Der Weg zum Chaos


Die Front
Die Hauptstreitmacht des Chaos wurde entfesselt, um die Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Die Niederlage der Zwerge schien lange unausweichlich, doch im letzten Moment haben sich andere alte V├Âlker daf├╝r entschieden, ihnen zur Unterst├╝tzung zu kommen. Also ├Ąnderte das Chaos seine Taktik ...
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Der Weg zum Chaos

#1

Beitragvon Aksoy » Fr 27. Jan 2017, 13:52

Der Tiefling hatte beschlossen seinen heimatlichen Sumpf zu verlassen und dem Rat der J├Ąger zu folgen. Er wollte sich Rakshor und seinen Truppen anschlie├čen. Dazu musste er nach Cara┬┤Cor reisen.

Einer Zeltstadt, so hatten es ihm die J├Ąger erkl├Ąrt und ihm einen seltsamen Zettel ausgeh├Ąndigt.

Wie immer wenn er sich drau├čen befand und ihm etwas unklar wurde, war sein erster Blick r├╝ckversichernd hoch in den Himmel. F├╝r andere Leute ausweglose Situationen hatten f├╝r ihn immer noch den Notausgang nach oben. Wurde ihm eine Situation zu mulmig, dann floh er in den Himmel.

Die meisten Feinde konnten ihm dahin nicht folgen. Beschuss und fliegende Feinde konnte Aksoy in den Weiten des Himmels mit etwas Geschick absch├╝tteln. Hier in der unteren Region des Himmels war es fast windstill, aber an den Zug der Wolken konnte er erkennen, dass es weit oben anders aussah. Dort schien ein schneller Wind zu wehen. Es war angenehm warm.

Gut, er hatte bis jetzt nicht oft Grund gehabt zu fliehen und heute wollte er auch nicht vor irgendetwas davonfliegen, sondern er wollte zu seinem neuen Leben aufbrechen. Wenn er gleich vorher den Schwanz einkniff, gab es keinen Grund die Fl├╝gel zu entfalten, dachte sich Aksoy.

Wie die meisten seiner Art zog er es vor in gr├Â├čerer H├Âhe gem├╝tlich im Segelflug weite Strecken zur├╝ckzulegen, anstatt kr├Ąfteraubend im Ruderflug fliegen zu m├╝ssen. Er nutze lieber Aufwinde, als sich selbst abzum├╝hen.

Es war nicht so, dass er das nicht gekonnt h├Ątte. Im Gegenteil er war fit, ein guter Flieger und beherrschte so manches Man├Âver am Himmel, aber er war bequem und er wollte sich seine Kr├Ąfte f├╝r die unbekannte Umgebung aufsparen.

Generell mochte er keine Dinge die ihn unangenehm werden konnten. Weder im Flug, im Kampf noch im t├Ąglichen Leben. Solche Dinge umging er lieber. Nur gab es in seiner momentanen Situation keine M├Âglichkeit sich Unangenehmen zu entziehen. Sollte er solchen Situationen unterwegs begegnen, musste er sich ihnen stellen.

Der gro├če Tiefling rief sich ins Ged├Ąchtnis was die J├Ąger ihm erkl├Ąrt hatten. Er hatte selbst schon J├Ąger durch die S├╝mpfe gef├╝hrt, nun musste er sich auf deren Wort verlassen.

Aksoy ging mit weit ausgebreiteten Fl├╝geln in die Hocke und sprang dann mit einen gewaltigen Satz in die Luft. Der Tiefling schlug hart mit den Fl├╝geln um schnell an H├Âhe zu gewinnen.

Als er genug H├Âhe gewonnen hatte, nutzte er die Aufwinde des Himmels um in gro├čen Kreisen weiter aufzusteigen. W├Ąhrend er gem├Ąchlich seine Bahnen zog, tastete er nach seinem Amulett. Dabei schaute er nach unten und beobachtete den Boden unter ihm.

Noch kannte er die Landschaft.

Der Tiefling folg weiter, so wie man ihm den Weg beschrieben hatte. Zu weit aufsteigen durfte er auch nicht. Er musste wenigstens etwas von der Landschaft unter ihm noch erkennen k├Ânnen. Nach einiger Zeit des Fluges ver├Ąnderte sich die Landschaft unter ihm. Aksoy segelte gem├╝tlich im Gleitflug und schlug nur mit den Fl├╝geln wenn es n├Âtig war um seine Kraft zu schonen, falls er auch noch in der Nacht fliegen musste.

