Seid gegrüßt, Reisender!

Auf der Suche nach einem Abenteuer, was? Dann seid Ihr hier genau richtig, in einer Welt von edlen Rittern und dreckigen Halunken, mächtigen Magiern und fantastischen Wesen. Auch für Euch wird ein Plätzchen zu finden sein. Traut Euch und tretet ein in eines der aktivsten deutschsprachigen Forenrollenspiele der freien Fantasy! Für Neulinge gibt es den Novizenbereich, wo Ihr alles Wissenswerte über das Spiel erfahrt. In der Weltenbibliothek findet Ihr alle wichtigen Informationen zu unserer Welt. Und wenn ich Euch einen Rat geben darf - gesellt Euch doch einfach mal beim Stammtisch dazu, wo auch Neulinge ohne Ortskenntnis rasch Bekanntschaften schließen.

S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL II

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Der Südwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Benutzeravatar
Novec Sarili Gojim
Zweitcharakter
Beiträge: 1276
Registriert: So 15. Mär 2015, 07:42
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Zwerg

Die Ordnung

S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL II

#1

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 22:38

╔══════════════════════════════════════════════════╗
Hier spielte der vorherige Teil dieses Kapitels:
Link
╚══════════════════════════════════════════════════╝
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
Für die einen ist es Novec, für die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

Benutzeravatar
Baxeda
Graue Eminenz
Beiträge: 2224
Registriert: Sa 14. Mär 2015, 16:58
Auszeichnungen: 9
Guthaben: Gesperrt
Volk: Gargoyle
Steckbrief: Baxeda
Kontaktdaten:

Die Freien Völker Weltenbastler in Gold Die fleißige Feder in Bronze Die fleißige Feder in Silber

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#2

Beitrag von Baxeda » Do 19. Mär 2015, 11:49

[Zusammenfassung der verloren gegangenen Posts]

Was dann geschah, sollte Baxeda noch Jahre später Alträume bescheren.

Der Alb mit dem verbrannten Gesicht entpuppte sich als Magier, der einen gewaltigen Feuerdrachen beschwor, der hinter ihm aufstieg wie eine lodernde Morgendämmerung. Novec und Sinthara, die sich direkt vor dem Alb befanden, würden jeden Moment Opfer der Flammen werden. Baxeda stand abseits auf einem Hügel, das Ungetüm würde jeden Moment über die Tieflingsdame und den Zwerg hinwegrauschen und ihre Körper verkohlt zurück lassen, ohne das er irgendetwas dagegen tun konnte. Was sollte man auch solch einer Flammenwand entgegen setzen?

Der Drache erhob sich, seine Gestalt wurde immer detailierter. Selbst auf diese Entfernung konnte Baxeda die Hitze spüren, die von ihm ausging. Und wie der Tiefling den Magier sah, dessen Arme sich im Gleichtakt mit den feurigen Schwingen auf und ab bewegten, kam ihm ein Einfall. Er brüllte zu seinen Freunden herüber, dass sie den Magier angreifen müssten - ohne Beschwörer kein Zauber!

Kaum hatte er die Worte gerufen, ließ der Alb seine Schöpfung herum schwenken und der Drache raste auf Baxeda zu wie ein Feuersturm. Der stand da und wusste, er wäre zu langsam. Jeder Versuch auszuweichen, wäre vergebens. Er stand da wie eine haarige Statue, nur in einer schmutzigen Hose und sein schwarzes Fell stand stachelig in alle Richtungen ab. Er stand nur da, die Augen aufgerissen und erwartete den Tod.

Der Drache kam näher, rauschte auf ihn zu mit aufgerissenem Maul, Baxedas Härchen kräuselten sich bereits in der Hitze - und plötzlich fiel der Drache in sich zusammen und sank als Funkenregen hinab in das Gras. Es zischte und Dampfte, ein paar Rauchfäden kringelten sich in der Luft, doch die Funken konnten in den vom Morgentau feuchten Halmen keine Flammen schlagen und erloschen.

Was war geschehen?


[Beginn des rpgs]

Baxeda verstand gar nichts mehr. Er war noch zu entsetzt, um sich zu freuen, er stand einfach da und glotzte auf die erlöschenden Reste des Flammenmonsters. Endlich gelang es ihm, sich aus seiner Verblüffung zu reißen und er blickte hinüber zu seinen beiden Gefährten.

"Finthara", lispelte er, "Novec!"

Seine Freunde, sie lebten! Er kümmerte sich nicht mehr um die Überreste des Drachens, nicht mehr um das Maultier und auch nicht mehr um das Gefühl, seit Jahren das erste Mal wieder in seiner Heimat zu sein. Das Einzige, was jetzt zählte, waren sie! Er rannte zu ihnen herüber, die feuchte Erde spritzte bei jedem Schritt.

Novec schien vor Angst völlig erstarrt zu sein und Baxedas Liebste - sie lag neben dem Alb, der übel zugerichtet war. Sein Hals und sein Gesicht waren rot von Blut, ebenso wie seine einst grüne Tunika. Sintharas Gesicht war blutverschmiert, so wie ihre Finger, unter deren Nägeln noch Fleischklümpchen hafteten.

Er rüttelte zuerst den blassen Novec. "Pelzbart, komm zu dir!", rief er. "Du bist ehemaliger Hauptmann der Zwergenarmee, so ein kleiner Drache kann doch nicht so schlimm sein, oder? Du musst mir helfen! Schau, ob der Magier noch lebt und mach ihn notfalls kalt! Ich kümmere mich um Sinthara."

Die kleine Frau schien noch bei Bewusstsein zu sein, doch stand unter Schock. Baxeda hatte keine Ahnung, was er nun tun sollte. Er musste sie irgendwie beruhigen, damit sie wieder zu sich kam. Er fasste sie an den Schultern - wie schmal und zerbrechlich sie doch war! - und setzte sie vorsichtig auf. Ganz kalt fühlte sie sich an. Er nahm sie in seine Arme und legte die Flügel wie eine Decke um sie.

