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 Betreff des Beitrags: Re: Komm, süsser Tod
BeitragVerfasst: So 18. Jun 2017, 20:46 
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Das Kaisho Abkommen (1)
Eine Stunde später suhlte Emilia sich noch immer entspannt in der Wanne und fühlte sich dabei wie eine Prinzessin. Wie herrlich doch ein einfaches Bad sein konnte!
Zuerst hatte sie sich beinahe wundgescheuert mit dem rauen Schwamm, bis ihre Haut rot glühte wie ein Flusskrebs. Erst dann konnte sie zur Ruhe kommen.
Nachdenklich spielte sie an einer ihrer langen Locken herum, welche einmal wieder etwas zurechtgestutzt werden sollten.
Nun war sie also definitiv von zu Hause fort. Nein, es war nicht mehr ihr zu Hause. Sie hatte keines mehr.
Einen Moment drohte Panik sie zu überwältigen.
Wie sollte sie denn jetzt zurechtkommen? Sie hatte nie ein Handwerk erlernt.
Ein ganz anderer Gedanke unterbrach ihre Grübeleien… das Badewasser sollte ausgewechselt werden, es schmeckt etwas faulig…
Emilia erstarrte und bemerkte plötzlich, dass sie aufgehört hatte mit ihren Haaren zu spielen. Stattdessen hatte sie begonnen ihren Arm entlang zu lecken. Verblüfft hielt sie den Arm von sich weg, doch das Gefühl von Absurdität auf Grund ihres Verhaltens wollte nicht aufkommen. So zuckte sie schliesslich bloss mit den Schultern und setzte ihr Tun fort, bis sie sich sauber fühlte…

Als sie danach jedoch wieder in die schmutzigen Kleider schlüpfen sollte, schüttelte sie sich energisch bei dem Gedanken. Doch in ihrem Eifer, den ganzen Schmutz loszuwerden, hatte sie vergessen Ersatzkleidung mitzunehmen, beziehungsweise wäre diese ja genauso verschmutzt gewesen wie ihre bisherige.
Schliesslich schnappte sie sich einen Eimer, etwas Seife und ihre ganzen Klamotten und veranstaltete eine eingehende Handwäsche, bis das Ergebnis zwar klatschnass war, aber immerhin nach Lavendel duftete.
Es waren fast zwei Stunden vergangen, bis Emilia die Kleidung ausgewunden und geschickt zu einem Bündel geschnürt hatte. Inzwischen war sie eine richtige Spezialistin darin geworden!
Einen Moment zögerte sie, dann kniete sie sich auf den Boden und begann ihre Verwandlung zur Raubkatze.

Die Rückreise ins Zimmer gestaltet sich für die Gestaltwandlerin wie ein Abenteuer. Es machte ihr richtig Spass, hinter Ecken geduckt zu verharren, während Männer an ihr vorbeigingen oder sich wie auf der Jagd durch die Gänge zu bewegen ohne dabei entdeckt zu werden. Das Bündel in ihrem Maul nervte zwar, doch irgendwo in ihr drin erklärte ihr die Vernunft, dass sie es nicht einfach liegenlassen sollte. Und die Katze nickte schliesslich zustimmend und meinte es gehöre zur Mission, die Beute heil ins Versteck zu bringen!

Es war schliesslich ein Leichtes, die Türklinke mit der riesigen Pranke nach unten zu drücken, wobei sich die junge Frau jedoch etwas verschätzte mit ihrer Kraft, die Tür unter dem Druck ruckartig aufging und laut gegen die Wand knallte, während die Löwin etwas perplex im Rahmen stehen blieb völlig unbeeindruckt von dem Lärm, den sie selbst ja nicht vernommen hatte.
Dimicus war aufgesprungen und in einer Art Verteidigungshaltung zu stehen gekommen. Sein Verhalten hätte Emilia beinahe dazu animiert einen Satz nach vorne zu machen und ihn zu Boden zu reissen, um mit ihm ein Ringen zu veranstalten, doch wieder meldete sich die Vernunft, weswegen sie schliesslich hoheitsvoll zur Tür reintapste und sich neben dem Bett hinsetzte, während Dimicus rasch und leise den Eingang hinter der Löwin verschloss.
Das Kleiderbündel liess sie mit einem Pflatschen zu Boden gleiten, wo sich sogleich eine Pfütze zu bilden begann.
Der junge Mann hatte ein warmherziges Lächeln im Gesicht und Emilia konnte nicht anders, als zu ihm hinzugehen und ihn einmal auffordernd anzustossen, was auch sogleich belohnt wurde. Seine Hand streichelte ohne zu Zögern über ihren mächtigen Schädel und ihre Flanke entlang, bis die Löwin sich schliesslich wieder mit majestätischem Blick von ihm abwandte und sich dabei nicht anmerken liess, wie sehr sie die Geste genoss.

