Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Krake

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Der SĂĽdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Antworten
Benutzeravatar
Leopold von Ghena
Herzog
Beiträge: 41
Registriert: Mi 1. Apr 2015, 10:40

Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Krake

#1

Beitrag von Leopold von Ghena » Fr 22. Jul 2016, 18:44

Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons
– Team Schwarze Krake -


Prolog

„Er soll eintreten.“ Herzog Leopold von Ghena hob den Kopf vom Okularmikrometer, mit dem er gerade einen vielversprechenden Rubin analysiert hatte und widmete seine Aufmerksamkeit dem schüchtern hereingeschobenen Kopf.
„Was ist Sein Anliegen, Vivali?“
„Eure Durchlauch, es geht um die Freiwilligen für die Expedition.“
„Trete Er endlich ein. Und schließe Er die Tür hinter sich!“
Während der Herzog es sich in dem dunkelrot gepolsteren Stuhl, der zum übrigen prunkvollen Inventar seiner privaten Werkstatt passte, bequem niederließ, musste der Bote stehen. Es handelte sich um einen naridischen Frostalb, der von oben bis unten mit schwarzen Edelsteinen behangen war, die es ihm ermöglichten, bei den Temperaturen seiner neuen Wahlheimat zu überleben. Der hauchdünne, graue Mantel mit der Kapuze umhüllte ihn wie Nebel und half ihm, die Sonne auf Abstand zu seiner empfindlichen Haut zu halten.
„Es … sieht weniger optimistisch aus, als ich euch gern mitteilen würde Herr“, begann er. Die hinter den Schatten der schweren roten Kapuze unsichtbare Gestalt blieb regungslos. Vivali schluckte. „Wie es aussieht, fühlen sich die meisten Abenteuerlustigen eher von den falschen Versprechungen des Kaisho-Abschaums angezogen. Wir haben so gut wie überhaupt keine Freiwilligen zusammentrommeln können.“
„Dann erhöhe Er doch einfach die angepriesene Belohnung! Als ob wir es uns nicht leisten könnten. Die Exporte über See laufen gut.“
„Ich kann es versuchen, Herr. Doch ich fürchte, dazu ist es zu spät.“
„Was meint Er damit?“ Die Stimme des Herzogs klang lauernd.
„Ich … die, die Kaisho-Expedition sta-startet bald! Ihre Vorbereitungen sind schon fast vollendet! Unsere Späher melden, da-dass sie bereits mehr als dreißig Männer und Frauen engagiert haben. Teilweise von hohem Rang und Ansehen. Oberst Nassik persönlich soll die Expedition leiten. Er hat eine große Anzahl Soldaten und Söldnern in seinem Gefolge, dazu Ärzte, Köche, diverse Handwerker, Wissenschaftler und -“
„Das reicht!“ Leopold hob die behandschuhte Hand. An jedem Finger glitzerte mindestens ein auffälliger Ring, an manchen auch mehrere. „Mit wievielen Freiwilligen können wir rechnen?“
Die Stimme des Frostalben senkte sich, so dass sie kaum noch zu verstehen war. „Vielleicht mit einer handvoll … wir … es zeichnet sich ab, dass wir nicht sehr viel Auswahl haben werden. Offenbar müssen wir nehmen, was wir kriegen können – oder die Expedition womöglich abbrechen.“
„Ist Er wankelmütig?“
„Nein, Herr.“
„Ist Er ein Feigling, der die Hose voll hat?“
„Nein, Herr.“
„Gehört er an den Galgen?“
„Nein, Herr! Keineswegs!“
Leopold nickte grimmig. „Dann beweise Er es. Beweise Er mir seine Tapferkeit und Treue. Er, Vivali, wird seine magischen Künste unserer Expedition zur Verfügung stellen.“ Die bläuliche Unterlippe des Frostalbs zitterte. Der Herzog fuhr ungerührt fort: „Er wird den Expeditionsleiter nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen, ohne Rücksicht auf sich selbst.“ Leopold ging zu seinem Arbeitstisch und ergänzte die Liste, die dort lag, um einen Namen. „Bereite Er sich vor, so lange Ihm noch die Zeit bleibt. Der Anführer der Expedition wird fortan Sein direkter Vorgesetzter sein. Er hat sich dessen Willen bedingungslos zu beugen, auch wenn er Ihm befehlen sollte, sich das eigene dreckige Herz herauszureißen. Seine Schuld ist noch nicht beglichen, Vivali, erinnere Er sich stets daran. Es zu vergessen, würde bös für Ihn enden.“
Vivali verneigte sich. Seine zahllosen Steinkettchen klapperten, so sehr zitterte er. Verärgert schickte Leopold ihn hinaus. Er konnte Vivali nicht ausstehen. Er betrachtete die Liste, an der er gearbeitet hatte, bevor der neugelieferte Rubin ihn mit süßer Stimme zu sich gerufen hatte:

