Die Verderbung des Frater Kasimir

Das gemäßigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkämpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, während die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
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Kasimir
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Re: Die Verderbung des Frater Kasimir

#11

Beitragvon Kasimir » Sa 31. Dez 2016, 18:23

Verwirrt blinzelte Kasimir. Dieser Vampir hatte ganz offensichtlich Interesse am Gespr√§ch mit ihm, vielleicht, wie eine Katze, die mit der Maus spielt, bevor sie zubei√üt, aber vielleicht war da auch tats√§chlich der letzte Funken eines f√ľhlenden und denkenden Wesens. Vielleicht war er einsam, wie so viele seinesgleichen. Wom√∂glich ein Jungvampir? In jedem Fall einer von jenen, die noch nicht ganz an die Dunkelheit verloren waren, sonst w√ľrde er nicht mit ihm reden. Leider fiel die Option weg, nach seinem Greifen zu rufen, daf√ľr war der Vampir schon zu nah. Kaum, dass Kasimir den Mund dazu aufmachte, w√ľrde er tot sein. Also besann er sich seiner Rolle als M√∂nch, der die Aufgabe hatte, sich um verirrte Seelen zu k√ľmmern und ihnen zu helfen, den richtigen Pfad zu gehen.

"Mein Freund, Ihr irrt", sprach er, w√§hrend er da kopf√ľber baumelte. Unheimlich war die Situation dennoch, er hatte das Gef√ľhl, der Vampir w√ľrde seinen K√∂rper auf leicht zu erreichende Schlagadern hin mustern. Schutzsuchend umklammerte er sein Amulett mit der Faust, gar nicht daran denkend, es abzunehmen. Er versuchte trotz allem, freundlich zu klingen. "Offensichtlich liegen hier einige Missverst√§ndnisse vor, die es zu kl√§ren gilt. Erstens: Ich sprang nicht, um meinem Dasein ein Ende zu bereiten, sondern weil ich f√ľr einen Augenblick meinen Verstand zu gebrauchen nicht imstande war. Zweitens: Oril verbietet keinen Selbstmord, wom√∂glich verwechselt Ihr seine Lehren mit denen des Infiniatus. Obgleich es einige Str√∂mungen gibt, welche in beiden ein und dieselbe Gottheit in Gestalt der Sonnenscheibe sehen, ist diese Ansicht jedoch aus meiner Warte zu verurteilen. Drittens: Meine Lehrmeister sind nicht 'sch√§ndlich', sondern es handelt sich um tugendhafte Leute, die sich alle M√ľhe geben, ein redliches Leben zu f√ľhren und anderen zu helfen, dies ebenfalls zu tun. Viertens: Sie haben mir nichts 'eingetrichtert', sondern mir bei der Erkenntnis des Pfades des Lichtes geholfen, auf dass ich diesen Weg auf eigenen F√ľ√üen beschreiten kann. Eine Indoktrination, wie Ihr angedeutet habt, hat also nicht stattgefunden. F√ľnftens: Ich habe auch verirrten Seelen mein Geh√∂r geschenkt, ja, denen besonders. Denn sie sind es, welche die meiste Hilfe brauchen, noch lange vor jenen, die bereits Orils Segnung erfahren haben. Und auch Ihr habt mein vollstes Mitgef√ľhl und d√ľrft Euch sicher sein, dass ich Euch helfen werde, so gut ich es vermag."

Er redete ohne Unterlass, froh dar√ľber, nicht sofort ausgesaugt zu werden. Seine Stimme klang gequetscht aufgrund seiner momentanen Position, in welcher er kopf√ľber hing.

"Sechstens: Sterblichkeit ist kein Makel, sondern bietet uns die Gelegenheit, unser begrenztes Leben sinnvoll zu einzuteilen. Wer zu lange lebt, der neigt dazu, seine Zeit zu vergeuden, wie es die Tieflinge tun. Je k√ľrzer das Leben, umso reichhaltiger wird es genutzt, wie man an dem irrgeleiteten, doch unbestreitbar flei√üigen Volk der Goblins sehen kann. Von daher muss ich Euer gro√üz√ľgiges Angebot, mich zu einem Euresgleichen zu machen, ausschlagen. Unsterblichkeit reizt mich ebenswenig wie der Gedanke, mich von Blut ern√§hren zu m√ľssen. Wie Ihr sicher wisst, leben Mond- und Sonnenpriester streng vegan."

