Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

Das gemäßigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkämpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, während die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
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Bjorgä
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Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#1

Beitragvon Bjorg√§ » Mo 7. Sep 2015, 20:48

Oberhain. Ein Spelunke nicht unweit des Hafens, in einem ärmlichen Viertel der Stadt.

Der faulige Gestank von Fisch stieg Bjorg√§ in die Nase. Der Berggipfler hasste Fisch. Schlimm genug, dass er als Koch hatte lernen m√ľssen, wie man Fisch zubereitet und kocht. Doch diesen Geruch jeden Tag ertragen zu m√ľssen, war f√ľr den Dicken nicht gerade angenehm. Ein echter Bergwychtl lie√ü sich von diesen Gedanken, aber nicht die Laune vermiesen. So zog der Dicke fr√∂hlich summend seinen Handkarren hinter sich her, mit Eink√§ufen, die er so eben bei verschiedenen Marktst√§nden erstanden hatte: 2 kg Fisch, frische Zwiebeln, Eier, mehrere Flaschen Milch, nen Sack M√∂hren und Kartoffeln, 5 Pfund Kohl, eingelegtes Obst, einen Zentner Linsen, sowie Brot, K√§se und Speck f√ľr alle F√§lle.

Sein Chef, Iosif Jewgenjewitsch ein Almane aus der kalten Stadt Nebreszko im S√ľden von Ghena, wartete bestimmt schon auf ihn. Aber Bjorg√§ war keine Person, die sich von irgendwem stressen lie√ü. Seine gen√ľgsame und tr√§ge Art, war eines seiner hervorstechensten Eigenschaften. Und so war es kein Wunder, dass Bjorg√§ nach etwa 30 m Halt machte und sich eine Pause g√∂nnte.
"Oh mej, is dat' str√§ssich heyt√§ wied√§!", murmelte der Berggipfler mit einem L√§cheln auf dem Gesicht. Den Schwei√ü tropfte er sich mit den √Ąrmeln seiner Wolljacke ab, die er gerade trug.
"Erstmo a P√§usche", sagte sich der Wychtl, setzte den Handkarren ab und griff in seine Jackentasche, wo er wie immer K√§se drin versteckt hatte. Schmatzend sa√ü er dort mehr als 10 Minuten am Wegesrand, erfreute sich am Geschmack des leckeren K√§ses, den er gerade gekauft hatte und sp√ľlte alles mit der frischen Milch herunter. Nur langsam sammelte er sich wieder, ging 50m weiter den Berg hoch und ruhte dort wieder f√ľr 2-3 Minuten. Als er endlich oben angekommen war, war der K√§se in seiner Jackentasche fast schon leer. Zum Gl√ľck hatte der Dicke, aber immer etwas K√§se f√ľr den Notfall versteckt, sodass er sich keine Sorgen machen musste.

Angestrengt von der k√∂rperlichen Ert√ľchtigung √∂ffnete Bjorg√§ die Hintert√ľr "Zum Ochsenbrecht", des Gasthauses, wo Bjorg√§ seit √ľber einem Jahr lebte und arbeitete und brachte die Waren hinein.
Iosif sa√ü dort geduldig auf einem alten Stuhl, spielte mit seinen Messern und wartete offensichtlich auf Bjorg√§. Sein Chef war ein ehemaliger S√∂ldner, welcher schon f√ľr die verschiedensten Auftraggeber gearbeitet hatte. Im Allgemeinen war er ein ruhiger Geselle. Wenn aber mal austickte, wurde er zum Tier und war nicht aufzuhalten. Mit seiner K√∂rpergr√∂√üe von 188 cm √ľberragte er viele Leute. Zudem kam ihm seine kr√§ftige und muskul√∂se Gestalt zu Gute, weshalb sich selten Leute mit ihm anlegten.

"Schei√üe," sagte er blo√ü drohend, deutete auf die Uhr und verlie√ü dann wieder den Raum. Denn die G√§ste warteten und riefen schon nach einem neuen Bier. F√ľr eine Ma√üregelung hatte Iosif jetzt keine Zeit.

Der Deal war: Iosif k√ľmmerte sich um das Gesch√§ftliche. Bjorg√§ machte das Essen und stellte gelegentlich auch eigenen Schnaps her. Denn Iosif war ein miserabler Koch und als Wirt war es seine Pflicht, auch Speisen anzubieten, um seine G√§ste zu halten. Seitdem Bjorg√§ n√§mlich bei Iosif arbeitete, war der Umsatz des ehemaligen S√∂ldners rasant in die H√∂he gegangen, da die "leckeren Speisen" in ganz Oberhain bekannt geworden waren. Auch Bjorg√§s Schnaps erfreute sich gro√üer Beliebtheit, wenn es mal welchen gab, und so konnte Iosif nicht mehr auf den bequemen Berggipfler verzichten.

Immer noch leicht schwitzend von der k√∂rperlichen Ert√ľchtigung ging Bjorg√§ in die K√ľche und bereite alles f√ľr das Abendessen vor. Kurz g√∂nnte er sich einen kurzen Schluck aus seinem Bierkrug und fing dann an ein vorz√ľgliches Men√ľ vorzubereiten: Zun√§chst bereitete er eine W√ľrzpanade aus Knoblauch, Thymian, Basilikum, Salz, getrockneten Tomaten, geriebener Zitronenschale und frisch gepresstem Zitronensaft eine duftende W√ľrzmischung her. Strich die Fische mit dieser W√ľrzmischung ein, schnitt ihn auf und f√ľllte diesen mit saftigen Fenchelknollen, leicht angebratenen Kartoffeln, sowie frischen Zwiebeln. Zum Schluss noch ein paar gekochte Linsen dr√ľber und fertig war das Mahl.

