Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Komm, sĂŒsser Tod

Ehveros war das wohlhabendste Großherzogtum, hat aber im Krieg gegen das Chaos viele Truppen verloren. Ricarda von Ehveros versucht, ihren intriganten Vater auf dem Thron abzulösen. Die Friedensverhandlungen der am Krieg beteiligten Parteien finden momentan hier statt.
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#101

Beitrag von Dimicus » So 10. Dez 2017, 15:54

Der kalte Stein des Waschraumes kĂŒhlte Dimicus Körper auf eine unangenehme Art und Weise herunter. Dennoch verharrte er an Ort und Stelle. Seinen Hinterkopf hatte er gegen die Wand gelehnt, wĂ€hrend er sich im Schneidersitz auf den Boden gesetzt hatte. Viele Gedanken durchströmten seinen Kopf, die Meisten davon richteten sich gegen ihn selbst. Wie hatte er das auch nur zu verantworten?

Genau erklĂ€ren konnte er es nicht. Diese Traumwelt schien surreal und völlig belanglos. Vielleicht ist er deshalb unvorsichtig geworden? Sonst war er immer planend und wĂ€gte jeder seiner Handlungen genaustens ab. Doch dieses Mal, in diesem Traum, hatte er einfach drauf losgeplappert und sich nicht um die Folgen geschert. Letztendlich hatte er nicht erwartet, dass dieses Spektakel, diese entfernte Welt eine Bedeutung fĂŒr seine reale Existenz haben wĂŒrde. Dieser Traum, er konnte es sich nicht erklĂ€ren.

Dann auch noch Emilia. Dimicus zog sie mit in Dinge hinein, in denen ihre unschuldigen Samtpfoten nichts zu suchen hatten. Im Gegenteil. Um das Versprechen ihr gegenĂŒber zu halten, hĂ€tte er es niemals so weit kommen lassen dĂŒrfen. Doch nun war es zu spĂ€t und der Schaden angerichtet. Wie sollte er ein Genie sein, wenn er nicht einmal im Stande war, sich solcher Situationen bewusst und Herr zu werden? Vielleicht war die Kunst das Einzige was er beherrschte und jemanden zu lieben war fĂŒr ihn gar nicht vorgesehen – auch wenn es in seiner Natur zu existieren schien.

Verzweifelt suchte Dimicus im nĂ€chsten Moment einen Grund, weiter zu machen. Emilia bei sich zu behalten war anscheinend die Methode, mit der er ihr mehr Schaden zufĂŒgte als alles Andere. Gab es ĂŒberhaupt einen Grund? Alle Dinge sprachen dagegen. Sie hatte etwas Besseres verdient – jemand Besseren.

Plötzlich wurde Dimicus aber aus seinen Gedanken gerissen, als er zwei kleine Pfoten auf seinem Bein spĂŒrte. Er blickte hinab und direkt in die smaragdgrĂŒnen Augen einer wohlbekannten Tigerkatzen. Beinahe augenblicklich stahl sich ein LĂ€cheln auf seine Lippen, als Emilia ihn beschnupperte und dabei ihre Schnurrhaare an seinem Kinn tanzen ließ. Das kitzelte! Freche Katze!

In diesem Augenblick wurde die Frage nach dem Grund beantwortet. Es musste keine Fertigkeit oder Können dahinter stehen, um jemanden in seiner NĂ€he zu halten. Denn diese NĂ€he war das Einzige, was sich ĂŒber alles erheben und zeigen konnte, dass es wirklich wert war zu kĂ€mpfen.

Behutsam nahm Dimicus seine HĂ€nde beiseite, als sich Gestaltwandlerin auf seinen Schoß begab und eine angenehme zum Liegen suchte. Sie drehte sich und legte sich schließlich nieder, wobei sanfte Vibrationen durch ihren Körper fuhren. Sie schnurrte! Sanft nahm Dimicus seine HĂ€nde zurĂŒck und legte sie auf den warmen Körper der Katze. Wohltuend streichelte er ĂŒber ihr Fell und kraulte sie am Kopf, damit sie auch etwas von der Medizin bekommen konnte, welche sie Dimicus gerade zu verabreichen schien.

„Egal in welcher Gestalt, du bist immer wunderschön kleine Katze“, flĂŒsterte er, auch wenn er wusste, dass sie ihn nicht hören konnte. „Ich sollte dich niemals mehr zu malen versuchen, dich könnte ich unter keinen UmstĂ€nden auf eine Leinwand bannen. Dies entzieht sich mir in jeder Hinsicht.“

Einige Minuten vergingen, in denen Dimicus die Tigerkatze verwöhnte und selbst in diesem Moment schwelgte. Er sollte keinen Gram hegen, sondern sich auf die Herausforderungen konzentrieren, die jetzt vor ihnen lagen. Das war das Einzige, was wirklich richtig war.

AllmĂ€hlich wurde der Boden dich zu kalt fĂŒr Dimicus, der zu frieren begann. Mit einem Zucken ruckelte er die dösende Emilia wach und als sie nach oben schaute, entgegnete er ihr mit einem LĂ€cheln. „Wir sollten schlafen. Richtig schlafen“, erklĂ€rte er und umschloss die Katze mit beiden Armen behutsam. Darauf erhob er sich mit ihr auf den Armen und trug sie mit sich zurĂŒck ins Zimmer. Zwei MĂ€nner kamen ihnen entgegen, schauten komisch, ließen sie aber vorbeiziehen.

Im Zimmer angekommen, schloss Dimicus die TĂŒr hinter ihnen und setzte Emilia auf dem Bett ab. Dann ĂŒberkam es ihn einfach und ohne groß zu ĂŒberlegen, gab er der Katze einen zĂ€rtlichen Kuss auf den Kopf. Mit einem LĂ€cheln streichelte er ihr noch einmal zwischen den Ohren entlang, rĂ€umte den Plunder vom Bett und stieg dann selbst hinein. Kaum war sein Unterkörper unter der Decke verschwunden, forderte der Tag und alle vorangegangenen Ereignissen ihren Tribut. Der Schlaf ĂŒberkam Dimicus und beförderte ihn in die Weiten seines Unterbewusstseins.
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#102

Beitrag von Emilia » Di 12. Dez 2017, 07:37

Bis zu diesem Moment hatte Emilia ihre eigene Erschöpfung völlig vergessen. Doch nun, da sie endlich zur Ruhe kommen konnte, machten die Strapazen sich bemerkbar. Obwohl sie nach dem wohltuenden Bad wieder sauber war und das Abendessen ihren Hunger gestillt hatte, war sie doch die gesamte Zeit unter Anspannung gestanden. Zuerst hatte sie verarbeiten mĂŒssen, dass Dimicus gestorben und wieder auferstanden war, dass sie ihrem zu Hause und ihrer nĂ€chsten Familie den RĂŒcken gekehrt hatte. Dann die Erkenntnis, dass sie zu einem eigenen Volk gehörte und noch andere Gestaltwandler im Verborgenen lebten. Und schliesslich die Begegnung mit Rakshor, dem Gott des Krieges. Sein Fluch, der die Beziehung zwischen Dimicus und ihr zu einer Herausforderung machte und den es zu bekĂ€mpfen galt. Sie fĂŒhlte sich wie gerĂ€dert und umso angenehmer waren die Streicheleinheiten, welche die Sorgen von ihr abzustreifen schienen und stattdessen einer entspannenden MĂŒdigkeit Platz machten.
So war sie eingedöst, und als Dimicus sie vorsichtig hochhob und mit ihr auf dem Arm ins Zimmer zurĂŒckkehrte, gab sie bloss ein langgezogenes GĂ€hnen von sich.

