Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.

Der SĂĽdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Urako
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#11

Beitragvon Urako » Sa 13. Jun 2015, 10:33

"Mein gutes Herz?", rief Urako höhnisch. "Wo mein gutes Herz geblieben ist, fragt er! Nun, ich will es ihm verraten! Das habe ich vor Jahren auf dem Schafott gelassen. Und in der Folterkammer, es liegt bei beiden ein Stück, allein in einer Lache aus Blut und Scheiße. Die restlichen Teile sind im kalten Sumpf geblieben, wo ich einsam im Schlamm herumgewatet bin in der Hoffnung, dass vielleicht heute ein paar Krebse in den Reusen hängen. Weitere Fetzen sind verteilt auf den dreckigen Fußböden der Tavernen und in den beschissenen Dreckbetten der Freudenhäuser! Und das Größte liegt vor der Tür meines Elternhauses, das mir verschlossen wurde, mit zich Fußabdrücken darauf!

Er war immer lauter geworden, die letzten Worte brüllte er. Zum Abschluss trat er Selan in die Seite, so dass dem Nekromanten die Luft geräuschvoll entwich. "Mein Herz", wiederholte er verächtlich und spuckte aus. "Ein Apparatus aus Fleisch, der das Blut durch meine Adern pumpt. Und weiter nichts."

Firxas war still geworden. Ruhig.

"Komm, Firxas", grollte Urako, ehe er allzusehr darüber nachdenken konnte. "Wir trommeln die Männer zusammen. Der Leichenfresser da war in den letzten Jahren garantiert nicht allein gewesen. Ohne Hilfe wäre der umgekommen, er hat nicht den Schneid, in der Wildnis zu überleben. Er war bei den Wildlingen, die Chorsen und Runkul abgenickt haben, das sage ich dir! Er wird uns zu ihnen führen und dann rechnen wir ab."

Er wandte sich an seine HĂĽndin.

"Töli, du passt auf!"


Er blickte auf seinen ehemaligen Meister herab. Meister ... von wegen. Jetzt lag Selan unter ihm gefesselt im Dreck.

"Wenn du blöde machst, wird Töli dir das Gesicht vom Schädel reißen", knurrte er. "Dessen kannst du dir sicher sein. Ich habe sie nach allen Regeln der Kunst abgerichtet. Sie wird aufpassen, die treue Seele, oh ja, das wird sie."

Er strich ihr ĂĽber den Kopf. Dann verlieĂź er mit Firxas die HĂĽtte.
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#12

Beitragvon Arafis » So 5. Jul 2015, 16:23

Arafis hatte das Gespräch der Tieflinge verfolgt. Nun stand sie etwas ratlos da und schaute auf die Zeltplane, durch die Urako und Firxas gerade eben verschwunden waren.
Sie hatte nicht alles verstanden, denn noch immer liessen sie ihre Erinnerungen an Selan im Stich. Doch offensichtlich kannte Urako ihn. Und nun wollte er, dass sie den Gefangenen bewachte.
„Soll doch sein Anhängsel die Drecksarbeit verrichten“, brummte eine Stimme in ihrem Kopf, wobei sie an Firxas und die derben Sprüche dachte, welche sich die beiden immer wieder zuwarfen. Dann meldete sich jedoch ihre treue Wolfsstimme und sie hörte die Worte von Urako, wie er ihr die Aufgabe erteilte, über Selan zu wachen. Es ist bestimmt eine wichtige Aufgabe, die der Schwabbelpopo nicht ausführen kann.

Mit diesem Gedanken entschloss sich die Wölfin schliesslich, vorerst einmal hier zu verweilen. Sie liess sich etwas von dem verschmutzen und zerzausten Tiefling entfernt nieder und legte ihren Kopf auf die Pfoten. Sie wusste nicht, was sie tun sollte, falls er wirklich versuchte zu entfliehen, denn es war nicht ihre Art, andere Lebewesen zu verletzen – zumindest nicht, solange sie nicht dazu gezwungen wurde und keinen anderen Weg sah.
Sie hoffte jedoch darauf, dass Urakos Worte und allein der Anblick der Wölfin den Tiefling von Dummheiten abhalten würden.
Ihre Augen musterten ihn neugierig. Jemand, der sich mit Druiden und anderen Wandlern auskannte, könnte sofort die Intelligenz darin sehen, der sie von gewöhnlichen Tieren abhob.
Sobald sich der Tiefling allzu sehr bewegte, trotz seiner Fesseln, sträubte sich ihr Fell und sie liess sicherheitshalber ein leises Knurren hören. Sollte er sie bloss nicht unterschätzen.
Ob er wohl auch magische Kräfte besass? Urako benutzte manchmal Tricks, um seine Gefährten zu ärgern. Doch bloss vor seinen Feuerspielchen hatte auch Arafis Respekt. Feuer mochte sie nicht, es machte ihr Angst.
Sie beschloss, noch vorsichtiger zu sein und liess den Tiefling keinen Moment lang aus den Augen.
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#13

Beitragvon Selan Todaric » Mi 5. Aug 2015, 09:22

Einige Minuten blieb Selan noch liegen und dachte über das gesagt nach.Was war aus Urako nur geworden, was hatte er falsch gemacht? Wo begann nur der Sinneswandel Urakos? Vorsichtig und unter Schmerzen stöhnend richtet sich Selan etwas auf und lehnte sich an die schlecht zusammen gezimmerte Wand der Hütte. „Wann war es nur gewesen? Weist du es noch treue Freundin?“, sprach Selan leise und beachtlich zu der vor ihm liegenden Hündin. „Wir kennen uns doch schon eine weile, du kannst ruhig her kommen, ich werde dir nicht weh tun, keine Sorge.“, seine Stimme wurde dabei sanft und klangvoll, trotz allem was passiert war, blieb Selan immer noch gelassen und ruhig. Eine stärke die ihm schon oft geholfen hatte, Ruhig bleiben, die Situation mit einem klaren Kopf einschätzen und eine Lösung finden.

„Ja wo hatte sich mein Schüler angefangen zu verändern...?“
Selan blickte auf das löchrige Dach, einige Sonnenstrahlen fuhren durch diese und zauberten einen beeindruckenden Schimmer in die Hütte. Besonnen schaute Selan auf die tanzenden Staubpartikel, die er dank der Sonnenstrahlen beobachten konnte.

„Aber natürlich, die Katakomben!“, schoss es Selan plötzlich durch den Kopf!

„Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Sie müssen ihn verzaubert haben, diese merkwürdigen Gestalten, die Palion anbeten. So muss es sein, ein Zauber muss auf ihm liegen, einer der ihn dazu bringt sich gegen seinen Meister, gegen seinen Freund zu stellen.“

Selan schnaufte, „Armer Urako, fast hätte ich ihm unrecht getan und als bösen Tiefling deklariert. Aber dem ist zum Glück nicht so. Der Zauber... Urako... ich werde dich befreien, dass verspreche ich dir! Jedoch erst einmal muss ich aus diesem Käfig heraus, aber wie?“

Der Nekromant blickte eine weile um sich. Die Hündin, die einmal eine gute Gefährtin war hörte leider auf Urako. Nun ja sie kennt sich mit Magie nicht aus, woher soll sie wissen das Urako böse wurde, da er verzaubert ist. Mit den Fesseln an Hand und Beinen ist ein davon laufen auch nicht möglich. Ebenfalls ist nichts was man zum zertrennen der Fesseln nehmen könnte. Ein wackeliges Bett, ein Fass als Tisch, ein halbes Fass als Sitzgelegenheit, Essensreste...

„Essensreste, das ist die Idee! So grob diese Kerle da draußen auch sein mögen, so unordentlich sind sie auch noch.“

Selan blickte sich um, überall Überreste von Tieren die sie gefressen haben. Vögel, Mäuse, Ratten, Echsen und noch anderes Getier. Überall liegt etwas herum. Im Zimmer zwar nur zwei Ratten, aber wie er durch den nicht bis ganz zum Fußboden reichenden Vorhang erkennen konnte liegen draußen noch mehr Überreste herum.

„Ohne magischen Zirkel wird es schwer werden und mich einiges an Kraft kosten, jedoch kann ich darauf keine Rücksicht nehmen. Die Dorfbewohner sind in Gefahr, ich muss sie vor dem verhexten Urako warnen!“

Der Nekromant beugte sich etwas nach vorn und viel auf die Knie. Ruhig fing er an zu atmen, konzentrieren musste er sich für diesen Zauber sehr stark, da es ohne einen magischen Zirkel bei weiten schwieriger war die Mäuse zurück ins Leben zu rufen. Sein Glück war, dass draußen Stille herrschte. Vermutlich waren sie noch voll trunken und lagen noch überall herum. Ein Vorteil den Selan aus zu nutzen vermochte, würde, so lange es funktioniert hier gleich das Chaos ausbrechen, perfekt geeignet für eine Flucht.

So meditierte Selan weiter und wippte im Rhythmus seiner nicht verständlichen Worte einige Minuten hin und her, bis sein Kopf nach oben schnellte.

Manes, te appello.
Ghosts mortuorum ego in imperio vobis.
Tetigerat eam et ait pauperes animalia,
comestum arg miser latronum.

Vindicabo paulo ante uxor parve,
nihil magis comprehendat.

Eripit eos aggreditur,
non nocere, vel revocare numquam!*


Einige Minuten passierte nichts und Selan wiederholte seinen Zauberspruch noch einmal. Noch stärker konzentrierte er sich als ohnehin schon vorher und es zeigte Wirkung.

Klappern war plötzlich zu hören und von Geisterhand setzten sich die Gebeine der zwei toten Ratten unmittelbar ihm gegenüber wieder zusammen. Auch vor seiner Hütte bemerkte er das selbe. Es dauerte nur Sekunden bis die ersten Schreie zu hören waren.

„Monster! Unser Essen ist wieder am Leben!“

„Quatsch nicht du Säufer und leg dich wieder schlafen!“, kam prompt eine höhnische Antwort

„Zombatten! Sie fressen uns!“, hörte man einen Tiefling aufspringen und davon rennen.

„Zomb was?“, war nur kurz und knapp von einer eindeutig übermüdeten Person zu hören.

„Intellektuell betrachtet eine falsche Wortkomposition. Er bezieht sich wahrscheinlich auf die Mischung der Worte Zombie und Ratte, jedoch sind dies eher Untote.“, hörte Selan unter einer hoch gezogenen Augenbraue plötzlich einen eindeutig intellektuelleren philosophieren.

Was nun folgte, wollte Selan lieber nicht hören. Eindeutig schlossen einige Zehen und Finger gerade Bekanntschaft mit den Gebissen der Ratten. Die Aufregung und die Panik war da, eine perfekte Ablenkung!

„Kommt her meine zwei kleinen, helft Onkel Selan einmal!“, sprach er zu den zwei Ratten die noch immer in seiner Hütte waren.

Die beiden kleinen ließen sich das nicht zwei mal sagen und einen Augenblick später knabberte eine Ratte an den Handfesseln, die andere an den Fußfesseln.

„Geschafft ich danke euch, nun helft den anderen.“, befahl Selan den Kleinen, als er sich mit Schmerz verzerrtem Gesicht die Handgelenke rieb, die deutliche Spuren an seinen Handgelenken hinterlassen haben. Aber das war nun egel, geschwind richtete Selan sich auf und sah aus dem Fenster. Ausgezeichnet, keine Wache war da, jeder hatte mit den Essensresten zu tun.

„Komm schon Hündchen, bei mir hast du es besser, so lange dein Herrchen verzaubert ist. Ihr seht euch bald wieder und dann ist er wieder normal.“, flüsterte der Nekromant noch, bevor er mit einem gekonnten Satz aus dem Fenster sprang und im gleich angrenzenden Wald verschwand.



*Tote Geister ich rufe euch.
Tote Geister ich befehlige euch.
Kommt herbei ihr armen Tiere,
gefressen von arg elenden Dieben.

Rächt euch nun ihr armen kleinen,
soll kein Unheil mehr euch ereilen.

Greift sie an und reiĂźt sie nieder,
doch tut ihnen nicht weh, sonst ruf ich euch nie wieder!
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Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#14

Beitragvon Urako » Mi 5. Aug 2015, 18:21

„Männer! Hergehört!“, grölte Urako, als er auf dem frisch gepflasterten Platz stand. Die zerzausten Köpfe der Gestrandeten drehten sich in seine Richtung. Die meisten waren so verlottert, dass sie aussahen wie Waldschrate.
„Schnappt euch eure Jagdwaffen! Wir haben einen von den Wildlingen, die uns so viel Ärger machen! Er wird uns zu ihrem Stützpunkt führen!“
„Was macht dich so sicher, dass er es tun wird … Henker?“
Auf dieses Wort hin knackte Firxas mit seinen Fingerknöcheln. Urako nahm es wohlwollend zur Kenntnis. Doch der unverschämte Gestrandete machte nach wie vor keinerlei Anstalten, irgendwelche Waffen zu ergreifen und ihnen zu folgen, genauso wie ein Großteil der übrigen.
„Also bitte!“, höhnte Urako. „Es ist mein Beruf, Leute dazu zu bringen, das zu tun, was ich will! Und das wirst auch du!“
„Willst du mir drohen?!“
Urako lachte, Firxas kreiste mit den Schultern und dem Kopf.