Zufrieden mit seinem Ergebnis servierte er 6 Gerichte f√ľr insgesamt 12 Personen und gab den weniger zahlungskr√§ftigen G√§sten etwas von der Tomatensuppe ab, die er schon am Morgen vorbereitet hatte. Als Bjorg√§ kurz hinter der Theke verschwand, um seinen Schwei√ü von der Stirn abzuwischen, kam der etwas gestresste Iosif zu ihm und meinte: "Ich wei√ü nicht wie, aber du schaffst es immer, dass ich nicht lange auf dich b√∂se sein kann...," murmelte er. Bjorg√§ nickte ihm zufrieden zu, nahm sich ein Bier und setzte sich zu einigen G√§sten hinzu, die gerade kr√§ftig in Bjorg√§s Mahlzeit vertieft waren.
"Gutä Hungä", sagte der Bergwychtl bloß und trank sein Bier.
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Wilhelm von Hovenhain
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#2

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » So 27. Sep 2015, 12:12

Ein rattern war zu h√∂ren, als die beh√§bige Kutsche um die letzte Kurze des Oberhainer Waldes bog. Ein jeder konnte schon von fernen sehen, dass hier eine Person auf reisen war, der seines Zeichens Wohlhabend war. Die edlen, verzierten, dunklen, h√∂lzernen R√§der polterten √ľber die schlechte Kopfsteinpflaster Stra√üe. Die wei√üe Kabine schwang bei jedem Stein in eine Richtung, dass der T√ľr ratterte unaufh√∂rlich und auch die schwarze gro√üe, mit goldenen Beschl√§gen verzierte Kiste am Heck der Kutsche tat ihr bestes ihr innerstes nicht der Welt preis zu geben. Auch der wei√üe Schimmel war es leid. Seit Tagen zog er die schwere Kutsche schon herum, nur ein Ziel vor Augen Oberhain, eine Stadt gelegen an der K√ľste Almaniens.

Dem einzigen dem das Geschuckel nichts aus zu machen schien, war die einzig sichtbare Person, der Kutscher, der vorn oben auf einer kleinen Bank sa√ü und gem√ľtlich, locker die Z√ľgel hielt und seelenruhig eine Pfeife rauchte. Ein S√§ufzen verlor er aus dem rechten Mundwinkel. Ihm konnte es nur Recht sein, Ruhe, Sitzen, die V√∂gel in der Luft und die Tiere nur wenig ab vom Wegesrand beobachten. Ein wahres Paradies hier im Oberhainer Wald.

‚ÄěLuipold! Luipold!‚Äú, st√∂rten pl√∂tzlich einige Worte, die gerade noch friedvolle Stille des fr√ľhen Morgens! ‚ÄěLuipold, halte er an, sofort!‚Äú

Die T√ľr des Wagens √∂ffnete sich einen Spalt, ein kr√§ftig, kr√§ftig gebauter Herr in feinem Zwirn und edlem Bart blickte etwas Blass um die Nase aus der Kutsche. ‚ÄěLuipold, wo ist er, macht er schon wieder eine Pause?‚Äú

‚ÄěAber nein werter Herr!‚Äú, beuge er sich etwas √ľber seine Bank nach hinten und blickte zu der wohlgen√§hrten Person.

‚ÄěHaben sie wohl geschlafen Herr Herzog? Darf ich ihnen etwas bringen?‚Äú

‚ÄěGeschlafen? Geschlafen?‚Äú, erbost tupfte sich der Herzog mit einem Seidensticktuch den Schwei√ü von der Stirn.

‚ÄěAlso bitte, geschlafen, fragst du auch noch? Unversch√§mter L√ľmmel! Wie soll man bei so einem Geschaukel schlafen? Mir w√§re noch um ein Haar das Monokel aus dem Auge gefallen, so uneben ist der Weg! Sagt an Kutscher, wo sind wir eigentlich, sind wir noch auf dem rechten Weg? Die Wege sind der Art schlecht, wir k√∂nnten in Rakshanistan sein!‚Äú

‚ÄěVerzeiht edler Herr, die Stra√üen sind hier arg schlecht und mit Verlaub, erinnert ihr euch nicht? Wir sind auf dem Weg nach Oberhain. Baron Tunichtgut hat euch hier ein edles Lokal beim Spielen vermacht!‚Äú

‚ÄěAch ja richtig, das Lokal. Ein Edles Etablissement meinte er. Hach, wenn es nur halb so gut w√§re, wie er meinte, k√∂nnte dies meine Rettung sein und erst der Koch. Herje, er soll unglaublich gut kochen, sogar eines K√∂nigs w√ľrdig. Dabei k√∂nnte man glatt seinen unruhigen Magen vergessen. Sagt an, wann gedenkt ihr ein zu treffen. Ich bin des Reisens √ľberdr√ľssig und m√∂chte meine letzten G√ľter gern in Augenschein nehmen, zu gern ein Mahl einnehmen!‚Äú

