NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.

Der SĂŒdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Nepomuk
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NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#1

Beitragvon Nepomuk » Sa 13. Jun 2015, 16:07

Die Fortsetzung der Reise von Cheona, Nepomuk und Dozzy
[Erster Teil]

Der Geruch nach Seewasser und eingesalzenem Fisch juckte Nepomuk in den NĂŒstern. Um ihn herum ragten FĂ€sser um FĂ€sser in die Höhe, welche bis oben randvoll gefĂŒllt waren mit Heringen. Hunger plagte den KleindĂ€monen, doch er konnte es nicht wagen, aus seinem Versteck hervorzukommen. In unregelmĂ€ssigen AbstĂ€nden kamen Wachen vorbei, welche streng darauf achteten, dass die SchiffsvorrĂ€te nicht von dreisten Matrosen angebrochen oder gar geplĂŒndert wurden.
Er hatte einmal beobachtet, wie ein Mann so unvorsichtig war, und sich beim Diebstahl von gedörrten FrĂŒchten hatte erwischen lassen. Seine schmerzerfĂŒllten Schreie und das schadenfreudige GelĂ€chter seiner Schiffskameraden, waren bis unter Deck zu hören gewesen, als ihn der KapitĂ€n vor versammelter Mannschaft als Warnung fĂŒr seine Missetat auspeitschen liess.
Da hatte Nepomuk sich darauf beschrĂ€nkt Ratten zu fangen, welche sich im Gegensatz zu den anderen an Bord, meist unbemerkt an den VorrĂ€ten gĂŒtlich taten.
Leider waren die Viecher schlau und hatten bald begriffen, wo das Versteck des KleindĂ€mons sich befand und hielten sich ausserhalb seiner Reichweite auf. Manchmal schien es ihm sogar, als wĂŒrden sie ihn verhöhnen und huschten zwischen den Beinen der fluchenden Wachen hindurch.
Bald wĂŒrde er sein Versteck verlassen mĂŒssen, um etwas Essbares zu finden.
Ausserdem starrte er vor Schmutz und es juckte ihn ĂŒberall unangenehm am Körper.

Wie es wohl Cheona erging? Ob sie auch hungerte?
Nepomuk dachte an die Sonnenalbin zurĂŒck. Er hatte sie gern gewonnen und machte sich unglaubliche Sorgen um seine Begleiterin. Wenn sie es denn noch war, denn sie hatten sich auf dem Schiff aus den Augen verloren. Der KleindĂ€mon wusste nicht, ob sie ĂŒberhaupt noch an Bord war, ob man sie womöglich entdeckt und eingesperrt oder gar Schlimmeres mit ihr gemacht hatte. Er wusste, auf Handelsschiffen war man mit ungewollten Passagieren nicht zimperlich. Und genau das waren sie: schwarze Passagiere, wenn auch grösstenteils unfreiwillig


Nachdem sich der GrĂŒnling nach einigen Tagen wieder von ihnen getrennt hatte, um seiner eigenen Wege zu gehen, wenn auch nicht ganz aus freien StĂŒcken, sondern mit zornigen Blicken, die wie Blitze an Nepomuk gerichtet waren und bösen VerwĂŒnschungen, welche auf die Zerstörung seiner Flugmaschine zurĂŒckfĂŒhrten, hatten sich Cheona und der Xarrxe alleine weiter durchgeschlagen. Der drachenĂ€hnliche DĂ€mon war froh, den Goblin wieder los zu sein. Zum einen war bei ihm wirklich nichts zu holen gewesen, denn ausser der zerstörten Flugapparatur, fĂŒr welche Nepomuk sowieso keine Verwendung fand, schien der kleine Mann nicht viel zu besitzen. Zum anderen gab er dauernd dem Xarrxe die Schuld an seinem Absturz und machte ihn somit in den Augen seiner hoch geschĂ€tzten und bewundernswerten Begleiterin Cheona schlecht und verantwortlich fĂŒr die Tragödie, welche er Nepomuks Ansicht nach ganz alleine zu verantworten hatte.

So piesackte der KleindĂ€mon den anderen wo er nur konnte, gab sich jedoch redlich MĂŒhe, dass Cheona davon nichts mitbekam und man ihn nicht der fiesen Taten beschuldigen konnte. Und obwohl der Goblin ganz genau zu wissen schien, dass der Xarrxe der ÜbeltĂ€ter war, der ihm Äste ins Gesicht peitschen liess oder ihm das Abendessen mit Steinchen spickte, so konnte er ihm doch nichts nachweisen und musste sich mit grimmigen Blicken und WutausbrĂŒchen begnĂŒgen.
Als sie es schliesslich so weit geschafft hatten und den Wald hinter sich liessen, schieden sie voneinander. Dozzy hatte genug von dem frechen Getier. Stattdessen verabschiedete er sich Ă€usserst formvollendet und freundschaftlich von der Sonnenalbin, welche ihm auf dem Baum das Leben gerettet hatte. Cheona schien etwas betrĂŒbt zu sein, dem kleinen Gesellen auf Wiedersehen zu sagen, was Nepomuk gleich noch mehr Ă€rgerte. Doch nun war er ihn endlich los.

Die beiden zogen nun alleine weiter.
Da sie beide keinen richtigen Beruf ausĂŒbten und ausserdem auch nicht vorhatten, lĂ€nger an einem Ort zu verweilen, wichen sie darauf aus, in Siedlungen und kleineren Dörfern zu stehlen. Mit der Zeit entwickelten sie sich zu einem eingespielten Paar. Sie nahmen immer bloss kleine Dinge, wie Brot, Äpfel und manchmal etwas Fleisch. Nur Nepomuk konnte nicht widerstehen, hin und wieder etwas Glitzerndes mitgehen zu lassen, auch wenn es sich schlussendlich nur als ein hĂŒbsch aussehender, aber ansonsten wertloser Stein herausstellen mochte.
So verging einige Zeit und die beiden reisten immer weiter, ohne genau darauf zu achten, wohin es sie verschlagen mochte. Zwischendurch schlossen sie sich einer Gruppe Gaukler an, die das Potential des ungleichen Paares schnell erkannt hatten. Wenn sie die Leute mit ihren Tricks unterhielten, bewegten Nepomuk und Cheona sich unauffĂ€llig zwischen den Zuschauern hindurch und machten diese um einige MĂŒnzen leichter.