Langsam flog er wieder tiefer und auf die flache Landschaft hinaus, dabei hielt er Ausschau nach einem Artgenossen, nach Personen, Nahrung und auch eine geeigneten felsige Steilwand, wo er zur Not die Nacht verbringen konnte, falls er zu m├╝de zum Fliegen wurde.

Statt einer Felswand entdeckte Aksoy einen schwarzen Zaun. Zuerst konnte sich der junge Tiefling keinen Reim auf dieses Gebilde machen. Er flog noch tiefer und langsamer.

Vor dem Zaun befand sich ein Lager in dem D├╝sterlinge lebten. Ihre Zelte waren mit Schlamm verdreckt, die Erde war zertrampelt dass sie fast seinem heimatlichem Sumpf glich und ├╝berall waren Schn├╝re gespannt auf denen Lumpen hingen. Wozu die gut sein sollten, wusste Aksoy nicht. Einige Kochstellen waren ebenfalls zu sehen und dem Tiefling knurrte der Magen.

Das Lager wirkte eindeutig zu gro├č f├╝r die Anzahl an D├╝sterlingen. Er wollte gerade ansetzen sich einen Landeplatz unter den D├╝sterlingen zu suchen, als er ein St├╝ck weiter Holz- und Schilfh├╝tten von Tieflingen entdeckte. Er startete ├╝ber den kleinen Kerlen durch und flog ein St├╝ck weiter.

Zwischen den H├╝tten und seinen Artgenossen suchte sich Aksoy einen geeigneten Platz zum Landen. Aksoy landete und faltete seine Fl├╝gel eng auf dem R├╝cken zusammen. Auch dieses Lager war kaum besetzt.

Der H├╝ne schaute sich kurz im Lager um und schritt dann auf einen der Tieflinge zu.

"Du da. Ich brauche Deine Hilfe. Wo schreibt man sich ein? Ich komme direkt aus der Heimat und die J├Ąger gaben mir dies hier. Aber die Lager scheinen fast verwaist zu sein", erkl├Ąrte Aksoy mit seiner tiefen, rauen Stimme. Er zeigte sich wie immer friedlich.

Der fremde Tiefling nahm den Zettel entgegen, musterte ihn und nickte knapp.
"Aha und wer bist Du? Ich bin Kishori", stellte sich der fremde Tiefling vor.
"Hallo Kishori, ich bin Aksoy", antwortete der H├╝ne.

"Die Truppe ist schon losgezogen. Sie sind nach Dunkelbruch aufgebrochen um den Zwergen das Fell ├╝ber die Ohren zu ziehen", grinste der Tiefling mit gebleckten Z├Ąhnen und reichte Aksoy den Zettel zur├╝ck.
"Wo liegt Dunkelbruch?", hakte Aksoy nach.

Der Kishori beschrieb Aksoy so gut er konnte den Weg nach Dunkelbruch.

"Aber Du wirst vorher schon aus der Luft die Truppe erkennen. Dort meldest Du Dich bei Tarrik Tarkan, so steht es auf dem Zettel geschrieben. Bei ihm schreibst Du Dich ein", erkl├Ąrte Kishori.
"Danke", sagte Aksoy und nickte dem anderen Tiefling knapp zu.

Er trat einige Schritte beiseite, faltete seine Schwingen auseinander und brach erneut auf.

Ein St├╝ck der Strecke kam ihm nun vertraut vor. Dies h├Ątte er sich gut sparen k├Ânnen. Nun hinterher wusste man immer mehr, pflegte seine Mutter zu sagen.

Aber Kishori sollte Recht behalten. Aksoy hatte zwar erneut einen seiner Meinung nach weiten Weg zu fliegen, aber die Truppe des Rakshor sah man schon von weitem.

Aasgeier kreisten ├╝ber dem Trupp und versprachen sich leichte Beute. Nun warum auch nicht? Wild floh kopflos vor der gewaltigen Armee und schien sich zu Tode zu st├╝rzen und ├╝ber die eigenen Beine zu fallen.