‚ÄěWenn edler Herr sich gern selbst √ľberzeugen wollen. Da von beginnt schon das Meer und die ersten H√§user unweit entfernt markieren schon den Anfang der Stadt Oberhain. Es dauert also nur noch maximal eine Stunde, dann sind wir da.‚Äú

Gl√ľcklich leuchtend begutachteten des Herzogs Augen die See und die ersten H√§user. ‚ÄěGut gut, dann w√§ren wir ja fast da. Mein Herz ist erfreut. Fahre er weiter, mir d√ľrstet nach guten K√ľhlen Malzgetr√§nk und einem deftig zubereiteten Mahl, Fisch w√§re heute glaube ich das beste zur Feier des Tages. Wir vernachl√§ssigen somit das Fr√ľhst√ľck, ich hatte sowieso keine Lust heute fr√ľh schon wieder zu arbeiten. Also dann ab ab!‚Äú, sprach der Herr und schloss die T√ľr des Wagens.

St√∂hnend richtete sich der Kutscher wieder auf. ‚ÄěFauler Sack! In deiner Kindheit hast du nicht herum gejammert, wenn du einmal wenige Minuten die Suppe umr√ľhren musstest. Da warst du mitten drin, nun muss man dir schon fast beim Gesch√§fte machen helfen. Reicher Sack!‚Äú

‚ÄěLuipold?‚Äú, verdammt, hatte er dies gerade wirklich laut gesagt? Ein kalter Schauer lief ihm √ľber den R√ľcken und z√∂gerlich antwortete er, ‚ÄěJa, Herr?‚Äú

‚ÄěWarum fahren wir nicht weiter? Ab ab, sagte ich doch!‚Äú

Erleichtert atmete der Kutscher Luipold wieder aus. Zum Gl√ľck hatte der Herr ihn nicht geh√∂rt. Zuk√ľnftig sollte er besser seine spitze Zunge besser im Zaun halten. ‚ÄěH√ľa!‚Äú, rief er kurz den Pferden zu und schlug sachte mit den Z√ľgeln. Das Fuhrwerk setzte sich ratternd wieder in Gang, auf den Weg Richtung Oberhain.

Wie der Kutscher es schon absch√§tzte, befand sich die Kutsche nur knapp eine Stunde sp√§ter mitten in Obenza. Mit skeptischen Blicken musterte der Herzog aus dem Fenster seiner Kutsche die Umgebung. ‚ÄěMhhh, drolliges kleines St√§dtchen muss ich sagen. Jedoch sind wir doch anderes gew√∂hnt. Eine einfache Stadt, wenn auch Zeichen guten Geschmackes sichtbar sind. Sagt an Luipold, ist dies da hinten eine Bibliothek?‚Äú

‚ÄěVon hier aus ist dies schwer zu erkennen, Herr. Aber es k√∂nnte sein. Soll ich sie dahin fahren?‚Äú

‚ÄěNein nein Luipold, dies werden wir sp√§ter machen. Sagt an, sind wir im richtigen Stadtteil? Gerade eben gefielen mir die Geb√§ude noch besser. Zeitlich Stilvoll muss ich sagen, ganz anders als bei uns zu Hause. Hach diese Kunstbanausen! Habt ihr die feinen geschwungenen B√∂gen da hinten gesehen, sehr elegent, sehr elegant, muss ich sagen und erst dieser Tempel da hinten. Luipold, merke er sich dies, diesen und die Bibliothek muss ich unbedingt besuchen! Ich irrte mich, Oberhain ist doch eine sch√∂ne Stadt, auch wenn es hier und da einige Ver√§nderungen vertragen muss. Falls das Etablissement wirklich so gut ist und ich hier sesshaft werde, werde ich mit dem B√ľrgermeister sprechen. Meine Ideen bez√ľglich der Stadtgestaltung werden ihm sicher gefallen! Luipold? Warum halten wir hier?‚Äú

‚ÄěWir sind da Herr, hier ist ihre Schenke.‚Äú

‚ÄěEtablissement Lupipold, es ist ein Etablissement! Aber wo ich sehe es nicht?‚Äú, blickte sich der Herzog nach allen Seiten um.

‚ÄěDirekt rechts neben uns, Herr!‚Äú

‚ÄěBitte? Du meist doch nicht etwa dieses sch√§bige Fachwerkhaus auf dem...‚Äú, das Monokel verrutschte etwas. ‚Äě'Zum Ochsenbrecht'? Meine G√ľte, dies ist doch nicht mein Etablissement? Baron Tunichtgut erz√§hlte von einem schillernden wei√üen Geb√§ude, Marmor Statuen zu seiner linken und rechten Eingangst√ľr, sowie einen Teppich vor dem Eigang. Wo sind die Blei-Kristall-Fenster? Wo der Festgarten?‚Äú, der Herzog lies sich in seine Stoff bezogenen weichen Kissen fallen, dies war zu viel f√ľr ihn, als sich gerade die T√ľr des Wagens √∂ffnet.