Es war eine lustige Truppe, doch leider gibt es immer auch jemanden, der einem den Erfolg vergönnt. Einer der jĂŒngeren Mitglieder der Gauklergruppe, welcher dieselbe Aufgabe ausĂŒbte wie die beiden NeuzugĂ€nge, vergönnte ihnen den Ruhm, welchen sie bald innehatten. Er platze vor Eifersucht und entwickelte bald den Plan, die beiden loszuwerden. Er stachelte einige seiner Kameraden auf und eines nachts, wĂ€hrend alle schliefen, attackierten sie die ahnungslosen GefĂ€hrten. Cheona und Nepomuk wehrten sich mit allen KrĂ€ften, doch der Übermacht der Bande sahen sie sich nicht gewachsen und mussten sich schliesslich aus dem Staub machen. Sie kamen mit einem blauen Auge davon und vor allem Nepomuk Ă€rgerte sich sehr ĂŒber seine UnfĂ€higkeit, seine Begleiterin nicht richtig beschĂŒtzt zu haben. Die nĂ€chsten Tage grummelte er still vor sich hin und misstraute jedem, dem sie ĂŒber den Weg liefen.
Trotzdem hatten die Ereignisse die beiden zusammengeschweisst.

Einige Wochen spÀter erreichten sie das Meer.
Nepomuk hatte noch nie eine KĂŒste gesehen, geschweige denn so viel Wasser in einem Krater, wie er sich ausdrĂŒckte. Er sog den Geruch tief in die NĂŒstern und musste niesen.
Auch Cheona schien von der Schönheit der blaugrĂŒnen Wellen beeindruckt zu sein und so sassen die beiden GefĂ€hrten eine Zeit lang einfach nur da und beobachteten das Schauspiel.

Mit ihren scharfen Augen erkannte die Sonnenalbin jedoch Schiffe, welche sich ihren Weg suchten. Sie schienen alle auf einen Punkt zuzusteuern, der sich noch ausserhalb ihres Sichtfeldes zu befinden schien. Neugierig geworden machten sich die beiden auf den Weg. Um schliesslich in einer riesigen Hafenstadt zu landen.
Weder Cheona noch Nepomuk waren sich solche Ansammlungen von Menschen und GebÀuden gewohnt und anfangs wirkten sie ziemlich verloren.
Doch bald hatten sie auch begriffen, dass es unter so viel Gewimmel weit weniger auffiel, wenn man zwischendurch unauffĂ€llig etwas mitgehen liess. Zwar gab es auch hier Stadtwachen, welche ihre Runden machten, doch mit etwas Geschick konnte man ihnen in dem GetĂŒmmel ausweichen.
So durchlebten die GefÀhrten eine relativ angenehme Zeit. Zum Schlafen hatten sie etwas ausserhalb der Stadt ein PlÀtzchen gefunden. Obwohl sie in der Stadt untertauchen konnten, schÀtzen sie doch beide die Abgeschiedenheit und Ruhe am Abend und in der Nacht.

Eines abends jedoch, es war schon bald Zeit, sich zurĂŒckzuziehen, entdeckte Nepomuk etwas, das er unbedingt haben wollte. Im Nachhinein wusste er nicht einmal mehr genau, was es eigentlich war. Er wusste nur, dass es dieselbe betörende Farbe wie Cheonas Augen hatte und er es ihr schenken wollte. Er bedeutet ihr, in einiger Entfernung zu warten, und schlich sich zu dem Stand vor.
Der HÀndler war scheinbar mit einem Kunden beschÀftigt, und achtete nicht auf seine Umgebung.

Nepomuk hatte nur Augen fĂŒr das rubinrote Leuchten. Aus diesem Grund bemerkte er nicht die bemalten Tontöpfe, und mit einem Zucken seines stacheligen Schwanzes wurde prompt einer zur Seite gewischt und zerbrach mit einem lauten Scheppern. Es waren nur noch wenige Menschen unterwegs, denn es war ein kalter Tag gewesen. Der HĂ€ndler drehte sich wĂŒtend zu dem GerĂ€usch um und dachte offensichtlich, ein FussgĂ€nger hĂ€tte versehentlich den Topf umgeworfen. Als er den grĂŒnen Drachen erlickte, schrie er erschrocken auf: „Bei den Göttern! Ein DĂ€mon, eine Ausgeburt des Bösen!“ Offensichtlich hatte er noch nie einen Xarrxe gesehen. Plötzlich waren alle Blicke auf Nepomuk gerichtet. Dieser nutzte den Moment, sprang auf den Tisch und schnappte sich den rubinroten Stein.
Zornig grapschten die HĂ€nde des VerkĂ€ufers nach ihm, doch der Xarrxe entwischte ihm. Inzwischen hatte sich ein Auflauf gebildet. „Ein DĂ€mon Kargons! Ein Getier der Untiefen! Ein Seemonster, welches unsere Töchter frisst!“, die Worte verteilten sich in Windeseile und bereits kamen die Stadtwachen angerannt. Nepomuk wurde sich plötzlich seiner Lage bewusst und rannte los, huschte zwischen den Beinen hindurch. In diesem Teil der Stadt kannte er sich jedoch schlecht aus. In seiner Verzweiflung sprang er auf eine Kiste und breitete seine FlĂŒgel aus, um in die LĂŒfte zu entfliehen. Gerade als er meinte, den salzigen Wind zu spĂŒren, ging ein schmerzhafter Ruck durch seinen kleinen Körper. Wie wild flatterte er mit den FlĂŒgeln und versuchte sich zu befreien, doch eine krĂ€ftige Hand hatte ihn an seinem Schwanz zu fassen gekriegt. "Hab ich dich, Drix!"

