Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

Zwischen den Urwäldern erheben sich die Ruinen gefallener Hochkulturen. Die Goblins haben nicht umsonst ihr Land um diese alten Bauwerke herum gefestigt, denn in den Kellern vermutet so manch einer mehr als nur altes Gestein.
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Rósa vom Wolfsclan

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#71

Beitrag von Rósa vom Wolfsclan » Mi 25. Jan 2017, 09:37

Lysa hatte Seweryn aufmerksam gelauscht, als er ihr eine Geschichte erzählte, die er selbst erlebt hatte. Und genauso, wie sie sich zuvor darüber empörte, dass Niemand hungern sollte, entrüstete sie sich nun über die Leute, welche ihren Freund an der Nase herumführen wollten.
Sein Versprechen, dass sie zusammen Kochen würden, liess ihre Augen wieder strahlen und dass er ihr sogar erlaubte, das Feuer auf ihre Art heiss zu machen, freute sie noch mehr.
„Wir sagen ihnen einfach, sie sollen Holz sammeln gehen und währen sie suchen, können wir schon anfangen zu kochen!“, plante sie bereits voller Elan und wäre am liebsten direkt vom Pferd gesprungen, um die Rast vorzuverlegen.
Lysa hatte den beiden Männern ebenfalls zugehört.
„Müssen wir dann zuerst noch auf die Jagd gehen, um an das Frischfleisch zu kommen?“, fragte sie unschuldig in die Runde, denn auf dem Markt hatten sie vor allem Trockenfleisch und einige Würste eingekauft, die auch etwas länger gut blieben.
Die Wolken behagten der Kleinen nicht so ganz. Einerseits mochte sie zwar den Regen, gleichzeitig fürchtete sie sich aber auch vor Blitz und Donner. Wenn der Himmel einem über den Köpfen einzubrechen drohte, hatte dies etwas Beängstigendes für das Kind. Misstrauisch beäugte sie deswegen die Wolkenberge und hoffte, dass sie bald einen sicheren Unterschlupf erreichen würden.

Als Lysa und Seweryn mit ihrem Moldi ein Stück vor ihnen herritten, wandte sich Rósa zu Jeelen um.
"Noch einmal wegen der Sache in der Stadt. Ich weiss, wie gewieft die Kleine sein kann und ich bin froh, dass Du sie mir heil wieder gebracht hast. Trotzdem wäre ich glücklich darüber, beim nächsten Mal zu wissen, wo sie ist und nicht erfahren zu müssen, dass sie anständige Leute bestiehlt. Und beim nächsten Mal, lass Dich nicht von ihr um den Finger wickeln! Sie wirkt zwar unschuldig und lieb, aber das Mädel ist gerissen wie ein Goblin", sie grinste ihn nun an.
Rósa war schliesslich damit einverstanden, ihr Ziel auf Shohiro zu verlegen. Was sie hörte, gefiel ihr. Bei seiner Frage nach der Schulausbildung von Lysa zögerte sie einen Moment.
Doch Lysa hatte seine Frage ebenfalls gehört.
„Ich will den Menschen helfen“, begann sie zu reden, „ich möchte Heilerin werden. Oder etwas mit Tieren wäre auch schön. Aber lernt man in der Schule auch Kochen und Schneidern und Jagen? Das muss eine Norkara-Frau alles auch können!“
Rósa grinste. Tatsächlich waren die Frauen in ihrem Dorf sehr vielfältig einsetzbar. Sie wurden nicht nur im Haushalt gebraucht, sondern mussten auch handwerkliche Tätigkeiten erlernen oder gingen mit auf die Jagd oder halfen zumindest beim Häuten der erlegten Beute.
„Das wirst du auch alles noch lernen Lysa. Und wenn sie es Dir nicht in der Schule beibringen, dann werde ich das tun, keine Angst.“
„Warst Du gar nicht in der Schule Jeelen? Hast Du nie Lesen und Schreiben gelernt?“, fragte da Lysa erstaunt.
Sie selbst hatte gerade so die ersten Schreib-, Lese- und Rechenaufgaben hinter sich gebracht, als sie auch schon aus dem Dorf verreist waren.
„Vielleicht werde ich ja auch einmal Jägerin, wie Mamma“, mutmasste die Kleine dann weiter. Sie kannte bloss die Berufe, welches auch in ihrem Dorf gab, was ihre Auswahl jedoch sehr einschränkte.
„Oder ich will eine grosse Magierin werden wie Artok. Die konnte eine Stinkewolke aus dem Nichts erschaffen und mit ihren Gedanken die grossen Männer in die Knie zwingen!“, begeisterte sich da Lysa.
Rósa presste die Lippen aufeinander. Die Magie von Artok hatte ihr im Gegensatz zu Lysa nie so richtig behagt, da sie nicht mit den Elementen verbunden schien. Sie war widernatürlich, doch sie behielt ihre Gedanken für sich.

