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Re: Mission in My'shu

Verfasst: Sa 6. Jan 2018, 10:47
von Sasuke Mokiri
Sasuke bemerkte sofort, dass jemand in seinem Zimmer gewesen war. Eine Ecke des Teppichs war umgeklappt und der kleine Hocker stand nicht mehr dort, wo er ihn zurückgelassen hatte. Eilig schloss der Arashi die Türe und ging schnellen Schrittes zu seinem Nachttisch. Er riss die Schublade auf. Sie war leer. Panik schoss Sasuke in die Glieder und er stürzte zu dem losen Dielenbrett. Sämtliche Briefe und sonstige Andenken an seine Familie waren verschwunden. „Nein“, stöhnte Sasuke. Sein Herzschlag donnerte ihm in den Ohren. Er war so töricht! Bilder von dem, was er am meisten fürchtete, das er sogar als einziges fürchtete, zuckten durch seinen Geist. Aisika und Konika… und Sashime, seine Mutter… niemals könnte er es sich verzeihen, sollte ihnen seinetwegen etwas zustoßen… Er musste heim! Er musste sie beschützen! Der Drang war überwältigend. Er eilte zu seinem Schrank und begann Kleidung herauszuzerren, räumte seinen Schrein ab und stopfte alles in den alten Seesack. Wirr ging er im Zimmer umher, blickte sich um, ohne etwas anzusehen und fuhr sich durch die Haare. Dann ließ er die Hände sinken, der Seesack fiel dumpf zu Boden. Er musste sich beruhigen. Unter keinen Umständen durfte er eine Entscheidung aus dem Affekt heraus treffen. Seine Brust hob und senkte sich in kurzen Abständen, seine Hände zitterten und er ging neben der Dielenöffnung auf die Knie. Er war ermattet. Die Verletzung an der Schulter pochte in dumpfem Schmerz, er war ausgezehrt, hatte lange nicht gegessen und nicht geruht und die Nachwehen des Schocks und der Sorge um seine Familie zogen ihm die letzte Energie aus den Adern. Am liebsten hätte er geweint, doch Tränen wollten keine kommen. Konika… sein kleines, liebes Mädchen, das Beste, das er je erschaffen hatte…
Plötzlich bemerkte der Arashi ein winzig klein gefaltetes Stück Papier in dem verwaisten Geheimfach. Von der Furcht geblendet, war es ihm zuerst gar nicht aufgefallen. Es stammte nicht von ihm. Hastig entfaltete Sasuke den Zettel und las. Erleichterung ummantelte seinen Geist wie Nebel. Shakuro… der Mittelsmann hatte sein Zimmer räumen lassen. Wie gelähmt starrte Sasuke auf das Stück Papier.

Plan B

Re: Mission in My'shu

Verfasst: Fr 19. Jan 2018, 17:28
von Sasuke Mokiri
Sasuke presste sich an die kalte Häuserwand. Die Luft klirrte vor Kälte und der Arashi hielt seinen Atem flach, damit der Dampf ihn nicht verriet. In diesem Viertel My’shus konnte man das Meer riechen, denn es gab keinen Kaminrauch, der es überdeckt hätte. Einst war es der Regierungsbezirk, nun fest in frostalbischer Hand. Sasuke zog die Kapuze tiefer in sein Gesicht. Die einzigen Arashi, die sich hier bewegten, waren Diener… oder Sklaven, je nachdem, wie man es ausdrücken wollte. Er sah weder wie das eine, noch wie das andere aus. Besser er blieb ungesehen.
Eine Gruppe Krieger marschierte an der Gassenöffnung vorbei, dann war es wieder still und der Vollmond tauchte alles in gespenstischen Schein. Sasuke zählte die Striche, die er in die Wand geritzt hatte. Die Patrouillen kamen in festen Abständen von ungefähr einer halben Stunde; mehr als genug Zeit zum Handeln. Im Quartier von Dimulon Eisträumer brannte Licht. Sasuke konnte den Schein deutlich erkennen.
Einige Tage zuvor hatte er das Haus bei Helligkeit inspiziert. Der Leitspruch des Kaiserhauses war mit Blut verschmiert und Köpfe von Arashi, die sich der Invasion entgegen gesetzt hatten, waren darüber aufgespießt als Zeichen des Triumphs der Besatzer oder als Warnung; vielleicht auch beides.
Still und ruhig verharrte Sasuke und wartete darauf, dass die Lichter in Eisträumers Gemächern gelöscht wurden. Noch zwei weitere Patrouillen würde er abwarten und dann zur Tat schreiten – so oder so. Die Kälte kroch ihm mittlerweile die Beine hinauf, doch er ignorierte es und stand weiter regungslos und still an der Hauswand. Hinter ihm knackte es. Blitzschnell fuhr Sasukes Hand an das Heft seines Schwerts, doch bevor er die Waffe ziehen und sich umdrehen konnte, spürte er schon kalten Stahl an seiner Kehle. Eine Hand packte den Stoff seines Umhangs am Rücken und schob ihn vorwärts, ohne die Klinge von seinem Hals zu nehmen. Sasuke blieb ganz ruhig. Er unterdrückte den Schluckreiz, denn er fürchtete, diese Bewegung könnte die Waffe bereits in sein Fleisch eindringen lassen. Vorsichtig schielte er nach unten. Die Hand war nackt und schneeweiß; ein Frostalb. Als sie die Hauptstraße erreichten, konnte Sasuke das Hauptquartier sehen und auch die hellerleuchteten Öffnungen des oberen Stockwerks. Durch das Licht im Rücken war er nicht viel mehr als eine Silhouette, doch es gab keinen Zweifel, wer es war. Dimulon Eisträumer hatte ihn erwartet.

Der Alb führte Sasuke durch das Tor des Gebäudes in den Innenhof. Rings herum standen frostalbische Krieger, gerüstet und bereit. Niemand rührte sich. Es war totenstill, bis auf die dumpfen Schritte von Sasuke und seinem Begleiter, der seinerseits keine Rüstung trug, denn er bewegte sich vollkommen lautlos. Die Holztreppe, die auf die innere Galerie führte, knarzte unnatürlich laut inmitten dieser Friedhofstimmung. Eisträumer hatte ihm den Rücken zugewandt, als sie eintraten und Sasuke nutzte den Moment, sich einen Überblick über den Raum zu verschaffen. Auf dem stirnseitigen Bett kauerte eine nackte Frau, deren Wirbelsäule deutlich hervortrat. Ansonsten gab es nicht viel, keine Möbel, keine Teppiche, keine Vorhänge und keine Habseligkeiten. Die Dielen waren dunkel verfärbt. Blut. Hier waren Leute gestorben. Sasuke hob den Kopf und fand den starren Blick eisblauer Augen auf sich. Eisträumers Gesicht war weiß wie Schnee, ebenso sein Haar und selbst die Lippen waren bar jeglicher Farbe. Die strenge Linie seiner Augenbrauen und die unnatürlich kleinen Pupillen gaben ihm eine boshafte Erscheinung. Er vollführte eine schneidende Geste mit der Hand und die Klinge löste sich von Sasukes Hals. Der Arashi widerstand dem Drang, hinzufassen und zwang sich Eisträumers bohrendem Blick Stand zu halten. Dieser brach die Spannung schließlich und ging vom Fenster auf das Bett zu. Sasuke schielte zur Seite. Der andere Alb hatte neben der Tür Aufstellung genommen und starrte ohne zu blinzeln gerade aus. Ansonsten war niemand im Zimmer. Keine Leibgarde, keine Soldaten. Wie schnell konnte er sein Schwert ziehen? Oder den Dolch? Würde Eisträumers Kopf über den Boden rollen, ehe die Klinge des Alben an der Tür sein Herz von hinten durchbohrte? Der Hauptmann rieb seine Hände an einander und betrachtete Sasuke wieder. Er war barfuß, seine Kleidung auffallend einfach und von einer Waffe keine Spur. Die Minuten zogen sich und niemand sprach, niemand bewegte sich. Sasuke fragte sich, was der Befehlshaber My’shus bezweckte. Wieso hatte man ihm seine Waffen nicht abgenommen?

