Unter B├Ąumen - Nichts bleibt verborgen

Das gem├Ą├čigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umk├Ąmpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urv├Âlker Asamuras, w├Ąhrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.

Das Herzland
Das gem├Ą├čigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umk├Ąmpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urv├Âlker Asamuras, w├Ąhrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
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Alaryah Schattenwind
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Re: Unter B├Ąumen - Nichts bleibt verborgen

#31

Beitragvon Alaryah Schattenwind » Sa 3. Feb 2018, 00:32

Man hatte Alaryah einfach so stehen gelassen. Einen Moment lang schaute die Albin auf die T├╝r, die sich hinter Jaro und dem Soldaten geschlossen hatte. Dann schlie├člich sammelte sie sich. Ihr Blick flog zu dem von dem jungen Alben bereitgestellten Tisch und sie eilte hin├╝ber. Dort angekommen trank Alaryah gierig aus einem Krug mit k├╝hlem Wasser, was schlie├člich einige Lebensgeister in ihr wieder erweckte. Mit ein paar ├äpfeln, einem Kanten Brot und zwei Karotten im Gep├Ąck raste Alaryah nun zur├╝ck in Richtung ihrer Behausung. Kirona. Sie hoffte, dass sie die Frau unversehrt vorfinden w├╝rde...

Als Alaryah hastig die Behausung der Waldl├Ąufer betrat fand sie Kirona vor, die zusammen mit ein paar Alben gerade beim Fr├╝hst├╝ck war. "Schattenwind!", rief einer der Waldl├Ąufer und machte eine einladende Geste. "Wo seid ihr gewesen? Setzt Euch doch, wir speisen gerade.". Alaryah ├╝berging die Einladung mit erhobener Hand und stampfte schon fast auf Kirona zu. "Kirona, wir reisen ab. Pack deine Sachen.". Kirona sah die Albin mit gro├čen Augen an. "Alaryah, was...". "Ich erz├Ąhle dir alles unterwegs.", gab diese nur k├╝hl zur├╝ck. "Pack auch Jaros Habe ein.". "Schattenwind, was ist passiert? Was ist der Grund f├╝r eure pl├Âtzliche Abreise?", fragte einer der Waldl├Ąufer, der aufgestanden war und sich nun Alaryah n├Ąherte. Gerade, als er ihre Schulter ber├╝hren wollte, wirbelte die Albin herum. "Wir. Reisen. Ab.", zischte sie. "Verzeiht.", f├╝gte sie an und sch├╝ttelte den Kopf. "Wir haben noch einiges zu erledigen.". Der Waldl├Ąufer wich etwas zur├╝ck, nickte dann jedoch. "Ich denke ich spreche im Namen von uns allen, wenn ich sage, dass ich Euch und Euren Gef├Ąhrten alles Gute f├╝r...die Mission...w├╝nsche.". Alaryah nahm dies stumm zur Kenntnis.
Gemeinsam mit Kirona und dem Gep├Ąck der Gruppe verlie├č die Albin wenig sp├Ąter die Unterkunft. Nat├╝rlich hatten sie sich f├╝r ihre Bleibe bedankt, doch verlief der Abschied wenig herzlich. Die Waldl├Ąufer schienen zu verstehen, dass irgendwas vorgefallen war und hatten Alaryah in Ruhe gelassen. "Alaryah, warte doch mal!", sagte Kirona mit erhobener Stimme und versuchte mit der Albin Schritt zu halten. "Was ist passiert? Wo seid ihr gewesen?". Alaryah antwortete erst nicht, gab dann doch ein "Gleich..." ├╝ber die Schulter zur├╝ck. Zu allem ├ťberfluss kreuzte Linor ihren Weg. "Oh, da seid ihr ja wieder. Ich...". "Nicht jetzt.", entgegnete Alaryah knapp und rauschte an dem Alben vorbei. Kirona folgte, zuckte nur kurz mit den Schultern und auch Linor blieb leicht verwirrt zur├╝ck.

