Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

Das gemäßigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkämpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, während die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
Das gemäßigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkämpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, während die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
Benutzeravatar
Bjorgä
Schutzpatron der Berggipfler
Beiträge: 11
Erhaltene Likes: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Bergwychtl

Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#21

Beitragvon Bjorg√§ » Do 31. M√§r 2016, 11:40

Bjorg√§ wirkte leicht beleidigt, als der Herzog den Bierkrug nicht anr√ľhrte, den Bjorg√§ ihm mitgebracht hatte. Er schaute Wilhelm leicht entt√§uscht an, welcher gegenw√§rtig aber in einem Gespr√§ch mit einem anderen Gast vertieft war. Augenscheinlich ging es immer noch um das kleyn√§ M√§schleyn, welches wohl den Namen Fee hatte. Bjorg√§ h√∂rte kurz zu, sch√ľttelte dann aber nur den Kopf.

Er war m√ľde und gestresst von dem ganzen Trubel. Soviel Stress hatte er schon lange nicht mehr gehabt! Eigentlich hatte er ja nur einen entspannten Feierabend verbringen wollen, doch seitdem dieser Wilhelm hier war, war es anstrengend geworden. Als Wilhelm ihn noch dazu aufforderte nach der "Fee" zu suchen, wurde Bjorg√§ ganz wirr im Kopf.

"Das kleynä Mänschäleyn?", fragte Bjorgä.
Er ging der Aufforderung nach. Schließlich wollte Bjorgä das endlich wieder Ruhe einkehrte. "Komm här, Wesäleyn!", rief er nach der Fee, wie nach einem Haustier. Der alte, fette Berggipfler bewegte sich langsam und gemächlich. Er schob einen Stuhl zur Seite, und schaute unter dem Tisch nach. Doch auch dort fand er die Fee nicht.

"Iosif, I' brauch√§ Hilf√§," br√ľllte der Bergwychtl in die Runde, als er sich wieder erhob und vom Tisch herauskrabbelte.
"F√ľr eyn√§√§ alt√∂ Bergwychtl√§ is' do nit! I' brauch√§ eyn√§ P√§usl√§!", murmelte Bjorg√§ √ľberanstrengt. Mit den Worten setzte er sich wieder auf seinen Stuhl und trank erstmal einen kr√§ftigen Schluck.

Einige Schwei√üperlen kullerten √ľber sein Gesicht, als er pl√∂tzlich von einer ganz anderen Ecke des Raumes eine bekannte Stimme h√∂rte:
"Ich gehöre niemanden!
"Habt ihr Großen keinen Anstand und den Funken von Intelligenz? Eine Fee ist doch kein Haustier was man besitzen kann."


"Do ist√§!", rief Bjorg√§ aufgebracht. Doch scheinbar wollte das kleyn√§ M√§nsch√§leyn eine Schl√§gerei verursachen, so zumindenst verstand der Zwerg die aufm√ľpfigen Worte der Fee. Nat√ľrlich entspannte sich die Lage nicht, sondern wurde dadurch noch zus√§tzlich angeheizt.

Der eine Gast pirschte sich, wie eine Katze an seine Beute heran und versuchte die Fee in einem Glas erneut einzufangen. Doch diesmal gelang ihm es nicht. Sie war zu flink, und wann immer der unversch√§mte Gast ausholte, um sie mit dem Glas einzufangen, befand sie sich schon ganz wo anders, sodass er lautstark im Raum verk√ľndete:
"Bleib stehen! Zwerg ich gebe dir einen Teil der Beute, wenn du mir hilfst, sie wieder einzufangen!"

Doch Bjorgä hatte jetzt genug. Er wollte wirklich nur seine Ruhe und dieses ganze Affentheater ging ihm langsam wirklich auf die Nerven!
Endlich kam auch der kr√§ftige Iosif, ehemaliger S√∂ldner und inzwischen Tavernenbesitzer des Ochsenknechts. Er hatte lange auf sich warten lassen, doch waren solche Streitereien in solch einer Spelunke durchaus nicht un√ľblich. Inzwischen nahm die Atmosph√§re aber immer unangenehmer und der Wirt sp√ľrte, dass eine Schl√§gerei in der Luft lag. Als ehemaliger S√∂ldner hatte Iosif n√§mlich schon viele Schl√§gereien gehabt, und seine Intuition und Erfahrung in der Hinsicht t√§uschte ihn nie. Also entschied er sich einzuschreiten und die Situation vern√ľnftig zu kl√§ren.

