├╝ber meine Gedanken legte ist verschwunden. Ich sehe Dinge die ich vorher nicht sehen konnte... und ich sehe sie sehr gern... Dich und Linhard... ich werde auf Euch acht geben

Brandur von Hohenfelde
Es ist bald vor├╝ber, der letzte Rest an Sorge, den du dir noch machen musst. Es ist bald vorbei. Was meinst du, wie lange wir brauchen, um Linhard auf alles vorzubereiten?

DUNWIN
K├Ârperlich ist er in guter Form und er ist ein sehr guter K├Ąmpfer, aber geistig - Du w├╝rdest sagen mental, da fehlt es ihm an St├Ąrke. Ihm mangelt es genauso an Selbstvertrauen wie einst mir... er hat die Schuld stets bei sich gesucht weshalb ihm keine Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Daran m├╝ssen wir arbeiten... er muss begreifen dass er so wie er ist, v├Âllig in Ordnung ist! Es ist nicht krankhaft keine Gabe zu besitzen... es ist die Normalit├Ąt! Die Gabe ist au├čergew├Âhnlich... das ist sie. Aber er hat selbst eine Gabe, vielleicht sogar mehrere als Du... oder ich? Er ist taff, er ist ehrlich, er ist hilfsbereit... all dass was unserer Familie fehlt... ist das keine Gabe?

ist es keine Gabe so eine Behandlung klaglos und ohne Konsequenzen f├╝r die Familie zu erdulden? Falls er keine Gabe hat, wer hat sie dann?

Brandur von Hohenfelde
Bei uns wird er alle Aufmerksamkeit bekommen. Er ist der Einzige, um den wir uns zu k├╝mmern brauchen. Das wird ihm gut tun. Aufgaben brauchen wir f├╝r ihn, an denen er wachsen wird.

DUNWIN
Er wird Zeit brauchen sich selbst zu akzeptieren, zu verstehen, anzunehmen... hat er das getan... dann ist er bereit Brandur... k├Ârperlich werde ich ihn trainieren... er ist ein scharfer Dolch mit einigen Grannen, ich werde ihn nachschleifen Bruder...
Nun dann wird er Aufgaben bekommen die ihn fordern und f├Ârdern... was bestimmtes im Auge?

Brandur von Hohenfelde
Das ist gut. Dann kann ich mich der Arbeit widmen. Ich werde ihm eine R├╝stung fertigen aus Knochen, leicht wie Papier, aber stabil wie jede Eisenr├╝stung.

Brandur von Hohenfelde
Ja, wir werden ihn allein in der Wildnis aussetzen. Und er wird wohlbehalten zur├╝ckkehren.

DUNWIN
k├Ânntest Du daraus nicht ebenso eine Waffe fertigen? Eine die ihn im Kampf durch ihr Gewicht nicht erm├╝det? Ein gewaltiger Vorteil...

Brandur von Hohenfelde
Ja, das kann ich, mein Stilett wurde so erbaut.

DUNWIN
In der Wildnis?...
allein?...

Brandur von Hohenfelde
Ja, allein. Darum geht es ja. Er braucht niemandes Wohlwollen, niemandes Argusauge, er muss erfahren, dass er selbst Herr seines Lebens ist und niemand sonst.

DUNWIN
nun vielleicht sollten wir es nicht gleich so ├╝bertreiben... wir h├Ątten dort auch nicht ├╝berlebt... soll ich ihn zum Schutz begleiten?... zumindest k├Ânnte ich ihm mit einem Rat zur Seite stehen... wobei ich nie in der Wildnis ├╝berleben musste...

Brandur von Hohenfelde
Nat├╝rlich wirst du ihn begleiten! *keuch*

DUNWIN
wie stellen wir sicher, dass ihm nichts geschieht?

Brandur von Hohenfelde
Aber er wird davon nichts wissen.

DUNWIN
was ist los?
fertige ihm ein Stilett oder ein Schwert und einen Dolch aus Knochen. Einen Dolch wird er ben├Âtigen...

Brandur von Hohenfelde
Als ob ich ihn ... wirklich allein lassen w├╝rde, den Goldjungen! Selbstredend ist es sicher, ihm droht keine Gefahr, aber das wird er nicht wissen. Die Details werden wir noch besprechen.

DUNWIN
So sei es... wir haben geschworen es besser zu machen... nicht grauenvoller... Du meinst er denkt er sei allein und in Gefahr... gute Idee...