Vor den Toren der Stadt kam Alaryah endlich zum Stehen. Sie legte ihr Gep├Ąck ab und setzte sich auf einen gro├čen Stein am Wegesrand. Kirona, leicht au├čer Atem, tat es ihr gleich. "Was ist denn nun eigentlich vorgefallen?!", fragte die Frau und wollte endlich Antworten haben. Alaryah schaute zur├╝ck, sah die Wachen vor dem Tor. "Warte einen Moment.". Sie ging zu den W├Ąchtern her├╝ber, sprach mit ihnen und schlie├člich marschierte einer von ihnen davon. Alaryah kehrte zu Kirona zur├╝ck. Bevor diese erneut etwas fragen konnte ergriff Alaryah das Wort. "Jaro und ich wurden abgeholt und...befragt.". "Ist...ist es wegen mir?", fragte Kirona unsicher und f├╝hlte sich sichtlich unwohl. Die Albin nickte, f├╝gte dann jedoch an:"Aber nicht nur das. Es ging um all das, was wir bisher erlebt haben. Zumindest war es bei mir so.". Alaryah brachte Kirona auf den aktuellen Stand der Ereignisse. Die Frau hatte scheinbar ein schlechtes Gewissen, schlie├člich hatte sie nie gewollt, dass Jaro und Alaryah wegen ihr etwas zust├Â├čt. "Und nun m├╝ssen wir hier warten. Ich habe einen der W├Ąchter geschickt, sodass er Jaro sagen kann, dass wir hier auf ihn warten.". Unangenehmes Schweigen erf├╝llte die Situation. "Jaro kommt doch zu uns, oder?", fragte Kirona schon fast unsicher. Alaryah dachte kurz ├╝ber die Frage nach, doch war sich dann sicher. "Ja. Er wird herkommen.". Die n├Ąchste Zeit verging qu├Ąlend langsam. Immer wieder schaute Alaryah in Richtung Tor in der Hoffnung, dass schon bald der Lichtalb hindurchlaufen w├╝rde. In Gedanken legte sich Alaryah schon die n├Ąchsten Punkte ihrer Reise zurecht. "Wir werden nach Westen ziehen.", erkl├Ąrte Alaryah Kirona irgendwann. Gerade, als Alaryah in ihre Umh├Ąngetasche griff um einen Apfel hervorzuholen, fiel ihr eine kleine Pergamentrolle auf, die sie zuvor gar nicht bemerkt hatte. Das Pergament war mit einem roten Band umwickelt, welches die Albin schnell entknotet hatte. Sie las die geschriebenen Worte, kn├╝llte das Pergament zusammen und schaute zu Kirona hin├╝ber. "Norden.", sagte sie knapp. "Unser Weg wird uns nach Norden f├╝hren.". Kirona wollte nachfragen, doch Alaryahs entschlossener Blick schien keine R├╝ckfragen zuzulassen.
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Re: Unter B├Ąumen - Nichts bleibt verborgen

#32

Beitragvon Jaro Balliv├▓r » Mo 19. Feb 2018, 22:46

Jaro Balliv├▓r
Jaro konnte dem ergrauenden Alben nicht ganz folgen, doch er traute sich nicht nachzufragen, denn sein Gegen├╝ber schien tief in Gedanken versunken. Irgendwann riss er sich los und schaute Jaro so pl├Âtzlich an, dass der Junge zusammenzuckte. "Seid wachsam, behaltet die Frau im Auge und legt weiter gr├Â├čten Wert auf ihre Genesung. Und nun geht. Ich habe zu tun." Jaro sp├╝rte Emurs Hand an der Schulter, doch Foranirs Stimme ert├Ânte erneut. "Du nicht, Emur. Du bleibst, bis die Leiche hier eintrifft. Es ist dringend und darf nicht weiter aufgeschoben werden. Filmir wird unseren Freund hinaus geleiten." Wie aus dem Nichts erschien ein kurzhaariger Alb mit einem freundlichen L├Ącheln und verbeugte sich wortlos. Jaro wusste nicht recht, was er sagen sollte, also verabschiedete er sich nur knapp und bedankte sich. Sein Kopf schwirrte schon wieder und er zweifelte, dass er alle Erlebnisse so schnell w├╝rde verarbeiten k├Ânnen. "Folg mir, Jaro", sagte Filmir mit weicher Stimme und Jaro hatte den Eindruck, die Worte entst├╝nden direkt in seinem Kopf. "Ich war sehr gespannt, dich zu sehen. Du hast Spuren hinterlassen." Verwirrt sah Jaro zum dem neben ihm schreitenden Alben hin├╝ber. "Bei der Frau. Und auch bei unserer Waldl├Ąuferin. Beide brauchen dich, wie du sie brauchst, denk immer daran." Das glei├čende Sonnenlicht lie├č Jaro die Augen zusammenkneifen und obwohl die Worte des anderen ihm sehr r├Ątselhaft erschienen, fragte er nicht nach. Irgendwie wusste er, dass er keine zufriedenstellende Antwort erhalten w├╝rde. "Ich habe Grund zu der Annahme, dass deine Gef├Ąhrten dort", er zeigte eine Stra├če entlang, "vor Rankenfels Toren auf dich warten." Er zwinkerte. "├äh, danke", sagte Jaro nur und folgte dem Fingerzeig. "Einfach nur gerade a-", er stockte. Von Filmir war nichts mehr zu sehen. Kurzerhand zuckte Jaro mit den Schultern und ging die Stra├če entlang. Was blieb ihm sonst schon ├╝brig? Wenn er Alaryah und Kirona dort nicht finden w├╝rde, k├Ânnte er immernoch in die Unterkunft zur├╝ck kehren.