Eine kurze Rast konnte nicht schaden. Aksoy pfl├╝ckte eines der verletzten Tiere vom Boden. Er packte es um den Hals und flog ruckartig auf, um sein Opfer so zu strangulieren. Er wartete in der Luft bis seine Beute aufgeh├Ârt hatte zu zappeln. Er gab ihr noch einen Moment, da er sicher sein wollte das sie tot war und landete.

Der Tiefling packte mit eine Hand die Hinterbeine der Tiers, hielt es hoch und riss ihm mit seinen messerscharfe Krallen der anderen Hand die Bauchdecke auf. Vorsichtig r├Ąumte er die Innereien seiner Beute aus, damit ihr Fleisch nicht verdarb. Herz, Lunge, Leber und Milz fra├č er direkt auf, den Rest schmiss er achtlos auf den Boden.

Als sein Essen auf die Art f├╝r sich ges├Ąubert hatte, riss er ihr das Fell von ihrem K├Ârper, so dass es wie ein Lappen um den Kopf seiner Beute herab hing. Gut gelaunt begann Aksoy das Fleisch von dem Tier abzufressen.

Nach seiner Mahlzeit machte sich der Tiefling sofort erneut auf den Weg. Aksoy flog tiefer und konnte schon bald Lachen h├Âren. Allerdings schien es von den seltsamen Reittieren zu kommen. Der gro├če Tiefling landete und w├Ąre dabei fast auf einen Ghul getreten der durch das Steppengras schlich. Mit einem kurzen Fl├╝gelschlag konnte Aksoy gerade noch verhindern auf die Kreatur zu treten.

Der Tiefling ging auf einige am Rand marschierende Orks zu und fragte nach Tarkan und zeigte ihm den Zettel.

Der Mann erkl├Ąrte ihm, dass Tarkan weiter vorne zu finden war. Da die Marschformation eher locker gehalten war, konnte sich der gro├če Tiefling den anderen anschlie├čen. Er machte sich daran sich nach vorne zu arbeiten und sich nach Tarkan durchzufragen.
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Re: Der Weg zum Chaos

#2

Beitragvon Tarkan » Sa 4. Feb 2017, 15:21

Aksoy musste sehr lange warten. Als Organisator der Offensive hatte Tarkan alle H├Ąnde voll zu tun. Um den Tiefling herum wimmelte das Lagerleben und -sterben, was in einem Krieg nun einmal unvermeidlich war. Die K├Ąmpfer wurden mehrmals am Tag ausgewechselt, sie k├Ąmpften in Schichten, so dass zwar nicht ├╝berm├Ą├čig viele, daf├╝r aber stets hundertprozentig ausgerute Krieger mit perfekt gewarteter Ausr├╝stung an vorderster Front standen.

Ein Ghul schnupperte am Genick des Neulings, lie├č jedoch entt├Ąuscht von ihm ab, als er feststellte, dass es sich bei ihm nicht um einen Vampir handelte, sondern um einen gew├Âhnlichen Sterblichen. Ansonsten k├╝mmerte man sich wenig um ihn, da kaum jemand zu irgendetwas Zeit hatte und andere Dinge wichtiger waren. Achtlos trampelte man an ihm vorbei, raunzte ihn h├Âchstens einmal an, weil er im Weg rumstand und nichts N├╝tzliches tat.

Endlich kam ein Trupp von Rakshanern, die in Zebrafelle gewandet waren und dar├╝ber die seltenen Eisenr├╝stungen trugen und hielt vor ihm. Tarkan selbst erkannte man an dem Leopardensch├Ądel auf dem Haupt, dessen geflecktes Fell wie ein Umhang hinter seinem R├╝cken flatterte und den zahlreichen langen Geierfedern im Haar. Sein Gesicht war wie bei allen Rakshanern verh├╝llt, in seinem Falle mit einem grauen Tuch. Seine ganze Erscheinung war staubig, voller Blutspritzer und er stank wie der Rest seiner Truppe heute zum Himmel. Man sah ihm an, dass er wenig davon hielt, die Schlacht nur aus sicherer Entfernung zu dirigieren.