Brandur von Hohenfelde
Ja, er soll es nur glauben, damit er lernt, auf sich selbst zu vertrauen. Wir werden nur im absoluten Notfall eingreifen.

DUNWIN
Ein ├ťberlebenstraining unter Aufsicht...
gute alte Zeit... nur damals ohne Aufsicht...

Brandur von Hohenfelde
Ja, das h├Ąrtet den Geist. Und vielleicht macht es ihm sogar Spa├č ... wie uns damals.

DUNWIN
und so wunderbar ...selbstverschuldet... ich liebte es....
er ist von unserem Blut... nat├╝rlich wird es ihm Spa├č machen... aber er wird aussehen wie Sau... *lach

Brandur von Hohenfelde
Man m├╝sste die zeit zur├╝ckdrehen und noch mal jung sein k├Ânnen ... wie oft habe ich mir das gew├╝nscht.
Das ├äu├čere wird Kasimir hinterher wieder richten.
Kasimir ... wo ist Kasimir?!

DUNWIN
nicht nur Du... wo w├╝rden wir anfangen? hmm...
wer ist Kasimir?

Brandur von Hohenfelde
Mein Leibdiener! Wir haben ihn vergessen!

DUNWIN
Brandur Du wirst alt, wie kannst Du Deinen Leibdiener vergessen? *lach* irgendwie macht Dich das regelrecht sympathisch... gibt es zu... der Gute soll laufen... *lach

Brandur von Hohenfelde
Du findest es lustig, ich hingegen werde morgen nicht rasiert und bekomme meine Kleider nicht zurechtgelegt, vom Fr├╝hst├╝ck ganz zu schweigen! Er kann fliegen, der Gute ... er wird uns bald folgen, wenn ihm nichts geschehen ist.
Meinen Leibdiener vergessen ... *Schl├Ąfe reib*

DUNWIN
oh... nunja das gleiche Schicksal droht auch Linhard... mir nicht mehr... aber selbstredend begreife ich die volle Tragweite Deines Problems...
und Deinen Freund Wolfram... er war an Deiner Seite vorhin... erinnere Dich...

Brandur von Hohenfelde
Linhard ist jung, er wird es verkraften, ich aber bin ein alter Mann.

DUNWIN
Eventuell k├Ânntet Ihr Euch gegenseitig aushelfen? Wobei... nein... keiner von Euch kann rasieren...

Brandur von Hohenfelde
Hoffentlich hatAngar Kasimir nicht erschlagen, er hatte von seinem Leibdiener getrunken.
Ich kann rasieren. Aber ich will es nicht.

DUNWIN
und sich gegenseitig mit scharfen Messern die Kehle zu kratzen ging bei uns noch nie gut...

Brandur von Hohenfelde
Ich hatte ja mein ├ťberlebenstraining schon.

DUNWIN
Ansgar? nun er nimmt sowas meines Wissen nach nicht krumm... er ist da sehr eigen was seine Leibeigenen angeht gg

Brandur von Hohenfelde
Mit gebrochenem R├╝cken.

DUNWIN
*betreten schweig f├╝r einen Moment*
ich wei├č Brand - verzeih...

Brandur von Hohenfelde
*sehr vorwurfsvoller Blick*
Nun ja ... man gew├Âhnt sich an alles. Und lange brauche ich diesen R├╝cken nicht mehr zu ertragen.

DUNWIN
ich w├╝rde Dich rasieren... aber ich glaube da w├╝rdest Du keinen Wert drauf legen...

Brandur von Hohenfelde
Du? Mich? Rasieren?

DUNWIN
nun die k├Ârperlichen Einschr├Ąnkungen wirst Du hinter Dir lassen... ebenso die Gen├╝sse... aber diese sind zu verschmerzen...

Brandur von Hohenfelde
Mein K├Ârper ist kein Genuss mehr, schon lange nicht.

DUNWIN
Der Sarkasmus bei├čt mich immer noch...
das ist nur ein Scherz... h├Âr zu... ja nat├╝rlich mit Gefrier-Brand *lach

Brandur von Hohenfelde
Das ist ... besch├Ąmend lustig. *schmunzelt*

DUNWIN
nicht wahr? Du wei├čt manchmal kann ich solchen Dummheiten nicht wiederstehen... *grins
Gleichg├╝ltig wie alt wird sind, irgendwo ist das Kind vergraben dass wir nicht waren und manchmal sucht es sich ein Weg nach drau├čen...