Der Abend war schon lange in die Nacht ĂŒbergegangen, als der junge Mann die Katze auf dem Bett absetzte. Sie wollte sich gerade einmal richtig durchstrecken, doch bevor sie dazu kam, wurde Emilia von einem liebevollen Kuss auf ihr Haupt ĂŒberrascht. Obwohl völlig unerwartet, war es doch ein angenehmes GefĂŒhl. Von höflichen HandkĂŒssen einmal abgesehen, war sie noch von keinem anderen Mann als von ihrem Vater auf die Stirn gekĂŒsst worden. Trotzdem war sie froh um ihr Fell, denn sonst hĂ€tte ihr GegenĂŒber unweigerlich die Röte in ihren Wangen bemerkt.
Kurz darauf hatte er sich ohne ein weiteres Wort unter die Bettdecke begeben. Auch ihn schienen die Anstrengungen der letzten Tage zu ĂŒbermannen und innert kurzer Zeit war er eingeschlafen. Emilia erkannte dies an seinen ruhigen AtemzĂŒgen, welche seinen Brustkorb regelmĂ€ssig hoben und senkten. So kringelte sie sich schliesslich ebenfalls an Ort und Stelle ein. Erholsam und ruhig war ihr Schlaf hingegen keinesfalls


Unruhig zuckte der kleine Katzenkörper, als ihr Rakshors Fratze erschien.
„Möget ihr spĂŒren, wie es sich anfĂŒhlt, den Krieg selbst im Herzen toben zu haben», durchdrangen die Worte ihren Traum und sie erschauerte.
Im nĂ€chsten Moment befand sie sich mitten im Wald. Obwohl nur BĂ€ume sie umgaben, wusste die Löwin instinktiv, dass sie nicht allein war. Sein Geruch war unverkennbar und entfachte ein GefĂŒhl in ihr, welches sie so intensiv noch nie erlebt hatte. Hunger. Ein Hunger, der ihr jeden weiteren Gedanken raubte und ihre Sinne zu Höchstleistungen anspornte. Die Jagd konnte beginnen.
Als Emilia erwachte, hatte sie die Krallen in die Bettdecke geschlagen und ihr Puls raste. Die ganze Nacht ĂŒber hatte sie Dimicus durch den Wald verfolgt. Aber jedes Mal, wenn sie ihn beinahe erreicht hatte, war er ihr doch noch entkommen.

Erschrocken registrierte sie den innerlichen Frust, der nur langsam abklingen wollte.
Schliesslich sprang sie vom Bett und begann sich zu verwandeln.
Ihr Körper schmerzte, als wÀre sie gerade lange Zeit gerannt.
In menschlicher Gestalt fĂŒhlte sie sich sogleich wieder etwas besser. Ihre Kleidung war trocken und so zog sie sich an. Sie genoss das angenehme GefĂŒhl der weichen Hose an ihren Beinen, ein Geschenk von Dimicus. Mit einem LĂ€cheln erinnerte sie sich an den Einkaufsbummel, den er damals hatte ĂŒber sich ergehen lassen mĂŒssen.
Dabei fiel ihr Blick auf die Kommode, wo die Überreste des gestrigen Vorfalls lagen. Ihre Finger glitten ĂŒber das Glas, das so unschuldig schön aussah. Schliesslich griff sie sich eines der StĂŒcke und steckte es in eine ihrer Taschen. Wer konnte schon wissen, ob sie es irgendwann gebrauchen könnte?
Dann zog sie ihre ledernen Stiefel an und verliess das Zimmer, um den Waschraum aufzusuchen.
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#103

Beitrag von Schrulla die Zwiebelhex » Di 12. Dez 2017, 07:39

Noch bevor die TĂŒr hinter ihr ins Schloss fiel, kullerte eine Spinne durch den Spalt. Ihre giftgrĂŒnen Augen blickten sich neugierig um und suchten einen geeigneten Platz, um auf mögliche Beute zu lauern. Dann wuselte sie jedoch plötzlich abrupt unter das nahe Bett, gerade noch rechtzeitig, bevor die TĂŒre schwungvoll geöffnet wurde und eine gebĂŒckte Gestalt im TĂŒrrahmen erschien.
«Hach, hier ist es ja noch Nacht in diesm muffign Loch, was sich Schlafkammer nennt! Und da soll jemand sich erholn können? Das ist doch nicht passabl! Aber auf mich hört hier ja keiner. Lausig, lausig!», krÀchzte die Stimme und durchdrang die angenehme Stille.
«Aber gut, man muss wohl nehmn, was man bekommt. Immerhin werd ich gut bezahlt », brummte sie, zuckelte dann durchs Zimmer, ruckte GegenstĂ€nde zurecht und rĂ€umte herumliegende KleidungsstĂŒcke auf den Stuhl.
Ihren Patienten hatte sie noch keines Blickes gewĂŒrdigt, denn erst einmal wollte sie die RĂ€umlichkeiten ihren BedĂŒrfnissen anpassen.
«Aaah, du hast dich schon hÀuslich hier eingerichtet, mein kleines Zwieblspinnchen», gurrte sie der neugierigen Spinne unterm Bett zu.
«Ich werd noch einige von deinen Artgenossn hier einschleusen. Eure AusdĂŒnstungen sind gut gegn jedes Wehwehchn und im Suppentopf macht ihr euch auch ganz grossartig!»
Erst dann widmete sie sich Dimicus, der inzwischen ziemlich wach aussah.
«Ich werd dich gleich Mal untersuchn. Zieh dich am bestn aus, damit ich auch nix ĂŒberseh. Nur keine Scheu, ich hab schon viele Mannsbilder aus der NĂ€he gesehn», befahl sie ihm mit einem schiefen Grinsen.
«Nur damit dus weisst, ich bin auf Anordnung von deinem Freund hier. Er bezahlt mich dafĂŒr, dass du rasch gesund wirst und dich erholst. Und jetzt husch husch, ich hab net den ganzn Tag Zeit!»
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#104

Beitrag von Dimicus » Di 12. Dez 2017, 22:16

TatsĂ€chlich war der Schlaf Dimicus' traumlos und weder hĂ€ssliche Fratzen noch FlĂŒche durchtrennten die Ruhe seines Schlafes. Jedoch machte sich ein seltsames GefĂŒhl in ihm breit, doch es war nicht negativ. Im Gegenteil. Er spĂŒrte die WĂ€rme und Aura eines geliebten Wesens nahe bei sich, was wohl jede Möglichkeit fĂŒr einen Albtraum durchkreuzte. FĂŒr Dimicus war es eine Nacht seit langem, die er wieder in einem richtigen Bett verbringen durfte. Die Pritschen im GefĂ€ngnis waren wahrlich keine angenehme Angelegenheit gewesen. Vermutlich tat dies sein Übriges.

