Spieglein, Spieglein

Das gemĂ€ĂŸigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkĂ€mpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, wĂ€hrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
Das gemĂ€ĂŸigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umkĂ€mpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urvölker Asamuras, wĂ€hrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
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Jaro BallivĂČr
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#1

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Fr 14. Apr 2017, 15:29

Jaro stieg aus dem kleinen Waldsee. Es war wundervoll gewesen, einmal wieder zu baden. Nach dieser langen Reise hatte er das GefĂŒhl sich am anderen Ende der Welt zu befinden und wenn er vergangene Nacht die Sterne richtig gedeutet hatte, war er das wohl auch fast. Und nach vier Jahren der Lehre bei einem Meister wie Goldanil Tiren Orillectus war durchaus davon auszugehen, dass er richtig schĂ€tzte. Er war nun endlich in der Souvagne angekommen.
Ohne sich abzutrocknen schlĂŒpfte Jaro in seine Kleider. Es war noch sehr frĂŒh am Morgen und jeder Lichtalb hĂ€tte wohl bis auf die Knochen gefroren, nicht aber Jaro. Er setzte sich auf den erdigen Boden der kleinen Lichtung, um seine Stiefel an seinen Beutel zu binden. Noch nie zuvor hatte er so einen Wald gesehen. Wo er herkam, waren die WĂ€lder meist trocken, die BĂ€ume hoch und wo man auch hintrat, knackte und knirschte es. Hier schienen alle GerĂ€usche gedĂ€mpft zu werden, als ginge man mit den Samtpfoten einer Katze. Es gab viele verschiedene BĂ€ume, doch vor allem erweckten jene sein Interesse, die all ihre Zweige nach unten hĂ€ngen ließen, als trauerten sie. Normalerweise sah Jaro sein Umfeld nur als etwas, dass eben da war, doch diese BĂ€ume waren einfach schön. Die, die am Flussufer standen, ließen ihre Zweige ins Wasser hĂ€ngen und wenn der Wind sie sanft wiegte, malten sie wandernde Kreise in das Nass.
Jaro trank einen Schluck aus seiner Trinkflasche. Dann machte er sich daran, auf einen Baum zu klettern, der große und breite Äste hatte. Er wollte schlafen, bis die Mittagssonne vorĂŒber gezogen war, bevor er weiter ging. Kraftvoll zog er sich mit den Armen nach oben. Mittlerweile war er ĂŒber 1,70 m und ein krĂ€ftiger junger Mann.
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Re: Spieglein, Spieglein

#2

Beitragvon ChloĂ© » Sa 15. Apr 2017, 17:50

ChloĂ© lag immer noch ihrem Bett leicht erschöpft und Völker Kraft los sie ĂŒber legte was sie machen könnte . Es klopfte an der TĂŒr und Duk Maximilian kam rein er machte seine Tochter wach gefolgt von einem Haufen dienern . ChloĂ© öffnete ihre Augen und zog das Kissen ĂŒber ihren Kopf. Der Duk verließ das Zimmer seiner Tochter und ging seinen GeschĂ€ften nach . Widerwillig aß sie etwas und ließ sich ankleiden . Als ChloĂ© endlich richtig wach war lief sie durchs ganze Schloss und hielt die Belegschaft auf Trab. Die ersten Sonnenstrahlen schienen auf ihre Porzellanhaut . Schnell Verschluss sie das sie heute einen Tag im Wald verbringen wĂŒrde .
Sie zog sich schnell ihre Schuhe an schnappte sich ihre Tasche und lief in den Wald. Kurz blieb sie stehen und zog ihre Schuhe aus , immer schneller lief sie ĂŒber die HĂŒgel und die Wurzeln der BĂ€ume . Ihr Haarband blieb hĂ€ngen in den spitzen trieben eines Wildrosen Busches was sie nicht weiter störte. Sie lies sich in das weiche Gras fallen auf einem kleinen HĂŒgel und sah in den Himmeln . SchĂ€fchen Wolken zogen vorbei und das Licht der Sonnenstrahlen spielte mit kleinen Partikeln die in der Luft Glitzerten. Sie ließ sich den HĂŒgeln runter rollen und kam auf eine Lichtung wo ein großer See war neben ihm stand eine Weide deren triebe im Wasser hingen. ChloĂ© setzte sich auf und sah sich um sie Strecke ihre Hand nach dem Glitzern Partikeln aus die in den Sonnenstrahlen tanzten. Auf dem Boden neben ihr standen Puste Blumen , mit ihrer Hand strich sie vorsichtig ĂŒber das grĂŒne Gras und die Puste Blumen die sich auflösten und ein warmer Wind zug wirbelten sie durch die Luft . Tiere kamen auf die Lichtung und beschnupperten das MĂ€dchen. Sie Strecke ihre Hand nach einem kleinen Hasen aus der angehĂŒppelt kam .