"Neuer Rekrut?", fragte er knapp.
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Re: Der Weg zum Chaos

#3

Beitragvon Aksoy » Sa 4. Feb 2017, 21:37

Dem gro├čen Tiefling machte warten nichts aus. Manchmal hatte er tagelang nichts anderes getan als zu warten. Gut andere w├╝rden vermutlich dazu faulenzen sagen, aber hier war es schlie├člich nicht anders. Neugierig beobachtete er die Leute die ihn umgaben.

Krieger kamen und gingen, ein Ghul kam ihm nahe und schnupperte an ihm. Scheinbar war er nicht dass, was immer der Ghul sich erhofft hatte, denn das Wesen zog wieder seiner Wege.

Wenn ihn einer anranzte, weil er im Weg stand, schaltete Aksoy wie immer auf stur. Er stand schon vorher da, und so gro├č war der Umweg um ihn herum nun auch nicht.

Falls doch oder jemand frech werden sollte, konnte er immer noch die Fl├╝gel ├Âffnen, wenn die Person "ung├╝nstig" stand. Aber so etwas hob er sich nur f├╝r den Notfall auf. Einen Notfall sah Aksoy hier weit und breit nicht, nur Chaos - aber das musste man auch beim Chaos vorfinden. Wohl geordnete Reihen w├Ąren verst├Ârender gewesen.

Als dann eine Gruppe von Rakshanern in Zebrafellen erschien, musterte Aksoy die kleinen Menschen genauer. Sie trugen R├╝stungen aus Eisen, was bedeutete dass sie wichtige Personen waren. Die Menschen die er kannte, trugen solche R├╝stungen nicht.

Der Anf├╝hrer von ihnen, vermutlich genau jene Person die er gesucht hatte, war mit Federn und einem Sch├Ądel geschm├╝ckt. Passend dazu trug er das Blut seiner Feinde.

Der gro├če Tiefling beugte sich ein St├╝ck herunter und faltete die Fl├╝gel eng auf dem R├╝cken zusammen.

"Ich habe Euch gesucht, ich wollte mich Euch anschlie├čen", sagte er freundlich.

Aksoy lie├č bewusst jede Anrede weg, weil er davon keine Ahnung hatte. Was immer er sagte und vielleicht h├Âflich meinte, k├Ânnte der Mensch als Beleidigung auffassen. Er war nicht gerade gut darin die passenden Worte zu w├Ąhlen. Seine St├Ąrken lagen woanders.
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Re: Der Weg zum Chaos

#4

Beitragvon Tarkan » Mo 6. Feb 2017, 09:02

Tarkan blickte ihn streng an und musterte ihn innerhalb eines Augenblickes von Kopf bis Fu├č. Tieflinge meinten es fast immer ehrlich mit ihren Rekrutierungsgesuchen, da sie woanders kaum unterkamen. Es war sehr selten, dass sie jemand auf der Seite des Feindes daf├╝r bezahlte, die Rakshaner auszuspionieren und wenn, dann gab es ohnehin abgesehen vom Wissen ├╝ber die geplanten Taktiken, das sicher in den K├Âpfen der Anf├╝hrer verwahrt war, nichts, dass irgendeiner Geheimhaltung bedurfte, das nicht ohnehin auch von au├čen ersichtlich war. Die Rakshaner verf├╝gten ├╝ber keine Wunderwaffen oder dergleichen. Die Position der Hauptstreitmacht war ohnehin bekannt, von einzelnen Abteilungen, die andere Aufgaben wahrzunehmen hatten, abgesehen. Der Bursche vor ihm sah kr├Ąftig und gesund aus und Tarkan konnte jeden Mann gebrauchen.

"Was ist das Chaos?", fragte er, um sich auch ├╝ber dessen Geist ein Bild zu machen. Einen Ghul, der stehenblieb und neugierig Witterung aufnahm, verjagte er mit einem stechenden Blick. In ihren modernden Gehirnen verstanden sie es nicht einmal, dass nur Alben und Menschen zu Vampiren werden konnten und sie hier vergebens auf einen Leckerbissen hofften. Wenn sie sich erst einige Tage an der Front den Wanst vollgeschlagen und ihre Hirne regeneriert hatten, w├╝rden sie weniger aufdringlich und vor allem weniger dumm sein. Vielleicht w├╝rden sie dann auch aufh├Âren, auf allen vieren zu gehen. Mit dem Gedanken, dass einer von denen f├╝r S├╝drakshanistans Streitmacht verantwortlich war, konnte Tarkan sich immer noch nicht so richtig anfreunden.
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Re: Der Weg zum Chaos

#5

Beitragvon Aksoy » Mo 6. Feb 2017, 14:10

Der Tiefling h├Ârte seinem hoffentlich zuk├╝nftigen Herrn aufmerksam zu, auch wenn dieser nicht viel sagte, sprach sein Blick B├Ąnde.