Gerade als er dachte, jetzt sei er verloren, liessen die Finger los. Nepomuk wurde nach vorne geschleudert, konnte die Wucht nicht mehr auffangen und prallte gegen eine Wand. Ihm schwirrte der Kopf und er sah Sterne. Gleich darauf hörte er jedoch Cheona rufen: „Beweg dich, lauf!“
Nepomuk begriff, dass sie sich eingemischt und ihn somit befreit hatte. Leider hatte sie sich damit den Ärger der anderen Leute zugezogen und der Mann, den sie irgendwie umgestossen hatte, rappelte sich bereits wieder auf.
„Fangt die Diebe! Sie machen gemeinsame Sache! Ich setze eine Belohnung aus!“, schrie da der HĂ€ndler, und plötzlich setzten sich alle Schaulustigen gleichzeitig in Bewegung.
Der Fluchtweg war versperrt.
Da rannte Cheona plötzlich los. Nepomuk fĂŒhlte sich zwar noch etwas benommen und er wĂŒrde eine riesige Beule behalten, doch jetzt gab es wichtigeres. Er huschte der Albin hinterher und sie flohen in die einzige Richtung, welche noch offenblieb – zu den Schiffen.

So kam es schliesslich, dass die beiden Diebe auf einem der Handelsschiffe gelandet waren.
Leider hatte Nepomuk seine GefĂ€hrtin aus den Augen verloren, so geschmeidig hatte sie sich bewegt in der Dunkelheit, die inzwischen angebrochen war. So blieb dem Xarrxe nichts anderes ĂŒbrig als darauf zu hoffen, dass sie das Boot nicht wieder verlassen hatte.
Er suchte sich einen geschĂŒtzten Platz in der Höhe und wollte mit einem Blick auf den Steg darauf achten, wann seine Begleiterin das Schiff verlassen wĂŒrde.
FĂŒrs erste war er hier am sichersten, bis sich der ganze Trubel wieder gelegt hatte.
Der Gedanke davon zu fliegen kam ihm erst gar nicht. Zum einen fĂŒhlte er sich dazu nicht in der Lage mit seinem schummrigen Kopf, zum anderen wollte er Cheona auf keinen Fall verlassen.
Auf seinem Wachposten verging die Zeit nur langsam, und so kam es, dass dem völlig ĂŒbermĂŒdeten KleindĂ€mon schliesslich die Augen zu fielen.

Geweckt wurde er von rauen Stimmen. Als er sich vorsichtig umschaute, bemerkte er erst, wie hoch oben er sich befand. Er war auf einem der kleineren Schiffsmasten gelandet, von wo er wirklich einen guten Blick hatte und auch nicht so leicht gesehen wurde.
Doch leider musste er plötzlich mit Entsetzen feststellen, wo er sich genau befand.
NĂ€mlich mitten im blauen Ozean.
Überall um ihn herum bloss Wasser!

Angst packte ihn. Er hatte verschlafen. Wie viel Zeit war wohl vergangen? Und wo war seine GefÀhrtin? Auf dem Schiff unten wimmelte es von Leuten. Zu seinem Erstaunen bemerkte er, dass es nicht nur Menschen sondern auch Goblins und sogar einige Trolle waren, die das Schiff manövrierten. Doch von seiner Sonnenalbin keine Spur.
Nepomuk zitterte am ganzen Körper. Er war auf sich alleine gestellt. Und er hatte keine Ahnung, wo das Boot mit seiner Ladung hinwollte.

Eine Nacht darauf hatte Nepomuk das Schiff durchforstet so gut es ihm möglich war. Er hatte dabei herausgefunden, dass es ein Handelsschiff war, das nach Asamura fuhr. Er vermutete, dass dies ebenfalls eine grosse Hafenstadt sein mĂŒsse.
Er hatte auch die VorrĂ€te entdeckt und als er seine Begleiterin nicht auffinden konnte hatte er sich entschlossen, im Schiffsbauch zu verharren, neben eingesalzenen Heringen und in Gesellschaft von Schiffsratten. Immer wieder hoffte er, von einem GesprĂ€ch der Matrosen etwas ĂŒber den Verbleib einer wunderschönen Albin zu hören, doch entweder war sie nicht mehr an Bord, man hatte sie nicht gefunden oder es wurde nicht mit dem niederen Volk ĂŒber einen solchen Fang gesprochen.
Nepomuk konnte nur hoffen, dass sie wohl auf war.
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#2

Beitragvon Cheona » Mi 17. Jun 2015, 14:36

Tief , laut und gleichmĂ€ĂŸig durchzog das Schnarchen den Raum. Der SchlĂ€fer sĂ€gte als wolle er einen ganzen Baum fĂ€llen. in einer Hand hielt er noch einen angebissenen HĂ€hnchenschenkel, und die andere lag gut beringt auf seinem wohlgenĂ€hrten Leib.
So wohlgenĂ€hrt das er seinen heimlichen Gast, in dem Versteck darunter fast zerquetschte. Angewidert rĂŒmpfte sie die Nase als der SchlĂ€fer ein lauhes LĂŒftchen ließ und kroch langsam , leise unter der Koje hervor.
Wiedermal kam ihr ihre schlanke Gestalt zu Gute.

Endlich dem stickigen Platz entkommen streckte sie sich und ging dann recht zielstrebig auf den Tisch inmitten des Raumes zu. Voll beladen mit einigen köstlichen Speisen, wußte sie ihren Hunger zu stillen.
Es hatte schon seine Vorteile wenn man in der KajĂŒte des KĂ€ptns war.
Hier suchte man zuletzt nach blinden Passagieren, kam an besten an gute Dinge, und nicht zu vergessen, das Essen.

