Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

Das gemäßigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkämpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, während die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
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Wilhelm von Hovenhain
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#11

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Do 7. Jan 2016, 15:23

"Barbaren!", reusperte sich der Herzog und strich seine Kleidung glatt. Einmal athmete er tief durch und setzte sich sorgsam zur√ľck an seinen Platz.

"Verfluchtä! Is dat' strässich heytä wiedä!"

"Wohl war, wohl war, kleiner Mann! So viel Stress bin ich nicht gewohnt. Mein herz, hach es springet in meiner Brust ganz aufgeregt daher! Aber nun gut, verzeiht mein ach so unfreundliches auftreten, der Schreck saß mir tief nach dem Stich in meinen allerwertesten.", sprach der Herzog schmunzelnd und Griff nach seinem Bier.

"Ein k√ľhles Gebr√§u aus gutem Haus ist in solchen Augenblicken wohl das beste, zum Wohl kleiner Mann!"

Hurtig hob Wilhelm das Glas und zog es sich schnell zum Munde. Doch erschrak er sehr, saß nicht auf seinem Glasrand eine kleine Person?

"Seid gegr√ľ√üt Herzog, es freut mich eure Bekanntschaft zu machen."

Verdutzt sah der Herzog einen Moment lang die kleine Person an. Winzig klein war sie, mit noch kleineren Fl√ľgeln, langem roten Haar und einem gr√ľnen Kleid.

"Also, also...", versuchte der Herzog seine Fassung wieder zu bekommen.

"Ich muss wohl bitten, dies ist nicht die feine Almanische Art, verraten sie mir kleines Fr√§ulein, was machen sie in meinem Glas?", sprach der doch etwas br√ľskierte Edelmann.

"Eyn√§ winzg√§ M√§nsch√§!", br√ľllte derweil der Berggypfler aufgeregt herum.

"Ist dies die Art sich vor zu stellen? In dem Mann einfach in anderer L√§ute Biergl√§ser klettert? Und du mein Freund.", schaute er den kleinen Mann an, "dies ist kein kleiner Mensch unwissener, es ist eine Fee. Bekannt f√ľr ihren √úbermut, ihre Sp√§√üe, zudem ihrer schnell wechselnden Laune. Boten der Natur und nun ja, des Schabernacks."

Doch in mitten der Ansprache des Herzogs schnappte sich der Berggypfler die Fee.
"Is nu meynä!"

Unter den verdutzten Augen des Herzogs hielt der kleine Kerl die Fee in den H√§nden, griff in seine Brusttasche und versuchte sie mit K√§sest√ľcken zu f√ľttern.

"Mein unbeholfener kleiner Freund, dies ist kein Tier. Die kleine Dame geh√∂rt zum Volk der Feen. Lass sie gehen, vielleicht m√∂chte sie uns ja Gesellschaft leisten und eventuell hat sie ja auch hunger. Ich habe schon lange keine gute Gesellschaft mehr gehabt, setzt euch beide an meinen Tisch und lasst uns Tafeln und reden. Los Luipold, k√ľmmere er sich, bring er uns essen und zwar reichlich. Zwerg und Fee, sagt an, was kann euch mein Diener bringen, ich lade euch ein. Als dann, erz√§hlt mir von euch Fee, was f√ľhrt euch in mein Bierglas?"
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#12

Beitragvon Nyneve » Do 7. Jan 2016, 16:11

Solch eine Frechheit. Da wollte sie gerade dem Manne antworten da gab es wieder einen Knall so das sie fast in den Bierkrug des Herzoges hineingefallen wäre und im nächsten Moment schrie dieser Tolpatsch das es in den Ohren weh tat.

Sie hätte doch auf den Wiesen bleiben sollen. Dort war es ruhiger, schöner und die Leute waren nett. Aber das wäre auch langweiliger oder nicht.

Zum Gl√ľck breitete sie rasch ihre Fl√ľgel aus und konnte so ein unfreiwilliges Bad im Bier vermeiden.

Nach dem Ursprung suchend sah sie direkt in die Augen des Zwerges, welcher es sich noch erdreiste sie anzustupsen als wäre sie irgendein...fremdländisches Ding. Soviel Frechheit hat sie lange nicht erlebt.