Sie beachtete den Dieb nicht weiter und begann unverblümt ihre Rückwandlung. Es fühlte sich unangenehm und schmerzhaft an und sie seufzte erleichtert, als sie in ihrer menschlichen Gestalt am Boden kniete. Irgendwie schien es ihr einfacher, sich in ein Tier zu wandeln, nachdem sie einige Tage durchgehend auf diese Weise verbracht hatte.
Als sie bemerkte, wie Dimicus Blick kurz über ihren Körper huschte, wurde sie sich ihrer Nacktheit bewusst und deutete fragend auf sein Hemd.
Kurz darauf konnte sie sich eines seiner frischen Obergewänder überstreifen, das ihren Intimbereich und den Hintern züchtig verdeckte.

Sie nickte ihm dankend zu und zupfte ihre Haare etwas zurecht, dann fiel ihr Blick auf die Kommode, wo Dimicus ihr von dem Abendessen etwas übriggelassen hatte. Gierig atmete sie den Geruch ein und sofort lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Während ihr Begleiter sich am einen Ende des Bettes niederliess und etwas ins Notizbuch zu kritzeln begann, angelte Emilia sich den Brotkorb samt Wurst und Käse.
Beim Geruch von letzterem verzog sie ihr Näschen und schob es unauffällig an den äusseren Rand, bevor sie sich an der Wurst bediente und sie genüsslich zwischen ihren Zähnen zerkaute.
Auch das Brot schmeckte sehr gut und schien ganz frisch gebacken zu sein.
Emilia fühlte sich wie ausgehungert und ihre ganze Aufmerksamkeit galt dem Essen – bis eine Fliege auf ihrem Knie landete.

Sie hielt inne und starrte gebannt auf das schwarze Insekt, das dort wie ein Klecks auf ihrer hellen Haut hockte.
Im nächsten Moment hob die Fliege ab und flog surrend im Raum herum, verfolgt von den grünen Augen Emilias. Jede Bewegung verfolgte sie mit und wenn man das Mädchen genauer betrachtete, konnte man die merkliche Veränderung ihrer Pupillen bemerken.
Das Insekt drehte weiter seine Runden im Raum, doch dann begann es einen fatalen Fehler.
Aus dem Nichts schoss Emilias leere Hand vor und klaubte die Fliege wie einen Apfel aus der Luft.
Sie konnte das aufgeregte Flattern der Flügel in ihrer Faust spüren und wie der kleine Körper immer wieder gegen ihre geschlossene Faust stiess, die gerade genug Platz dafür liess in dem kleinen Hohlraum.

Ein Grinsen schlich sich auf das Gesicht der Gestaltwandlerin, als sie die Hand öffnete, und das völlig irritierte Insekt entliess – nur um es im nächsten Moment wieder einzufangen und blitzschnell in ihren Mund zu schieben.
Im selben Moment, als sie die Bewegung in ihrem Rachen wahrnahm, übernahm ein anderer Teil von ihr die Kontrolle. Die junge Frau begann es zu würgen und ekelerregt spuckte sie die leblose Fliege mit weit aufgerissenen Augen vor sich auf den Boden, bevor sie zum Wasserkrug stürzte und ihn in einem Zug hinunterleerte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Komm, süsser Tod
BeitragVerfasst: Mo 19. Jun 2017, 18:50 
Volkslegende
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Volk: Almane
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Die Freien Völker (1) Schlüsselloch (1)
Die junge Frau hatte nicht viel mehr gesagt, als sich zu erheben, ihn anzublicken und schließlich mitsamt ihrer schmutzigen Kleidung am Leib den Raum zu verlassen. Offensichtlich wollte sie sich zuerst baden und säubern, bevor sie auch nur ansatzweise daran dachte, etwas zu essen. Dimicus konnte es verstehen, sein eigener Körper war ebenfalls verschwitzt. Noch stank er nicht, doch es war nur eine Frage der Zeit, wenn er sich nicht in das Wasser begeben konnte. Sein ganzer Körper schrie danach, auch endlich wieder sauber zu werden. Doch das musste warten.