Brandur von Hohenfelde
Du warst nicht umsonst mein Lieblingsbruder ... aber sag es nicht Kunchen in eurer Geisterwelt. Er w├╝rde sich wieder ├Ąrgern. Ja, du sprichst wahr ... da sind irgendwo drei kleine Jungen, die sehr viel Unfug im Sinn hatten und ihre eigenen Ideen von der Welt.
Bis Alastair sie erschlug.

DUNWIN
ich werde schweigen, wie immer... er konnte sie nie ganz erschlagen und genau dass war unser Problem... sie lebten weiter, klein, versteckt und hofften... wo schon alle Hoffnung seit Generationen verloren waren! Wirst Du ein Auge auf Daves Kinder haben f├╝r mich?

Brandur von Hohenfelde
Daves ... Daves Kinder?

DUNWIN
ja... es werden meine Enkel sein... und ich m├Âchte nicht dass er den gleichen Fehler begeht... wann immer rede mit ihm... er soll sie lieben... oder es lassen... einen anderen Weg gibt es nicht... das haben wir zu sp├Ąt erkannt, er ist noch jung genug dazu... versprich es mir...

Brandur von Hohenfelde
Ich hatte gehofft, es w├╝rde bei ihm kinderlos enden, da er einen Mann heiratete ... nun kann ich an dieser widernat├╝rlichen Hochzeit ├╝berhaupt nichts Gutes mehr sehen. Und dann obendrein einen b├╝rgerlichen Frostalben. Ich werde mit ihm reden - und notfalls handeln. Linhard gilt meine ganze Zuwendung und ich werde nicht dulden, dass ihm wer gef├Ąhrlich werden kann.
Aber wenn es so weit ist, adss sie alt genug sind, bin ich nicht mehr und er muss dann bereits auf sich selbst Acht geben.

DUNWIN
Brandur... das hat er selbst nicht einmal vor... er m├Âchte nur weg... lass ihn gehen... warum er immer diesen Mann liebt... er liebt ihn... auch wenn ich Alben nicht ausstehen kann... ich m├Âchte nur dass er Kinder bekommt, wenn er bereit ist sie anzunehmen ansonsten soll er ehrlich zu sich sein und verzichten, f├╝r sich selbst und f├╝r die Kinder. Ich wei├č, dass gerade ich das sage... aber wer wei├č es besser als wir?...

Linhard ist mein Enkel und mein Abbild... was mich sehr erfreut... aber ich hoffe auch Dave wird vielleicht ein Abbild von mir zeugen... und vielleicht annehmen... wenn nicht, darf er es nicht bekommen

Bis dato wird Lin dies l├Ąngst gelernt haben und mein Wunsch w├Ąre, er gibt auf sich und meine anderen Enkel acht, denn es gibt keinen Grund f├╝r Zwist und Hass mehr...

Brandur von Hohenfelde
Du musst es ihm selbst sagen, Dunwin ... wir gehen zusammen hin. Ich f├╝rchte, ich mache mir zu gro├če Sorgen um Linhard, um ruhig mit ihm zu reden. Linhard ist, nun, er ist nun mein Junge.

DUNWIN
Und Dave versuchte ihn zu sch├╝tzen... f├╝r sich selbst, damit ihm nichts geschieht... ich werde mit Dir gehen und versuchen mit ihm zu sprechen... Lin muss begreifen, dass er der neue Weg ist. Er muss f├╝hren... aber auch sch├╝tzen... und die anderen sollen wissen dass er ihr Schutz und nicht ihr Henker ist... so soll es sein... er soll unsere Hoffnung sein...

Brandur von Hohenfelde
So soll es sein, Dunwin. M├Âge Linhard die Hoffnung von allen sein.

DUNWIN
unsere ist er schon Bruder... nun liegt es an uns und ihm... packen wir es an *freu


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Re: Der Hexenmeister

#15

Beitragvon Linhard von Hohenfelde » Fr 29. Sep 2017, 19:18

Linhard genoss den Ritt auf dem kn├Âchernen Drachen, aber dennoch fragte er sich so langsam, wohin Dunwin flog. Trux, die Stadt lag irgendwo an Rande des Zwergengebiets und zwar im Gebirge, soweit er das richtig in Erinnerung hatte.

"Wohin fliegen wir Brandur? Was wollen wir in Trux? Ist das nicht Zwergengebiet? Soweit ich wei├č handelt es sich dabei um Gebirge, wenn mich nicht alles t├Ąuscht.
Was m├Âchtest Du denn oben auf dem Gipfel von so einem zwergischen Ger├Âllhaufen Brandur?

