Komm, s├╝sser Tod

Das gem├Ą├čigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umk├Ąmpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urv├Âlker Asamuras, w├Ąhrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
Das gem├Ą├čigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umk├Ąmpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urv├Âlker Asamuras, w├Ąhrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
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Dimicus
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#31

Beitragvon Dimicus » Mo 9. Jan 2017, 23:03

Das erste was dem K├╝nstler auffiel, als der intensive Kontakt zwischen ihm und Emilia stattfand, war die schiere Angst in ihren Augen. Bef├╝rchtungen, die keinen wirklich Bestand ihm gegen├╝ber hatten, Dinge um die sich umsonst f├╝rchtete - w├╝rde sie keine Dummheiten anstellen wollen. Doch schon im darauffolgenden Moment sp├╝rte er einen leichten Schmerz, er brannte und dennoch verzog er kaum einen Muskel im Gesicht, auch wenn es ihm sehr schwer fiel.
Jedoch l├Âste sich im n├Ąchsten Augenblick bereits die Situation auf, sie schien sehr w├╝tend und er musste weiter ehrlich mit sich sein, dass er es ihr nicht verdenken konnte. Sie musste sich wie er f├╝hlen, als ihn Malik unter Zwang in dieses Zimmer quartierte und zu ihrem Sklaven machte. Emilia war in diesem Moment nichts anderes, eine Sklavin ihrer zerr├╝tteten Welt, in der er der Meister war. Einerseits ein ihm wohlgefallender Gedanke, dieser w├╝rde ihm aber nicht im Weitesten mit ihr weiterhelfen.
Nach und nach las er ihre Nachrichten, betrachtete ihre Blicke, besonders die Wut und Herausforderung in ihren Augen, jenen Gef├╝hle die er nicht erwiderte und es gar wagte, sie nicht ernst zu nehmen. Es gab ihm jedoch keinen Anlass, unvorsichtig zu sein oder ihr blind zu vertrauen. Vertrauen war aber die Sache, welche ihn und sie nur weiterbringen konnte, so wollte sie von ihm lernen.
Achtsam nahm er den Dolch von Boden und schlie├člich den Wurfdolch von Emilia entgegen. Mit einem Nicken schlie├člich best├Ątigte er nur ihren letzten Satz, wobei einer seiner Finger das Rinnsal seines Blutes auffing und im Licht f├╝r seine Augen betrachtbar machte. Wundervolle Farbe, er wusste weswegen er dieses Rot so liebte. Diese Ausdruckskraft, die St├Ąrke des Blutes, die W├Ąrme die von ihm ausging. Schlie├člich machte er kehrt und legte die beiden Waffen s├Ąuberlich zur├╝ck, ehe er sie in der Kommode, samt seines Mantels, verstaute.
Alsbald kehrte er wieder zu Emilia an den Tisch zur├╝ck, nahm sich das Notizbuch und schrieb: Du sagtest ich solle dich nicht ber├╝hren, aber dich lehren zu ├╝berleben. Du willst in meiner N├Ąhe bleiben, ich soll aber wachsam bleiben. Wenn ich dich lehren und wachsam bleiben soll, so musst du mir vertrauen und meine Augen und Ohren werden. Genau so, wie ich das tun muss und sein werde. Darauf legte er das Notizbuch zur Seite, damit sie es lesen konnte.
Dabei r├Ąumte er den Korb aus und holte mehrere Keramikgef├Ą├če heraus, dazu Besteck und einen Krug samt Glas. Fein s├Ąuberlich richtete er es her, eine Gem├╝sesuppe, Braten mit Kartoffeln, Milch und frisches Brot. Genug, damit sich Emilia st├Ąrken konnte. Als er kurz her├╝ber schielte und schaute, ob sie alles gelesen hatte, nahm er sich wieder das Buch und f├╝hrte fort: Du solltest etwas essen, bevor es kalt wird. Um dir zudem einer deiner Fragen zu beantworten: Die Landschaft auf dem Bild, ich wei├č nicht ob es sie wirklich gibt, aber unserem Geist sind keine Grenzen gesetzt. So kannst du sie dir vorstellen, so gibt es sie auch.
Mit diesen abschlie├čenden Worten schob er ihr das Buch wieder zu, als er von ihr wegtrat und schlie├člich zur Kommode schritt, wo er sich in aller Ruhe seiner R├╝stung entledigte.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#32

Beitragvon Emilia » Mo 9. Jan 2017, 23:06

Emilia beobachtete ihn, wie er seine Dolche und Habseligkeiten in der Kommode neben dem Bett verstaute. Er machte keine Anstalten, sie vor ihr zu verbergen oder sie mit einem Schl├╝ssel zu verriegeln.
ÔÇ×Du sagtest ich solle dich nicht ber├╝hren, aber dich lehren zu ├╝berleben. Du willst in meiner N├Ąhe bleiben, ich soll aber wachsam bleiben. Wenn ich dich lehren und wachsam bleiben soll, so musst du mir vertrauen und meine Augen und Ohren werden. Genauso, wie ich das tun muss und sein werde.ÔÇť
Inzwischen sass die junge Frau auf einem der beiden St├╝hle und baumelte mit den nackten F├╝ssen, w├Ąhrend sie ├╝ber die Worte nachdachte.
Ich mag Dich nicht gerade. Ich wollte Dir nicht drohen, Dich bloss warnen. Ich habe jetzt mehr als einmal die Kontrolle ├╝berÔÇŽ mich verloren.
Ihre Finger krampften sich um den Stift, als sie die Worte schrieb und sie legte ihn zur Seite, als sie es bemerkte.
Milch!, schnell griff sie nach dem Krug und f├╝llte sich ein Glas voll, nur um es in einem Zuge leer zu trinken. Ein weisser Rand blieb um ihren Mund zur├╝ck, den sie jedoch mit ihrer Zunge sauber leckte. Nun war sie nicht mehr zu z├╝geln. Ausgehungert fiel sie ├╝ber die Mahlzeit her, bis sie das Gef├╝hl hatte, gleich platzen zu m├╝ssen.
Ihr kam es vor wie eine Ewigkeit, seit sie das letzte Mal etwas so Leckeres zu sich genommen hatte.

┬źDie Landschaft auf dem Bild, ich wei├č nicht ob es sie wirklich gibt, aber unserem Geist sind keine Grenzen gesetzt. So kannst du sie dir vorstellen, so gibt es sie auch.┬╗
Die junge Frau runzelte die Stirn, w├Ąhrend sie noch auf einer Scheibe Brot herumkaute. Das klang wie aus einem der Gedichtsb├╝cher, welches ihr Herr Papa ihr manchmal geschenkt hatte.
Sie existiert also nur in deiner Fantasie, stellte sie w├Ąhrend zwei Bissen fest.
Schade eigentlich. Das Bild mag ich.

W├Ąhrend sie so in sich hinein futterte, begann er sich in eine bequemere Gewandung zu werfen. Verstohlen blinzelte sie zu ihm hin├╝ber, doch das Leinenhemd verdeckte seine Brust, so dass sie ihre ┬źKratzspuren┬╗ nicht erkennen konnte.
Was hat es mit den Rosen auf sich, schrieb sie ins Notizbuch, bereute die Frage aber sogleich wieder. Sie selbst assoziierte sie inzwischen nicht mehr mit Liebe und Zuneigung, sondern mit dem Tod, den sie in ihre Familie gebracht hatten.
Das Bild in der gegen├╝berliegenden Ecke des Zimmers fiel ihr wieder ins Auge. Auch dort hatte er Rosen hingemalt. Vielleicht ein b├Âses Omen f├╝r die Zukunft?

Doch inzwischen war sie ges├Ąttigt, was das schl├Ąfrige Gef├╝hl in ihr verst├Ąrkte und sie etwas beruhigt hatte. Ein G├Ąhnen kam ├╝ber ihre Lippen. Eine gemeinsame Mahlzeit konnte ja so einiges bewirken.
Ich habe keine saubere Kleidung und ich bin m├╝de, kritzelte sie schliesslich ├╝berfl├╝ssigerweise ins Buch hinein.
Valerius ├╝berlegte noch, woher er ihr um diese Uhrzeit anst├Ąndige Kleidung besorgen sollte, da stand Emilia auf und tapste zu seinen Bildern hin├╝ber. Einen Moment betrachtete sie die Mondlandschaft, welche sie schon bei ihrem letzten Besuch gesehen hatte.
Sie war sich seines Blickes bewusst, als sie sich zu Boden gleiten liess, ihm jedoch den R├╝cken zukehrte.

Dann verwandelte sie sich ganz bewusst das erste Mal in seiner Gegenwart. Der zierliche K├Ârper wurde noch kleiner, ver├Ąnderte seine Gestalt. Die Ohren wurden spitz, und das dunkle Fell begann ihren Leib zuerst als Flaum und schliesslich als w├Ąrmender Pelz zu ├╝berziehen. Es dauerte l├Ąnger als beim letzten Mal, bis sie schliesslich das Dienstm├Ądchengewand hinter sich lassen und als Katze daraus hervor tapsen konnte. Sie beobachtete ihn aufmerksam aus den hervorstechenden smaragdgr├╝n wirkenden Augen und fragte sich ein wenig belustigt, ob er wohl auch einen Moment der Furcht versp├╝rt hatte.
Dann setzte sie sich hin und begann ihr dreckiges Fell zu s├Ąubern. Als er einige Zeit sp├Ąter wieder nach ihr schaute, lag sie schutzsuchend in dem Kleiderkn├Ąuel vergraben, direkt unter der Staffelei und schlief, w├Ąhrend ihre Schweifspitze im Schlaf unruhig zuckte.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#33

Beitragvon Dimicus » Di 10. Jan 2017, 17:35

Es war mehr als erfrischend, aus der Lederr├╝stung heraus zu kommen und wieder nur die leichte Kleidung am Leibe zu tragen. Zwar fehlte jetzt der sch├╝tzende Aspekt seiner R├╝stung, doch war er sich sicher, dass er keiner Gefahr ausgesetzt war. Vor Emilia hatte er nichts zu bef├╝rchten, so w├╝rde sie ihn als werrtvollen Partner verlieren, der ihr viel zeigen und zu verstehen geben kann. Auch wenn sie naiv und manchmal leichtsinnig schien, so traute er ihr genug Verstand zu, eben dies abzuw├Ągen.

Kaum drehte er sich wieder zu ihr um, war sie schon flei├čig dabei, ihre Mahlzeit zu verspeisen, der Gro├čteil war schon in ihrem Bauch verschwunden. Offensichtlich hatte sie nicht zu Hause gewohnt, wohl kaum w├Ąre sie in solch einem Zustand gelangt, wenn sie die Umsorge ihres Hauses erfahren h├Ątte. Wobei Dimicus immer noch unsicher war, ob man es F├╝rsorge oder eher ein Am-Leben-Erhalten nennen konnte, so wie sie als Spielball der Familien verwendet wurde. Nachdenklich schaute er sie bei diesen Gedanken an, w├Ąhrend sie noch speiste und er wunderte sich in diesem Augenblick, was aus ihr geworden w├Ąre, wenn ihr Vater nicht seiner Kunst zum Opfer gefallen w├Ąre. Zum Opfer gefallen? Was denkst du da, du hast ihn in ein Kunstwerk verwandelt, es gab nichts Sch├Âneres! Der K├╝nstler haderte mit sich selbst, was sollte das? F├╝r nur diesen kurzen Augenblick hatte er daran gezweifelt, dass sein Werk nicht perfekt, sondern ungerechtfertigt war. Absoluter Schwachsinn, nimm dich zusammen. Sie macht dich schwach. Bewusst nahm er f├╝r einen Moment den Blick von ihr, um sich zu sammeln und diese frevelhaften Gedanken zu vertreiben. Ab da war ihm mehr als bewusst, dass er in mehrlerlei Hinsicht achtsam sein musste.

Schlie├člich endete auch das Mahl Emilias, als sie die letzten Reste verspeiste und wieder Dinge in das Notizbuch schrieb. W├Ąhrend dieses Augenblickes, las er sich einmal die Dinge durch, die sie geschrieben hatte und vor allem ihre letzte Aussage stimmte ihn nachdenklich. Wo sollte er noch um diese Zeit frische Kleider besorgen? Die einzigen Dinge die erreichbar waren, waren die der Prostituierten und solche w├╝rde er niemals Emilia geben, so w├╝rde noch jeder Mann sie als etwas anderes sehen, als ihre eigentliche Sch├Ânheit es wert w├Ąre. Sie schien das aber doch nicht weiter zu k├╝mmern, als sie einfach an ihm vorbeischritt und sich entschied, aus andere Weise zu schlafen. Ein Problem, welches er auch nicht ganz durchdacht hatte und sie war die erste, die die einfachste L├Âsung daf├╝r fand.

Denn als sie zu seiner Staffelei schritt und augenscheinlich eines seiner Bilder betrachtete, kauerte sie sich pl├Âtzlich auf dem Boden zusammen. Zuerst wunderte sich Dimicus, was sie da trieb, ehe ihn der faszinierende Akt der Verwandlung von ihrem menschlichen Wesen in ihr inneres Tier erfasste. Beinahe mit gro├čem Interesse und Neugier betrachtete er diesen Vorgang, wie aus einer jungen Frau eine Katze wurde. Zu keinem Zeitpunkt zeigte er entsprechend Angst oder Abeneigung, so wusste er, h├Ątte sie sich in eine L├Âwin verwandelt, h├Ątte es anders ausgesehen. Das war ihm mittlerweile mehr als bewusst und so dachte er, es absch├Ątzen zu k├Ânnen, wenn der Moment jemals wieder kommen w├╝rde.