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Re: Spieglein, Spieglein

#3

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Mo 17. Apr 2017, 22:37

Als Jaro erwachte, konnte er nicht mit Sicherheit sagen, ob die WĂ€rme der einzelnen durch das Blattwerk dringenden Sonnenstrahlen ihn geweckt hatte, oder die leisen GerĂ€usche von der Lichtung. Er drehte sich auf die Seite und blickte nach unten. Der Ursprung der Laute waren Waldtiere, die scheinbar durch die Anwesenheit des MĂ€dchens in ihrer Mitte angelockt worden waren. Hie und da war ein leises Schnauben zu vernehmen oder das Scharren eines Hufes. Das MĂ€dchen streckte gerade die Hand nach einem kleinen Tier mit langen Ohren aus. Vorsichtig setzte Jaro sich auf. Die Tiere schienen sehr zutraulich und auch vertraut mit dem MĂ€dchen – sie musste öfter hier sein und das bedeutete, dass sie sich vermutlich auskannte. Zudem schien sie allein zu sein, sodass sie keine Gefahr fĂŒr ihn darstellte. Jaro ĂŒberlegte. Goldanil hatte ihm nicht sagen können, wo er genau suchen sollte, doch er war sich ziemlich sicher gewesen, dass sich einer der Spiegel im Herzogtum Souvagne des Landes Almanien befand. Der Gelehrte war nach eigener Aussage schon seit vielen Jahren einem GerĂŒcht auf der Spur, hatte tausende Seiten alter Schriften gewĂ€lzt und die Sterne befragt und war sich nun sicher, dass es die beiden Spiegel wirklich gab. Jaro hatte ihm gebannt zugehört, als Goldanil ihm geschildert hatte, dass die Spiegel wahrscheinlich Ă€lter waren, als alles, was man bisher gefunden hatte. Er erhoffte sich einen Zugang zur alten Kultur und zum alten Wissen der Lichtalben, wenn er die Artefakte nur studieren könnte.
„Vielleicht war die Artefaktmagie nicht immer so verpönt bei uns, Jaro“, hatte er gesagt. „Stell dir nur vor, was fĂŒr Möglichkeiten sich uns auftĂ€ten, wenn wir mehr wĂŒssten.“
Eines Tages hatte er Jaro dann eröffnet, dass er nun mit großer Sicherheit den Aufenthaltsort eines der Spiegel wisse. Und dass er Jaro gerne schicken wĂŒrde, danach zu suchen.
„Ich möchte kein großes Aufsehen erregen. Wenn die Spiegel in die falschen HĂ€nde geraten, werde ich nie die Chance bekommen, sie zu untersuchen. Deswegen habe ich niemandem außer dir davon erzĂ€hlt und deswegen musst auch du es sein, der danach sucht.“
Die Worte hallten noch in Jaros Gedanken nach. Goldanil hatte ihm bei den Reisevorbereitungen geholfen und ihm Mittel und Wege eröffnet, ĂŒberhaupt so weit zu kommen. Doch nun war er auf sich alleine gestellt und das an einem fremden Ort. Vielleicht war es ja kein Zufall, dass dieses MĂ€dchen heute zu der Lichtung gekommen war; vielleicht konnte sie ihm helfen. Er betrachtete sie einen Moment lang. Sie hatte blondes Haar und helle Haut.
„HĂ€tte sie noch spitze Ohren, könnte man sie glatt fĂŒr eine Lichtalbe halten“, dachte Jaro. Sie war ein hĂŒbsches MĂ€dchen.
Dann zog er sich leise die Stiefel an, schulterte seinen Beutel und machte sich an den Abstieg.
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Re: Spieglein, Spieglein