Dabei war es eigentlich gar keine Absicht gewesen, hier zu landen, nur war das Leben als Diebe eben nie planmĂ€ĂŸig. Das hatte auch ihr kleiner Katzendrache kennen lernen mĂŒĂŸen.
Wo er jetzt nur war?
Ihr Blick wanderte zur TĂŒr wĂ€hrend sie zwei HĂ€hnchenkeulen einwickelte und in ihrer Tasche verstaute. Bald sollten sie ankommen. Zumindestens hatte sie den KĂ€ptn etwas von 2 Tagen erzĂ€hlen hören. Und bis dahin sollte sie ihren kleinen GefĂ€hrten vieleicht gefunden haben. Wenn er ĂŒberhaupt noch auf dem Schiff war.

Auf Deck war er jedenfalls nicht, dessen war sie sich sicher, also blieb nur der Schiffsbauch. Oder er war schon lange wieder weg. Im Gegensatz zu ihr hatte er FlĂŒgel.
Nochmal eine Weintraube in den Mund geschoben und eine Rebe in die Tasche, schlich sie zur TĂŒr, öffnete sie leise und lugte durch einen Spalt hinaus.
An Deck war alles still.
Aus ihrer Beobachtung wußte sie das jetzt einer am Steuerrad war, einer oben im Mastkorb und...
Sie zog den Kopf ein, als jemand vorbei lief. ...Eine Wache die an Deck ihre Runden lief.

Hinunter kommen, sollte kein Problem sein, aber dennoch war die Idee, ein Schiff zu durchsuchen wÀhrend man selber gar nicht auf diesem sein sollte, sehr riskant.
War Nepomuk dieses Risiko eigentlich Wert? Wer weiß, vieleicht war er gar nicht mehr auf dem Schiff und sie brachte sich unnötig in Gefahr.

"Ach verflucht bei allen Göttern. Wenn ihr nur einmal meine Gebete erhört dann schĂŒtzt mich. Ich will nur meinen kleinen GefĂ€hrten finden und hier weg."

Ob ihre Wort ernst waren, inbrĂŒnstig oder mehr zu ihrer eigenen Beruhigung und Mutzuspruch dienten, wußte die junge Sonnenalbe selbst nicht mal so recht.
Aber irgendwie war das auch egal.
Nochmal wurde ein prĂŒfender Blick aus dem TĂŒrspalt geworfen, dann huschte ein Schatten hinaus und ließ den schnarchenden SchlĂ€fer allein zurĂŒck.
DIe Treppe hinab war schnell gefunden und Wege gab es hier unten ohnehin nicht viele.
Leise und auf bloßen FĂŒĂŸen schlich sie halb vorbei und halb unter der schlafenden Crew entlang bis plötzlich eine Hand sich ihr in den Weg stelllte.
Erschrocken erstarrte sie regelrecht doch zum GlĂŒck schlief der Besitzer jener Hand weiter tief und fest.

Und so schlich sie weiter, bis sie in den Vorratsraum kam. Wenn er noch auf dem Schiff war, sollte er hier sein, außer man hĂ€tte ihn erwischt und weggesperrt. Aber der KĂ€ptn hatte nie etwas derartiges erwĂ€hnt.
Nur einen der sich mal heimlich in der Vorratskammer bedient hatte, aber das war einer der Crew gewesen.

Plötzlich hörte sie ein Fieben und irgendwas huschte um ihre nackten FĂŒĂŸe und verschwand nach draußen. Irritiert angelte Cheona nach einer Kerze und zĂŒndete sie vorsichtig ein. im fahlen Schein angelte sie nach ihrem Dolch.
Allein war sie eindeutig nicht, keine Ratte wĂŒrde freiwillig die VorrĂ€te verlagern.
Auf alles vorbereitet schlich sie tiefer hinein, den Dolch griffbereit in der Hand....
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#3

Beitragvon Nepomuk » Fr 10. Jul 2015, 12:35

Nepomuk hatte sich entschieden, er wollte von dem Schiff runter. Obwohl er vor ewigen Zeiten in Vulkankratern tauchen musste fĂŒr seinen dĂ€monischen Meister, war es etwas ganz anderes, in so einer Nussschale zu sitzen und dem Schaukeln der Wellen hilflos ausgesetzt zu sein. Ausserdem knurrte sein Bauch und er befĂŒrchtete bereits, dass der wachhabende Matrose irgendwann etwas spitzkriegen wĂŒrde.
Es gab noch einen Grund, warum der KleindĂ€mon wegwollte – er hatte nĂ€mlich den fernen Geruch von Erde vernommen und er hatte gehört, wie einer der WachmĂ€nner irgendwann auf seinem Durchgang wĂŒtend geschimpft hatte, weil er beim nĂ€chsten Landgang zum Putz- und Wachdienst eingeteilt worden war. Aus dem aufgebrachten Gebrummel entnahm Nepomuk, dass er ein WĂŒrfelspiel gegen einen höheren Matrosen gewonnen, und dieser sich auf diese Weise bei ihm gerĂ€cht hatte.

Einzig der Gedanke an Cheona quĂ€lte den DĂ€mon Tag und Nacht. Doch inzwischen liess seine Hoffnung nach, dass sie noch auf dem Schiff war. Dann hĂ€tte er doch bestimmt etwas darĂŒber herausgefunden.
Stattdessen heckte er nun seinen Plan aus
 dieser sah vor, dass er zuerst die VorrĂ€te ein wenig plĂŒnderte, bevor er sich den Weg ans Deck suchen und dann in den Himmel verschwinden wĂŒrde. Er freute sich bereits darauf, seine FlĂŒgel wieder richtig ausbreiten zu können.