F├╝r wenige Sekunden, als sie die Verwandlung vollzogen hatte, trafen sich ihre Blicke abermals, in ihren gr├╝nen Augen konnte er Emilia erkennen, jene Frau die noch wenige Minuten vor ihm gestanden hatte. Er war v├Âllig erstaunt dar├╝ber, wie diese Wandlung vonstatten ging. Wenn man den Menschen nicht kannte und nicht wusste, wie die Tierform aussah, so konnte man sie wirklich f├╝r eine vollkommen normale Stra├čenkatze halten. Eine sehr interessante F├Ąhigkeit, die, wie seine Studien mit sich brachten, wohl auch ihre Schattenseiten hatten. Doch Emilia schien von diesen, in ihren jungen Jahren, noch nichts zu merken.

Als sie sich jedoch zu s├Ąubern begann, widmete sich auch Dimicus anderen Dingen. Er ├Âffnete die Kommode und sortierte sich bereits neue Kleidung zurecht, die er am n├Ąchsten Tage tragen w├╝rde, nachdem er ein Bad mit dem wundervollen Duft der Rosen genommen hatte. Sauberkeit und Hygiene waren f├╝r ihn oberstes Gebot, teilweise legte er so viel Wert darauf, wie ein h├Âherer Adliger, so wusste er aber auch, sich wie einer zu benehmen. Auf das hei├če Bad freute er sich zunehmends, zumal es schon mehr als drei Tage her war, dass er sich rasierte und allm├Ąhlich ein wenig verbraucht aussah. Also schaute er noch einmal nach Emilia, die es sich inzwischen im Haufen ihrer eigenen Kleidung gem├╝tlich gemacht hatte und schon mehr oder minder friedlich schlief. Dem tat Dimicus es gleich, als er es sich auf seinem Bett gem├╝tlich machte und erst einmal zu schlafen begann, er war sich sicher, dass der darauffolgende Tag anstrengend genug werden w├╝rde.

Am n├Ąchsten Morgen...

Nicht einmal die Sonne erweckte Dimicus am n├Ąchsten morgen zu leben, denn als er seine m├╝den und noch immer tr├Ągen Augen aufgeschlagen hatte, so war es dem Licht drau├čen nach zu urteilen, gerade kurz vor Sonnenaufgang. M├╝hsam erhob er sich in eine sitzende Position, nur um zu sehen, wie zerw├╝hlt sein Bett war. Emilia schien noch immer zu schlafen, bedeckt unter dem Kleiderhaufen, sie schien zumindest nicht wach zu sein. Ganz im Gegensatz zum jungen Mann, schien sie auch tief und fest zu schlafen, ihre Tr├Ąume waren wohl ruhiger und gem├Ąchlicher, als die seinen. Die gesamte Nacht, so hatte er das Gef├╝hl, hat er in einem sehr unruhigen Zustand verbracht und er fragte sich, ob die Katze davon etwas mitbekommen hatte. Albtr├Ąume wohl, er konnte es nicht sagen. Er hatte geschlafen, war aber ersch├Âpft von dem, was er wohl in seinen Tr├Ąumen erlebt hatte.

So brachte es ihm auch nichts, noch weiter zu schlafen, weswegen er sich auch sogleich erhob und zur Kommode griff, welche er leise und vorsichtig ├Âffnete. Wobei ihm in dem Moment auffiel, dass er Emilia sicher nicht durch Ger├Ąusche wecken w├╝rde, was ihn aber daf├╝r mehr wunderte, war wieviel R├╝cksicht er auf sie zu nehmen versuchte. Ein leises Seufzen drang aus seiner Kehle, ehe er leicht den Kopf sch├╝ttelte und fortfuhr. Seine H├Ąnde nahmen sich das nach Rosen duftende Parf├╝m, dazu einen samtigen Lappen, sowie ein St├╝ck wohlriechende Seife. Nur provisorisch zog er sich die Stiefel und etwas Kleidung an, so w├╝rde er sie nach dem Bad dennoch wechseln.

Das Zimmer verlassen und im Baderaum des Bordells angekommen, in dem um diese Uhrzeit zum Gl├╝ck nichts los war, legte er dort seine Sachen neben der Badezuber ab. Unter diesem Zuber war eine kleine Feuerstelle aufgebaut, mit deren Hilfe der Zuber, dessen untere Seite aus Eisen bestand, erhitzt werden konnte. Dieses Feuer entz├╝ndete er, wonach er sich zwei Eimer nahm und mit diesen die mehreren G├Ąnge durchschritt die es brauchte, um das Wasser aus dem Brunnen vor dem Bordell abzusch├Âpfen und zur Zuber zu bringen.

Eine gute halbe Stunde verbrachte er mit dieser doch anstrengenden Arbeit, ehe er sich zufrieden entkleiden und in das Badewasser niederlassen konnte. Es tat auch mehr als gut, sich diesem Gef├╝hl der Entspannung hinzugeben, weswegen es f├╝r ihn ein angenehmes war, die Augen zu schlie├čen und einfach die W├Ąrme des Wassers um ihn herum zu sp├╝ren. Er lie├č einfach f├╝r diesen Moment los, schien zu schweben und sein Kopf war v├Âllig frei von Gedanken oder Bildern. Nur langsam begann er, sich mit der Seife un dem Lappen zu s├Ąubern, den Schmutz und Schwei├č abzuwaschen, der sich ├╝ber die letzten Tage angesammelt hatte. Er nahm sich die Zeit die es daf├╝r brauchte, um schlie├člich erfrischt und mit einem gewissen Wohlgef├╝hl aus dem Zuber zu steigen. Darauf trocknete er sich mit einem Handtuch ab und spr├╝hte eine leichte Nuance des Duftes der Rosen auf seinen Hals. Mit frischer Kleidung und gewaschen kehrte er schlie├člich wieder in sein Zimmer zur├╝ck.

Ein vorsichtiger Blick und auf leisen Sohlen trat er durch die T├╝r und schloss sie hinter sich, ehe er erneut zur Kommode ging. Dort brachte er seine schmutzige W├Ąsche unter, ehe er seine Ausr├╝stung herausnahm und zum Tisch im Raum brachte, auf dem er eine Kerze entz├╝ndete. Jetzt im Licht zog er sich das Hemd noch einmal aus, um die Wunden von Emilias Angriff genauer zu betrachten. Sie waren gut verheilt, auch wenn sich wohl oberfl├Ąchliche Narben zu den bereits vorhandenen gesellten. Sie hatte ihn gut erwischt, er musste ihr eindeutig Respekt zollen. Was ihn dazu brachte, sich dem auf dem Tisch liegenden Notizbuch zu widmen.

Die einzige Frage die er ihr nicht beantwortet hatte, jene mit den Rosen, diese lie├č er auch weiter offen. Den Rest verstand er und er dachte, dass seine Taten wohl Antwort genug darauf waren. All ihre Fragen musste und wollte er noch nicht beantworten, er w├╝rde sie lehren wollen, dass war ihm mittlerweile bewusst geworden. So w├╝rde alles nach und nach kommen, genug Zeit w├╝rde er f├╝r sie haben. Stattdessen nahm er die Feder und Tinte in die Hand, begann etwas anderes zu schreiben: "Guten Morgen Emilia. Hoffentlich konntest du trotz der widrigen Umst├Ąnde schlafen und es tut mir leid dich so fr├╝h wecken zu m├╝ssen. Doch auf dich wartet ein hei├čes Bad, wenn du Interesse hast. Ich w├╝rde dir ein St├╝ck Seife ├╝berlassen und dir Kleider besorgen, zudem noch Fr├╝hst├╝ck holen. Ich werde bald wieder zur├╝ck sein und wenn dich jemand in irgend einer Weise bel├Ąstigt ÔÇô erz├Ąhle mir davon oder wehre dich." Damit legte er die Feder und Tinte beiseite, drau├čen wurdes es bereits hell, weswegen sich Dimicus nach drau├čen begeben und einkaufen konnte.

Langsamen Schrittes ging er zu der noch immer im Klamottenberg verborgenen Katze, statt sie aber direkt zu ber├╝hren, zog er vorsichtig an den Sachen in denen sie lag, um sie zu wecken. Es dauerte auch nicht lang, da schauten ihm schon zwei minzgr├╝ne Augen entgegen, beinahe schon bedrohlich, wie sie da aus der Stoffh├Âhle hervorlugten. Dimicus hielt ganz unschuldig und etwas grinsend das Buch nach oben, zeigte seinen Text und legte diesem ihr vor die Nase. Er machte auch keine weiteren Anstalten, vor ihr hocken zu bleiben, als er sich schlie├člich wieder erhob, nur um sich schlie├člich seine Ausr├╝stung anzulegen und nach drau├čen zu gehen.

Dort sollte er n├Ąmlich die angesprochenen Besorgungen machen und als erstes standen definitiv die Kleider f├╝r Emilia auf den Plan. Nachdenklich was sie wohl am liebsten tragen w├╝rde, und er zum Schluss kam das er dies eigentlich gar nicht wusste, wanderte er zielstrebig zum Schneider, der ihm immer seine Kleidung n├Ąhte und herstellte. Da es ├╝blich war, dass so fr├╝h die Arbeiter und L├Ąden ├Âffneten, war es f├╝r ihn kein Problem in den gro├čen Ladenbereich einzutreten, der vollgestopft mit menschen├Ąhnlichen Puppen waren, die die verschiedensten Kleiderarten trugen. Ohne ├╝berhaupt etwas gesagt zu haben, erkannte ihn der H├Ąndler des Gesch├Ąftes und begr├╝├čte ihn. "Was ist Euer Wunsch?", fragte er und Dimicus antwortete relativ gelassen: "Ich suche Bekleidung f├╝r eine Frau, allerdings kein Kleid oder Rock. Durchaus etwas ansehnliches, es muss aber auch praktikabel sein. Komfortabel idealerweise auch." Der H├Ąndler nickte nur und f├╝hrte Dimicus in Richtung von Damenbekleidung. Nach einigen Blicken, Mustern und Beispielen hatte sich der K├╝nstler auf eine schwarze Lederhose aus Hirschleder festgelegt, dazu eine Bluse aus Leinen, die jedoch sehr hochwertig wirkte, nicht zu viel zeigte und wohl auch vom Gef├╝hl her sehr angenehm war. Dazu einen Mantel, gefertigt aus dickerem, dunklen Stoff, um zu w├Ąrmen, nat├╝rlich mit einer Kapuze.

Dies waren jedoch die einfachsten Dinge, die es zu wissen galt, denn das verh├Ąngnisvolle und ├╝berfordernde Gespr├Ąch f├╝r Dimicus begann:
"Wie gro├č ist sie?"
"Ungef├Ąhr drei bis vier Fingerbreiten kleiner als ich."
"Wie breit gebaut?"
"Schlanker als ich, also nicht zu viel."
"Welche Oberweite hat sie?"
"├ľhm ... bitte was? Wozu wollt Ihr das wissen?" Dimicus Augen schauten den H├Ąndler ungl├Ąubig an.
"Nat├╝rlich um die Bluse anzupassen." Der Mann vor ihm blieb vollkommen ruhig und gelassen.
"├ähm ... ungef├Ąhr so?" Der K├╝nstler stellte mit seinen H├Ąnden eine Breite da, die er zumindest abzusch├Ątzen wusste. Der Schneider nahm ma├č und fuhr fort.
"Breite der Taillie?"
Wieder deutete Dimicus etwas, dieses Mal wortlos.
"Breite der H├╝fte? H├╝ftumfang?"
Einen unterdr├╝ckten genervten Blick sp├Ąter, stellte er dies auch wortlos dar, er wurde sichtlich etwas rot dabei, der H├Ąndler fuhr einfach fort.
"Die Beine?"
Dimicus unteres Augenlid zuckte. Er h├Ątte Emilia mitnehmen sollen. Abermals stellte er seine abgesch├Ątzen Ma├če per Geste dar.
"Damit habe ich alles, gebt mir einen Moment. Ich werde die gew├╝nschten Sachen eben anpassen und Ihr k├Ânnt sie mitnehmen."

Einige Minuten vergingen und tats├Ąchlich schien es nicht viel gewesen zu sein, was der Schneider an der von Dimicus ausgesuchten Ware anpassen musste. Der K├╝nstler war wiederum schnell froh, die vom H├Ąndler genannte Summe, welche ein kleines Verm├Âgen darstellte, ├╝berreichen und endlich den Laden verlassen zu k├Ânnen. Diese Fragen waren ... seltsam und hatten eine gewisse Komik, so hatte er darauf bei Emilia nicht geachtet, warum sollte er auch?

Als n├Ąchstes f├╝hrte ihn sein Weg zu einem Schuster, welcher allerhand Waren anbot. Zum Gl├╝ck fiel die Wahl hier schnell und nur seinem guten Einsch├Ątzungsverm├Âgen f├╝r Ma├če war es zu verdanken, dass er die passenden Gr├Â├čen wohl schnell fand. Also ging er hier mit einem Paar fester Lederstiefel aus dem Gesch├Ąft, die warm hielten, sch├╝tzten und dennoch m├Âglichst leicht waren. Sein letzter Weg f├╝hrte ihn schlie├člich zur├╝ck in das Gasthaus, in dem er schon am vorherigen Abend die Mahlzeit f├╝r Emilia besorgt hatte. Dort orderte er R├╝hrei mit Speck, ein wenig D├Ârrfleisch, frisches Brot und Butter, zusammengpeackt als Fr├╝hst├╝ck f├╝r Emilia und ihn.