Er kannte diese dämonische Wut, die sie gepackt hatte ... wenn sie einmal herausgebrochen war, war sie nicht mehr zu kontrollieren. Und hinterher ging es einem hundeelend, wenn man vor der Ruine dessen stand, was einmal ein Körper gewesen war. Der Fluch vieler Tieflinge. Aber dieser Fluch, den er sonst so verabscheute, hatte ihm und seinen beiden Freunden heute das Leben gerettet. Vielleicht war es doch nicht immer falsch, dämonisches Blut in seinen Adern fließen zu haben.

Schweigend hielt er Sinthara in den Armen. Das Blut perlte von ihrem Kinn und ihre spitzen Zähne leuchteten weiß.
"Lieber ein lebender Feigling als ein toter Held."
Avatar mit freundlicher Genehmigung von: http://direwrath.deviantart.com/

Benutzeravatar
Novec Sarili Gojim
Zweitcharakter
Beiträge: 1276
Registriert: So 15. Mär 2015, 07:42
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Zwerg

Die Ordnung

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#3

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Do 26. Mär 2015, 10:01

"Pelzbart, komm zu dir!", rief Baxeda. "Du bist ehemaliger Hauptmann der Zwergenarmee, so ein kleiner Drache kann doch nicht so schlimm sein, oder? Du musst mir helfen! Schau, ob der Magier noch lebt und mach ihn notfalls kalt! Ich kümmere mich um Sinthara."

"Was? Zu mir kommen? Warum sollte ich zu mir kommen und warum schüttelst du mich so? Zwerge werden nicht gern geschüttelt, dass versaut doch die Bartfrisur. Schau wie mein Bart nun aussieht und ich habe nicht mal etwas zum richten dabei. Bahhh ...", grummelte der Zwerg und strich sich dabei so liebevoll den Bart, wie es wohl eine Mutter bei ihrem Baby tun würde.

Einige Sekunden vergingen bis Novec merkte, dass Baxeda seine Bartstreicheleinheit mit etwas skeptischen blicken bewunderte.

"Mhhh ...", reusperte sich der Zwerg und lies sofort den Bart los und stemmte seine Arme in die Seiten seiner Rüstung. "Reusper, nun ja. Du hast Recht, schauen wir unseren Herrn Magier mal an."

Der Magier lag nicht viel weiter, das Gras war an dieser Stelle etwas flacher als in der restlichen Wiese um sie herum. Sanft wehte Wind und wog die Wiese hin und her. Etwas erstaunt und entsetzt blickte er das Etwas an, was vor Sintharas a im Gras lag. Novec war Hauptmann der Garde gewesen. Etliche Schlachten hatte er schon mit erlebt, teils als Leibwache, teils als Krieger mitten im Kampfgeschehen. Aber das was vor ihm Lag, war auch ihm nicht egal. So zugestellt hatte er noch niemanden gesehen.
Andächtig kniete er sich nach unten und rüttelte etwas Barsch an dem Leblosen Körper.

"Mhhh, also ich habe schon Schweinshaxen auf meinem Teller gesehen, die hatten mehr Leben in sich, der Kerl ist hinüber, wollen wir ihn liegen lassen oder begraben, was meint ihr? Aber beeilt euch, wir müssen dringend weiter, der Zwerg hat nämlich Hunger und zudem ist der Zwerg etwas angefressen. Warum war der Drache eigentlich nicht echt? Habt ihr eine Ahnung davon, was Drachenschuppen und Pranken wert sind? Wir wären reich, glaubt mir das! Aber alles fauler Zauber, genau wie du mit dem Schrumpfkopf! Wo bleibt der eigentlich, du hattest mir einen Poraha Schrumpfkopf als Kette versprochen. Hallo? Flohbeutel?"

Staunend blickte der Zwerg erst jetzt nach links und bemerkte, dass man ihm wahrschenlich gar nicht zugehört hatte. Schützend legte Baxeda den Arm um Sinthara und versuchte sie zu beruhigen. Ein schönes Bild bildeten die beiden, aber für einen gestandenen Zwerg war dies hier viel zu viel liebelei.

"Also bevor ihr hier noch irgend etwas anfangt, von dem ich nicht wissen will. Eure Gunst der Stunde und entscheidet Weise. Macht was ihr wollt oder folgt des Zwerges Nase, der riecht hier nämlich gerade vorzügliches Essen, hier muss irgendwo eine Taverne sein!"
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
Für die einen ist es Novec, für die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

Benutzeravatar
Sinthara
Legendärer Held
Beiträge: 737
Registriert: Mo 16. Mär 2015, 11:48
Auszeichnungen: 3
Guthaben: Gesperrt
Volk: Tiefling

Weltenbastler in Bronze Chronist in Silber Rote Laterne

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#4

Beitrag von Sinthara » Do 26. Mär 2015, 12:07

Sinthara atmete schwer und starrte die Leiche vor ihren Augen an, bevor sie sich einfach ins Gras fallen ließ. Man konnte nicht sagen wo ihre Gedanken waren, vieleicht dachte sie gerade gar nichts.
Und irgendwie war es auch so. Da war Leere in ihrem Kopf, sie hasste diese Bestie in sich. Warum konnte sie nicht einfach nur eine normale Waldalbe sein? Warum ausgerechnet sie.

Wie durch Watte nahm sie Baxedas Stimme wahr, weit aus der Ferne. Und spürte auch wie jemand sie hochhob. Doch nur langsam kam sie wieder zu sich, und das erste was sie wahrnahm war ein ihr vertrauter Geruch.
Nur langsam kam Regung in die junge Frau und ihr Blick schweifte hinauf zu dem Mann in dessen Arme sie lag. Erkennend das es Baxeda war konnte man förmlich sehen wie ihr Gesicht sich aufhellte. Kein Lächeln aber es tat ihr gut.
Sogleich schmiegte sie sich wieder enger in die Arme des Tieflings.