#4

Beitragvon ChloĂ© » Mi 19. Apr 2017, 17:08

Im Laufe der Zeit vertrauten ihr die Tiere des Waldes immer und immer mehr. Langsam stand sie auf und schaute sich um sie fĂŒhlte sich beobachtet und vernahm ein leises knacken von einem Aßt. Schnell drehte sie sich um aber es war nichts zu sehen es wehte nicht ein mal ein kleines LĂŒftchen. Die Tiere die auf der Lichtung waren verschwanden Schlag artig nur ein kleiner Hase der zu viel Angst hatte versteckte sich hinter ihr. Sie bĂŒckte sich runter zu den kleinen und nahm ihn hoch und verbarg ihn in ihren HĂ€nden .„Wer ist da ? Kommen sie raus !.." sagte sie laut und deutlich vollkommen unbewaffnet stand sie in mitten der Lichtung. Sie sah den kleinen Hasen an „Hey keiner Hase alles wird gut "sie lĂ€chelte ihn an ging zum Rande der Lichtung und setzte ihn im sicheren GebĂŒsch ab wo seine Mama schon wartete . Schnell hoppelten sie weg . ChloĂ© ging wieder zur Mitte der Lichtung und sah sich um. Es raschelte hinter der alten Weide die ihre Triebe ins Wasser hĂ€ngen lies . Leise Schlich ChloĂ© zu dieser und blieb vor hier stehen . Freundlich sagte sie „Bitte kommen sie raus ich tue ihnen nichts versprochen".
Das Herz in ihrer Brust schlug immer schneller sie wusste genau wie gefĂ€hrlich es war ohne Waffen durch diesen Wald zu laufen . Zu oft hatte ihr Vater sie ermahnt und versucht zu belehren . Sollte nun der Trag gekommen sein wo die Feinde sie holen kommen wollten ? Und Duk Maximilian unter druck setzten und ihm sein Land nehmen wollten ? Eine leichte Luft Not stellte sich ein ChloĂ© Reis dich zusammen ! Da wird bestimmt nur ein kleines Tier sein oder sowas .... tief atmete sie ein und aus und wartete darauf das ein Reh oder ein Fuchs raus kommt. Es fĂŒhlte sich wie eine Ewigkeit an das warten auf das ungewisse .