„Ihr zwei“, tönte da die Stimme von Orobas. Er saß vor einem der Zelte und hatte einen kaputten Schuh in der Hand, den er offenbar gerade versucht hatte zu flicken. „Ich will, dass ihr mit diesem Gepöbel aufhört!“
„Fällst du mir in den Rücken?“, rief Urako erbost. „Du scheinheiliger Sack! Und was ist mit deinem alten Freund Firxas?“
„Keiner von euch beiden hat hier irgendetwas zu melden. Entweder ihr gebt Ruhe oder ich gebe Meldung an Nocro.“
„Nocro, Schmockro! Der sacklose Quieker kann mich mal!“
Geräusche des Entsetzens gingen durch die Reihen. Firxas starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen von der Seite an. „Urako, halt die Klappe“, zischte er leise. „Nocro ist nicht irgendwer!“

Die Menge teilte sich – und der sacklose Quieker schritt auf den Platz. Er kam gemessenen Schrittes näher und blickte auf den einen Kopf kleineren Urako herab.
„Gibt es ein Problem?“, erkundigte er sich.
„Das will ich meinen! Der da“, Urako wies auf Orobas, „bedroht mich und Firxas!“
„DU hast den Leuten hier gedroht!“, rief Orobas.
„Weil ihr nicht mitmacht! Wir haben einen Nekromanten gefangen, der von den Wildlingen kommt! Der Leichenfresser wird uns zu ihnen führen und dann können wir endlich ihr vermaledeites Dorf einstampfen!“
Firxas nickte eifrig, wobei kleine Wellen von seinem Doppelkinn bis zu seinen SpeckbrĂĽsten verliefen, die Urako so zum AnbeiĂźen fand.
„Urako“, sagte Nokro ruhig. „Unser Schiff ist fast fertig. Dann können die Wildlinge uns gestohlen bleiben. Ich werde nicht das Leben unserer Männer sinnlos auf`s Spiel setzen.“
„Sinnlos? Die Wildlinge haben Chorsen und Runcul auf dem Gewissen! Sie haben uns bloßgestellt als Schwächlinge!“
„Das war mein letztes Wort. Wenn du die Wildlinge auslöschen willst, dann tu es doch alleine.“
Damit drehte Nocro sich um und ging.

Urako ballte vor Wut die Fäuste. Orobas lachte, die Umstehenden schüttelten ihre ungepflegten Köpfe und wandten sich wieder ihren Aufgaben zu.
Urako fühlte sich so sehr gedemütigt, wie schon lange nicht mehr. Sollte er einfach fortschleichen, mit eingekniffenem Schwanz wie ein geprügelter Hund? „Ihr werdet das noch bereuen!“, kreischte er. „Ihr werdet dafür bezahlen, ich merke mir jeden einzelnen von euch!“
Vereinzeltes Lachen ertönte, dann plötzlich ein Schrei.
„Der Braten! Er …!“
Ein abgenagtes Vogelgerippe hĂĽpfte ĂĽber den Platz und flatterte vergebens mit den FlĂĽgelknochen. Von der Anderen Seite kam eine komplette Schinkenkeule angewalzt. Eine Kette WĂĽrste kroch wie eine Schlange ĂĽber das Pflaster. Firxas fielen fast die Augen aus dem Kopf.
„Warst … warst du das?“
„Natürlich!“, schrie Urako. „Ich kann Nekromantie, auch wenn ihr es bisher nicht wusstet! Na? Soll ich eure Lederklamotten wiedererwecken?“ Er lachte, die Hände in die Hüften gestemmt, während lauter abgenagte Tiergerippen um ihn herum trippelten. Schreiend rannten die Gestrandeten durcheinander, versuchten, der Plage Herr zu werden, indem sie mit den Füßen nach den Skeletten traten oder sie mit einem Besen davonkehrten.

Mit stolz geschwellter Brust ging Urako zurĂĽck zu der HĂĽtte. Er konnte sich schon denken, wer hinter dem Spuk steckte. Er genoss die ehrfĂĽrchtigen Blicke von Firxas, der sich dicht bei ihm hielt. Urako spĂĽrte, wie es in seinem Bauch rumorte. Wahrscheinlich war auch der halbverdaute Gulasch in seinem Magen wiedererweckt worden. Ein Zauber, der in jedem Fall fĂĽr Unterhaltsamkeit sorgen konnte. Vielleicht sollte er doch wieder bei Selan in die Lehre gehen?

Er schlug den ledernen Vorhang zur Seite. Der Platz, wo sein ehemaliger Meister gelegen hatte, war leer, nur die Fesseln lagen noch dort. Sie sahen aus, als wären sie gerissen oder mit einem stumpfen Gegenstand zerteilt worden.
„Töli!“, brüllte Urako. Die Wölfin stand da mit einer Ratte im Maul.
„Ich hatte dir doch gesagt, du sollst aufpassen!“, keifte er. „Los! Finde seine Spur!“ Er hielt ihr die Fesseln unter die Nase. „Such den Leichenfresser! Such! Wenn du ihn findest, darfst du Firxas beißen.“
„He!“
Urako packte Firxas an seinem walzenförmigen Arm und zog ihn mit sich in den Wald. Sie würden Selan finden, koste es, was es wolle!
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#15

Beitragvon Arafis » Do 6. Aug 2015, 12:15

Arafis war wie erstarrt, als der Hexer plötzlich begonnen hatte, seltsame Worte zu murmeln. Ein Zauber, schoss es ihr durch den Kopf. Ob er wohl gleich das Zelt in Flammen setzen würde? Erschrocken sprang die Wölfin auf und knurrte Selan an.
Dieser war jedoch zutiefst konzentriert und schien in sich gekehrt zu sein.

Zuerst geschah nichts und die Albin beruhigte sich damit, dass er vielleicht einfach ein Stossgebet an seine Gottheit gesprochen hatte.
Im nächsten Augenblick begann es jedoch zu knattern und fiepen, und als sie sich umdrehte, entdeckte sie zwei angenagte Ratten, welche plötzlich von den Toten auferstanden zu sein schienen. Einige andere Skelettteile, verschwanden gerade durch die halboffenstehende Türöffnung.
Die Albin war so perplex, dass sie unfähig war, etwas zu unternehmen. So konnte sich Selan mit Hilfe der beiden halbpatzigen Ratten befreien, ohne einen Widerstand zu erfahren.