Wolfram hatte Dich doch eingeladen bei ihm zu wohnen. Vielleicht sollten wir lieber dorthin fliegen. Oder soll ich die Aufgabe f├╝r Dich erledigen, die Du mir anvertraut hast? Du wei├čt schon, die Du mir zusammen mit der Kette ├╝berreicht hast",
fragte Lin freundlich.
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Re: Der Hexenmeister

#16

Beitragvon Brandur von Hohenfelde » Fr 29. Sep 2017, 22:02

Brandur lag vorn├╝bergebeugt mit geschlossenen Augen auf dem R├╝cken des Knochendrachen, w├Ąhrend er sich mental mit dem Geist unterhielt, der in den Drachen gefahren war. F├╝r ihn hatte die Unterhaltung mit Dunwin etwas Beruhigendes. Es war das erste Mal seit Jahrzehnten, dass er so offen und freundlich mit seinem j├╝ngsten Bruder sprechen konnte. Der Tod hatte den Bann gel├Âst, der ├╝ber ihnen beiden gelegen hatte, jeder von ihnen hatte auf seine Weise sterben m├╝ssen, ehe sie Frieden miteinander schlie├čen konnten - Dunwin k├Ârperlich, Brandur seelisch. Doch jetzt waren sie wieder Br├╝der. Dunwin war hier und er hatte wieder eine Aufgabe in seinem Leben, bei deren Bew├Ąltigung sein kleiner Bruder ihm helfen w├╝red. Er hatte Linhard aus Ansgars Klauen gerettet, der Junge war bei ihm und sah rundum gl├╝cklich aus. Alles war gut. Brandur d├Âste vor sich hin, an der Schwelle zum Schlaf, als Linhards Frage ihn weckte.

Brandur setzte sich wieder aufrecht hin und r├╝ckte seinen Dreispitz zurecht, um sich in vern├╝nftiger K├Ârperhaltung mit seinem Gro├čneffen zu unterhalten. Schlafen konnte er sp├Ąter immer noch.

"Trux war naridisches Hoheitsgebiet, eine alte Handelsstadt, aber vor allem ein Wachposten, um das Chaos, aber auch die Zwerge und Almanen im Blick zu behalten. Man nannte Trux das Auge des Nordens. Inzwischen jedoch ist sie verlassen. Wegen der n├Ąherr├╝ckenden Kriegshandlungen sind die meisten Einwohner ins Landesinnere von Naridien gefl├╝chtet und haben ihre H├Ąuser und viel von ihrem sonstigen Hab und Gut aufgegeben. Die Stadt ist somit nicht erobert, sondern aufgegeben worden. Sie liegt nicht g├╝nstig, um sie zu verteidigen, der Transport der Truppen und die Vesorgung w├Ąren zu aufw├Ąndig, das lohnt sich nicht bei dieser Stadt. Das war auch nie die Aufgabe von Trux. Sie sollte wachen und sie hat gewacht.

Heute steht sie leer, bis auf wenige H├Ąuser. Manchmal wohnen Naridier darin, die wieder zur├╝ckkehren, manchmal Chaoskrieger, die st├Âbern, was es noch so zu holen gibt, manchmal die Vogelfreien aus den S├╝mpfen. Im Gro├čen und Ganzen jedoch ist es da sehr ruhig. Das, was von Wert war, wurde schon l├Ąngst gepl├╝ndert.

Am Berghang, hoch oben ├╝ber der Stadt, steht eine Burg, die in sehr gutem Zustand ist. Einst diente sie als Unterkunft f├╝r den Stadthalter, einem Adligen eines anderen Hauses, doch auch er verlie├č seine Heimat mitsamt seiner Familie und lie├č vieles dort zur├╝ck. Aber es w├Ąre doch schade, um so ein sch├Ânes Geb├Ąude. Ich habe die ehemalige Truxburg bezogen und sie zu meiner pers├Ânlichen Nachtburg gemacht. Man kennt und f├╝rchtet mich in dieser Gegend unter dem Namen Amand von Trux oder einfach als der Hexenmeister."


Die letzten Worte hatte er nicht ohne Stolz gesprochen. Sich dar├╝ber zu freuen, dass man ihn f├╝rchtete und verabscheute, war eine Untugend der meisten von Hohenfeldes seiner Generation. Sie hatten in der Vergangenheit lange und hart f├╝r diesen Ruf gearbeitet.