Dafür bekam sein Magen die benötigte Zuneigung, nach der dieser schrie. Sein Hunger war enorm, im Gefängnis gab es kein Essen und zudem hatte er den Großteil des Tages bewusstlos zugebracht. Kein Wunder also. So kam es ihm auch recht, dass die von Shazeem organisierte Auswahl mehr als üppig ausfiel und sein Blick huschte über jeder der einzelnen Möglichkeiten. Brot, mit Wurst und Käse, dazu ein Glas Wasser. Ach, was sollte der Geiz? Schon bald fand sich mehr als die Hälfte des dargebrachten Abendbrotes auf seinem Teller.

Dimicus machte es sich auf dem Bett gemütlich, sein Anspannungen fielen ab, als jeder seiner Muskel endlich wieder entspannen konnte. Nach solch einer langen Zeit fühlte er sich wieder heimisch und wusste etwas mit seiner Umgebung anzufangen. Just in diesem Moment fiel ihm aber auch etwas auf. Etwas unangenehmes drückte ihm am Po, als er aufstand, fand Dimicus Emilias Lederband noch auf dem Bett liegen. Vermutlich hatte sie es vergessen. Mit einem Schulterzucken brachte er es auf die Kommode und legte es neben den Rest des Essens. Kaum dann wieder am Bett angekommen, ging er in die selbe entspannte Haltung und verspeiste sein Mahl genüsslich. Die Ruhe hatte ihm gefehlt.

So verging auch die Zeit, in der Emilia mit dem Bad verbrachte und Dimicus sein Abendbrot gegessen hatte. Doch war er früher fertig, als seine Begleiterin wieder zurück vom Bad kam. Was sie so lang trieb? Zuerst überlegte Dimicus nach ihr zu sehen, doch war er sich sicher, dass Emilia durchaus auf sich aufpassen konnte. Nicht umsonst hatte sie so lang unter der Knute ihrer Familie überleben können. Somit beschloss er, sich einmal wieder seiner einfachen Kunst zu widmen. Das Notizbuch und den Kohlestift zur Hand genommen, seinen Körper der Länge nach zur Ruhe auf das Bett gelegt, fanden Formen, Linien und Schattierungen ihren Weg auf das Papier. Nach einiger Zeit schaute eine Löwin, thronend auf einer Klippe, den Betrachter des Bildes neugierig an. Sie wirkte erhaben, thronte über den Betrachter, gleichzeitig war sie ihm aber auch nicht feindlich gesinnt. Dimicus seufzte. Trotz seiner Unsicherheit stand eines fest. Er hatte verstanden, dass Emilia es ihm angetan hatte. Es gab keine andere Erklärung. Seine Sinne getrübt durch Zuneigung. Doch war es so schlecht?

Gerade als Dimicus an das Geschöpf dachte, dass diese Gefühle in ihm auslöste, schlug die Tür auf. Mit einem lauten Knall schlug sie an die Wand und das Erste was Dimicus tat, war aufzuspringen, seinen am Gürtel befindlichen Dolch zu greifen und welchen Angreifer auch immer entgegenzutreten. Doch staunte er nicht schlecht, wer dort plötzlich in der Tür Stand. Mit hoch erhobenen Kopf und einem majestätischen Blick schritt eine Löwin in den Raum hinein, im Maul ein Kleiderbündel. Ein nasses Kleiderbündel, dass kaum fallen gelassen den Raum mit einem nässenden Geruch von Stoff erfüllte.