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Re: Spieglein, Spieglein

#5

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Do 20. Apr 2017, 12:14

WĂ€hrend des Abstiegs kamen Jaro Zweifel. Er hatte sich gar nicht ĂŒberlegt, was er sagen sollte. Und was, wenn er sie erschreckte? Er hatte genau abgewogen, ob sie fĂŒr ihn eine Gefahr darstellte und dabei gar nicht bedacht, wie es anders herum wirken könnte. Wie sprach man ĂŒberhaupt eine Fremde an? Jaro schwang sich auf den Boden, sodass er hinter dem Baum landete und sie ihn nicht sehen konnte. Die Tiere stoben davon. Sie hatten ihn gehört.
„Wer ist da? Kommen sie raus!.."
Jaro erstarrte. „Jetzt gibt es kein ZurĂŒck mehr. Du musst dich zeigen, wenn du ihre Hilfe willst“, dachte er bei sich. Sie hatte bereits ein zweites Mal gerufen und ihm sogar signalisiert, dass er keine Angst zu haben brauchte. Sie war wohl mutiger, als er dachte. Jaro holte tief Luft und trat hinter dem Baum hervor. Er hatte die HĂ€nde seitlich erhoben, mit den HandflĂ€chen nach vorne, so wie er es beim Zusammentreffen mit einem Zwerg immer getan hatte. Dann verbeugte er sich leicht. Er wusste nichts ĂŒber die Gesellschaft an diesem Ort, doch wer ein solches Kleid trug, war mit Sicherheit keine gewöhnliche Frau.
„Hallo“, sagte er leise und ging einen Schritt auf sie zu. Sie schien kurz zu zweifeln, denn einen Moment lang wirkte es so, als wollte sie zurĂŒckweichen, doch sie rĂŒhrte sich nicht.
„Ich heiße Jaro. Ich bin ein Lichtalb“, fĂŒgte er hinzu.
Obwohl ihm sein Vater freigestellt hatte, welcher Rasse er sich zugehörig fĂŒhlte, so hatte er ihn gleichzeitig gewarnt, dass er abseits des Frostkönigreiches eher Aufsehen erregen wĂŒrde, wenn er sich als Frostalb bekannte. Doch der Rat war ohnehin ĂŒberflĂŒssig: Jaro fĂŒhlte sich als Teil des lichtalbischen Volkes. Er hatte dort sein ganzes Leben verbracht, all seine Bekannten waren Lichtalben und es war ihm immer gut gegangen. Und der BemĂŒhungen seiner Eltern, eine unvoreingenommene Haltung zu vermitteln, zum Trotz, war das Bild, das Jaro von den eisigen Verwandten hatte, alles andere als gut.
Kaum hatte er seine BegrĂŒĂŸung ausgesprochen, da kamen ihm allerdings auch schon Zweifel, ob man sein Volk hier ĂŒberhaupt kannte und wie man ihnen gegenĂŒber gestellt war. Er versuchte sich zu beruhigen. Immerhin hatte Goldanil ihm erzĂ€hlt, dass die Almanen Mitglieder des Kaisho-Abkommens waren und lag deren Interesse nicht vorrangig in Kultur und Technologie und dem Wiederbeleben und Wahren von altem Wissen? Er war versucht, diese Absicht direkt kund zu tun, dass er aus intellektuellen GrĂŒnden hierhergekommen war, doch eine andere Stimme regte sich in ihm. Es war sein reserviertes Selbst. Jenes, das ihn misstrauisch machte und der Grund war, warum er mit immerhin schon 18 Jahren so wenige soziale Kontakte hatte; das ihn aber auch stark machte, ihn instinktiv handeln ließ und zu einem guten HĂ€ndler hatte werden lassen. Er durfte nicht zu viel preisgeben, bevor er selbst nicht mehr herausgefunden hatte. Er schluckte die Worte hinunter und sah, dass die junge Frau ohnehin dabei war, seine BegrĂŒĂŸung zu beantworten.
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Re: Spieglein, Spieglein

#6

Beitragvon ChloĂ© » So 23. Apr 2017, 12:07

ChloĂ© sah ihn an und musstete ihn . Eine lichtalbe also nun ja so etwas sah sie nicht oft in dem Teil des Waldes . „Ich heiße Penelope - ChloĂ© meine Freunde sagen ChloĂ©. Was verschlĂ€gt dich eine Lichtalbe in diesen Teil des Waldes ? " fragte sie mit ruhiger Stimme und Schlich langsam um Jaro herum . Ein komisches Wesen war er aber ChloĂ© wollte nicht voll schnell urteilen.