Kurz nahm Iosif Bjorg√§, seinen einzigen Mitarbeiter, zur Seite und beriet sich mit ihm. Bjorg√§ nickte lediglich als Antwort. Was die Beiden berieten, war f√ľr die anderen G√§ste nicht h√∂rbar. Jedenfalls gingen beide pl√∂tzlich auf den Gast los, welcher die Fee hatte einfangen wollen.
"Heh, Iosif. Das war doch nur ein Versehen. Ein Missverst√§ndnis, ich schw√∂re!," sagte der Gast unterw√ľrfig. Die Statur und der K√∂rperbau des Wirtes waren durchaus eindrucksvoll. Niemand wollte sich freiwillig mit dem Wirt anlegen. Daher war es kein Wunder, dass der Gast so reagierte.
"Ich gebe dir, 50% vom Gewinn!", meinte der Gast. Doch Iosif lie√ü sich nicht √ľberzeugen. Er schlug dem Gast sofort ins Gesicht. Mit einem einzigen Schlag fiel dieser auf den Boden und war bewusstlos.
"Feynä," erwiderte Bjorgä stumpf, woraufhin die Beiden den Gast packten und auf die Straße warfen.

"Du hast absofort Hausverbot!", k√ľndigte Iosif an und schloss die Eingangspforte mit viel Schwung, sodass es laut krachte.
"Und jetzt saufä wyr!", gluckste der Bergwychtl freundlich. Er begab sich in die Mitte des Raumes und begann ein Lied zu grölen.
0 x
"Wänn du keynä Buttä vorwändä möchtä, nymm Sahnä!"

Benutzeravatar
Wilhelm von Hovenhain
Zweitcharakter
Beiträge: 10
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Handelsallianz

Die Handelsallianz

Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#22

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Di 12. Apr 2016, 13:21

"Ich gehöre niemanden!

"Habt ihr Großen keinen Anstand und den Funken von Intelligenz? Eine Fee ist doch kein Haustier, was man besitzen kann."
, sprach plötzlich eine kleine Stimme neben dem Herzog, ehe er sich schmerzend das Ohr halten musste.

"Mit verlauf, was denkt ihr eigentlich, wer ihr seid, kleine Fee? Einen Herzog am Ohr ziehen, welch bodenlose Frechheit, ich bin ein Mann von Stand, dem zieht man nicht einfach am Ohr. Ist das der Dank, dass ich mich um euch und euren vermeidlichen Herren Sorge, dass ich euch Essen und Trinken spendiere? Ich bin zutiefst verletzt! Entschuldigt euch und leistet Wiedergutmachung!", sprach der Herzog und lies sich erschöpft in seinen Stuhl fallen.

Auch der Zwerg schien M√ľhe Not mit der Aufregung zu haben. Schwei√üperlen liefen √ľber die Stirn des kleinen Mannes.

"Das ist eindeutig zu viel Aufregung f√ľr M√§nner unserem Alters, nicht wahr, teurer Zwergenfreund?"

Der kleine Mann hingegen schien abwesend zu sein und schrie sogleich nach einem gewissen Iosif. Sollte der Herzog etwas falsches gesagt haben? Hatte er vergessen die Rechnung zu begleichen? Obwohl ihm dieser Laden gehörte, war ihm nicht ganz wohl, als der gerufene Iosif näherkam. Bezahlte man hier zuerst und dann kommt das Essen und die Getränke. Gibt es Probleme mit dem Trinkgeld?

Erleichtert und mit einem Seufzer bemerkte Wilhelm, dass die Aufmerksamkeit Iosifs nicht ihm, sondern dem Feeenfangenenden Gast gewitmet war. Dieser wurde so gleich unfreundlich vor die T√ľr befohlen. Mochte er doch die Gesellschaft des einfachen Volkes, so viel Stress und Brutalit√§t war ihm zu viel an diesem Tage.

"Luipold, Luipold, bring er mir ein sauberes Spitzentaschentuch, er m√∂chte mir die Stirn abtupfen, dies ist entschieden zu viel Stress f√ľr unser einer!", sprach er und drehte sich zu gleich zu seinem Tisch herum.