Er lächelte freundlich.

"Ich habe jedoch ein Gegenangebot! Wenn Ihr noch ein wenig Zeit habt, w√ľrde Ich mich freuen, wenn Ihr mir noch einen Moment zuh√∂rt, so wie ich Euch zugeh√∂rt habe. In Avinar gibt es modern denkende Organisationen, die nicht der Meinung sind, dass Vampire gewaltsam Ainuwars Reich zugef√ľhrt geh√∂ren. Dort bieten Seelsorger aus den Reihen der Mondpriester spezielle Sprechstunden f√ľr Untote an, w√§hrend derer man gemeinsam einen Weg f√ľr die nahe Zukunft erarbeitet, der f√ľr alle zu einem guten Ende f√ľhrt. Ich k√∂nnte Euch einen Kontakt vermitteln. Das sind verst√§ndnisvolle Leute, denen Ihr euch mit Euren Sorgen anonym anvertrauen k√∂nnt."
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Re: Die Verderbung des Frater Kasimir

#12

Beitragvon JEELEN » Sa 31. Dez 2016, 19:06

Varod

Der Vampir nahm eine bequemere und weniger bedrohliche Haltung ein. Dabei blinzelte er in Zeitlupe. Zwar stieß der Priester ohne Punkt und Komma einen Wortschwall aus, aber das was er sagte meinte der Alb aufrichtig.

"Meine G√ľte ich habe mir einen Idealisten ausgesucht. Du solltest andere Ideale vertreten... wobei sind meine so viel anders als Deine? Es w√§re schade um Dich wenn Du verwelken und verrotten w√ľrdest. Das ist nun mal der Fluch des Fleisches. Siehst Du es nicht? Noch w√§hrend wir hier reden, verrinnt Deine Zeit.

Aber Du willst reden, gut reden wir.
Ich habe nicht oft Gelegenheit mit jemanden zu reden.

Du bietest mir Hilfe an? Du mir? Ich weiß nicht ob ich lachen oder schreien soll Alb. Weißt Du wann mir das letzte Mal jemand Hilfe angeboten hat? Nein woher auch. Allerdings kann ich mich selbst nicht mal mehr daran erinnern", sinnierte der Vampir und mit einem Mal sah man ihm die Jahre an. Zwar konnte man so kaum das Alter des Mannes schätzen, aber in seinen Augen lag eine Erfahrung, die kein normal Sterblicher haben konnte.

"Ich habe nur ein Problem. Hunger. Hunger ist mein ständiger Begleiter. Oft zittere ich vor Hunger, einer meiner Nachteile wenn ich mit aller Macht kämpfen musste.

Jede Faser meines √ľberbeanspruchten K√∂rpers schreit dann nach Nahrung, giert und lechzt danach, aufgef√ľllt zu werden was ich im Kampf oder auf Jagd verbraucht habe. Nahrung ist Blut. Das Verlangen ist oft so unerbittlich, dass ich...

Wie ich mich an dieses Zeug gew√∂hnt habe? Es war der Preis f√ľr meine Kr√∂nung zum Unsterblichen.

Mein Meister sagte mir, Blut w√§re alles was ich zu mir nehmen d√ľrfe. Ich h√§tte nun den Organismus eines Raubtieres, eines Fleischfressers. Den eines Unsterblichen der Nacht. Ein Kind der Dunkelheit trinkt nur Blut, daf√ľr lebt es ewig.

Ich habe ungläubig gelacht.

Dann, als ich begriff, dass er es ernst meinte, hab ich einen Tobsuchtsanfall bekommen. Anschließend hatte ich wochenlang Depressionen. Nie wieder ein Marmeladebrot, nie wieder Kuchen...

Nie wieder Kaffee… keinen Kaffee… bei Rakshor KEINEN Kaffee!
Wenigstens Kaffee sollte möglich sein.

Die ersten Monate musste ich immer wieder kotzen, selbst wenn es der Hunger hinab gezwungen hatte. Nur weil ich die falschen Opfer ausgew√§hlt hatte. Deine erw√§hnten kleinen Goblins sind ungenie√übar! Es dauerte lange, bis Disziplin √ľber Abscheu siegte.