Sie waren bereits drei Stunden unterwegs, als aus dem Nichts ein Regenschauer losbrach. In der Ferne zuckten Blitze über den Himmel und in spätestens einer Stunde würde das ganze Ausmass des Gewitters über sie hereinbrechen. Lysa hatte sich eng an Seweryn gepresst und beobachtete ängstlich den Himmel, der immer wieder unheilvoll erleuchtet wurde.
„Ich mag keine Gewitter. Meinst du Segira ist böse, weil Jeelen und ich Mist gebaut haben in der Stadt?“, fragte die Kleine mit aufgerissenen Augen.

Rósa hielt unterdessen wie auch die anderen Ausschau nach einem Unterschlupf.
„Schaut einmal dort!“, rief sie plötzlich.
Etwas abseits der Strasse ragte der Umriss einer Hütte aus dem Boden empor – oder das, was davon übrig geblieben war. Es war mehr eine Ruine, wo die Mauerüberreste wie ein Gerippe aus dem Boden ragten. Der grösste Teil des Daches war zusammengestürzt, doch überall lagen auch noch Trümmerstücke herum, aus denen sie vielleicht behelfsmässig einen Unterschlupf basteln konnten. Ausserdem schirmten sie die Mauern gegen den gröbsten Wind ab.
„Was meint ihr? Oder lieber Richtung Wald?“
"Ich mag hier bleiben!", nuschelte Lysa und schob eine klatschnasse Strähne aus ihrem Gesicht.

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#72

Beitrag von Seweryn » Do 26. Jan 2017, 14:46

Lysa war von Seweryns Vorschlag sofort begeistert. Er war sich sicher, dass sie am liebsten sofort eine Rast gemacht hätte. "Guter Einfall, ich denke so können wir das machen."

Als sie nach einer Jagd auf Frischfleisch fragte musste Seweryn breit grinsen. "Ja, aber ich denke wir können noch etwas mit der nächsten Jagd warten.".
Schließlich lenkte Seweryn das Pferd wieder etwas weiter vor, den Himmel immer mal wieder im Auge behaltend.

Dann sprachen sie über ihre weitere Reise und was Lysa alles lernen wollte. Seweryn hielt sich dabei etwas bedeckt, auch gerade dann, als Lysa Jeelen nach seiner Schulzeit fragte. Er selbst hatte nie eine wirkliche Schule besucht und war mit seinem..."Grundwissen"...von Lesen und Rechnen bisher gut ausgekommen. Schulen waren sowieso eher was für Adelige oder besser betuchte und nichts für einen Söldner, fand Seweryn.
Etwas nachdenklich wurde Seweryn, als Lysa eine große Magierin werden wollte. Sie erzählte dabei von einer Person Namens Artok und von Fähigkeiten, die mit Gedanken zu tun hatten. Diese Sache war ihm etwas suspekt und er stellte sich vor, was für verrückte und gefährliche Fähigkeiten es wohl noch geben mochte. Nach einiger Zeit hatte sich Seweryn etwas in diesen düsteren Vorstellungen verfangen und versuchte daher den Gedanken beiseite zu schieben.

Die Stunden vergingen und plötzlich bekam Seweryn einen Tropfen ab. Er schaute auf seinen Handrücken, wo ihn der Tropfen getroffen hatte und anschließend nach oben. "Nicht ernsthaft jetzt, oder?", brummte er missmutig und dann passierte es auch schon. <Das wird bestimmt nicht nur ein Schauer.>, dachte er, als ihm das sich nähernde Gewitter auffiel. "Da kommt was auf uns zu...", murrte er über die Schulter hinweg zum Rest der Gruppe. Lysa schien Angst zu bekommen. <Och, bitte nicht.>, dachte Seweryn, als er die ängstlichen Blicke der sich an ihn pressenden Lysa bemerkte. Dann schossen ihre Blicke zu ihm hoch. „Ich mag keine Gewitter. Meinst du Segira ist böse, weil Jeelen und ich Mist gebaut haben in der Stadt?“ <Hätte nicht gedacht, dass die Kurze so ängstlich sein kann.>. Er war etwas erstaunt, schüttelte dann aber den Kopf. "Nein, Lysa.", Seweryn bemühte sich so beruhigend zu sprechen wie er nur konnte. "Ich bin mir sicher, dass das da vorne nichts mit euch zu tun hat. Das zieht bestimmt schnell wieder weg.". <Zumindest hoffe ich das...>. Auch seine Blicke suchten jetzt nach einem möglichen Unterschlupf.