Alaryah Schattenwind
Schweigend hockten Alaryah und Kirona vor den Toren herum. Alaryah konnte im Augenwinkel deutlich sehen, dass Kirona immer wieder den Entschluss fasste etwas zu sagen, doch schien sie diese Entscheidung dann doch wieder zu verwerfen. Irgendwann kam Bewegung in die W├Ąchter vor dem Tor. Einer der Soldaten trat auf die wartenden Frauen zu und hatte...Jaro im Schlepptau!
"Endlich.", fl├╝sterte Alaryah, erhob sich von ihrem Sitzplatz und kurze Zeit sp├Ąter waren die drei Gef├Ąhrten endlich wieder vereint. Gemeinsam brachten sie sich nun auf den aktuellen Stand der Dinge, es gab viel zu erz├Ąhlen und das Gep├Ąck musste verteilt werden. Gerade, als sie die Stadt fast hinter sich gelassen hatten, sprang pl├Âtzlich einer der Waldl├Ąufer auf den schmalen Waldweg. Elegant landete der Alb vor ihnen und gr├╝├čte freundlich. Er war wie aus dem Nichts gekommen. "Wir haben hier noch eine Kleinigkeit f├╝r euch.", sagte er knapp, nachdem er die Aufmerksamkeit der Gef├Ąhrten recht schnell erhascht hatte. Schweigend legte der Alb mehrere B├╝ndel auf den Weg, nickte den dreien noch einmal zu und zog eine Augenbraue hoch. "Viel Gl├╝ck auf Euren Reisen, m├Âget ihr stets sicheren Fu├čes gehen.". Er salutierte nach Waldl├Ąuferart, Alaryah reagierte entsprechend. Dann verschwand der Waldl├Ąufer wieder im dichten Unterholz. "Was hat er uns dagelassen?", fragte Kirona und traute sich nicht wirklich n├Ąher an die B├╝ndel heran. Alaryah hob schlie├člich eins der B├╝ndel auf und ├Âffnete es. "Proviant!", sagte sie und zeigte den Inhalt ihren Gef├Ąhrten. "Sie haben tats├Ąchlich f├╝r jeden von uns ein B├╝ndel geschn├╝rrt!". Alaryah l├Ąchelte. Der Zusammenhalt der Waldl├Ąufer war einfach wunderbar. Sie hatten sich sogar die M├╝he gemacht und f├╝r jeden ein individuelles B├╝ndel zusammengestellt. Die kleine Albin gab die beschrifteten Beutel an ihre Gef├Ąhrten weiter und war sich sicher, dass sie den Waldl├Ąufern auf jeden Fall ihre Dankbarkeit f├╝r diese Geste zeigen w├╝rde!
So zog die kleine Reisegruppe durch den friedlichen, dichten Wald. Mal wanderten sie ├╝ber weiches Moos, welches ihre Schritte fast verschluckte, dann wieder ├╝ber steinernde Trampelpfade. Einmal polterte sogar ein Rudel Rehe an ihnen vorbei! Jaro und Kirona schienen die Eindr├╝cke des Waldes in sich aufzusaugen, Alaryah hingegen war erstaunlich schweigsam. Auf Fragen antwortete sie irgendwann nur noch knapp, an Gespr├Ąchen beteiligte sie sich bald gar nicht mehr. Langsam verschwand die Sonne am Horizont und im Wald wurde es d├╝ster. "Wir sollten rasten. Unser n├Ąchstes Ziel ist nicht mehr allzuweit, doch sollten wir nicht versuchen uns einen Weg hier durchzuschlagen, bei diesen Lichtverh├Ąltnissen.". Endlich kamen ein paar mehr Worte aus der kleinen Albin heraus. Alaryah w├Ąre sicherlich mit einer gewissen Leichtigkeit weiter vorangekommen, doch nahm sie lieber R├╝cksicht auf Kirona und Jaro. "Ich denke dort vorn ist ein guter Platz.". Sie deutete auf eine gro├če Weide, unter welcher man hervorragend ein Lager aufschlagen konnte. Kurze Zeit sp├Ąter fanden sich die drei an einer kleinen Kochstelle wieder und bereiteten das Abendessen vor. Alaryah ertappte sich immer wieder, wie sie in die sanft flackernden Flammen starrte...