Team Schwarze Krake


Expeditionsleiter und Navigator:
Seiner Durchlaucht bekannt.

Kundschafter:
Terc von den Brandeln, DĂĽsterling.

Koch:
Nox Nebelkrähe, naridischer Harpyr

Arzt:
Donwolf Tatterwatter, naridischer Almane

Geleitschutz:
Firxas, Tiefling

Mädchen für alles:
Vivali Schattentänzer, naridischer Frostalb

Freiwillige:
Der letzte leere Punkt stach ihm wie ein reibendes Sandkorn ins Auge. Der unglĂĽckliche Vivali verteilte derweil mit zitternden Fingern maschinell hergestellte Kopien an die verlotterten Deserteure der venthroischen Greifenreiter, die sie ĂĽberall in Asamura verteilten.

Erhöhung der Belohnung!

Jeder, der an der Expedition zum Herzen Tasmerons teilnimmt und mit dem Anführer zusammen zurück zur Oberfläche kehrt, erhält eine eigene Burg auf naridischem Territorium und das Startkapital von zwölf Monatslöhnen! Wer allein zurückkehrt, erhält nichts.

Meldet euch am Morgen nach dem nächsten Neumond beim ersten Hahnenschrei zum Eignungstest am Galgenberg der Festung Vellingrat.

Im Namen seiner Durchlaucht, des Herzog Leopold von Ghena
Wer noch eintrudeln mochte oder nicht, wĂĽrde sich zeigen. Doch Vivali machte sich wenig Hoffnung. BetrĂĽbt schlich er nach Hause in seine Wohnregentonne, um sich auf seinen bevorstehenden Tod vorzubereiten.

Benutzeravatar
Erzähler
NPC
Beiträge: 82
Registriert: Mi 25. Mär 2015, 19:50

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#2

Beitrag von Erzähler » Sa 23. Jul 2016, 13:00

Die Sonne verbarg sich noch hinter dem Horizont. Ein schmutziger lila Streifen kündete davon, dass die Nacht bald weichen musste, die Sterne verblassten und von den drei großen Seen im Süden stieg dichter Nebel empor. Vivali hatte seinen dünnen grauen Mantel mit den Ärmeln um die dürre Hüfte geknotet und genoss die Kühle auf seinen nackten Armen. Er trug ein ärmelloses, schäbig aussehendes Oberteil und eine ausgeleierte Hose, die bis unter die Knie reichte. Seine Füße waren nackt, seine ausgetretenen Wildlederschuhe standen abseits auf einem Stein. Die winzigen Dunkelsteine, die er an dünnen Lederschnüren um Hals, Oberarmen, Handgelenken, Hüfte und Fußgelenken trug sorgten zwar dafür, dass er die Temperaturen fern des Nordens am Tage überstehen konnte, doch wirklich wohl fühlte er sich nur in der Kälte der Dunkelheit, die sich mit dem Verschwinden der Sonne auf das Land senkte. Der Galgenberg der Festung Vellingrat befand sich ein gutes Stück außerhalb der mächtigen Anlage. Der Galgen, ein im Viereck angeordnetes Gerüst für mehrere Schlingen, war Malgorion sei Dank nicht belegt, doch auf den auf Pfählen steckenden Wagenrädern an allen vier Ecken des Schafotts vermutete Vivali hingerichtete Kriegsgefangene aus Evalon. Er wagte nicht, zu ihnen hinaufzublicken, um sich zu vergewissern. Außer ihm war noch niemand hier. Rastlos umkreiste er den gemauerten Quader, auf dem sich das Blutgerüst befand, während er auf den Expeditionsleiter wartete und auf die Freiwilligen, die hoffentlich bald hier eintreffen würden, um das klägliche Trüppchen zu verstärken. Er beneidete die Expedition des Kaisho-Abkommens, die es sich mit einem riesigen Tross und gewaltigen Bergen an Vorräten unter der Oberfläche gut gehen lassen würde, während seine Reise vermutlich ein blanker Rakshorsritt werden würde. Er hatte seine Zweifel daran, dass auch nur ein einziger Teilnehmer des Teams Schwarze Krake je wieder zur Oberfläche zurückkehren würde, aber die Expedition laut in Frage zu stellen würde er kein zweites Mal wagen.