Auf den Moment des Schreckens hin, musste Dimicus erst einmal durchatmen. Stark geschwächt gab er ein leichtes Ziel ab. Dass Emilia ihn dabei so erschrak, tat der Sache nichts Gutes bei. Noch während er den Dolch wieder an den Gürtel packte, schritt er eilig zur Tür und schloss sie. Sein Herzklopfen beruhigte sich wieder, er blickte auf die Löwin. Unweigerlich kam ihm darauf ein kurzes Lachen. „Ach, Emilia.“, flüsterte er leise vor sich hin. Sein Lachen wandelte sich schnell in Lächeln. Ohne dass er groß Kontrolle darüber hatte, strahlte er Wärme und Zuneigung aus. Am liebsten hätte er sich ihr einfach genähert, sie berührt und ihr die Wärme seine Lächelns über die Hand übertragen. Allerdings kam sie ihm einfach zuvor! Überrascht und doch zufrieden zugleich, fuhren seine Finger durch das weiche Fell der Löwin. Dimicus konnte einfach nicht anders, als sie zu verwöhnen. Ihm war die gesamte Zeit bewusst, dass dort auch ein Mensch vor ihm stand. Dennoch begehrte nichts in ihm auf. Seine Fingerspitzen strichen fest, aber dennoch äußerst zärtlich über den Kopf. Ihr Ohr zuckte etwas, als er es berührte, was ihm nur noch größere Lächeln entlockte. Über die Flanke schloss er seine Massage für die Löwin schließlich ab. Länger hätte er vermutlich nicht die Möglichkeit gehabt. Wie eine Katze wandte sie sich plötzlich einfach ab. Sie war wahrlich einzigartig. Nicht perfektionierte besser ein Bild, als eine unvergleichliche Eigenheit.

Doch etwas geschah völlig außerhalb der Gewohnheit Dimicus'. Ohne angefaucht zu werden oder mit einem vorwurfsvollen Blick, verwandelte sich Emilia einfach wieder in ihre menschliche Gestalt. Neugier und Interesse wurden in Dimicus geweckt, als er diese Fähigkeit zum ersten Mal bei Emilia beobachten konnte. Das Fell zog sich wieder zurück, ihre Haare sprossen aus ihrem Haupt und ihre Anatomie glich sich immer mehr mit der eines Menschen an. Dieser Prozess – er war atemberaubend. Nicht, dass Dimicus um diesen neidisch gewesen wäre, so ließ das Knacken der Knochen und Formen des Fleisches Schmerzen vermuten. Schließlich aber saß dort wieder Emilia, die junge Frau, wie er sie kennengelernt hatte.

Vollkommen unerwartet erhob sie sich und präsentierte sich Dimicus, vermutlich unbewusst. Beinahe aus Reflex drehte sich der junge Mann weg von, sein Blick wich ihrem Körper aus. Der Respekt den er vor ihr hatte, wollte ihm sagen, dass er nicht schauen sollte. Doch etwas anderes regte sich in ihm. Dies war das Wesen welches er – liebte. Nein. Mochte? Liebte? Er schüttelte kaum merklich den Kopf.

Dem Respekt zum Trotz, wagte er dennoch einen Blick auf ihren wohlgeformten Körper. Es hatte ihn nie gekümmert. Nacktheit hatte ihn nie berührt. Doch bei Emilia. Es war anders. Ein Kribbeln erfüllte seinen Bauch und die Brust. Einer seine Hände ballte sich zu Fäusten, versuchten ihn zu beruhigen. Etwas zog Dimicus zu ihr. Doch widerstand er.

Schließlich aber zeigte Emilia auf das Hemd an seinem Leib. Wärme brannte in seinen Wangen. Dimicus fühlte sich ertappt. Sofort kam er aber ihren Wunsch nach und reichte ihr eines seiner Hemden aus der Kommode. Emilia streifte sich dieses über und es reichte, um das Nötigste zu verdecken. Mit einem kecken und entschuldigenden Lächeln zugleich, deutete er eine Verbeugung an.

Während Emilia schließlich zum Essen tigerte und sich ihrem Hunger widmete, schnappte sich Dimicus das Notizbuch. Auf der linken Seite zeichnete sich noch seine Zeichnung ab, die er einige Momente zuvor noch angefertigt hatte. Dimicus setzte sich auf das Bett, Emilia gesellte sich zu ihm und aß. Ziellos wanderte sein Blick durch den Raum, überlegend was er schreiben sollte.