‚ÄěHerr, das Haus ist wei√ü, nun ja vielleicht etwas vergraut und die Marmorstatuen stehen auch noch da, auch der Teppich ist da.‚Äú

‚ÄěVergraut spricht er? Das Haus hat seine besten Tage hinter sich, es ist mehr als schmutzig. Und ein paar sch√§bige Blumenk√ľbel mit verwelgten Pflanzen sind noch lange keine Marmorstatuen und der Teppich? Ein billiger Bettvorleger w√ľrde mehr her machen als das da!‚Äú, sprach der Herzog und zeigte mit seinem Finger auf die Eingangst√ľr.

‚ÄěAber ja, ich sollte mich nicht so aufregen. Vielleicht r√ľgt der Schein. Helfe er mir aus dem Wagen und melde er mich an, ich werde das innerste in Augenschein nehmen m√ľssen.‚Äú

Der Kutscher tat wie ihm gehei√üen worden war und half dem kr√§ftigen Herzog elegant aus dem Wagen. Anschlie√üend rannte Luipold sofort los Richtung T√ľr, w√§hrend der Herzog ihm mit Abstand flanierend folgte. Der Diener √∂ffnete die T√ľr und trat ein, w√§hrend unter misstrauischen Blicken der Herzog folgte. Unsicher war er, ob er hier am richtigen Ort war oder ob ihn Baron Tunichtgut bei seiner Skat- Runde mit seinem Einsatz betrogen hatte.

‚ÄěH√∂ret her Leute dieser edlen Schenke, der Herzog Wilhelm von Hovenhain nimmt sich die Zeit euch mit seiner Anwesenheit zu beehren.‚Äú, sprach er, als der Herzog in seine Schenke eintrat.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#3

Beitragvon Nyneve » So 27. Sep 2015, 16:50

Leicht, beschwinglich unter wundersch√∂n erhoben sich leise ein paar zarte T√∂ne einer gutgelaunten Melodie. der Musikant sa√ü munter und fr√∂hlich auf dem R√ľcken einer Maus verfolgt von einigen anderen Tieren welche der Musik lauschten. Der Musikant selbst war kaum gr√∂√üer als der Daumen eines m√§nnlichen Menschens, also doch ausgesprochen winzig. das rote Haar wallte den R√ľcken der zierlichen Gestalt hinab, genau zwischen zwei FL√ľgeln die im Licht funkelnden wie ein Tautropfen im Sonnenlicht.
Ja tats√§chlich die kleine elfen√§hnlich befl√ľgelte Gestalt dort unten, war eine Fee, und nicht nur irgendeine Fee, das war Nyneve, vermutlich wieder auf der Suche nach neuen Abenteuern und im Kopf erneuten Schabernack.

Doch plötzlich hielt die Maus an und war unter keinen Umständen dazu zu bewegen weiter zu laufen. Nyneve begutachtete sie von allen Seiten aber verletzt schien sie nicht. Und das Einzige was die Maus von sich gab war ein. "Warts ab"
ALso wartet sie ab was nicht mal unbedingt lange war, als ein riesiges etwas an ihnen vorbeirasste.
Ja um ein Haar w√§ren sie vieleicht sogar √ľberfahren wurden, h√§tte die Maus nicht angehalten.
Die Fee hatte das Beben gar nicht gesp√ľrt, daf√ľr sah sie jetzt um so erboster diesem Unget√ľm nach.
"Was fällt dem ein...ich werde dem Kastendingsda vieleicht etwas erzählen."

W√§hrend sie schon im Eiltempo der Kutsche nachflog √ľberlegte sie eifrig was f√ľr ein Streich wohl der Beste w√§re. Vieleicht sollte sie die R√§der abmachen. Nah lustig w√§re es auf alle F√§lle.
Vor ihr kam nach einer Weile die Kutsche wieder zum Vorschein, vor einem Haus stehend. Also das was die Langbeinigen Riesen als Haus bezeichneten. Aber das Haus war nicht interessant, erstmal wurde die Kutsche betrachtet und entschlossen fummelte sie , mithilfe von etwas Magie an den Schrauben der R√§der herum, belie√ü es aber dabei bis diese so locker waren, das beim n√§chsten Anfahren die R√§der sich ihren eigenen Weg suchen w√ľrden.

Schwer schnaufen pustete sich Nyneve eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht und sah zum Hause. "Was auch immer ein Herzog ist, der wird sich wundern."
Die Vorstellung des Kutschers war ihr nicht entgangen auch wenn sie sich nicht sicher war ob "Herzog" nicht doch ein Name war und nicht diese "Titel" die diese langbeinigen Leute sich gaben.

Neugierig huschte sie flink n√§her und schaffte es noch durch einen Spalt in das Innere der Spelunke, bevor die T√ľr sich wom√∂glich ganz schlo√ü.
Direkt √ľber dem Thresen fand sich ein langer Balken, gro√ü genug das eine Fee dort unentdeckt Platz finden konnte und den ganzen Raum √ľberblicken.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#4

Beitragvon Bjorg√§ » Sa 3. Okt 2015, 11:50

Die T√ľr √∂ffnete sich. Ein etwas √§lterer Herr trat ein und k√ľndigte die Ankunft eines Gastes an, der sich wohl Herzog Wilhelm von Hovenhain nannte.

Bjorg√§ schaute gleichg√ľltig von seinem Bierkrug auf. Was ein Herzog war, wusste er nicht...verr√ľckt√§ M√§nsch√§, dachte er sich nur. Daher schenkte er dem Gesagten keine Bedeutung und widmete sich lieber wieder seinem Bier zu.