Seine Ruhe wurde jedoch jĂ€h gestört, als ein lauter Knall das kleine Zimmer durchzuckte und Dimicus aus dem Schlaf riss. Instinktiv griff er zu einem Dolch in seiner NĂ€he, doch die krĂ€chzende Stimme die mit einem ekelerregenden Zwiebelgeruch in den Raum schwappte, ließ Dimicus die Waffe schnell wieder senken. Mit MĂŒhe rieb er sich den Schlaf aus den Augen und blickte der eintretenden Frau entgegen.

Sie wirkte wie eine seltsame Mischung aus einem Tiefling – von welchen Dimicus nur gelesen hatte – und einem Menschen. Ein faszinierender und zugleich ungewohnter Anblick in den hauptsĂ€chlich von Menschen besuchten Straßen Drakensteins. Doch sie machte gar keinen Hehl daraus, sondern marschierte einfach kreuz und quer durch das kleine Zimmer. Dabei warf sie mit Worten um sich und gab Befehle. Umso lĂ€nger sie sich im Raum aufhielt, desto krĂ€ftiger wurde der Gestank nach Zwiebeln. Dimicus' Augen trĂ€nten bereits etwas, als ob er gerade eine Zwiebel schĂ€len wĂŒrde.

Dimicus wusste gar nicht, wie ihm geschah, als sie sich vor dem Bett aufbaute und das Ablegen seiner Kleider forderte. Er hasste es, wenn er geweckt wurde. Und sich sogleich mit einem völlig fremden Charakter auseinandersetzen zu mĂŒssen. Shazeem meinte es aber vermutlich gut, weswegen Dimicus doch nicht aufmuckte und die Frau vor die TĂŒr setzte.

Also begann er sich bis auf die Unterhose zu entkleiden und der Frau schließlich lustlos entgegenzublicken. Dabei fiel ihm auf, dass im Raum eine Person fehlte – oder eine Katze. Je nachdem in welcher Gestalt Emilia gerade unterwegs war. Nur noch die restliche WĂ€rme ihres kleinen Katzenkörpers auf dem Bettlaken war zu spĂŒren. Lang war sie also noch nicht weg.

Mit einer gewissen inneren Ungeduld setzte sich Dimicus auf die Bettkante. „Na gut, dann fangt an“, erwiderte er der Frau, welche aus nĂ€chster NĂ€he nur noch mehr nach Zwiebeln roch.
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#105

Beitrag von Schrulla die Zwiebelhex » Sa 16. Dez 2017, 08:49

„Was glotzt du denn so? Bist wohl noch net weit gekommn in deinem Lebn, wenn du noch nie ne alte Hex gesehn hast“, pflaumte sie ihn an, als sie seinen musternden Blick bemerkte.
„Ich hab schon viel gesehn. Mich wirft so schnell nix mehr aus der Bahn. Hab in jungn Jahrn viele LĂ€nder bereist mit meinem MausezĂ€hnchn. Und sogar bei ner Expedition war ich dabei! Doch die ist fehlgeschlagn. Bei den ganzn Waschlappn auch kein Wunder. Ne alte Frau wie mich habn sie einfach verletzt zurĂŒckgelassn“, ihre Augen funkelten zornig bei dem Gedanken an die Stunden alleine in dem dĂŒsteren Stollen.
„Zum GlĂŒck wurd mir dann doch noch Hilfe zuteil. Von nem unterirdischen Bewohner. N feiner Kerl, wenn auch etwas kurlig. Und wie froh war ich erst, als ich sogar mein MausezĂ€hnchn wieder gefundn hab, nachdem ich ausm Stollen raus war!“, beim Gedanken an ihre geliebte HyĂ€ne zuckten ihre Mundwinkel zu einem liebevollen LĂ€cheln.

„So, genug geredet!“, sie trat an ihren Patienten heran und betrachtete ihn erst einmal von oben bis unten.
„Da ist ja nicht grad viel Fleisch auf den Knochn. Solltest dir n andren Beruf suchn. So wirst du kein Weib findn. Aber hab von Shazem gehört, es gĂ€be da schon eine. Sie hĂ€t dich im Nullkomanix um den Finger gewickelt! Aber warts ab, sobalds um Familienplanung geht, wird sie sich n andren suchn. Wie sollst du denn die hungrign MĂ€uler der BĂ€lger stopfn, wenn du nicht mal dich selber richtig durchfĂŒttern kannst?!“
Schliesslich verlangte sie von ihm die Zunge herauszustrecken, die Arme zu heben, klopfte ihm mit ihrem Stock auf die Knie und wollte sehen, ob er einen Purzelbaum vollfĂŒhren konnte.
Letzteres verweigerte Dimicus, was Schrulla mit einem Grinsen quittierte: „Schade, das hĂ€t ich gern gesehn!“

Dann kam sie wieder nÀher gehumpelt und betrachtete mit ernster Miene seinen Hals und Nacken.
„Du hast GlĂŒck gehabt Jungchn. Das hĂ€t auch schlimm fĂŒr dich ausgehn können.“
Ihre dĂŒnnen Finger berĂŒhrten seinen Nacken und sie drĂŒckte an einigen Stellen ohne RĂŒcksicht herum, was ihren Patienten zusammenzucken liess.
„Gut, gut. Ich geb dir ne Salbe, die du drauf schmiern musst. Ausserdem bekommste n Trank, den du tĂ€glich zu dir nimmst! Er soll dich bissl aufpĂ€ppeln. Sind gedĂŒnstete Zwiebln drin. Gut gegn Krankheitn. Und spendn Energie. Du bist geschwĂ€cht, drum wird’s dir gut tun!“
„Achja, jetzt hab ich so viel geredet. Kannst du noch was brauchn Kleiner? Vielleicht n Liebestrank fĂŒr dein MĂ€dl? Es wird sie lĂ€nger an dich bindn. Ausserdem verkauf ich auch Amulette und andre Artefakte. Ich kann fast jedn Zauber dranbindn, wenn du mir nur n mĂ€chtiges Artefakt bringst.“

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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#106

Beitrag von Dimicus » Sa 16. Dez 2017, 13:05

Diese alte Frau, oder eher alte Hexe wie sie sich selbst nannte, nahm sich so einige Dinge heraus, die Dimicus ganz und gar nicht gefielen. Noch nicht einmal ihren Namen hatte sie verraten, geschweige denn von ihrer richtigen Berufsbezeichnung. In den Augen Dimicus' war 'Hexe' wohl nicht wirklich die Bezeichnung eines Berufes. Darunter stellte er sich eher jemanden vor, der in einem Sumpf hockte und aus Kröten irgendwelche GebrĂ€ue anrĂŒhrte. Obendrein noch die lokale Bevölkerung verfluchte und kleine Kinder verspeiste.

Allein schon bei ihren Kommentaren bezĂŒglich seiner KörperfĂŒlle wurde es Dimicus Ă€ußerst unheimlich. Also besser nicht erwĂ€hnen, was er gerade ĂŒber sie dachte. Das wĂŒrde ihm höchstwahrscheinliche eine schmerzhafte Behandlung ersparen oder zumindest verhindern, in einem Suppentopf zu landen. Wer wusste schon, was die alte Frau so trieb, wenn sie unbeobachtet war? In BĂŒchern jedenfalls, las Dimicus selten etwas Gutes ĂŒber Hexen.

