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 Betreff des Beitrags: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Do 12. Okt 2017, 20:22 
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Macht und Machtwechsel

Freiherr Ansgar von Hohenfelde war für vieles bekannt, allerdings nicht für seine Geduld oder sein ruhiges Wesen. Und so verwunderte er vermutlich kaum einen der Sippen- oder Familienangehörigen der von Hohenfelde, von Wigbergs oder von Eibenbergs, dass sich einige Tage nach der Hochzeit von Dave und Varmikan ein öffentlicher Aushang am Rathaus befand.

Wer genau hinschaute, erkannte dass Ansgar nicht einen Tag verschwendet hatte. Er hatte umgehend den Verrat von Linhard einen Tag nach Daves Hochzeit abgestraft.

Ansgar stellte damit eindeutig klar, was er von den Machenschaften seines ältesten Sohnes hielt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Di 17. Okt 2017, 15:02 
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Marcella
 
freute sich als Ansgar sie drückte. Dann schob er sie vorsichtig weg. Er war bestimmt nicht gewöhnt, dass er zum Trost gedrückt wurde, aber das war Marcella gleich. Wenn das sonst niemand tat, sie machte das. Ihren Vater hätte sie genauso gedrückt, wenn er traurig war.
Das ihr Hund schon da war, freute sie genauso. Sie wollte ihn so schnell wie möglich mit Wolfi abholen. Dann wurde alles anders. Fin kam zurück und was sie schwatzte schlug den Fass den Boden aus. Sie hatte Dave beschwatzt, damit er Linhard warnte und den alten Knacker gleich mit. Warum hatte sie nicht einfach heimlich nachts die Tür geöffnet um ihre Feinde ins Haus zu lassen? Klar war sie genauso die Mutter von Linhard, aber das fiel der alten Ziege ganz schön früh ein! Am Küchentisch bei Dave in seinen Haus hatte sie nicht gross was gesagt. Sie war wohl die ganzen Jahre von Ansgar der Meinung gewesen und jetzt spielte sie sich als Heilige auf. Und dabei brachte sie noch ihren Mann und ihren Sohn in Gefahr. Und sogar noch von Marcella den Meister, weil sie alleine zu feige war den alten Saftsack zu warnen. Da hatte sie mal schnell den armen Dave vorgeschickt.
Ihr Meister war noch so dämlich und half der verräterischen Ziege noch. Das durfte alles nicht die Wahrheit sein. Wolfi bekam es mit der Angst zu tun, dass sein Vater seine Mutter die falsche Schlange aufknüpfen würde und Dave gleich mit. Marcella hatte nur Angst um ihren Meister. Aber Ansgar blieb ganz ruhig. Marci vermutete, dass er zu geschockt und enttäuscht war, was seine Frau angerichtet hatte.
Er wollte Wolfi nicht seine Mutter wegnehmen und er mochte seine Frau immer noch. Was er sagte zeigte, dass er wirklich ein guter Mann war, auch wenn er gerne rummeckerte. Seine Frau wusste gar nicht, was sie getan hatte. Sie war nicht dabei gewesen, als der alte Saftsack sie alle ermorden wollte. Nein sie hatte sich verdrückt und Wolfi mitgenommen. Und da war ihr Linhard noch ganz schön egal gewesen, sie hatte ihn und Ansgar zurückgelassen und nun tat sie so, als wollte sie Linhard retten. Wenn das so war, war sie zu spät dran. Und alle Schuld ihren Mann in die Schuhe zu schieben war leicht.
Das Ansgar sich von seine Frau trennte, fand Marcella trotzdem hart. Jeder sah doch wie sehr er sie liebte. Er wollte ihr nichts antun, er verlangte nichts von ihr, nur sollte sie Wolfi beistehen in seinen neuen Amt, dass er bald erhalten sollte.
Was Ansgar über Verrat sagte, tat Marcella weh. Seine Frau war wohl die einzige die ihn sonst mochte und zu ihm hielt und jetzt hatte sie ihn genauso verraten wie alle anderen. Marcella schämte sich dafür, obwohl es nicht ihre Schuld war. Ansgar hatte jetzt nur noch Wolfi und sie und hoffentlich Urako. Ansonsten hatte der alte Sack ihm jeden weggenommen. Sogar seine Frau, weil sie so blöde war ihren Verrätersohn hinterher zu rennen. Und den alten Saftsack hatte sie dazu gewarnt.
Marcella wollte noch etwas zu Ansgar sagen, aber er ging enttäuscht weg. Vermutlich wollte er alleine sein nach all der Scheisse. Marci drückte die Hand von Wolfi. Sie wartete ab was er tun wollte.
 