Damit war er f├╝r den Morgen auch fertig, der inzwischen schon in den Vormittag ├╝berging, da die Sonne breits schon voll schien und schlie├člich die Stra├čen belebter waren. Sein Weg f├╝hrte ihn aber nirgendwo anders hin, als zur├╝ck zum Bordell, in dem auch schon das Leben erwacht war. Die M├Ądchen begannen sich um den Wirtsraum zu k├╝mmern, die T├╝rsteher passten auf alles auf, wie die Sklaventreiber auf ihre Sklaven Acht gaben. Mit den ganzen Habseligkeiten schritt Dimicus nach oben, die Frauen des Bordells drehten sich nach ihm um, tuschelten und wenn er es richtig heraush├Ârte, mutma├čten sogar ├╝ber Emilia. Hoffentlich lie├č an sie in Ruhe. Schon kam Dimicus auch wieder in seinem Zimmer an und w├╝rde dort die Sachen gut sichtbar f├╝r Emilia abstellen.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#34

Beitragvon Emilia » Di 10. Jan 2017, 22:14

Emilia wurde von einem sanften Zupfen unter ihrem K├Ârper geweckt und wusste ihm ersten Moment nicht, wo sie sich befand. Es war nicht die Dunkelheit und K├Ąlte der Strassen Drakensteins, die sie erwartete, sondern eine angenehme W├Ąrme und das weiche Licht, welches sich seinen Weg zum Fenster herein bahnte.
Verschlafen blinzelte sie aus ihrem Kleiderb├╝ndel hoch und begriff erst, dass sie nicht zu Hause war, als sie Valerius Grinsen erblickte. Einen Moment funkelten ihre Augen ihn emp├Ârt an.
Wie lange hockte er schon da? Hatte er sie beim Schlafen beobachtet?
Er gab ihr jedoch keine Gelegenheit sich weiter zu entr├╝sten, sondern legte ihr das Notizbuch hin und erhob sich dann, um sich aufzur├╝sten und durch die T├╝r zu verschwinden.
Erst nachdem die T├╝r hinter ihm ins Schloss gefallen war, kam sie aus ihrem Nest hervor und sch├╝ttelte zuerst einmal gr├╝ndlich den Schlaf aus ihrem Fell. Zuerst las sie wohlweislich seine Worte. Aha, er wollte also Fr├╝hst├╝ck holen und Kleidung f├╝r sie besorgen. Dies w├╝rde wohl einiges seiner Zeit in Anspruch nehmen, so vermutete Emilia.
Das Bad konnte noch einige Minuten warten, stattdessen begann sie sich neugierig im Zimmer umzublicken. Jetzt, wo sie alleine hier war, gab es viel zu entdecken!

Interessiert tapste sie zuerst einmal ├╝ber die bunt gefleckte Decke, welche sich in der Malerecke erstreckte und be├Ąugte dann die unterschiedlichen Pinsel, welche zum Trocknen noch auf dem kleinen Nachttischchen herumlagen. Einige waren gr├Âsser als ihre Handfl├Ąche, w├Ąhrend andere wiederum fein waren wie die Spitze eines gew├Âhnlichen Stiftes. Damit hatte er bestimmt die Rosen auf der L├Âwin gezeichnet, mutmasste sie.
Ein Glas war gef├╝llt mit unterschiedlich dicken Kohle- und Kreidestiften. Ausser dem Teppich wirkte alles unglaublich sauber, und ordentlich. Der Geruch der Farben lag in der Luft, doch in ihrer Gestalt schaffte sie es nicht, die Schubladen zu ├Âffnen.
So trottete sie schliesslich an seinen Werken vorbei in die Richtung seines Bettes. Hier schien sein K├Ârpergeruch deutlicher zu werden und anstatt es einfach zu ├╝berqueren, umrundete sie es lieber, nachdem sie einen kurzen Blick darunter geworfen hatte.
Dann sprang sie beh├Ąnde auf die Kommode, was ihr weitaus ergiebiger erschien.

Ein kleines Gem├Ąlde stand in einer Ecke, darauf war ein einfaches Haus abgebildet, inmitten einer gr├╝nen Landschaft. Etwas entfernt konnte sie ein Dorf erahnen und auf einem H├╝gel thronte eine Burg. Graue Berge rundeten den Horizont ab. Sie blickte etwas genauer hin, war das eine Frau, die in der T├╝r stand und jemandem zuwinkte, der vom nahen Walde auf das H├Ąuschen zuschritt? Und da, fast nicht zu erkennen, spielende Kinder?
Einen Moment versank die Katze in der Betrachtung des Bildes, dann riss sie sich davon los.
Eine Phiole stand daneben. Emilia schnupperte daran, nur um sogleich zur├╝ckzuzucken. Ihr N├Ąschen krauste sich und dann musste sie abrupt niesen. Der Rosendurft war so stark, als w├Ąre sie mitten in einem Rosengarten gestrandet. Sie erinnerte sich daran, dass er ihre Frage nicht beantwortet hatte ÔÇô bestimmt mit Absicht!
Einen Augenblick musste sie den Drang niederk├Ąmpfen, das Fl├Ąschchen ├╝ber den Rand der Kommode zu schmeissen, doch der Gedanke, dass danach das ganze Zimmer so exzentrisch riechen k├Ânnte, hielt sie davon ab.

Eine zweite etwas gr├Âssere Flasche lockte die Tigerkatze weiter. Dieses Mal schnupperte sie etwas zaghafter daran, konnte den Geruch jedoch nicht einordnen. Irgendwie bitter und doch interessant. Irgendeine seltsame Medizin?
Leider war nicht viel mehr auf der Kommode zu entdecken, Valerius war wohl ein sehr ordnungsliebender Mensch im Gegensatz zu ihr selbst, die gerne Wollkn├Ąuel oder Kleidungsst├╝cke im Zimmer verteilt herumliegen hatte.

Schliesslich sprang sie wieder herunter und wandelte sich in ihre menschliche Gestalt. Sie f├╝hlte sich schutzlos dabei, und schl├╝pfte schnell in die schmutzigen Kleider hinein, obwohl ihr dies widerstrebte. Doch sie wollte unbedingt noch einen Blick in die Schubladen der Kommode werfen, bevor sie sich auf die Suche nach dem Bad begeben w├╝rde.
So ging sie wieder zur Kommode hin├╝ber und durchst├Âberte vorne zu die Schubladen. Sie fand sowohl frische als auch gebrauchte Kleidung in den unteren F├Ąchern, sowie Dokumente im obersten. Sofort schnappte sie sich einige davon und setzte sich damit auf den Boden, um sie kurzerhand durchzubl├Ąttern. Tats├Ąchlich waren auch die Beweisst├╝cke gegen ihren Herrn Papa dabei, welche sie jedoch beiseitelegte. Davon hatte sie f├╝r den Augenblick genug gesehen.
Weiter waren Rechnungsbelege dabei und alte Briefe, deren Inhalt jedoch nicht von Bedeutung zu sein schien.
Entt├Ąuscht legte sie die Dinge wieder sorgf├Ąltig zur├╝ck. Offensichtlich war er darauf vorbereitet, dass jemand Interesse f├╝r sein Leben aufbringen k├Ânnte. Sie entdeckte eine geschnitzte Figur, welche ziemlich abgegriffen war. Woher er sie wohl hatte?
Als sie im Haus Stimmen h├Ârte, schreckte sie auf. Sie sollte ins Bad gehen, bevor alle auf den Beinen waren!
Schnell schob sie alles an seinen Platz zur├╝ck, dann verliess sie das Zimmer und folgte dem Geruch nach frischem Badewasser und RosenÔÇŽ

Eine leicht bekleidete, rothaarige Frau kam ihr entgegen und blickte sie misstrauisch an. Dann hellte sich ihr Gesicht pl├Âtzlich auf und sie blieb vor Emilia stehen, so dass diese ebenfalls gezwungen war, anzuhalten.
ÔÇ×Hallo. Bist du neu hier? Ich habe dich gestern mit unserem mysteri├Âsen Fremden gesehen, der hier wohnt. Wir haben uns schon gefragt, wann er wohl seinen m├Ąnnlichen Bed├╝rfnissen erliegt und eine von uns zu sich ruft. Es gab schon Ger├╝chteÔÇŽ na du weisst schon, dass es um seine M├Ąnnlichkeit nicht gerade gut bestellt seiÔÇť, sie hatte ein verschw├Ârerisches Grinsen im Gesicht, ÔÇ×dem scheint aber nicht so zu sein. Wom├Âglich hat er nur eine bestimmte Vorliebe?ÔÇť
Emilia hatte M├╝he, die Worte der rotwangigen Frau mitzuverfolgen, welche wohl Freude am Tratschen empfand.
ÔÇ×Nun sag schon Liebes, wie ist er so? Mag er es wild? Obwohl, mein Zimmer liegt gleich nebenan und ich habe nichts geh├ÂrtÔÇŽ vermutlich ist er eher ein Romantiker. Aber pass auf S├╝sse, so sind sie anfangs alle. Und irgendwann reicht ihnen das Gefummel nicht mehr und sie wollen den Mann raush├Ąngen lassen! Du siehst ein wenig mager aus. Solltest dir etwas mehr Rundungen aneignen. Die Kerle stehen auf sowas und ausserdem gibt es dadurch weniger blaue Flecken, wenn er mal zu grob zustossen sollte. Falls du einmal Unterleibsschmerzen hast, komm ruhig zu mir r├╝ber, ich kenne da einige Salbenmischungen, die wirken wahre Wunder!ÔÇť
Fr├Âhlich t├Ątschelte sie Emilia die Wange, welche sie verdattert anstarrte und nur die H├Ąlfte von ihren Worten mitverfolgen konnte und davon wiederum nur die H├Ąlfte verstand.
ÔÇ×Ich habe geh├Ârt, wie die andren Weiber ├╝ber dich gel├Ąstert haben. Pass auf, da sind einige missg├╝nstige Biester dabei. Bestimmt wollen sie dir dein H├Ąppchen ablausen. Doch ich find, wir m├╝ssen hier alle zusammenhalten. Wenn du einmal Hilfe brauchst, dann komm zu mir. Mein Name ist Mirabella! Nun muss ich los, wenn wir uns das n├Ąchste Mal sehen, erz├Ąhlst du mir als Ausgleich etwas ├╝ber die Ausdauer deines Freiers. Und ├╝ber Dich, machs gut M├Ądchen!ÔÇť, zwitscherte sie und verschwand mit wiegenden H├╝ften, noch bevor Emilia ├╝berhaupt die Gelegenheit gehabt h├Ątte, etwas darauf zu erwidern.

V├Âllig ├╝berrumpelt setzte diese ihren Weg fort. Sie begegnete noch zwei anderen H├╝bschlerinnen, doch diese warfen ihr nur absch├Ątzige Blicke zu und tuschelten miteinander, so dass sie froh war, als sie den Waschraum erreichte. Sicherheitshalber stellte die junge Frau den Stuhl unter die T├╝rklinke, bevor sie sich entkleidete und in den Zuber eintauchte.
Das Wasser war nur noch lauwarm, doch das war ihr egal. So lange hatte sie kein Bad mehr geniessen k├Ânnen. Auch die versprochene Seife lag f├╝r sie bereit und sie schruppte ihren K├Ârper so gr├╝ndlich ab, wie schon lange nicht mehr. Am schwierigsten gestaltete es sich, die Haare zu waschen. Nur behelfsm├Ą├čig schaffte sie es, die Locken mit ihren Fingern zu durchk├Ąmmen. Ohne Kamm war sie jedoch aufgeschmissen. Sie m├╝sste wohl entweder Mirabella oder Valerius darum bitten, ihr einen auszuleihen.

Als sie dem Zuber entstieg, f├╝hlte sie sich wie neu geboren. Ihre ganzen Sorgen schienen im Wasser zur├╝ckzubleiben. Einen Moment ├╝berlegte sie, sich wieder in die schmutzigen Kleider zu zw├Ąngen, dann entschied sie sich dagegen.
Obwohl es riskant war, nahm sie den Stuhl von der T├╝r weg, dann begann sie ihre Verwandlung. Dieses Mal war ihr Fell richtig sch├Ân flauschig anzusehen und die Pf├Âtchen waren wieder schneeweiss.
Nach einigen missgl├╝ckten Anl├Ąufen schaffte sie es doch noch, die T├╝rklinke mit ihrem Gewicht nach unten zu ziehen und durch den T├╝rspalt hinauszuschl├╝pfen.
Als sie dieses Mal einer der H├╝bschlerinnen begegnete, wurde sie mit einem erfreuten Quieken begr├╝sst und sogleich mit Streicheleinheiten ├╝berh├Ąuft.
ÔÇ×Na woher kommst du denn?ÔÇť, gurrte eine dicke Blondine und Emilia hatte M├╝he, sich aus ihrer Umklammerung zu befreien, ohne ihre Krallen zu benutzen.
Schliesslich gab ihr die Dicke einen liebevollen Klapps auf den Po und ging ihrer eigenen Wege.

Der Weg vom Bad zu Valerius Gemach kam ihr vor wie eine Tageswanderung, als sie endlich dort angelangte. Sie meinte seinen frischen Geruch wahrzunehmen. Da inzwischen ein reges Treiben auf den G├Ąngen herrschte, wollte sie sich nicht zu auff├Ąllig verhalten und begann k├Ątzisch zu Miauen und an der T├╝r zu kratzen, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Als sich die T├╝r ├Âffnete, huschte sie wie ein Blitz zwischen seinen Beinen hindurch ins Zimmer. Sie f├╝hlte sich pl├Âtzlich total erledigt von diesem morgendlichen Ausflug.
Mit einer einladenden Geste wies er auf ein B├╝ndel, das gut sichtbar auf dem Tisch platziert war. Die Katze sprang auf den Stuhl, von dort stellte sie die weissen Vorderpfoten auf die Platte und beschn├╝ffelte die Kleider eingehend. Der Geruch gefiel ihr, so ├Ąhnlich hatte ihr Vater immer gerochen, nach frischem Leder. Ihre Gew├Ąnder waren immer einparf├╝miert worden und rochen nach Veilchen und anderem Krimskrams. Dann wandte sie sich zu Valerius um, der sie beobachtete.
Als er keine Anstalten machte, seine Augen von ihr abzuwenden, gab sie ein Fauchen von sich. Dies schien endlich Wirkung zu zeigen und er besass den Anstand, sich von ihr wegzudrehen und seine Ausr├╝stung abzulegen, w├Ąhrend sie sich zur├╝ckverwandelte.