"Da w√ľnscht man sich doch wieder in seinem eigenen Heim zu sein und das selbe mit dem Herzog von Ghena zu tun, wie Iosif mit dem Kunden. Ich w√ľrde beinahe alles geben um meine L√§ndereien zur√ľck zu bekommen, jedoch wie ich dies bewerkstelligen soll, ist mir Fremd. Sagt an, kennt ihr jemanden, der mir helfen k√∂nnte?"
0 x
~ Eine Verbeugung ist nicht nötig. ~

Benutzeravatar
Nyneve
Zweitcharakter
Beiträge: 9
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Fee

Die Freien Völker

Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#23

Beitragvon Nyneve » Fr 29. Apr 2016, 11:13

Wiedergutmachung? meinem vermeintlichen Herren?

Nyneve verstand die Welt nicht mehr. Was wollte den der Herzog jetzt von ihr? Und wieso kam er auf die Idee das sie einen Herren haben könnte? Seltsam diese Langbeine.
Sie √ľberlegte schon, ob es nicht doch besser w√§re wenn sie verschwand. Eingefangen werden wollte sie auf keinen Fall und diesen Langbeinen war nicht zu trauen.

Doch dann wurde dieser Gast der die kleine Fee versucht hatte zu fangen zur T√ľr hinaus geworfen. Hah war das eine Freude.
Kichernd applaudierte sie und flog näher zu Bjorgä.

"Das habt ihr gut gemacht, diesen Unhold hinaus werfen lassen. Ihr habt das Herz doch am rechten Fleck..."


So recht wu√üte sie nicht wie sie ihm ihren Dank ausdr√ľcken sollte und gleichzeitig ihm schmeicheln. Doch dann fiel ihr ein das dieses kurzbeinige Langbein offenbar Bier mochte. Und sie hatte ihren Krug noch nicht anger√ľhrt.

"Ihr könnt mein Bier haben, nach dieser Anstrengung habt ihr euch das wirklich verdient."


Das sollte doch jetzt Preis genug sein oder nicht? F√ľrs Erste nahm sie an das dem so war und wande sich wieder Wilhelm zu.


"Von Stand seid ihr? Und habt keine Ahnung wer ich bin? Ich bin eine Prinzessin. Prinzessin Nyneve von Rosenburg. Ja wir Feen haben eine Königin und einen König.

Und ihr wollte mich irgendeinem Langbein geben der mich besitzen will wie...wie einen Gegenstand. Also ihr habt eine seltsame Art. Wir Feen sind niemandes Besitz. Ardemia selbst hat uns erschaffen, und ihr wollt doch nicht die G√∂ttin entz√ľrnen indem ihr einem ihrer Kinder Schaden zuf√ľgt?"


Nun ob sie wirklich eine Prinzessin war wu√üte Nyneve nicht, aber es war gut m√∂glich. Und wenn dieser Mensch So sehr von Stand sprach und darauf wert legte dann w√ľrde man ja nun sehen ob er das wirklich tat.

"Können wir nun in Ruhe weiter speisen?"

Sprach sie nun wieder sanfter und ruhiger. Sie mochte diese angespannte Stimmung nicht. Lieber wäre ihr Musik, Gelächter und gute Laune.
Apropo Gesang, der Zwerg fing an zu singen. Wobei die Fee das nicht als Gesang bezeichnen w√ľrde, aber sie hatte schon geh√∂rt das die Langbeine auf diese Art manchmal sangen, vor allem in diesen Geb√§uden welche sie Tavernen nannten.Oder wenn sie im schwankenden Gang nachts heimw√§rts liefen.
0 x

Benutzeravatar
Wilhelm von Hovenhain
Zweitcharakter
Beiträge: 10
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Handelsallianz

Die Handelsallianz

Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#24

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Fr 17. Jun 2016, 19:03

Mit einem breiten schmatzen wischte sich Wilhelm das letzte Bier aus dem Bart.

"K√∂stlich die Herren! Hier habt ihr ein wenig Geld f√ľr eure M√ľhen, habt Dank und gehabt euch wohl!"

Mit diesen Worten schritt Wilhem zur T√ľr und gr√ľ√üte noch einmal.

"Luipold komm er oder soll ich etwa allein die T√ľr √∂ffnen, was mute er mir zu?"

Luipold eilte und einne Augenblick später waren beide aus dem Raum verschwunden.
0 x
~ Eine Verbeugung ist nicht nötig. ~