Plötzlich meinte Nepomuk ein GerÀusch zu vernehmen. Er lauschte, konnte jedoch nicht erkennen. Vermutlich wieder so eine Mistratte.
Da die Wache ihre Runde durch den Vorratsraum bereits unternommen hatte, wagte sich der DĂ€mon schliesslich aus seinem Versteck hervor. Ohne wĂ€hlerisch zu sein, kletterte er zu einem der FĂ€sser. Als er sich jedoch drumrum tastete, stand er vor dem nĂ€chsten Hindernis – die Fische waren gut eingeschlossen. Zuerst versuchte er den Deckel wegzuschieben, schliesslich nagte er mit den ZĂ€hnen und kratzte mit den Krallen ĂŒber das Holz. Doch nichts half. In diesem Moment sahen seine Augen eine Ratte ĂŒber den Boden huschen. „Na warte, dich krieg ich! Wenns keinen Hering gibt, gibt’s halt Ratte zum Essen!“ Einen Augenblick duckte er sich, pirschte sich an die Ratte heran.

Im selben Moment, wie er losschoss, hatte auch das Getier die Gefahr erkannt und sauste davon. Das Vieh war schnell und schon bald hatte sie mehrere Meter zwischen sich und den Verfolger gebracht. Da hörte Nepomuk ein GerÀusch, die Ratte fiepte auf und verschwand.
Der KleindÀmon versuchte zu bremsen, als er plötzlich eine Kerze aufflammen sah, - doch zu spÀt.
Mit einem erschreckten Aufjaulen prallte er mit voller Wucht in eine paar Beine. Sein gezackter Schwanz verhedderte sich im Stoff der Kleidung und der WĂ€chter, wie Nepomuk zumindest vermutete, stiess einen ungewöhnlich hohen Laut aus, geriet ins Wanken. Panisch versuchte sich der DĂ€mon zu befreien und hoffte, dass sie nicht die FĂ€sser umwerfen wĂŒrden. Sie hatten so schon genug LĂ€rm gemacht, und mit einer ganzen Mannschaft wĂŒrde er es wohl kaum aufnehmen können. Trotzdem versuchte er sich mit ZĂ€hnen und Klauen zu wehren und meinte sogar in dem Gewirr einen Treffer gelandet zu haben und Blut zu schmecken.
Nepomuks Augen konnten in der Dunkelheit beinahe glasklar sehen, doch das ungewohnt helle Licht der Kerze liess ihn nahezu erblinden und so konnte er nicht erkennen, dass er gerade direkt seiner geliebten Cheona in die Beine gelaufen war!
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#4

Beitragvon Meister Dozzy » So 26. Jul 2015, 21:20

Wie war es wohl in der Zwischenzeit Dozzy ergangen? Lebte er noch oder war er mittlerweile schon zur GĂ€nze von Ratten aufgefressen worden?
Die gute Nachricht lautete, dass der kleine GrĂŒnling noch lebte und gesund war. Doch steckte Dozzy seit der verhĂ€ngnisvollen Begegnung mit dem Xarrxe im finanziellen Ruin. Durch den Überfall der Barbaren, schon viele Monate zuvor, hatte Dozzy ohnehin schon sein gesamtes Geld verloren. Durch den Verkauf des Flugapparats wollte Dozzy sich Proviant kaufen und die Überfahrt zurĂŒck nach Elas bezahlen. Da der kleine Xarrxe aber die Maschine zerstört hatte, war seine einzige Möglichkeit zurĂŒck nach Hause zu kommen, auch gestorben.

Da sich Dozzy in der Umgebung der Waldberge nicht auskannte, ging er mit dem Xarrxe und der Sonnenalbin mit. Dozzy sprach oft von finanzieller EntschĂ€digung und versuchte dem Xarrxe und der Sonnenalbin darzustellen, dass er kein Geld mehr besĂ€ĂŸe. Die Sonnenalbin war zwar so nett dem Goblin ein paar MĂŒnzen zu geben, damit er in den nĂ€chsten Tagen nicht verhungern wĂŒrde. Von Nepomuk hörte Dozzy aber keine Entschuldigung. Mehr noch: Dieser kleine Bastard machte sich lustig und Ă€rgerte ihn so oft es ging. Die stĂ€ndigen Zankereien mit Nepomuk belasteten Dozzy aufgrund seiner finanziellen Situation sehr. Da man mit Nepomuk ohnehin nicht vernĂŒnftig diskutieren konnte, gab es irgendwann auf und versuchte ihn dann weitesgehend zu ignorieren.

Als sie nach zwei Tagen endlich das Ende des Waldes erreichten, trennten sich ihre Wege. Dozzy, sichtlich erleichtert, ging in Richtung Galipagos Festung, wo er sich nach einen Job umsehen musste. Dort angekommen fand er nach zwei Tagen auch eine einfache Anstellung bei einem Werkzeugschmied. Ihm musste er als Gehilfe zur Seite stehen. Eine Schmach, die fĂŒr Dozzy unertrĂ€glich war, da der Goblin fĂŒr weitaus anspruchsvollere Aufgaben qualifiziert war. Monatelang lebte er von seinem kargen Lohn und legte immer ein klein wenig Geld zur Seite, bis er genug Geld angesammelt hatte, um sich die SchiffĂŒberfahrt von Galipagos nach Elas leisten zu können. Nach fast einem halben Jahr brach er im FrĂŒhling des neuen Jahres mit dem Schiff von Galipagos aus. Hier musste Dozzy zusĂ€tzlich als Schiffsjunge aushelfen. Doch mit dem Ziel vor Augen war das dem Goblin mittlerweile schon sehr gleichgĂŒltig, weswegen er jede Aufgabe erledigte, die ihm auferlegt wurde.