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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Di 17. Okt 2017, 15:57 
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Rote Laterne (1)
In dem Moment, als der Familienalpha sich von seiner Gefährtin lossagte, stimmte das Hündchen, dass Fingard stets begleitete, ein Klagegeheul an. Wie ein winziger Wolf stand es da, mit hochgereckter Schnauze, die Lefzen ein O formend, und heulte sich schrill die Seele aus dem Leib. Die anderen Hunde des Anwesens, die das hörten, stimmten in das Geheul ein und bald war das ganze Herrenhaus von den Stimmen klagender Hunde erfüllt. Wer die Hundesprache verstand, erkannte den Chor tiefster Verzweiflung, den sie sonst nur anstimmten, wenn jemand der ihren gestorben war.

Als alle Hunde jaulten, richtete Terry sich auf die Hinterbeine und stützte sich an seinem Frauchen ab, damit sie ihn hochnahm. Das ganze Rudel war zerbrochen. Es war schrecklich! Er würde sein Bestes geben, Fin zu trösten und nebenbei sich selbst von ihr trösten lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Do 19. Okt 2017, 09:04 
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Wolfi schaute seinem Vater wie ein geprügelter Hund hinterher, als dieser nach seiner Klarstellung ohne einen weiteren Ton den Raum verließ. Er konnte ihn verstehen, aber er verstand genauso gut die Handlung seiner Mutter.

Als der kleine Hund seiner Mutter zu wehklagen begann, hätte Wolfi am liebsten eingestimmt. Terry gab seinem eigenen Gefühl einen Ausdruck. Während Fin ihren kleinen Liebling auf den Arm nahm und tröstend wie schutzsuchend an sich drückte, strich sich Wolfi müde über das Gesicht und musterte seine Mutter.

"Ma Du musst Du musst Dich mit Paps versöhnen! Ich weiß warum Du das getan hast und er weiß es ebenso. Aber ihm das ausgerechnet jetzt an den Kopf zu werfen, war wirklich nicht nötig!", schnauzte Wolfi.

"Anwolf, hör mir mal zu", setzte Fin erbost an, wurde aber umgehend von ihrem Sohn unterbrochen.

"Nein Ma, Du hörst mir zu! Ich habe verdammt noch mal Angst um Dich und Paps! Ich liebe Euch, geht das nicht in Deinen Kopf, warum ich mich hier gerade aufrege?

Denk mal nach! Was sollte das denn? Solltest Du Dich nicht mit Paps versöhnen, dann hat Brandur doch erreicht was er beabsichtigt hatte!

Er hat unsere Familie zerstört und Paps fast alles genommen! Angefangen von seinem Leibdiener, einen seiner Söhne, seinem Bruder und auch noch Dich. Seine engsten Vertrauten wurde ihm weggenommen und Du mischt auch noch mit!
Bei Ainuwars Eiern, dass glaube ich nicht, ehrlich!

Wie sollte Paps denn reagieren Deiner Meinung nach?

Sollte sich Paps darüber freuen, dass Du so weitsichtig warst Linhard trotz aller Differenzen zu warnen? Paps bestand darauf dass wir fliehen, damit er unsere Leben retten kann. Er blieb freiwillig zurück und... und wäre vermutlich sogar für uns gestorben!

Du hast uns damit in Gefahr gebracht. Klar bedeutet Dir Lin etwas und sicher liebst Du ihn auch als Deinen Sohn, aber mal ehrlich - er hätte uns nicht verraten müssen! Er hätte die Sache mit Paps und Dir selbst klären können! Dave hatte den Vermittler gegeben und Lin und Paps gaben sich doch quasi in der Küche die Hand. Paps war doch bereit es zu versuchen.

Ich bin ja nicht dämlich, mir ist selbst bewusst, dass ich ein anderes Verhältnis zu Paps habe als Lin es hat oder je haben wird. Und Paps hat es vorhin sogar bestätigt. Und ich glaube ihm. Es ist eine Illusion, dass man zwei Personen gleich lieben kann.

Paps hat offen zugegeben, mich mehr zu mögen als Lin. Ja dann ist das eben so. Dafür habe ich Lin als Bruder geliebt, aber ich war ihm scheißegal!
Kann ich auch nicht ändern!

Du hättest Dich ja um Lin kümmern können, aber scheinbar war ich Dir ja auch wichtiger.

Das meine ich nicht als Beleidigung oder um was abzustauben. Falls Dir die Ungerechtigkeit gerade aufgefallen ist, ist das auch so Mama!