„Geschafft ich danke euch, nun helft den anderen“, befahl Selan seinen Helfern und trat dann ans Fenster heran.
Erst jetzt erwachte Arafis wieder aus ihrer Starre.
Er kann doch nicht einfach verschwinden, schoss es ihr durch den Kopf! Ich muss ihn aufhalten!
Als sie jedoch gerade zum Sprung ansetzen wollte, um den Fliehenden zu Boden zu ringen, jaulte sie vor Schmerz und Ăśberraschung auf.
Sie wirbelte herum und schnappte nach dem angefressenen Rattenvieh, welches seine Zähne in ihre Rute geschlagen hatte.
Selan hatte sie zwar freundlich behandelt, seine wiederbelebten Skelette schienen seine Meinung gegenüber der Wölfin jedoch nicht zu teilen.

Während er aus dem Fenster entschwand, begann in dem kleinen Gehäuse eine wilde Jagd. Es war nicht ganz klar, wer die Jäger und wer die Gejagten waren und einige Male schienen sich die Rollen zu vertauschen.
Schlussendlich stand Arafis jedoch als etwas zerzauste Siegerin da. Um sie herum waren Knochen und Fellfetzen verteilt und in ihrer Schnauze baumelten die nun endgĂĽltig toten Ăśberreste der zweiten Ratte.
Genau in diesem Moment stĂĽrmte Urako ins Zelt.

„Töli, ich hatte dir doch gesagt, du sollst aufpassen!“, keifte er. „Los! Finde seine Spur!“ Er hielt ihr die Fesseln unter die Nase. „Such den Leichenfresser! Such! Wenn du ihn findest, darfst du Firxas beißen.“
Kurz zuckte Arafis zusammen, als sie seine wütende Stimme hörte. Als er sie jedoch nicht weiter mit bösen Worten traktierte, horchte sie auf.
Sie liess die leblose Ratte zu Urako’s Füsse fallen und schnupperte dann an den Stricken, die er ihr unter die empfindliche Nase hielt. Nichts leichter als das!
Ohne auf sie zu warten, drehte sich Urako jedoch im nächsten Augenblick weg, packte seinen Schabbelkumpanen und stürmte Richtung Wald davon.
Arafis trottete ihnen hinterher.
Dabei beobachtete sie halb amĂĽsiert, halb schockiert ein gebratenes HĂĽhnchen, das sich ebenfalls auf den Weg in den Wald gemacht hatte.
Als sie die beiden Dämonen wieder eingeholt hatte, hielt sie ihre Nase demonstrativ nahe des Bodens auf und folgte Selans Fährte, welche nun wirklich nicht schwer zu erschnuppern war. Er musste schon länger kein Bad mehr genossen haben.

So waren sie schon eine geraume Zeit unterwegs, als Arafis stehen blieb und die Ohren spitzte. Der Wald war voller Leben. Vögel zwitscherten, Insekten summten, Wasser plätscherte. Sie horchte, doch die beiden Dämonen waren etwas hinter ihr wieder am Streiten und ihre rüpelhaften Stimmen verdrängten jedes andere Geräusch.
So spürte Arafis mehr als dass sie es hörte ein Beben unter ihren Pfoten. Im nächsten Moment sprang sie mit einem warnenden Aufbellen zur Seite, gerade noch rechtzeitig.
Ein Wildschwein, grösser als die Wölfin selbst, sprengte durch das Unterholz und verfehlte Arafis um Haaresbreite.
Mit ihrem lauten Geplänkel hatten die beiden Tieflinge eine Muttersau aufgeschreckt, welche nun wutschnaubend jeden Niederrennen würde, der ihren Frischlingen zu nahe kommen könnte.

Urako kämpfte sich gerade gefolgt von Schwabbelpo durch ein Gestrüpp und hatte die Situation noch nicht richtig erfasst.
Die Bache scharrte mit dem Fuss und ihre kleinen bösen Äuglein hatten Urako fixiert. Ihre Eckzähne waren messerschwarf und ihr borstiges Fell sträubte sich bedrohlich. Sie würde ihre Jungtiere mit dem Leben beschützen.
Von der Wölfin nahm sie keine Notiz, denn diese hatte sich in ihrem Windschatten hinter einen umgefallenen morschen Baumstamm geduckt und wusste nur zu gut, dass man in einer solchen Situation nicht mit hektischen Bewegungen auf sich aufmerksam machen sollte.
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#16

Beitragvon Selan Todaric » Di 22. Sep 2015, 09:14

Keuchen drang durch den Wald! Blätter und Zweige wurden umher gerissen. Selan rannte durch das Unterholz so schnell ihn seine Beine tragen konnten. Vorbei an idyllischen Lichtungen mitten im Wald, vorbei an kleinen Bächen die sich liebevoll durch den Wald schlängelten, vorbei an einer Gruppe rehe, die sich so gar nicht vor dem hastenden Tiefling erschreckten, sondern ihm interessiert nachschauten.

Nach Osten musste er, die Goblins warnen und ihnen helfen. Ohne ihn wären sie den brutalen Kerlen unter Urakos Fittichen nicht gewachsen. Gedanken surrten den Tiefling durch den Kopf. Was sollte er tun? Er konnte doch die Goblins nicht gegen ihn verteitigen und gleichzeitig Urako von seiner Hexerei befreien. Was wenn er verletzt würde oder gar schlimmeres? Er könnte den Gedanken einfach nicht ertragen noch einen seiner Schüler zu verlieren, nicht Urako, nicht ihm. Den treuen nörglichen Freund mit der harten Schale, der gerade in Notzeiten, wie damals als Arafis verschwunden war, der erste war der sich in der Stadt nach ihr umschauen wollte! Er war ein wahrer Freund und er musste gerettet werden.

Von den Gedanken abgelenkt merkte er gar nicht, wie schnell er auf der anderen Seite der Insel angelangt war. Der Weg auf dem er sich mittlerweile befand kannte er nur zu gut, es war der Weg hinab zum Dorf der Goblins. Doch da angekommen, war kaum ein Goblin mehr zu sehen. Kwyez Fizzbub stand an Weg, der hinab zum Strand fĂĽhrte.

Abgehetzt kam Selan näher. "Was ist passiert alter Mann, wo sind die anderen Goblins, waren die Räuber schon hier?"

Unruhig betrachtete der Dorfälteste Selan. "Räuber? Von was sprichst du? Nein, wir haben unser Boot fertig bekommen und das gesamte Dorf verlädt gerade unser Hab und Gut, damit wir in die neue Welt aufbrechen können. Wir sind fast fertig, die letzten Kisten sind verladen, wir haben nur noch auf dich gewartet, Selan!"

"Das Schiff ist fertig? Dann müsst ihr sofort hier weg! Ich habe die Gruppe auf der anderen Seite der Insel gefunden. Es sind Palionanhänger, sie werden jede Minute hier sein, sie sind gekommen um das Dorf zu zerstören und wenn sie das Schiff sehen, werden sie nicht zögern euch sofort zu töten, um es zu bekommen! Geht!"

Die haut des alten Goblins färbte sich hellgrün, Angst machte sich in ihm breit. "Komm mein junge, dann sputen wir uns besser!"