Vivali hielt inne. Auf dem getrampelten Weg, der von der Festung zum Galgenberg führte, glaubte er, eine oder mehrere Gestalten zu erkennen. Ein dünner roter Streifen zeichnete sich im Osten ab. In Vellingrat krähte der erste Hahn. Der Frostalb schickte ein stummes Gebet zu Malgorion, während er auf die Ankunft der Neuankömmlinge wartete.

Benutzeravatar
Lacrima Dal'danil
Zweitcharakter
Beiträge: 33
Registriert: Mo 16. Mär 2015, 16:29
Volk: Vampir

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#3

Beitrag von Lacrima Dal'danil » Sa 23. Jul 2016, 17:32

Ihr Blick huschte zu der Wolkenbank welche sich zwischen die Erde und die aufgehende Sonne drängte und Alles noch in ein dämmriges Licht hüllte.
Wieso hatte sie nochmal sich entschieden mitzugehen? Es war mehr als nur eine verrückte Idee. Sie sollte eindeutig nach Jaro schicken, eine Kutsche würde das ganze erträglicher machen.
Besser noch, sie hätte gleich mit Kutsche anreisen sollen.

Sie seufzte genervt auf und wurde im nächsten Moment durch einen Stoß aus ihren Gedanken gerissen. Missbilligend warf sie dem Fremden welcher sie angerempelt hatte einen Blick zu, doch der Verhüllte blieb nicht mal einen Augenblick stehen. Die Lady rollte kurz mit den Augen und beließ es ausnahmsweise dabei während sie den Weg endlich hinter sich brachte.

Vor ihr erhob sich ein steinernes Schafott mit einem Galgen. Irritiert blieb sie einen Moment stehen bevor sie sich wieder an den Namen des Berges erinnerte. KopfschĂĽttelnd zog sie ihre Kapuze wieder zurcht und ging weiter.
Der steinerene Schafott bot einen guten groĂźzĂĽgigen Schatten, das wĂĽrde ihr definitv eine Hilfe sein falls die Wolkenbank sich verzog.

Nun ruhte der Blick der Lady auf einer dürren Gestalt. Sie selbst war in einen langen dunklen Mantel von edel wirkendem Stoff gehüllt, darunter mochte man ein wenig des roten Stoffes ihres Kleides erkennen. Das Gesicht unter der Kapuze, zwar schattig gehalten aber für nahe Leute erkennbar musterte Vivali unverholen mit einem leicht überheblich wirkenden Blick. Wie konnte sie auch nicht, der Elf war schäbig gekleidet und Lacrima hatte viel erwartet aber das nicht.

"Ich hoffe nicht das du der Expeditionsleiter bist, sonst wird das mit der Burg ein wenig kompliziert scheint mir. WObei die Burg ohnehin recht lächerlich ist."


Lacrimas Stimme hatte zwar den Hauch von Arroganz welche sie sich in ihrer Position erlauben konnte aber sonst war sie eher ruhig und nur von dem typischen Klang welchen die meisten Lebenden als sehr anziehend empfanden.

Noch immer lag ihr Blick musternd auf Vivali aber immerhin nicht mehr von oben herab sondern entspannter schon fast etwas gleichwertiger.

Benutzeravatar
Erzähler
NPC
Beiträge: 82
Registriert: Mi 25. Mär 2015, 19:50

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#4

Beitrag von Erzähler » Sa 23. Jul 2016, 19:58

Vivali fielen fast die blauen Augen aus dem leichenblassen Gesicht. Vor ihm stand eine Dame von Welt und was für eine. Sofort fühlte er sich schäbig. Und hässlich. Ungefähr genauso schäbig und hässlich, wie wenn er den Botenjunge für den launischen Herzog spielen musste, der ihn nur zu gern als Blitzableiter benutzte. Nicht, dass es nicht gerechtfertigt war in Anbetracht von Vivalis Vergangenheit.