Doch die Krönung kam noch, als er sie versuchte zu fangen. Aber sie machte es ihm nicht einfach. Immer wieder wisch sie ihm flink aus, bis er sie letzendlich doch ergriff.
Emp√∂rt dar√ľber das er sie auch noch als Besitz betrachtete und sie mit K√§se f√ľttern wollte sah sie ihn an.

"Hey du grober Unhold, du tust mir weh. Außerdem bin ich kein Menschling sondern wie der Herzog spricht, eine Fee. Du bist dumm und gemein. Dabei habe ich dir gar nichts getan. Willst du mich umbringen oder was?!"

Erhob sie protestierend die Stimme und deutet mit dem Finger auf ihn bevor sie im Befehlston kommandierte.

"Lass mich sofort herunter!"


Ob es ihre energische Art war oder √ľberhaupt die Tatsache das sie sprechen konnte, die Worte des Herzoges oder alles zusammen wu√üte sie nicht. Aber der Zwerg lie√ü sie wieder los und sie flatterte rasch ein St√ľck von ihm weg.
Erbost strich sie ihr Kleid glatt und ihre Fl√ľgel welche dabei kurz etwas von ihrem glitzernden Staub offenbarten.

Wieder etwas milde gestimmt vom Angebot des Adligen sah sie zu dem Diener und lie√ü ihn wissen das sie Obst, Gem√ľse und Saft w√ľnscht.
Dann flatterte sie erneut hinauf auf den Rand des Bierkruges von Wilhelm um mit ihm auf einer besseren Sichthöhe zu sein.

"Nun mein werter Herzog ich wollte euch kennen lernen doch bei meiner Gr√∂√üe mu√üte ich sicher gehen das ihr mich nicht √ľberseht."

"Wenn ich mich vorstellen darf. Nyneve"


Ein zierlicher Knicks folgte, dann setze sie sich wieder auf den Rand. So w√ľrde der Herzog wohl nicht zum trinken kommen, wenn nicht bald eine andere M√∂glichkeit sich bot wo die Fee in angenehmer H√∂he sitzen konnte.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#13

Beitragvon Bjorg√§ » Do 28. Jan 2016, 20:02

Das kleyn√§ M√§nschleyn, wie Bjorg√§ sie nannte, war weniger erfreut dadr√ľber, wie Bjorg√§ sie behandelte. Scheinbar mochte sie auch keinen K√§se, was den dicken Bergwychtl etwas missmutig werden lie√ü.
Je stinkiger der Käse war, desto besser schmeckte er, hatte er einst festgestellt. Und dieser leckere Hartkäse, den er ihr angeboten hatte, stank bestialisch und war nach Bjorgäs Gechmacksempfinden einfach nur genial!

Wi√§ kann mo keyn√§ K√§s' m√∂g√§?", fragte er sich nachdenklich. Er schien richtig dr√ľber nachzugr√ľbeln, so als ob er eine schwierige Rechenaufgabe l√∂sen musste. Denn f√ľr einen Bergwychtl war es nicht sonderlich leicht, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Bjorg√§ runzelte vor lauter Anstrengung nur die Stirn.

Der Gedanke keinen K√§se zu m√∂gen, war f√ľr ihn sehr befremdlich, war Sjov√§tt doch vor dem Tod seiner geliebten Frau ein K√§smacher gewesen. Vermutlich w√§re ein normaler Mensch aufgebracht oder etwas ver√§rgert in solch einer Situation geworden. Doch einen echten Bergwychtl, wie Bjorg√§ einer war, konnte nichts aus der Ruhe bringen.

Er hörte der Fee zu, die sich als Nyneve vorstellte und lächelte ihr als Reaktion zu.
"I hey√ü√§ Bjorg√§," stellte sich der Bergwychtl vor. Er r√ľlpste laut, wodurch K√§segestank aus seinem Mund herausgepustet wurde.
"Bin do Koch hyär,"
"Schweynshaxä, Ommentaler Braten, gorgorischer Eintopf, Korgox-Eier. I' hob schon alles gegässä!". Er haute sich dabei auf den Bauch und grinste breit.
"Und du? Wär bistä?", fragte er recht anstandslos den Herzog.