Aus den Augenwinkeln nahm sie wahr wie Novec zu der Leiche ging. Rasch vergrub sie ihr Gesicht an der Brust von Baxeda angespannt schon diverse Schimpftiraden erwartend.
Aber da kam nichts. Sein Einziges Problem war nur ob man ihn verscharen sollte, das er Hunger hatte und das ihm eben Reichtum entgangen war weil der Drache unecht war.
Typisch Zwerg...nein Typisch Novec.

Es war irgendwie auch erleichternd für sie. So konnte sie nun wieder zu sich finden und löste sich aus den Armen des Flohpelzes...nein des Pelzes ohne Flöhe. Einer Reinigung hatte er sich ja gezwungener Maßen unterziehen müßen.
Und so nebenbei knurrte ihr Magen hörbar. Also war der Gedanke etwas zu Essen vieleicht doch ganz passend.
Aber die junge Frau schweig. Sie erhob sich nur um an einem nahen Bach das Blut abzuwaschen. Es widerte sie an, und vor allem wenn der Zwerg recht hatte...und wen es um Essen ging irrte er sich fast nie...dann sollte sie sich erst Recht abwaschen, man wollte ja nicht unnötig Jemand erschrecken.

Was aus der Leiche wurde interessierte sie nicht. Sollten das die Männer klären.

Benutzeravatar
Novec Sarili Gojim
Zweitcharakter
Beiträge: 1276
Registriert: So 15. Mär 2015, 07:42
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Zwerg

Die Ordnung

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#5

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Fr 24. Apr 2015, 13:45

Novec´s Nase hatte wie immer recht. Nur nach wenigen hundert Metern erblicken die drei Freunde am Ende einer braunen staubigen Straße mitten im Wald ein kleines hölzernes Häuschen, welches aus beinahe allen Fenstern hell erstrahlte.

Einladend sah es aus, wohnlich, warm, gemütlich, ein Duft schwelgte durch die Luft der verriet, hier waren sie richtig, hier gab es Ruhe und viel zu essen.

„Kommt schon Leute!“, winkte der Zwerg den beiden Tieflingen zu. „Gleich gibt es etwas deftiges, zum Glück habe ich den Alben von seinem Kleingeld befreit, braucht er ja eh nicht mehr. Aber unsere Mägen werden Dankbar sein.“

Nur wenige Augenblicke später standen sie vor einem wunderbaren Fachwerkhaus.
´Zum betrunkenen Eber´, stand groß auf einem Schild, welches von einem herum torkelnden Wildschein verziert wurde. Wenn auch der Name nicht für alle Gruppenmitglieder einladend war, konnte man doch vernehmen, dass diese Gaststätte gut besucht war. Lautes Johlen, Lachen und Geschepper war zu vernehmen. Jedoch angenehme Geräusche, keine Geräusche, die durch Schlägereien ausgelöst wurden.

Langsam und beachtlich zog der Zwerg die Türklinke herunter. Eindeutig waren hier Zwerge nicht oft da, ansonsten würde die Türklinke in einer für Zwerge praktischeren Höhe sein. Aus dem Morgendlichen dämmern kamen sie in die gut erläuchtete Wirtsstube. Novec lies kurz seinen Blick schweifen, hier war wirklich etwas los. Tisch an Tisch stand in diesem riesigen Raum. Hier ein paar alte Männer, die sich ihre Zeit mit einem Kartenspiel vertrieben. Da ein paar fein dekorierte Herren, die sich beachtlich über die ihnen Gegenübersitzenden Orks eschofierten. Ja es ist Orkhumor und ein Wettstreit für sich, wenn Orks um die Wette pupsen. Mochte es auch noch so unangenehm riechen, hier würde Novec seit langer Zeit endlich einmal wieder eine deftige Mahlzeit erhalten.

Nur wenige Minuten später waren drei Zimmer mit dem Geld des Alben bezahlt. Novec marschierte Stur, wie er nun einmal war, sofort zum nächsten freien Stuhl und wartete auf die Bedienung, während Baxeda und Sinthara eine Treppe nach oben gingen und verschwanden ...

╔══════════════════════════════════════════════════╗
Bax und Sinthara verschwinden:
Link
╚══════════════════════════════════════════════════╝


Stunden später ...

Schweiß lief Novec seine Stirn herunter. Andächtig verworren sich die ersten Tropfen in den borstigen Augenbrauen, des stattlichen 1,27 m großen Zwerges. Wie kleine Rinnsale lief der Schweiß dem kleinen Zwerg die Wangen herunter, um nie wieder in den dichten dunklen Bart gesehen zu werden. Aber war es nicht nur Schweiß, nein, purer Angstschweiß tropfte Novec von seinem Zwergenhaupt herunter. Immer noch befand er sich in der Situation die ihm nicht geheuer war, alles hing an den nächsten wenigen Sekunden seines Lebens. Seine Hände zitterten, als er die erste Zaghafte Bewegungen machen wollte. Er musste Vorsichtig sein, alles könnte sich mit einer falschen Bewegung verändern. Ein falsches Wort, eine Geste des unbedachten, ein falsches Zucken der Augenbrauen und der Feind würde ihn vernichten.

Es stand schlecht für Novec, trotzdem musste er es riskieren, der Einsatz war zu hoch. Seine Augen huschten umher. Die anderen um ihn herum befanden sich wohl in einer ähnlichen Situation oder doch nicht? Er schaute dem kleinen Gnom neben sich kurz in die Augen. Die kleinen zu winzigen Perlen verkommenen Augen huschten nur so umher, um jede Reaktion des Feindes zu bemerken. Jede verdächtige Bewegung konnte nun der Beweis einer Schwäche sein. Ging es doch hier nicht nur um Kleinigkeiten, nein ein ganzer Haufen Geld war hier im Spiel.