Die Hose schmiegte sich angenehm um ihre Beine, liess ihr aber trotzdem genug Bewegungsspielraum. Fasziniert betastete sie das weiche und doch best├Ąndige Material. Sie liebte es, Dinge zu ber├╝hren und ihre Beschaffenheit unter den Fingerkuppen zu ertasten. Zudem roch das Leder so nat├╝rlich und w├╝rzig.
Irritiert suchten ihre H├Ąnde nun das B├╝ndel nach einer Art Korsett ab, wie sie es bis anhin immer hatte tragen m├╝ssen. Doch nichts dergleichen war zu finden. Sie warf einen Blick zu Valerius hin├╝ber, doch er hatte seine Aufmerksamkeit auf eine andere Ecke des Zimmers gerichtet.
Da sie nicht riskieren wollte, von ihm nackt gesehen zu werden, schl├╝pfte sie schliesslich in die Bluse hinein. Der Stoff kratzte nicht im Mindesten und f├╝hlte sich leicht an. Auch die Stiefel passten zu ihrer ├ťberraschung wie angegossen. Er musste wohl Erfahrung damit haben, Kleidung f├╝r Frauen einzukaufen.
Dann warf sie sich den dunklen Mantel ├╝ber, der sie sofort w├Ąrmend einh├╝llte.
Unwillk├╝rlich breitete sich ein L├Ącheln auf ihrem Gesicht aus und sie stellte sich in die Mitte des Raumes, und gestattete ihm, sie in ihrer neuen Aufmachung zu betrachten.
Eine spielerische Leichtigkeit hatte sie erfasst nach dem Bad.
Deshalb zog sie sich die Kapuze tief ins Gesicht, wie sie es bei Valerius nun schon ├Âfters beobachtete hatte und ahmte seine Verbeugung mit funkelnden Augen gekonnt nach.

Nachdem sie befand, dass er nun genug gesehen h├Ątte, ging sie zum Tisch hin├╝ber und zog das Notizbuch heran.
Danke. Ich glaube, ich habe noch nie etwas so wenig Umst├Ąndliches, Bequemes und gleichzeitig H├╝bsches getragen. Nat├╝rlich werde ich Dir die Gewandung zur├╝ckerstatten.
Ihre Wangen hatten sich vor Freude ger├Âtet, obwohl gleichzeitig die Stimme ihrer Vernunft piepste, sie solle sich bloss nicht von ihm um den Finger wickeln lassen.
W├Ąhrend sie ihm das Notizbuch ├╝berliess, begann sie den Korb auszur├Ąumen und das Fr├╝hst├╝ck bereitzustellen.
Am Liebsten h├Ątte sie einen Strauss Blumen dazugestellt - keine Rosen, sondern Margerithen, Astern und Gerbera, wie es ihre Zofe manchmal getan hatte.

├ťber ihre n├Ąchsten Worte hatte sie schon zuvor nachgedacht, und wollte ihm nun ihre Idee unterbreiten.
Meinst Du es w├Ąre m├Âglich, meine Familie dar├╝ber zu informieren, dass es mir gut geht? Sie sorgen sich bestimmt um mich und suchen nach mir. Ausserdem k├Ânnte ich jemanden vorbeischicken, der einige Sachen von mir abholt.
├ťber m├Âgliche Konsequenzen ihres Plans dachte sie nicht nach, glaubte sie doch, damit allen einen guten Dienst zu tun.
Denn Emillia plagte das Gewissen, wollte sie doch niemandem unn├Âtig Sorgen bereiten oder zur Last fallen - abgesehen von Valerius, der hatte es ja nicht anders verdient.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#35

Beitragvon Dimicus » Mi 11. Jan 2017, 12:42

Das Zimmer war leer und Emilia nicht zu sehen. Doch ihre schmutzige W├Ąsche war verschwunden und es gab keinerlei weitere Spur von ihr? War sie geflohen und hatte sich wieder selbstst├Ąndig gemacht? Dies war tats├Ąchlich der erste Gedanke, der seinen Geist zu besetzen versuchte. Noch immer stellte sie ein Risiko dar welches er trug und keinesfalls durfte das dazu f├╝hren, dass seine Identit├Ąt aufflog. Er wollte bereits dar├╝ber nachdenken, wie er sie wohl am besten in der Stadt aufsp├╝ren und zur├╝ckholen konnte, doch diese Gedanken musste er schnell wieder verwerfen.

Denn schon im n├Ąchsten Moment kratzte und miaute es lautstark vor der T├╝r, sie war also baden gegangen und traute den anderen Frauen nicht ├╝ber den Weg. Zumindest dachte er es, als er die T├╝r ├Âffnete und Emilia beinahe wie ein aufgeschrecktes Huhn durch seine Beine huschte. Eine falsche Fu├čbewegung und er h├Ątte sie wohl dabei getreten. Ein leichtes Grinsen musste er dann doch schon zulassen, als er dies beobachtet hatte. So sehr Emilia auch Mensch war, durchaus merkte man auch etwas von ihren k├Ątzischen Z├╝gen ÔÇô und das gefiel dem jungen Mann tats├Ąchlich. Wobei man sagen musste, dass Malik auch die Schlange war, die sie in ihrer Tiergestalt darstellte.

Augenblicklich drehte sich der junge Mann zu der kleinen Katze um, die nun die auf dem Tisch befindlichen Sachen inspizierte und neugierig be├Ąugte. Sie hatte sie schon offensichtlich als frische Kleidung f├╝r sich entdeckt und machte auch keine Anstalten sie in Besitz zu nehmen. Zu gern h├Ątte er die Verwandlung abermals betrachtet, damit sie sich nun anziehen konnte, doch nur mit einem Fauchen machte sie deutlich, dass er sich umzudrehen hatte. Mit einem genervten Seufzen und der ├ťberlegung, sie nicht doch als ein Kunstwerk an ihre Familie zur├╝ckzuschicken, drehte er sich schlie├člich um, damit sie sich in Ruhe ihrer neuen Kleidung widmen konnte.

Stets von ihr abgewandt, machte er sich zur Kommode auf, um darin seinen Mantel wieder unterzubringen, genau so wie seine Waffen und die groben Teile seiner Lederr├╝stung. Dies kostete ihm nat├╝rlich auch einiges an Zeit, so war nicht eben alles auf einmal ausgezogen, da machte er auf dem Absatz kehrt und hatte eine gepflegte Emilia vor sich stehen, gekleidet und sauber, so wie sie es ihren Standes eigentlich entsprach. Langsam schritt er auf sie zu, um sie genauer zu betrachten und innerlich atmete er doch auf, so war er froh mit seinen Einsch├Ątzungen richtig gelegen zu haben. Das Ganze noch einmal zur├╝ck zu bringen, bestenfalls mit Emilia an seiner Seite, w├Ąre wohl sehr anstrengend geworden.

Noch ehe er sie sich allerdings genauer betrachten konnte, so setzte sie sich die Kapuze auf und machte eine Verbeugung, wie die eines K├╝nstlers, welcher sich vor seinem Publikum pr├Ąsentierte. Diese Bewegungen ... immitierte sie ihn etwa? Mit argw├Âhnischen Blick betrachtete er sie genaustens und er konnte erkenne, dass sie sich damit M├╝he gab. Sie versuchte es tats├Ąchlich. Leicht genervt rollte er mit den Augen, so hatte er f├╝r solche Spielchen gar nichts ├╝brig, erst recht nicht, wenn sie so schlecht immitierte! Gerade noch war sie in der Verbeugung, da stellte er sich vor sie und schob sowohl Arme, als auch ihre Beine in die exakte Position, die viel Gleichgewicht ben├Âtigte, welche sie als halbe Katze aber auch haben sollte. So lag der gesamte Druck auf dem Fu├čballen des Standfu├čes.

Zum kr├Ânenden Abschluss tat er die selbe Geste, doch in absoluter Perfektion, so wie er sie immer vor seinen vollendeten Werk tat. Er zollte ihnen tiefsten Respekt und ihm war klar, dass er dies vor Emilia getan hatte, bedeutet das Gleiche. Nur wusste sie es nicht, zumindest glaubte er das. Schlie├člich erhoben sie sich wieder und schauten sich f├╝r einen Moment an, der Mundwinkel des Almanen zuckte etwas, ehe er nur mit dem Kopf sch├╝ttelte. Da schritt Emilia auch schon wieder von ihm weg, direkt auf das Notizbuch zu und schrieb etwas hinein, was Dimicus nat├╝rlich sofort lesen wollte. Letztendlich war er neugierig, wie es ihr gefiel, auch wenn ihm dieses seltsame Gef├╝hl unheimlich war, so dachte er aber auch nicht dar├╝ber nach.

Im n├Ąchsten Moment widmete sie sich bereits dem Fr├╝hst├╝ck, w├Ąhrend er ihre Zeilen zu lesen begann. Also best├Ątigte sich seine Vermutung, dass es ihr gefallen k├Ânnte und noch obendrein schien es bequem zu sitzen. Also nahm er Feder und Tinte zur Hand, antwortete somit: "Es erfreut mich, dass du deinen Gefallen an den Sachenm finden konntest. So habe ich, offen gestanden, nie f├╝r jemanden anderen eingekauft. Wie dem auch sei, das Geld musst du mir nicht wiedergeben, behalte die Gewandung. Es feht doch nichts, oder? Lass es mich auf alle F├Ąlle wissen, wenn dies der Fall ist." In dieser Zeit hatte Emilia bereits alles f├╝r das Fr├╝hst├╝ck vorbereitet und bereit gestellt.

Gem├Ąchlich nahm der K├╝nstler Platz an dem Tisch und schnappte sich augenblicklich Brot, etwas Butter und eine Portion des R├╝hreis. Dabei beobachtete er aus dem Augenwinkel, wie Emilia erneut etwas in dem Buch schrieb. Gerade nahm er seinen ersten Bissen, als sie ihm jenes wieder zuschob und sich auch von dem Mahl bediente. Neugierig las er darin, doch was in ihren Gedanken heranreifte war eine Idee, die er nicht begr├╝├čen konnte. Zumindest nicht so, wie sie sich es dachte. "Meinst Du es w├Ąre m├Âglich, meine Familie dar├╝ber zu informieren, dass es mir gut geht? Sie sorgen sich bestimmt um mich und suchen nach mir. Ausserdem k├Ânnte ich jemanden vorbeischicken, der einige Sachen von mir abholt." Nachdenklich schaute er auf diese Worte, ├╝berlegte was er bei diesem Wunsch tun k├Ânnte, so war er doch nachvollziehbar. Sie hatte ein neues Heim und wollte sich doch zumindest von dem alten verabschieden.

Schmerzlich erinnerte es ihn zur├╝ck, an damals, vor mehr als 15 Jahren ... f├╝r einige Momente schien der junge Mann v├Âllig geistesabwesend zu sein, beinahe apathisch. Kein einziger Muskel regte sich bei ihm, sogar seine H├Ąnde hielten das bestrichende Brot einfach in der Hand, ohne einen Moment zu zittern. Schnell kehrte er aber wieder zur├╝ck aus seinen Gedanken, griff die Feder und antwortete abermals: "Ich muss daf├╝r einen Weg und eine M├Âglichkeit finden. Du musst bedenken, dass sie dich unter allen Umst├Ąnden zur├╝ckholen wollen. Als ich drau├čen war, sah ich sogar einen Steckbrief der auf dich ausgesetzt ist. Du bist der Schl├╝ssel zum Reichtum der Familie und ohne dich, kommt niemand daran heran. Wenn wir direkt einen Brief schreiben, sch├Âpfen sie Verdacht und wenn sie davon ausgehen, dass du entf├╝hrt wurdest, kann ich bei den Mitteln deiner Familie mir durchaus vorstellen, dass es hier bald nur vor Wachen wimmelt und Razzien gibt." Einen Moment ├╝berlegte er, dann fuhr er fort: "Wenn du wirklich sagen m├Âchtest, dass es dir gut geht, ohne dass es Konsequenzen f├╝r dich oder mich h├Ątte, so m├╝sstest du dort auftauchen. Doch das f├╝hrt dazu, dass sie dich einsperren werden. Deine Sachen dort herauszuholen und hierher zu bringen ist eine Sache, ein Lebenszeichen von dir zu geben eine andere. Lass mich dar├╝ber nachdenken ... doch, ich habe einen Plan. Er steht noch nicht ganz, du wirst mir dabei aber behilflich sein k├Ânnen. Ich werde dich brauchen." Damit schob er ihr das Buch wieder zu und begann weiter zu essen. Wenn er es so hinbek├Ąme, wie er es grob erwartete, so w├╝rde er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und einen weiteren Pinselstreich gegen Wilfried vollf├╝hren k├Ânnen.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#36

Beitragvon Emilia » Mi 11. Jan 2017, 20:04

├ťberrascht versteifte Emilia sich, als Valerius an sie herantrat und ihre Arme in eine andere Position schob, genauso wie er auch ohne zu ├╝berlegen ihre Beine anfasste. Dann h├Ątte sie jedoch beinahe gelacht, ob der Ernsthaftigkeit in seinem Blick, mit welchem er konzentriert ├╝berpr├╝fte, ob sie ihr Gewicht richtig verlagerte. Ihre Anspannung wich einem am├╝sierten L├Ącheln, welches sie jedoch im Schatten der Kapuze zu verstecken suchte, ohne Erfolg.
Nur kurz zuckten seine Mundwinkel nach vollendeter ├ťbung und die junge Frau fragte sich unwillk├╝rlich, wann dieser Mann das letzte Mal herzhaft gelacht hatte.