Deshalb musst Du aber nicht Paps oder mich in die Pfanne hauen und in Gefahr bringen. Zudem hast Du Dich selbst damit auch in Gefahr gebracht! Nicht nur das Paps Dir am liebsten an die Gurgel gegangen wäre, sondern der liebe Lin wird auf Deine Warnung scheißen. Lin und Brandur bedanken sich für die Warnung, Du hast ihnen damit einen Vorteil verschafft. Möchtest Du Dein eigenes Grab schaufeln?

Paps liebt Dich über alles Mama, echt dass Du ihn dazu bringst, dass er sogar in Betracht zieht Dich anzugehen. Geh ihm nach. Er ist maßlos enttäuscht von Dir und nicht nur er. Trotzdem liebe ich Dich Mama. Ihr müsst Euch wieder vertragen",
motzte Wolfi.

"Du verstehst nicht was eine Mutter empfindet Wolfi, trotzdem hast Du Recht. Ich werde versuchen mit Ans zu sprechen. Aber sofort wird das nicht möglich sein. Du weißt wie stur und bockig er reagiert", antwortete Fin.
"Je länger Du wartest, je sturer wird er. Zudem wird er Dir jede Minute ankreiden, wo Du Dich nicht entschuldigst! Du machst es nur schlimmer Ma. Vertraue mir bitte, geh ihm nach und bitte ihn um eine Aussprache. Er schlägt Dir nie was ab, er wird es diesmal auch nicht tun. Erklär Dich ihm und versöhnt Euch bitte wieder. Falls Du Hilfe benötigst vermittele ich, ich kann Paps ja manchmal beruhigen. Aber bitte geh sofort und versöhnt Euch", flehte Wolfi.

"Du hast Recht Kurzer, ich hatte nur solche Angst Lin zu verlieren", erklärte Fin betrübt.
"Ja klar, verständlich! Dafür hast Du nun Paps verloren und er Dich, Dave und Lin, falls Du Dich nicht versöhnst. Mama geh bitte! Ich flehe Dich an", antwortete Anwolf.

Fingard nickte knapp und folgte Ansgar, dabei drückte sie Terry fest an ihre Brust.
Anwolf sah seiner Mutter hinterher, schüttelte verzweifelt den Kopf und ergriff die Hand von Marcella fester.

"Entschuldige, dass alles hier. Komm wir gehen Deinen Hund holen", seufzte Wolfi und zog Marcella mit sich.

Gemeinsam ging er mit ihr nach unten zu den Stallungen und den dortigen Zwingern. Der Kriegshund lag in einem der penibel sauber gehaltenen Zwinger auf Stroh und schien zu dösen. Als sie an seinen Verschlag heran traten erhob sich das Tier und Marcella konnte sehen um was für einen mächtigen Hund es sich dabei handelte.

"Er ist perfekt, er wird Dich beschützten Süße", grinste Wolfi über beide Ohren.
Wenigstens das mit dem Hund für seine Freundin hatte funktioniert.


***

Kriegshund
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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Sa 28. Okt 2017, 08:52 
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Marcella
 
Konnte Wolfi nur zustimmen. Was seine Mutter sagte, war nur eine Ausrede. Sie wollte bestimmt nicht von Linhard umgebracht und aufgeschlitzt werden. Dass sie ihren grossen Sohn liebte, glaubte Marcella ihr. Aber dann hätte sie vorher mit Ansgar sprechen müssen. Und nicht erst, wo ihr Sohn schon weggelaufen war. Hätte sie vorher mit Linhard geschwatzt, dann wäre das gar nicht passiert. Das war doch ihre Aufgabe als Mutter die Kinder zu beschützen und ihren Mann das zu erklären. Sie hätte die beiden zusammenführen müssen. Und sie hätte Ansgar erklären müssen, was passieren kann. Aber sie war faul und feige und hatte gar nichts gesagt. Sie wollte sich nicht mit ihren Mann streiten und wollte nur Spass haben. Da war ihr Linhard ganz egal gewesen. Jetzt erinnerte sie sich, wo ihr eigener Arsch in Gefahr war durch ihren Sohn. Marcella glaubte nicht, dass Linhard sie verschonen würde, nur weil seine Mama ihn gewarnt hatte. Vermutlich würde er sie als erstes töten. Das machten Verräter so. Er hatte seine Mutter schon verraten.
Das Wolfi seine Mutter überredete sich mit Ansgar zu versöhnen war vernünftig. Ansgar liebte seine Frau sehr. Er sollte seine Frau nicht verlieren. Er hatte schon genug verloren auf der Hochzeit. Ansgar musste aber mit seiner Frau ein ernstes Wort reden. Sie beide mussten miteinander reden. Marcella sagte aber nichts dazu, da ihr das nicht zustand. Wolfi durfte das sagen. Er wollte nur seine Familie schützen. Marcella wollte das genauso. Wolfi war ihr sehr wichtig, sie mochte ihn sehr gerne. Und Ansgar mochte sie genauso.
Also Wolfis Mutter Ansgar nachging, war Marcella sehr erleichtert. Sie war doch noch vernünftig geworden. Marci hoffte das alles zwischen Ansgar und Fingard wieder gut werden würde. Dass sich die zwei versöhnen würden.
Als sich Wolfi für alles bei ihr entschuldigte, drückte Marci ihn feste. Er konnte doch gar nichts dafür, dass der verrückte alte Knacker sie angegriffen hatte.
 