Rósa sah schließlich eine Ruine. "Wir sollten uns das auf jeden Fall ansehen!", rief Seweryn etwas gegen den auffrischenden Wind an. "Den Wald sollten wir meiden, solange es geht! Bei Gewitter ist das kein sicherer Ort!". Lysa wäre am liebsten dort geblieben. "Hey, wir werden da bestimmt sicher sein.", redete Seweryn ihr gut zu. "Mitten auf dem Weg können wir nicht bleiben, hm?".

Die Gruppe näherte sich der Ruine. Viel Zeit für einen "Umbau" blieb nicht mehr. Ein Großteil des Daches war bereits eingestürzt. <Aber wenn man hier und da...>, Seweryn dachte einen Moment angestrengt nach. "Was meint ihr?", fragte er und drehte sich zu Rósa und Jeelen. Mittlerweile hatte er seinen Arm etwas fester um Lysa gelegt, da er hoffte sie so etwas beruhigen zu können. "Wenn wir den Teil da irgendwie hoch bekommen und abstützen können, dann haben wir vielleicht Glück. An der Ecke da hinten scheint die Mauer auch noch gut stabil zu sein.". Er zeigte auf die entsprechenden Stellen. Seweryn erinnerte sich an die Befestigungsarbeiten, als sie noch mit dem Heerlager umhergezogen waren. <Da hatten wir zumindest richtiges Werkzeug...>. "Wenn wir das Teil da vorne und das da drüben bewegen kriegen, dann könnten wir damit noch eine Art Wand bauen, versteht ihr?". Ein Blick huschte über die Schulter in Richtung Gewitter. "Und wenn, dann müssen wir uns beeilen! Im besten Fall können wir dann noch ein kleines Feuer anmachen, das uns warm hält!".

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#73

Beitrag von JEELEN » Do 26. Jan 2017, 16:12

"Doch ich hab Lesen und Schreiben gelernt Lysa, aber nicht in der Schule. Das hab ich später von Freunden gelernt. Ich habe meinen alten Beruf als Bergarbeiter aufgegeben und einen neuen gelernt.

Während meiner Lehre und noch eine ganze Zeit danach habe ich in einer Wohngemeinschaft mit Freunden gelebt, die mir alles beigebracht haben.
Vorher hab ich das nicht gebraucht, laut meinem Vater. Wobei so eine Einstellung Unsinn ist.

Mein Leitwolf, also mein Lehrer sagte mir mal, Wissen ist Macht.
Dich kann niemand um Deinen Sold oder Lohn betrügen, wenn Du Verträge nachlesen kannst. Und vor allem dann nicht, wenn Du Deinen Sold nachzählen kannst oder Prozente ausrechnen. Das soll nicht wichtig sein? Es ist wichtig.

Und ich habe einfach alles gelernt, was mich interessiert. Das hat mir mein Ausbilder so beigebracht. Egal wie unwichtig es Dir im Moment erscheint, wenn Du Spass dran hast lerne es. Es kann irgendwann mal wichtig sein, oder sogar Dein Leben retten. Falls nicht, hattest Du Spass.

Wenn Du Heilerin werden willst, frage ich einen Freund. Er ist Heiler. Er ist ein Goblin und sehr nett. Einer meiner alten Kumpel.

Nun zum Thema machen das Luft stinkt... dazu musst Du keine Magierin werden, es reicht einfach ein großer Bohneneintopf den Du aufisst. Dass mit der Luft passiert dann von ganz alleine", lachte Jeelen.

"Spaß beiseite Kleine. Magier kannst Du nicht einfach so werden Lysa. Ein weiterer Kumpel von damals ist Hexer. Oder Magier, nenn es wie Du willst.

Aber dafür musst Du geboren sein. So wie mir mein Kumpel das erklärt hat, nutzt ein Hexer die Lebensenergie der Natur, der Umgebung, anderer oder von sich selbst. Die von sich selbst wohl zuletzt. Aber die Sache ist die, jedes Lebewesen und jede Person hat diese Lebensenergie aber nur wenige Auserwählte haben die Möglichkeit diese zu benutzen, anzuzapfen und ihrem Willen zu unterwerfen.


Und man kann sehr viel mit dieser Gabe bewirken. Diese Form heißt Geistmagie. Ich weiß das nur, weil ich meinen Kumpel damals Löcher in den Bauch gefragt habe.

Er kann anderen Personen seinen Willen aufzwingen. Wenn er einfach in Deine Gedanken späht, kannst Du ihn nicht belügen. Aus dem Grund war er von unserer Wohngemeinschaft der Kassenwart. Das ist er heute immer noch.