So ertrug er auch ihre Behandlung, wenn auch missmutig und mit einem verĂ€rgerten Knurren. Er kam jeden ihrer Aufforderungen nach. Verrenkte und streckte sich, ließ sich berĂŒhren und obendrein genaustens untersuchen. Die gesamte Zeit hoffte er, Emilia wĂŒrde nicht zurĂŒckkehren und das Elend sehen. Nicht das sie noch das Falsche von ihm dachte.

Am Ende der allgemeinen Untersuchung sollte er auch noch einen Purzelbaum machen! Vehement schĂŒttelte Dimicus darauf mit seinem Kopf und gab der Hexe gar nicht erst die Möglichkeit, sich irgendwie an diese Art von fehlender Akrobatik zu ergötzen. Lieber nicht. Stattdessen fuhr sie zu seinem GlĂŒck mit der normalen Behandlung fort.

Schmerzhaft drĂŒckte sie auf seinen frischen WĂŒrgemalen und AbschĂŒrfungen herum, als ob sie irgendwelche Pickel zum AusdrĂŒcken wĂ€hren. Dabei zuckte Dimicus mehrere Male erschrocken zusammen und funkelte die Hexe böse an. Es war schon schwer genug gewesen, sich an die Übungen zu halten um seinen Hals wĂ€hrend der Hinrichtung zu retten. Denn er wusste selbst, dass dank der speziellen Halsfessel zwar seine Überlebenschancen stark verbessert wurden, aber sie dennoch zu seinem Tod hĂ€tte fĂŒhren können. Das einiges dabei hĂ€tte schief gehen können, wusste er selbst.

„Vielen Dank“, antwortete er schließlich auf die Behandlung und nahm Trank samt Salbe entgegen.Von Letzterer, welche verdĂ€chtig nach Zwiebeln roch, nahm er bereits eine Portion und verteilte sie sanft auf seinen Verletzungen am Hals. Selbst das schmerzte fĂŒrchterlich. Dann noch einen großen Schluck des Trankes hinterher, wobei er aufgrund des unbeschreiblichen Geschmacks fast sofort wĂŒrgen musste. Dabei versuchte er jedoch die gesamte Zeit der Hexe zuzuhören.

Ihre letzten Worten erregten sofort die Aufmerksamkeit Dimicus', denn sie stellten eine unglaubliche Möglichkeit dar. Er selbst wusste nicht, wie Artefakte funktionierte oder wie man an welche kam, allerdings stand vor ihm wohl eine Person die ihm dies sagen konnte. Ganz im Gegensatz zu den BĂŒchern die er gefunden hatte, wĂ€re sie vielleicht die entscheidende Chance! FĂŒr einen Moment dachte er nach, wonach er fragen könnte. Doch die Antwort dieser Frage lag schnell auf der Hand.

„TatsĂ€chlich gibt es da etwas, wobei Ihr mir helfen könntet. Wenn es in Eurer Macht steht, versteht sich“, begann er und wĂ€gte seine Worte genau ab. „Um genau zu sein, sind es zwei Dinge. Die erste Sache wĂ€re die Frage danach, ob Ihr wisst, wie man einen göttlichen Fluch brechen oder aufheben kann? Meine GefĂ€hrtin ist unglĂŒcklicherweise von einem Fluch Rakshors betroffen. Gibt es eine Gegenfluch oder eine Möglichkeit diesen zu brechen? Oder kennt Ihr jemanden, der dies vielleicht wissen könnte?“

„Dann gĂ€be es da noch etwas Anderes. Meine GefĂ€hrtin ist, wie Ihr vielleicht wisst, taub. Ich persönlich vermute, dass es an Ihrer zweiten Tiergestalt liegt, da sie seit Ihrer Entdeckung wohl ihr Gehör verloren hat. Ist es Euch möglich, etwas anzufertigen, womit sie ihr Gehör wiedererlangt? Sie wĂŒnscht sich nichts sehnlicher, als wieder hören und sprechen zu können. Doch auf natĂŒrliche Art und Weise ist mir nichts bekannt, dies zu Ă€ndern. Habt Ihr eine Möglichkeit? Vielleicht ein Artefakt? Wenn ja, sind mir die Kosten in Form von Geld oder Material egal, Hauptsache ihr werden diese Dinge wieder ermöglicht. Wenn ich ihr etwas dergleichen geben könnte – es wĂŒrde sie glĂŒcklich machen. Da bin ich mir sehr sicher. Es sollte eine Überraschung werden.“
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#107

Beitrag von Schrulla die Zwiebelhex » Sa 16. Dez 2017, 15:57

Die Zwiebelhex hatte ihre Döschen wieder in ihren unzĂ€hligen Taschen verstaut und wollte sich gerade von ihrem Patienten abwenden, als dieser doch noch ein Anliegen vorbrachte. Also doch ein Liebestrank! Oder vielleicht ein Mittel fĂŒr die Potenz?
Als er ihr jedoch sein Begehren offenbarte, leuchteten ihre grĂŒnen Augen vor Interesse auf.
„Ein Fluch Rakshors sagste? ErzĂ€hl mir alles davon! Bist du ihm begegnet? Hat er zu dir gesprochn? Und was fĂŒrn Fluch ist dies?“
Gespannt hörte sie sich seine Worte an.
„Nicht so zögerlich, ich kann net helfen, wenn ich nix drĂŒber weiss!“
Schliesslich hatte sie genug erfahren. Was fĂŒr ein Mordskerl dieser Rakshor doch war! Ein solcher Streich konnte nur ihm einfallen!
Schrulla war begeistert von seinem Einfall und konnte sich ein schadenfreudiges Grinsen nicht verkneifen.
Zu allem Überfluss erklĂ€rte sie dann dem armen Dimicus auch noch, dass sie nicht ohne Weiteres in der Lage war, diesen Fluch zu brechen. Dass sie auch nicht vorhatte, einen Fluch ihrer Gottheit aufzuheben, rieb sie dem aufgebrachten Mann indessen nicht unter die Nase. Doch vielleicht konnte er es auch ahnen, denn er blickte sie ziemlich misstrauisch an.

„Ein Magier 5. Grades wĂ€r dazu vielleicht in der Lage“, mutmasste sie schliesslich, „doch auch dies ist nicht gesagt. Aber mein Wissen dazu ist begrenzt. Ich hab mich nie an BĂŒchern ergötzt. Mein Wissen und Können hab ich durch langjĂ€hrige Erfahrungen erworbn. Ich bin mir aber auch net sicher, ob ein göttlicher Fluch ohne göttliches Wohlwolln aufgehobn werdn kann. Das mĂŒsst ihr wohl selbst rausfindn.“
Das zweite Anliegen entsprach hingegen schon eher ihrem Fertigkeitsstand.
„Da kann ich womöglich aushelfen“, erklĂ€rte sie Dimicus schliesslich.
„Ich muss die junge Frau jedoch im Vorneherein untersuchn, um zu sehn, ob es wirklich nur an ihrer Tiergestalt liegt, oder ob es körperlicher Natur ist. Wird die Taubheit durch Magie, und dazu gehörn Gestaltwandlungen, ausgelöst, kann ich mit nem Artefakt gegenwirkn. Ansonsten net. Und ich brauch von jeder ihrer Gestaltn n BĂŒschel Haar! Sonst kann ich den Zauber net auf das Artefakt bannen. Was mich zum Artefakt bringt. Ich benötige dafĂŒr einen mĂ€chtign Gegenstand. Also bitte komm mir net mit nem Suppenlöffl an, ausser er hat fĂŒr deine Traute ne wirklich wichtige Bedeutung
“