Jaro Balliv├▓r
Obwohl Jaro noch immer in h├Âchstem Ma├če verwirrt war, hob das Zusammentreffen mit Alaryah und Kirona seine Laune ebenso, wie die unerwartete gro├čz├╝gige Gabe der Waldl├Ąufer und die Stille des Waldes. So sehr es Jaro in der Stadt gefallen hatte, so froh war er nun ├╝ber den Frieden, den die B├Ąume ausstrahlten, nachdem sich die Ereignisse einmal wieder ├╝berschlagen hatten. Er wusste nun im Detail Bescheid, was Alaryah zugesto├čen war und er bemerkte durchaus, dass es sie noch sehr mitnahm. Tief in seinem Innern f├╝hlte Jaro, dass er irgendetwas tun sollte, doch er traute sich nicht und wusste auch nicht so recht was. Auch Kirona schien Alaryahs Stimmung zu bemerken, doch sie hatte wohl f├╝r sich beschlossen, die Waldalbin am besten ein wenig in Ruhe zu lassen und sprach stattdessen viel mit Jaro ├╝ber den Wald und besondere Pflanzen und Tiere auf ihrem Weg. Zudem interessierte sie sich sehr f├╝r Thormin. "Du bist sicher, dass die T├Ątowierungen meinen glichen?", fragte sie einmal leise und Jaro nickte zur Antwort. "Ja, sie waren auch so geschwungen und so dicht wie bei dir. Ob sie genau gleich waren, kann ich aber nicht sagen." Kirona sch├╝ttelte den Kopf. "Nein. Niemals gleicht eine der anderen." Sie wollte auch wissen, wie der Mann ausgesehen hatte, doch nichts, was Jaro ihr schilderte, gab ihr genug Anhaltspunkte. "Der Einfluss muss stark in ihm gewesen sein und ihm zu schaffen gemacht haben", sagte Kirona dann nach einer kurzen Sprechpause. "Sonst w├Ąre er nicht so schnell aus der Haut gefahren. Du hast Gl├╝ck, dass der Soldat bei dir war, Jaro. Nichts au├čer der Tod h├Ątte den Mann noch geb├Ąndigt." Jaro schluckte und blickte zu Alaryah. Er hatte wieder so viel Gl├╝ck gehabt, dass die Situation sich im Nachhinein gar nicht mehr so gef├Ąhrlich anf├╝hlte und er sicher war, Alaryah hatte viel Schlimmeres durchgemacht.
Endlich ert├Ânte ihre Stimme einmal wieder, auch wenn ihre Worte nur organisatorischer Natur waren. Jaro l├Ąchelte sie aufmunternd an und Kirona teilte ihre Zustimmung ebenfalls freudig mit. In der Tat war der Ort wieder wundervoll. Die tief h├Ąngenden ├äste der Weide wirkten wie eine Umarmung und automatisch f├╝hlte Jaro sich gesch├╝tzt. Sie nahmen etwas der Verpflegungspakete und a├čen eine Weile schweigend. Hie und da sp├Ąhte Jaro zu Alaryah, die mit ihren Gedanken weit entfernt war und schlie├člich fasste er sich ein Herz und ging zu ihr hin├╝ber. Erst blieb er etwas betr├Âppelt neben ihr stehen, dann setzte er sich endlich und legte einen Arm um die ├╝berraschend schlanken Schultern der Albin, wie seine Mutter es immer bei ihm getan hatte, um ihn zu tr├Âsten. "Alaryah", setzte er an. "Es tut mir leid, was du durchmachen musstest. Wenn ich, - wir - irgendentwas tun k├Ânnen, um zu helfen..." Hilfesuchend blickte er zu Kirona, die in ihren Bem├╝hungen Tee zu kochen innegehalten hatte und hin├╝ber sah. "Ja, unbedingt Alaryah... du hast so viel f├╝r uns getan, da m├Âchte auch ich gerne etwas zur├╝ck geben, wenn ich kann..." Jaro sp├╝rte, wie Alaryah tief einatmete und seufzte.