"Mei-meine Dame", sprach er und verneigte sich. Man sah auch durch das Oberteil jeden einzelnen Wirbel seines knochigen Rückens. Am liebsten wäre er in dieser schutzverheißenden Position geblieben, mit der man eigentlich nichts falsch machen konnte, doch er zwang sich, wieder eine mehr oder weniger aufrechte Haltung einzunehmen. Sein Oberteil hing nun fürchterlich schief und warf unvorteilhafte Falten. "Ich, ich, mein Name ist Vivali Schattentänzer. Mitnichten bin, bin ich der Leiter der Expedition. Nur ein einfacher Gehilfe. Der Leiter is-ist ..." er rollte das Pergament auf und sein Gesicht wurde unglücklich "... dem Herzog bekannt. Aber nicht mir. Vielleicht kommt er - oder sie? schon da hinten?"

Weitere Personen näherten sich in der Ferne.

"Mit wem, wem habe ich die Ehre, Mylady?"

Benutzeravatar
Lacrima Dal'danil
Zweitcharakter
Beiträge: 33
Registriert: Mo 16. Mär 2015, 16:29
Volk: Vampir

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#5

Beitrag von Lacrima Dal'danil » Sa 23. Jul 2016, 20:14

Lacrima rümpfte die Nase. Da hielt es der feine Herr nicht mal für nötig seinen Hintern selbst hier her zu bewegen und schickte offenbar seinen...schäbigsten Diener. Oder wie sonst sollte man erklären das dieser Elf nicht nur schäbig angekleidet sondern auch spindeldürr war.
Und offenbar kaum etwas wuĂźte, konnte er nichtmal den Expedition Leiter benennen.

Sie seufzte genervt auf und wande sich um, um die sich nähernden Personen anzusehen. Nebenbei stellte sie sich kurz vor, nicht ohne gleich erneut eine Frage an Vivali zu richten. Während sie den Blick weiter auf den sich nährenden Gestalten ruhen ließ.

"Lacrima Valerie, Landgräfin...mehr ist im Moment nicht von Belang.
Mich wĂĽrde mehr interessieren was Jemand eurer Art hier macht, und dann auch noch als Diener."

Benutzeravatar
Schrulla die Zwiebelhex
Zweitcharakter
Beiträge: 14
Registriert: Fr 22. Apr 2016, 19:16
Volk: Rakshanerin
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#6

Beitrag von Schrulla die Zwiebelhex » Sa 23. Jul 2016, 20:22

Beinahe schien es so, als könnte Schrulla riechen, wenn sich ihr eine gute Gelegenheit bot. Zufrieden trieb sie ihre alte Hyäne an, welche in einen holprigen Trott übersetzte.
Auch wenn die Hexe immer mit gebeugtem Rücken herumlief; sobald sie auf ihrer treuen Gefährtin sass, wirkte sie stolz und erhaben wie eine Königin.

Ihr Mausezähnchen war beinahe so gross wie ein Pferd, hatte ein zerzaustes braun-schwarz gepunktetes Fell und dunkle Augen, die jeden Fremden heimtückisch musterten. Die von Kämpfen eingerissenen Ohren und das gefährliche Gebiss rundeten den Anblick von dem rakshanischen Reittier ab. Doch das Vieh war ausdauernd, trittsicher, ein geduldiger Zuhörer und ein fabelhafter Beschützer. Und ausserdem hielt sie der Hexe die nervtötetenden Kinder vom Leib mit ihren dämlichen Fragen.
Zufrieden tätschelte Schrulla der Hyäne den Hals, als der Galgenhügel in Sichtweite kam.

„Bald gibt’s wieder was zu tun für uns! Siehste die Leut da obn? Die wolln irgend so ne Reis unternehmn...in den Mittelpunkt der Erde. Pah, dass ich nicht lach! Aber was solls, denen werdn wir jetzt n paar kräftigende Tränke und Amulette andrehn!“, erklärte die Rakshanerin dem Tier mit einem zufriedenen Grinsen, das ihre charmante Zahnlücke zum Vorschein brachte.
Als sie den Hügel erreichten, steuerte sie direkt auf den mächtigen Quader zu.
„Lass mich runter, du räudige Zwiebl!“, knurrte Schrulla ihrer Hyäne zu, welche sich unbeeindruckt von den harschen Worten der Hexe auf den Boden legte, damit die Alte von ihrem Rücken rutschen konnte, der mit einem extra angefertigten Sattel bestückt war, an dem unzählige Säcklein und Taschen baumelten, die mit Reagenzien, Kräutern, Amuletten, Phiolen und anderem Krimskrams gefüllt waren. Auch Reiseproviant war vorhanden, sowie eine wärmende Decke, eine Wasserflasche und alles, was man so brauchte, wenn man als Zigeunerin lebte.