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Re: Spieglein, Spieglein

#7

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Do 27. Apr 2017, 12:10

Jaro versteifte sich, als sie begann um ihn herum zu gehen. „Sie ist neugierig“, dachte er. Instinktiv griff er an seine HĂŒfte und tastete nach dem Stilett, das dort sicher verstaut war. Seine Mutter hatte die HĂŒlle aus verstĂ€rkten Stoffen fĂŒr ihn genĂ€ht. „Sei nicht albern! Du wirst kein Messer brauchen.“
„Ich bin zufĂ€llig hier gelandet. Ich habe Pause gemacht auf dem Weg nach Beaufort“, sagte Jaro und versuchte ihr mit seinem Blick zu folgen, wĂ€hrend sie weiter um ihn herum ging. „Und du? Stammst du von hier, ChloĂ©?“
Er wollte sie fragen, ob sie sich auskannte ohne aber gleichzeitig zuzugeben, dass er Hilfe brauchte.
Die Stadt Beaufort wĂŒrde er wahrscheinlich auch alleine finden. Er hatte sie auf Karten gesehen und sein Orientierungssinn in Verbindung mit der allabendlichen Studie des Nachthimmels hatte ihm auf der bisherigen Reise stets gute Dienste erwiesen. Eine große Stadt hinterließ zudem immer Spuren in der Landschaft, man musste nur die Geduld haben, sie zu lesen. Doch: er wĂŒrde Beaufort finden. Aber was dann? Er brauchte einen Unterschlupf in der NĂ€he oder eine preiswerte Bleibe in einem sicheren Stadtviertel in einer Stadt, von der er nicht viel mehr als den Namen kannte. Als nĂ€chstes benötigte er Informationen ĂŒber die Stadt und ĂŒber die Akademie der freien KĂŒnste, wo Goldanil den einen Spiegel vermutete. Möglicherweise brauchte er sogar Arbeit, denn weder hatte er viel Geld, noch wusste er damit umzugehen und die Dauer seines Aufenthalts war kaum abzuschĂ€tzen. Er hatte in seinem Leben noch nicht viele StĂ€dte gesehen, doch er hatte gelernt, wie schnell man dort an den Falschen geraten konnte. Vor allem dann, wenn man offensichtlich Hilfe brauchte. Alles sprach dafĂŒr, die junge Frau zu fragen, die offensichtlich aus gutem Hause stammte.
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Re: Spieglein, Spieglein

#8

Beitragvon Jaro BallivĂČr » Sa 13. Mai 2017, 13:08

Jaro ging neben ChloĂ© her. Er hatte Recht behalten: sie stammte aus gutem Hause. Ihr Vater war der „Duc“, was scheinbar eine Art Regent fĂŒr dieses Gebiet war. ChloĂ© war fröhlich und aufgeweckt. Sie erzĂ€hlte ihm von Beaufort und von ihren Pflichten als Tochter des Ducs und Jaro glaubte ihr aufs Wort, dass sie viel lieber außen herum tollte. Der junge Lichtalb schwieg die meiste Zeit, aber das schien die junge Frau nicht weiter zu stören.
Jaro war erstaunt, als sie die AuslÀufer der Stadt bereits nach kurzer Gehzeit erreichten. Ganz perfekt war seine Kartografie jedenfalls noch nicht.
Chloé schlug vor, direkt zur Akademie zu gehen. Sie kannte den Dekan und auch die meisten der Professoren.
„Vielleicht kannst du direkt dort ein Zimmer bekommen“, hatte sie gesagt.
Jaro war verblĂŒfft ĂŒber ihre Hilfsbereitschaft. Er hatte ihr nicht viel ĂŒber sich erzĂ€hlt, nur dass er aus Avinar kam und dass er dort auch an einer Akademie gewesen war und sie hatte ohne mit der Wimper zu zucken beschlossen ihm zu helfen.
"Andererseits solltest du sie nicht unterschÀtzen", dachte er bei sich. "Sie hat als Tochter eines Staatsmannes bestimmt viel Kontakt zu den verschiedensten Persönlichkeiten. Vermutlich kann sie schnell erkennen, wer eine Gefahr darstellt und wer nicht."