Eiligst rannten die beiden den schmalen sandigen Weg zum Strand herunter. Dichte Palmenblätter machten es Selan schwer vorran zu kommen, der Weg war eindeutig nur für Goblins gebaut worden. Um eine Felsklippe herum in einer geschützten und versteckt Bucht, lag das Schiff vor Anker. Man muss nicht viele Worte verlieren um es zu beschreiben. Goblins bauten es, hier waren Profis am Werk. Das Schiff spiegelte die Menthalität und den teschnischen Verstand der Goblins wieder. Ein Kran an Deck, zum Verladen der Kisten und Habseeligkeiten, ein ausklappbare Treppe um auf das Deck des Schiffes zu kommen, zwei Masten die mit Kurbeln und Seilwinden bedient wurden. Ein prächtiges Schiff war es, obwohl auf Zierde kein Werk gelegt wurde, jedoch die teschnischen Raffinessen ihre eigene Pracht verströhmte. Kräftig und stark sah das grün angestrichene Schiff, mit einem Goblinkopf am Bug des Schiffes aus. Selan war beeindruckt, und war erstaunt, was die Goblins die letzten Monate her erschaffen hatten. Auf Deck winkte bereits ein anderer Goblin, er zeigte in eine Richtung hinter den beiden.

"Beeilen wir uns, komm schon!", sprach der alte Mann, zusammen hasteten sie zum Schiff und bestiegen so gleich die Treppe zum Schiff.

Warte, ich kann nicht mit kommen!, stopte Selan auf halber Strecke die Treppe hinaus.

Wieso, was hast du? Keine Sorge, deine BĂĽcher sind schon an Bord!

"Nein, dass ist es nicht...", zögerte Selan, "einer der Räuber war früher mein Schüler, er ist mit einer Art Fluch gelegt. Magie, die seinen Verstand verändert. Er ist kein schlechter Tiefling, ich muss ihm helfen!"

Verstehe, aber wie willst du ihm denn helfen? Willst du alle anderen Räuber allein besiegen, hoffen das er überlebt und dich dann allein um ihn kümmern? Komm lieber mit uns mit, du weißt ja nicht einmal, ob du ihn retten kannst. Fahr mit uns in die neue Welt und suche zuerst ein Heilmittel, denn haben wirst du sicher keines, oder?, versuchte der alte Mann ihn zu beruhigen, während das Schiff mit Seilwinden langsam aus der Bucht gezogen wurde.
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Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#17

Beitragvon Urako » Fr 25. Sep 2015, 20:14

Selan war ihm entkommen! Ihm, dem professionellen Scharfrichter, der sich sonst so damit brüstete, saubere und absolut zuverlässige Arbeit zu leisten, egal ob beim peinlichen Verhör, der Vollstreckung oder allen übrigen damit zusammenhängenden Aufgaben. Fehltritte wie die verpatzte Hinrichtung in seiner alten Heimat passierten ihm ausgesprochen selten. Wie hatte ihm dieser lächerliche Anfängerfehler passieren können, einen nur provisorisch festgesetzten Gefangenen ohne Wache zurückzulassen? Wie stand er denn jetzt da, wie der letzte Stümper!

Urako suchte Anlässe, um Dampf abzulassen, wo es nur ging.
Erst war es Töli, die er ständig beschimpfte, dass sie die Fährte verloren hätte, wenn sie an einer Stelle mal etwas länger schnupperte oder ihm zu langsam ging.
„So dämlich kann doch kein Köter sein, jetzt hat sie schon wieder die verdammte Fährte verloren!“
„Such, Töli! Oder ich mache dir Beine!“
„Kackdreck, verkackter Mist!“

Dann, als Töli ihm immer häufiger auswich und so wirklich drohte, die Fährte zu verlieren, war es Firxas, der Schuld an Selans Flucht hatte.
„Wenn du nur einmal – ein einziges Mal! – in deinem Leben deinen Verstand gebraucht hättest!“
„Allein, die Tatsache, dass jemand so dermaßen dumm sein kann, ist ein Beweis dafür, dass es keine natürliche Auslese gibt!“

Firxas ertrug das Gewetter mit einer schier unglaublichen Geduld, indem er schwieg. Doch sein Gesicht wurde mit jedem Wort finsterer. Sein Schweigen machte Urako nur noch wütender und so begann er schließlich persönlich zu werden, um ihn aus der Reserve zu locken.
„Du bist nicht nur dumm, sondern auch gierig. Du bist am Erdboden festgenagelt wie eine Mastgans. Und ich dachte immer, bei deinem holen Schädel müsste das Fliegen eine Leichtigkeit sein, egal, wie fett du bist.“

Firxas blieb stehen. Sein Gesicht war wie aus Stein, seine Lippen schmal. Seine Kiefermuskulatur spannte sich unter den feisten Wangen.
Urako blieb ebenfalls stehen, boshaft erfreut darüber, jetzt endlich richtig loslegen zu können.
„Na los“, grollte Urako. „Trau dich und schlag zu.“
„Das hättest du gern, was?“, knurrte Firxas mit Grabesstimme. „Du KANNST einfach nicht normal sein! Entweder machst du einen auf großer Macker und prahlst herum, dass man nicht weiß, ob man darüber heulen oder lachen soll, oder du willst sofort und auf der Stelle mit mir ins Bett und gibst nicht eher Ruhe, bis ich nachgebe! Oder du bist nur am nörgeln und andere nieder machen! Oder du bist besoffen! Arroganz, Lust, Zorn, Suff! Andere Gemütszustände kennst du nicht! Und Abstufungen dazwischen auch nicht!“
„Aber du!“, brüllte Urako. „Als ich dich kennen gelernt habe, warst du von Anfang an keinen Deut besser!“
„Dann hast du mich niemals gekannt“, entgegnete Firxas frostig. „Im Gegensatz zu dir habe ich ein Herz, das mehr ist als nur ein Apparatus.“
„Wie süß!“, höhnte Urako. „Soll ich jetzt in Tränen ausbrechen?“
„Du Vollidiot, es schlägt für dich!“

Die beiden starrten sich einen Moment an, schwer atmend wie zwei Stiere, die jeden Moment mit gesenkten Köpfen aufeinander losgingen. Doch dazu kam es nicht. Firxas drehte sich schnaubend um und machte sich auf den Weg zurück durch den Wald. Es war das erste Mal in all den Jahren, dass er einer Prügelei auswich. Urako stand da, verwirrt, mit geballten Fäusten.
„Geh sterben!“, brüllte er Firxas hinterher, weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte. „Dann hast du endlich deine ersehnte Ruhe vor mir!“
Sein Kumpel verschwand im Dickicht, ohne ein weiteres Wort zu sagen.
Urako blieb allein. Nicht einmal Töli war mehr zu sehen.
Ein Feuersturm wirrer, widersprüchlicher Gefühle erhob sich in ihm, ein Zustand, den er verabscheute, weil er ihn nicht kontrollieren konnte. Er hasste es, wenn sich etwas seiner Kontrolle entzog. Wohin mit dieser Wut und noch schlimmer, wohin mit dieser irrationalen Trauer, die sich da in seinem Inneren erhob? Es gab nichts zu trauern, nur Triumph, weil dieser Feigling das Feld geräumt hatte wie ein geprügelter Hund! Er hatte gesiegt, er sollte stolz auf sich sein! Der Stein, wo war sein Stein?