„Nein, du musst dich nicht entschuldigen Wolfi. Es ist nicht deine schuld, dass der alte Sack uns angegriffen hat. Er wollte deine Familie zerstören. Er war sicher neidisch, dass ihr es anders versucht. Drum hat er gedacht er schlägt alles zu Scherben. Er hat deinen Bruder um den Finger gewickelt, aber das ist nicht deine schuld. Linhard wollte dem Verräter folgen. Seine Entscheidung ist nicht deine oder Ansgar seine. Fingard sollte das verstehen. Sie hätte entweder deinen Bruder und deinen Vater früher zusammenführen müssen, oder sie hätte mit Ansgar reden müssen. Jetzt zu tun, als wäre alles seine schuld gewesen ist ganz schön unfair. Sie sind beide Linhards Eltern, nicht nur Ansgar. Und was Ansgar sagt, glaube ich. Jeder hat seine Meinung. Wenn er dich mehr liebt ist das so. Was ist denn mit ihr? Sie scheint dich auch mehr zu lieben. Sie hätte das ausgleichen können. Fingard hätte sich um Lin kümmern können, wenn Ansgar sich um dich kümmert. Das hat sie nicht getan. Warum fragt sie sich dass nicht? Das hätte Ansgar mal sagen sollen. Deine Mutter ist mit dir geflohen, sie hätte Linhard mitnehmen können. Hat sie aber nicht.
Aber du kannst für gar nichts Wolfi.  Was hier noch passiert, ich halte immer zu dir und werde dir so gut helfen wie ich kann. Und ich werde immer zu Dave meinen Meister halten und zu Ansgar. Er hat mich beschützt und das vergesse ich ihn nie. Und ich vergesse dir und Dave nie, wie nett ihr mich aufgenommen habt und wie grosszügig ihr zu mir seid. Das zahle ich gerne zurück. Ich hab nicht vergessen was du unten beim Heiler zu mir gesagt hast Wolfi, ich mag dich auch ganz dolle.“
 
Wolfi führte sie zu den Stall wo ihr Hund sein sollte. Und da war er. Ein riesiger Hund mit Muskel wie ein kleiner Berg. Seine Farbe war genial und er war schön bemalt. Marcella liess ihn an ihre Hand schnüffeln und streichelte dann seine weiche Ohren. Sie öffnete die Stalltür und streichelte seinen grossen Kopf.
 
„Vielen Dank für das geniale Geschenk Wolfi. Er wird uns gut beschützen. Wie nennen wir ihn? Gib ihn einen Namen.“
 
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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Sa 28. Okt 2017, 17:52 
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Einige Zeit später erschien Ansgar im Stall und nahm Wolfi beiseite.

"Das hier ist für Dich Wolfi, mit meinen besten Wünschen", erklärte Ansgar freundlich und reichte Anwolf eine Schriftrolle und ein Buch.

"Wir verzichten auf das Fest, denn Familienfeste beinhalten wie der Name schon sagt, die Anwesenheit der Familie. Und dass die unsereins noch nie Glück gebracht hat, muss ich Dir nicht erläutern.

Die Schriftrolle ist meine Abdikation und Deine Ernennung. Du bist ab heute Familienoberhaupt der von Hohenfelde Anwolf mit allen Rechten, Pflichten, Privilegien und dem dazugehörigen Familienvermögen. Es gehört Dir, verwalte es nach besten Wissen und Gewissen und nach Deinem persönlichen Gutdünken.

Mein persönliches Vermögen habe ich behalten, ich muss selbstredend auch von etwas leben. Ebenso meinen persönlichen Besitz.

Das Buch beinhaltet alle meine gedanklichen Notizen zu dieser Aufgabe. Ich wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen und das Letzte was ich je getan hätte, wären meinen Vater um Rat zu fragen. Also habe ich mir meine Informationen selbst zusammengetragen. Vielleicht nützen sie Dir etwas.
Dave wird Dir ebenso zur Seite stehen und Deine Mutter ebenfalls.