Alaryah Schattenwind
Alaryah wurde durch Jaros Ber├╝hrung aus ihren Gedanken gerissen. Erst wollte sie seinen Arm abstreifen, entschied sich dann letztendlich doch dagegen. Stattdessen lie├č die kleine Albin dumpf ihren Kopf auf Jaros Schulter fallen. Sie schloss die Augen, bleib einen Moment lang einfach nur so sitzen. Schlie├člich atmete sie tief durch. "Wie schon gesagt.", begann sie leise, fast schon fl├╝sternd. "Die ganze Sache mit diesem...Verh├Âr...", nur schwer schienen ihr diese Worte ├╝ber die Lippen zu kommen. "Das hat mich einfach mitgenommen. Da war einfach jemand in meinem Kopf, glaubt mir, das ist wirklich kein sch├Ânes Gef├╝hl.". Kurz drifteten Alaryahs Gedanken wieder zur├╝ck zu dem Moment, diesem einen Moment, der ihr so ├╝beraus fremd gewesen war. "Ich habe so etwas noch nie erlebt und m├Âchte es auch nie wieder erleben.". Sie schlug die Augen wieder auf. "Verzeiht, ich wollte euch keine Sorgen bereiten oder dergleichen.". Ihre Worte machten den Anschein, als wolle Alaryah am liebsten aufstehen und verschwinden, doch blieb sie einfach dort, wo sie gerade war. "Ich glaube fast, dass ihr nicht wirklich etwas tun k├Ânnt.", sprach Alaryah weiter und eine Prise der Verbitterung klebte an diesen Worten. Alaryah wusste, dass Jaro und Kirona wirklich gerne helfen wollten, doch was h├Ątten sie tun k├Ânnen? Dieser Moment, diese Wehrlosigkeit, dieses schutzlos ausgeliefert sein...es war einfach ein Gef├╝hl, welches die Albin noch nie zuvor gehabt hatte. Sie versuchte es Jaro und Kirona zu erkl├Ąren, doch auch wenn sie durchaus Verst├Ąndnis zeigten konnten sie einfach nicht das f├╝hlen, was Alaryah gef├╝hlt hatte. Irgendwann entschied sich Alaryah, dass es so einfach nicht weitergehen konnte. Sie lachte viel zu gern, alsdass sie sich von den Schatten der letzten Tage beeinflussen lassen wollte, zu gro├č war ihre Lebensfreude, die nach und nach zur├╝ckkehrte. Au├čerdem hatten sie eine Mission zu erf├╝llen! Woran mochte all diese pl├Âtzliche positive Energie liegen? War es die Gesellschaft von Jaro, der sich einfach um sie k├╝mmern wollte? War es Kirona, zu der sich Alaryah irgendwie verbunden f├╝hlte? Sie konnte es einfach nicht definieren. Langsam wurden die Gesichtsz├╝ge der Albin wieder weicher, entspannter. "Das schlimmste ist glaube ich erst mal ├╝berstanden. Gebt mir einfach noch ein paar Momente, das wird schon wieder.", sagte sie schlie├člich etwas optimistischer. Im schein des Feuers wirkte die gesamte Szenerie bald fast wie gemalt. "Kirona, sag, hast du noch einen Becher ├╝brig?", unterbrach Alaryah die sich herabsenkende Stille und hielt der Frau ihren Tonkrug hin. Der Tee, so sch├Ątzte Alaryah, m├╝sste bald fertig sein und irgendwie glaubte sie, dass so ein Becher bestimmt gut tun w├╝rde.