„Was die Bezahlung angeht. Ich verlang die Überbleibsel Rakshors fĂŒr mich behaltn zu können. Ich werd sie mit Vorliebe untersuchn. Vielleicht kann ich euch dann ja auch mit eurem Fluch helfn, wer weiss. Und ich verlange, dass ich die Dienste des RosendĂ€mons in Anspruch nehmn kann, sollte es einmal nötig sein.“
Schliesslich hatte sie ihren Kram zusammengepackt.
„Eine Überraschung, ja? Nun gut, ich wird schon n Grund fĂŒr ne Untersuchung des MĂ€dels findn. KĂŒmmere du dich um die HaarbĂŒschl!“
„In ner Woche bin ich zurĂŒck, um nach dir zu sehn. Vergiss net, die Salbe einzuschmiern! Oh und bevor ichs vergess“, von ihrer Halskette klaubte sie eine Zwiebel weg, und platzierte sie auf dem Boden. Einen Moment lag sie ruhig da, doch schon kurz darauf bekam das Wesen Beine und verzog sich unter den Tisch.
„Wie gesagt, die AusdĂŒnstungn werdn dir gut tun, JĂŒngling!“, im nĂ€chsten Moment humpelte sie auch schon davon und die TĂŒr schlug mit einem lauten Knall ins Schloss.

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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#108

Beitrag von Dimicus » Mo 18. Dez 2017, 15:32

Aufmerksam hörte Dimicus den Worten der alten Hexe zu. Allerdings wurde er herb enttĂ€uscht, als sie davon berichtete, nicht zu wissen wie man einen Fluch umkehrte. Wobei Dimicus durchaus bemerkte, dass etwas nicht stimme und sie vor ihm verbarg. Doch so wie er sie einschĂ€tzte, brachte Bohren und Betteln bei ihr nichts, weswegen er dieses Thema auch fallen ließ. DafĂŒr wurde er mit erfreulicher Kunde ĂŒberrascht, was seine zweite Bitte anbelangte. Also gab es zumindest einen Hoffnungsschimmer fĂŒr Emilia, welcher ihr einen Großteil der Lebensfreude wiedergeben könnte.

Zwar zuerst zögerlich stimmte er den Bedingungen der Hexe zu, doch eine andere Wahl hatte er nicht. Zudem war es fĂŒr das Wohl Emilias und sie wĂŒrde sicherlich verstehen, wenn er ihr im Nachhinein alles berichtete. Um die Untersuchung kĂŒmmerte sich die Hexe, alles Andere musste Dimicus selbst erledigen. Das sollte kein Problem darstellen, Vermögen besaß er noch ausreichend. Zudem die Überbleibsel Rakshors, um die die Hexe bat. Damit formte sich bereits ein Plan in seinem Kopf, welcher hoffentlich nach allem erfolgreich sein wĂŒrde.

„Einverstanden“, erklĂ€rte er also gegenĂŒber der Hexe. „Lasst mich alle Materialien besorgen, wenn Ihr in einer Woche da seid, solltet Ihr alles von mir bekommen können. WĂ€hrenddessen nehmt Euch Emilia ruhig genauer vor. Sie wird wohl nichts dagegen haben. Vielleicht hilft es, wenn Ihr ihr sagt, dass ich die Untersuchung erbeten habe, um ihre Gesundheit zu ĂŒberprĂŒfen. Dann wird sie sicherlich auf Euch hören.“

Mit diesen abschließenden Worten verließ die Hexe den Raum und ließ Dimicus allein zurĂŒck. Er selbst stand auf und kleidete sich in voller Montur. Dabei schritt er letzten Endes zu der Kommode, auf der das Glas Rakshors lag. Da fehlte doch ein großes StĂŒck! Sofort kam ihm Emilia in den Kopf, welche zuvor schon nach dem Glas gegriffen und es neugierig umfasst hatte. Das StĂŒck musste wieder zurĂŒck in seinen Besitz und an die Hexe gelangen. Damit wĂŒrde sie sich zufrieden geben. Doch bevor er sich darum kĂŒmmerte, Emilia das StĂŒck abzuluchsen, schnappte er sich einer der kleineren Splitter und ließ ihn in seine Tasche verschwinden.

Danach ging er zum Bett und untersuchte die Stelle, an der Emilia als Katze gelegen hatte. Die Katzenhaare zu finden, war also kein Problem. Sorgsam klaubte er sie auf und ging sicher, dass kein anderes Haar dazwischen gelangte – was im Übrigen eine PrĂ€zisionsarbeit war. Diese verstaute er sicher in einer seiner Taschen, die er zuvor leer rĂ€umte. Dann begann der schwierige Teil seines Auftrages.

Zuerst brachte Dimicus den Splitter zu einem Goldschmied der Stadt. Dieser begutachtete das StĂŒck und zog einer seiner Augenbrauen nach oben, als Dimicus sein Anliegen vortrug. Es sollte in einem silbernen Armband eingearbeitet werden, welches sich um den Oberarm Emilias schmiegen sollte. Zudem sollten eingravierte Worte das Band zieren. „Die Katze die mit der Rose spielte“, erbat Dimicus, worauf die Augenbraue des Goldschmiedes gen Decke ging. Doch nachdem er die durchaus großzĂŒgige Bezahlung fĂŒr das StĂŒck sah, verstummte seinen Zweifel und er nahm den Auftrag an. Als er nach einem Namen fragte, legte Dimicus ein paar zusĂ€tzliche MĂŒnzen drauf, um seine Neugierde zu stillen.

Der Schmied versprach von einer Fertigstellung innerhalb der nĂ€chsten Tage, weswegen Dimicus zu seiner nĂ€chsten und durchaus schwierigeren Aufgabe kam. Die Löwenhaare. Drei Tage brĂŒtete er an der Idee, wie er sie der Löwin abnehmen konnte, ohne selbst dabei gefressen werden oder einen fragwĂŒrdigen Blick zu bekommen. Mit dieser Frage richtete er sich an Shazeem, der zwar etwas perplex schaute und nachfragte, wie er denn auf diese hirnrissige Idee kĂ€me, aber Dimicus dann doch sein Werk verrichten ließ. Er kam sogar mit der rettenden Idee. Ein geplanter und gespielter Überfall, bei dem er MĂ€nner nutzte, die durchaus entbehrlich waren. DafĂŒr schuldete Dimicus Shazeem aber eine Runde, was ihm ganz recht kam. Also wurden die Details geklĂ€rt und eine Abmachung getroffen, am nĂ€chsten Tag sollte es losgehen. Vorher besorgte Dimicus noch einige neue KleidungsstĂŒcke fĂŒr Emilia, die leichter waren und ruhig zerschlissen werden konnten.