Das Fr├╝hst├╝ck schmeckte Emilia genauso gut, wie das Abendessen vom Vortag. Mit Bedauern stellte sie jedoch fest, dass keine Milch dabei war. Trotzdem genoss sie jeden Bissen vom R├╝hrei, das ausserordentlich luftig zubereitet worden war. Wer h├Ątte gedacht, dass man unter gew├Âhnlichen B├╝rgern genauso viel Wert auf eine reichliche Ern├Ąhrung legte, wie in einem Herrenhaus?
Ehrlich erstaunt war sie ├╝ber sein Gest├Ąndnis, noch nie f├╝r jemanden einen solchen Einkauf get├Ątigt zu haben. Anscheinend hatte in diesem Raum nicht nur sie ein gutes Ged├Ąchtnis.
Was aber auch nicht verwunderlich war, wenn man seine Bilder betrachtete. Ob sie nun seiner Fantasie entsprangen oder er seine Inspiration Draussen einholte, er hatte auf jeden Fall einen guten Blick f├╝r Formen, Gr├Âssenverh├Ąltnisse und daraus entstehende Zusammenh├Ąnge. Bestimmt hatte er ohne zu z├Âgern die richtigen Masse herunterrattern k├ÂnnenÔÇŽ was im Grunde schon etwas unheimlich war!

Die Frage, ob denn nun noch etwas fehle, brachte sie in Verlegenheit. Verunsichert begann sie auf dem Ende des Stiftes herum zu kauen. Tats├Ąchlich hatte er ein paar Kleinigkeiten vergessen, die eine Frau aus ihrem Stand gewohnt war. Da sie keinen Rock hatte, konnte sie gut auf Str├╝mpfe oder ├Ąhnlichen Kram verzichten, im Grunde war ihr die Hose sogar sehr willkommen, denn es gab keinen Saum, ├╝ber den sie stolpern konnte.
Doch ihr fehlte sowohl Unterw├Ąsche, als auch das Mieder. Und auch einen Kamm vermisste sie sehnlichst. Nach einigen Tagen w├╝rden ihre Haare kaum mehr ohne schmerzhafte Prozedur von Knoten befreit werden k├Ânnen. Auch einige Haarspangen und Haarb├Ąnder h├Ątten ihr gute Dienste erwiesen.
Ich w├Ąre sehr froh, wenn wir einen kleinen Einkauf erledigen k├Ânnen, schrieb sie deshalb.
Was genau sie noch ben├Âtigte, verschwieg sie ihm und hoffte darauf, dass er vor dem Gesch├Ąft auf sie warten w├╝rde.

Bei ihrer n├Ąchsten Frage, nahm sein Gesicht einen seltsamen Ausdruck an. Seine Z├╝ge schienen zu erstarren und selbst in seiner Bewegung hielt er inne. Emilia war eine gute Beobachterin und bemerkte ein schmerzliches Funkeln in seinen Augen. Na nu? Hatte sie da einen wunden Punkt getroffen? Doch weshalb?
Sie verstand seine Reaktion nicht und war umso gespannter auf seine Antwort, als er denn zu schreiben begann.
Als sie las, verd├╝sterte sich nun wiederum ihre Miene. Im ersten Moment glaubte sie, er wolle ihr Vorhaben unterbinden und seine Worte ver├Ąrgerten sie.
Meine Familie will nicht bloss mein Geld. Mein Onkel ist selbst wohlhabend. Ausserdem sorgen sie f├╝r mich und ich bin froh, dass sie mir helfen. Ich bin nur eine Frau und habe keine Ahnung von den ganzen Gesch├Ąften.
Dabei kamen ihr sogleich wieder seine Anschuldigungen und die Beweisst├╝cke in den Sinn und die L├Âwin knurrte w├╝tend.
Und es ist verst├Ąndlich, dass sie nicht wollen, dass ich hier herumirre. Es ist nicht gerade schicklich mit einem anderen Mann als meinem Verlobten alleine in einem Zimmer zu sein.

Auch seine n├Ąchsten Worte mochten sie kaum zu bes├Ąnftigen und ein wildes Funkeln war in ihren gr├╝nen Augen zu erkennen, welche pl├Âtzlich die L├Âwin dahinter erkennen liessen.
Wie kannst ausgerechnet Du es wagen, ihnen solche Gemeinheiten zu unterstellen? Mein Herr Papa hat mich aus gutem Grund vor den Menschen versteckt und nur wegen Dir ist er jetzt tot.
Meine Tante Lucinda wollte mich besch├╝tzen vor den Gefahren auf den Strassen, als sie anordnete, dass niemand mehr das Haus ohne guten Grund verlassen d├╝rfe.

Erst als er ihr versicherte, dass er einen Plan ausarbeiten w├╝rde, beruhigte sie sich etwas. Auf ihren Wangen hatten sich rote Flecken gebildet und sie sp├╝rte ein Kribbeln an ihrem K├Ârper. Irgendwie brachte er es immer fertig, sie in Rage zu versetzen.
Bewusst atmete sie aus und schloss kurz die Augen, um ihn nicht ansehen zu m├╝ssen.
Und was schwebt Dir vor?

Nach dem sp├Ąten Fr├╝hst├╝ck erhob sich Emilia und behauptete, die Toilette aufsuchen zu m├╝ssen. Ohne auf seine schriftliche Erlaubnis zu warten, schl├╝pfte sie aus dem Zimmer. Tats├Ąchlich benutzte sie das Klosett, kehrte dann aber nicht direkt in sein Gemach zur├╝ck. Stattdessen klopfte sie vorsichtig an die T├╝re von Mirabella.
Sogleich ├Âffnete sie schwungvoll und blickte kurz verdattert, bevor sich freundliches L├Ącheln auf ihrem Gesicht ausbreitete.
ÔÇ×Liebes, das ging ja schnell! Gut siehst du aus, erfrischt! Nur deine Gewandung entspricht nicht gerade unserer ├╝blichen Mode. Aber wir m├╝ssen uns ja den Vorlieben unserer Freier beugen. Komm rein, ich habe noch etwas Zeit zum Plaudern!ÔÇť, ohne Umschweife griff sie nach Emilias Hand und zog sie hinter sich in den Raum. Ob der Fr├Âhlichkeit im Gesicht der anderen Frau ├╝berkam die Gestaltwandlerin ebenfalls ein L├Ącheln und sie f├╝hlte sich sofort wohl in ihrer Gegenwart.
Mirabella plapperte derweil munter weiter, wovon ihr Gast jedoch nichts mitbekam, da sie sich neugierig im Zimmer umblickte.

Das Bett war riesig, erinnerte aber eher an eine Sofalandschaft mit den vielen Kissen und hatte eine ovale Form. Bettbezug sowie Vorh├Ąnge waren in einem samtenen Gr├╝n gehalten, was einen starken Kontrast zu der Haarpracht der Besitzerin erzeugte. Ein Schminktisch mit Stuhl stand in einer Ecke und war ├╝bervoll mit feinen Pinselchen, D├Âschen und einem riesigen Spiegel versehen. Ein grosser Schrank prangte an einer Wand, darin musste sie wohl ihre Kleider verstaut haben, wie Emilia richtig vermutete.
ÔÇ×Alles in Ordnung S├╝sse?ÔÇť, wandte sich da Mirabella zu ihr um. Emilia stockte, bewegte ihren Mund, brachte aber nat├╝rlich keinen Ton heraus.
Schliesslich zeigte sie auf ihre Ohren, sch├╝ttelte traurig den Kopf und machte eine Geste, als w├╝rde sie die Lippen mit einem Reisverschluss verschliessen. Die etwas ├Ąltere Frau starrte sie verwundert an, dann schien ihr ein Licht aufzugehen und sie riss die Augen auf.
ÔÇ×Bei Noldil, sag das doch!ÔÇť, sofort schlug sie sich die H├Ąnde auf den Mund, was der jungen Frau ein L├Ącheln entlockte.
ÔÇ×Tut mir Leid. Verstehst du mich denn ├╝berhaupt? Und ich quatsch hier schon f├╝nf Minuten vor mich hinÔÇŽÔÇť

Kurz darauf hatte Emilia ein Pergament und nen kokligen Stift erhalten, wobei jedoch trotzdem Mirabella die Wortf├╝hrerin im Gespr├Ąch blieb.
Als Emilia nach beinahe einer ganzen Stunde das Zimmer verliess, hatte sie einen beschwingten Gang. In ihrer Hand hielt sie einen Kamm sowie eine Haarspange und zwei gr├╝ne Haarb├Ąnder.
Es freute sie unheimlich, dass Mirabella weiter munter mit ihr plauderte und es ihr nicht ├ťbel nahm, wenn sie nicht ihren ganzen Wortschwall verstand. Die meisten Bekannten ihres Vaters hatten nicht viel mit dem taubstummen Kind anzufangen gewusst und waren in peinlichen Schweigen versunken oder hatten sie gekonnt ignoriert.
Sie dachte kurz an Valerius. Auch er hatte ihre Schwachstelle gekonnt umwunden.

Als Emilia ins Zimmer zur├╝ckkehrte, war Valerius nicht da. Ob er sie auf dem Klosett suchte?
W├Ąhrend sie auf ihn wartete, begann sie sich geduldig die Knoten auszuk├Ąmmen, bis ihre braunen Locken ihr wieder in voller F├╝lle ├╝ber den R├╝cken fielen. Dann griff sie nach dem Haarband, um sie zu einem praktischen Zopf zu binden.
Na toll, sie hatte vergessen, nach einer Haarnadel zu fragen.
Sie blickte sich in dem Zimmer um und ihr Blick viel auf die feinen Pinsel in der Malerecke.
Als Valerius zur├╝ckkehrte, hatte Emilia den Zopf zu einem gewundenen Dutt hochgesteckt und mit einem seiner Pinsel befestigt.
Wir k├Ânnen los, hielt sie ihm beschwingt den Notizblock unter die Nase.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#37

Beitragvon Dimicus » Do 12. Jan 2017, 18:47

Ohne eine einzige Antwort auf ihre Fragen und Aussagen zu t├Ątigen, ruhte Dimicus einfach nur dort, betrachtet ihre Worte. F├╝r einen gesamten Moment dachte er dar├╝ber nach, ob er ihr wirklich antworten sollte und vor allem, was er ihr entgegnen konnte. Seine Besinnung und Verstand sagte ihm aber, dass dies keinen Zweck h├Ątte. In ihre waren die Lehren, L├╝gen und Halbwahrheiten eingebrannt, die sie noch von den Zeiten ihres Vaters hatte, welche aber nur von Wilfried, allgemein ihrer Verwandschaft verstr├Ąkt wurde. Aus diesem Grunde ├╝berging er w├Ąhrend des Essens bewusst diese Aussagen und widmete sich nur der Aussage, dass sie noch etwas einkaufen wolle.

Als sie sich vom Tisch erhoben hatte, um ihrer Aussage nach auf das Klosett zu gehen, griff er nach dem Notizbuch und antwortete: "Das k├Ânnern wir gern machen, aber wenn wir gemeinsam nach drau├čen gehen, bleibst du bei mir und tust was ich dir sage, wenn es erforderlich ist, hast du verstanden? Ohne zu hinterfragen oder aufzumucken. Es wird uns im Notfall retten." Ganz offen legte er das Buch zur├╝ck, damit sie bei ihrer Wiederkehr seine Worte lesen konnte. Da erhob er sich, wollte gerade sich seine Ausr├╝stung anlegen, da fiel ihm noch etwas ein. Erneut wanderte die Feder in seine Hand. "Ich wei├č, dass es dir nicht gefallen wird, aber ich muss dich darum bitten. Mit gr├Â├čtem Respekt vor dir und deinen W├╝nschen." Etwas nachdenklich noch blickte er auf die von ihm geschriebenen Worte, doch belie├č sie so.

Mit einem zufriedenen Nicken widmete er sich seiner Ausr├╝stung, welche er sich zuvor schon anlegen wollte. Dementsprechenden fanden die ledernen Teile seiner R├╝stung auch ihren Platz an seinem K├Ârper, dich gefolgt von seinen Dolchen, welche in den entsprechenden Halterungen gesteckt bzw. in den Schlaufen zum schnellen Ziehen ihren Platz fanden. Seine Umh├Ąngetasche schaute er schlie├člich noch einmal durch, ehe er darin das n├Âtige Kleingeld hinterlegte, sowie seine Pinsel, Dietriche, als auch ein wenig D├Ârrfleisch, was noch vom Fr├╝hst├╝ck ├╝brig geblieben war. Dar├╝ber wanderte der Mantel, um seine Erscheinung zu verdecken und Ausr├╝stung vor dem ersten Blick zu verstecken.

Doch selbst als dies mindestens zehn Minuten in Anspruch nahm, so kehrteEmilia nicht von ihrem Gang zur├╝ck. Wo war sie hin? Hatte sie sich verirrt? Streit mit jemanden angefangen? War geflohen? Letzteres hielt er f├╝r zu naiv und nicht passend zu ihrer Situation, doch bei dem Temparament der jungen Frau, konnte er nicht immer ganz absch├Ątzen, was sie als n├Ąchstes planen oder tun w├╝rde. Mit einem leicht genervten Seufzen schritt er zur T├╝r und trat hinaus, gerade kam ihm von dem Zimmern ein M├Ądchen entgegen, dass ihn relativ seltsam anschaute, sogar etwas err├Âtete. Was war das denn f├╝r eine Reaktion? Mit fragendem Blick schaute er sie an und erhob seine Stimme: "Habt Ihr ein junges M├Ądchen gesehen, schokobraunes Haar, etwas kleiner als ich, bekleidet in einer Bluse und schwarzen Lederhose?" Die junge Frau hielt inne, aber ihr seltsamer Blick wich schlie├člich einem kleinen Funkeln der Verachtung. Was hatte er getan? "Bei Mirabella.", spuckte sie nur kurz und knapp aus, schritt dann fast schon stampfend einfach davon. Innerlich hakte der junge K├╝nstler mit dieser Begegnung ab, zumindest wusste er, wo die junge Frau steckte. Was sie wohl mit einer der Prostituierten tat? Erste Gedanken schossen ihm durch den Kopf, doch diese waren wohl mehr als unwahrscheinlich.