Eine Anmerkung, gleichgültig wie gut Du Dich mit Veyd verstehst, lass Dich weder Veyd von Eibenberg noch von Wolfgang von Wigberg zu irgendeiner Handlung, Investition oder dergleichen überreden. Letztendlich sind sich alle selbst die nächsten und es leichter anderer Leute Geld zu verlieren als das eigene. Hinterfrage gedanklich also jeden noch so gut gemeinten Rat und Tipp - frage Dich was es ihnen einbringt oder Dir. Und bist Du Dir unsicher, dann lehne ab.
Ich weiß sehr wohl, dass ich Dir das nicht sagen muss, trotzdem sage ich es Dir Wolfi.

Eine weitere Warnung, diese betrifft Linhard.
Linhard ist seit dem 15.09.202 nicht mehr Dein Bruder. Gleichgültig unter welchen Gegebenheiten Du ihm begegnest und völlig irrelevant was er zu Dir sagt, er ist Dein Todfeind. Nichts anderes! Er wurde enterbt und aus der Familie geworfen von mir. Das heißt, er wird versuchen sich zu rächen. Vermutlich an mir, aber das ist mir mittlerweile gleichgültig. An Dir soll sich das Miststück nicht vergreifen. Wähle für den schlimmsten Fall einen Nachfolger Wolfi... oder zeuge einen.

Damit wäre fast alles gesagt, pass gut auf Dich auf. Ich hab Dich lieb Kurzer",
sagte Ansgar, drückte seinen Sohn kurz und drückte ihm einen Kuss auf den Kopf.

Anwolf drückte seinen Vater ebenfalls und presste dann die Urkunde wie auch das Buch an seine Brust. Sein Vater war selten so zutraulich.

"Danke Paps, aber wieso sollte ich Dave oder Mama fragen, ich kann doch Dich fragen... oder?", hakte Wolfi nach.
"In nächster Zeit nicht Wolfi, ich brauche etwas Abstand um über einige Dinge in Ruhe nachdenken zu können. Dies betrifft aber nicht uns beide, genau genommen bist Du sogar die einzige familiäre Ausnahme. Du bist der Einzige der mich niemals enttäuscht oder je verraten hat", antwortete Ansgar ehrlich.

"Papa bitte, Mama hatte eigentlich vor mit Dir zu reden. Höre sie doch wenigstens an", bat Wolfi.
"Vielleicht später, im Moment nicht. Ich möchte nicht, ich hab die Faxen dicke, was Fin, Dave oder Linhard betrifft. Ganz ehrlich. Schau, ich habe Dave immer beigestanden. Gleichgültig was dies für mich bedeutet hat, von unserer Kindheit an. Das er niemanden richtig vertraut, nach dem was geschehen ist, kann ich verstehen. Das er mir nicht vertraut, obwohl ich ihm mehrfach den Arsch und sogar das Leben gerettet habe, tut irgendwann weh. Das er Fins Bitte erfüllt hat, kann ich ebenfalls verstehen, der Verrat war vorher nicht mich um Erlaubnis zu fragen - ob diese Warnung in Ordnung geht. Ging sie nicht.

Was Deine Mutter anbelangt, wir waren stets ein Paar, ein Duo, eine verschworene Gemeinschaft. Sie meint ich würde sie dort nicht verstehen. Hält sie mich für so dämlich? Natürlich verstehe ich, dass sie Linhard liebt. Ich habe auch nie behauptet, ich würde ihn nicht lieben. Ich sprach lediglich die Wahrheit aus, dass ich Dich mehr liebe und auf andere Weise liebe als Lin. Du bist mir nahe, er ist es nicht. Kurzum, sie hätte mich fragen können, ob sie ihm eine Warnung zukommen lassen darf über Dave. Damit wäre die Sache ehrlich gelaufen.

Meinst Du allen Ernstes Dave hat Linhard persönlich gewarnt? Das Problem ist weder die Warnung, noch der Wunsch danach, sondern dass es hinter meinem Rücken geschah. Und dass sie damit Brandur mit ins Boot holten, obwohl das eine Sache unserer Familie wahr. Brandur ist und bleibt ein Störfaktor.

Ich habe dieser widerwärtigen Zecke die Hand gereicht, aber er ist meinem Vater näher als ich es je wahr. Er ist genauso wie Dunwin und er war es schon immer. Ich war nur zu verblendet und zu gutgläubig dass zu begreifen. Er hat es mir bewiesen und ich habe es nicht anders verdient.
Was habe ich von einem Mann erwartet, der die Augen verschließt, wenn sein Bruder seine Kinder misshandelt oder misshandeln lässt?