Auch die Zwiebelhex war mit Beuteln behängt, welche von getrocknetem Korgoxmist bis hin zu duftendem Lavendel alles Mögliche enthalten konnten.
Schrulla zog sich die Kapuze ihres Reisemantels vom Kopf und enthüllte dunkelsilbrige strähnige Haare, welche sie zu einem losen Knoten hochgesteckt hatte. Zwei stumpfe Hörner hoben sich deutlich daraus hervor und ihre stechend grünen Augen suchten rasch die versammelten Wesen nach möglichen Käufern für ihre Waren ab. Auch die Zwiebelkette um ihren Hals schien plötzlich Augen zu haben, doch vielleicht mochte dieser Eindruck auch nur täuschen.

Die elegante Lady, welche sich gerade zu einem lumpigen Kerl gesellte wirkte nicht so, als müsste sie ihre Dienste in Anspruch nehmen. Sie stand aufrecht und als ihre Stimme erklang, meinte Schrulla einen Hauch von Arroganz wahrzunehmen. Verächtlich verzog die Hex das Gesicht. Dieses Persönchen hielt sich wohl für etwas Besseres. Doch das alte Weiblein vermochte die stolze Gestalt nicht recht einzuordnen. Vielleicht ne Magierin…
„Aber auch die mächtigstn Krieger kamn schon auf Knien angekrochn, wenn ihre Liebst sie für nen andren verlassn hatt!“, brummte die Alte. Sie hatte bereits zu viel gesehen, um an Perfektionismus zu glauben.
Ihr Blick glitt zu dem Kerl hin, der irgendwie verloren wirkte.
Vielleicht könnte sie dem ja einen ihrer Tränke anbieten? Etwas Frohsinn würde ihm vermutlich nicht schaden.
Doch er wirkte nicht so, als wäre er im Stande, ihre Dienste zu begleichen.

So raffte Schrulla ihre braunen und grünen Röcke, und begann ächzend und fluchend den Quader über eine in den Stein gehauene Treppe zu erklimmen.
„Vermaledeite Rücknschmerzn!“, jammerte sie und hielt inne, um sich die Hände ins Kreuz zu stemmen.
Dann jedoch wandte sie sich um und beorderte ihre Hyäne heran, um einige der Fläschchen und Amulette von deren Rücken zu packen und vor sich auszubreiten.
Dass ĂĽber ihrem Kopf die zerfledderten Leichen von kreischenden Raben umflogen wurden, scherte sie keineswegs.
Die beiden Anwesenden beachtete sie nicht weiter. Bald wĂĽrden die ersten richtigen Kunden eintreffen, und diese galt es mit der Vielfalt ihrer einzigartigen Waren zu beeindrucken!

Benutzeravatar
Mummenschanz
Zweitcharakter
Beiträge: 17
Registriert: Mi 20. Jul 2016, 16:42

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#7

Beitrag von Mummenschanz » Sa 23. Jul 2016, 20:44

Plötzlich stand er da, schien einfach aus dem Boden gewachsen zu sein. Niemand konnte sich erklären, woher er so unvermittelt gekommen war, doch jeder der Anwesenden hatte vermutlich sein eigenes Arsenal an Vermutungen.