Eine Augenblicke später, fand er schließlich seine Worte: „Wir hatten bis jetzt nicht richtig Zeit, miteinander zu sprechen.“ Sein Blick ruhte kurz auf Emilia. „Es erfreut mich sehr, dass du mit Shazeem gegangen bist. Zugegeben, ich hatte ihm aufgetragen, dich in Sicherheit zu bringen.“ Dimicus grinste kurz und zuckte mit den Schultern. „Er brachte dich zu mir.“

Eine schnelle Bewegung aus dem Augenwinkel riss Dimicus aus den Gedanken. Emilia saß dort mit ausgestreckter Faust. Dimicus wusste gar nicht, was das bedeuten sollte, doch als sie ihre Hand öffnete, flog eine Fliege heraus. Mehrmals musste er blinzeln. Da kam tatsächlich eine Fliege heraus. Mit einem undeutlichen Kopfschütteln widmete er sich wieder seinen Worten. „Ich hoffe, dass du dich hier wohlfühlst.“ Eine weitere schnelle Bewegung aus dem Augenwinkel.

Und darauf ein jämmerliches Husten und Würgen von seiner Seite. Erschrocken blickte Dimicus auf, als er bloß noch die tote Fliege aus dem Mund Emilias fallen ließ. Die Löwin sprang nur noch auf und eilte zum Wasserkrug, den sie gierig einfach trank. Nein, sie trank nicht. Sie soff den gesamten Krug leer. Schwer keuchen stand sie schließlich da. Dimicus wusste gar nicht, was geschehen war. Doch die tote Fliege im Mund? Hatte sie etwa … ?

Das Notizbuch beiseite legend, erhob sich auch Dimicus und schritt an Emilia heran. Sanft legte er seine Rechte auf ihre Schulter und trat vor sie. „Ist alles in Ordnung?“, fragte er, erhaschte dabei einen Blick in ihre Augen. Es war normal, bis auf … „Warte einmal kurz.“, murmelte er vor sich her, mehr an sich gerichtet. Sanft fasste er an Emilias Wange und drehte ihr Kopf in Richtung der Kerzenflammen des Raumes. Ihre sonst runden Pupillen verengten sich augenblicklich. Doch nicht zu einem kleineren Kreis, sondern zu einem horizontalen Strich. „Das ist interessant.“, murmelte er.

Um seine Gedanken zu bestätigen, strich er ihre Haare beiseite. Wenn er es recht in Erinnerung hatte, waren ihre Ohren spitze, sie aber keine Alb. Ihre Haare gaben dann auch diesen Anblick frei. Spitze Ohren. Sanft ließ er von ihre Kopf ab, griff aber ihre Hand zog Emilia hinter sich her. Sie wirkte so, als ob sie die Welt nicht mehr verstand.

Gemeinsam setzten sie sich wieder auf das Bett, Dimicus nahm das Notizbuch in die Hand und schrieb mit Abstand zu seinen vorherigen Worten: „Ich habe darüber gelesen. Dass du Gestaltwandlerin bist, ist ja mehr als deutlich. Doch Gestaltwandler haben auch einen Fluch auf sich lasten. Deine spitzen Ohren und deine Augen – du hast Züge deiner Katze angenommen.“

Ihr Blick blieb vollkommen perplex, gar ungläubig. Gar zog sich einer ihrer Augenbrauen nach oben. Dimicus seufzte. „Warte.“, sagte er trocken, erhob sich und eilte hinaus. Schnell den Wirt des Gasthauses nach einem Spiegel gefragt, einen etwas trüben aber dennoch brauchbaren Handspiegel organsiert und schließlich wieder ins Zimmer zurückgekehrt, saß Dimicus wieder neben ihr. „Schau genau hin.“ Mit einer Kerze als Hilfsmittel demonstrierte Dimicus Emilia, wie sich ihre Pupillen zusammenzogen und zu dünnen Strichen in ihren Augen wurde, wenn sie mehr Licht ausgesetzt waren.

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You gotta wonder though, what kind of bastard must I have been.....that nobody was there to claim me? I mean, I'm no, I'm not the most charming guy on the world so I've been told, but nobody?
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