Der Anf├╝hrer fragte ihn schlicht und ergreifend was Chaos ist.

Aksoy wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als ein Ghul stehenblieb und erneut nach im schnupperte. Das war schon der zweite heute! So langsam wurde ihm die Sache unheimlich, der Tiefling krallte seine Fu├čkrallen fester in den Boden und hob unbewusst abwehrend seinen Schweif um den Ghul zur Not wegzuschubsen.

Konnten sich die Kerle irgendwie lautlos verst├Ąndigen?

Er war schlie├člich nicht absichtlich fast auf den verwesenden Kollegen von ihnen gelatscht bei der Landung. Der Bursche war auf allen vieren durchs Gras gekrochen!

Wie sollte er ihn da sehen? Gut, wenn man bei der Landung hinguckte, wo man landete ÔÇô aber das hatte er nun mal f├╝r einige Sekunden vor Aufregung vergessen und er hatte den Burschen ja nicht getroffen. Warum sie sonst schnupperten, entzog sich seinem Verst├Ąndnis. Weder roch er faulig wie sie selbst, noch roch er irgendwie anziehend und wie leichte Beute sah er nicht aus. Das hoffte Aksoy jedenfalls inst├Ąndig.

Der Tiefling konzentrierte sich wieder auf das hier und jetzt. Er wusste nicht, welche Antwort der Rakshaner vor ihm erwartete.

Eine religi├Âse?
Eine erkl├Ąrende?

ÔÇ×Chaos ist das Fehlen von Ordnung. Ordnung bedeuten Regeln und Regeln sind Ketten. Chaos bedeutet Freiheit, denn es z├Ąhlt nur der Augenblick und das eine Leben von dem wir wissen.

Oder wollt Ihr eine religi├Âse Antwort h├Âren? Da wei├č ich glaube ich keineÔÇť, gestand Aksoy Tarkan ein und zuckte mit seinen gewaltigen Schultern.
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Re: Der Weg zum Chaos

#6

Beitragvon Tarkan » Mo 6. Feb 2017, 19:03

"Nein, das reicht. Was kannst du? Was f├╝r Aufgaben stellst du dir vor? Hast du Kampferfahrung?"

Als er die abwehrende K├Ârperhaltung des Neulings bemerkte, als der Ghul an ihm schnupperte, f├╝hlte Tarkan sich zu einer kurzen Erkl├Ąrung gen├Âtigt. Ihm war bekannt, dass diese Daseinsform an so ziemlich allen anderen Orten Asamuras keineswegs allt├Ąglich war.

"Die Ghule sind ausgehungert, da wir lange nicht im Kampf waren und die Nahrung im Feldlager f├╝r sie knapp ist. Viele Rakshaner ziehen zwar eine Bestattung im Magen eines Ghuls dem langsamen Verwesen vor, aber nicht alle und die anderen Rassen noch weniger. Du riechst fremd, hast noch nicht den typischen Geruch unserer Streitmacht angenommen. Darum hoffen sie, dass sie ein wenig an dir knabbern k├Ânnen, ohne dass dein Verschwinden jemanden st├Ârt. Wenn sie augehungert sind, erschaffen sie sich notfalls die Leichen, die sie brauchen, selbst. Ich lasse dir nach unserem Gespr├Ąch Kleidung, gegebenenfalls auch Waffen und R├╝stung aus unseren Best├Ąnden geben, damit sollte sich das Problem erledigen. Bis dahin ignoriere die Ghule einfach oder verpasse ihnen notfalls ein paar Tritte. Ein gebrochener Kiefer schadet ihnen nicht, sie k├Ânnen sich regenerieren."
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Re: Der Weg zum Chaos

#7

Beitragvon Aksoy » Mo 6. Feb 2017, 20:24

Aksoy war froh, dass er nicht einen religi├Âsen Monolog halten musste. Er war besser darin Chaos zu verbreiten, als es gro├č und breit zu erl├Ąutern. Aber das konnte der Mann vor ihm nicht wissen, und Tollpatschigkeit als besondere F├Ąhigkeit wollte der gro├če Tiefling lieber auch nicht angeben.