Doch was sollte der kleine Hauptmann nur machen? Noch einmal schaute er sich um, der Zwerg schräg gegenüber grinste nur hämisch, als er merkte, dass er beobachtet wurde. Sofort wand Novec sein Gesicht ab, als hätte das kurze Zusammenspiel der Augen nie statt gefunden.

Noch ein Blick riskierte er in die andere Richtung, ein Ork der sich praktisch hinter seinen Armen versteckte. Wie dicke Holzstämme versperrten sie jeden Blick auf sein Gesicht. War dies ein gutes Zeichen? War er für den Kampf bereit oder versteckte er dahinter nur Angst, die sonst kein Ork zeigen würde?

Immer mehr Schweiß lief Novec das Gesicht herunter. Hatte er schon Bedenken das man ihn das Zögern ansieht, lies er schnell einen Humpen Zwergenbier in seinem Rachen verschwinden und mit einer Geste des Wohlgefallens beenden.

Aber schon war wieder die finstere Miene auf sein Gesicht zurück gekehrt. Seine Augen wurden zu schmalen schlitzen, seine Stirn runzelte sich aufs äußerste. Wie eine riesige Bergkettenformation aus Falten.

Saß Novec nun in einer aussichtslosen Falle?

Was hatten seine Feinde im Sinn?

Gedanken über Gedanken um den Haufen Geld vor des Hauptmann´s Nase. Trennten ihn doch nur 40 cm von diesem Schatz und ruhige Nerven. Würden die Feinde das auch haben?

Er atmete noch einmal tief durch. Sein Herz zitterte, seine Nerven waren bis zum Anschlag gespannt, immer mehr Schweißperlen liefen ihn übers Gesicht, er schloss die Augen und beschloss zum Angriff über zu gehen!

"Muhahahaha, Straight Zwerg meine Herren! Das wars für euch, der Kampf ist gewonnen und der Sieg mein!"

Die Karten 10, Bube, Dame, König und das Zwergen- Ass in Rot zierten den gemütlich von Kerzen erleuchteten Pokertisch vor ihm.

Es wäre geschafft, der Angriff ist perfekt, ging ihm gerade noch durch den Kopf als er den letzten Schluck Zwergenbier mit der rechten Hand Richtung Bart führte und mit der linken schon den nächsten Kumpen bestellte. Überall am Tisch war raunen zu hören, Karten flogen über den Tisch, es war entsetzlich.

„Muhahaha, dann wäre das wohl mein!“, brüllte Novec, als plötzlich die Tür der Schenke mit einem lauten knall auf flog! Blitz schnell drehte sich der Zwerg um. Waren ihm die Sklavenhändler gefolgt? Doch nein, nur wenige Meter entfernt standen einige Männer und betraten langsam den Raum. Novec kannte die Rüstungen und Umhänge die sie trugen. Dies waren Soldaten des Nordens und der Frontmann war eindeutig ein Hauptmann. Was wollten sie hier?

Ganz geheuer war Novec das Pferdegesicht mit dem Spitzbart nicht, von ihm ging etwas bedrohliches aus, kalt waren seine Augen, keine Mimik war zu vernehmen, als der Fremde den Raum musterte.

Plötzlich schoss seine rechte Hand, die er gerade noch in die Hüfte gestemmt war nach hinten. Sofort reichte ihm einer seiner Untergebenen eine Rolle Papyrus. Er räusperte sich und in einer langen ausschweifenden Geste rollte er das Pergament aus.

„Höret mich an!“

Piepste eine Mäusestimme, die zu dem stämmig gebauten Herrn Hauptmann nun überhaupt nicht passte. Sichtlich drehten sich einige Besucher der Schenke ab, vielen Stand das grinsen förmlich ins Gesicht geschrieben.

„Ich, Tadeus Upos Lupos Varus Naschus Berebus zu Grünspahn habe folgende Nachricht ins Land zu tragen!“

Mit einem andächtigen Blick durch suchte er die Reihen. Die meisten anwesenden schienen Respekt vor dieser Person zu haben, jedoch konnten auch diese sich der Stimme des Herren kaum entziehen. Jedoch, dem Hauptmann schien es wirklich Ernst zu sein, noch immer blickte er ohne eine Mine zu verziehen umher, als er sich abermals räusperte.

„Hiermit wird ab dem heutigen Tage von Kaiser Rayoton dem 7 ½ aus dem Norden, in Zusammenarbeit mit Kaiser Quand des Süden, folgende Erklärung abgegeben:"
Die Kaiser hat geschrieben:Wir die Kaiser, sind nach über 100 Jahren zu unserer ersten Einigung gekommen.

Von Norden nach Süden vom Westen bis zum Osten, muss dass Land von Gesindel befreit werden!

Aus diesem Grund werden ab dem heutigen Tage Tieflinge des Landes verwiesen.

Weitere Punkte:

:punkt: Die Heimat der Tieflinge, genannt Phintias wird zerstört, in dem man in diesem Augenblick Entwässerungskanäle um den Sumpf herum baut werden, um so den Sumpf trocken zu legen und ihnen die Lebensgrundlage entzieht.
:punkt: Tieflinge werden ab sofort als Vogelfrei eingestuft!
:punkt: Tieflingen eine Heimat zu bieten ist verboten!
:punkt: Tieflinge bei sich aus zu nehmen ist verboten!
:punkt: Tieflinge sind aus allen Schriften und der Geschichte zu entfernen!
:punkt: Punkte der Geschichte in denen Tieflinge auftauchen, werden neu geschrieben!
:punkt: Tieflingsnamen zu tragen ist verboten!
"Des weiteren ...“

In diesem Moment trat der Zwerg vor.