Alaryah machte sich bald noch einmal auf um das umliegende Gel├Ąnde abzugehen. Kirona und Jaro hatten ihr zwar angeboten diese Aufgabe zu ├╝bernehmen, sodass sie sich ausruhen k├Ânnte, doch mochten die Augen der Albin und eine gewisse Ortskenntnis den kleinen, aber feinen Unterschied ausmachen. Alaryah kehrte bald von ihrem gl├╝cklicherweise ereignislosen Wachgang zur├╝ck und hockte sich wieder ans Feuer. Jaro war zwar gerade im Gespr├Ąch mit Kirona, doch hielt dies Alaryah nicht davon ab seinen Arm zu greifen und ihn wieder um sich zu legen. Bald schon flackerten die Augen der Albin vor M├╝digkeit und sie war einfach froh nach all diesen Erlebnissen nicht allein zu sein. G├Ąhnend rollte sie sich wie eine Katze ein und verfiel in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Jaro Balliv├▓r
Die Worte fielen Alaryah nicht leicht oder viel mehr, das Erlebte in Worte zu fassen. Und wie Jaro schon bef├╝rchtet hatte, gab es nichts, dass sie tun konnten, um ihr zu helfen. Zumindest nichts Sichtbares. "Vielleicht hilft ihr einfach unsere N├Ąhe", hoffte Jaro im Stillen. Er dachte an die Worte Filmirs und blieb einfach sitzen und lie├č die Waldalbin sprechen. Irgendwann meldete sich aber Kirona zu Wort. "Es ist leider so. Den Kampf gegen das Gef├╝hl des Eindringens muss man selber f├╝hren und gewinnen. Da k├Ânnen wir nicht viel machen." Beinahe h├Ątte Jaro vergessen, dass Kirona selbst lange unter fremder Kontrolle gestanden hatte. "Aber es ist wichtig, dass du wei├čt, dass wir da sind." Sie l├Ąchelte sanft. Alaryah schien auch selbst ein bisschen ruhiger zu werden. Jaro kannte niemanden, der so taff war. Er musste einfach hoffen, dass sie mit den schrecklichen Bildern zurecht kam. Ihre kleinen Routinen w├╝rden ihr dabei mit Sicherheit helfen, deshalb willigten Jaro und Kirona schnell ein, als Alaryah wie ├╝blich die Nachtpatrouille antreten wollte. Unterdessen sprach er mit Kirona ├╝ber das Bogenschie├čen. Er hatte den kleinen Anh├Ąnger gez├╝ckt und lie├č ihn zwischen den Fingern rotieren, w├Ąhrend er die Frau nach verschiedenen B├Âgen fragte und wie lange sie gebraucht hatte, das Schie├čen zu lernen. Noch immer konnte Kirona nicht alle seine Fragen beantworten, doch Jaro hatte das Gef├╝hl, dass ihr immer mehr Erinnerungen zustr├Âmten. Alaryah hatte seinen Arm ergriffen und er l├Ąchelte zu ihr hinab. Es war sch├Ân, das Gef├╝hl zu haben, eine Hilfe zu sein und als Alaryah bald einschlief, schloss er, dass sie ihre Gedanken zumindest ein wenig beruhigen hatte k├Ânnen. Noch eine Weile unterhielt er sich leise mit Kirona, dann kroch auch ihm die M├╝digkeit eines langen Tages in die Glieder. Mehrfach fielen ihm die Augen zu, bis Kirona lachend vorschlug, sie sollten wohl auch ein wenig schlafen.
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~ Die gr├Â├čte Offenbarung ist die Stille ~

Laotse