Plötzlich knackte es hinter ihm. Brechende Äste, Hufgetrappel. Ein brauner, borstiger Buckel, strenger Geruch, dann war das riesige Wildschwein an ihm vorbeigeprescht. So plötzlich wie es aufgetaucht war, war es auch schon wieder verschwunden. Im ersten Moment war Urako erleichtert, dann erkannte er, welche Richtung es nahm. Er hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da hörte er Firxas schreien.
Ohne nachzudenken rannte Urako los und folgte der Schneise, die das Wildschwein in das Unterholz geschlagen hatte, so schnell seine Beine ihn trugen.
„Firxas! Firxaaas!“
Er fand ihn unterhalb des borstigen Ungetüms. Firxas lag auf dem Bauch, das Tier musste ihn von hinten gerammt und von den Füßen gerissen haben. Er schrie erbärmlich. Einer seiner Flügel lag quer im Maul des Wildschweins, die Knochen bildeten unnatürliche Zickzackmuster, als ob es bereits mehrfach zugebissen hätte.
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#18

Beitragvon Arafis » Di 29. Sep 2015, 21:08

Arafis zuckte zusammen, als sie den gequälten Schrei des Tieflings vernahm. Entsetzt beobachtete sie, wie Urako rechts um kehrt machte, und dem Ungetüm hinterherrannte, so schnell ihn seine krummen Beine trugen. Ungläubig schüttelte sie den Kopf. Er konnte doch nicht so dumm sein, und versuchen, es mit der wilden Muttersau aufnehmen zu wollen, und das nur für Schwabbelbacke?

Doch da das offensichtlich der Fall war, zögerte die Wölfin nicht weiter und folgte den Lauten durch das Dickicht.
Der Anblick der sich ihr bot, war grausig. Urako schien einen Augenblick lang wie festgewurzelt da zu stehen. Und auch Arafis konnte in diesem Moment bloss Mitleid mit Firxas verspĂĽren.
Die Bache schien die beiden Zuschauer nicht wahrzunehmen, und es schien als versuchte sie den Tiefling unter ihrem Körper zu zermalmen. Als die Albin das Geräusch von berstenden Knochen hörte, vergass sie alle Vorsicht. Die Abneigung gegen den miefenden Tiefling war vergessen, sie sah nur noch ein hilfloses Opfer vor sich, dem geholfen werden musste.

Ihr Fell sträubte sich, als sie mit einem Knurren zum Angriff ansetzte. Instinktiv spannten sich ihre Muskeln an, als sie lossprang. Im nächsten Moment quiekte die Muttersau schmerzerfüllt, aber auch voller Wut auf, als die Zähne der braunen Wölfin sich in ihre hintere Flanke bohrten. Arafis hatte den metallischen Geschmack von dickflüssigem Blut in ihrem Maul und die Borsten stachen sie in die Nase und den Rachen. Dies nahm sie jedoch gar nicht wahr, denn im nächsten Moment war sie bereits voll darauf konzentriert, der Wildsau auszuweichen, welche blitzschnell herumwirbelte und mit ihren Hauern versuchte, den um einiges leichteren Körper der Wölfin zu verletzen.

Arafis konnte nicht erkennen, ob Urako etwas unternahm, doch Firxas schien einer Ohnmacht nahe zu sein, denn seine Schreie waren zu einem leisen herzzerreiĂźenden Wimmern abgeklungen.
Im selben Moment der Unachtsamkeit, in dem die Albin sich vergewisserte, dass Firxas noch lebte, spürte sie auch schon einen dumpfen Knall. Erst als sie durch die Luft geschleudert wurde und ein stechender Schmerz durch ihren ganzen Körper zuckte, wurde ihr bewusst, dass das rasende Wildschwein sie in ihre Seite gerammt hatte. Sie erkannte noch die bösen, schwarzen Äuglein, dann trübte sich ihr Blick, als sie gegen einen Baum prallte und leblos im Gestrüpp liegen blieb.

Nur Sekunden konnten vergangen sein, als Arafis wieder zu Bewusstsein kam, denn sie lebte noch. Vorsichtig öffnete sie die Augen, doch alles schien sich zu drehen. Dann stach ihr jedoch der strenge Geruch der Wildsau in die feine Nase und sie kämpfte sich auf die Pfoten. Die Wildsau hatte sich, nachdem sie die unliebsame Wölfin wie ein lästiges Insekt ins Gebüsch geschleudert und ausser Gefecht gesetzt hatte, zum dritten Gegner umgewandt.

Arafis wollte vorwärts taumeln, um Urako beizustehen, doch ihr Körper schmerzte und sie wusste, dass sie nicht mehr gegen die Bestie ankommen würde. „Ach wäre doch... nur Selan da... Selan?!“
Plötzlich blitzte Erkenntnis in den Augen der Wölfin auf. Bilder aus der Vergangenheit offenbarten sich ihr. Wie hatte sie sich bloss nicht mehr an den teeschlürfenden, gutmütigen und jeder Zeit Rat wissenden Tiefling erinnern können?
Ich muss Hilfe holen…
Auf noch etwas wackeligen Beinen ging sie zuerst langsam, dann immer entschlossener los. Als sie sicher war, sich wieder einigermassen gefangen zu haben, preschte sie los, ohne sich noch einmal umzublicken. Kurz zuckte ihr der Gedanke durch den Kopf, dass Urako sie für eine Verräterin halten könnte, doch damit konnte sie sich jetzt nicht befassen.