Beaufort unterschied sich sehr von den StĂ€dten, die Jaro bisher gesehen hatte. SelbstverstĂ€ndlich gab es außerhalb Avinars nichts, was der Bauweise seines Volkes glich. Die GebĂ€ude waren im Mittel niedriger und wirken stabiler und gerĂ€umiger. Jaro ertappte sich bei dem Gedanken, ob dies nicht eine pragmatischere Lösung war. Beaufort war aber wieder anders. Hier schwebte eine Aura von Frieden und von Ruhe und Jaro entdeckte eine Liebe fĂŒr das Detail, die selbst in seiner Heimat respektiert worden wĂ€re.
Es gab viele kleine LĂ€den, in denen verschiedenste Objekte verkauft wurden: SchĂŒsseln in allen Farben und Formen, GemĂ€lde, Skulpturen, Pflanzen und jede Menge Schmuck.
„Dort wohne ich“, sagte ChloĂ© und zeigte auf ein stattliches Anwesen zwei Straßen weiter. Auf den Zinnen der GebĂ€ude entdeckte Jaro einige Steinskulpturen, die wie in Lauerstellung dasaßen.
ChloĂ© hatte seinen Blick bemerkt. „Das sind Gargoyles“, erklĂ€rte sie. „Sie bewachen unser Heim und unsere Stadt bei Nacht. Da werden sie nĂ€mlich lebendig.“
Jaro machte sich eine gedankliche Notiz, einmal nachts vorbei zu kommen.
Sie bogen in eine kleinere Gasse und dahinter konnte er bereits Ausschnitte eines stolzen GebÀudes erkennen. Chloé brauchte ihm nicht zu sagen, dass dies die Akademie war.
Die Gasse war sehr eng und zwielichtig. Jaro sah, dass einige EingÀnge mit Brettern zugenagelt waren.
„Nachts gehe ich hier nie alleine durch“, sagte ChloĂ©, „aber es ist der schnellste Weg.“
Es roch nach KrĂ€utern und Rauch und Jaro hatte das GefĂŒhl beobachtet zu werden. Hie und da saßen MĂ€nner und Frauen an kleinen Klapptischen vor den HĂ€usern und mischten Karten oder trainierten ihr HĂŒtchenspiel. Allesamt wirkten sie krĂ€nklich, saßen gekrĂŒmmt und zusammengesunken auf kleinen Schemeln.
Plötzlich packte eine Frau Jaro am Arm und zog ihn mit ĂŒberraschender Kraft nĂ€her zu sich heran. Der weiße Nebel in ihren Augen verriet Jaro, dass sie blind war. Trotzdem lagen Karten vor ihr auf dem Tisch, akkurat in drei Reihen ausgerichtet.
„Das Zwielicht“, ohne den Kopf von Jaro wegzudrehen, tippte sie mit dem Zeigefinder der freien Hand auf eine Karte ganz links, die nichts als graue Farbe zeigte. „Die Vereinigung von Licht und Schatten
 der angekettete Tiger“, ihr Finger wanderte zur nĂ€chsten Karte, „unentfesselte Kraft
 und die Waage“, sie verstĂ€rkte ihren Griff. „Du trĂ€gst alles in dir, junger Frostalb.“
Jaro zog erschrocken seine Hand weg und sog hörbar Luft ein. Trotz des Schattens in der Gasse begann er zu schwitzen. „Du musst dich dir selbst stellen, frĂŒher oder spĂ€ter. Hab keine Furcht, er wird dich leiten.“ Sie zeigte auf die Stelle, an der der Dunkelstein unter seiner Kleidung ruhte.
Jaro drehte sich um und blickte ChloĂ© an. Sein Herz klopfte rasend schnell. Was passierte hier? Die junge Almanin blickte ihn mit leicht zusammen gekniffenen Augen an, doch sagte nur: „Komm, wir gehen weiter. Die Leute hier haben einen zweifelhaften Ruf.“
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Re: Spieglein, Spieglein