„Weist du, ich habe die letzten Wochen genug durch gemacht und habe kein Interesse an Streit. Ich nehme einfach meine Tieflingsfreunde und wir gehen, in Ordnung?“

Missmürrisch betrachtete der Hauptmann den Zwerg. „Hier … ähmm sind Tieflinge anwesend? Wo?"

„Oben in ihren Betten, ich hole sie und dann sind wir gleich weg! Nirgends wo hat man seine Ruhe!“, grummelte der Zwerg vor sich her, als er sich grade umdrehte.

„Sie sind oben? In Betten die für Menschen gemacht sind? Was machen die da?“, erboste sich die Mäusestimme, was für allerlei Gelächter sorgte.

„Was weiß ich, vielleicht essen, vielleicht schlafen, vielleicht machen sie auch kleine Tieflinge! Woher soll ich das bitte hier unten wissen?“, wollte der Zwerg eigentlich Kontern.

„Zu deiner Information die drei letzten Punkte:“
Die Kaiser hat geschrieben: :punkt: Wer Tieflingen hilft, wird ebenfalls verbannt, mit dem Tode bestraft oder beides!
:punkt: Tieflinge zu vermehren wird mit dem Tode bestraft!
:punkt: Tieflinge als Haustiere zu halten, ist verboten!
„Wachen, ergreift ihn und dieses Schäbige Pack im Obergeschoss!“, brüllte der gerade noch Mimiklose Herr mit einem Blut roten Kopf.

Noch eine Flucht, ging dem Zwerg durch den Kopf, während er noch mit einem Arm sein gesamtes gewonnenes Geld einsammelte, die Treppe hinauf rannte und seinen Freunden entgegen brüllte, dass schon neuer Ärger im Anmarsch ist.
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
Für die einen ist es Novec, für die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

Benutzeravatar
Baxeda
Graue Eminenz
Beiträge: 2224
Registriert: Sa 14. Mär 2015, 16:58
Auszeichnungen: 9
Guthaben: Gesperrt
Volk: Gargoyle
Steckbrief: Baxeda
Kontaktdaten:

Die Freien Völker Weltenbastler in Gold Die fleißige Feder in Bronze Die fleißige Feder in Silber

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#6

Beitrag von Baxeda » Do 11. Jun 2015, 10:00

Leiser Vogelgesang schwebte durch die Lüfte. Verschlafen öffnete Baxeda die Augen. Sonnenstrahlen fielen durch die geschlossenen Fensterläden und zeichneten sich als helle Streifen auf dem dunklen Holz des Fußbodens ab. Staubkörnchen schwebten im Licht wie Goldstaub.

Für einen Tiefling eine absolute Unzeit. Doch Baxeda war putzmunter. In seinem Arm lag Sinthara, seelig schlummernd. Nein, es war kein Traum gewesen. Ihre Körper lagen noch immer dicht an dicht. Bei der Erinnerung an die Nacht lief ihm ein wohliger Schauer den Rücken hinab. Prompt bekam er Lust auf eine Wiederholung. Doch Sinthara schlief so ruhig und sah dabei so wunderschön aus, es wäre eine Schande, sie jetzt zu wecken. Er drückte seine Lippen zwischen die beiden vernarbten Hornstümpfe auf ihrer Stirn. Dann schälte er sich vorsichtig aus ihrer Umarmung und erhob sich, ehe er allzu sehr in seine Gedankenspiele versank.

Sein letztes Kleidungsstück, was von der Flucht aus den Klauen der Sklavenhändler verblieben war - seine Hose - befand sich im Nebenraum, er hatte gestern Abend nur ein Handtuch getragen, da er frisch vom Baden gekommen war. Leise schlich er sich aus dem Zimmer und kleidete sich an.

Unten im Schankraum hörte er noch immer die lauten Stimmen der Zecher. Manche bekamen einfach nie genug! Die Stimmen wurden immer lauter, steigerten sich zu einem Schreien, Möbelstücke polterten. Und das um eine Zeit, wo die letzten Zecher eigentlich entweder eingeschlafen oder nach Hause gewankt sein sollten. Die Prügeleien sollten sich normaler Weise schon längst gelegt haben.

Irritiert trat Baxeda auf den Gang und ging zur Treppe, um nach dem Rechten zu sehen, doch da hörte er schon die ersten Männer, welche die Stufen hinauftrampelten. Sie hatten es eilig und den Rufen nach zu urteilen, waren sie auf Ärger aus. Diesen Leuten wollte Baxeda besser nicht begegnen, er verschwand rasch wieder in Sintharas Zimmer und schloss die Tür.

Er ging durch den Raum und öffnete das Fenster, um die frische Morgenluft herein zu lassen. Er spähte hinaus und betrachtete die Baumkronen und Gräser, die vom nächtlichen Regen feucht glänzten.

Die Tür sprang auf und knallte an die Wand. Baxeda fuhr herum und blickte in die Augen mehrerer bewaffneter Männer. Verdammt! Hatte er vergessen, den Riegel vorzuschieben?!

"Hab ich`s doch richtig gesehen!", rief einer der Bewaffneten triumphierend. "Und gleich zwei! Das gibt doppeltes Kopfgeld! Ergreift sie!"

Sie quollen in Sintharas Raum, füllten den Ort ihrer ersten gemeinsamen Liebe mit eisernen Rüstungen und bunten Stoffhosen aus, mit fremden Körpergeruch und aggressiven Stimmen. Ein paar Sekunden zu spät kam Baxeda der Gedanke, dass er Sinthara packen und sie mit sich nehmen musste. Nun war es zu spät.

Wo war die dämonische Wut, wenn er sie einmal brauchte? Der Zorn, der seine Angst beiseite fegte, ihm Schnelligkeit und Kälte verlieh, ihn dazu brachte, Dinge zu tun, für die er sonst zu feige war?

Nirgends, er fühlte nichts von ihr!