Er nahm einen kr√§ftigen Schluck Bier aus seinem Krug und schlug dann dem Herzog voller Freude und Euphorie br√ľderlich auf die Schulter.
"I' glob, wyr wärdä gutä Freundä!"
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Wilhelm von Hovenhain
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#14

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Sa 30. Jan 2016, 21:05

"Nun mein werter Herzog ich wollte euch kennen lernen doch bei meiner Gr√∂√üe mu√üte ich sicher gehen das ihr mich nicht √ľberseht. Wenn ich mich vorstellen darf, Nyneve"

Ein zierlicher Knicks folgte, dann setze sie sich wieder auf den Rand von des Herzogs Trinkgefäß. Eine höfliche Elfe? Innerlich musste der Herzog etwas schmunzeln. Hatte er zwar noch keine echte Elfe gesehen, doch schon einiges von ihnen gehört. Schabernack war ihr höchstes gut, ob es bei dieser Elfe anders seih?

"Wirt! Hol er sofort Zei Schnapsgl√§ser, eile er sich!", befahl der Herzog eiligst mit einer Handbewegung. Nur Augenblicke sp√§ter kam der Wirt zur√ľck, wie ihm aufgetragen wurde.

"Hier Herr, was kann ich ihnen als Schnaps anbieten. Wir hätten Almaner Dreifachkorn im Angabot, Rakshanisch Weiß und ..."

"Keine Sorge, es hat alles seine Richtigkeit guter Mann, die Gl√§ser sind nicht f√ľr mich, sondern f√ľr unseren dritten Gast am Tisch.", sprach der Herzog und drehte die Gl√§ser um und stellte sie unter den verwunderten Augen auf den Tisch.

"Damit hätte unser kleinster Gast auch einen Tisch und einen Stuhl. Es zeugt nicht von Luxus kleine Fee, dennoch hoffe ich, es ist zu ihrer Zufridenheit."

Kaum hatte sich der Herzog um einen Gast gek√ľmmert, sprach auch schon der Bergwychtl.

"Und du? Wär bistä?"

Diese Frage war schwerer zu beantworten, als es sich der Herzog selbst einzugestehen vermochte. Wer war er schon? Ein Herzog oder doch nicht? Der Herzog verschnaufte kurz und nahm noch einmal einen kräftigen Schluck des Gerstensaftes.

"Nun, werter Herr Bjorg√§, die Frage ist schwerer zu beantworten, als man gemeinhin denkt. Zu meinem Namen, ich bin Herzog Wilhelm von Hovenhain. Die flegelhafte Person da hinten ist mein Kutscher Luipold und ...", sichtlich viel es dem Herzog schwer weiter zu reden. Die Schmach und Schande, die er die letzte Zeit zu √ľberstehen hatte, war schon schwer genug und nun sollte er dies auch noch fast fremden Leuten erz√§hlen?

Abermals strich er sich durch den Bart, als er leise weiter sprach. "Mit Luipold habe ich mich vor wenigen Tagen oder Wochen? Ich bin schockiert, so genau wei√ü ich dies schon gar nicht mehr! √Ąrgerlich, nun egal. Auf der Reise bin ich mit ihm um meinen letzten Besitz zu begutachten ... weil ... nun ja, sagen wir es so. Nicht nur einem Bauern oder einem H√§ndler k√∂nnen Banditen √ľberfallen, auch einem Herzog kann es so ergehen. Dabei, wie es im Leben so ist, erkennt du die wahren Diebe nicht. Die wahren Diebe erkennst du erst, wenn du alles verloren hast!"

"Kennt ihr zufälligerweise den Herzog Leopold von Ghena? Ich sage euch, mit diesem Mann stimmt etwas nicht!, sprach er hinter vorgehaltener Hand und beugte sich dabei etwas nach vorn, damit möglichst nur seine Tischpartner alles hören.

"Er hat in wenigen Jahren mehr Reicht√ľmer angeh√§uft als ein halbes Dutzend Adliger Familien zusammen in derselben Zeit. Viele Adlige √ľberschreiben seit Jahren allen Grund und Boden in der Handelsallianz an den sogenannten Herzog von Ghena! Habt ihr eine Ahnung wie viele Adlige im letzten Jahrzehnt verarmt sind? Sicherlich nicht, denn Informationen dar√ľber gibt es nur in Adligen Kreisen und was interessiert es schon einen Bauern, an welche Person er seinen Steuern geben muss? Da f√§llt der ein oder andere Besitzwechsel gar nicht auf. Aber ich sage euch, da stimmt etwas nicht und dem bin ich nachgegangen. Keine Woche konnte ich dabei Nachforschungen anstellen. Dann wurde ich mitten in der Nacht all meiner √Ąmter beraubt, meine L√§ndereien beschlagnahmt und bin des Landesverrats angeklagt!"
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#15