Er kann anderen Personen ihre Energie rauben oder sie anderen schenken, dazu dringt er in Deinen Kopf - in Deine Gedanken ein.

Wenn Du ihn freiwillig in Deinen Kopf lässt, kann er Dir Botschaften schicken, die Du dann im Traum empfängst. Das geht für ihn leichter, wenn er etwas persönliches von Dir besitzt.

Damit er jeden von uns erreichen konnte, besaß er von jedem von uns eine Phiole Blut. Das war damals notwendig um neue Arbeiten verteilen zu können, auch wenn man ein bisschen weiter weg war. So musste man keine Umwege in kauf nehmen.

Der Geist von jeder Person ist unterschiedlich Lysa, so wurde es mir erklärt.
Der Geist sieht anders aus und ist so wie Dave es mir sagte, nach den persönlichen Neigungen und Passionen des Besitzers gestaltet. Der Geist spiegelt natürlich auch den Charakter der Person wieder.

Manche Leute zeigen in ihrem Geist wohl nur einen Gang von dem viele Türen abgehen und dahinter liegen die Erinnerungen und ihr Wissen verborgen.

Das würde ich zum Beispiel mal gerne sehen können.

Die Magie ist aber nicht nur für den Besuchten gefährlich, sondern auch für den Magier Lysa.

Er muss zu sich selbst eine Verbindung behalten. Legt er seine ganze Aufmerksamkeit nur auf sein Opfer, kann er verloren gehen. Diesen Verlust hebt nur der Tod des Körpers des Magiers auf, oder wenn das Opfer den Körper des Magiers berührt.

Das klingt abstrakt nicht wahr, warum sollte man in dem Kopf von jemand anderen verloren gehen oder in dessen Gedanken? Das habe ich ihn damals nämlich auch gefragt, drum kann ich es Dir beantworten.

Es gibt nämlich auch Personen, deren Geist ist ein Labyrinth des Grauens.
Wenn Du ihren Geist betrittst, selbst wenn sie Dich darin willkommen heißen, bereust Du schlagartig die Einladung angenommen zu haben.

Du bist in ihrer Welt. Und diese Welt ist so verdreht, krank, abstoßend und widerwärtig, dass Dir nur ein Gedanke bleibt - Flucht.

Angst ist aber in so einem Fall kein guter Berater, die erste Pflicht ist immer - wie Dave zu sagen pflegte - Ruhe bewahren.

Wir hatten jemanden in unserer Wohngemeinschaft, dessen Geist eine völlig andere Wahrnehmung hatte. Soweit ich weiß, hat ihn Dave nur ein einziges Mal "ausgelesen". Die Erfahrung hat ihm gereicht und Dave ist wirklich kein Weichei, im Gegenteil.

Die Magie, also diese Gabe ist mächtig, aber sie kann auch für den Begabten mächtig nach hinten losgehen, wenn man sich die falsche Person zum "lesen" aussucht. Dave kann Dir gewaltig mit seiner Gabe helfen, oder auch extrem schaden Lysa.

Wobei er sie meist hilfreich einsetzt. Er ist ein sehr ruhiger, stoischer Mann. Ihn bringt fast nichts aus der Ruhe. Er spricht nicht viel, aber das was er sagt, ist vernünftig.

Aber anhand seiner Gabe versteht man, warum viele Leute Angst vor Magiern und deren Fähigkeiten haben.

Sonst kenne ich nur die Magieformen die wohl jeder kennt. Einmal die Naturmagie, die grüne Magie, jene die Personen und Tiere heilt. Die gefällt mir gut.

Und Nekromantie, die Lehre der Totenerweckung. Davon halte ich nichts. Stell Dir nur mal vor, wenn die Nekromanten die fiesen Burschen die uns auf der Straße überfallen haben, wiederbeleben würden! Sowas ist nicht Recht. Die Toten sollen tot bleiben. Alle. Absolut alle, ohne Ausnahme!

Jedenfalls wollte ich Dir gesagt haben, Du musst mit der Gabe der Magie gesegnet und geboren sein Lysa. Einfach lernen kann man es nicht. Sonst wären wohl einige Hexer - vielleicht sogar ich", erklärte Jeelen freundlich grinsend.

Der Goblin zog seine Kapuze tiefer ins Gesicht um sich vor dem Regen zu schützen. Die entdeckte Hütte von Rosa war zwar schon verfallen, aber trotzdem würde sie ihren Zweck erfüllen.