DISZIPLIN‚Ķ wenn ich das Wort heute nenne kommt es mir so vor als rede ich √ľber jemand anderen. Im Grunde tue ich das auch.

Meine Gefährlichkeit will ich Dir nicht verschweigen. Genau wie Wissen handelt es sich dabei um ein ständig wachsendes Potential, dass man sich selber aneignet und ausbaut. Aus dem Grund lebe ich noch. Aber ich denke Priester Du weißt genauso darum wie ich. Und auch wenn Du es mir immer noch nicht glaubst, ich bin nicht Dein Feind.

Auch wenn ich wei√ü dass ich es nicht tun sollte. Ich schenke Dir mein Ohr. Rede. Sprich. Du hast mir zugeh√∂rt, ich h√∂re Dir zu. Du hast mir ehrlich und aufrichtig Deine Hilfe angeboten, dass erkenne ich an. Du musst keinen Angriff f√ľrchten, solange Du mit mir sprechen magst. Danach Priester... nunja wir beide sind was wir sind nicht wahr? Wir schauen wer wem seine Hilfe angedeihen lassen wird", antwortete Varod h√∂flich.
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Re: Die Verderbung des Frater Kasimir

#13

Beitragvon Kasimir » So 1. Jan 2017, 12:33

Kasimir hörte aufmerksam zu, nickte ab und an oder gab ein verständnisvolles "Hm-hmmm", "Ach, ja?" oder "Verstehe." von sich. Sein Knie machte sich, nachdem der erste Schock verflogen war, mit einem stechenden Schmerz bemerkbar.

"Auf den Genuss des Kaffees verzichten zu m√ľssen muss schwer sein f√ľr einen Rakshaner. Wir bekommen es immer deutlich zu sp√ľren, wenn ihre Handelsrouten gest√∂rt werden, denn dann h√§ufen sich die Angriffe auf Avinar zusammen mit ihrer schlechten Laune. Ihr seid doch geb√ľrtiger Rakshaner, oder? Der Dialekt Eures Rakshanisch deutet zumindest daraufhin. Ich hoffe, Ihr k√∂nnt mich einigerma√üen verstehen, auch wenn meine Muttersprache Asameisch ist. Ich gebe mein Bestes."

Kasimirs Muskeln spannten sich an, als Varod von der vertraulichen Plauderei √ľbergangslos auf seinen momentanen Appetit zu sprechen kam, dessen Gegenstand sein ungl√ľckliches Gegen√ľber war. Er machte noch keine Anstalten, ihn anzugreifen, doch seine Augen schienen beim Reden immer wieder beil√§ufig jene K√∂rperpartien zu streifen, wo gro√üe Venen dicht unter der Haut lagen, was vor allem seinen Hals und die Gelenke von Armen und Beinen betraf.

"Einige namhafte Alchimisten arbeiten an einem Rezept, um Tierblut f√ľr Vampire vertr√§glich zu machen", informierte Kasimir."Die Verd√ľnnung mit Wasser und die anschlie√üende Anreicherung mit Proteinen und die korrekte Aufsalzung spielen eine entscheidende Rolle. Das Blut neugeborener L√§mmer bei einer Verd√ľnnung von eins zu zwei in Kombination mit dem Schaum von ausgekochtem Hafer und rosa Steinsalz hat sich bisher wohl am vertr√§glichsten erwiesen."

Kasimir merkte, dass er vor allem darum pausenlos sprach, weil er f√ľrchtete, dass er f√§llig w√§re, kaum, dass ihr Gespr√§ch auch nur einen Augenblick ins Stocken geriete. Noch war das Reden f√ľr den Vampir offenbar interessanter als das Stillen seines Hungers und die bedrohliche Gestalt h√∂rte ihm aufmerksam zu.

Der Schmerz in seinem Knie wurde jedoch inzwischen unvertr√§glich. Kasimir versuchte, w√§hrend er weiter von den interessanten Aspekten des Forschungsprokektes f√ľr Vampirersatznahrung sprach, die unm√∂gliche K√∂rperhaltung in eine bequemere umzuwandeln, doch er rutschte dabei ab und glitt einen Meter mit dem Knie durch die Felsspalte, ehe er erneut mit einem Ruck und einem dumpfen Schrei h√§ngen blieb. Das scharfkantige Gestein hatte seine Hose und seine Haut aufgeschlitzt, Blut sickerte durch den wei√üen Stoff. Selbst er mit seiner unge√ľbten Nase konnte den Geruch mehr als deutlich wahrnehmen."Die Teilnahme ist kostenlos", erkl√§rte er in m√∂glichst neutralem Ton.