"Verehrte Damen", er nickte nacheinander zuerst der Älteren, dann der Jüngern zu, "mein Herr", er grüßte den Frostalben, "ich bin der Leiter unserer Expedition." Er ließ ihnen genügend Zeit, seine sicher gewöhnungsbedürftige Erscheinung zu betrachten. Seine Größe und Statur waren durchschnittlich, vielleicht ein wenig darunter. Sicher niemand, den man ein zweites Mal angesehen hätte, wäre er ohne seine ausdruckslose weiße Maske unterwegs gewesen, die aus hauchdünnem Marmor bestand. Dazu trug er eine schwarze, hüftlange Kapuzenjacke und eine dunkle Hose aus robustem Stoff und schwere Marschstiefel. Seine Finger waren ebenfalls dunkel behandschuht, so dass im Endeffekt kein Quadratzentimeter seiner Haut zu sehen war. "Aus Gründen der Diskretion - immerhin bin ich unmittelbarer Vertrauter des Herzogs - möchte ich mich Ihnen nicht unmaskiert zeigen. Sie dürfen mich hinter meinem Rücken Mummenschanz nennen, doch wenn ich es hören kann, wünsche ich, von Ihnen mit Herr Expeditionsleiter angesprochen zu werden. Nun denn, seien Sie bitte so gut und verraten mir, wie ich Sie jeweils nennen darf und welche Rolle Sie in der Expedition einzunehmen gedenken."

Sein Kopf drehte sich zuerst in Richtung des verlotterten Frostalben. Der schien einen Moment in Überlegungen zu versinken, ehe er plötzlich enthusiastisch ausrief: "Ich bin Vivali Schattentänzer, herzoglicher Ingenieur! Lasst Euch nicht von meinem Erscheinungsbild täuschen. Ich wollte nicht meine besten Sachen opfern."
"Und ich fĂĽrchtete schon, der Herzog lieĂźe uns ohne fachkundigen Handwerker die Apparaturen erforschen." Mummenschanz nickte wohlwollend. "Und die anderen?"
Er wartete, bis jeder der Anwesenden eine Gelegenheit gehabt hatte, sich vorzustellen.
Ich war, ich bin und ich werde sein.

Benutzeravatar
Lacrima Dal'danil
Zweitcharakter
Beiträge: 33
Registriert: Mo 16. Mär 2015, 16:29
Volk: Vampir

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#8

Beitrag von Lacrima Dal'danil » Sa 23. Jul 2016, 21:08

Sie wußte nicht was sie schlimmer finden sollte. Diese Alte welche ohne ihren Köter womöglich nach den ersten Metern zusammen brechen würde, der Elf, welcher auch aussah als würde er gleich zusammen brechen oder das diese unhöffliche Fremde einfach so erschien und sich dann noch als Expeditionsleiter ausgab.


"Das ist ein schlechter Scherz"

Entfuhr es ihr und sie lachte kurz spöttisch auf.

"Wenn sie auch nur annährend etwas Höfflichkeit erwarten dann schulden sie mir noch eine Entschuldigung. Und versuchen sie gar nicht so zu tun als wüßten sie nicht wovon ich sprechen.
AUĂźer sie sind nebenbei noch blind gewurden. Oder es rennen noch mehr mit Masken hier herum."


Die Lady strich sich eine ihrer dunklen Haarsträhnen aus dem Gesicht und betrachtete Mummenschanz abschätzig.

"Lacrima Valerie, Landgräfin...Mehr ist im Moment nciht von Belang. Aber solltet ihr wirklich erwarten das ich euch nicht mit Mummenschanz anspreche dann wäre es sinnvoll ihr würdet euch einen anderen Namen zulegen. Herr Expeditionsleiter ist ja wohl allenfalls ein schlechter Scherz."


Lacrima murmelte noch etwas unverständliches und ließ ihren Blick flüchtig über die Anwesenden schweifen. Das sah mehr nach einem Spaziergang in die nächste Suppenküche aus, als nach einer Expedition.
SIe hoffte nur das hinter den Personen mehr steckte als nach was sie aussahen. Ihr war bewußt das man seinen Gegenüber besser nicht unterschätzte, nur deshalb hat sie es sich verkniffen laut dazu zu äußern. Sollte die Anwesenden aber wirklich nur das sein nach was sie aussahen hoffte sie das wenigstens dieser Mummenschanz und der Köter des Tieflingsweib kämpfen konnte. Die Alte könnte vieleicht als Heilerin fungieren, und der Elf...nun er hatte ja bereits gesagt was er konnte.


"Ich werde euch vermutlich im Kampf beistehen, mir scheint das wir dies nötig haben, allenfalls kann ich noch als Späher fungieren."

Diesmal war kein Hauch von Arroganz in ihrer Stimme nur Ernst und ihre ĂĽbliche Ruhe und wie ĂĽblich dieser Klang der die meisten Sterblichen ihrer Anziehungskraft verfallen lieĂź. mehr oder weniger.