Dann musste er vermutlich direkt wieder den Abflug machen und die Schande wollte er nicht ├╝ber sich ergehen lassen, oder ├╝ber seine Mutter.

Kampferfahrung hatte er keine, es sei denn man sah von der einen oder anderen Rauferei ab. Daf├╝r war er bereit jede Aufgabe zu leisten. Er dachte gerade nach, wie er das h├Âflich formulieren konnte, als ihm der Mann vor ihm erkl├Ąrte warum die Ghule so aufdringlich waren.

Aksoy starrte Tarkan total perplex an und nickte dann langsam.

"Ehm, ja Danke. Mit dieser Antwort habe ich nicht gerechnet.
Ich meine was die Ghule angeht.

Was ich kann? Eigentlich nichts besonders, wisst Ihr? Ich habe mein Leben in den S├╝mpfen verbracht und f├╝r mein Futter gejagt. Kampferfahrung habe ich keine. Es sei denn Ihr z├Ąhlt eine Rauferei dazu. Aber ich kann es lernen, garantiert. Haben die anderen Tiefling hier doch auch, nicht wahr?

Ich bin bereit jede Aufgabe zu erledigen, die Ihr mir ├╝bertragt. Und wenn etwas im Flug erledigt werden muss, kann ich das gerne f├╝r Euch tun. Das ist kein Problem, ich bin ein guter Flieger, das kann ich Euch versichern.

Eine Frage zur├╝ck an Euch. Wie soll ich Euch ansprechen? Habt Ihr einen Titel oder einen Wunsch? Es klingt komisch, immer drum herum zu reden", antwortete Aksoy ehrlich wie freundlich.

"Wegen Eurer Ghule, fressen sie nur Personen? Ich sah totes und verendendes Wild. Vielleicht sollten sich die Ghule daran zu schaffen machen", schlug der gro├če Tiefling vor.
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Re: Der Weg zum Chaos

#8

Beitragvon Tarkan » So 12. Feb 2017, 12:34

"Tarrik Tarkan", antwortete er. "Lass dich nicht davon verunsichern, wenn manche mit als Rakshamanen bezeichnen, das bin ich nicht. Zentralrakshanistan hat keinen. Bis es so weit ist, k├╝mmere ich mich um alles. Ach ja, und weil es mir auffiel: Der Majest├Ątsplural ist nicht erforderlich. Das ist eine ├Ątzende Angewohnheit, die von den Westlern abgeschaut und hierher geschleppt wurde. In Rakshanistan ist jeder nur einer, auch ich. Ein Du samt Titel reicht vollkommen aus."

Er ├╝berlegte kurz, welche Aufgabe er dem neuen Tiefling erteilen sollte. Er war unerfahren, doch Erfahrung erlangte man nicht, indem man in Watte gepackt wurde. Er sah robust aus, ein Schubs ins kalte Wasser w├Ąre in seine Fall einen Versuch wert. Also sprach Tarkan:

"Wir hatten gro├če Verluste bei den Flugeinheiten. Nicht durch den Feind, sondern wegen einer Seuche. Die Seuche ist im Griff, aber die Lufttruppen sind ziemlich l├Âchrig. Wir haben unsere wichtigsten Anf├╝hrer verloren und die fliegenden Krieger sind untereinander verstritten, weil sie sich gegenseitig die Schuld f├╝r die Ansteckung in die Schuhe schieben. Dich kennen sie nicht und du warst bei der Seuche nicht dabei. Wenn du es dir zutraust, beauftrage ich dich damit, die ├╝berlebenden Tieflinge zu einer schlagkr├Ąftigen Truppe zu vereinen. Geh zu ihnen und mach dir ein Bild von der Lage, rede mit ihnen, motiviere sie. Wenn es dir gelingt, sie alle in geschlossener Formation vor mein Zelt zu bringen, habe ich einen wichtigen Auftrag f├╝r dich. Gelingt es dir nicht, kommst du vielleicht als K├╝chengehilfe unter bei den Versorgungstruppen."
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Re: Der Weg zum Chaos

#9

Beitragvon Aksoy » So 12. Feb 2017, 16:44

Aksoy konzentrierte sich so gut er konnte auf das was sein Boss von sich gab.