Beitragvon Nyneve » Mo 1. Feb 2016, 11:49

√úberrascht sah sie auf die Schnapsgl√§ser welche ihr der Herzog bringen lie√ü und sie so einen Stuhl sogar einen Tisch hatte. Kichernd setzte sie sich auf eines der Schnapsgl√§ser. Hatte der Herzog vieleicht doch Humor, na dann w√ľrde er wenigstens lachen k√∂nnen, wenn die R√§der seiner Kutsche w√§hrend der Fahr abfielen.

Vergn√ľgt gluckste sie bei dem Gedanken.

Nur mit dem Kurzbeinigen wu√üte Nyneve noch nicht viel anzufangen. Er hatte offenbar nicht viele Manieren und er stank f√ľrchterlich nach K√§se. Wann er wohl das letzte Mal seinen Mund gepflegt hatte?

Dann fingen die Langbeine an √ľber irgendwas zu sprechen was sie nicht recht verstand. War wohl so ein Gro√üe-Leute Ding.
Aber wenigsten kam nun das Essen und sie konnte sich vergn√ľgt √ľber die Speisen hermachen.
Während dessen lauschte sie mit halben Ohren dem Gerede zwischen dem Herzog und dem Zwerg.

Man hatte viel zu viel aufgetragen, aber so hatte sie wenigstens die Wahl.
Erneut flog sie zum Obstteller um sich eine Traube auszusuchen als Pl√∂tzlich ein Glas √ľber sie gest√ľlpt wurde.
Was war den jetzt los, zu Hilf sie war gefangen.

Der dreiste Feenfänger war ein Gast welcher vorher gar nicht groß aufgefallen war, aber dann die Fee entdeckt hatte und wohl der Meinung war das er mit ihr tun könne was er wolle.

"Hah , hab ich dich. Du kommst daheim in den Vogelk√§fig und wirst im Laden meine Kunden verzaubern. Bringt mir bestimmt mehr M√ľnzen ein."

Dreckig lachend schob er seine dreckige Hand unter das Glas um Nyneve daran zu hindern zu entkommen.
Erschrocken, erbost aber auch ängstlich klopfte sie wild gegen das Glas.
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Wilhelm von Hovenhain
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#16

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Fr 19. Feb 2016, 10:34

"Zumindest das Bier ist schon einmal sehr gut, sagt kleiner Mann, was f√ľhrt euch, einen Bergwychtl in dies entlegene Gegend, noch dazu so fern der Heimat?"

Belustigt sah der Herzog wie die Fee sich abermals am Obstteller bedienen wurde. Ein Schmunzeln entwich seinen gerade noch schmerzenden und traurigen Gesichtsz√ľgen. Wie so ein kleines Wesen nur existieren konnte. So klein und winzig, welch M√ľhe es sich abverlangte um eine winzige Traube zu tragen.
"Faszinierend nicht wahr, kleiner Freund? Da gibt es nun so viele Völker auf Asamura, aber keines gleicht dem anderen. Groß, klein, stark, schwach, technologisch hoch Wissend und daneben dumme Bauern. Die Götter haben etwas erschaffen, was man als sterblicher Kaum glauben mag!

Gerade schwelgte Wilhelm noch in seinen Worten der Völker und wollte soeben eine Anekdote aus dem Tieflingslanden erzählen, als vor unweit von seinen Augen entfernt die Fee in einem Glas landete.

"Hah , hab ich dich. Du kommst daheim in den Vogelk√§fig und wirst im Laden meine Kunden verzaubern. Bringt mir bestimmt mehr M√ľnzen ein."

Sofort erhob sich der Herzog von seinem Stuhl. "Guter Mann, ich bin schokiert, welch Worte vernehme ich da aus eurem Mund? Lasset ihr die junge Fee sofort frei!"
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#17

Beitragvon Bjorg√§ » Mo 29. Feb 2016, 11:35

Bjorgä hörte dem Herzog aufmerksam zu und nickte ihm gelegentlich als Antwort zu. "Härr Zog Läopold?", schnappte Bjorgä die Frage von Wilhelm auf. Er konnte mit dem Namen nichts anfangen zuckte unwissend mit den Schultern.
"Näääää," brummte der Bergwychtl.