Tavernenbesitzer und ehemaliger S√∂ldner Iosif Jewgenjewitsch hingegen wurde bei der Ansprache sofort hellh√∂rig, verlie√ü augenblicklich die Theke und ging mit schnellen Schritten zur Eingangst√ľr. Ein zahlungskr√§ftiger Gast war seitdem Bjorg√§ hier Koch war, zwar nicht unbedingt selten, doch einen Herzog hatte Iosif noch nie bedient. Um ehrlich zu sein, hatte Iosif noch nie einen Herzog aus der N√§he gesehen.
Als Söldner hatte er zwar oft im Namen eines Adligen gearbeitet. Seine Auftraggeber hatte er aber meistens nicht zu Gesicht bekommen, sondern meist nur mit deren Untergebenen verhandelt. Wie auch immer! Heißen wir den Herrn Willkommen!, dachte der groß-gebaute Almane sich.

"Eure Hoheit, der hochw√ľrdige Herzog von Hovenhain ist wahrlich willkommen in unserer Schenke," Iosif machte eine einladende Geste und l√§chelte. Iosif war ein unglaublich h√§sslicher Mann. Mit einer gewaltigen Knollennase, Augen die zu weit auseinander standen und unproportionierten Wangen war sein Anblick sogar unangenehm, selbst wenn er l√§chelte. Seine enorme Gr√∂√üe, seine muskul√∂se Statur und seine direkte und selbstsichere K√∂rpersprache lie√üen ihn aber stets selbstbewusst auftreten. Deswegen hinterlie√ü er bei fast allen Menschen, seiner H√§sslichkeit zum Trotz, einen positiven Eindruck. In seinem Verhalten war er zwar ein ruhiger Gastwirt, daf√ľr aber sehr h√∂flich. Nur Bjorg√§s √ľberm√§√üige Bequemlichkeit ging Iosif auf den Geist, doch √§ndern konnte der Tavernenbesitzer daran nichts. Das wusste er.
Aufgrund seiner S√∂ldnervergangenheit neigte Iosif zudem zu Wutausbr√ľchen und einer tiefverwurzelten Rachsucht, die er aber im Zaum halten konnte, wenn er keinen Alkohol trank.

Nach einer kurzen Pause, die Iosif dem Herzog gewährte um sich vorzustellen und sich kurz zu orientieren, fuhr der Almane fort.
"Wir f√ľhren eine Vielzahl von Getr√§nken. Empfehlenswert ist unser Hausbier, frisch gezapft an der Theke zu gutem Preis. Auch einen vern√ľnftigen Grog bieten wir an. Unser Koch ist wahrlich ein K√ľnstler und versteht sich selbst auf die Braukunst. Probieren Sie von seinem Pfirsichschnaps. Dezent-fruchtig. Leicht s√ľ√ü und vorz√ľglich im Nachgang," erz√§hlte Iosif Jewgenjewitsch.

"Falls Hunger besteht, bieten wir auch unterschiedlichste Speisen an."
Iosif √ľberreichte ihm die Speisekarte.
"Selbstgemacht Hausmannskost vom Feinsten von unserem Zwergenkoch. Bekannt in der ganzen Stadt!", Iosif zeigte kurz auf Bjorg√§, welcher weiterhin gleichg√ľltig in sein Bierkrug starrte. Iosif versuchte ihm mit einen Blick einen Zeichen zu geben, in die K√ľche zu gehen. Doch Bjorg√§ verstand diese Geste nicht so recht, sondern ging stattdessen zur Theke und schenkte sich noch ein Bier nach.

Mit frisch gezapftem Bier ging der Koch zur√ľck zum Tisch. R√ľlpste auf dem Weg und begann dann etwas K√§se aus seiner Brusttasche zu futtern. Iosif sch√ľttelte innerlich den Kopf. Kann er sich nicht einmal benehmen?
Bjorgä wusste augenscheinlich nicht, dass der Gast jemand Wichtiges war.
Wie kann man nur so dumm sein und nicht wissen, was ein Herzog ist?, fragte sich Iosif.

Die Fee bemerkte niemand, wie auch, so ein kleines Wesen war gerade mal so groß wie Iosifs Fingernagel.
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Wilhelm von Hovenhain
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#5

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Sa 10. Okt 2015, 21:09

Wilhelm blickte sich um. Seine Nase r√ľmpfte sich und glaubte doch glatt in das Verm√§chtnis irgend eines Stra√üenhundes getreten zu sein, schon wollte er Luipold bitten die Schuhe zu reinigen, als er noch merkte, dass der Geruch vom Fu√üboden selbst kam. M√ľ√üig blickte sich der Herzog um. Eindeutig z√§hlt diese nicht zu den Etablissements, in denen er sonst zu dinieren pflegt. Gut B√§uerlich oder gar Gutb√ľrgerlich w√ľrde er eher sagen, nicht sehr gepflegt aber es hatte Charme, der rustikale Stil, der gro√üe Ofen rechts von ihm, die St√ľtzbalken hier und da, dazwischen einige Tische mit St√ľhlen. Alles etwas abgenutzt und keinesfalls so wie es sein letzter Besitzer versprochen hat.