Am darauffolgenden Tage lud er sie ein, mal wieder etwas außerhalb der Stadt zu unternehmen. In den Wald zu gehen und die frische Natur zu genießen. Von Emilia wurde das offensichtlich mit großer Begeisterung aufgenommen, schließlich war es schon lang her, dass sie in die WĂ€lder kommen konnte und versprach hoch und heilig, dieses Mal besser auf sich aufzupassen. Mit einem Grinsen streichelte er ihr ĂŒber das Haupt und gab ihr die Kleidung die er ihr zuvor besorgt hatte. Die könne ruhig schmutzig werden und wĂ€re fĂŒr sie angenehmer zum tragen, erklĂ€rte er. Sie zuerst misstrauisch, schlug dann aber ein und zog sich um.

Sie machten sich dann auf den Weg durch die Stadt und wie Emilia es gewohnt war, mehr durch Gassen und abgelegene Teile der Stadt Drakenstein. Was sie nicht wissen konnte war, dass Dimicus sie direkt in eine Gasse fĂŒhrte, in dem Shazeems MĂ€nner bereits warteten. Kaum waren sie in der Mitte der Gasse angekommen, traten sie sowohl vor als auch hinter ihnen aus den Schatten. Verkleidet als schmutzige Banditen und mit dreckigem Grinsen im Gesicht, schnitten sie ihnen den Weg ab. Sie rissen dreckige Witze, erklĂ€rten sie wollten ihren Besitzt und Emilia als Objekt ihrer Lust haben.

Dimicus wandte sich an Emilia und blickte sie an. Stumm bewegte er seine Lippen, erklĂ€rte dass es zu viele waren und sie nicht entkommen könnten. Auch wenn es ihm leid tĂ€te, dass er ihre Löwengestalt brĂ€uchte, um aus dieser Situation heraus zu können. Diese war völlig verunsichert, gab darauf aber nach und verwandelte sich vor den Augen der vermeintlichen Banditen in eine Löwin. Perfekt fĂŒr Dimicus. Die MĂ€nner wichen zurĂŒck, als die Löwin zu knurren begann. Auch Dimicus hatte Respekt davor, und machte anfangs ein paar Schritte zurĂŒck. Doch das war seine Gelegenheit. Mit einem festen und doch zugleich zĂ€rtlichen Griff strich er ihr durch das Fell auf dem RĂŒcken, worauf er ein ganzes BĂŒschel an Löwenhaar in der Hand hielt. Dieses ließ er gleich in einer seiner Taschen verschwinden. Dabei sprach er zu den MĂ€nnern, das es offensichtlich eine schlechte Idee wĂ€re, sie anzugreifen. Emilia schritt wĂ€hrenddessen langsam auf sie zu. Sie ließen es sich nicht zwei Mal sagen und flohen auf der Stelle.

Darauf hatte Dimicus MĂŒhen, Emilia zu besĂ€nftigen und erst recht den Respekt vor dem Hunger, welcher sich in ihren Augen spiegelte. Offensichtlich bekam sie bereits die ersten Gedanken und nur mit besĂ€nftigenden Worten, zudem Abstand zu Emilia halfen, sie wieder auf klare Gedanken zu bringen. Die Situation hĂ€tte ihm das Leben kosten können, doch war sie notwendig. Die Fetzen der Kleidung Emilias lagen auf dem Boden und so blieb ihr nichts Anderes ĂŒbrig, als sich in eine Katze zu verwandeln und zu ihrem Zuhause zurĂŒckzukehren. Offensichtlich betrĂŒbt folgte Emilia Dimicus zurĂŒck, wobei sie selbst bei der Ankunft keine Worte ĂŒbrig hatte. Statt mit ihm zu sprechen, begann sie wieder einmal als Katze durch die GĂ€nge des Untergrundgasthauses zu streifen.

Innerlich tat es Dimicus leid, doch manchmal musste man Opfer bringen, um Großes zu erreichen. Und wenn er Emilia erst das Artefakt geben wĂŒrde, verstand sie es sicherlich. Ab da waren es zwei Tage warten und weitere Vorkehrungen treffen. In der Zwischenzeit besorgte er das Armband vom Schmied, welches tatsĂ€chlich ein wahrlich schönes StĂŒck geworden war. Dankend hatte sich Dimicus verabschiedet und kaum in der gemeinsamen Unterkunft angekommen, legte er alle fĂŒr die Hexe benötigten Sachen zusammen in einen Beutel.

Ab diesem Zeitpunkt hieß es warten. Kurz bevor die Hexe zwei Tage spĂ€ter erschien, stahl Dimicus den großen Glassplitter aus Emilias Kleidung, als sie als Katze herumschlich. Damit waren die geforderten Materialien beisammen und fĂŒr die Hexe bereit. Als diese dann auch kam, ĂŒberreichte er ihr die GegenstĂ€nde. Sie nickte zufrieden und wies darauf hin, mit ihrer freundlichen Art und Weise, dass die Fertigstellung bis zu einer Woche dauern könnte. Zum Abschluss ihres Besuchs untersuchte sie ihn erneut und verließ schließlich wieder das Zimmer.

Darauf begann fĂŒr die VerhĂ€ltnisse Dimicus' eine ruhige Woche. WĂ€hrend er wartete und sich noch von den Nachwehen seiner eigentlichen Hinrichtung erholte, versuchte er mit wenig Erfolg BĂŒcher und Informationen ĂŒber die FlĂŒche der Götter aufzutreiben. In einer Stadt wie Drakenstein wurde sich mit solchen Dingen offensichtlich kaum befasst und selbst die Bibliothek der hiesigen Akademie bot kaum das Material was er brauchte. Zu seinem Bedauern. Also musste er mögliche Quellen finden, in denen er die nötigen Informationen zusammentragen konnte.

In der Zwischenzeit ging Dimicus mit Emilia aus. Der versprochene Waldspaziergang musste noch wiederholt werden, wenn auch mit Misstrauen und Angst seitens Emilia. Doch kaum waren sie dieses Mal aus der Stadt heraus, genoss sie scheinbar die Landluft und tollte wie gewohnt ĂŒber die Felder und durch den Wald. GlĂŒcklicherweise kam es zu keinen VorfĂ€llen und sie konnten alles in Ruhe ihre Zweisamkeit genießen. Auf dem RĂŒckweg musste er zudem mal wieder einer ihrer begehrten SĂŒĂŸigkeiten kaufen, weil sie einfach zu einem Stand gelaufen war und sich ein StĂŒck der dargebotenen Naschereien in den Mund gesteckt hatte. Mit den grĂ¶ĂŸten Augen die er je zu Gesicht bekommen hatte, schaffte es Emilia ihn zu ĂŒberzeugen und er kaufte ihr eine TĂŒte von dem SĂŒĂŸkram.

Auf diesem Wege verging die Woche schnell und Dimicus fand zu seiner alten StĂ€rke zurĂŒck. Die Zeit mit Emilia war schön und sie tat auch viel dafĂŒr, dass er sich regenerieren konnte. Mit einiger Zeit, was auch anfangs etwas befremdlich wirkte, schlief sie in ihrer menschlichen Gestalt neben ihm. Ein seltsames und doch wohliges GefĂŒhl. Sie schien ihn immer mehr zu vertrauen und seine NĂ€he zu genießen. Ein wahrlich unbekanntes GefĂŒhl fĂŒr ihn, allerdings auch Etwas, was ihm WĂ€rme lehrte und sie immer mehr in seine Seele fĂŒhrte.