"Sie ist nicht gerissen wie ein Goblin, sie ist gerissener als jeder Goblin Rosa.
Das Schlimme war nicht, dass Lysa mich bequatscht hat, sondern dass sie mich gar nicht bequatschen musste! Ich war weich wie Butter in der Sonne, dass gestehe ich zu meiner Schande.

Was soll ich Dich da anlügen, so war es eben. Ich war kein Deut besser als die Kurze und hab nicht über die Konsequenzen nachgedacht. Ich hatte einfach nur den Süsskram im Sinn. Da vergesse ich manchmal alles andere. Ich stehe halt auf Süsskram. Vielleicht weil wir früher keinen bekommen haben. Egal, es tut mir leid und kommt nicht wieder vor. Versprochen Rosa", flüsterte Jeelen ihr zu.

"Wegen Shohiro, die Stadt hat nicht nur Vorteile. Absolute Freiheit bedeutet auch oft das Recht des Stärkeren. Drum direkt die Warnung. Wie gesagt, dort leben alle Völker in Harmonie miteinander, die der Handelsallianz angehören. Wenn ihr dorthin ziehen wollt, schliesst Euch der Allianz an.

Kaisho und die Allianz liegen im Krieg. Das bedeutet leider auch, es gibt eine dunkle Seite der Medaille. Wer nicht zu Allianz gehört, kann versklavt werden. Das heißt er wird in das Sklavenheer der Handelsallianz gesteckt. Das Heer besteht natürlich aus Völkern, die nicht zur Handelsallianz gehören.

Tieflinge, Orks, Düsterlinge, Centauren, Rakshaner, Gestaltwandler und Untote. Genauso die Kriegsgefangenen des Kaisho. Sie werden von der Allianz ebenfalls versklavt. Also Goblins und Almanen des Kaisho Abkommens.

Bürger Naridiens hingegen sind frei. Drum werdet welche, wenn ihr dort leben wollt. So haben es meine Kumpel auch gehalten. Ich will Euch keine Angst machen oder Euch die Handelsallianz ausreden, ich will Euch nur von Anfang auf alles vorbereiten", sagte Jeelen.

"Die Hütte ist ein guter Unterschlupf. Vielleicht nicht ganz wasserdicht, aber der Wald ist keine gute Alternative bei drohendem Gewitter, da hat Seweryn Recht. Lasst uns hier bleiben und mit den Baumaßnahmen direkt anfangen", sagte der Goblin freundlich.

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#74

Beitrag von Rósa vom Wolfsclan » Fr 27. Jan 2017, 16:24

Die Erzählungen von Jeelen lenkten Lysa etwas von ihrer Unruhe ab und so an Seweryn gekuschelt fühlte sie sich ganz wohl.
Als der Goblin meinte, sie könne ja einfach einen Bohneneintopf aufessen, musste sie gar lachen.
Hexer?
Dieses Wort gefiel der Kleinen weniger gut. Die Kinder in ihrem Dorf hatten sie manchmal so genannt und es war eindeutig nicht freundlich gemeint gewesen.
Sie entschied für sich, Magierin zu werden, keine Hexe.
Dass es Magier gab, welche in den Kopf von anderen eindringen konnten, fand das Mädchen faszinierend, auch wenn sie nicht ganz begriff, wie das gehen sollte.
Sie hatte es einmal versucht aus Neugier heraus als Artok noch mit ihnen reiste, aber der Geist von Menschen blieb ihr verschlossen. Nur allzu gerne hätte sie hinter die Türen in den Köpfen geschaut, von denen Jeelen erzählte.
Als Elementarmagierin beherrschte sie das Wasser, wenn auch sie noch an den Anfängen stand. Sie konnte das Wasser spüren, wenn es sich in ihrer Nähe befand, es war beinahe greifbar. Lysa konnte es formen mit ihrem Willen, doch es kostete auch Energie und Konzentration.
Sie dachte noch darüber nach, wie es sich wohl anfühlte, wenn jemand in ihrem eigenen Kopf herumlaufen oder herumstochern würde, während Jeelen nun über Shohiro sprach.

Gemeinsam errichteten sie schliesslich nach Seweryns Anweisungen einen Unterschlupf, der sie tatsächlich vor dem gröbsten Regen verschonte.
Die Pferde hatte Rósa mit einem Pflock in ihrer Nähe befestigt. Während die beiden Ponys in aller Seelenruhe an einigen braunen Grashalmen knabberten, schnaubten die beiden Braunen immer wieder unruhig, bewegten sich sonst aber nicht von der Mauer weg, welche etwas Schutz gegen den aufkommenden Wind bot.
„Völker werden versklavt?“, Rósa wandte sich an Jeelen, nachdem sie das Gepäck entweder gut abgedeckt oder unter dem behelfsmässigen Dach verstaut hatten.
Dieser Gedanke gefiel ihr nicht und war ihr fremd. Schliesslich zuckte sie jedoch mit den Schultern. Es wäre ja auch eine Illusion gewesen zu denken, dass hier das Paradies wäre. Überall gab es Ungerechtigkeiten, damit mussten sie umgehen.
Solange ihre Tochter die Ausbildung erhielt und sie hier leben konnten, wollte sie nichts gegen die Sklaverei einwenden. Etwas Egoismus und auch Pragmatismus gehörten zum Leben.