„Wie bist du entkommen?“ Beinahe zuckte Sasuke zusammen, als Eisträumers hohle Stimme urplötzlich die Stille durchschnitt.
„Ein alter Meister eilte mir zu Hilfe“, antwortete Sasuke wahrheitsgemäß und ruhig.
Das Gesicht des Frostalben blieb eine Maske. Ohne die geringste Regung griff er in das Bassin neben dem Bett und nahm einen Eispflock heraus. Seine langen, dünnen Finger fuhren liebevoll über die Oberfläche, dann wandte er sich zu der Frau um. Mühelos hob er sie hoch und setzte sie so ab, dass Sasuke ihr Gesicht sehen konnte. Seine Befürchtung bestätigte sich, als er in die entsetzlich leeren Augen der zweiten Prostituierten aus dem Kashmir blickte. Trauer zerriss ihm das Herz. Diese Frau war gebrochen, eine tote Hülle… seinetwegen. Die langen dünnen Finger des Frostalben strichen über ihr fahles Gesicht, hoben das Kinn leicht an und tasteten über den Hals. Mit der anderen Hand führte er den eisigen Pflock über ihre Wange, die Kontur des Kiefers entlang und hinab zu ihrem Herzen. Kein Tropfen Tauwasser löste sich von der Waffe, die dasselbe helle blau hatte, wie Eisträumers Augen. Ganz langsam klopfte er mit der Spitze auf die Brust der armen Seele, als ziele er für den finalen Stoß. Dann schien er es sich anderes zu überlegen, setzte sich neben die Frau auf das Bett und führte den Pflock ihren Bauch hinab und zwischen ihre Beine. Ein leises Wimmern entfuhr ihren zitternden Lippen, da eilte Sasuke nach vorne. Er kam nicht weit. Binnen Sekunden hatte der Wächter ihn eingeholt und presste ihm erneut die Klinge an die Kehle. Ein diabolisches Grinsen breitete sich auf Eisträumers Gesicht aus. Er wollte, dass Sasuke zusah.
„Schluss damit“, presste der Arashi hervor. „Was wollt Ihr wissen?“
„Einfach alles.“
Eisträumer ließ von der Frau ab und fixierte ihn erneut eindringlich und hart. Auf ein knappes Nicken hin, löste sein Diener die Klinge wieder von Sasukes Hals, blieb aber unmittelbar hinter ihm stehen. Darauf hatte der Arashi gehofft. In einer fließenden Bewegung drehte er sich um, zog sein Schwert und durchstach dem Mann das Herz. Er wartete nicht, bis er auf dem Boden aufschlug. Behände sprang er nach vorne, um auch den Oberst niederzustrecken, das Schwert über dem Kopf erhoben für einen tödlichen Schwinger… und knallte gegen festen Widerstand. Die Wucht seines eigenen Schlags schleuderte Sasuke zurück auf den Boden. Irritiert blickte er Eisträumer an. Nichts. Sein Hals war entblößt wie zuvor, er hatte sich kein Stück bewegt und starrte den Arashi noch immer an, sein Blick tödlich. Das Rascheln von Kleidung ließ Sasuke herum fahren. Der Wächter war wieder aufgestanden. Ein Stöhnen entfuhr dem Arashi. Endlich verstand er und schalt sich innerlich für seine Dummheit. Wie hatte er das in seinen Nachforschungen übersehen können? Wie hatte er diese Möglichkeit komplett außen vor lassen können? Dimulon Eisträumer war ein Nekromant.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: Sa 27. Jan 2018, 18:04
von Sasuke Mokiri
Es war ein Spiel. Ein Spiel, das nicht gewonnen werden konnte. Sasuke packte sein Schwert fester und ging in Kampfstellung. Sein letzter Schild war zerborsten, seine Ausflucht versperrt, seine größte Stärke eliminiert. Zum ersten Mal in seinem Leben fürchtete Sasuke Mokiri den Tod. Er durfte nicht sterben. Tot nutzte er dem Frostalben viel mehr als lebendig und dass dieser Zustand noch zutraf, konnte nur daran liegen, dass Eisträumer Freude daran hatte, den eigenen Triumph hinaus zu zögern. Er würde alles bekommen. Pläne, Mitglieder und Standorte der gelben Blüte, Information über Transport- und Kommunikationswege in rebellischen Gebieten… und sie. Sasuke verwandelte die aufkeimende Verzweiflung in Entschlossenheit. Er durfte nicht zulassen, dass dieser Alb seine Familie in die Finger bekam. Wenn er es schaffte, den untoten Wächter kurz außer Gefecht zu setzen und aus dem Fenster zu klettern, hatte er eine geringe Chance. Nein. Klettern würde zu lange dauern. Er musste springen. Springen und hoffen, er bräche sich nichts dabei und falls doch, Segira gäbe ihm genug Kraft und Willen, trotzdem nicht aufzugeben. Dann musste er die Stadt verlassen, am besten ins Gebirge ziehen, irgendwo hin, wo sie ihm nicht folgen konnten. Erneut kochte Ärger über sich selbst in Sasuke hoch, dass er diese Option nicht bedacht hatte. Hätte er seine Recherchen anständig gemacht und Eisträumers wahres Sein erkannt, wäre er dem Feind niemals ohne Möglichkeit schnell und viel Feuer zu machen in die Arme gelaufen.