Nach einer 2 monatelangen Fahrt endlich erreichte er im FrĂŒhsommer Elas. Fast 4 Jahre war es her gewesen, dass Dozzy von zu Hause aufgebrochen war. Und jetzt bot sich ihm ein vertrauter Anblick.
In Elas ĂŒbernachtete er eine Nacht bei seiner Mutter. Dozzys Vater war inzwischen schon seit einem Jahr verstorben. Am nĂ€chsten Morgen dann machte sich Dozzy auf dem Weg zur Schule fĂŒr Technologie gab seinen Bericht ab und erlangte den Meistertitel.

Meister Dozzy hielt es aber keine 2 Wochen in Elas aus. Er hatte sich einfach zu sehr verĂ€ndert: Er war ein anderer Goblin geworden und alles fĂŒhlte sich unwirklich an. Dies war der Grund, warum Dozzy beschloss einen Neuanfang zu wagen. In Elas hielt ihn nichts mehr und im Königreich Evalon, auf dem fernen Kontinent, hoffte Dozzy eine neue Heimat finden zu können.
Mit einem Kredit von Rabozz Goldbaum machte er sich auf die lange und beschwerliche Reise nach Evalon. Nach einiger Zeit erreichten sie die Stadt Daijan, ein wichtiger Knotenpunkt der Handelsallianz im Westen von Asamura. Dort ließ sich Dozzy nieder und errichtete seine eigene Werkstatt.
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Vielen Dank an Novec Sarili Gojim fĂŒr die Signatur und ein Danke an Minaya von der Avatarschmiede fĂŒr das tolle Avatarbild!

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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#5

Beitragvon Cheona » Mo 27. Jul 2015, 14:04

Plötzlich prallte etwas gegen ihre Beine, was war den auch bitte so klein? Hatten die etwa einen Wachhund, oder eine Katze.
Aber was auch immer es war, es brachte sie zum wanken und bei dem Versuch nach dem Angreifer zu stechen landete ihr DOlch in einem Der FĂ€sser.
Murrend zog sie heftig daran bis sich ein paar Spitze ZĂ€hne in ihren Arm gruben.

Knurren ließ sie erst den Dolch los und vor Schreck gleich noch die Kerze, jene kullerte noch ĂŒber den Boden ehe sie erlosch. Kurz davor konnte sie ihren Angreifer noch erkennen. Er war klein, grĂŒn und ihr sehr vertraut.

"Verdammt Muk! Das ist mein Arm in den du da beißt. Was bei den Göttern tust du hier unten?!

Wenigstens hatte ihr Aufeinander treffen etwas Gutes. Sie waren wieder zusammen und Konnten einander helfen um die VorrĂ€te zu plĂŒndern und ĂŒberlegen wie sie unbemerkt...oder wenigstens schnell von Bord kamen, sobald das Schiff angelegt hatte, oder kurz davor. Schwimmen konnte sie ja und er konnte zur Not fliegen. konnte er doch oder?
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Nepomuk
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#6

Beitragvon Nepomuk » Mo 3. Aug 2015, 12:13

Nepomuk prallte ĂŒberrascht zurĂŒck, als er ihre klare Stimme vernahm. Dass sie ihn rĂŒgte, spielte keine Rolle, denn er hatte sie wiedergefunden!
GlĂŒckselig wollte er sich sogleich entzĂŒckt davon ĂŒberzeugen, dass sie auch gesund und munter war, als er sich unwillkĂŒrlich an den klebrig sĂŒssen Geschmack des Blutes in seiner Schnauze erinnerte. Oh Schreck! „Ich dachte
 du wĂ€rst einer dieser miesen Matrosen!“, versuchte er sich panisch zu rechtfertigen. Doch du schmeckst viel besser, liess er lieber unausgesprochen.

Langsam gewöhnten sich seine Augen wieder an die Dunkelheit, nachdem die Kerzenflamme auf dem feuchten Boden erloschen war.
Zu seinem Erstaunen wirkte Cheona nicht so abgemagert und ausgehungert, wie er sich das immer in seinen AlbtrÀumen ausgemalt hatte. Im Gegensatz zu ihm schien sie keinen Hunger gelitten zu haben.
Er leckte sich mit der schlangenÀhnlichen Zunge die letzten Blutstropfen von den Lefzen und mit einem unliebsamen Knurren machte sich sein leerer Bauch bemerkbar.

„Tut mir Leid“, brummte der KleindĂ€mon. Er hoffte instĂ€ndig, dass Cheona ihm seine Dummheit verzeihen wĂŒrde, denn er war bereits wieder ganz angetan von ihren roten Augen, welche in der Dunkelheit zu leuchten schienen.
„Hier gibt’s Fisch
 hast du Hunger?“, wagte er einen Versuch, sich mit ihr zu versöhnen. Ganz geschĂ€ftig kletterte er eines der FĂ€sser hoch und versuchte mit neuem Elan, den Deckel wegzubekommen.
Irgendwie klappte es schliesslich wirklich und mit einem dumpfen GerÀusch rutschte der Holzdeckel zu Boden.
Der Geruch nach eingelegtem Hering betĂ€ubte Nepomuk einen kurzen Augenblick lang und genĂŒsslich zog er den fischigen Duft in seine NĂŒstern ein.
Dann, bevor ihn jemand davon abhalten konnte, tauchte er bereits kopfvoran in das Fass hinein und grub sich kauend und laut schmatzend durch die Fische hindurch. Sein Bauch fĂŒhlte sich so leer an, dass er einen Moment lang sogar Cheona vergass.
Erst einmal musste er neue Kraft tanken! DarĂŒber, wie sie von dem Schiff wegkommen sollten, machte sich Nepomuk keine Sorgen
 man musste eins nach dem anderen nehmen, so wie es gerade kommen sollte!