Was hätte Dave getan, hätte ich Dich grün und blau geschlagen? Meinst Du er hätte zugeschaut?
Oder was meinst Du würde ich tun, würde Dave sein Kind zusammenschlagen?
Weder er noch ich haben Euch je geschlagen und wir hätten es auch nicht zugelassen. Und glaube mir Anwolf, Dunwin hat mehr zugelassen, als dass man uns nur schlägt. Aber das ist ein anderes Thema und längst vorbei. Es gehört einer Vergangenheit an, die Du nicht kennen solltest. Nur eines noch, es hat schon einen Grund warum wir sind - was und wer wir sind Wolfi.

Ich werde mir eine Auszeit gönnen, Socke satteln, meine Hunde mitnehmen und mich von Annabelle begleiten lassen. Immerhin steht mir ja Janko im Moment nicht zur Verfügung und es wird Deine Mutter auf die Palme bringen. Hoffe ich",
grinste Ansgar.

"Da hoffst Du vermutlich richtig Paps. Du kommst doch wieder zurück oder? Sag ehrlich", flüsterte Wolfi.
"Ja ich komme wieder zu Dir zurück, zudem bin ich immer bei Dir hm? Gleichgültig wo ich mich körperlich tatsächlich aufhalte, Du kannst jederzeit zu mir Kontakt aufnehmen", antwortete Ansgar und tippte Wolfi gegen die Stirn.

"Das ist nicht das Gleiche...", murmelte Anwolf.
"Warte Kurzer", bat Ansgar, löste seine schwere, goldene Ainuwar-Brosche von seiner Robe und drückte sie Wolfi in die Hand.
"Von mir für Dich mein Kleiner, etwas Persönliches. Pass auf Dich auf Wolfi", erklärte Ans.

"Danke... dito Papa", gab Wolfi kleinlaut zurück.
Ansgar nickte knapp, drückte seinen Sohn noch einmal und ließ ihn dann mit Marcella wieder allein.

Wolfi schaute seinem Vater noch eine lange Zeit nach und schien Marcella und den Hund neben sich völlig vergessen zu haben. Er steckte sich die Brosche in die Hosentasche und rollte die Urkunde aus.

Dafür hatten Brandur und Linhard seine Familie zerstört.
Und genau dafür würden sie bezahlen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Sa 4. Nov 2017, 14:30 
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Wolfi hatte lange gedankenverloren nachgedacht. Sein Vater hatte es besser machen wollen, als sein Vorgänger und war dabei gescheiert. Er hatte mit Dave den alten Wegen entsagen wollen, was auch immer die alten Wege tatsächlich bedeuteten. Neben dem Umstand, dass der Cleverste und gleichzeitig Brutalste Sohn alles erbte, schien an dem Weg noch wesentlich mehr dran zu hängen, als ihm sein Vater je offenbart hatte.

Da Ansgar die alten Wege verlassen wollte, war er maßlos abgestraft worden. Vielleicht waren die alten Wege schon so ausgetreten, dass ein Richtungswechsel nicht mehr möglich war.

Zudem schienen Brandur und Linhard genau dafür zu kämpfen, den Erhalt des Gegenseitigen Abschlachtens. Wolfi beschloss ihnen ihren Wunsch zu erfüllen. Das Erbe dass sein Vater ihn überreicht hatte, lastete schwer auf seinen Schultern. Nicht nur Ansgar wurde einst ins kalte Wasser geworfen. Ansgar hatte es mit ihm ebenso gehalten, denn tatsächlich aufgeklärt über die alten Wege hatte er ihn nicht.

Dabei handelte es sich um Dinge die er nicht wissen sollte...
Wunderbar, aber genau dies waren jene Dinge, die er nun wissen musste!

Wolfi war sich mittlerweile durchaus im klaren darüber, dass seine Familie auf Daves Hochzeit zerbrochen war. Er hoffte von ganzem Herzen, dass wenigstens Dave den Absprung schaffte und eine neue, eigene und bessere Familie gründete, die nach ganz anderen Regeln, leben, lieben und agieren würde.

Anwolf selbst beschloss ebenfalls sein Leben zu ändern. Er würde eine 180 Grad Wendung vollziehen. Um Brandur und Linhard in ihre Schranken zu verweisen und für den Frevel bezahlen zu lassen, musste er die alten Wege zu seinen eigenen Wegen machen.

Er musste die alten Wege der Finsternis finden und sie beschreiten.
Es wäre das erste Mal, dass er einen Fuß auf sie setzte. Es wäre für ihn völlig unbekanntes Gebiet und Brandur kannte sich dort wie in seiner Westentasche aus.