Stattdessen stand er da vor dem Fenster, seine Knie schlotterten und sein Herz fühlte sich an wie der trommelnde Hufschlag eines Pferdes.

Die Männer, der Tracht nach zu urteilen irgendwelche offiziellen Streiter von irgendeiner hohen Persönlichkeit, stürmten mit klappernden Rüstungen auf das Bett zu. Einige rannten auch in seine Richtung. Mit einem Gefühl tiefer Resignation ließ sich Baxeda aus dem Fenster fallen und ließ seine Liebste zurück. Und Novec, der vermutlich noch im Schankraum gewesen war und den Geräuschen nach zu urteilen vermutlich tot oder zusammengeschlagen.

Baxeda breitete die Schwingen aus und brachte sich in Sicherheit.
"Lieber ein lebender Feigling als ein toter Held."
Avatar mit freundlicher Genehmigung von: http://direwrath.deviantart.com/

Benutzeravatar
Sinthara
Legendärer Held
Beiträge: 737
Registriert: Mo 16. Mär 2015, 11:48
Auszeichnungen: 3
Guthaben: Gesperrt
Volk: Tiefling

Weltenbastler in Bronze Chronist in Silber Rote Laterne

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#7

Beitrag von Sinthara » Do 11. Jun 2015, 13:28

~Langsam schritten sie den grünen Pfad entlang dessen Ränder von Bäumen gebildet wurden deren unteren Äste und Zweige mit bunten Blumen geschmückt waren.
Blütenblätter zierten den Boden auf welchem ihre bloßen Füße wie auf Seide liefen.
Der Blick an sich herrab offenbarte ein langes weißes Kleid was ihre schlanken Beine bis zu den Knöcheln umspielte. Sie fühlte sich gut, glücklich und hob den Blick an ihre Seite wo sie in den Anlitz ihres Geliebten blicken konnte. Ungewohnt herraus geputzt sah der Tiefling in seinem feinen Anzug aus.
Zärtlich erwiederte sie den sanften Blick welcher ihr geschenkt wurde und sah vorran. Vorne an einem Blütenbehangenen Bogen stand Novec in den Händen ein Kissen auf welchem zwei Ringe lagen. Mit stolz geschwellter Brust sah er den Beiden entgegen.
Doch plötzlich durchzog Waffenklirre, lautes Poltern und Schreie die schöne Situation und Orcs stürmten mit gezogenen Waffen auf die Feiernden zu.~


Erschrocken fuhr Sinthara aus dem Schlaf und sah sich einer Gruppe bewaffneter Männer gegenüber, die sich dem Bett näherten.
Was war nur hier los? Sie wollten sie. Aber sie durften sie nicht bekommen. Sie nicht, Baxeda nicht und auch den Kleinen nicht.
Nicht das dieser Nacht in welcher sie so glücklich war.
Knurrend sprang sie auf, ungeniert angesichts ihrer dürftigen bekleidung und stürzte sich auf die Männer. Der erste machte gleich Bekanntschaft mit ihren Krallen als jene tiefe Spuren in seinem Gesicht hinterließen und die Männer hatten Mühe sie zu bändigen.

Suchend wanderte ihr Blick kurz umher und landete auf Baxeda. Doch was tat er? Ihr entglitten alle Gesichtszüge als sich der Tiefling einfach aus dem Fenster stürzte um zu fliehen. Schlagartig schien sie jegliche Kraft zu verlassen und sie steckte tonlos die folgenden Schläge ein welche ihr die Männer verpassten ehe die junge Tieflingsfrau, wie ein Päckchen verschnürt wurde und man sie sich über die Schulter warf um sie mitzunehmen.

Kein Schmerz war mit Jenem in ihrem Herzen vergleichbar. Er hatte sie einfach verlassen, einfach im Stich gelassen. Wieviel Wahrheit hatten seine Worten in jener Nacht getragen? Wieso hatte er ihr das angetan?

Benutzeravatar
Novec Sarili Gojim
Zweitcharakter
Beiträge: 1276
Registriert: So 15. Mär 2015, 07:42
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt
Volk: Zwerg

Die Ordnung

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#8

Beitrag von Novec Sarili Gojim » Sa 13. Jun 2015, 12:48

„Männer, da ist einer dieser Tieflinge, ergreift ihn!“, brüllte eine der Wachen, die sich gerade am Zwerg, die Treppe rauf vorbeidrängten.

Schnell drängte sich der Zwerg noch einmal nach vorn, rempelte die Wache an die Wand und versperrte den Wachen mit der eiligst gezogenen Axt den Durchgang.

"Los Flohpelz, rein mit dir und verschwinde mit deiner Holden. Ich versuche diese Weichlinge hier so lange wie es geht auf zu halten, beil dich!", brüllte der Zwerg, den hinter ihm stehenden Tiefling an, ohne auch nur einen Moment die Schaar Wachen vor ihm aus den Augen zu lassen.

Bedrohlich, mit gesenktem Haupt kam eine der Wachen näher auf den kleinen Zwerg. Finstar war seine Miene, sah er doch aus, als würde er den Zwerg ohne auch nur ein mal mit der Wimper zu zucken angreifen. Seine Hand schlung sich noch fester um das Hef seines Schwertes, als er zu dem kleinen Zwerg sprach. "Aus dem Weg Zwerg, dann vergesse ich unter guten umständen vielleicht, dass du mit diesem Dreckspack zusammen arbeitest! Das ist meine einzige und letzte Warnung, da unsere Völker alliierte sind!"

Novec ging einen Schritt zurück. Mochte er Hauptmann der Garde gewesen und ein guter Kämpfer noch dazu sein. Hällt er jedoch keine dutzend Schaar an Rittern auf. Doch ging es auch gar nicht darum, einzig Zeit wollte er den beiden Tieflingen verschaffen.