Zur selben Zeit an einem anderen Ort.
Morck grunzte zufrieden auf, als er in einiger Entfernung das grosse Segel entdeckte. Heute war sein GlĂŒckstag. Er stand hoch oben auf dem Schiffsmast der „schwarzen Furunkel“ und spĂ€hte in die Ferne. Ihm war die undankbare Aufgabe zuteil geworden, nach Beute Ausschau zu halten. Eigentlich hasste er diesen Job, denn man war dazu verdammt, den lieben langen Tag alleine in luftiger Höhe zu verbringen. Der prallen Sonne schutzlos ausgeliefert.
Doch heute schien es sich gelohnt zu haben. Mit einem zufriedenen Grinsen, bei dem er ein paar schwarze Zahnstummel entblösste, beugte er sich ĂŒber den Korb hinaus. „Schiff in Siicht!“
Sofort begann sich unter ihm das Deck zu regen und seine Kameraden strömten wie die Ameisen hervor.
Kurz darauf brauste die kleine, jedoch dafĂŒr leichte und wendige „schwarze Furunkel“ bereits dem grösseren und behĂ€bigeren Handelsschiff hinterher. An Bord eine Meute sĂ€belschwingender Piraten, bestehend aus Orks und Trollen, welche vor lauter Vorfreude ĂŒber den bevorstehenden Fang laut brĂŒllte und sabberte.

Cheona und Nepomuk bekamen indessen nicht mit, wie sich kurz vor der KĂŒste Asamuras ein Sturm in Form des Piratenschiffs anbahnte, der dem Handelsschiff schnell zum VerhĂ€ngnis werden könnte.
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#7

Beitragvon Cheona » Do 6. Aug 2015, 22:13

KopfschĂŒttelnd riss sie ein StĂŒck Stofffetzen von ihrem Hemd und wickelt es um die Bisswunde.
Dann erst sah sie zu ihm, wie er da kopfĂŒber in dem Fass hing, aus welchem es stark nach Fisch roch.

"Willst du nicht etwas besseres zu essen?"

Sie holte die eingewickelten HĂ€hnchenschenkel aus der Tasche und wedelte damit hinter Nepomuk herum. Die Schenkeln waren saftig und definitv nicht von mageren HĂŒhnchen gewesen.

"In etwa zwei Tagen sollten wir wieder Land sehen, also sollten wir unser verschwinden planen."

Gerade wollte sie ansetzen und ihm von dem vielen Essen in der KajĂŒte des KĂ€ptn erzĂ€hlen, und ihrem Gedanken dort nochmal hinzu gehen, damit ihr kleiner Freund mal richtig satt wird, doch dann ertönte lautstark eine Glocke von Deck und nebenan geriet Leben in den Schlafraum der Crew.

Cheona zuckte zusammen bei dem plötzlichen LÀrm und packte Nepomuk an seinem Schwanz um ihn mit sich in den hinteren Teil der Vorratskammer zu ziehen.
Was war dort oben bloß los, warum plötzlich dieser LĂ€rm?
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#8

Beitragvon Nepomuk » Sa 8. Aug 2015, 16:24

Gerade wollte Nepomuk in das saftige HĂ€hnchen reinbeissen, das ihm Cheona so grosszĂŒgig anbot und damit seine Liebe zu ihr ins schier Unermessliche steigerte, als auch schon der LĂ€rm losbrach, sie sich in einer fliessenden Bewegung umwandte und aufmerksam lauschte.
Somit bissen seine FangzÀhne ins Leere und enttÀuscht folgte sein Blick der Keule.

Bevor Nepomuk einen weiteren Gedanken fassen konnte, packte seine Begleiterin ihn auch schon am Schwanz und zerrte ihn auf diese unsanfte und sehr entwĂŒrdigende Art und Weise in den hinteren Teil der Vorratskammer zurĂŒck.
Völlig ĂŒberrumpelt begann Nepomuk zu fauchen und knurren, unterdrĂŒckte jedoch den aufkommenden Drang, nach ihrer Hand zu schnappen. Stattdessen zeterte und zappelte er, um sich irgendwie aus dieser unangenehmen Lage zu befreien.
„Lass uns sofort los! Du kannst doch nicht so mit einem Drachen umgehen! Lass das!“, wand er sich.

Vermutlich wÀre er noch energischer geworden, doch das Waffenklirren und die Schreie liessen seine Bewegungen erlahmen. Der LÀrm nahm ihn nun ebenso gefangen und er spitzte sein scharfes Gehör.
„Die scheinen zu kĂ€mpfen“, gab er den völlig ĂŒberflĂŒssigen Kommentar ab und blickte Cheona fragend an. „Was nun?“

Plötzlich hörte er ein Poltern vom Eingang her.
Im nĂ€chsten Augenblick knallte die TĂŒr auf und ein schwerer Körper knallte am Fuss der Treppe auf den Boden und blieb regungslos liegen. Von einer Kopfwunde floss dickflĂŒssig Blut auf die Holzplanken. Muk kannte den Kerl, es war einer der WachmĂ€nner.
In der Dunkelheit verborgen schmiegte sich Nepomuk eng an Cheonas warmen Körper. Er konnte ihren Herzschlag spĂŒren und dachte, dass man sein eigenes Pochen bestimmt bis aufs Deck hören konnte.
Dann waren Schritte auf der Treppe zu hören, und der KleindĂ€mon hielt den Atem an, als sich ein riesiger Schatten in der TĂŒröffnung aufbaute, in der Hand blitze der blanke Stahl eines gekrĂŒmmten SĂ€bels auf. WĂŒrde er sie im Verborgenen entdecken? WĂŒrde er sie töten oder vielleicht gar Schlimmeres mit ihnen anstellen? Aber vielleicht hatten sie auch GlĂŒck

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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#9

Beitragvon Cheona » Mo 7. Sep 2015, 11:27

Cheona hielt wortwörtlich den Atem an als dieser Schatten in der TĂŒr stand und der SĂ€bel im fahlen Licht schimmerte. Lautlos glitten ihre Finger an ihren Dolch. Mit der Anderen hielt sie eher unbewußt den KleindĂ€mon fest. Ja was nun? Was sollten sie tun, selbst wenn der Kerl sie nicht entdeckte. Aber wenigstens hatten sie dann noch eine Chance zu entkommen. Ob sie dem im Kampf gewachsen wĂ€re, dessen war sich Cheona nicht ganz sicher, zu wenig konnte sie von ihrem Gegner entkennen.
Doch der Schatten, der eigentlich ein einÀugiger Ork war wande sich schon wieder ab, offenbar hatte er sie nicht bemerkt.
Cheona wirkte erleichtert.
Eine Ratte quietschte zu ihren FĂŒĂŸen und huschte Fluchtartig von ihrem Versteck weg zwischen den Beinen des Orks hindurch und schon war sie weg. Doch der Ork war leider nicht dumm genug, und auch nicht taub oder blind genug.
Er hatte die Ratte bemerkt, und wie Cheona schon zuvor rechnete er eins und eins zusammen und drehte sich wieder um.