`Er ist kein Schamane, noch nicht, alles klar. Aber was bedeutet das?
Dass er kein Heiler ist und niemanden mit Medizin helfen kann?
Oder noch nicht?

Ist er noch in Ausbildung und macht das nur bis ein Schamane vor Ort ist?
Ganz Zentralrakshanistan hat keinen Schamanen?
Gef├Ąhrliche Sache. Wer k├╝mmert sich denn um die Kranken?

Er... das hat er ja gerade gesagt. Besser aufpassen.
Solange es noch nicht soweit ist, k├╝mmert er sich darum. Sehr gut. Ein weiser Boss, wenn er keine Heiler hat, macht er den Job selbst. Er muss ganz sch├Ân klug sein, wenn er das mal so eben aus dem ├ärmel sch├╝ttelt┬┤, dachte der gro├če Tiefling beeindruckt und nickte freundlich als Tarkan fortfuhr.

`Hier ist jeder nur einer, ein Du reicht v├Âllig aus? Hatte ihm sein Boss damit das Du angeboten? Was eine gro├če Ehre!┬┤, freute sich Aksoy.

"Dankesch├Ân Tarrik", antwortete der riesige Tiefling freundlich darauf.

Was das mit dem Majest├Ąts-Ding auf sich hatte und warum der Westen es hergebracht haben sollte, kapierte Aksoy nicht. Es reichte, wenn er wusste, sowas geh├Ârte nicht hierher.

Er beschloss, falls er so ein Majest├Ąts-Dings sehen sollte, w├╝rde er es niederschlagen und seinem Boss vor die F├╝├če legen. Dass w├╝rde ihn sicher freuen. Denn er sprach sehr angewidert von dem Plural-Ding.

Vermutlich war es gef├Ąhrlich und vielleicht sogar die Seuche schuld, schlussfolgerte Aksoy.

"Tarrik, Boss - ich werde mein Bestes geben um die Flieger wieder zu vereinen. Darf ich erw├Ąhnen, dass ich wenn ich die Flieger nicht vereinen kann in die K├╝che muss? Ich k├Ânnte etwas zur Probe zusammenkochen. Glaub mir, wenn sie meinen Fra├č fressen mussten, vertragen die sich ganz flux", grinste der Tiefling.
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Re: Der Weg zum Chaos

#10

Beitragvon Tarkan » So 12. Feb 2017, 20:28

Der Tiefling glotzte ihn freundlich an, sah aber indess nicht so aus, als ob er etwas verstanden h├Ątte. Er kam vermutlich aus dem hintersten Kaff von Weitfortistan und wusste so ziemlich gar nichts von Politik, f├╝hlte sich aber, wie die meisten Tieflinge, instinktiv vom Chaos angezogen.

Kurzerhand packte Tarkan einen seiner Zebras am Kragen und schob ihn nach vorn zum Tiefling. Auch wenn das Gesicht des Mannes verdeckt war, sah man an seinen Augen, dass er breit grinste.

"Crize, du wirst unseren Neuling begleiten. Helfen darfst du ihm nicht, aber jedwede Frage breit und ausf├╝hrlich beantworten." Dann wandte Tarkan sich wieder Aksoy zu.

"Ob du ihnen mit almanischem Eintopf drohst oder sonstwomit ist mir gleich. Wir sehen uns sp├Ąter. Bei Unklarheiten wende dich vertrauensvoll an Crize." Damit eilten Tarkan und seine Zebras davon, mit Ausnahme des Mannes, der zwischen Zehen und Fersen hin- und herwippte. Auf dem R├╝cken trug er einen nicht gespannten Reiterbogen, der sich wie ein C in die falsche Richtung kr├╝mmte und dazu einen K├Âcher voller schwarz-wei├č-gefiederter Pfeile. Am G├╝rtel hatte er einige frische, noch blutige Skalps.
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