Aber es gab auch jemanden, der die Wege noch länger kannte als Brandur...
Wesentlich länger. Sie war alt, schlau, brutal, mordlüstern und sie hatte schon so manchen Hohenfelde kommen und gehen sehen - Maghilia von Hohenfelde.

Mit allem was ihm die alte Nekromantin gesagt und geraten hatte, hatte sie Recht gehabt! Jedes einzelne Wort dieser uralten Frau, die wahrscheinlich länger gelebt hatte, als je ein Mensch gelebt hatte, war aus purer Wahrheit gemeisselt.

Sein Vater war Schuld an der ganzen Misere. Wolfi machte Ansgar keinen Vowurf. Sein Paps hatte sich nur das gewünscht, was sich wohl die meisten Väter für ihre Kinder wünschten - ein besseres Leben, als es das eigene war.

Es war ein schöner Traum gewesen, aber es war nur ein Traum.
Nicht mehr. Und er endete auf Daves Hochzeit in einem Albtraum.

Wolfi beschloss sich die Worte von Maghilia zu Herzen zu nehmen. Mehr noch, er würde ihr Angebot annehmen und den nichtmagischen Bastard, diese widerwärtige Kreatur die einst sein Bruder gewesen war, vom Anlitz dieser Welt wischen. Und zwar so brutal und nachhaltig, dass man seinen Namen noch Generationen nach seinem Ableben mit Abscheu und Respekt aussprach.

Brandur und Linhard wollten die alten Wege zurückgewinnen?
Er würden sie ihnen servieren und zwar kalt - so kalt wie ein Grab.

Wolfi drehte sich zu Marcella um und lächelte sie an.

"Lust auf eine Reise nach Alessa? Ich möchte meine Tante besuchen. Sie wird uns helfen. Eine äußerst liebe und charmante alte Dame", grinste Wolfi.

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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Mo 6. Nov 2017, 09:09 
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Ansgar saß hinter seinem kleinen Haus in Grünbachtal. Der Ort war klein und beschaulich. Der kleine Ort lag weit östlich von Kalthorst, in der Nähe des Flusses und fast am Ausläufer des Gebirges. Selten verirrten sich Reisende hierher.

Ansgar hockte auf dem hölzernen Steg, ließ die Beine ins Wasser des kleinen Fisch- und Badeteichs baumeln, der hinter dem Haus lag und hing dabei seinen Gedanken nach.

Er vermisste seine Frau Fingard. Sie war nicht nur seine Frau, sondern auch seine beste Freundin und Vertraute gewesen.

Was er für sie gewesen war, darüber spekulierte er seit Tagen. Ansgar war durchaus bewusst, dass er einen großen Teil dazu beigetragen hatte, dass alles dermaßen aus dem Ruder lief.

Allen voran hatten sie es seiner Kurzsichtigkeit und seiner Handlungsfähigkeit zu verdanken, dass sie nun vor dem Scherbenhaufen ihrer Familie standen. Er hatte sich Frieden gewünscht. Aber den gab es weder für ihn noch für einen anderen von Hohenfelde.

Und falls es ihn doch gab, dann hatte er die Möglichkeit den Frieden zu verteidigen verpasst. Er hätte Brandur sofort töten müssen. Umgehend und ohne das geringste Zögern. Dunwin hätte dies vermutlich zu Lebzeiten getan. Aber Ansgar war nicht Dunwin und er legte auch keinen Wert darauf, mit seinem Vater verglichen zu werden.

Er hatte versagt, dass stand fest.
Versagt Dave und sich als Kinder zu beschützen.
Versagt seine Familie zusammenzuhalten.
Versagt seine Frau zu halten und ebenso seine Kinder.

Und das obwohl er sich tatsächlich nach besten Wissen und Gewissen bemüht hatte. Vielleicht war ihm Erhalt einfach nicht vergönnt. Er war ein Hohenfelde, sie zerstörten. Es war utopisch etwas anderes anzunehmen.

Ebenso blauäugig war es zu glauben, dass man nicht betrogen wurde, nur weil man selbst treu und loyal war.

Ansgar konnte beschwören niemals seine Frau betrogen zu haben. Er mochte und liebte Fin gleichermaßen. Sie bedeutete ihm einst alles. Umso schwerer wog ihr Verrat.

Ihm war bewusst, warum sie es getan hatte. Möglicherweise hätte er in umgekehrter Situation Wolfi ebenfalls gewarnt. Aber er hätte mit Fin darüber gesprochen und keinen Alleingang gewagt. Tja Fin war nicht er. Er konnte nicht von sich auf andere schließen.