Dimulon Eisträumers Augen funkelten, als sein Spiel so richtig Fahrt aufnahm und Sasuke sah dunkle Freude darin und Wahnsinn. Dem Alben ging es nicht um My’shu oder irgendeine kleine Rebellenpartei. Es ging ihm um Befriedigung und um Macht. Sasuke hatte ausreichend Zeit damit verbracht, Gesichter, Gestik und Mimik zu studieren, um dies eindeutig lesen zu können. Grob stieß der Frostalb die Frau auf das Bett und ging langsam auf Sasuke und den Wächter zu. Noch immer hielt er den Pflock in der Hand. "Er will mich selbst töten", schoss es Sasuke durch den Kopf. Zeit zum Nachdenken blieb nicht mehr. Blitzschnell schwang er sein Schwert, ohne, dass die Bewegung vorauszuahnen gewesen wäre und Kopf und Körper des Untoten fielen getrennt voneinander auf die verfärbten Bodendielen. Kraftvoll stieß sich der Arashi ab, drehte sich um die eigene Achse, um zum Fenster zu eilen und sah – nichts. Eine absolute Finsternis umgab ihn. Kälte kroch ihm Arme und Beine entlang auf sein Herz zu und ein Gefühl von Beengtheit machte ihm das Atmen schwer. Blind tastete er sich nach vorne, wohlwissend, dass er in diesem Tempo niemals das Fenster erreichen würde, bevor Eisträumer ihn gefasst hatte. Schließlich blieb er stehen. Ganz langsam kam das Licht zurück, als sich die dunklen Nebelschwaden auflösten und Sasuke blickte direkt in Paar eisblauer Augen.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: So 28. Jan 2018, 12:22
von Sasuke Mokiri
Sasuke wollte wegsehen, doch er konnte nicht. Er wollte schreien, doch kein Laut kam aus seiner Kehle. Seine Brust hob und senkte sich in Panik, kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn, trotz der eisigen Temperaturen. Nein! Er wollte nicht sterben. Vage nahm er war, wie sein Schwert der zittrigen Hand entschlüpfte und klirrend zu Boden fiel und noch immer fixierten ihn Eisträumers Augen, ohne nur ein einziges Mal zu blinzeln. Eine zweite Stimme regte sich in Sasuke. „Schau weg, du Narr. Es ist nur ein Zauber“, drängte sie. Doch Furcht hielt weiterhin sein Herz umklammert, drückte ihre Klauen tief in den Muskel und presste ihm die Luft aus der Lunge. Aus dem Augenwinkel sah er, wie der Frostalb langsam die Arme hob, in der einen Hand den Eispflock, die andere leer, doch deshalb nicht weniger gefährlich. „Er darf dich nicht berühren!“, rief die Stimme und endlich obsiegten Sasukes Instinkte gegen die Starre und er riss mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, den Kopf zur Seite und löste den Blickkontakt. Sofort spürte er die Luft kalt und schneidend in seine Lungen strömen und ihm neues Leben einhauchen. Es war, als erwachte er und bemerkte erst nach und nach, dass es nur ein böser Traum gewesen war. Gerade rechtzeitig sprang er zurück, um der nach vorne schnellenden Hand Eisträumers auszuweichen. Er zog den Dolch und ging in die Knie, bereit zum Sprung. Dimulon Eisträumer ging langsam und aufrecht auf ihn zu. Sasuke zweifelte nicht, dass er sich ebenfalls schnell bewegen konnte, doch er hatte es schlicht und einfach nicht nötig. Mit dem Selbstverständnis des eigenen Triumphes im Rücken setzte er einen nackten Fuß vor den anderen. Sein Schweigen begann an Sasuke zu nagen. Es machte ihn nervös und unsicher. Wenn ein Gegner quatschte, konnte man ihn einfach ablenken oder Emotionen in ihm auslösen, ihn wütend machen und zu undurchdachten Handlungen verleiten. Doch Eisträumer sagte nicht ein Wort und das brauchte er auch nicht, Sasuke verstand sehr gut. Versteck dich, kleines Mäuslein. Ich kriege dich sowieso. Und ob du von alleine reden willst oder nicht, ich brauche dir keine Frage zu stellen, denn ich werde in dir lesen wie in einem Buch. Sasuke tat einen weiteren Schritt zurück und erschrak. Ein eiserner Griff legte sich um seinen rechten Knöchel und tote Augen blickten zu ihm auf. Kopf und Körper lagen noch immer nebeneinander, doch Sasuke war dem Wächter direkt in die Arme gelaufen. Er versuchte sich loszureißen, doch der Untote war stark wie ein Bär und Sasukes Fuß bewegte sich keinen Zentimeter. Schnell sank er in die Hocke und trennte mit seinem Dolch die Hand ab, da spürte er schon die zweite an seinem anderen Bein. Auch an dieser machte er sich zu schaffen und befreite sich in dem Moment, in dem weiße, sehnige Füße neben ihm zum Stehen kamen. Ohne zu zögern hackte er seinen Dolch hinein und Eisträumer zischte, trat ihm die Waffe aus der Hand und zog ihn am Kragen nach oben. Sasuke war bemüht, ihm nicht erneut in die Augen zu sehen. Ruhig wartete er, bis er hoch genug war, dann setzte er einen Kopfstoß an, doch Eisträumer wich blitzschnell aus und Sasukes Kopf flog ungebremst nach hinten, als eine scharfe Handkante in seinem Kiefer einschlug. Die Luft flimmerte ihm vor Augen und er drohte das Bewusstsein zu verlieren. Allein seinem harten Training war geschuldet, dass sein Genick nicht gebrochen war. Sein Kiefer schon. Der Geschmack von Eisen füllte seinen Mund und das Blut lief ihm in den Hals, ließ ihn röcheln. Es musste einen Ausweg geben! Irgendetwas… Doch es gab keinen. Das wusste auch Dimulon Eisträumer und das war der einzige Grund, weshalb Sasuke überhaupt noch am Leben war. Kälte breitete sich an seinem Hals aus. Der Pflock… Eisträumer wollte ihn pfählen, wie sie es so gerne taten. Noch ein letztes Mal wand sich der Arashi im Griff des Alben, versuchte ihn mit Armen oder Beinen zu erwischen und stechender Schmerz pulsierte bei jeder Bewegung durch sein Gesicht. Es knallte. Ohrenbetäubend. Holz zerbarst. Schreie ertönten. Metall klirrte auf Metall. Sasuke stürzte nach hinten, als Eisträumer unvermittelt den Griff lockerte. Vor den Fenstern stieg Rauch auf, der Geruch von Feuer drang hinein. Schreie. Eisträumer eilte zum Fenster. Er lehnte sich hinaus und ein Pfeil schoss haarscharf an seinem Kopf vorbei und bohrte sich in den Deckenbalken. Erleichtert stöhnte Sasuke auf. Es war ein Arashipfeil. Eilig kämpfte er sich auf die Beine. Eisträumer kam erneut auf ihn zu, das Gesicht vor Wut verzerrt. Die kühle Maske der Arroganz war verschwunden. Sasuke stolperte mehr, als er ging. Im Hintergrund sah er die ersten Arashi durch die Fenster klettern. Dimulon Eisträumer blieb stehen und auch Sasuke hielt inne. Kurz traf sich ihr Blick noch einmal. Dann wandte sich der Frostalb von Sasuke ab. Die Luft um ihn herum verdichtete sich zu weißem Nebel, Konturen spalteten sich ab und schließlich waren einzelne Körper zu erkennen, die um den Alben herum schwebten. Geister… ein, zwei Schritte ging der Mann gemächlich, wie zuvor, dann stürzte er los. Einer der Arashi warf sich ihm mutig in den Weg und schlug mit dem Schwert zu, einmal, zweimal und Sasuke sah, wie sich einige der Geister zischend auflösten. Ein weiterer Schwerthieb folgte nicht. Stattdessen ertönte ein markzerreißender Schmerzensschrei und grüner Nebel verschluckte den tapferen Angreifer. Er kreischte und schrie und alle anderen Arashi standen hilflos da wie paralysiert, geschockt von dem, was mit ihrem Kameraden geschah. Nach einer Weile löste sich die giftige Wolke um den Mann auf. Keuchend lag er da, das Haar schneeweiß, das Gesicht voller Falten. Von Dimulon Eisträumer fehlte jede Spur.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: Fr 2. Mär 2018, 12:02
von Sasuke Mokiri
Einige Arashi halfen dem gealterten Kollegen auf die Beine und untersuchten ihn, während Sasuke mit den übrigen die Treppe hinunter in den Innenhof eilte. Dort tobte der Kampf, der bereits viele Opfer gefordert hatte. Alben und Arashi starrten gleichermaßen aus leeren Augen in den Nachthimmel, mit aufgerissenen Kehlen, abgetrennten Gliedmaßen und furchtbar zerfetzten Leibern. Dazwischen lagen vereinzelt fremdländische Menschen, wie Sasuke sie manchmal am Hafen sah – Norkara. Zu seiner Überraschung stellte er fest, dass die Menschen auf der Seite der Rebellen kämpften. Sasukes Begleiter stürzten sich sofort in den Kampf, doch er bahnte sich einen Weg aus dem Hof hinaus. Das heftige Pochen in seinem Kiefer verklärte ihm den Blick, aber eiserner Wille trieb ihn an. Er wusste nichts von der Offensive der Rebellen und auch nicht von deren Strategie, doch er hatte noch immer einen Auftrag zu erfüllen. Dimulon Eisträumer musste sterben.