Kurz fiel Bjorgä Wilhelm darauf ins Wort und wollte das Gespräch auf ein Thema lenken, wo Bjorgä mitreden konnte: "Kännstä dä Wyrtä Lirndd?"
"Ei feynä Bengäl! Mein Schwiegäsohn! Und dö Byär is dö bestä in ganzä Heymstätt!"

F√ľr Bjorg√§ war der Wirt Lirndd inzwischen schon sowas, wie eine Pers√∂nlichkeit geworden und er war immer wieder erstaunt, dass niemand diesen bedeutenden Berggipfler kannte. Im Donnerbrettfahren gewann er schon das 10. Mal in Folge. Den Preis f√ľr die gr√∂√üte R√ľbe und den sch√∂nsten Kohl ging auch zum x-ten Mal an ihn. Bjorg√§ bewunderte seinen Schwiegerson. F√ľr die Bergwychtl war Lirndd inzwischen schon sowas, wie ein Held geworden. Lirndd lebte aber wie fast alle Berggipfler weit von Oberhain entfernt, im Wychtlgebirge, im Schutze der Waldalben. Und so war es also nicht verwunderlich, dass Wilhelm ihn nicht kennen konnte.

Doch Herzog Wilhelm von Hovenhain war viel zu sehr vertieft in seiner Schilderung √ľber die omni√∂sen Machenschaften von Leopold von Ghena. Als die Speisen aufgetischt wurden, wurde der Koch jedoch kurz missmutig. Hatte Iosif ihn doch glatt nicht gefragt, ob er den Braten verwenden durfte, den Bjorg√§ f√ľr den morgigen Tag vorbereitet hatte. Dieser Braten war noch nicht fertig!

"Schm√∂rrn!", brummte er kurz m√ľrrisch in sein Bierglas. Doch es war fast nicht m√∂glich, Bjorg√§ in eine schlechte Stimmung zu versetzen oder ihn aus der Ruhe zu bringen. So fing er kurz darauf wieder an zu l√§cheln, und bediente sich an der K√§seplatte.

"Zumindest das Bier ist schon einmal sehr gut, sagt kleiner Mann, was f√ľhrt euch, einen Bergwychtl in dies entlegene Gegend, noch dazu so fern der Heimat?", fragte ihn der Herzog.

"Sjo, dö is eynä langä Geschichtä. Im vordrittä Jahrä nun starbä meynä Weyb Fjändina. Ward a eynä schönä Sommertagä, als i' na Hausä kam...," erzählte er die Geschichte. Doch er konnte sie nicht beenden, da wieder Tumult am Tisch entstand.

Irgendein Gast schnappte sich die kleine Fee und beanspruchte sie f√ľr sich.
Bjorgä beobachtete dies zunächst nur. Als der Herzog sich beschwerte, zuckte Bjorgä nur mit den Schultern. Vielleicht war das so ein Brauch, dass man den "kleynä Mänschä" einfangen musste, wie eine Ratte in der Käsefabrik?

Sjov√§tt hat noch nie viel von Konfliktbew√§ltigung verstanden. Er erhob sich stattdessen von seinem Platz und holte nochmal Bier f√ľr die Runde. Denn Bjorg√§s Krug war schon leer und der Herzog hatte noch viel zu wenig getrunken! "Do By√§r musst√§ trink√§!", sagte er im leicht vorwurfsvollen, kumpelhaften Tonfall zum Herzog und klatschte mit der Geste den Krug auf den Tisch. Etwas Bier schwappte dabei √ľber und tropfte auf den Boden.

Lustigerweise hatte Bjorgä auch an die Fee gedacht und ihr einen riesigen Krug voll mit Bier mitgebracht.
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#18

Beitragvon Nyneve » Di 1. M√§r 2016, 11:11

Ist die eure? Ich kauf sie ab.

Wande sich der unbehobelte Gast nun an den Herzog als dieser Einspruch gegen die Gefangen-nahme der Fee erhob.

Jene hockte noch immer wenig gl√ľcklich hinter dem Glas und beobachtete was drau√üen vor sich ging. Als der Zwerg sich auch erhob, sah Nyneve gespannt zu ihm. Er war zwar klein und dick, aber sie hatte geh√∂rt Zwerge waren gute Krieger und machte ihre Gr√∂√üe rasch durch ihr Auftreten wett.