Nur einen Augenblick dauerte die Umschau und Wilhelm hatte sich einen Überblick verschafft. Etwas schäbig, aber eindeutig Ausbaufähig! Mit etwas Geld konnte man hier viel erreichen und die Lage ist sehr gut. Direkt an einer Handelsstraße und nur wenige Momente bis zum Hafen. Wilhelm witterte einen guten Verdienst.

Etwas aus den Gedanken gerissen Stand pl√∂tzlich ein etwas hochgewachsener Herr vor ihm. Nur selten musste er sich bem√ľhen sein Kinn zu heben, denn schon er war mit 1,78m sehr gro√ü gewachsen. Der Herr vor ihm, √ľberragte ihm aber gut um einen halben Kopf. Etwas eigenwillig schaute er daher, dieser Muskelprotz, aber zum Gl√ľck schien er Manieren zu haben und den G√§sten etwas an zu bieten, wenn er jedoch auch nicht verriet wie er hie√ü.

"Wir f√ľhren eine Vielzahl von Getr√§nken. Empfehlenswert ist unser Hausbier, frisch gezapft an der Theke zu gutem Preis. Auch einen vern√ľnftigen Grog bieten wir an. Unser Koch ist wahrlich ein K√ľnstler und versteht sich selbst auf die Braukunst. Probieren Sie von seinem Pfirsichschnaps. Dezent-fruchtig. Leicht s√ľ√ü und vorz√ľglich im Nachgang,"

Wilhelm schmunzelte, >Hausbier, wie drollig, wie lange ist es her, dass ich so etwas trank. Zu Hofe pflegt man nur Wein zu trinken, so schlecht er auch sein Möge, Bier aber ... Ach wie köstlich.<

"Gut gut, werter Herr, schenke er mir seinen größten Krug ein und geleite er mich zu seinem besten Tisch, ich beabsichtige zu dinieren. Ach ja, ich hätte gern einen sauberen Krug, wenn ich bitten darf und vergesst bitte nicht die Speisekarte!"

Kurz drehte sich der Herzog noch um zu Luipold. "Komm schon Luipold, r√ľcke er mir den Stuhl zurecht, damit ich Platz nehmen kann."

Luidpold verdrehte die Augen, die gern w√ľrde er den Stuhl einfach aus versehen dem hohen Adligen unter dem Hintern weg ziehen, damit er auf seinem Hochmut landen w√ľrde. Aber leider war ihm so etwas nicht verg√∂nnt. So tat er wie ihm befohlen wurde und r√ľckte den Stuhl zurecht in der Hoffnung das das Stuhlbein nur ein winzig wenig morsch w√§re. Wilhelm jedoch setzte sich gen√ľsslich daher und wartete auf sein Hausbier und die Karte des Hauses.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#6

Beitragvon Nyneve » Sa 17. Okt 2015, 18:54

Unbek√ľmmert sa√ü sie da und lie√ü die Beine baumeln. Ihre Anwesenheit war unbemerkt geblieben und so war ihr das auch ganz Recht.
Entspannt konnte sie so ihrer Neugier nachgehen und weiter die Szene beobachten.
Zu ihrer Enttäuschung Zog der Herzog es vor zu bleiben und ihr blieb vorerst, der Genuss verwehrt sein Gesicht zu sehen, wenn mitten in der Fahrt sich die Räder der Kutsche lösten.
Aber sei es darum, vieleicht passierte ja noch etwas spannendes.

Nicht nur Luipold hoffte auf einen morschen Stuhl, auch Nyneve hätte es zu köstlich gefunden wenn der Mann mit seinem dicken Hintern auf dem Boden gelandet wäre.
Daf√ľr stieg ihr der Duft nach Essen in die Nase, aber f√ľr Essen war auch sp√§ter noch Zeit. im Moment hatte sie eine, wie sie fand, viel lustigere Idee.

So stand sie auf und mit einem nicht h√∂rbaren Plopp sauste sie, wie eine kleine Kugel welche f√ľr das normale Auge kaum sichtbar war , flink durch den Raum, direkt unter den Stuhl von Wilhelm. Kichernd zog sie ihre Nadel hervor und flatterte h√∂her um das spitze Ende in den Hintern des Gastes zu stechen.
Dabei nahm sie sogar noch etwas Anlauf, damit man es auch ja sp√ľrte.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#7

Beitragvon Bjorg√§ » Di 27. Okt 2015, 20:34

"Direkt dort vorne, ist unser bester Tisch", zeigte Iosif den beiden Gästen den Weg zum Tisch, welcher sich direkt neben dem Kamin befand.

W√§hrend Wilhelm und Luipold Platz nahmen, k√ľmmerte sich Iosif um die Bestellung und suchte sich einen Krug aus der Theke heraus. Normalerweise waren seine G√§ste nicht so zimperlich, weswegen Iosif die Kr√ľge meist nur oberfl√§chlich wusch.
Er wechselte das Abwaschwasser nur einmal am Tag, jeden Morgen, direkt nach seinem Fr√ľhst√ľck. Denn der n√§chste Brunnen war ein paar H√§user weit entfernt und der lange Weg zur√ľck war mit einem gef√ľllten Wasserkrug nicht gerade leicht.