Benutzeravatar
Farrinur Hraunar
Zweitcharakter
Beiträge: 28
Registriert: Mi 3. Feb 2016, 14:54
Volk: Farisin
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#9

Beitrag von Farrinur Hraunar » Sa 23. Jul 2016, 21:16

Der hochgewachsene junge Mann beeilte sich so sehr er konnte. Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten ihn bereits an der Nase, doch der Galgenberg schien noch Meilenweit von ihm entfernt zu sein.
Er verfluchte sich im Stillen selbst, denn eigentlich hätte sein Auftritt ein ganz anderer sein sollen. Mit stolz geschwellter Brust und einem milden Lächeln hätte er sich zum Expeditionsleiter begeben, und seine Dienste ehrenhaft zur Verfügung gestellt.
Stattdessen würde er nun laut hechelnd und verschwitzt als Letzter eintrudeln – was für eine Schmach!

Dabei war dies die Gelegenheit, endlich einmal zu beweisen, dass er nicht ganz so unfähig war. Der Greif Dargo hatte ihn in diesem Glauben bestärkt und ihm Mut gemacht. Dank ihm hatte Farrinur die Courage erlangt, seine Magie wieder zu benutzen. Auch wenn noch mit sehr viel Vorsicht und angekokelten Haaren.

Als er am Vortag auf einen der Aushänge gestossen war, hatte er die Gelegenheit beim Schopf gepackt!
Ruhm und Ehre wollte er erlangen, und wenn er tatsächlich eine Burg bekommen sollte, würde er sie mit Wissen und Leben füllen. Eine ganze Bibliothek wollte er sich anheimsen und dazu unterschiedlichste Lebewesen, welche er beobachten und erforschen konnte.
Für den Anfang würde es auch ein einfaches Haustier tun… schliesslich war der Farisin ein richtiger Tiernarr.

Seine bevorstehende Reise hatte er feiern wollen und hatte sich in die nahe Schenke begeben. Leider war er nicht gerade trinkfest und wurde beim HĂĽtchenspiel ĂĽber den Tisch gezogen.
Als er morgens mit brummendem Schädel unter einem der Eichentische erwachte, hatte er nur noch seine Kleidung am Leib. Sein Geldbeutel und sein Schwert hatten sich in Luft aufgelöst.
Glücklicherweise hatte er am Vortag für die Expedition neue Kleidung aufgetrieben, denn mit seinen russgeschwärzten Klamotten hätte er keinen guten Eindruck hinterlassen. Auch sein Bogen und sein Dolch hatten ihn in seinem Schlafgemach erwartet, das er sich überflüssigerweise gemietet hatte.
Doch dies alles wäre nun hinfällig, wenn er den Anschluss verpasste!

Im Laufschritt stolperte Farrinur endlich den Hügelkamm hinauf. Seine bordeauxfarbene Haut glänzte vor Schweiss und seine kurzen schwarzen Haare standen in alle Richtungen von seinem Haupt ab.
Seine ausdrucksstarken Augen schienen vor Erregung zu glühen, was normalerweise auf einen seiner Gefühlsausbrüche hindeutete. Heute war es jedoch seinem Eifer geschuldet, der auch auf seinen markanten Gesichtszügen zu erkennen war. Auf dem Rücken schaukelte sein Bogen samt Köcher unruhig umher, während der Dolch in der ledernen Scheide an seiner Seite feststeckte.

Schwer atmend schlitterte er Mitten in die Gruppe hinein und kam keuchend zum Stehen. Seine Brust hob und senkte sich schwer, während das leichte Hemd an seinem Körper klebte.
"Mein Name ist Farrinur Hraunar und ich melde mich zum Dienst", stiess er bemĂĽht locker hervor, was ihm jedoch redlich misslang.
Bin ich zu spät? Schien sein unruhiger Blick zu fragen, während er verunsichert zwischen den Anwesenden umherhuschte.