"Warum sollte ich dies tun edler Mann und wer verlangt dies? Wer gibt euch zudem das Recht? Was haben die beiden verbrochen? Nichts, so weit ich weiß. Lass sie gehen und sie werden ausser Landes gehen. Mein Wort, von Ehrenmann zu Ehrenmann."

Die Wache vor ihm, eindeutig ein höherer Offizier, wie Novec erst jetzt erkennen konnte schmunzelte. "Wer mir dieses Recht gibt? Wer dies verlangt? Der Kaiser höchst persönlich übertrug diese Aufgabe uns und wir werden sie ausführen. Sollte nun dabei ein Zwerg sterben oder nicht, ist auch egal. Wer sympathisiert, ist genau so Vogelfrei, wie die Tieflinge selbst. Also, ich höre deine Antwort!"

Novec brummte verächtlich, viel Zeit zu schinden mit einem Gespräch konnte Novec vergessen. Der Offizier wusste was er wollte und dies wusste Novec auch.

"Mhhhh, ach ... Gut, kommt mit, die zwei da drin können eh nicht fliehen, beide sind verletzt. Wir haben diese Hütte hier durch Zufall gefunden, nach dem wir von Sklavenhändlern gefangen genommen wurden. Die reißen euch beide nicht aus. Jedoch, wenn ihr ein paar Münzen springen lasst, verrate ich euch, wo sich hier im Haus noch mehr Tieflinge auf halten. Dieses Haus hat einige kleine Verstecke, ich weiß das, ich war schon einmal hier.", zwinkerte der Zwerg dem Offizier zu.

Keine Sekunde später liesen die Beine unter dem Zwerg ihn zusammen sacken. Ein Schlag, gut getroffen in den Bauchraum, ausgeführt vom Offizier sorgte dafür. Damit hatte der Zwerg in dieser Situation nicht gerechnet, nicht einmal, dass der Offizier dermaßen stark zuschlagen konnte.

Langsam beugte sich der Offizier zu dem schmerz verzerrtem Zwergengesicht herunter.
"Ich schätze es nicht, wenn man mich anlügt ... Zwerg.", dabei sprach er das Wort aus, als würde ihm jeder einzelne Buchstabe abwürgen, er Ekel vor dem Wort haben.
"Ich kenne dieses Wirtshaus auch und solche Bereich gibt es hier nicht, lüg mich also nicht an! Männer schnappt euch endlich die beiden!"

Verdammt, dachte sich Novec. Er hoffte, dass durch diese kleine Lüge die Mannen ein paar Minuten im zweiten Obergeschoss beschäftigt wären. Leider ein Fehlschlag und aus den Augenwinkeln, des am Boden liegenden Zwerges konnte er teilweise sehen, was im Zimmer geschah.

"Das gibts doch nicht!", brummte der Zwerg, "Der elende Flohpelz flüchtete! Schon wieder! Eenn ich den erwische und lässt auch noch Sinthara zurück!"

So schnell wie der Schlag im Magen des Zwerges war, so schnell war auch schon Sinthara eigewickelt und verschnürt. Einige Mannen rannten sofort los, um den aus dem Fenster geflohenen Baxeda zu fangen, begleitet wurden sie von einem Geldsack schwingenden missmürrischen Zwerg.

Ins glänzende Morgenlicht rannte der Zwerg durch die Offene Eingangstür. Vorbei an den unter den Tisch liegenden Zwergen. Den stinkenden Orks in der Ecke, den Kotzflecken auf den Boden und den bestürzten Wirt der in einer Ecke des Tresens sitzend sitzerte.

"Flohpelz, wenn ich dich erwische, du Feiger Kerl!"

Da sah er ihn schon, wie er in Richtung eines Waldes flog. Anscheinend hatten ihn die Wachen nicht am Himmel entdeckt und so verschwand der Zwerg im Wald, auf der Suche nach dem Verräter!

Stunden später lief der Zwerg immer noch durch den Wald. Baum um Baum, Lichtung um Lichtung suchte er. Allerlei Insekten, Hasen und Rehe hatte er in der von Faune und Flora strotzenden Wald gesehen, jedoch kein winselnder Tiefling.

Als er eine Pause einlegte, kam ihm ein kleines Bächlein, verziert mit dutzenden gelben, weißen und blauen Blumen gerade recht. Eine kleines Paradiesfleckchen, ein herrlicher und wundervoller Anblick für den Zwerg. Kannte er solche Schönheit an Pflanzenpracht aus seinem unterirdischen Reich nicht.

Ihm ärgerte es, dass er den Tiefling noch nicht gefunden hatte und trat gegen einen größeren Stein und schoss ihn damit in die nächste Baumgruppe, um sich anschließend ein wenig auf einem großen Stein, direkt am Bächlein zu setzen.
Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
Für die einen ist es Novec, für die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

Kleine Legende: "Text" - Gesprochener Text /---\ >Text< - Gedachter Text

Benutzeravatar
Baxeda
Graue Eminenz
Beiträge: 2224
Registriert: Sa 14. Mär 2015, 16:58
Auszeichnungen: 9
Guthaben: Gesperrt
Volk: Gargoyle
Steckbrief: Baxeda
Kontaktdaten:

Die Freien Völker Weltenbastler in Gold Die fleißige Feder in Bronze Die fleißige Feder in Silber

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#9

Beitrag von Baxeda » Sa 4. Jul 2015, 12:14

Baxeda saß müde in der Baumkrone. Es waren nicht nur seine Flügel, die sich müde anfühlten, sondern auch seine Seele. Dass er seine Liebste zurückgelassen hatte, nach all den Liebesschwüren und allem, was sie gemeinsam durchgemacht hatten, würde er sich nie verzeihen. Und der arme Zwerg? Hoffentlich hatte wenigstens Novec seine Haut retten können, aber auch daran glaubte Baxeda nicht so recht.

Nicht, bis der Stein mit einem Plock! in der Nähe seines Kopfes gegen einen Ast prallte.