#9

Beitragvon ChloĂ© » Mi 24. Mai 2017, 22:03

Die alte Frau zeigte ChloĂ© an das sie ihr , ihre Hand geben sollte . Leicht irritiert gab sie ihr diese. Was sie wohl damit wollte ? Irgendwas brubbelte sie vor sich hin und lies die Hand los lĂ€chelnd. Jaro und ChloĂ© gingen weiter plötzlich zog eine Hand sie ChloĂ© in eine sitzen Straße fĂŒr eine kurze Weile war sie weg . Und kam wieder „Tut mir leid , wir sind gleich da nur noch einmal um die eckte . sagte sie lĂ€chelnd

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Re: Spieglein, Spieglein

#10

Beitragvon Jaro BallivĂČr » So 16. Jul 2017, 18:19

Die Worte der Alten klangen in Jaros Geist nach. Licht- und Frostlaben konnte man leicht verwechseln, doch wie konnte sie von dem Dunkelstein wissen? <Vielleicht hat sie einfach dein Herz gemeint>, dachte Jaro. Gleichzeitig glaubte er nicht daran. <Er wird dich leiten. Sie sagte „er“>. Auch die Karten hatten sich in seinen Geist gebrannt. Was hatte all das zu bedeuten? WĂ€hrend er noch tief in Gedanken versunken war, verschwand ChloĂ© plötzlich. Jaro blickte auf und sah sich um. „ChloĂ©?“ rief er. Dieser Ort war ihm nicht geheuer. ChloĂ© antwortete nicht, aber zum GlĂŒck tauchte die junge Frau kurz darauf aus einem kleinen Seitenarm der Gasse auf, den er zuvor gar nicht wahrgenommen hatte. Alles schien in Ordnung und sie bedeutete ihm weiter zu gehen. Jaro war froh, hier weg zu kommen. Er konnte sich wann anders den Kopf ĂŒber die Worte der Frau zerbrechen, vorausgesetzt, sie war nicht einfach nur ein verrĂŒcktes Weib.
ChloĂ© fĂŒhrte ihn um das nĂ€chste Eck und Jaro staunte nicht schlecht. Gerade eben waren sie noch in den engsten, verwinkelsten GĂ€sschen gewesen und nun fanden sie sich auf einem großen freien Platz wieder. Ein breiter, aus hellen Steinen gepflasterter Weg fĂŒhrte schnurgerade auf das imposante GebĂ€ude zu, das Jaro zuvor schon erspĂ€ht hatte. Zu allen Seiten zweigten kleinere Pfade ab – auf einen solchen waren er und ChloĂ© gelangt – und Jaro erkannte schnell, dass diese ein geometrisches Muster abzeichneten, das man nur von oben zur GĂ€nze wĂŒrde erkennen können. Zwischen den Wegen waren GĂ€rten angelegt. Leuchtend grĂŒnes Gras umgab Blumenbeete voll farbiger Muster und wurde von militĂ€risch genau geschnittenen Hecken gesĂ€umt. Die Luft duftete zart und sĂŒĂŸ und wurde vom PlĂ€tschern eines großen Springbrunnens erfĂŒllt. Jaros Sorgen waren wie weggefegt ob der majestĂ€tischen Schönheit der Anlage.
Sie bogen auf den Hauptweg ein und umrundeten den Brunnen, der exakt in der Flucht des GebĂ€udeeingangs platziert war. Jaro ließ eine Hand durch das Wasser gleiten. Es war kĂŒhl und weich. Das GebĂ€ude der Akademie war aus dem gleichen hellen Stein gebaut wie der Weg und hatte zwei Stockwerke. Die schmucke Fassade wurde von hohen Fenstern unterbrochen, von denen jedes ein eigenes kleines Steingiebelchen und weiß eingefĂ€rbte Fenstersprossen hatte. Sie ließen hohe, helle RĂ€ume vermuten.
Jaro und ChloĂ© gingen die fĂŒnf halbkreisförmigen Stufen hinauf und durch die geöffnete EingangstĂŒre. ChloĂ© bat die Empfangsdame den Rectuer sprechen zu dĂŒrfen und ehe er sich versah, stand Jaro in einem von dunklem, poliertem Holz beherrschten BĂŒro und sah in die gĂŒtigen und freundlichen Augen eines ergrauten Almanen.