Der Greif hatte auf seinen Schrei hin die Richtung ge√§ndert. Noch hatte er sie nicht entdeckt, doch er suchte das Gel√§nde nun weitaus zielgerichteter ab. Es w√§re nur eine Frage der Zeit. Vielleicht konnte Kasimir den Vampir ja lange genug ablenken, wenn er ihn schon nicht von alternativen Ern√§hrungsformen √ľberzeugen konnte.

"Da fällt mir auf, wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Frater Kasimir, mondpriesterlicher Kurier der Lichtreiter. Mit wem habe ich die Ehre?"
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Re: Die Verderbung des Frater Kasimir

#14

Beitragvon JEELEN » So 1. Jan 2017, 13:32

Varod

Der Vampir wollte dem Alben gerade antworten, welche Qualen es waren auf guten Kaffee verzichten zu m√ľssen, wenn man Kaffee liebte und zu sch√§tzen wusste. Aber in dem Moment hampelte der Priester herum, rutschte ab und verletzte sich selbst.

Varod stieg der Geruch von Blut in die Nase. Ebenso h√§tte der Priester auch schreien k√∂nnen, "Essen ist fertig". Denn genauso f√ľhlte es sich f√ľr Varod an, wie eine unwiderstehliche Einladung endlich zu essen. Es gelang ihm noch etwas den Drang niederzuk√§mpfen und dem Mann zu antworten.

"Mein Name ist Varod. Richtig, ich bin... war Rakshaner...", erkl√§rte er und leckte sich dann ungeniert √ľber die blutleeren Lippen.

Das Monstr√∂se an Vampiren erkannte man meist erst dann, wenn man ihnen zu nahe gekommen war. Sie wirkten fast wie Personen, die sie einst auch gewesen waren. Wenn man keine Ahnung hatte, womit man es zu tun hatte, hielt man sie immer noch f√ľr eine normale Person. Doch wer wusste was er vor sich hatte, dem entging nicht ihre spezielle Art, den Kopf zu halten.

Schr√§g zur Seite geneigt oder extrem weit nach hinten √ľberstreckt.
So witterten sie.
So witterte Varod nach dem Blut des Alben.

Auch waren seine Bewegungen eine Spur zu schnell f√ľr eine normale Person. So bewegten sich keine Menschen.

‚ÄěEin guter Geruch, man erinnert sich. Es riecht genauso wie die erste eigene Mahlzeit. Immer‚Äú, fl√ľsterte der Vampir und l√§chelte abwesend vor sich hin.

Ganz offensichtlich löste der Blutgeruch in dem Vampir auf eine verstörende Art und Weise Heißhunger aus.

Auf allen Vieren kletterte Varod erstaunlich geschickt in Richtung des Alben hinab. Dabei ließ er den Priester keinen Moment aus den Augen. Geifer rann von seinen Reißzähnen und tropfte von seinen Lippen zäh zu Boden.

`Fast da¬ī, schoss es dem Untoten durch seinen Hungervernebelten Verstand.

Er kr√ľmmte sich und spannte alle Muskeln f√ľr einen finalen Sprung auf seine Beute an. Mit einem Satz landete der Vampir auf dem Priester und riss ihn ein St√ľck mit sich. Es musste ein gewaltiger Satz gewesen sein, der ihn auf den Alben bef√∂rdert hatte.

Seine linke Hand packte den Sch√§del des Priesters und versuchte ihn den Kopf in den Nacken zu pressen ohne dass er dabei das verfluchte Amulett ber√ľhren musste. Sein eigener Kopf folgte der Bewegung um bei erstbester Gelegenheit sofort zubei√üen zu k√∂nnen. F√ľr den Bruchteil einer Sekunde begegnete sich ihre Blicke, begegnete sein Blick dem seines Opfers.

Die Augen von Varod waren zu Schlitzen zusammengekniffen. Das ganze Gesicht war eine Fratze aus unendlichem Hunger und animalischer Gier.