Die Straßen My’shus waren das pure Gegenteil zur Zeit seiner Ankunft. Männer schrien, Stahl klirrte und hinter allem leuchtete der Horizont im Schein zerstörerischen Feuers. Eisträumer war nirgends zu sehen. Sasuke hatte gehofft, der Alb wäre in einen Kampf verwickelt und aufgehalten worden, doch obwohl auf der Straße Tumult herrschte, war der Mann wie vom Erdboden verschluckt. Eine rasche Entscheidung musste her. Mit Sicherheit würde der Hauptmann die Stadt verlassen, doch in welche Richtung? Über Land oder zu See? Nach kurzem Zögern eilte Sasuke in Richtung von My’shus Zentrum. Die Anwesenheit der fremden Norkara würde auch Eisträumer eines gesagt haben: der Hafen war womöglich nicht länger in der Hand der Besatzer.

Ganz My’shu schien in Kämpfe verwickelt zu sein. Es gab kaum eine freie Gasse und der Gestank des Todes lag schwer in der Luft. Entsetzt sah Sasuke, wie ein Frostalb mit einem wuchtigen Eisbeil den Kopf eines Kriegers spaltete, obwohl dieser einen Helm getragen hatte. Der Alb fletschte die Zähne und sein Blick heftete sich an Sasuke, der, das Schwert mit beiden Händen packend, in Kampfstellung ging. Im Hintergrund erkannte er verschwommen den erbitterten Zweikampf zweier Arashi, der ihn fast mehr grauste als der gestiefelte Tod, der mit hin und her schwingendem Beil auf ihn zu stakste. Auf den letzten Metern beschleunigte er sein Tempo und holte dabei einhändig mit seiner brutalen Waffe aus. Sasuke wartete ruhig, seinem donnernden Herzen zum Trotz und erst als der Hieb seines Widersachers niedersauste, wich er seitlich aus und hob die Klinge. Eis kreischte auf Stahl und Splitter flogen zu allen Seiten. Im Bruchteil einer Sekunden folgte der nächste Schwinger und Sasuke hatte keine Gelegenheit für einen Konter. Während eine wahre Salve an Angriffen auf ihn einprügelte, blieb ihm nichts, als zurückzuweichen und einen Hieb nach dem anderen zu parieren. Langsam aber sicher näherte er sich einer Hauswand, die ihm komplett den Fluchtweg abschnitt. Er musste handeln. Riskant wie es war, ob der übermenschlichen Kraft seines Gegners, packte Sasuke sein Langschwert nun mit einer Hand und exakt in dem Augenblick, in der das Beil erneut auf ihn zuflog, zog er geschwind den Dolch aus seinem Gürtel und warf. Dann ließ er sich zu Boden fallen und rollte sich schnell zur Seite. Er zweifelte, dass er den Hieb einhändig hätte abwehren können, zumindest nicht, ohne sich den Arm zu brechen. Schnell wie eine Katze sprang Sasuke in die Hocke, eine Hand auf dem Boden abgestützt, die andere über der Schulter erhoben, die Schwertspitze nach vorne gerichtet. Erleichtert sah er, dass sein Dolch getroffen hatte. Der Alb tastete überrascht an der Stelle herum, an der ein Heft aus seinem Kehlkopf ragte, dann kippte er vornüber. Sasuke atmete schwer. Der Schmerz in seinem Kiefer drohte ihn zu übermannen, doch er durfte nicht aufgeben. Er brauchte Eisträumer. Mit wachsamem Auge kroch er nach vorne, zog seinen Dolch aus dem toten Alben und verstaute ihn wieder in seinem Gürtel. Dann eilte er weiter die Straße entlang.
Sein Innerstes zog sich zusammen, als er erkannte, wie viele Arashi auf Seiten der Besatzer kämpften und als einer sich ihm in den Weg stellte, vermochte er ihn nicht zu töten. Stattdessen ließ er den jungen Kerl bewusstlos zurück und bog in eine größere Straße ein. Ein Surren ertönte, er spürte einen Windhauch und es war nur der Axt eines stämmigen Norkara zu verdanken, dass nicht er, sondern eine drahtige Albe sich zu den anderen Opfern in den Rinnstein gesellte. Sasuke wollte sich bedanken, doch der große Mann hieb schon auf den nächsten Feind ein und beförderte ihn in eine der vielen Wasserstraßen, die My’shu in diesem Teil der Stadt durchzogen. Dann endlich sah er ihn.
Eisträumer war ein Stück weiter in ein Gefecht mit mehreren Arashi verwickelt. Von seinem Geisterschild war kaum noch etwas übrig und seine nackten Füße wurden von vielen Körpern gesäumt. Er hielt ein großes Eisschwert, das er vermutlich einem gefallenen Artgenossen abgenommen hatte und das ebenso blau schimmerte wie der Pflock, mit dem er Sasuke hatte richten wollen. Seine Gegner wirkten verschüchtert, ihre Angriffe kamen vereinzelt und der Kommandant von My’shu bewegte sich schnell und elegant wie ein Raubtier und streckte einen nach dem anderen nieder. Kurz überlegt Sasuke sich von hinten anzuschleichen und ihm das Schwert in den Rücken zu rammen, doch er verwarf den Gedanken gleich wieder. Es wäre nicht ehrenhaft. Und erfolgreich wäre es auch nicht gewesen, denn just in diesem Moment blickte ihn Eisträumer über die Schulter hinweg an. Langsam zog er das Schwert aus dem Rumpf des letzten Kriegers und kam auf Sasuke zu. Die Welt schien einzuschrumpfen. All der Lärm ebbte ab, die Umrisse von Sasukes Blickfeld verschwammen, die Bewegungen verlangsamten sich, als spiele sich alles unter Wasser ab. Übernatürlich laut kam Sasuke hingegen das Klatschen von Eisträumers Füßen auf dem Boden vor, als er unweigerlich auf ihn zuschritt und sein Haar wie in Zeitlupe hinter dem Rücken von links nach rechts schwang. Schon fürchtete er, er wäre wieder in einem Zauber gefangen, doch sein Geist war klar, er spürte das Heft des Schwerts deutlich in beiden Händen und den festen Grund unter seinen Füßen. Darauf bedacht, dem Nekromanten nicht direkt in die Augen zu sehen, stand Sasuke da, tief in den Knien, jeden Muskel seines Körpers angespannt. Ein Brüllen durchschnitt die Nacht und Sasuke duckte sich unwillkürlich nach unten ab und nahm die Hände über den Kopf. Ein riesiger Schatten flog über ihn hinweg und mit ihm kam der ganze Lärm und Tumult zurück in Sasukes Bewusstsein. Eisträumer hatte eine weiße Hand erhoben und ein monströser Eisbär kam vor ihm zum Stehen. Mehrere Pfeile steckten in der Flanke und den Hinterläufen des Tieres, das ehrbietungsvoll den Kopf vor dem Frostalben senkte. Eisträumer streichelte ihn im Nacken, dann sprang er behände auf dessen Rücken. Der Bär richtete sich brüllend auf die Hinterbeine auf, dann rannte er in die Nacht davon, über die Körper von Lebenden wie Toten gleichermaßen hinweg. Kurz davor trafen sich jedoch noch einmal die Blicke von Dimulon Eisträumer und Sasuke Mokiri und die Botschaft war eindeutig: Wir sehen uns wieder.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: So 4. Mär 2018, 12:28
von Ragosh
Arashi waren ein merkwürdiges Völkchen soviel war Ragosh klar, sie hielten mehr von Ehre und ähnlichen Werte wie andere Menschen aus dem Süden. Damit waren sie vielen Orks sympatisch gut man konnte nicht sagen, das sie sich dadurch Freunde schimpften oder auch zusammen arbeiten würden, aber der Grundgedanke war dennoch ein positiver. Die Stadt die sie einnehmen wollten schien ihnen ungemein wichtig, doch ihre Besatzer hatten ebenfalls Arashi als Kämpfer in ihren Reihen das machte es natürlich nicht leichter. "Nieder mit den Besatzern" rief ein Mann an der Seite des Orks, der nur zustimmend grunzte und ihm über eine Leiter auf die Mauer der Stadt folgte. Der Angriff erfolgte von vielen Seiten der Stadt gleichzeitig, es war mitten in der Nacht und nur der Fackelschein spendete Licht für Straßen und mögliche Gassen, ebenso für den Wehrgang der Mauern. Es dauerte nicht lange da war die Stadt und ihre Besatzer erwacht und man hörte überall, wie Stahl auf Stahl traf und die ersten Schreie der Verwundeten ließen nicht lange auf sich warten.