Unsicher was er tun sollte, nahm sich der junge Mann erst einmal vor, ein wenig drau├čen zu gehen und die Lage zu sondieren, vor allem in Richtung der Gesch├Ąfte, die die beiden betreten w├╝rden. Also trugen ihn seine F├╝├če durch den unteren Schankraum, vorbei an den Huren und T├╝rstehern des Bordells, nach drau├čen, an die frische Luft. Sofort fiel das gesch├Ąftige Treiben der Stra├če auf, der L├Ąrm der Stadt und die Unertr├Ąglichkeit der Ignoranz mit der diese Menschen umhergingen. Beinahe sorglos durchschritten sie diese Gassen, als ob ihnen das Leben eine Bedeutung schenken w├╝rde. Doch er wusste es besser, wie all ihre Leben keine Bedeutung hatten, so war er der K├╝nstler deren Leben er ausl├Âschte und erst in ihrem Tode, sie ihres wahren Schicksales zuf├╝hren w├╝rde. Mit diesen Blicke auf die menschlichen Wesen um ihn herum, durchstreifte er die Stra├čen und Gassen, verga├č dabei den Fakt, dass er gegen├╝ber Emilia etwas g├Ąnzlich anderes empfand. Etwas, wogegen er sich zu wehren wusste und von seinem Werk trennen konnte. Noch.

Genaustens ├╝berpr├╝fte er die Wege zu den Kleidergesch├Ąften, zu denen er Emilia bringen k├Ânnte, genau so wie die L├Ąden f├╝r Alltagsgegenst├Ąnde. Es hingen hier und dort Plakate mit Emilias Gesicht darauf, die eine hohe Belohnung aussprachen, wenn man das M├Ądchen der Familie zur├╝ckbringen konnte. Zudem hatte sich die gef├╝hlte Pr├Ąsenz von Wachen erh├Âht, die Ausschau nach verd├Ąchtigen Aktivit├Ąten hielten. Die Familie Emilias war wirklich erpicht darauf, sie zur├╝ck zu bekommen und verwendete wohl gro├če Gelder darauf, dass es ihnen m├Âglich wurde. So konnte er niemals die junge Frau in ein ├Âffentliches Gesch├Ąft bringen, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Leider blieb ihm nicht mehr ├╝brig, als dorthin zu gehen, wo er f├╝r Verschwiegenheit zwar teuer bezahlen, aber noch immer einen guten Einkauf machen konnte. Jener Laden, den er schon f├╝r den Einkauf f├╝r Emilias bisherigen Sachen genutzt hatte. Es w├╝rde auch nur eine Frage der Zeit sein, bis die Prostituierten des Bordells davon Wind bekamen.

Als er mit seinen Vorbereitungen fertig geworden war kehrte er wieder zum Bordell zur├╝ck. Der Betrieb hatte sich nicht ver├Ąndert, nur bekam er den ein oder anderen Seitenblick ab, was ihm allm├Ąhlich nicht mehr gefiel. Irgendwas stimmte nicht, noch nie hatten ihm die Frauen des Etablissement Maliks so hinterher gegafft. Dies vorerst ignorierend, schritt er die Treppen wieder hinauf und betrat sein Zimmer, in welchem er auch schon die junge Frau zu sehen bekam. Neben ihrer Kleidung trug sie nun auch noch einen Dutt, den sie aus ihrer langen M├Ąhne geformt hatte. Mit einem verwunderten Blick betrachtete er diese Frisur, als er die Haarnadel ÔÇô nein, einen seiner Pinsel aus dem Dutt herausragen sah. Mit hochgezogener Augenbraue deutet er darauf, winkte aber sogleich ab. Das war zu diesem Zeitpunkt nicht all zu wichtig. Denn tats├Ąchlich entglitt ihm ein sanftes, wenn auch kurzes L├Ącheln ihr gegen├╝ber, es blitze auf und zeugte von W├Ąrme, doch es verschwand genau so schnell wieder.

Letzten Endes ging er hin├╝ber zu dem Tisch, auf dem noch immer das offene Notizbuch lag und er schrieb: "Ich war drau├čen, so lang du besch├Ąftigt warst. Es sind recht viele Wachen unterwegs und dein Gesicht h├Ąngt ├╝berall als Steckbrief, wir m├╝ssen vorsichtig sein. Wenn du Kleider brauchst, wei├č ich bereits wo wir hingehen k├Ânnen. Steck das Notizbuch und einen Kohlestif ein, damit du mir unterwegs noch sagen kannst, was du haben m├Âchtest doer brauchst." F├╝r einen Moment blickte er auf und schaute sie an, schlie├člich setzte er for: "Bitte mach keine Dummheiten oder zeige dich, wenn ich es nicht sage. Du bringst uns beide in Gefahr, w├╝rdest du dies tun." Damit hielt er ihr das Notizbuch wieder unter die Nase und schaute, ob sie einverstanden war.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#38

Beitragvon Emilia » Do 12. Jan 2017, 20:45

"Das k├Ânnen wir gern machen, aber wenn wir gemeinsam nach drau├čen gehen, bleibst du bei mir und tust was ich dir sage, wenn es erforderlich ist, hast du verstanden? Ohne zu hinterfragen oder aufzumucken. Es wird uns im Notfall retten. Ich wei├č, dass es dir nicht gefallen wird, aber ich muss dich darum bitten. Mit gr├Â├čtem Respekt vor dir und deinen W├╝nschen."
Ein leichter Unwille war in ihrem Blick zu erkennen, als sie seine Forderung las. Er behandelte sie ja wie ein kleines Kind, das nicht auf sich aufpassen konnte. Und als ob an jeder Ecke ein neuer Meuchelm├Ârder nur darauf wartete, sie in die Finger zu kriegen.
Welch Ironie, dass der einzige M├Ârder, den sie kannte, sie gerade davor warnte, sich in Gefahr zu begeben. Sie schnaubte etwas genervt auf. Was h├Ątte ihr Vater wohl dazu gesagt?
Bestimmt h├Ątte er auch gewollt, dass sie in Sicherheit war. Und er h├Ątte erwartet, dass sie sich den W├╝nschen eines Mannes unterordnete, wie es f├╝r Frauen ├╝blich war.
Nur dass Valerius ihren Vater get├Âtet hatte und ausserdem nicht von ihrem Stand war, wie sie zumindest vermutete.
Schliesslich entschied Emilia, sich in sein Spiel einzuf├╝gen, zumindest solange es ihr ebenfalls vern├╝nftig erschien. Sie konnte zwar nicht begreifen, was an einem gew├Âhnlichen Einkauf t├Âdlich sein sollte, doch gut. M├Ąnner hatten manchmal einen widerwilligen Drang, sich als Helden aufzuspielen, wie sie es auch bei Wilfried bereits am├╝siert beobachtete. Hauptsache, sie bekam ihre Unterw├Ąsche und das Mieder!

So tat sie also wie geheissen, packte sich Block und Stift ein, zog sich den Mantel ├╝ber und folgte Valerius aus dem Haus. Dabei fielen ihr wieder einmal die unterschiedlichen G├Ąste auf, welche hier ein und aus gingen. Noch bevor sie drei Schritte vorangekommen waren hielt sie bereits inne, und kritzelte los: Was ist das eigentlich f├╝r ein Haus? Und warum wohnen hier so viele Frauen?
Einige Strassen weiter waren sie bereits mitten im Get├╝mmel der Stadt. Anfangs hielt sich Emilia tats├Ąchlich nahe an ihrem Begleiter, was aber nicht an seiner Bitte lag, sondern an der Tatsache, dass sie Menschenauflaufe nicht mochte. Es war seltsam, sich mitten unter so vielen Menschen zu bewegen, sehen zu k├Ânnen, wie sich ihre M├╝nder bewegten, doch in dem ganzen Durcheinander kein einziges Wort zu h├Âren. Auch Warnrufe waren f├╝r sie nicht auszumachen, weswegen sie schnell einmal ├╝ber den Haufen gerannt wurde. Deshalb war es zumindest anfangs noch ein Leichtes f├╝r den jungen Mann, sie zu lotsen.
Doch dies hielt nicht lange an und Emilias Neugierde brach sich schnell Bahn. Mit einem belustigten Funkeln in den Augen konnte sie beobachten, wie Kinder einem Markth├Ąndler eine Wurst abluchsten. Auf der gegen├╝berliegenden Strassenseite balgten sich zwei Hunde miteinander, wobei sich der Gestaltwandlerin bei ihrem Anblick automatisch die H├Ąrchen aufstellten.
Dann wiederum entdeckte sie einen Stand mit vielen bunten S├╝ssigkeiten und schnupperte sehns├╝chtig in der Luft, so dass sich ihr N├Ąschen dabei krauste.

Ihr Tempo hatte sich gedrosselt und anstatt im z├╝gigen Schritt, kamen sie nur noch schlendernd voran. Valerius wirkte dar├╝ber wenig gl├╝cklich.
Meinst du nicht, dass es auff├Ąlliger ist, wenn wir durch die Strasse rennen und Leute umrempeln, als wenn wir uns anpassen? Und mach nicht so ein Gesicht, du erschreckst die Kinder ja noch zu Tode!
Dabei versuchte sie seinen d├╝steren Blick nachzuahmen.
Sie gab ihm gar nicht erst die Gelegenheit, eine weitere Moralpredigt zu halten, sondern marschierte einfach munter weiter. Es m├╝sste sie schon anketten, um sie aufzuhalten.

Schliesslich blieb Emilia jedoch so pl├Âtzlich stehen, dass Valerius beinahe in sie hineingeprallt w├Ąre.
Habe ich wirklich so eine krumme Nase?
Halb emp├Ârt, halb belustigt betrachtete sie den Aushang, der sie selbst zeigen sollte. Immerhin hatte der Maler ihren Mund gut vertroffen, obwohl das eine Auge etwas schief wirkte.
Anstatt ihre Gedanken schriftlich mitzuteilen, schob sie mit dem Finger ihre Nasenspitze nach oben und machte dabei ein lustiges Gesicht.
Reflexartig dachte sie daran, dass Valerius sie bestimmt besser getroffen h├Ątte. Dieser Zeichner war eindeutig nicht der Beste seines Faches.
W├Ąhrend sie noch ihr Bild betrachtete bemerkte sie nicht, wie einige der aufmerksamen B├╝rger sie misstrauisch be├Ąugten.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#39

Beitragvon Dimicus » Fr 13. Jan 2017, 17:39

Anstrengend. Das war das richtige Wort f├╝r das, was Dimicus empfand, als er auf Emilia aufpasste. Anfangs war sie stets bei ihm, hielt sich an ihm und so war es ihm mehr als gut m├Âglich, dementsprechend sie im Auge zu behalten, doch je l├Ąnger die drau├čen waren und sich durch die belebten Stra├čen wagten, desto neugieriger wurde sie. Immer ├Âfter entfernte sie sich von ihm, er musste nach ihr sehen oder sie sogar suchen, um sie nicht komplett zu verlieren. Es w├Ąre wohl einfach geworden, jemanden auf offener Stra├če unerkannt zu seinem Ende zuzuf├╝hren, als auf diese junge Frau aufzupassen.

Mal wieder hatte der K├╝nstler sie aus den Augen verloren und seufzend hielt er Ausschau nach ihr, was schon wieder einen merklichen Kampf darstellte, so wie sie dazu neigte einfach zu verschwinden. Wie ein Floh h├╝pfte sie durch die Gegend und inspizierte alles, nur um den Wirt zu ├Ąrgern, dessen Nerven allm├Ąhlich dem Ende zugingen. Sein aufmerksamer Blick und die damit einhergehenden langsamere Schritte verhinderten gerade noch so, in sie hinein zu laufen, als sie wieder vor ihm auftauchte, dabei ihm das Notizbuch unter die Nase hielt. Nur kurz antwortete er darunter: "Ich bin nicht derjenige, der ├╝berall herumhuscht." Da war sie auch schon wieder verschwunden. Ein weiteres genervtes Seufzen folgte.

Abermals tauchte sie pl├Âtzlich vor ihm auf, dieses Mal hatte es aber beinahe gereicht in sie hinein zu laufen. Aprupt hielt er inne und erwischte sie dabei, wie sie sich direkt vor ihren eigenen Steckbrief gestellt hatte und diesen genau betrachtete. In diesem Moment wusste der junge Mann gar nicht, was er dazu sagen sollte. Entweder machte ihre naive Ader sie gerade mehr als t├Âricht, oder sie tat das mit Absicht. Am liebsten h├Ątte er ihr in diesem Moment einen strafenden Klapf auf den Hinterkopf gegeben, aber er riss sich doch sehr zusammen, dies eben nicht zu tun. Es war eine reine Geduldsprobe. Zudem lagen immer mehr Blicke auf Emilia, die mehr als fragend und misstrauisch waren. F├╝r Dimicus wurde es Zeit zu handeln.

Schon aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass zwei ger├╝stete Personen auf sie kamen, sie trugen zudem die Initialen Drakensteins. Es waren Wachen. Ohne zu z├Âgern griff er bestimmt Emilias Hand, umfasste sie und zog sie weg. Weg von der Stra├če und in eine nahgelegene Gasse. Er lie├č gar keinen Widerspruch zu und zog sie einfach mit, suchte nach einer M├Âglichkeit sie und sich zu verstecken. Er wusste, die Wachen w├╝rden nachkommen. Eilig blickte seine Blick umher, als er eine niedrige Mauer sah, die im Schatten lag. Ohne zu z├Âgern f├╝hrte er sie hin, hinter sich h├Ârte er bereits Stimmen der Wachen. "Sie sind hier lang gegangen, sicher?", ert├Ânte es. Gerade als die beiden Wachm├Ąnner um die Ecke schritten, war Dimicus mit Emilia hinter dem Vorsprung verschwunden.