Der Kopf des Vampirs war h√∂chstens noch einige Zentimeter von dem des Alben entfernt und gleich w√ľrde der Untote √ľber ihn herfallen und mit seinen messerscharfen Z√§hnen zubei√üen.
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Re: Die Verderbung des Frater Kasimir

#15

Beitragvon Kasimir » So 1. Jan 2017, 13:53

In dem Moment, als das Unget√ľm auf ihn sprang, riss Kasimir das freie Bein vor sich, um den Sprung, der unverkennbar auf seinen Hals zielte, abzuwehren. Doch sein Fu√ü, der den Vampir im Gesicht hatte treffe sollen, wurde einfach nach oben gedr√ľckt und er sp√ľrte, wie die Z√§hne sich in seine Kniekehle gruben. Ein stechender Schmerz schoss Kasimirs Bein hinauf bis in den R√ľcken. Das Knie, dessen R√ľckseite von den Fangz√§hnen durchbohrt war, wurde brutal in sein Gesicht gedr√ľckt, w√§hrend sein ganzes K√∂rpergewicht und das des Vampirs an seinem anderen Bein hing. Die Schmerzen waren extrem, er hatte da Gef√ľhl, dass ihm alle Sehnen rei√üen w√ľrden. Kasismirs Eingeweide wurden obendrein durch seinen zur√ľckgebogenen Oberschenkel so zusammengedr√ľckt, dass er nicht einmal mehr atmen, geschweige denn schreien konnte.
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Re: Die Verderbung des Frater Kasimir

#16

Beitragvon JEELEN » So 1. Jan 2017, 14:23

Varod

Zwar hatte er den Priester nicht da erwischt, wo er ihn gerne erwischt h√§tte, aber wie der Zufall es wollte, war die Position sogar noch besser. Der Mann konnte nicht schreien, da er sich selbst die Luft abdr√ľckte. Nach diesem Mahl w√ľrde der Alb sowieso keine Luft zum atmen mehr brauchen.

Zwar war diese Position, sollte sie jemand erblicken, lächerlich - aber wer sollte schon hier oben verweilen und ihnen beiden zuschauen?

Der Vampir nagelte den Alben bewusst noch fester auf den Boden. Auf einer Seite seines Mundes, lief bereits Blut herab, das Blut des Alben. Varod nahm sich zusammen, andernfalls h√§tte er sein Maul noch tiefer in die Kniekehle seines Opfers gegraben. Die Folge w√§re er w√ľrde dem Alben Gewebe und Knorpel aus dem K√∂rper rei√üen und ihn damit besch√§digen.

So beschränkte sich der Vampir darauf nur fester zuzubeißen. Er trank bis sein Hunger fast gestillt war, aber er trank sein Opfer nicht aus. Als der Alb fast blutleer unter ihm lag, ließ Varod von ihm ab und hockte sich vor ihn hin.

Kasimir sp√ľrte das etwas seltsames in ihm vorging. Der Vampir brachte ihn nicht um, er beherrschte sich. Er verwandelte ihn. Trank fast vorsichtig um ihn nicht schlimmer zu verletzen als n√∂tig.

Dennoch sp√ľrte der Alb wie sein K√∂rper starb. Wie sein Vitabolismus zusammenbrach, der Blutdruck versagte, dass Herz aufh√∂rte zu schlagen - einer Pumpe gleich der fast jeglicher Arbeitsstoff entzogen wurde. Seine Atmung versagte und selbst die K√§lte und Schmerzen die er vorher noch gef√ľhlt hatte, schienen nun unendlich weit entfernt.

Er f√ľhlte wie etwas dunkles von ihm Besitz ergriff. Nasskalter Schwei√ü bedeckte seinen K√∂rper. Sein Blickfeld wurde schwarz und sein Bewusstsein zersplitterte in tausende Scherben.

Dann war es vorbei. Er starb.
Seine Wahrnehmung war bei null angelangt.

Ein Schrei.
Nein ein Ruf.
Irgendein Ruf zwang sein Bewusstsein wieder an die Oberfläche.

Kasimir schlug die Augen auf und sah in das Gesicht von Varod. Der Mann sah ges√ľnder aus, lebendiger als er ihn in Erinnerung hatte. Der Alb sp√ľrte wie eine krallenbew√§hrte Hand √ľber seinen kahlen Sch√§del strich.

"Erheb Dich mein Z√∂gling", fl√ľsterte Varod und stand auf.
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