Iosif putzte den Krug auch diesmal nicht besser, sondern nahm ihn direkt aus dem Regal raus, so wie er drin abgestellt worden war. Schnell zapfte er das selbstgebrauchte, k√∂stliche Bier des Bergwychtls aus dem Fass. Darauf ging er dann mit schnellen Schritten zur√ľck zum Gast und brachte ihm die Speisekarte und den randvoll gef√ľllten Krug.
Ein reinlicher Mensch w√ľrde aber die Fettflecken und den den oberfl√§chlichen Dreck am Krug erkennen k√∂nnen. F√ľr Iosifs Verh√§ltnisse sah der Krug aber recht sauber aus.

Bjorg√§ sa√ü derweil immer noch am Tisch mit drei anderen Gestalten, zwei Menschen aus der Handelsallianz und ein geb√ľrtiger Almane, f√ľhrten eine angeregte Diskussion, von der Bjorg√§ aber nichts verstand. "Steuern", "des K√∂nigs Sold", "des Einen Gewinn ist des Anderen Verlust", waren ein paar Begriffe, die der Bergwychtl aufschnappte. Doch er verstand nichts von alldem und zuckte nur mit den Schultern, als man ihn nach seiner Meinung fragte. M√§nsch√§ley, dachte sich der Wychtl.
Obwohl Bjorg√§ zun√§chst versuchte zuzuh√∂ren, wurden ihm wegen der seltsamen Diskussion, ganz schummrig und m√ľde.

Bjorgä Sjovätt gähnte, als er plötzlich aus den Augenwinkeln etwas fliegen sah.
Eynä Mottä!, stellte der Bergwychtl einsiblig fest.
Er folgte dem Wesen und zog seinen Schuh aus, um das nervige Insekt zu erschlagen. Wenn der Zwerg eine Sache auf seinem alten Bauernhof gelernt hatte, dann war es, dass Motten, M√ľcken und Fliegen absolut nervige Viecher waren, die man t√∂ten sollte. Mit dem Schuh in der Hand lief er auf den Herzog zu, verfehlte die Fee aber dabei. Stattdessen h√∂rte man den lauten Schlag, als der Schuh auf den Boden aufkam.

Tr√§ge blickte Bjorg√§ auf seinen Schuh und meinte blo√ü mit leicht d√ľmmlichen Tonfall, aber mit einem herzlichen L√§cheln auf den Lippen: "Dan√∂b√§!"
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Wilhelm von Hovenhain
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#8

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Sa 31. Okt 2015, 10:39

Erschrocken sprang Wilhelm auf, ein Arm zog er vor sein Gesicht.
"M√∂rder, Diebe, K√ľchelhelfer, Luipold!"

Dieser aber schien sich mehr f√ľr das Gespr√§ch drei Menschen am Nachbartisch zu interessieren. Nickend stand er neben den dreier Gespann und nickte, w√§hrend einer der dreien, eindeutig ein Almane sprach. "Ja, die Steuern steigen und steigen. Sieh sie dir doch an die reichen, fetten und stinkenden S√§cke! Da fliegen fast die Verzierungen von der Robe, so fett gefressen sind sie und bei uns? Wir k√∂nnen uns das Rakshor unser durch die Rippen pusten!" "H√∂rt, h√∂rt!", stieg ein anderer darauf ein, "Rakshor ist das richtige Stichwort. Der Kerl hat noch Schmalz in den Armen und was im Kopf, so kanns nicht weiter gehen. Ich hoffe wir haben bald Ruhe vor diesem adligen Gesindel!", brummte er und nahm noch einen kr√§ftigen Schluck aus seinem Humpen.

"Luipold! Du Nichtsnutz, jetzt hilf mir doch der kleine Kerl versucht mich an zu greifen, mein Leben ist in Gefahr!"

Luipold war jedoch weit weg und lauschte Aufmerksam den drei Menschen. Der Herzog fand dies gar nicht lustig. Sein persönlicher Kutscher hörte nicht mehr auf ihn. Welch Skandal und dann auch noch, wo er in Lebensgefahr war! Luipold wollte sich keine Blöse geben und drehte sich zum Zwerg.

"Sieh da, kleiner Mann. Bleiben sie weg von mir, ich wei√ü mich wohl ganz gut selbst zu verteiteidigen.", dabei vollf√ľhrte der Herzog einige Bewegungen mit seinem Gehstock. Vor einigen Monaten hatte er √∂fters der Garde des Hofes bei √úbungen zu gesehen. Wilhelm versuchte nun das erlernte Wissen um zu setzen, was jedoch mehr an eine am√ľsante Tanzeinlage erinnerte.

Der kleine Mann in dessen kniete immer noch auf dem Boden und r√ľhrte sich nicht. Vorsichtig ging Wilhelm einen Schritt auf ihn zu und pikte ihn vorsichtig an der Schulter, um zu sehen ob er noch lebte. Dieser sagte jedoch nur, "Dan√∂b√§!"

"Luipold, helfe er ihm auf. So denn, wo ist der Besitzer dieses, dieses...", Wilhelm rang vor Fassungslosigkeit und Adrenalin nach Worten, "... Geschäfts. Möge er sich sofort bei mir melden!"

Luipold aber war immer noch abwesend, was Wilhelm sichtlich verärgerte, so wurde er in seinen Worten energischer.