Immerhin hatten sie keinen Mangel an Wasser. Inzwischen regnete es nicht mehr bloss, nein ein ganzer Sturzbach schien vom Himmel zu prasseln. Rósa stellte den kleinen Kochkessel in den Regen und nach wenigen Minuten war er zur Hälfte gefüllt, so dass sie erst einmal ihre Trinkvorräte auffüllen konnten.
Lysa hatte sich in Seweryns Nähe gesetzt und schlotterte am ganzen Leib, obwohl Rósa sie in eine Felldecke eingewickelt hatte.
Da kam ihr eine Idee. Mit einem Lächeln füllte sie einen ledernen Trinkschlauch mit Wasser auf und drückte ihn dann dem Kind in die Hände.
„Zum Aufwärmen“, flüsterte sie und zwinkerte ihrer Tochter verschwörerisch zu.
„Ich vermisse bereits die murrende Klara“, wandte sie sich dann an die beiden Männer.
„Vor Allem ein Krug warmer Met wäre jetzt nicht zu verachten!“
Währenddessen presste Lysa den Wasserschlauch wie eine Bettflasche an ihren Körper. Er hatte inzwischen eine angenehm wärmende Temperatur erreicht, was ihrer Magie zu verdanken war.
Schliesslich fühlte sie sich wieder so weit fit, Seweryn nach dem Kochen zu fragen und blickte ihn erwartungsvoll an.
Das Feuer wollte einfach nicht richtig aufflackern, denn das Holz war völlig durchnässt und aufgeweicht. Das winzige Flämmchen schaffte es kaum, den kleinen Kochkessel mit Wasser zu erhitzen, doch nach einigen Minuten kochte es bereits. Lysa, die sich ganz nah beim Feuer platziert hatte, grinste Seweryn stolz an und Rósa musste sich ein Lachen verkneifen, als Jeelen etwas befremdlich ins Feuer starrte.

Einige Zeit später war dann das ganze Ausmass des Gewitters über sie hereingebrochen. Der Donner grollte nun über ihnen und Blitze zuckten über den sturmgepeitschten Himmel. Inzwischen war Lysa die Lust am Kochen vergangen. Sie hatte sich in die hinterste Ecke des Lagers zurückgezogen, den warmen Wasserschlauch fest an den Körper gepresst. Unter der Decke war sie wie in einer Höhle eingemümmelt und nur ihre ängstlichen Augen schauten noch daraus hervor.
Rósa wusste selbst nicht, warum das Kind solche Angst vor Gewittern hatte.
"Bei Schneestürmen versucht sie Schneeflocken zu fangen und auch ein gewöhnlicher Platzregen freut sie mehr, als dass er sie ängstigt."
Doch sobald sich die Wolken zu Bergen türmten, der Donner wie eine hereinbrechende Lawine erklang und die grellen Blitze zuckten, wurde aus dem Mädchen ein Nervenbündel.
Normalerweise verwandelte sich Rósa in solchen Momenten in ihre Bärengestalt, was Lysa in irgendeiner Weise mehr Schutz zu versprechen schien, als ihre humanoide Gestalt. Am liebsten kuschelte sie sich dann an das weisse Bärenfell und vergrub die Finger im warmen Pelz.
„Es passiert uns hier nix, Liebes. Sieh nur, dank Seweryn haben wir ein Dach über dem Kopf. Und sogar Fredo steht ganz still und hat keine Furcht. Du bist doch ein mutiges Mädchen!“
Lysa nickte tapfer und schaute sich dann nach Jeelen um.
„Hat Pulga keine Angst vor Gewittern?“

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#75

Beitrag von Seweryn » Sa 28. Jan 2017, 18:20

Der Unterschlupf wurde rechtzeitig fertig. Trotz seiner Kaputze am Reisemantel waren Seweryns Haare nass und die kalte Feuchte kroch langsam an ihm hoch. Die anderen hatten sich bereits in dem Unterschlupf verkrochen, er jedoch wollte noch einen schnellen Kontrollgang um die Hütte machen. <Sieht doch gut aus...>, er nickte. Dann grollte plötzlich ein lauter Donner gar nicht mehr weit entfernt. "Wooooahhhh!", Seweryn nahm kurz eine leicht gebeugte Haltung ein, schaute sich um und wischte sich die Haare aus dem Gesicht. "Meine Güte...jetzt aber schnell", murmelte er und ging mit schon fast platschenden Schritten zu den anderen.