Ragosh stand auf der Mauer und blickte sich um, der Mann neben ihm dessen Name er sich einfach nicht merken konnte half gerade einem weiterem Mann hinauf. Das Breitschwert in der Hand haltend schaute er nach rechts wo auch prompt die ersten Verteidiger auftauchten. Zwei Männer mit ihren gebogenen Schwertern kamen laut schreiend auf ihn zu, der Ork brüllte ihnen eine Herausforderung entgegen und kam ihnen entgegen. Die Arashi waren besonders flink und verzichteten auf schwere Rüstungen, das machte sie wendiger aber auch leichter verwundbarer doch das machten sie in der Regel mit ihrer Wenigkeit weg. Ragosh der selbst kaum Rüstungsteile am Körper trug bis auf Kleidung aus Leder und Felle die seinen Oberkörper warm hielten, war ihnen an Statur und Kraft überlegen doch war er lange nicht so schnell wie sie. Die beiden Angreifer mussten Brüder sein, den sie verstanden sich ohne zu sprechen, der erste Schlag zielte auf den linken Oberarm des Orks. Ragosh wehrte diesen mit seinem Breitschwert ab und versuchte den Mann zu fassen zu bekommen, doch es gelang ihm nicht. Den der andere Angreifer hatte genau auf diese Bewegung gewartet, er schlug dem Ork mit der flachen Seite auf die Finger als er nach seinem Kumpanen greifen wollte. Erschrocken und wütend zugleich auf diese Finte herein gefallen zu sein grunzte Ragosh auf und wich erschrocken zurück, er musterte zähnefletschend die beiden Männer die nun direkt vor ihm standen. Beide Seiten fingen an sich zu belauern, die beiden Männer schritten ruhig hin und her, der Ork kniff die Augen zusammen und hielt sein Schwert quer vor sich fest mit beiden Händen im Griff.

Die beiden Angreifer erkannten das hinter dem Ork immer mehr Angreifer die Mauer hinauf kamen, die Zeit war also gegen sie. "Wir müssen Verstärkung herbei rufen!" sprach der eine zu dem anderen, dieser nickte knapp und gleich darauf griffen die beiden den Ork gleichzeitig an. Wieder eine Finte! Diese elendigen trickreichen Mistkerle! Dachte sich der Ork der wieder parierend zurückweichen musste. Doch sein Begleiter mischte sich in den Kampf ein und zwei weitere Kämpfer taten es ihm nach, das Gleichgewicht hatte sich gegen die beiden Männer gestellt die sich dennoch sehr gut schlugen.

Der Schlagabtausch war heftig und der Ork mischte sich wieder in das Geschehen mit ein, er schlug von oben auf einen der Männer ein. Dieser leitete den Schlag weiter und es sprühten Funken auf ehe das Schwert von Ragosh auf den Boden der Mauer einschlug. Doch der Ork packte den Mann am Schwert arm und zog ihn zu sich heran, der Mann verstand nicht sofort was passiert doch der Ork holte bereits mit seinem Schädel aus um dem Mann eine wuchtige Kopfnuss zu verpassen. Man hörte wie die Nase des Mannes mit einem lauten Knacken nachgab, gleich danach schupste Ragosh den Mann die Mauer hinab in den Innenhof. Der zweite Angreifer jedoch sah hier seine Chance seinen Kumpanen zu rächen und sein Schlag zielte nun auf den Kopf des Orks, der komplett frei lag. Das Gesicht vor Wut verzerrt sprang der Mann nach vorn. Kurz vor dem Hals des Orks kam das Schwert jedoch zum stehen, der Grund war offenkundig der Mann der mit Ragosh die Mauer hinauf geklettert war hatte sein Schwert tief in den Hals des Mannes hinein gestoßen. Mit weit aufgerissenen Augen schaute der Mann Ragosh an eher er Blut würgend zu Boden ging und der Mann sein Schwert wieder aus seinem Hals zog. Es dauerte nicht lange bis sich eine große Blutlache auf der Mauer bildete.