"Wegen der vielen K├Ąmpfe in der Gegend brauche ich ├╝ber einen Magel an Rohmaterial nicht zu klagen. Als Nekromant geht es einem gut hier und ich kann meine Kunst ganz offen ausleben. Ich muss niemanden heimlich t├Âten oder mir Leichen vom Friedhof stehlen. Ich schwimme in bestem Rohmaterial, das man sich nur w├╝nschen kann. Die Rakshaner sind besonders wild auf meine R├╝stungen und Waffen, da sie so leicht sind und so lebe ich recht gut hier. Zumindest nicht so arm, wie andere, die ihr Dasein im Exil fristen m├╝ssen, auch wenn man sicher dar├╝ber diskutieren k├Ânnte, ob es moralisch vertretbar ist, den Feind meines eigenen Volkes mit R├╝stungen und Waffen zu beliefern.

Die Kette, Linhard ... die brauchen wir sp├Ąter. Doch du hast Recht. Ihr Schicksal ist mit jenem der Nachtburg untrennbar verflochten."
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Re: Der Hexenmeister

#17

Beitragvon Marlo von Falkenberg » Fr 29. Sep 2017, 23:09

Marlo

ritt nah neben Wolfram her. Er h├Ârte zu und genoss die N├Ąhe von den ruhigen Mann. Wolfram schwatzte los, was alles passiert war.

"Da ist Brandur nochmal davon gekommen. Ich h├Ątte euch unterst├╝tzt, du h├Ąttest mich rufen sollen. Ich gab Brandur mein Wort Wolfram. Das du seinen Leibdiener gerettet hast ist gut, du solltest ihn aber aus deiner Tasche holen.
Ich schliesse mich dir an und folge dir in dein Heim. Wir machen es uns bei dir sch├Ân gem├╝tlich. Wenn Brandur Kasimir vermisst, wird er dich schon fragen, wo er abgeblieben ist. Ansonsten schick ihm eine Botschaft. Personal ist nur Personal, aber ein Leibdiener ist was anderes. Den vermisst du sehr schnell. Hast du einen Wolfram? Dann weisst du es."
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Re: Der Hexenmeister

#18

Beitragvon Kasimir » Sa 30. Sep 2017, 12:25

Die wei├če Fledermaus schaute mit zerknitterten Ohren aus Wolframs Tasche. Um ihr M├Ąulchen klebte Blut, das sie nun vornehm mit einem zusammengefalteten Stofftaschentuch, das sie in Wolframs Tasche gefunden hatte, abtupfte. Kasimir war derma├čen vollgetrunken, dass sein K├Ârper die Form eines Tropfens angenommen hatte und man die Haut durch das Fell sah. Er wog nun das Doppelte wie zuvor. Er musterte den Neuank├Âmmling, Junker Marlo von Falkenberg. Dieser Mann hatte Brandur, genau wie Wolfram, seine Hilfe zugesichert. Also war umgekehrt Kasimir ihm wohlgesonnen. Als Marlo erkl├Ąrte, wie schnell man seinen Leibdiener vermissen w├╝rde, schwoll Kasimirs Brust vor Stolz. Aber er war auch in Sorge.

"Vielen Dank f├╝r Euer gro├čz├╝giges Angebot, Baron von Wigberg, ich wei├č das sehr zu sch├Ątzen, aber darf es nicht annehmen, ich kann nicht bei Euch bleiben. Mein Herr braucht meine Dienste."

Er verzichtete darauf, auf Brandurs starke k├Ârperliche Einschr├Ąnkungen hinzuweisen. Das w├╝rde sein Herr nicht guthei├čen und sie waren auch f├╝r jene, die ihn nicht gut kannten, offensichtlich.

"Au├čerdem w├╝rde er mich, in aller Bescheidenheit gesprochen, wohl als Gespr├Ąchspartner vermissen. In Fledermausgestalt ist es f├╝r mich ein Leichtes, an Neuigkeiten zu kommen, die ich ihm berichten kann. Das hei├čt ... sofern die Barone Dunwin und Linhard von Hohenfelde nun diese Rolle nicht an meiner statt aus├╝ben."

Seine zerknitterten Ohren sanken etwas herab und f├╝r eine Fledermaus sah er nun ausgesprochen besorgt aus.
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Re: Der Hexenmeister

#19

Beitragvon Linhard von Hohenfelde » Sa 30. Sep 2017, 20:42

Linhard h├Ârte seinem Gro├čonkel aufmerksam zu.