"Novec", rief er überrascht, als er den Zwerg sah, der die Vorzüge dieser Lichtung als Rastplatz wohl ebenso als solche einschätzte wie der Tiefling und gegen den Stein getreten hatte, um ihn in die Baumkrone zu befördern. "Bin ich froh, dass wenigstens du es geschafft hast! Geht es dir gut, bist du verletzt? Weißt du, was mit Sinthara ist?"

Baxeda stieg von dem Baum hinunter. Vor lauter Freude, nun doch nicht allein weiter ziehen zu müssen, umarmte er den kleinen Mann.

"Ich habe einen Trupp Tieflinge gesehen, die in nordöstlicher Richtung unterwegs sind", erzählte er anschließend. "Nicht alle von ihnen haben Flügel, darum gehen sie zu Fuß. Sie haben ausgesprochen viel Gepäck dabei, ganze Karren, vermutlich handelt es sich um Flüchtlinge. Es sieht also leider so aus, als wäre der Krieg inzwischen bis in die Sümpfe vorgedrungen. Ich hatte gerade überlegt, ob ich mich ihnen anschließen soll. Wenn jetzt so gar dieses stinkende, unwirtliche Land, in dem keiner Wohnen will und das auch keinerlei Rohstoffe bietet, mit Kampf überzogen wird, gibt es hier wohl bald überhaupt kein Fleckchen mehr, wo noch ein Rest von Frieden herrscht."
"Lieber ein lebender Feigling als ein toter Held."
Avatar mit freundlicher Genehmigung von: http://direwrath.deviantart.com/

Benutzeravatar
Sinthara
Legendärer Held
Beiträge: 737
Registriert: Mo 16. Mär 2015, 11:48
Auszeichnungen: 3
Guthaben: Gesperrt
Volk: Tiefling

Weltenbastler in Bronze Chronist in Silber Rote Laterne

Re: S.Z.D. - Kapitel 3 - In den Flammen des Krieges - TEIL I

#10

Beitrag von Sinthara » Di 14. Jul 2015, 00:30

"Los schneller" Ein heftiger ruck ging durch das Seil welches die Hände der Gefangenen fest zusammen gebunden hielt und sie geriet ins straucheln, stürzte jedoch nicht. Deutlich spürte sie wie ein spitzer Stein sich in ihre Fußsohle bohrte, doch das hämische Grinsen des Reiters vor ihr, welcher das andere Ende des Seils hielt musterte die halbnackte Tieflingsfrau deren Füße vom vielen Laufen schon vollkommen wund und blutig waren noch einen Moment bevor er sich abwand.
Schmutz und Blut zierte ihren Leib und den Fetzen an Kleidung welchen sie noch am Leib trug. Die Flügel waren fest zusammen gebunden, so fest das es schon schmerzte, damit sie ja nicht auf den Gedanken kommen würde davon zu fliegen.
Schweigend hatte sie alles über sich ergehen lassen, selbst als in der Nacht vorher ein paar dieser Männer versucht hatte ihr zu nahe zu kommen, die zerfezte Kleidung an ihrem Leib welche mehr zeigte als verbarg war ein Zeichen davon.
Ebenso wie die kaputte Nase des hämisch grinsenden Reiters. Ohne lange zu zögern hatte sie ihm einfach in die Nase gebissen als sie sich nicht mehr anders zu helfen wußte.
Hätte der Anführer dieser Leute es bemerkt hätten wohl auch die Männer Probleme bekommen, aber so, so war sie die Einzige gewesen die für die kaputte Nase mit Peitschenhieben bestraft wurden war.
Nein man hatte sie nicht getötet und noch hatte man es auch nicht vor. Sie sollte als Köder dienen, den so hoffte man das Baxeda, der ihnen entkommen war, ihnen folgen würde um die Tieflingsfrau zu retten.
Gut das sie nicht wußten das dieser viel zu feige dafür war.
Leise seufzte sie, es schmerzte noch immer das er sie einfach im Stich gelassen hatte.

Plötzlich brach wie aus dem Nichts ein tumult los. Die Truppe wurde angegriffen und Sinthara stürzte unsanft zu Boden.
Inmitten des Getümmels erkannte sie eindeutig diese Kreaturen welche angegriffen hatte. Es waren Tieflinge. Inständig hoffte sie das es keine wilden rachlüsternden waren die keinen Unterschied machten zwischen Täter und Gefangenen.
Plötzlich fiel ihr Blick auf einen großen kräftigen Tiefling welcher mitten durch die Kämpfen zielsicher auf sie zukam. Er war ein Adonis von einem Mann. groß und kräftig gebaut. Selbst an seinem Bauch konnte man deutlich die Muskeln erkennen, da er auch nur eine Hose trug. Selbstbewußt war sein Gang. Kein Haar zierte seinen Leib, nur vom Kopf hing ein Hüftlanger Gebundener Zopf herrab. Die Narben an seinem Körper rundenen das Bild eines Anführers ab.
Sinthara vermochte nicht den Blick von ihm abzuwenden, selbst als er bereits bei ihr war und ihre Fesseln löste.
"Wie heißt du?"
"Sinthara"
Er nickte und stellte sich als Amon vor. Behutsam hob er sie auf seine starken Arme.
"Du brauchst keine Angst zu haben, wir werden von hier verschwinden, bald legt ein Schiff ab, viele von uns sind auf dem Weg dorthin. Ich werde auf dich aufpassen."

Sie nickte erleichtert und fühlte sich auch sicher bei ihm. Der Stofffetzen von Hemd an ihr , verbarg kaum etwas von ihrem geschundenen mit blauen Flecken und Blutverkrusteten Wunden übersähten Leib. Noch in seinen Armen und während noch ein paar Kämpfe um sie herum tobten sackte ihr Kopf an die starke Brust von Amon und sie schlief erschöpft ein.

Antworten