"Wieso kämpfen diese Bastarde auf Seiten der Spitzohren?!" kam es aus dem Ork heraus geplatzt. Doch der Mann zuckte mit den Achseln "vermutlich, sind sie belohnt worden oder sie fürchten die Alben mehr als uns, los Ork weiter wir müssen den anderen helfen!". Die kleine Schaar war auf insgesamt Fünf Mann angewachsen mit ihm waren es sechs, sie verließen die Mauer und liefen Richtung Stadtkern. Überall waren Frostalben und Arashi in kämpfe verwickelt hier und da sah man aber auch wie, die Menschen gegen Menschen fochten. "Weiter wir müssen Sasuke finden, sofern er noch lebt!" drängte der Mann erneut, der Ork verstand nicht was so wichtig an diesem Mann war dennoch fragen konnte er später immer noch.

Sie bogen die nächste Straße rechts ab, als die Gruppe direkt in der Straße stand schrie einer der Männer auf. Die Gruppe blieb direkt stehen und sie schauten zu ihrem Gefährten, ihm ragte ein Pfeil aus der Brust. Mit seinen eigenen Händen versuchte er, diesen aus seiner Brust zu ziehen doch der zweite bohrte sich direkt zwischen seine Augen was jegliche Mühe des Mannes erübrigte. Mit zwei Pfeilen gespickt ging er zu Boden, der Schütze tauchte auch prompt aus einer Rauchwolke auf, die durch ein brennendes Haus hinauf stieg. Es war ein Frostalb in kompletter Rüstung, er trug einen Bogen in der rechten Hand und kam auf sie zu im gemütlichen Schritttempo. "Lasst euch nicht täuschen von seiner Anzahl, diese Mistkerle sind zäh" sprach der Mann ebenso wie er hoben alle weiteren ihre Schwerter und schritten ihm entgegen. Ragosh dauerte das alles viel zu lange, er brüllte den Frostalben an und rannte auf ihn zu. "Nein verdammt! Warte!" rief ihm der Anführer der Männer hinterher doch der Ork dachte gar nicht daran. Der Alb schien verwirrt einen Ork zu sehen den er legte den Kopf schief, die Mimik des Mannes konnte man nicht sehen, den der Helm verbarg mit dem Visier jegliche Gesichtszüge. Doch er warf den Bogen bei Seite und zog ein Schwert das unheimlich blau schimmerte, es musste ein Eis-schwert sein diese waren bei den Frostalben sehr beliebt und galten im Norden als tödliche Waffe. Der Schlag war auf den Kopf des Alben gezielt und hätte diesen vermutlich auch getroffen um ihn von den Schultern des Mannes zu trennen, doch dieser duckte sich nach hinten weg, die Wendigkeit war auch hier deutlich zu sehen.

Der Schlag von Ragosh ging ins leere und ließ den Ork taumeln, da er felsenfest der Überzeugung war er würde treffen. Als er den Blick über die Schulter nach hinten warf sah er den Alb der einfach weiter auf die vier übrigen Männer zu schritt, er ignorierte ihn einfach! Das machte den Ork jedoch noch wütender, er sammelte sich erneut und machte sich drauf und dran den Alb von hinten anzugreifen. Der Alb hatte die vier übrigen Männer erreicht und fokussierte eine Person, auf die er seine Attacken konzentrierte. Die anderen Männer schlugen auf ihn ein doch er parierte ihre Schläge und es sah aus als würde, dieser Alb sich unnatürlich schnell bewegen. Hier parierte er einen Schlag mit seinen Unterarmschienen dort trat er einem Mann direkt in den Bauch und zu guter letzt, parierte er zwei Schwerter mit seinem eigenem. Diese Alben waren ungeheuer schnell und es dauerte nicht lange bis das Eis-Schwert nach vorne stach und dem Mann den Kopf von den Schultern schlug. Da waren es nur noch drei Männer und Ragosh der mittlerweile den Alb und das Getümmel wieder erreicht hatte. Sein Schwertschlag kam dieses mal von unten und richtete sich auf den Bauch des Mannes, dieser leitete den Schlag wiederum mit einem von oben nach unten geführten Hieb zur Seite, doch das brachte Ragosh nah an ihn heran. Der Ork stieß mit seinem Oberkörper nach vorn und der Mann taumelte aus dem Zweikampf heraus, die drei übrig gebliebenen Männer fielen erneut über den Alben her.

Dieses mal wurde er auch getroffen nahm hier und dort eine Schnittwunde hin und wich erneut unter Paraden zurück, der Ork schloss sich erneut dem Angriff an und der Alb merkte wie ihm langsam die Initiative verloren ging. Nach kurzem hin und her konnte einer der Männer eine Lücke in seiner unüberwindbaren Verteidigung erzwingen in dem er vor sprang, um sein Schwert seitlich unter die Achseln des Albes zu versenken. Die gewünschte Wirkung war das der Alb aufschrie und sein Blut begann zu fließen doch im gleichen Moment zuckte sein Schwert voran und grub sich in den Bauch des mutigen Mannes, der jaulend zurück sprang. Da war Ragosh bereits heran geeilt und schlug dem Alben sein Schwert von oben mit einem wuchtigen Hieb auf dessen Kopf. Der Helm gab nach und es knackte laut auf, dann ging der Alb zuckend zu Boden. "Diese elendigen Spitzohren, diese Stadt muss euch sehr wichtig sein wenn diese Mistkerle sie besetzt halten!" presste der Ork zwischen seinen Zähnen hervor eher er auf den Toten Feind spuckte. Es waren 2 Krieger gefallen der Mann der ihnen die Lücke ermöglicht hatte war ebenso tot, wie der dessen Kopf nicht mehr auf seinen Schultern ruhte. Zwei Tote für einen Alben siegreich war etwas anderes, der Anführer schaute den Ork an und sprach düster "das ist unser Land diese Monster haben hier nichts zu suchen, los weiter wir müssen Sasuke finden!" drängte er erneut und die kleinere Gruppe machte sich auf den Weg weiter gen Stadtkern.