Hinter sich hörte sie das Kampfgeschrei von Tiefling und Wildsau und sie wollte keine Zeit verlieren. Als sie die Spur wieder gefunden hatte, stolperte sie mehr als dass sie rannte durch das Dickicht, um so schnell wie möglich den Tiefling zu holen, der bis jetzt immer einen Ausweg gewusst hatte. Den stechenden Schmerz in ihrer Seite ignorierte sie, und hatte stattdessen nur noch ihr Ziel im Sinn.
Sobald sie ihn erreicht hätte, würde sie ihn zu Urako und Firxas mitzerren, egal wie. Er konnte helfen das Ungetüm zu vertreiben und vielleicht auch die Schmerzen von Firxas lindern, wenn es denn noch nicht zu spät war.
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#19

Beitragvon Urako » Mi 21. Okt 2015, 11:26

Was dann geschah, hätte Urako nie für möglich gehalten. Töli stürzte sich auf das viel größere Tier und verbiss sich in seinem Fleisch. Der Henker stand einen Moment da wie erstarrt. Es war das erste Mal in seinem Leben, dass ihm jemand von sich aus half, ohne dass er ihn dafür bezahlte oder mit der Eisenpeitsche dazu zwang. Der Kampf war heftig, die Bache quiekte und schüttelte sich. Die Hündin löste ihren Biss und sprang um sie herum, bereit, ein zweites Mal zuzubeißen. Doch die Bache dachte gar nicht daran, sich so einfach geschlagen zu geben und als Töli einen Wimpernschlag lang unaufmerksam war, weil Firxas ein gequältes Wimmern von sich gab, traf sie der gewaltige Schädel des Tieres. Die Wölfin flog durch die Luft und prallte krachend gegen den Stamm eines Baumes.

„Töli!“, brüllte Urako. Der Körper der Hündin rutschte den Stamm hinab zu Boden. Schlaff und reglos blieb sie liegen. Das Wildschwein wandte seinen Kopf Urako zu und starrte ihn an. Er würde sterben. Jetzt, hier und heute. Die Distanz reichte nicht für den Abflug, die Bache würde ihn vorher erreichen. Urako tat etwas, das er noch nie getan hatte – in seiner Verzweiflung schickte er ein Stoßgebet zum Himmel hinauf.

„Ihr Götter, helft mir!“

Im gleichen Moment sprang Töli auf die Beine, schüttelte sich kurz und rannte dann davon. Urako traute seinen Augen nicht. Die Götter hatten Töli wieder zum Leben erweckt! War er tatsächlich erhört worden? Aber das war noch nicht alles. Plötzlich erhob sich mitten im Wald ein Sandsturm, der die Sandkörner vom Strand herwehte wie Nadeln. Urako riss seinen Unterarm vor die Augen, die Bache quiekte, drehte sich ein paar Mal im Kreise. Mehrere Sandböen peitschten ihr ins Gesicht. Als ob sie unbedingt noch jemanden töten wollte, bevor sie floh, stürzte sie sich ein weiteres Mal auf den hilflos am Boden liegenden Firxas. Doch bevor sie ihn erreichte, stieß ein Schutzschild aus Sand aus dem Boden nach oben. Die Bache prallte dagegen wie gegen eine Wand. Sie versuchte, um den Schild herum zu laufen, doch er bewegte sich und versperrte ihr immer den Weg, wie oft sie auch die Richtung wechselte, um ihn auszutricksen. Urako machte, dass er auf den nächsten Baum kam.

Aus dem Himmel stießen große Vögel hinab, braune Geier mit weißer Halskrause, groß wie Adle. Sie hatten einen toten Vogelschädel anstelle eines Kopfes. Sie griffen die Bache an, rissen mit ihren sichelförmigen Klauen an ihrem Fleisch und bissen sie mit ihrem scharfen Schnabel, bis das wütende Tier endlich blutüberströmt das Weite suchte. Der Vogelschwarm folgte ihr kreischend und verschwand mit ihr zwischen den Bäumen. Stille senkte sich auf den Wald.

Nachdem Urako sich vergewissert hatte, dass die Luft rein war, stieg er von seinem Baum hinab und ging zu Firxas. Er lag auf dem Bauch, das Gesicht in den Dreck gepresst und mit zerfleischten Flügeln. Sein gesamter Oberkörper war dunkelrot von Blut.

„Welt! Ich hasse dich!“, rief Urako. Eine Antwort erhielt er nicht. Hilflos betastete er die Fleischwunden und die gebrochenen Knochen. Er riss ein paar Streifen von Firxas` Hosenbeinen und fertigte einen notdürftigen Verband, um wenigstens die Blutung ein wenig zu stillen. Doch schnell stellte sich heraus, dass das in Anbetracht der großen Fläche aussichtslos war. Ihm blieb nichts anderes übrig, als die Flügel komplett abzuschnüren. Firxas schrie nicht und rührte sich nicht.
„Steh auf, du Mistkerl!“, rief Urako verzweifelt und schüttelte ihn grob. Firxas reagierte nicht. „Du bist zu schwer, wie soll ich dich allein ins Lager schleppen?“ Da erst wurde Urako der Ernst der Lage gänzlich bewusst. Firxas war nicht nur schwer verletzt. Er würde sterben, wenn er nicht bald ordentlich versorgt werden würde. Sehr bald schon.

„Warte hier, ich hole Hilfe.“ Urako wusste, wie gefährlich das war. Hier gab es nicht nur Wildschweine, sondern auch Tiere, die sich über einen Tiefling als Mahlzeit freuen würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Firxas nicht mehr war, wenn er wieder zurück kehrte, war groß. Aber was blieb ihm für eine Wahl? Er konnte ihn nicht tragen. Urako erhob sich, doch Firxas Finger schlossen sich fest um seine Hand. „Bleib … bitte hier.“ Seine Stimme war kaum zu hören. „Ich will nicht … alleine sterben.“
„Du stirbst überhaupt nicht, weder allein noch mit mir an deiner Seite!“, schnauzte Urako. Doch er wusste, das Firxas Recht hatte. Also setzte er sich wieder zu ihm. Schweigend, ein letztes Mal. Er wusste nicht, was er sagen oder tun sollte und so zog er Firxas` Oberkörper zwischen seine Beine und hielt seine Schultern umarmt, damit er seinen Kopf an ihn anlehnen konnte. Firxas sah sehr blass aus. Sein Atem wurde immer langsamer. Mit glasigen Augen starrte Urako vor sich hin.

Einer der Schädelgeier war geblieben. Er saß ihm gegenüber auf einem Stein und beobachtete die beiden Tieflinge aus leeren Augenhöhlen. Urako warf einen Stein nach ihm. „Hier gibt’s nichts zu holen für dich! Hau ab!“

„Brauchst du meine Hilfe nicht mehr? Kann ich gehen?“
„Was soll das heißen? Kannst du … kannst du ihn heilen?“, rief Urako aufgebracht. „Was willst du dafür haben? Rette ihn! Hol ihn zurück!“
„Seine Seele ist noch hier“, erwiderte der Geier. „Hätte dein Freund diesen Körper bereits verlassen, könnte ich nichts mehr für ihn tun. Aber noch ist es nicht so weit. Aber was gibst du mir dafür, wenn ich seinen Körper rette?“
„Was willst du? Ich habe nicht viel. Ich bin bloß ein armer Henker ohne Arbeit, ein Gestrandeter. Ich besitze nicht viel mehr als die Kleidung an meinem Leib.“
„Wenn du nichts besitzt, was kannst du?“
„Verhören und Richten. Und ein wenig heilen. Aber zu wenig, viel zu wenig … warum ich mich nur damals nicht mehr damit befasst!“
„Kannst du kämpfen?“
„Nein! Aber wozu sollte ich das auch? Wer bist du?“
„Frag deinen Freund, wenn er wieder sprechen kann, nach meinem Namen. Er kennt die Antwort. Da du weder etwas hast, noch etwas kannst, will ich dich. Dich als Person. Jeder ist zu irgendwas nütze, man muss nur herausfinden, wozu. Komm nach Asamura. Suche mich und du wirst mich finden.“
Damit sank der Geier in sich zusammen und fiel tot zu Boden.