"Trux, das Auge des Nordens, klingt poetisch findest Du nicht Brandur? Nun da die Stadt aufgegeben wurde, handelt es sich wohl eher um ein ausgestochenes Auge.

Eigentlich h├Ątte ich vermutet, dass eine so ung├╝nstige Lage einen Stadt vor den Wirren des Krieges sch├╝tzen w├╝rde, aber wie Du schon zu Recht auff├╝hrst, ist Abgeschiedenheit nicht immer ein Segen.

Es ist zeitgleich ein Fluch, wenn man an die Versorgungswege und ├Ąhnliches denkt. Eine Aufgabe ist dann vielleicht das sinnvollste, wobei es sicher auch schwierig ist, alles was man kannte zur├╝ckzulassen",
erkl├Ąrte Linhard und stellte dabei fest, dass er vor kurzem genau das selbe getan hatte.

"Jedenfalls f├╝r die meisten Personen. Manchmal ist ein scharfer Schnitt genau dass was n├Âtig ist um ├╝berleben zu k├Ânnen. Oder erst einmal um zu sich selbst zu finden", fl├╝gte Lin an, fast mehr zu sich selbst, als zu Brandur.

Der junge Naridier schwieg einen Augenblick und versuchte auf dem Boden etwas auszumachen, w├Ąhrend der kn├Âcherne Drache durch die Nacht flog. Mehr als dunkle Schemen konnte er nicht erkennen und Lin hoffte, dass wenigstens Dunwin irgendwie eine M├Âglichkeit hatte sich zu orientieren. Ansonsten waren sie gerade im Blindflug ins Nirgendwo unterwegs.

Aber selbst dieser Umstand war Linhard gleichg├╝ltig, denn er war gl├╝cklich und zufrieden, einen Zustand den er seit einer Ewigkeit nicht mehr empfunden hatte. Zwar schmerzte so langsam von dem ungewohnten Untergrund sein Hinterteil, aber trotzdem h├Ątte er noch stundenlang so weiterfliegen k├Ânnen.

Seltsamerweise f├╝rchtete er sich irgendwie vor der Landung. Hier in der Luft waren sie frei, sie waren unter sich und scheinbar hing jeder seinen eigenen Gedanken nach. Dennoch waren sie in ihrer Flucht und in ihrem Bestreben vereint.

Was w├╝rde nach der Landung aus ihnen werden?
Blieben sie wirklich zusammen?
Gingen sie getrennter Wege?
W├╝rden Brandur und Dunwin an seiner Seite bleiben oder ihn an seiner Seite weiterhin dulden?

Alles war so schnell gegangen, dass es eher eine Spontanhandlung war, in der sie sich zusammengeschlossen hatten. Brandurs Handlungen lie├čen darauf schlie├čen, dass sie ab dato ein Trio waren, aber ausgesprochen hatte es sein Gro├čonkel noch nicht. Vielleicht gab es f├╝r Brandur auch nichts zu erw├Ąhnen, da er fest von dem Umstand ausging - was Linhard sehr hoffte.

Er war zwar ein erwachsener Mann, aber die Vorstellung dass sie sich gleich voneinander verabschiedeten und er Mutterseelen allein im Nirgendwo stand und dann allein zurecht kommen musste, verursachte ihm ein mulmiges Gef├╝hl im Magen. Er war weder ├Ąngstlich, noch ein Mutters├Âhnchen, aber wahrhaftig auf sich allein gestellt war er noch nie gewesen.

Linhard lauschte wieder aufmerksam der Stimme seines Gro├čonkels. Dieser sprach davon, dass die Stadt schon gepl├╝ndert worden war und manchmal einige Einheimische zur├╝ckkehrten um dort zu wohnen und sich ebenso einige Rakshaner ab und an dort niederlie├čen.

Als Brandur von der Truxburg - der Nachtburg sprach und das sie die Kette sp├Ąter noch ben├Âtigen w├╝rden, atmete Linhard erleichtert auf. Es ging ihm weder um die Kette, noch um die Burg, es ging ihm ausschlie├člich um das Wort WIR.

Die Kette, Linhard... die brauchen WIR sp├Ąter noch...