Sie liefen ungefähr Fünf weitere Minuten ehe sie ein lautes brüllen hörten, es war ein großes Tier soviel stand fest. Gleich darauf sahen sie aus der Ferne einen Eisbären auf dem ein Alb saß gen Stadtmauern laufen, der Ork wollte ihm schon nach eilen doch er wurde zurück gehalten. "Das könnte eine Falle sein los weiter! Sie bogen in die Straße ab aus der der Eisbär gekommen war und sahen einen Mann dort stehen. "Sasuke endlich geht es dir gut?" rief der Mann der offenbar erleichtert war ihn lebend zu sehen.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: So 4. Mär 2018, 13:27
von Terry
Vom Hafen her ertönte ohrenbetäubender Lärm und eine falsche Sonne ging auf.
Terry lachte, er stand am Bug des Skuas, des Flagschiffes der Möwenflotte. Die Bordskorpione spien Feuerkugeln. Terry hatte diese Geschosse in Obenza gekauft, Tonkugeln, gefüllt mir brennbarem Öl und nur einer kleinen Zündschnur, die brannte. Sobald die Tonkugeln aufschlugen, explodierte ein Feuerball. Das Hafenviertel stand in Flammen. Sogar Dinge, die gar nicht brennen dürften, brannten - die Wege, Steinhäuser, Menschen. Die tiefhängende Wolkendecke reflektierte den orangefarbenen Schein, als würde die Sonne aufgehen. Doch das tat sie nicht. Was hier leuchtete, war der Atem des Abgrunds, der sich auftat! Die Piraten johlten. Die vor Anker liegenden Schiffe der Frostalben wurden besetzt, die Anker eingeholt und die Möwenflaggen gehisst.

"Keine Flucht übers Wasser, ihr Frostbeulen!", brüllte Terry gut gelaunt. "Die Schiffe behalten wir uns als Zoll für den Ärger, den ihr hier macht!"

Zu seinem tiefsten Bedauern gelang es seinen Leuten nicht, restlos alle Schiffe für sich zu gewinnen oder die übrigen zu versenken. Einige Schiffe konnten die Frostalben in Sicherheit bringen. Vermutlich hatten sie Windmagier an Bord, die ihnen in die Segel bliesen, denn sie rauschten unnatürlich schnell davon. Aber das machte nichts.

"Bringt die Schiffe aufs offene Meer", befahl er. "Nur unsere eigenen Kriegsschiffe bleiben im Hafen!"

Als alles, was die Skorpione erreichten, in Flammen stand oder in Trümmern lag, sprangen die Norkara in die Beiboote und ruderten mit lauten Schlachtgesängen an Land. Irgendein Trupp sang lieber ein Sauflied. Hauptsache, sie machten sich gegenseitig Mut und hatten Spaß!

Terry zückte das geniale Schwert, welches ihm der kleine Shakuro überreicht hatte. Der ihm allen Ernstes Rum mit einer verdammten PIPETTE in den Tee geträufelt hatte. Terry hoffte, dass es dem Kerl gut ging, er fand ihn lustig und wollte ihn gern mal abfüllen und ihm beim Kotzen zusehen. Das ging aber nur, wenn er nicht in der Schlacht fiel. Vielleicht entdeckte er ihn ja unterwegs irgendwo. Terry fing den erstbesten Frostalben ab und nach einem Schwertgefecht, das nur eine Sekunde dauerte, fiel der Mann durchbohrt zu Boden. Terry machte sich nicht die Mühe, zu überprüfen, ob er überhaupt tot war, es reichte, wenn er am Boden lag. So schludrig kämpfte er sich durch die Reihen und seine Männer taten es ihm gleich, sie frästen sich durch die Stadt wie Wölfe, die in einem Schafspferch im blinden Blutrausch um sich bissen, hinterließen einen Haufen Verletzte, aber kaum einen wirklich Toten. Das Hafenviertel ertrank in Feuer und Blut.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: Sa 17. Mär 2018, 13:21
von Sasuke Mokiri
Der Impuls Eisträumer hinterher zu rennen durchzuckte Sasuke, doch sofort schaltete sich sein Verstand ein. Es war sinnlos. Der Alb war weg. Er hatte versagt. Einen Moment lang stand er da, das Schwert nach unten gerichtet in seiner schlaffen Hand und Enttäuschung flutete ihm durch die Adern. Jemand rief seinen Namen. Benommen drehte Sasuke sich um und erblickte ein bekanntes Gesicht. Erstaunen verdrängte die Resignation. „Mosoro?“ Also war die Gelbe Blüte ausgerückt. Der alte Freund kam schnellen Schrittes auf ihn zu und zog Sasuke in eine kräftige Umarmung. Noch etwas verdattert erwiderte er die Begrüßung, doch sein Blick hatte bereits die nächste Überraschung entdeckt. Einen Ork. Unter den Männern, die Mosoro begleiteten, war tatsächlich ein Ork. Automatisch begann Sasuke zu grübeln, ob er schon jemals einen der ihren gesehen hatte. Wie kam es, dass er Seite an Seite mit den Rebellen kämpfte? Eilte das benachbarte Volk ihnen zur Hilfe, aus Furcht vor der eisigen Bedrohung aus dem Norden, oder war er nur ein Einzelkämpfer? Er war ein Prachtexemplar, stämmig und stark und vermutlich gäbe es keinen passenderen Kumpanen bei einer Mission wie dieser. Trotzdem war es ungewöhnlich. Zeit, nachzufragen blieb nicht. Die Kämpfe hatten sie wieder erreicht und Sasuke drehte sich gerade rechtzeitig, um gemeinsam mit Moroso den Angriff eines schwer bewaffneten Frostalben abzuwehren. Alle Fragen mussten warten, ebenso die Unsicherheit, was Dimulon Eisträumer betraf. Unweit entfernt sah er den großen Ork in einem Gefecht und konnte nicht anders als über dessen Geschick und Kraft zu staunen. Entschlossen schwang Sasuke sein Schwert und setzte zeitgleich zu einem Fußtritt in Richtung Hals an. Wäre die Stadt nicht in ohrenbetäubendem Lärm ertrunken, hätte man das laute Knacken gehört, mit dem das Genick des Alben brach. Mit vor Erstaunen aufgerissenen Augen sank er zu Boden und gesellte sich zu den vielen, vielen anderen Gefallenen, Freund wie Feind. Dieser Angriff musste wohl geplant sein, dachte Sasuke, denn ansonsten hätte er längst schon erwartet, von einer Übermacht eingekreist zu sein. Als hätte er seine Gedanken gelesen, brüllte Moroso zu ihm hinüber. „Wir müssen uns beeilen und die Stadt von Feinden wie Verrätern säubern, bevor sie neue Streitkräfte heranziehen können! Kyako hat einen ganzen Tross bei sich, um My’shu nach Norden und Westen hin zu befestigen!“ Es gab nur einen Kyako, den Sasuke kannte und das bedeutete, dass auch Widerständler von der Partie waren. Widerständler, Norkara und sogar ein Ork, die auf ihrer Seite kämpften. Sein Blick traf den, des hünenhaften Kriegers und er nickte ihm anerkennend zu, um zu zeigen, dass er froh war, an seiner Seite kämpfen zu dürfen. Heute Nacht gab es nur eines, das zählte. Überleben.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: Sa 17. Mär 2018, 13:28
von Sasuke Mokiri
Shakuro Aisako