Leider ging es aber nicht anders, als sich auf den Boden zu legen, weswegen er Emilia ohne Vorwarnung zu Boden geworfen und er sich auf sie gelegt hatte, seine Hand legte sich ├╝ber seinen Mund und einen Finger der freien Hand legte er auf seine Lippen, dass sie leise sein sollte. Schlie├člich senkte er seinen Kopf neben ihren, machte sich und sie somit so klein wie m├Âglich, w├Ąhrend er genau h├Ârte, Emilia unter sich fixiert. "Sie k├Ânnen hier gar nicht lang sein. Ich wette du hast mal wieder einfach nur zu viel gesoffen." Die Schritte n├Ąherten sich, an ihrem Verstcek vorbei und schlie├člich weiter. "Aber ich war mir sicher!", ert├Ânte es nur noch aus der Entfernung. "Jaja, wie du sagst." Schlie├člich wurde es wieder still. Nichts geschah mehr und Dimicus erhob sich von Emilia, wobei er sich ein wenig den Schmutz vom Mantel abklopfte und ihr aufhalf.

Mit zornigen und zeitgleich genervten Blick griff er einfach nur ihre Hand. Ohne Widerworte zu dulden, zog er sie wieder zum Ausgang der Gasse, an dem er einen abermals pr├╝fenden Blick durch die Stra├če streifen lie├č, er sie hinaus zog und bewusst bei sich behielt, in dem er fest ihre Hand umschloss. In diesem Moment kam er wie ein Vater vor, der sein kleines Kind an die Hand nehmen musste. So schl├Ąngelte er sich z├╝giger durch die Mengen und kam schlie├člich im Gesch├Ąft an, mit Emilia im Schlepptau. Der Verk├Ąufer schaut schon verbl├╝fft, wusste dann aber schon Bescheid und nickte, wobei er die beiden ins Hinterzimmer bat. Dort waren die beiden schlie├člich mit dem Verk├Ąufer, der wissend l├Ąchelte, allein. Dimicus deutete nur auf das Notizbuch und lie├č Emilia den Vortritt.
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Re: Komm, s├╝sser Tod

#40

Beitragvon Emilia » Fr 13. Jan 2017, 22:29

Emilia

Emilia war w├╝tend auf ihren Begleiter. So ein Spielverderber!
Jagte sie durch die Strassen, als ob sie auf der Flucht w├Ąren. Und dann hatte er sie pl├Âtzlich grob gepackt und in eine dunkle Gasse gezogen. Im Nachhinein dachte sie, dass sie ihm eine h├Ątte scheuern sollen, doch stattdessen war sie ihm hinterhergestolpert wie eine alte Ziege.
Doch das Unglaublichste geschah erst noch ÔÇô hatte er sie doch aus dem Nichts umgeworfen und sich wie ein Tier auf sie gest├╝rzt!
Nicht einmal als sie mit ihren F├Ąusten nach ihm geschlagen hatte, und schliesslich w├╝tend in seine, leider behandschuhte, Hand biss, hatte er sie freigegeben.
Den Grund f├╝r sein Tun konnte sie nat├╝rlich nicht erahnen, da sie Nichts von dem Gespr├Ąch der beiden Wachen mith├Âren konnte.

Und nun standen sie in dem Gesch├Ąft, w├╝rdigten sich gegenseitig kaum eines Blickes.
Zum Gl├╝ck stellte der Verk├Ąufer keine doofen Fragen, sondern f├╝hrte sie in ein Hinterzimmer.
ÔÇ×Wie kann ich Euch behilflich sein?ÔÇť, wandte er sich schliesslich an Emilia, nachdem Valerius zu ihr hingedeutet hatte.
Sie l├Ąchelte ihn h├Âflich an, dann schrieb sie etwas in ihr Notizbuch und wandte sich dann ruckartig zu Valerius um: Du kannst gerne Draussen warten. Ich komme hier auch ohne Dich klar!

Dimicus

Vollkommen gelassen inzwischen, seine Wut und leicht gereizte Stimmung gut verbergend, lehnte der junge Mann an der T├╝r und wartete einfach nur ab, ehe sie ihm tats├Ąchlich das Notizbuch mit der Aufforderung zum gehen zeigte.
Einer seiner Augenbrauen verzog sich nach oben, als sie das tat und er griff beinahe gleichg├╝ltig um zu antworten: Nein, ich warte hier. Damit musst du jetzt klarkommen. Schreibe ihm, was du brauchst und lass die Ma├če nehmen. Durch deine ausgesprochene Torheit w├Ąre unser beider Kopf gerade fast gerollt. Also w├Ąlze deine Wut nicht auf mich ab, wo ich dich gerade vor deinem eigenen Schaden bewahrte.
Beinahe s├╝ffisant reichte er ihr das Notizbuch zur├╝ck und blickte den Schneider an: "Tut mir leid, meine Freundin hier ist taub und bei ihr bedarf es einer ... besonderen Behandlung. Ich hoffe, ihr habt die Geduld daf├╝r."
Er nickte nur mit einem L├Ącheln und wandte sich schlie├člich wieder Emilia zu, erwartete ihre W├╝nsche. W├Ąhrenddessen blieb der Almane an dem T├╝rrahmen gelehnt stehen und geduldete sich, bis es weiter gehen konnte.

Emilia

Sie funkelte ihn w├╝tend an und h├Ątte ihn am liebsten einfach aus der T├╝r geschoben.
ÔÇ×Wenn Ihr mir erlaubt, die Gewandung steht Euch formidabel!ÔÇť, wandte sich da der Verk├Ąufer mit einem zuvorkommenden L├Ącheln an die junge Dame.
Als Emilia Valerius Blick sah, erkannte sie, dass er nicht einfach aus dem Zimmer verschwinden w├╝rde. Hilfesuchend blickte sie zu dem Schneider hin├╝ber, schnappte sich das Notizbuch und schrieb an ihn: Herr, Eure Kleider geh├Âren zu den feinsten Dingen, die ich je getragen habe. Doch mir fehlen noch einige Dinge, die speziell Frauen ben├Âtigen, wenn Ihr versteht.
Er nickte wissend und wandte sich dann mit der Bitte an Valerius: ÔÇ×Ihr versteht sicher, dass es sich nicht geh├Ârt, wenn ich in Eurer Gegenwart die junge Lady ankleiden w├╝rde. Oder seid Ihr etwa Ihr Ehegatte? Ansonsten w├Ąre es angemessen, wenn Ihr im Eingangsbereich wartet. Nat├╝rlich wird Euch meine Gemahlin einen Kaffee anbieten.ÔÇť

Dimicus

Auf eine gewisse Weise war das hin und her ├Ąu├čerst belustigend. Wer h├Ątte gedacht, mit Emilia einkaufen zu gehen, w├╝rde so am├╝sant sein. Zugegeben, sein ├ärgernis war es nat├╝rlich dennoch, so stellte sei ein gro├čes Risiko f├╝r ihn dar und das musste er nat├╝rlich mit einkalkulieren. Doch bei seinen Pl├Ąnen hatte er mit jeder Eventualit├Ąt zu rechnen, genau wie jene, vor der er nun gestellt wurde.
Mit gelassenem und ausgezeichnet gespieltem Gesichtsz├╝gen, antwortete er: "Sie ist schon immer ein wenig widerspenstig gewesen. Meine Frau hat es nicht so gern, aber ihr m├╝sst wissen, ich bin der Ehegatte, so ist es."
Die L├╝ge ging ihm glatt und vollkommen glaubw├╝rdig ├╝ber die Lippen, so hatte das doch einen g├Ąnzlich anderen Hintergrund. Dimicus interessierte sich nicht daf├╝r, Emilia nackt zu sehen oder um sich wie der gemeine P├Âbel an ihrem K├Ârper zu laben. Eher f├╝rchtete er das Risiko, dass der Schneider eine L├╝cke im Plan darstellen k├Ânnte und wenn er sie mit ihm unbeobachtet lie├če, dieser vielleicht auf dumme Gedanken k├Ąme. Das Bestechungsgeld an ihn war hoch, dennoch war auch das Geld f├╝r die "Rettung" Emilias immens.

Emilia

Obwohl der Schneider die emp├Ârte Miene der jungen Dame ob dieser dreisten L├╝ge bemerkte, wagte er es nicht, einem seiner besten Kunden weiter zu widersprechen.
Emilia atmete einmal tief durch.
Ich ben├Âtige Unterw├Ąsche und ein Mieder, da mein ach so geliebter Ehemann wohl darauf vergessen hat. Liebster, ich m├Âchte Dich gerne damit ├╝berraschen, k├Ânntest Du Dich wenigstens so lange wegdrehen bis der freundliche Herr mir seine Auswahl gezeigt und die Masse genommen hat? Ich werde mich schon nicht in Luft aufl├Âsen.

Dimicus

Eines siegessicheren L├Ąchelns war sich der K├╝nstler anfangs gewiss, als sowohl Emilia als auch der Schneider nachgaben. Anfangs doch recht erfreut dar├╝ber, dass er s├Ąmtliche Kontrolle ├╝ber den Plan behalten konnte, so ├Ąnderte sich das sehr schnell, als er Emilias Zeilen las.
Ein lautes Husten seinerseits ging durch den Raum, als er sich an den Worten die Emilia geschrieben hatte verschluckte und beinahe augenblicklich eine W├Ąrme um seinen Kopf sp├╝rte. Was fiel ihr ein, so zu schreiben? Als ob ...
In diesem Moment biss ihn seine eigen L├╝ge und das letzte was er noch tat, war zu dem Schneider zu gehen und ihm zuzufl├╝stern: "Arbeitet bei dem Mieder bitte Schlaufen f├╝r kleine Waffen ein."
Damit r├Ąumte er sogar das Feld, verlie├č das Hinterzimmer, so war es ihm mehr als sichtlich unangenehm gewesen, wie Emilia pl├Âtzlich gesprochen hatte.

Emilia

Langsam verrauchte ihre Wut, als Valerius vor ihr den Hut zog und sich aus dem Zimmer bewegte. W├Ąhrend der Schneider ihr nun einige Modelle weiblicher Unterw├Ąsche pr├Ąsentierte, hellte sich ihre Miene auf.
Schliesslich entschied sie sich f├╝r zwei paar Unterhosen, welche zwar mit Spitze besetzt waren, jedoch eng anlagen und sich so kaum unter der ledernen Hose abzeichnen w├╝rden.
Nun zum Mieder. Wie sie es sich auch von zu Hause gewohnt war, nahm ihr das tapfere Schneiderlein zuerst Masse, um es sp├Ąter anpassen zu k├Ânnen.
Schliesslich hatte sie drei St├╝cke zur Auswahl.
Sie liess sich vom Schneider in eines der Ausstellungsst├╝cke hineinhelfen, welche alle geschn├╝rt wurden, dann ging sie zur T├╝r und schielte zu Valerius hinaus. Mit m├╝rrischer Miene blickte er zu ihr her├╝ber, als sie schliesslich eine Runde vor ihm drehte, und schliesslich in einer Art Modeschau alle St├╝cke vor ihm pr├Ąsentierte.
Schliesslich hielt sie ihm das Notizbuch hin: Und welches nehmen wir?

Dimicus

Gelangweilt und zugleich vollkommen desorientiert blickte sich der junge Mann noch einmal Im Verkaufsraum um. Der Schneider hatte diesen zuvor abgeschlossen, um keine Kunden hinein zu lassen die st├Âren w├╝rden. Zumindest konnte er sich im Raum so einmal in aller Ruhe umsehen, vielleicht w├╝rde er noch etwas f├╝r sich entdecken. Tats├Ąchlich aber, war nichts dabei, was seinem Blick als w├╝rdig auffiel, so gab er dies schnell auf.
Da blickte ich pl├Âtzlich Emilias freudestrahlendes Gesicht entgegen, welches er nur mit einem m├╝rrischen Blick erwiderte. Da trat sie dann doch tats├Ąchlich vor ihm und versuchte sich wie seine Ehefrau zu verhalten, indem sie sich vor ihm pr├Ąsentierte, mehrmals, darauf wartend welches St├╝ck f├╝r ihn das Beste war.
In welcher H├Âlle bin ich nur gelandet?
Zuerst war es ein einfaches, braunes Ledermieder. Kaum verziert, es hatte aber dennoch eine schlichte Eleganz und daran waren auch die entsprechenden Halfter f├╝r Dolche angebracht.
Das zweite St├╝ck folgte und wirkte etwas aufreizender, wie eine Adelsdame, mit goldenen Verzierungen und eine Schn├╝rung, die vor allem Betonung auf die weiblichen Rundungen legte. Eine Verschandelung, das fiel weg.
Das dritte und letzte Teil war schlie├člich ein ledernes, schwarzes Mieder. Halfter f├╝r zwei Dolche, wirkte massiv und dennoch nicht unbequem, sah sogar ziemlich sch├╝tzend aus. Die N├Ąhte waren kunstvoll und dekorativ gesetzt, die Wahl war eindeutig.
Das Letzte., schrieb er nur knapp in das Buch, um Emilia seine Meinung zu geben. Auch wenn er sich wunderte, was dies f├╝r eine Rolle spielte.

Emilia

Der Schneider freute sich ├╝ber ihre Entscheidung, obwohl er ihr nat├╝rlich lieber das etwas teurere Mieder mit den goldenen Schn├╝ren verkauft h├Ątte. Nachdem Emilia mit ihrem Einkauf fertig war, wagte sich das tapfere Schneiderlein wiederum an Valerius heran, um ihm weitere Vorschl├Ąge zu unterbreiten.
ÔÇ×Ihr k├Ânntet Eure Gemahlin bestimmt wieder liebesw├╝rdiger stimmen, wenn ihr ihr ein h├╝bsches Geschenk machen w├╝rdet. Ich habe gerade einige neue Kleider und R├Âcke erhalten. Ein Smaragdgr├╝nes ist auch dabei, es w├╝rde die Sch├Ânheit Eurer Ehegattin wunderbar unterstreichen.ÔÇť

Als sie sich schlussendlich aus dem Gesch├Ąft verabschiedeten, hatte eine Emilia eine grosse T├╝te unter ihrem Arm und ein zufriedenes L├Ącheln auf dem Gesicht. Ausnahmsweise lief sie auch treuherzig neben Valerius her, auch wenn sie dabei fast rennen musste. Sie entschied f├╝r sich, heute war ein erfolgreicher Tag!