"Luipold Brachesbruch, ich befehle dir hiermit diesen Mann auf zu helfen und auf einen Stuhl zu setzen, ich will mit ihm reden. Wenn du dies nicht schaffst, nimm deine neuen Freunde zur Hilfe. Ihr da, gute edle M√§nner, ein Kupferling f√ľr jeden, der diesen kleinen Herrn auf die Beine helfe.", sprach er und zeigte auf den Angreifer.

"Hach, dass ist heute zu viel Aufregung f√ľr mich. Erst einmal ein k√ľhles Bier und etwas zu essen.", gem√§chlich unter leisen st√∂hnen beabsichtigte der Herzog sich auf seinen Stuhl zu setzen.

Mit einem Schrei erhob er sich zugleich und griff sich an seine edelste Stelle.

"Ich bin schockiert, noch ein Angriff! Wer wagt es mir ein Messer ins Ges√§√ü zu rammen und was ist das? Ungeziefer, in einer Herberge, in einem Gastraum? Unm√∂glich!", wie wild schlug er mit siner M√ľtze um sich, der Hoffnung erliegen, dass er damit das b√∂sartige Insekt erwischen w√ľrde.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#9

Beitragvon Nyneve » Mi 11. Nov 2015, 18:55

Verdutzt sah die Fee sich um als es erst krachte, als w√ľrde es Gewittern, aber dann war sie wieder abgelenkt als der Herzog von ihrem Stich getroffen, aufsprang und schrie.
Hastig brachte sie sich vor der winkenden M√ľtze in Sicherheit, vorbei an dem Zwerge am Bode, dessen Grund, warum er da sa√ü, nicht mal mitbekommen hat.

Elegant landete sie auf blo√üen F√ľ√üen, auf dem Rand des Kruges der gut gef√ľllt vor Wilhelm auf den Tisch stand. Sorgsam strich sie ihr Kleid glatt und die Fl√ľgel, ehe sie zu dem Manne auf sah.

"Seid gegr√ľ√üt Herzog, es freut mich eure Bekanntschaft zu machen. "

So frech wie sie eben noch war um so freundlicher war sie jetzt. Ihre Stimme passt zu einer feinen Dame so wie ihre h√∂fflichen Worte und der zierliche Knicks welchen sie geschickt vollf√ľhrte.

Sie hatte mal gehört das die großen Völker das taten.
Und so stand sie da, die kleine zierliche Schönheit und schenkte Wilhelm ihr allerliebstes Lächeln.
Dabei blieb sie aber noch aufmerksam, bereit jedem Moment wieder zu fl√ľchten, sollte man anders reagieren als erhofft.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#10

Beitragvon Bjorg√§ » Sa 19. Dez 2015, 22:53

Bjorg√§ sa√ü derweil noch auf dem Boden und schaute verdutzt, sowie leicht d√ľmmlich durch die Gegend. Etwas ersch√∂pft durch die k√∂rperliche Ert√ľchtigung musste er einen Moment zu Atem kommen.

Er keuchte auf, als er versuchte von alleine aufzustehen. Er schaffe es nicht alleine! Nach drei weiteren Versuchen, war der Bergwychtl völlig außer Puste und musste erneut pausieren.
"I' schoffs n√ľt!", jammerte der Dicke leicht verzweifelt. Er schaute Hilfe suchend durch die Gegend.

Zum Gl√ľck war der Herzog ein aufmerksamer Mann und gab alsbald Anweisungen, den dicken Zwerg vom Boden aufzuhelfen. Auch beschwerte sich Wilhelm und forderte nach dem Besitzer der Taverne, welcher gegenw√§rtig aber andersweitig besch√§ftigt war und sich um die Abrechnung von Kunden k√ľmmerte, die gerade gehen wollten.

Nur mit gemeinsamen Kr√§ften schafften es Luipold und ein weiterer Mann, den der Herzog f√ľr ein Kupferling zudem auch noch bezahlen musste, den Bergwychtl vom Boden hochziehen. Nach dieser anstrengenden Prozedur lie√ü sich Bjorg√§ auf den n√§chstbesten Stuhl neben den Herzog nieder. Er bedankte sich beim Herzog und wurde darauf pl√∂tzlich unerwartet laut.

"Verfluchtä!", maulte der Bergwychtl, wobei er mit der Faust auf den Tisch haute. "Is dat' strässich heytä wiedä!"

Erst jetzt bemerkte Bjorg√§ die Fee, auf dem Tisch, die er durch die Ersch√ľtterung seines Schlages regelrecht in die H√∂he katapultiert hatte, wodurch sie sich nun in H√∂he seiner Augen befand und der Bergwychtl dadurch erschrak:
"Eynä winzgä Mänschä!", schrie er aufgebracht.
Er war völlig aus dem Häuschen und fasste sich aufgrund der Fassungslosigkeit an den Kopf.
"Bist eynä winzgä Mänschä," wiederholte Bjorgä und stupste die kleine Fee an. "Is' do mäglich?", fragte Bjorgä den Herzog.

Er hörte dem Herzog zu und versuchte darauf spielerisch die kleine Fee mit seinen Händen einzufangen. Was ihm nach einiger Zeit auch gelang.
Wie ein kleines Kind, freute er sich dar√ľber und meinte stolz: "Is nu meyn√§!"
Er streichelte sie und griff in seine Brusttasche, um sie wie ein Haustier mit K√§se zu f√ľttern.
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"Wänn du keynä Buttä vorwändä möchtä, nymm Sahnä!"