Die Tage nach Terrys Besuch waren die schlimmsten, die Shakuro jemals erlebt hatte. Am liebsten wäre ihm gewesen, die Schlacht hätte sofort begonnen, dann hätte er das Für und Wieder seiner Entscheidung nicht Tag für Tag und Nacht für Nacht erneut durch wälzen müssen, während er Reismehl ausversehen in die Teeregale räumte oder stundenlang die dunkle Decke über seinem Bett anstarrte und auf einen Schlaf voller wilder Träume wartete. Laufend wuchsen neue Zweifel. War die Offensive auf die Stadt der richtige Weg? Wie hatte er jemals sicher sein können? Shakuro lechzte nach einem Zeichen Segiras, dass er korrekt handelte. Nun, da alles in die Wege geleitet war, wurde ihm die Tragweite erst richtig bewusst. Unzählige würden sterben, die Besatzer vor Zorn rasen und die Spaltung seines eigenen Volkes möglicherweise unwiderruflich wachsen. Und für was? Für eine Stadt. Wie immer, wenn er dieses Gedankenspiel durchging, kniff Shakuro die Augen zusammen und schüttelte vehement den Kopf. Er hatte alles abgewogen, gründlich durchdacht. Es ging nicht bloß um My’shu. Es ging um alles, das seine Partei und die freien Arashi sich erarbeitet hatten. Es ging um nicht weniger, als die Zukunft Arashimas. Shakuro seufzte. Wie so oft in diesen Momenten blickte er zu dem Rumfass, dass Terry mitgebracht hatte. Ob ein Schluck daraus seine Nerven beruhigen könnte? Nein! „Shakuro, du Narr!“, schalt er sich. Seine Landsmänner und er waren auf jedes Quäntchen von Segiras Segen angewiesen, wie konnte er da nur daran denken, sie kurz davor zu verstimmen?
Tagelang taumelte Shakuro durch sein Gedankenkarussell, bis die Nacht der Entscheidung endlich gekommen war. Sein Platz war nicht auf dem kundschaftenden Fischerboot, doch immerhin im Hafenviertel, sodass er die Ankunft der Norkara miterleben konnte. Wie eine riesige Welle aus Feuer brachen sie ein, einer Naturgewalt gleich. Es dauerte nicht lange, bis Shakuro Terry entdeckt hatte, der sich mit seiner riesenhaften Gestalt voran kämpfte. Die Unterstützung der Truppe um Shakuro war gar nicht nötig, um den Hafen zu sichern. Trotzdem stürzten sie sich nun auf den Wink eines älteren Arashi namens Yasuri in dem Kampf, um den Männern aus dem Süden beizustehen. Das Hafenviertel musste unbedingt gesichert werden. Es war nicht auszuschließen, dass eine Flotte der Wolfs-Norkara oder ein Schwarm Shezem in der Nähe war. Mit Mühe streckte Shakuro einen jungen Alben nieder. Er war in der Kunst des Schwertkampfes ausgebildet worden, doch richtig gut war er nie darin gewesen. Kein Künstler an der Waffe wie Sasuke, kein Bär wie Terry. Seine Stärken lagen in strategischem Denken, genialen Plänen und Redegewandtheit. Eine Eisharpune zischte haarscharf an seinem Kopf vorbei und Shakuro zuckte zusammen. Aus dem Augenwinkel sah er, wie einer seiner Kollegen fiel, seine Augen tränten vom Rauch und der Lärm war ohrenbetäubend. Erneut kochten Zweifel in ihm hoch, doch nun war es endgültig zu spät. Sie würden My’shu schon wieder aufbauen. Erst galt es, es zurück zu erobern. Klirrend parierte er einen Schwerthieb und hatte kurzen Blickkontakt mit dem feindlichen Arashi. „Ihr bringt nur noch mehr Leid über uns!“, rief dieser. „Diesen Krieg können wir nicht gewinnen.“ Erneut schlug er zu. „Wenn wir nicht kämpfen, haben wir schon verloren! Und kein Arashi wird je wieder in Freiheit leben“, gab Shakuro zurück und sprach damit aus, womit er sich selbst die ganze Zeit auch schon zu beruhigen versucht hatte. Kurz meinte er Zweifel durch die Augen seines Gegenübers blitzen zu sehen und wollte schon ansetzen, ihn zu überreden, einfach die Seiten zu wechseln, da biss dieser entschlossen auf die Zähne und verstärkte seine Angriffsbemühungen. Shakuros Schwert fiel klirrend zu Boden. Er war nun ganz in der Nähe von Terry, konnte dessen massige Gestalt deutlich erkennen. Gerne hätte er den Mann noch einmal gesprochen, hätte ihm danken wollen, dass der Pakt eingehalten worden war und ihm mitteilen mögen, dass er sämtliche Erwartungen übertroffen hatte. Allerdings sah es gerade nicht gut für ihn aus. Er war unbewaffnet und es war nur dem erneuten Zögern des Mitläufers geschuldet, dass er noch lebte. Dieser hob nun langsam sein Schwert an. Um ihn herum waren alle in Gefechte verwickelt, niemand schien seine aussichtslose Situation zu bemerken. Shakuro schloss die Augen und rechnete damit, jeden Augenblick von scharfem Arashistahl durchbohrt zu werden.

Re: Mission in My'shu

Verfasst: Mo 19. Mär 2018, 18:29
von Ragosh
Mosoro! Das war der Name des Mannes! Schalte es wieder in den Kopf von Ragosh der den Mann musterte den sie gesucht und nun auch gefunden hatten. Er war recht drahtig gebaut wie viele Männer der Ashari das Schwert in seiner Hand wirkte etwas gebogen und auch das war für die Menschen hier oben typisch, es glich einem Wunder das dieser Mann noch lebte in dieser Schlacht die an sich keine war. Das was sich in dieser Stadt zutrug war ein Gemetzel und überall waren Männer und Alben in Kämpfe verwickelt. Sasuke hechtete nach vorn und rettete somit Mosoro das leben der wider rum sich fing und sie dazu drängte weiter in die Stadt vorzustoßen um sie weiter zu sichern. Das kurze Nicken das Ragosh entgegen gebracht wurde, sagte mehr als Worte ausgesagt hätten. Es war ein Zeichen des Respekts und er nickte ebenso und folgte den Männern weiter in die Stadt hinein.

Niemand konnte sagen wie sich die Schlacht entwickelte überall war das blanke Chaos ausgebrochen, sie liefen an Männern vorbei die sich wilde Kämpfe lieferten. Ebenso an Frostalben die versuchten gegen eine Übermacht zu bestehen die von allen Seiten zu kommen schien. Doch es gelang ihnen nur vereinzelnd und hier und da sah man ebenso Frostalben die versuchten sich irgendwie abzusetzen, doch wurden sie dabei niemals gänzlich in Ruhe gelassen. "Wohin wollt ihr Sasuke?" fragte Ragosh gerade heraus als er zu ihm aufschloss.