Dimicus

Den Tr├Ąnen nahe stehend, betrachtete Dimicus den Verk├Ąufer wie er breit strahlend sein Geld z├Ąhlte, genau so wie Emilia mit einem breiten L├Ącheln nun brav neben ihm hinterhertrottete. Seine L├╝ge war vollkommen au├čer Kontrolle geraten, so hatte Emilias Grinsen und die Worte des Verk├Ąufers nur dazu gef├╝hrt, dass dieser mehr Umsatz machen konnte.
Ein Neglig├ę aus Seide, ein facettenreiches Kleid, Wechselkleidung der gleichen Art aber in anderen Farben als das, was sie in diesem Moment trug, mehr als die Unterw├Ąsche die sich sowieso kaufte, einen Hut den sie unbedingt haben wollte und keine Ruhe diesbez├╝glich gab.

Sehr m├╝rrisch betrachtete er die junge Frau, wie sie beinahe ├╝bergl├╝cklich wirkend einfach neben ihm schlenderte. Wie kann man nur durch solch einen Materialismus so gl├╝cklich werden, so war seine Kunst etwas viel edleres! Eben jene Kunstwerke verachtete sie, zu seinem kompletten Unverst├Ąndnis. Zumindest h├Ârte sie jetzt auf ihn und lie├č sich lotsen, so dass er unangenehme Begegnungen vermeiden konnte.
Auf dem Weg nahm er das Notizbuch und schrieb etwas z├Ąhneknirschend: Brauchst du sonst noch etwas, L I E B S T E?

Emilia

Eine Zeit lang liess sie sich von ihm durch die Stadt f├╝hren und begl├╝ckw├╝nschte sich selbst f├╝r ihren gelungenen Schachzug. Der Schneider hatte ihr mehrmals versichert, dass er sich ├╝ber einen weiteren Besuch ihrerseits sehr freuen w├╝rde.
Valerius wollte sie gerade um eine Ecke ziehen, als sie auf der anderen Strassenseite ein weiteres Gesch├Ąft entdeckte, das ganz ihren Sinnen entsprach.
Emilia zupfte an seinem Ärmel und zeigte zu dem Laden hinüber. Nur widerwillig war Valerius bereit, ihr zu folgen und in seinem Gesicht zeigte sich eine Mischung aus Hilflosigkeit und Verzweiflung ab.
Die junge Frau war noch immer emp├Ârt ├╝ber seine L├╝ge, doch nun gedachte sie diese zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sollte er einmal sehen, wie teuer eine Frau ihn zu stehen kommen sollte.

Als sie die T├╝r ├Âffnete, umfasste sie eine Duftwolke der besonderen Art. Emilia schnupperte zaghaft in der Luft, f├╝r ihre feine Nase war dies beinahe etwas zu viel des Guten, weswegen sie sich ausnahmsweise zu beeilen gedachte. Zus├Ątzlich zu ihren Eink├Ąufen erhielt sie also auch noch eine Haarpflege und ein Mandel├Âl f├╝r ihre zarte Haut.
Brauchst du auch noch etwas, mein Ehegatte? Du warst heute ├Ąusserst grossz├╝gig. Wir sollten ├Âfters zusammen in die Stadt gehen.
Schlussendlich schaffte sie es sogar noch, an dem S├╝ssigkeitenstand eine kleine T├╝te voller Kakaobohnen zu erhaschen, indem sie diese einfach bestellte und Valerius kurzerhand dazu gezwungen wurde, diese zu bezahlen, wenn er nicht durch das Geschrei des H├Ąndlers auffallen wollteÔÇŽ

Dimicus

Sich bereits mehrere Arten ausdenkend, wie er Emilia in das wundervollste Kunstwerk ver├Ąndern konnte, dass es jemals in dieser Stadt gegeben hatte, machten sie von dem S├╝├čigkeitenstand kehrt. Ihre Schmach, die sie zuletzt in das Buch geschrieben hatte, wollte und konnte er nur ignorieren, so w├Ąre das was er ansonsten als Antwort verfasst h├Ątte, wohl sehr unsittlich geworden.
Von dem Geld das Dimicus mit zu diesem Einkauf gebracht hatte, war nun nichts mehr ├╝brig und dies war alles, was er von Wilfried als Bezahlung f├╝r den Auftrag an Valerius bekommen hatte. Demn├Ąchst musste er wohl wieder einige seiner Werke verkaufen oder einen neuen Auftrag annehmen, obwohl Wilfried noch auf seiner Liste stand.
Inzwischen war sich der K├╝nstler sicher, dass er es bereuen w├╝rde, dieser Frau Unterschlupf aber keinen Einhalt zu gebieten. Also war es mehr als klar, dass sich bald etwas ├Ąndern musste, sonst w├╝rde sie ihm auf der Nase umhertanzen. Er hatte auch schon eine Idee, wie er das anstellen w├╝rde und bald war es sogar Zeit daf├╝r.

Inzwischen d├Ąmmerte es schon, ihr Ausflug zog sich nun eine gesamte Weile und es war Zeit, allm├Ąhlich wieder zur├╝ckzukehren. Die Anzahl der Wachen hatte abgenommen und Emilia hatte all ihren T├╝ten mit Waren ihm zugeschoben, damit sie sich gen├╝sslich an den Kakaobohnen laben konnte.
Es verging auch nicht mehr viel Zeit, da kamen sie wieder am Bordell an, das wieder belebter wurde. Viele M├Ąnner tummelten sich wieder hier, wurden von leichten M├Ądchen bedient. Der P├Âbel in diesem Raume gafften Emilia bereits hinterher, l├╝stern und in der Hoffnung, sie auch als ihre Beute erobern zu k├Ânnen. Die Prostituierten allerdings schauten mit teilweise sehr verwegenen Blicken auf die Beiden, spiegelte sich in etwa Eifersucht in ihren Blicken wieder?
Die Treppen hinauf und in das Zimmer Dimicus' gegangen, war dieser froh, sich f├╝r einen Moment auf das Bett setzen zu k├Ânnen. Die Taschen Emilias stellte er auf sein Bett ab, damit sie sich frei bedienen konnte. W├Ąhrenddessen verschnaufte er etwas.

Emilia

W├Ąhrend Valerius sich auf sein Bett fallen liess, packte Emilia zufrieden ihre Sachen aus, schnupperte an den Phiolen und stellte sie wie selbstverst├Ąndlich auf die Kommode.
Ich glaube, ich brauche entweder eine deiner Schubladen oder eine eigene Truhe f├╝r meine Sachen., meinte sie schliesslich und setzte sich auf den Stuhl. Auch sie war ziemlich ersch├Âpft vom Einkauf, wie sie sich nun eingestehen musste. Wie er so da sass, wirkte er etwas blass im Gesicht.
Sag mal, geht es Dir nicht so gut? Mirabella meinte letztens, dass es nicht so gut um Deine M├Ąnnlichkeit bestellt ist. Bist du krank oder so?

Dimicus

Etwas stutzig schaute er auf das Fl├Ąschchen, dessen Inhalt ihm wohl f├╝r immer unerkl├Ąrlich und dessen Nutzen erst recht im Schatten verborgen bleiben w├╝rden. Es lag nicht im Sinne seiner Bed├╝rfnisse, sich mit solche Dingen zu befassen, so schienen sie ihm vollkommen unn├╝tz.
Schlie├člich griff er nach dem Buch und antwortete ihr auf die erste Frage: Ich brauche sowieso nicht alles in der Kommode, du kannst eine Schublade haben.
Darauf nahm sie wieder das Buch entgegen, las aufmerksam und blickte ihn dann an. Darauf schrieb sie wieder etwas.
Kaum hatte er seine Augen auf diese Worte gerichtet, blickte er sie nur v├Âllig ungl├Ąubig an.
Sie sagte was? Okay, mal anders gefragt: Hast du ├╝berhaupt einen Sinn daf├╝r, was dies bedeutet?

Emilia

Mit neuem Tatendrang begann sie sogleich die mittlere Schublade auszur├Ąumen und ihre Sachen darin zu verstauen, w├Ąhrend sie auf seine Antwort wartete. Seine Kleider stapelte sie neben sich zu einem ordentlichen Haufen.
Dann huschte sie zur├╝ck und betrachtete nachdenklich seine Schrift.
Was ich eben schrieb. Na ich dachte mir, dass du vielleicht krank seiest. Du bist auch etwas blass um die Nase rum. Ich hoffe, es ist nichts Ansteckendes.
Sein seltsamer Blick verunsicherte sie nun pl├Âtzlich und sie nahm sich vor, ihre Freundin beim n├Ąchsten Treffen darauf anzusprechen.

Dimicus

Mit einem wissenden Blick, dass Emilia wohl keinerlei Ahnung hatte, was es mit Sexualit├Ąt oder ├╝berhaupt Umschreibungen von Genitalien auf sich hatte, konnte er ahnen, dass sie nie damit in Ber├╝hrung gekommen war.
Er nahm den Stift in die Hand und schrieb: Du scheinst wirklich nicht vertraut damit zu sein, was Sex ist, eine M├Ąnnlichkeit wie zum Beispiel die meine, oder? Das w├╝rde es zumindest erkl├Ąren, aber um dich zu beruhigen, ich bin gesund.
Damit erhob er sich und nahm seine Sachen die sie ausger├Ąumt hatte, um sie vorerst auf die Kommode zu legen. Er w├╝rde sp├Ąter umsortieren. Doch zuerst hatten andere Dinge Vorrang.
Ich hoffe, du bist soweit mit deinen neuen Sachen gl├╝cklich und kannst damit viel Freude haben. Kann ich dir mit noch etwas anderem zu Diensten sein?
Zwar bereute er innerlich schon die Frage, aber er lie├č sie dennoch in dem Buch stehen. Doch da fiel ihm noch etwas ein, worum er sie bat.
Du wolltest doch deine Familie wissen lassen, dass es dir gut geht, oder? W├╝rdest du bitte einen Brief schreiben, in dem du alles niederschreibst was du ihnen sagen willst?
Er w├╝rde nat├╝rlich zuvor den Brief pr├╝fen und absegnen, schlie├člich konnte er kein Risiko eingehen dass sie etwas schrieb, was ihn verraten k├Ânnte.

Emilia

Tats├Ąchlich hatte Emilia keine Ahnung, was er ihr damit sagen wollte. Doch offensichtlich handelte es sich um etwas Wichtiges und dass sie nicht Bescheid wusste, musste ihm seltsam vorkommen.
Deshalb versicherte sie ihm: Ohm doch, klar weiss ich, was mit Sex gemeint ist. Dann bin ich ja froh, dass du gesund bist. Sonst k├Ânnten wir unseren Einkaufsbummel kaum wiederholen.
Morgen w├╝rde sie zu Mirabella gehen, und sich ├╝ber ihre Worte aufkl├Ąren lassen. Irgendetwas Essentielles musste ihr bis jetzt entgangen seinÔÇŽ

Ansonsten hatte sie keine W├╝nsche, obwohl: Ich w├╝rde mir gern das Kissen ausleihen, bis ich ein eigenes habe.
Den Brief f├╝r ihre Familie hatte sie schnell verfasst:
Mein lieber Onkel, meine Liebe Tante, Liebster Wilfried
Ich m├Âchte Euch auf diesem Wege mitteilen, dass es mir gut geht und Ihr Euch nicht um mich sorgen m├╝sst. Da ich noch viel zu lernen habe um meinem Verlobten eine gute Ehefrau zu sein, beschloss ich, mich an einem geeigneten Ort ausbilden zu lassenÔÇŽ


Dann schnappte sie sich das Kissen, legte es unter ihren angestammten Platz unter der Staffelei und blickte fragend zu Valerius hin├╝ber, bevor sie sich verwandelte, ihre Kleider als B├╝ndel auf dem Boden zur├╝ckblieben und sie sich auf dem Kissen einkringelte.

Dimicus

Ihre Worte schienen wirklich nur diffus bez├╝glich diesen Themas zu sein, offensichtlich hatte sie keinerlei Ahnung was dies betraf. Dies nahm er auch weiter so hin und wollte nicht wirklich daf├╝r verantwortlich sein, dass er sie dar├╝ber aufkl├Ąren sollte.
Zu ihrer Frage, ob sie von ihm ein Kissen haben k├Ânnte, nickte er nur und duldetet es, wie sie es platzierte. Er dachte sich nur, dass sie es sich wesentlich komplizierter machte, als es eigentlich n├Âtig war, doch blieb es ihre Entscheidung.
Im n├Ąchsten Moment hatte er auch ihren Brief und als er diesen gegenlas, verwandelte sie sich und nahm auf ihrem angestammten Platz ihre Position ein, um sich schlafen zu legen.

Einige Moment sp├Ąter, in denen sie scheinbar in den Schlaf gefunden hatte, legte sich ein L├Ącheln auf seine Lippen, als er den Brief mit Wachs versiegelte und sich einstecke. Darauf griff er unter das Bett und holte eine Kiste zum Vorschein, die vielleicht einen halben Meter breit war. Voll ausger├╝stet und mit dieser Geste, verschwand er zur T├╝r hinaus. Die Zeit war gekommen und abermals stellte die Nacht seine B├╝hne dar, deren Vorhang sich bereits hob. Nur um seinem Genie Platz zu schaffen...
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