Vor einem Tag hatte die Hexe Dimicus das Artefakt mit einem zufriedenen LĂ€cheln vorbeigebracht und zugesichert, dass alles funktionieren wĂŒrde wie geplant. Emilia mĂŒsse es nur einmal anlegen und schon wĂŒrde sich der Effekt zeigen. Sie mĂŒsse es dann nicht dauerhaft tragen, sondern es reiche dann auch, wenn sie es in ihrer NĂ€he behĂ€lt. Mit Freude die Dimicus nicht verbergen konnte, hatte er sich bei ihr bedankt und verabschiedet.

Nun saß er nachdenklich und mit einem gewissen GefĂŒhl der Vorfreude an einem Tisch des Gasthauses. Ihm GegenĂŒber saß Shazeem, der genĂŒsslich sein Bier trank, welches er von Dimicus ausgegeben bekommen hatte. „Und du bist dir sicher, dieses magische Zeugs funktioniert? Nicht dass sie sich dann, sobald sie es anlegt, in ein rasendes Monster verwandelt und jeden hier drin umbringt“, merkte Shazeem an, welcher Dimicus mit einem unsicheren Blick betraute.

Dimicus hingegen nahm es gelassen und vertraute der Hexe, die Shazeem schließlich auch angeheuert hatte. „Du hast sie dafĂŒr bezahlt, dass sie herkommt und mich behandelt. Letztendlich hast du ihr das Vertrauen gegeben keinen Schaden anzurichten. Was soll ich sagen? Sie ist ihrer Arbeit zur GĂ€nze nachgekommen.“

„Ja, natĂŒrlich. Sie sollte dich heilen und wieder auf die Beine bringen. Es war aber nie die Rede davon, fĂŒr dich ein Artefakt anzufertigen! Wir werden sehen. Wenn es Tote gibt, geht das auf deine Kappe. Ich hoffe fĂŒr dich, dass diese Hexe keinen Mist gebaut hat, Kleiner.“ Der Tamjid prostete Dimicus zu und trank einen großen Schluck seines Bieres.

NatĂŒrlich war es fĂŒr Dimicus auch nicht einfach, dieser Hexe zu vertrauen, doch es war einen Versuch wert. Seinen Recherchen nac, sollte das Artefakt, sofern richtig hergestellt, keinerlei Nebenwirkungen besitzen. FĂŒr ihn war es wichtig, dass einer der grĂ¶ĂŸten WĂŒnsche Emilias in ErfĂŒllung ging.

Allerdings hieß es warten, bis Emilia wieder zurĂŒckkehrte. Dimicus hatte ihr etwas zu ihren Verdiensten als Kellnerin dazugegeben. Sie wollte damit in die Stadt etwas einkaufen gehen, hatte aber verschwiegen was genau sie besorgen wollte. Geduld war nun angebracht, auch wenn es Dimicus gar nicht frĂŒh genug ausprobieren konnte, ob das Artefakt seine Wirkung entfalten wĂŒrde.
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#109

Beitrag von Emilia » Fr 22. Dez 2017, 16:23

Dimicus war jedoch nicht der Einzige, welcher Schrullas Dienste in Anspruch nahm.
Als Emilia von der alten Zwiebelhex untersucht wurde, bot ihr das Weiblein ebenfalls ihre FĂ€higkeiten an.
Ihr könnt jeden Gegenstand mit einem Zauber versehen?, schrieb die junge Frau fasziniert auf nen Notizzettel und hielt ihn Schrulla unter die Nase.
„Nana, net bei jedm Schmand lohnt sich das, und auch net jeder Zauber will dran haftn.“
Als ihr die junge Frau jedoch einen Vorschlag unterbreitete, willigte die Hex ein. Die nĂ€chste Zeit sollte Emilia ohne ihr Halsband auskommen mĂŒssen, das sie einst von Dimicus geschenkt bekommen hatte.

Die nĂ€chsten zwei Wochen gestalteten sich auch fĂŒr die junge Frau nicht ganz ohne. Nachdem der erste Albtraum sie ereilt hatte, folgten weitere völlig unwillkĂŒrlich. Manchmal gewĂ€hrten sie ihr einige ruhige NĂ€chte, um sie dann wieder mit rasendem Puls und dem seltsam unbefriedigten GefĂŒhl von Hunger aus dem Schlaf zu reissen. Emilia fing aus diesem Grunde Schrulla ab, als Dimicus nicht zugegen war, und erbat sich von ihr ein beruhigendes Mittel. Die Hex warnte sie davor, es nicht allzu oft und allzu lange zu benutzen, denn womöglich wĂŒrde es dann Nebenwirkungen offenbaren.
Emilia hielt sich genau so lange an diese Warnung, bis Dimicus sie mit seiner List dazu brachte, mit ihrer Löwengestalt willentlich Menschen zu bedrohen. Von diesem Augenblick an nahmen die AlbtrÀume wieder zu und die junge Frau begann wiederum mit dem Gedanken zu spielen, Drakenstein und Dimicus zu verlassen.
Sie zog sich oft zurĂŒck und streunte in Begleitung des Katers durch den Untergrund oder durch die dĂŒsteren Strassen der Stadt.

Erst als Dimicus sie schliesslich mit viel Überredungskunst dazu brachte, mit ihm gemeinsam doch noch den Waldspaziergang zu unternehmen, erhellte sich ihr GemĂŒt etwas. Die sĂŒssen Leckereien taten ihren Teil dazu bei. Ihre Sorgen verdrĂ€ngte sie in den Hintergrund und genoss die NĂ€he ihres Freundes und das rege Treiben in der Gaststube, wo sie zwischendurch immer gerne aushalf.

So kam es also, dass die Zeit verging und Emilia sich wieder mit Schrulla treffen sollte. Sie schuldete der Hex noch einige MĂŒnzen – dafĂŒr nutzte sie ihren Verdienst und den kleinen Zustupf von Dimicus. Er hĂ€tte bestimmt nix dagegen, wenn er wĂŒsste, dass es etwas mit seinem Geschenk an sie zu tun hatte.
„Hast mein Geld?“, raunzte die Zwiebelhex. WĂ€hrend Dimicus mit Shazem im Gasthaus verweilte, hatte Emilia sich mit dem Weiblein in einem der unterirdischen GĂ€nge verabredet.
Ohne ihre Worte zu vernehmen, wusste sie anhand der ausgestreckten Hand mit den knochigen Fingern dennoch, was die Alte wollte.
Emilia ĂŒberreichte ihr den Beutel mit den MĂŒnzen und blickte Schrulla dann auffordernd an.
„Mögest du deine Freud damit habn. Es wird sich deiner Gestalt magisch anpassn bei der Wandlung“, krĂ€chzte die Zwiebelhex und ĂŒberreichte ihr schliesslich das Halsband. Sofort untersuchte die EigentĂŒmerin es neugierig, doch konnte daran keine sichtbaren VerĂ€nderungen erkennen.
„Du wirst nix finden. Doch glaub mir, es klappt. Ich flunker vielleicht bei meinen TrĂ€nkn gelegentlich, aber meine Artefakte haltn, was sie versprechn und noch vieles mehr!“
Die Gestaltwandlerin hingegen hatte nur Augen fĂŒr das weiche Lederband mit dem bernsteinfarbenen Amulett, worauf eine schwarze Katze abgebildet war. Liebevoll legte sie es sich um den Hals und nickte Schrulla dann freundlich zu.
Die Hex hingegen beobachtete schelmisch, wie die junge Frau von Dannen schritt. Noch bevor sie um die nĂ€chste Kurve bog, hatte sich Kater Gregorius zu ihr gesellt, um mit hoch erhobenem Schweif neben ihr herzutrippeln. Schrulla grinste. Der Bernstein wĂŒrde ihrem Verehrer noch so manche Scherereien bereiten.