Lysa war zu ihm herübergekommen und hockte nun dort, zusammengekauert und in eine Felldecke gewickelt. Er bemerkte, dass dem kleinen Mädchen kalt war, doch konnte er für den Moment nicht viel tun. Rósa gab Lysa den Trinkschlauch und Seweryn konnte sich vorstellen, was für ein Sinn dahinter steckte. Er erhob sich noch einmal und prüfte die "Deckenkonstruktion". <Hält gut dicht.>, stellte er erleichtert fest.
"Ich mach mich mals ans Feuer. Jeel, reichst du mir mal was von dem Holz da hinten?". Seweryn hatte schon oft ein Feuer entfacht, auch im Freien und bei Regen. Aber dieses mal wollte es einfach nicht so richtig was werden. <Verdammt, was soll das denn?!>. Gemeinsam hatten sie jedoch mehr Glück und alsbald flackerte eine keine Flamme unter dem Kochkessel.
Seweryn war erst erstaunt, als das Wasser im Kessel schnell erhitzte, doch dann flogen seine Blicke kurz zu Lysa herüber, die ihn stolz angrinste. Seweryn nickte ihr kaum merkbar mit hochgezogener Augenbraue einmal anerkennend zu.

"Jah...ein Met...das hätte jetzt viel schönes.", Seweryns Augen wanderten in die Ferne. In der Taverne war es angenehm warm gewesen, auch ohne Khira. "Und dann mit der Kleidung weiterreisen...das wird ein Spaß.", stellte Seweryn sarkastisch fest und schaute an sich herunter. "Vielleicht haben wir ja Glück und können die Sachen irgendwie...irgendwo...trocknen.".

Dann gab das Gewitter alles, was es konnte. Auch Seweryn wurde etwas mulmig, als der Wind an ihrer Konstruktion riss. Er behielt sicherheitshalber die Konstruktion im Auge und bekam kaum mit, dass Rósa, Lysa und Jeelen sich weiter unterhielten. Seine Finger zuckten nervös.

Plötzlich schlug der Blitz ein. Irgendwo, nicht weit entfernt, krachte es und Holz splitterte. Die gesamte Gruppe zuckte zusammen, Lysa kreischte auf und Seweryn sowie Jeelen fluchten. "Da hat es einen Baum erwischt.", vermutete Seweryn und atmete tief durch. "Wir sind hier wirklich sicherer als im Wald.". Er kramte eine kleine Flasche hervor, zog den Korken heraus und nahm einen Schluck. Dann reichte er die Flasche an Jeelen weiter. "Denke, du würdest es Medizin nennen.", sagte er trocken. "Gegen den Schreck. Wird euch schmecken, macht ruhig leer. Die Flasche würde ich aber gern noch aufbewahren.". Dann fielen seine Blicke auf Lysa. Aus dem Deckenbündel lugten zwei weit aufgerissene Augen hervor, in denen sich bereits ebenfalls das Wasser sammelte. "Ich versuche mal was.", flüsterte Seweryn in Rósas Richtung und schob sich zu Lysa hinüber. "Als ich klein war hat mir das geholfen.". Er nahm das wimmernde Bündel in den Arm, räusperte sich und begann dann leise zu singen.

"Sturmgefährten"
Ein Sturm zieht auf
und die Wolken sind bereits nah
Der Regen fällt
und der Donner rollt heran

Hab keine Furcht
denn dein Zuhause ist die Burg
Dort ist der Schutz
den du brauchst zu dieser Zeit

Wir sind da
stehen bei dir Seit' an Seit'
Komme was auch kommen mag
wir sind bei dir Tag und Nacht

Du bist nicht allein
hast Gefährten zu dunk'ler Stund'
Und wir bleiben hier bei dir
damt dich findet keine Angst

Der Sturm, er zog vorbei
und kein Regen traf dein Gesicht
Also sei gewiss
Wir werden immer bei dir sein


Als er endete herrschte einen Moment lang Schweigen. "Meiner Schwester hat das Lied auch immer gefallen.", flüsterte er in das mittlerweile ruhig atmende Deckenbündel. Dann nickte er Rósa und Jeelen zu. Sein Blick sagte "Gerade noch mal gut gegangen.".

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#76

Beitrag von JEELEN » Sa 28. Jan 2017, 20:00

Der Goblin reichte Lysa Pulga rüber und mummelte sich selbst tief in seinen Umhang ein.