Linhard war Fin wichtiger als ihr Mann, ihr jüngster Sohn, ihr Leben oder ihre Ehe. Das hatte sie ihm eindeutig klar gemacht.

Ansgar beschloss seinen persönlichen Besitz auf das Notwendigste zu reduzieren und den Rest in Taler zu verwandeln. Er hatte vor nur das Haus in Grünbachtal zu behalten. Die restlichen Häuser wollte er verkaufen. Ebenso wollte er nur seine drei Hunde und sein Pferd Socke behalten und vielleicht den einen oder anderen Ghul.

Im Fall des Falles floh man leichter mit wenig Besitz und viel Geld, als anders herum.

Das Haus in Grünbachtal kannte seine Familie nicht. Er hatte es eigentlich gewinnbringend weiterverkaufen wollen. Nun war Ansgar froh, dass er dies nicht getan hatte.

Die einzige Person, die ihn nie hintergangen oder etwas nachgetragen hatte war Wolfi. Der Kurze liebte ihn aufrichtig. Ansgar erging es nicht anders, er vermisste seinen Jüngsten schlagartig.

Ans dachte darüber nach, was für Wolfi und ihn besser wäre. Fingard per Assassine beseitigen zu lassen, oder eine Lossagung aufgrund ihres Verrates.

Während er überlegte, zogen dunkle Wolken auf. Passend zu seiner Stimmung fand Ansgar. Er zog sich ins Haus zurück und machte es sich vor dem Kamin mit seinen Hunden gemütlich, während draußen ein Unwetter losbrach.
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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Mo 6. Nov 2017, 10:41 
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Ein Winseln kam von Ansgars Tür.

Vor Angst schlotternd und mit eingekniffenem Schwanz hoffte Tsacko darauf, dass Ansgar ihn einlassen würde. Natürlich war er dem Mann gefolgt, der sich so selbstlos um ihn gekümmert hatte, als dieser alles, was ihm etwas bedeutete, hinter sich gelassen hatte.

Tsacko hatte nicht nur entsetzliche Angst vor Gewitter, ihm war schwer ums Herz. Niemand sollte dermaßen einsam sein, wie Ansgar es heute war. Terry war Fingard gefolgt, um ihr beizustehen und er würde Ansgar Gesellschaft leisten.

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„He who makes a beast of himself gets rid of the pain of being a man.“
Samuel Johnson
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 Betreff des Beitrags: Re: Macht und Machtwechsel
BeitragVerfasst: Mo 6. Nov 2017, 12:34 
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Annabelle kam aus der Küche und legte Ansgar kurz eine Hand auf die Schulter.

"Irgendwer kratzt an der Tür", sagte sie mit Unbehagen in der Stimme.
"Ja oder irgendwas", stimmte Ansgar zu.

"Würdest Du bitte nachschauen?", bat Annabelle.
"Mach Dir keine Sorgen", antwortete Ansgar und ging gemeinsam mit einem seiner Hunde zur Tür.

Er öffnete sie einen Spaltbreit und als er Tsacko erkannte, packte er den Schäferhund im Nacken und zerrte ihn schnell ins Haus.

"Na schau mal einer an, wen wir hier haben. Eine zweite treue Seele. Wo drei satt werden, wird auch ein vierter Hund satt. Na komm, ab ans Feuer", sagte Ansgar freundlich und machte es sich wieder vor dem Kamin gemütlich.
Annabelle musterte den Neuankömmling, kraulte ihn hinter den Ohren und setzte sich ebenfalls vor den Kamin.

"Und wirst Du mit Deiner Frau reden?", hakte sie nach einer Weile nach und nippte von ihrem Tee.
"Nicht, wenn es sich vermeiden lässt. Ich wüsste auch nicht, was ich noch mit Fin bereden soll. Es gibt tausend Dinge die ich ihr gerne sagen möchte. Ebenso zig Dinge die ich sie gerne fragen würde. Auf der anderen Seite weiß ich genau, dass sie das alles nicht interessiert. Sonst hätte sie schließlich anderes gehandelt. Von daher, nein Danke", gab Ansgar zurück.

"Würdest Du Dich gerne mit ihr versöhnen?", fragte Annabelle.
"Schwierige Frage, ja und nein. Ich vermisse sie. Allerdings vermisse ich die Fin, die ich als Gefährtin kannte. Ansonsten bin ich froh, dass ich hier erstmal meine Ruhe vor der Verwandtschaft habe", grinste Ansgar.

"Wer weiß für wie lange", schmunzelte Annabelle zurück.
"So lange ich möchte, niemand von der buckligen Verwandtschaft kennt dieses Haus Anna", gab Ansgar gut gelaunt zurück.
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