Der Satz war Musik in seinen Ohren, damit war seine Angst vom Tisch gewischt, auch wenn Brandur vermutlich gar nicht bemerkt hatte, wie es gef├╝hlstechnisch f├╝r einige Minuten um Linhard bestellt war. Nun konnte Lin unbesorgt nach vorne schauen.

Die Burg klang nach einem angenehmen Wohnort und vermutlich gab es dort oben eine herrliche Fernsicht.

├ťber die vorherigen Worte von Brandur musste Lin schmunzeln. Gleichg├╝ltig wie umg├Ąnglich oder auch gutherzig einer der ihren war, etwas ihrer Eigenart schwamm immer mit, im jeden Blut der von Hohenfelde. Der Stolz darauf, dass sich Brandur die Burg aneignen und durch seinen Ruf halten konnte, war ein Beweis daf├╝r.

Es war halt immer die Frage, wof├╝r man sein Erbe einsetzte. Man konnte das Erbe einsetzen um zu k├Ąmpfen und zu vernichten, oder man konnte diese F├Ąhigkeit einsetzen um seine eigene Familie zu besch├╝tzen. Manche zogen Ersteres vor, wenige Letzteres. Und einige waren sich wohl selbst nicht sicher, welchen Weg sie tats├Ąchlich einschlagen sollten - so wie Linhards Vater.

"Tja Vater kommt anders an sein Material, er bestellt es ganz einfach bei den Schatten. Sie holen wen immer er geholt sehen m├Âchte. W├Ąhlt er keine Person aus, holen sie ihm so seine Waren, frei nach ihrer Wahl.

Du verwertest eben nur, was der Krieg als Treibgut an Deine Behausung anschwemmt Brandur. Ich selbst kann dazu nicht viel sagen, ich kann Eure Gedanken nicht nachvollziehen. M├╝sste ich zum ├ťberleben eine Waffe aus einem Oberschenkelknochen schnitzen, w├╝rde ich das selbstverst├Ąndlich tun. Nur das hat nichts mit Nekromantie zu tun.

Was Ihr dort vollbringt, entzieht sich meinem Verst├Ąndnis. Ich besitze die Gabe nicht Brandur, das ist Dir doch bewusst oder nicht?

Der Feind Deines Volkes? Tja f├╝hlst Du Dich Deinem Volk so zugeh├Ârig, dass Du auf diese Einnahmequelle verzichten m├Âchtest? Ich klinge gerade wie Onkel Veyd oder Wolfi.

Selbst wenn, das ist im Moment gleichg├╝ltig - es ist Deine einzige Einnahmequelle. Und sollten die Rakshaner nicht bei Dir kaufen, dann erwerben sie bei wem anders ihre Waffen. So oder so wirst Du nicht verhindern, dass sie an Waffen kommen. Nur Du wirst dann eben ohne Einnahmen ausgehen.

Ob Stolz oder Prinzipien in dem Fall also etwas n├╝tzen? Ich w├╝rde einfach auf mein Gef├╝hl h├Âren. Wie haben Dich die Rakshaner behandelt? Haben sie je versucht Dich zu hintergehen? Falls nicht und sie gute Kunden sind, dann sind es keine Feinde, sondern einfach nur Deine Kunden. Immerhin liefern sie Dir ja auch Dein Material, wenn Du so m├Âchtest",
grinste Lin.

Linhard lehnte kurz seinen Kopf gegen Brandurs R├╝cken. Irgendwie ├╝bermannte ihm nach all dem Familienzwist, ihrer Flucht und seine angestrengte Gr├╝belei nun doch die M├╝digkeit.

"So langsam aber sicher werde ich auch m├╝de Brandur. Ist es noch sehr weit? Sonst lass uns bitte einen Zwischenstopp einlegen", g├Ąhnte Linhard leise und machte es sich an Brandurs R├╝cken bequem.
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Re: Der Hexenmeister

#20

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Sa 30. Sep 2017, 21:44

Wolfram nickte beipflichtend.

"Es freut mich, dass Du meiner Einladung folgst. Sicher werden wir es uns gem├╝tlich machen. Mein Haus ist zwar nicht riesig, aber um sich wohl zu f├╝hlen, ben├Âtige ich auch keine kalten Balls├Ąle. Mir ist ein kleines, ├╝berschaubares Heim lieber. Zudem muss es wie ein Zuhause eingerichtet sein. Ich muss niemanden etwas beweisen oder wie in einem Museum ausstellen.