Firxas` Lider flatterten. Er öffnete die Augen und blickte sich verwirrt um. Ein breites Lächeln machte sich auf Urakos Gesicht breit. Schwerfällig wälzte Firxas sich von seinen Beinen herunter. Er landete auf dem Bauch und zog langsam Arme und Beine unter den Rumpf, um sich zu erheben. Die Wunden seiner Flügel waren mit Sand fest verschlossen, eine steinerne Kruste, so dass sie nicht mehr bluteten. Rasch löste Urako die Lederstreifen, die seine Flügel abschnürten. Er half Firxas auf die Beine und legte sich seinen Arm über die Schultern. Schritt für Schritt gingen sie durch den Wald nach Hause.

Urako merkte nicht, dass sie den falschen Weg nahmen. Ohne Tölis Hilfe war er im Wald orientierungslos. So näherten sie sich immer weiter dem Dorf der Goblins.
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Re: Teebeutel - Kap. III - Die höllische Insel - TEIL II

#20

Beitragvon Selan Todaric » Mo 26. Okt 2015, 18:49

"Leinen los! Setzt die Hauptsegel, sobald wir die Bucht verlassen haben!", brĂĽllte der knausrige alte Goblinkapitain quer ĂĽber das Deck.

Wehmütig blickte Selan zurück, war es die richtige Entscheidung seinen Schüler und all die anderen hier zu lassen. Zugegeben waren sie mehr als bösartig, doch war er einst sein Freund und die anderen könnten unter Deck bleiben, eingesperrt, mit guter Verpflegung. Vielleicht waren sie ja auch einfach hungrig und deswegen böse? Fehlte ihnen eine ordentliche Gesellschaft und nicht solche Flegel, haben sie am Ende heimweg? Selan grübelte, aber vielleicht war es die richtige Entscheidung, was wenn die beiden Parteien auf dem Schiff aneinander geraten? Am Ende hätten sie so zu viel Hunger und würden alles weg essen, vielleicht sogar seine Pferde!
Selan schüttelte den Kopf, jetzt gingen die Pferde wortwärtlich mit ihm durch.
Aber er wĂĽrde zurĂĽck kommen, sicherlich und dies mit einem Heilmittel, um den Zauber, der auf Urako liegt zu brechen!

Freudig blickte Selan an den Strand zurück. Kisten standen da, über ein dutzend, gefüllt mit Lebensmitteln. Viel Mühe hatte es ihm gekostet, dass die Goblins sie für die Halunken hier lassen. Verhungern sollte ja keiner! Ein paar Werkzeuge standen auch dabei. Schaufeln, Spitzhacken und ein paar Karren. Natürlich in Goblingröße, nicht ganz passend für die neuen Nutzer dieser Werkzeuge, aber im Sitzen ist die Arbeit doch auch viel angenehmer und geht nicht so in den Rücken!

Die erste Brise vom Meer her durchfuhr seitlich die Segel des Schiffes. Kein optimaler Wind, wie der Kapitain meinte, jedoch wird er es mit seiner Mannschaft schon schaffen. Zuversichtlich blickte Selan auf das ruhige Meer. Das letzte mal als er auf einem Schiff war, war es finstere Nacht, Sturm und er war mit vielen anderen fast am ertrinken. Nun aber führte ein kräftiger, einbeiniger Goblinkapitain das Schiff mit harter Hand. Das Ziel war klar, Asamura, mit vielleicht einem kleinen Abstecher zu den nördlichen Inseln, um den Palion Kult aufzuspühren.

Ein letztes mal wanderte des Tieflings blick zum Strand, ein müder Abschied zu einer schönen Insel auf der nun nur noch Verbrecher lebte.
Verbrecher, das richtige Wort, genau in diesem Moment des loslösens vom Steg tauchte Urako am Strand auf, im Arm einen verletzten Tiefling.

Selan traute seinen Augen nicht. Konnte es war sein, war das Glück ihm hold. Freude strahlend rannte er an den Bug und betätigte den Hebel für den Anker, dieser rasselte laut nach unten. Mit einem krachen schlug er auf das Wasser und war schon einen Augenblick später in den Tiefen verschwunden.

"Was machst du da? Bist du verrĂĽckt Tiefling?"

Selen drehte ihm im Rennen nur einen flĂĽchtigen Blick zu.

Nein werter Kapitain, wir haben nur zwei Passagiere vergesen, warten sie einen Augenblick, danach legen wir sofort ab!

Schon war Selan am Heck des Schiffes, zwei weitere Hebel wurden nach einander gezogen. Eine Treppe wurde vom Schiff herunter gelassen, der Zugang zum Schiff war für die Passagiere gewährleistet.

Freudestrahlend rannte Selan die Treppe herunter.
>Fantastisch, mein Schüler ist geheilt! Sein reiner Wille besiegte den Zauber, der ihn böse machte und zusammen mit seinem tapferen Freund besiegten sie die Raufbolde, um die Goblins zu schützen! Urako, du bist ein Held, du bist großartig!<


"Urako, hier bin ich, schnell mein Held, komm! Wir fahren gleich los und danke für deinen Mut und Einsatz, ich weiß es zu schätzen, was du für uns getahn hast, ich verdoppele deinen Lehrlingslohn! Komm schon!", rief der Nekromant Urako schon von fernen zu.

"Komm ich helf dir, tragen wir deinen verletzten Freund eiligst aufs Schiff, da schaue ich mir seine Wunden an. Los mach schon und interessant, du nutzt eine Sandkruste, um seine Wunden zu schĂĽtzen. Wie hast du dies nur geschafft, ein Zauber oder etwas anderes? Du steckst voller Ăśberraschungen und nun komm, ab aufs Schiff."

Mit diesen Worten griff Selan dem verletzten Tiefling unter die arme und half ihm zum Schiff.
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Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


Kleine Legende:
"Text" -> Gesprochener Text /\ >Text< -> Gedachter Text