„Na hol‘ mich doch der 
“ Er kicherte und hielt sich entschuldigend die Hand vor den Mund. „Ein echter Lichtalb! Gerade jetzt, da der gute FrĂ©dĂ©ric uns verlassen hat –Ainuwar hab ihn seelig – kaum zu glauben! Professeur Roux wird höchst erfreut sein.“
Jaro blickte einigermaßen verwirrt drein.
„Ausgezeichnet!“ Die Augen des Recteurs funkelten. „Wo sagten Sie, haben Sie zuvor studiert?“
„Ich“, Jaro stockte kurz, „ich habe nichts dergleichen gesagt.“ Der Rectuer, so nett er auch war, wirkte etwas zerstreut auf ihn. „Ich suche Arbeit.“
„Na eben! Sie werden unser neuer FrĂ©dĂ©ric! Ich zweifle nicht daran, dass Ihr dieser Aufgabe gewachsen seid, nein, ich befĂŒrchte gar, Ihr werdet Euren VorgĂ€nger und vielleicht sogar Euren Professeur sehr alt aussehen lassen.“ Er kicherte wieder. „Aber dennoch: dies ist eine angesehene Akademie, gegrĂŒndet von unserem Allerdurchlauchtigsten höchst selbst, und so muss ich doch zumindest ein wenig akademische Ausbildung voraussetzen, n’est-ce pas?“
Jaro verstand gar nichts. „Ich habe vier Jahre bei einem Gelehrten in der Akademie Falathris gelernt und ich habe einige handwerkliche FĂ€higkeiten, wenn das von Nutzen sein kann.“
Recteur SavinĂ© lachte. „So bescheiden! Ich wĂŒrde sagen: ungewöhnlich, doch was weiß ich schon! Sehr vielen Lichtalben bin ich noch nicht begegnet. Aber gut, das reicht mir vollkommen. Ich freue mich, Euch hier begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen, CollĂšgue 
?“ Er erhob fragend die Stimme.
„BallivĂČr“, sagte Jaro automatisch, noch bevor der Inhalt des Recteurs Aussage bei ihm ankam. CollĂšgue? Er hatte gedacht, er könne vielleicht die TĂ€tigkeit eines Hausmeisters oder Handlangers wahrnehmen. Wurde hier jeder Angestellte als CollĂšgue bezeichnet?
„Ich zeige Euch Euer Zimmer, CollĂšgue BallivĂČr“, sagte SavinĂ© und geleitete Jaro und ChloĂ© hinaus auf den Flur.

„Es gibt derzeit nur eine Hand voll Studenten im Bereich der Astronomie“, erklĂ€rte er unterwegs. „Nun aber habe ich die Hoffnung, dass Ihr, lieber CollĂšgue, neuen Wind hinein bringen werdet.“ Seine Augen glitzerten wieder. „Immerhin gibt es auf dieser Welt wohl kaum ein Volk, dass mehr Geheimnisse und Kniffe kennt, wenn es um die Beobachtung und Analyse unserer nĂ€chtlichen Freunde geht, n’est-ce pas?“
Endlich verstand Jaro: FrĂ©dĂ©ric musste in der Abteilung der Astronomie gearbeitet haben und der Recteur hatte beim Erscheinen eines arbeitsuchenden Lichtalben eins und eins zusammen gezĂ€hlt und ihn fĂŒr einen Bewerber auf die freigewordene Stelle gehalten.
„Hier sind wir“, sagte SavinĂ© und blieb stehen. „Das ist Euer Zimmer. Am besten, Ihr schaut Euch erst einmal in Ruhe um. Euren Professeur kann ich Euch auch spĂ€ter noch vorstellen.“
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