Aber dieser hier war √ľberhaupt nicht so wie man sich erz√§hlte. Er stapfte einfach davon um neues Bier zu holen. Erbost sah Nyneve ihm hinterher und beschlo√ü still f√ľr sich das der da gewiss kein Zwerg war. Bestimmt nur ein kleiner dicker Mensch. Und er hatte eindeutig ein paar Streiche verdient. Wie mu√üte sie sich noch √ľberlegen.

Doch da dieser Gast keine Anstalten machte sie herzugeben, gar anfing um sie mit dem Herzog verhandeln zu wollen, wie eine Ware, mußte sie sich selbst helfen.

Und so nutzte sie ihre Magie, welche sie f√ľr Au√üenstehende verblassen lie√ü. Aber wenn man ganz genau hinsah konnte man eine schemenhafte Gestalt erkennen die nur schwer vom Glas zu unterscheiden war.
Sicher war Glas nicht die beste Möglichkeit sich zu tarnen, aber ein Versuch war es wert.


"HE wo ist sie hin?"

Triumphierend lachte sich die Fee still ins F√§ustchen, als der dreiste Gaste verdutzt auf das Glas sah. Er nahm seine Hand weg, was die beste Gelegenheit war f√ľr Nyneve zu entwischen. Bevor der Fremde selbst seine Hand in das Glas quetschte und es dann w√ľtend abstellte.
Die Fee war eindeutig weg.

Das war sie in der Tat , Nyneve hatte sich hinter einen Krug versteckt und nun tarnend dessen Farbe angenommen. F√ľr das blo√üe AUge schien sie nicht da, doch heimlich beobachete sie die M√§nner.

Der Gast deutete mit seinem schmutzigen Finger nun direkt auf den Herzog.

"Ihr habt mich bestohlen!"

Erhob er lautstark die Stimme. Er schien wirklich der Überzeugung das der Herzog ihm die Fee gestohlen hätte, auch wenn mehr als fraglich war, wie er das hätte tun können.
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Wilhelm von Hovenhain
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#19

Beitragvon Wilhelm von Hovenhain » Mo 14. M√§r 2016, 13:15

"Ihr habt mich bestohlen!"

"Mit Verlaub, ich bin empört! Ich bestohlen? Ein Mann von Meinen Ansehen und Format sollte sich zu niederen Taten herab lassen. Mein bester, obwohl ich in einer einfacheren Behausung diniere, muss ich sie wohl darauf hinweisen, das ich vom Stand her hoch dekoriert bin. Des Weiteren, Feen können sich unsichtbar machen, sie wird ihnen wohl entwischt sein, als sie ihr Glas erhoben. Sie sagte zwar nichts davon, aber falls die Fee euch gehörte, so will ich, trotz eures verbalen Ausrutschers und flegelhaften Verhaltens euch suchen helfen! Herr Zwerg, wären sie so freundlich mit uns die Fee zu suchen, danach können wir gern zu Ende speisen. Vielleicht könnten sie mir danach die Stadt zeigen?"

"Ihr seit von Stand, interessant, interessant ..."
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Re: Käse, Speck und Feenstaub - Kapitel I - Oberhain

#20

Beitragvon Nyneve » Mi 30. M√§r 2016, 11:23

Emp√∂rt nahm Nyneve die Worte des Herzogs auf. Wie konnte er sowas sagen? Waren diese Langbeine alle so herzlos. Nun war sie erst recht zufrieden das sie die R√§der der Kutsche von Wilhelm gelockerte hatte, so das sie ihm bei seiner n√§chsten Fahrt abfallen w√ľrden.

Das geschah ihm dann recht. Die Fee erhob sich und flog ein St√ľck hinauf. Inzwischen war der Zauber abgeklungen so das man sie wieder sehen kann.
Flink flog sie direkt zu den Ohren von Wilhelm und zog mit aller Kraft daran ehe sie sich rasch wieder in sichere Entfernung zu den Menschen, Zwergen und anderen Gästen der Taverne brachte.

"Ich gehöre niemanden!"

√Ąu√üerte sie lautstark.

"Habt ihr Großen keinen Anstand und den Funken von Intelligenz? Eine Fee ist doch kein Haustier was man besitzen kann."

Empört verschränkte sie ihre Arme vor dem Körper.
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