Emilia war gut gelaunt, als sie schliesslich die Taverne erreichte. Mit einem Blick erkannte sie Shazem und Dimicus an einem der Tische und ging mit einem LĂ€cheln zu ihnen hinĂŒber, um sich auch gleich auf einen Stuhl fallen zu lassen.
Sofort begrĂŒssten die beiden MĂ€nner sie freundlich. Shazem nickte ihr zu, wĂ€hrend Dimicus ihr galant einen Handkuss geben wollte. Niemand bemerkte indessen den Kater, der um Emilia herumscharwenzelte und die beiden MĂ€nner misstrauisch beĂ€ugte.
Als nun Dimicus sich dazu erdreistete, Emilia auf charmante Art und Weise zu begrĂŒssen, gab Gregorius ein warnendes Fauchen von sich und stĂŒrzte sich im nĂ€chsten Moment mit ausgefahrenen Krallen auf den jungen Mann.
Er wĂŒrde seinem Konkurrenten schon zeigen, wem hier die Gunst des Weibchens zustand!
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Re: Komm, sĂŒsser Tod

#110

Beitrag von Dimicus » Fr 22. Dez 2017, 17:18

Shazeem und Dimicus unterhielten sich noch eine Weile ĂŒber ein paar PlĂ€ne und wie es von nun an weitergehen sollte. Dimicus war totgeglaubt, jedoch wĂŒrde ein Auftauchen seines Gesichtes in der Öffentlichkeit fĂŒr Unruhe, Angst und wenn nicht sogar sofort einen Angriff nach sich ziehen. Sie besprachen, dass er sich nun bedeckt halten und wenn möglich nur nachts auf die Straßen gehen sollte. Überhaupt durh die Straßen zu wandern, war ein zu großes Risiko. Wenn er nicht geschnappt oder gar getötet werden wollte, musste er von nun an noch vorsichtiger sein. Dieser Zustand kam ihm aber auch gelegen, denn so suchte man nicht nach ihm. Aus langer Sicht gesehen, wĂŒrden die Menschen sein Gesicht vergessen und er sich ohne Angst bewegen können.

Im nĂ€chsten Moment betrat Emilia den Raum, dich gefolgt von dem schwarzen Kater des Wirtes. Er hing auf ungewöhnliche Art und Weise sehr an ihren Fersen und umkreiste ihre Beine, als ob er sie beschĂŒtzen wollte. Seltsam. Zu keiner Minute ließ er ab, als Emilia sich nun auch zu Shazeem und Dimicus an den Tisch setzte. Als Dimicus seine GefĂ€hrtin mit einem liebevollen LĂ€cheln bedachte und er zu einem ihr gebĂŒhrenden Handkuss ansetzte, ging der Katzer plötzlich auf ihn los! Ein lautes Fauchen ertönte und schon punktierten scharfe Krallen sein Bein. Vor Schmerz stöhnte Dimicus auf, Shazeem begann zu lachen. Umliegende Köpfe drehten sich zu dem Spektakel, zu gleichen Teilen verwundert und belustigt. Um sich dieser Attacke zu erwehren, blieb Dimicus nichts Anderes ĂŒbrig, als den Kater an seinen Flanken zu packen und von sich zu ziehen. Gregorius schlug mit seinen Pfoten nach ihn aus, fauchte und knurrte wie es sein kleiner Körper nur zuließ.

Dimicu versuchte seinen Kopf von den Krallen fernzuhalten und den Kater nicht entwischen zu lassen. Was von außen vielleicht einfach aussah, bildete fĂŒr ihn eine wahre Herausforderung. Jemand umzubringen war dagegen ein Klacks. Mit großer MĂŒhe und Not bugsierte er den Kater zum Wirt, der ihn fragend anschaute. "Was ist denn in den gefahren?", fragte er selbst verwundert und nahm Dimicus den Kater ab. Allerdings hörte Gregorius nicht auf, sondern versuchte weiter auf Dimicus loszugehen. "Entschuldige, ich weiß echt nicht was in ihn gefahren ist", erklĂ€rte der Wirt und brachte den Kater weg. Womöglich in sein Zimmer oder zumindest weit weg. Mit einem Nicken bedankte sich Dimicus und kehrte zurĂŒck zum Tisch, an dem Shazeem Emilia wohl gerade mit seinen Worten beglĂŒckte.

" ... legt sich ganz schön ins Zeug fĂŒr dich. Hat er dir schon Avancen gemacht?", hakte er bei ihr nach und grinste verschmitzt. Was Shazeem wohl lustig fand und stets aufbohrte, war fĂŒr Dimicus nicht mehr als eine unangenehme Fragerei. Gerade als sich Dimicus wieder an den Tisch setzte und Shazeem mit einem bösen Blick anfunkelte, hob dieser unschuldig die HĂ€nde. "Ist ja gut, ist ja gut. War nur 'ne Frage. Mein Gott bist du verklemmt. Ich lass euch beiden TĂ€ubchen ja schon allein", erklĂ€rte er beschwichtigend und erhob sich von seinem Platz. "Zu viel Zeit solltest du dir aber nicht lassen, scheinst ja Konkurrenz zu haben." Mit diesen Ă€ußerst schlagfertigen Worten verabschiedete er sich mit einem Salut und zog sich in Richtung der Quartiere zurĂŒck.

Als der Tamjid endlich weg war und sie ihre Ruhe hatten, fiel der Blick Dimicus auf den silbernen Armreif, der auf dem Tisch lag. "Mir ist klar, dass du das eigentlich nicht so magst, aber ich habe etwas Besonderes fĂŒr dich." Damit deutete Dimicus auf den Armreif und die dort eingravierten Worte. Die Katze die mit der Rose spielte. "Hoffentlich gefĂ€llt dir das StĂŒck optisch, denn es ist einzigartig, auf eine Weise, die du noch nicht erkennen kannst", sprach er langsam, damit Emilia seine Lippen lesen konnte. Sein Herz schlug schnell in der Hoffnung, es wĂŒrde funktionieren und Emilia wĂ€re nie wieder auf dieses Talent angewiesen. Mit einem zögerlichen Nicken griff er ihre Hand und lĂ€chelte sie dabei an. Ein schĂŒchterner Bube mit fĂŒnfzehn Jahren hĂ€tte es nicht besser gekonnt.

Darauf griff er mit der Anderen den Armreif und begann, diesen Emilia anzulegen. Er war fĂŒr den Oberarm gedacht und zu seinem GlĂŒck hatte er sich auch nicht in den Maßen verschĂ€tzt. Kaum saß der Reif an der gewĂŒnschten Stelle, umschloss Dimicus die Hand Emilias und blickte ihr neugierig entgegen. Er versuchte jeden einzelnen Zug und jede Regung zu erfahren, welche vom Erfolg oder Misserfolg des Artefakts sprechen sollte.
Vielen Dank an Sanni der Avatarschmiede fĂŒr das schicke Profilbild!

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