"Komm raus du feige Ratte, ich machs auch ganz schnell. "

Lachte er mit rauher Stimme.

"Schnell sollst du haben."

Wohlwissend das sie keine andere Wahl hatte, erhob sich die Albin mit diesen Worten, flink aus dem Versteck und nutzen den armen Nepomuk als Wurfgeschoß, mit den Klauen vorran in das Gesicht des ĂŒberraschten Orks. Er hatte mit allem gerechnete, aber nicht mit sowas. Knurrend ließ er den SĂ€bel fallen um sich den KleindĂ€mon vom Gesicht zu zerren.
WĂ€hrend er so fĂŒr den Moment beschĂ€ftigt war huscht Cheona flink hervor, nutze die ziellose und unbeholfenen Schritte des deutlich StĂ€rken aus um geschmeidig wie eine Schlange dazwischen zu drĂ€ngen und schon fand der Dolch sein erste Ziel, die Kniekehle des Piraten,
BrĂŒllend knickte er ein und versucht die Albe zu erwischen, doch stattdessen bekam er nur ein paar weitere Stiche ab, ehe er endlich den KleindĂ€mon los wurde und dann auch Cheona zu fassen bekam. WĂŒten zerrte er sie vor sich, seine große Hand umfasste grob ihren Hals.

"Spitzohr, elendes."

Der Ork war ĂŒberrascht aber gleichzeitig noch wĂŒtendener als er feststellen mußte das eine kleine Albin und ihr "SchoßhĂŒndchen" ihn ĂŒberrumpelt hatten. Aber nun wĂŒrde er...
Was auch immer er tun wollte, dazu kam er nicht mehr. Mit den Worten. "Gute Nacht Einauge" stach Cheona keuchend ihren Dolch in die Kehle des Orks.
Als dessen Hand erschlaffte sackte sie auf den Boden und schnappte erstmal nach Luft.
Über ihnen tobte noch immer der Kampf.
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Re: NachtSchattenGewÀchs - Reise ins Ungewisse - Teil II

#10

Beitragvon Cheona » Di 22. Sep 2015, 09:24

Wieder zu Luft gekommen schaltete die junge Albe schnell. Noch so ein Gegner wĂ€re womöglich zuviel, und wer wußte schon ob der Rest dieses Piratenpacks nicht genauso waren. ALso blieb nur eine vernĂŒnftige intelligente Lösung. Sie mußten flĂŒchten.
Mit knappen Worten versuchte sie es Nepomuk klar zu machen und griff sich dann einen Seesack, in welchen sie neben ihren Sachen, noch wahllos etwas von dem Essen hinein stopfte. obendrauf noch WasserschlĂ€uche und schon hing sie sich den Sack ĂŒber die Schulter.
Nun war Vorsicht angesagt, doch das GlĂŒck schienen ihnen holt. In dem Tumult auf Deck, bemerkte niemand die Albin und ihren dĂ€monischen Freund, welche an einem Seil von dem Schiff hinĂŒber auf das Piratenschiff klettern. Wobei Cheona die war welche kletterte, Nepomuk konnte hinterher flattern.

An Bord des PIratenschiffes war alles still, vermutlich waren nur zwei Leute zum bewachen zurĂŒck geblieben. Das brachte Cheona auf eine neue Idee. Zuerst ließ sie ein Beiboot hinab, warf ihren Seesack hinein und ließ das Boot erstmal warten wĂ€hrend sie zurĂŒck unter Deck schlich.
Und...dem KleindĂ€mon gingen die Augen ĂŒber als er sah wo Cheonas geschickten Finger ihnen einen ZUgang geschafft hatten. Schatztruhen, GoldmĂŒnzen, wertvoller Kleinod lag ĂŒberall umher.
ALs geĂŒbte Diebin wußte sie einfach wo wertvolles liegt, oder wenigstens liegen könnte. Aber bevor der kleine Muk dessen Augen, bei dem Glitzern ebenso anfingen zu funkeln, vergaß in welcher Gefahr sie steckten, griff sich die Albin einige GoldmĂŒnzen und Schmuck, griff sich den KleindĂ€mon und befördert ihn und sich auf das Beiboot.
Rasch war das Seil gekappt und die Beiden der Gunst der See ausgeliefert.
Zum Rudern waren beide nicht geeignet. Nepomuk war viel zu klein und Cheona hatte auf Dauer nicht die Kraft dazu. So kam es das sie großteils dem Meer ausgeliefert waren, und vermutlich lĂ€nger auf See umhertrieben als jemand der auch nur annĂ€hernd Ahnung davon hatte.
Doch endlich...als ihr Wasservorrat bereits zur Neige gegangen war und auch die NAhrung knapper gewurden war, stieß ihr Boot endlich auf Grund. Erschöpft taumelte die Albino aus dem Boot, vergaß dabei ganz, ihre empfindliche schneeweiße Haut, vor der Sonne zu schĂŒtzen, und fiel erstmal erschöpft in den Sand.
Endlich wieder Land. Wo sie waren? Wen interessierte das schon. Hauptsache Land....
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