Sobald man mein Haus betritt ist dies keine leere Wartehalle, sondern man sieht dass es mit Leben erf├╝llt ist und ich wage zu behaupten, dass man erkennt wer dort wohnt. Oder wessen Geist es beseelt. Nun vielleicht sollte ich nicht gerade von Geistern sprechen",
grinste Wolfram.

"Jedenfalls ist mein Haus klein, fein und gem├╝tlich. Wir k├Ânnen uns vor den Kamin setzen mit einem guten Tee oder Kaffee oder wir machen es uns drau├čen im Garten bequem. Solange es nicht regnet, sitze ich abends oder manchmal auch nachts dort f├╝r einige Stunden. Der Garten ist mein Hobby und im Grunde auch mein Leben. Dort f├╝hle ich mich wohl, ich hoffe Dir wird es genauso ergehen.

Was Brandur angeht, ja er ist gl├╝cklicherweise davon gekommen. Nat├╝rlich vermisst man einen Leibdiener sehr schnell und nein, ich pers├Ânlich nenne keinen Leibdiener mein Eigen.

Man h├Âre und staune, aber ich wasche, k├Ąme und rasiere mich selbst. Und ich kleide mich sogar selbst an. Ich m├Âchte nicht so von einer anderen Person angefasst werden, da mich als Kind schon ausreichend Heiler von oben bis unten angefasst haben. Dies ist mir mit Verlaub - zuwider.

Daf├╝r habe ich ein Hausm├Ądchen. Margot k├╝mmert sich um alle Belange im Haus, wie Kochen, Putzen, Waschen. Ich kann weder Kochen noch Waschen, aber das Putzen bek├Ąme ich zur Not hin.

F├╝r die schwereren Arbeiten habe ich einen Dienstburschen. Beaunois k├╝mmert sich um die schwereren Aufgaben, die Margot nicht bew├Ąltigen kann und soll, wie zum Beispiel Holzhacken. Er k├╝mmert sich auch um die Reparaturarbeiten rund ums Haus.

Beide, Margot wie Beaunois, sind sehr zuverl├Ąssige und liebe Personen. Andernfalls k├Ânnte ich nicht mit ihnen zusammenleben. Drum verhalte Dich bitte dementsprechend Marlo. Das ist selbstverst├Ąndlich keine Zurechtweisung, sondern einfach eine Bitte meinerseits an Dich",
erkl├Ąrte Wolfram freundlich.

Als Kasimir sein kleines, wei├čes Pelzk├Âpfchen aus seiner Robentasche schob, schmunzelte Wolfram ihn gut gelaunt an.

"Wir haben gerade von Dir gesprochen - positiv wohlgemerkt", grinste der Magier.

"Du darfst mich wie jeder Wolfram nennen Kasimir, ich wei├č das ist unziemlich, aber ich bin ja generell verschroben, schrullig und sehr unziemlich", lachte Wolfram.

"Bis Du das ganze Blut verdaut hast, wirst Du mein Gast bleiben. Widerstand ist zwecklos. Ferner werde ich versuchen Brandur zu kontaktieren, damit er sich um Dich keine Sorgen macht.

Sobald Du Dich erholt hast, sprich Du Dein Blut verdaut hast, kannst Du zu Deinem Herrn aufbrechen. Mein Angebot steht noch, Du kannst es ihm gerne noch einmal unterbreiten. Linhard wie sein Bruder sind hier gerne gesehen. Wobei sich sein Bruder... nun er sollte sich benehmen und zwar friedlich. Dann ist er hier ebenfalls willkommen.

Ohne Zweifel wird Brandur Dich vermissen Kasimir. Nicht nur als Gespr├Ąchspartner, sondern auch als Gesellschafter und nat├╝rlich als Leibdiener. Wir beide wissen weshalb, es bedarf keiner weiteren Erw├Ąhnung.

Dass Dunwin und Linhard Deine Aufgaben ├╝bernehmen wage ich stark zu bezweifeln.

Ihre F├Ąhigkeiten liegen auf einem ganz anderen Sektor, als dem der K├Ârperpflege. Vermutlich wird es ehr zutreffend sein, dass auch Linhard Deine Unterst├╝tzung vermisst.

Mache Dir deshalb momentan keine Sorgen, wichtig ist erst einmal dass sie sicher und wohlbehalten ankommen. Ebenso wie wir. Alles weitere ergibt sich. Ich werde versuchen umgehend mit Deinem Herrn Kontakt aufzunehmen, sobald wir bei mir Zuhause sind Kasimir",
versprach Wolfram.
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