Benutzeravatar
Schrulla die Zwiebelhex
Zweitcharakter
Beiträge: 14
Registriert: Fr 22. Apr 2016, 19:16
Volk: Rakshanerin
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons - Team Schwarze Kra

#10

Beitrag von Schrulla die Zwiebelhex » So 24. Jul 2016, 13:20

Schrulla war verärgert. Sie hatte erwartet, dass diese sogenannte Expedition von der sie gelesen hatte, einen weitaus grösseren Andrang auslösen würde. Doch noch immer bestand das Duo aus dem lottrigen Frostalb, der sich nun als einfacher Gehilfe herausgestellt hatte und aus der kühlen Landgräfin.
Vermutlich vergeudete sie hier nur ihre Zeit. Womöglich hätte sie doch dem Ruf der Kaishos folgen sollen, angeblich trudelten dort massenhaft Bewerber ein. Doch Ordnung war nicht so ihre Stärke.

Erst als die Hyäne misstrauisch knurrte und der Maskierte plötzlich in Mitten der kleinen Gruppe auftauchte, war ihr Interesse aufs Neue geweckt.
Seltsame Erscheinungen faszinierten sie und ungeniert liess sie den Blick über die vermummte Gestalt gleiten. Mummenschanz. Sie würde sich den Namen sowieso nicht einprägen können.
Nachdem Lady Valerie sich vorgestellt hatte, ruhte der Blick aller Anwesenden auf Schrulla.

„Nene, so weit kommt´s grad noch!“, winkte sie verächtlich ab.
„Ich bin zu alt für son Schmarrn. Was soll ich unter der Erde, meine Käufer habn sich nunmal aufm Erdrückn angesiedelt!"
Trotzdem fĂĽhlte sie sich bemĂĽssigt, sich vorzustellen, denn sie hatte beschlossen, ihre Waren der Neuerscheinung anzupreisen.
„Mein Name ist Schrulla. Oder auch Zwieblhex, wie Ihr wünscht. Ich würd Euch gern meine Sude und Amulette zum Kauf anbietn, werter Herr. Von Kräftigungstränkn, über Heil- und Gifttränke bis hin zu Flüssigkeitn, die Euern Orientierungssinn stärkn, ist alles vorhandn. Auch die Amulette sind net ohne! Damit könnt ihr im Dunkeln sehn, Gefahrn riechn, oder Wasserquelln aufspürn, je nach Wunsch.
Einige einfachre Amulette hab ich immer im Sortiment, speziellere oder personenbezogne müsst ich Euch herstelln.“


Schrulla entblösste ihr Zahnlücken Lächeln. Vieles hatte sie ihm verschwiegen, doch ihre kleinen Tricks müsste sie ihm ja nicht unter die Nase reiben. Die meisten Amulette mussten immer wieder erneuert werden, um die Magie darin zu erhalten. Nur aussergewöhnliche Artefakte vermochten den Zauber über viele Jahre in sich zu halten. Oder ein langwieriges Ritual, dafür war Schrulla jedoch nicht bereit, denn vermutlich würde sie diese Kunden sowieso niemals wiedersehen. Doch immerhin funktionierten ihre Artefakte tatsächlich und waren nicht blosse Einbildung. In jedem steckte ein Funke Magie – jedoch nie ohne gewisse Nebenwirkungen.
Im Gegensatz zu ihren Tränken. Magie war darin keine vorhanden, doch die Zwiebelhex kannte sich mit Wirkungen von Pflanzen aus, weshalb manche Sude tatsächlich aphrodisierende oder schwächende Wirkungen besassen. Manchmal reichte aber auch schon eine Zwiebelsuppe aus, um die Leute in ihrem Aberglauben zu bestärken.

Gerade als sie einige ihrer Amulette hervorkramen wollte, um sie dem Fremden anzupreisen, stolperte ein weiterer möglicher Interessent in die Gruppe. Prustend kam er zum Stehen und stellte sich auch gleich vor. Sein Aussehen deutete auf einen Farisin hin, doch die Hexe hielt die Klappe.
Erstaunt bemerkte sie hingegen die Reaktion von ihrem Mausezähnchen auf den Neuankömmling. Interessiert hielt diese ihre sensible Nase in den Wind, um den Geruch des jungen Mannes aufzufangen. Das war neu. Ansonsten schnappte sie lieber nach allem, was ihr zu nahe kam.
Auch die Zwiebelkette um ihren Hals schien in Bewegung zu geraten, wurde von Schrulla jedoch mit einem unhörbaren Befehl zur Ruhe gebracht.
Viele Leute waren keine Liebhaber von Spinnen und die Anziehung der Hexe auf diese Wesen sollte ihr heute nicht die Kundschaft vergraulen.

Antworten