"Wegen der Sklaven Rosa, ja das ist leider so. Du scheinst es mit Fassung zu tragen. Ich sehe das auch pragmatisch.

Jeder der Sklaverei ablehnt, vertritt in meinen Augen eine ziemlich selbstgerechte Einstellung. Natürlich hält die Allianz Sklaven! Wenn Sklaverei abgeschafft werden soll, dann vollkommen. Woanders hat sie nur einen anderen Namen.

Selbst die angeblichen freien Länder besitzen Sklaven.
Ich war ein Sklave.

Definiert doch einmal den Begriff Sklave. Ein Sklave ist das Eigentum einer Person oder einer Vereinigung ist. Das ist soweit klar.

Andere meinen es würde sich um eine Person handeln, die vermutlich gegen ihren Willen, das Eigentum einer Person oder Vereinigung wurde. Vorzugsweise ist die Aufregung gross, wenn es sich bei der Person um einen Menschen handelt.

Sklaven werden meist gut behandelt, solange sie ihren Zweck erfüllen und ihrer Aufgabe nachkommen. Misshandelt man grundlos seine Sklaven, dann leidet seine Arbeitsleistung. Im eigenen Interesse wird man also den Sklaven nur bestrafen, wenn es angebracht ist. Von weiterer unnötiger Bestrafung sollte man auch absehen, da er sonst versterben kann. Was die Anschaffung eines neuen Sklaven erfordert. Das wäre dann mit Geld und Mühe verbunden.

Gut gehaltene Sklaven haben somit Vollversorgung. Sie haben Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung.

Eine freie Person, die nichts besitzt ist doch wesentlich schlechter dran als ein Sklave. Wenn einer Person ohne jeden Besitz ist, wird sie einen Beruf ausüben müssen, der sie zwingt zu einem sehr niedrigen Lohn, sehr niedrige Arbeit zu leisten. Und der Sold wird so knapp bemessen sein, dass diese Person jeden Monat, am besten noch jeden Tag auf ihre Arbeit angewiesen ist. Sie schuftet sich die Knochen kaputt und wird wesentlich mehr arbeiten müssen, als ein Sklave der einen Herren hat.

Ist so ein Leben Freiheit? Ich sage nein, ich war mehr Sklave als so einer der ein Herrchen hat.

Was ist mit den Personen die nicht mal so einen Job bekommen?
Was ist mit den Kriminellen die sich Nahrung und Kleidung stehlen.
Wer ist da eigentlich Kriminell?

Die Person in der ausweglosen Lage ohne Nahrung, oder jene freiheitsliebenden Fürsprecher, die sie in die Situation gezwungen haben. Ist diese Person wirklich frei? Wenn ja zu welchem Preis?

Ein Sklave hat jeden Tag den Napf voll und Kleidung auf dem Leib. Er wird nicht kriminell.

Der Junge auf dem Markt hatte nichts, den Lysa helfen wollte. Keine Nahrung und vermutlich keine Kleidung - ich hab ihn ja nicht gesehen.

Spinnen wir es mal weiter. Was ist mit den anderen Lebewesen die andere Haustiere nennen?

Sind das keine Sklaven? Doch, das sind sie. Sie sind das persönliche Eigentum Ihrer Besitzer. Man kann sie schlagen oder sogar töten. Es wäre keine Straftat. Begriff dafür - Sklave.

Personen sperren Tiere in Käfige, sogar Vögel.
Wir halten Sklaven.

Kein Haustier kann einfach ausziehen und seinen Menschen- oder Goblinfreund die Freundschaft aufkündigen. Ihr geht als Menschen ja sogar so weit, dass ihr bestimmte Tiere wie Hunde bewusst einseitig vermehrt, dass sich bestimmte Eigenschaften vererben, andere unerwünschte Eigenschaften ausgemerzt werden. Selektion. Ihr schafft damit Sklavenrassen. Und diese degenerierten Wesen können kaum in ihrer ehemals natürlichen Umgebung leben oder überleben.

Von daher sollte man sich entweder entspannen wie wir beide Rosa, oder man sollte wirklich alle Sklaven aus ihrem Dasein befreien.

Klingt düster was? Regengedanken.
Ich hasse Regen und Gewitter.
Gewitter verheißt nie was Gutes", murmelte Jeelen und legte die Ohren an.

Sew hatte Recht, sobald der Regen nachlassen würde, musste sich klatschnass weiterziehen. Angenehm sah wirklich anders aus. Nur eine Möglichkeit die Kleidung zu trocknen hatten sie nicht.

Vielleicht wenn es aufhörte zu gießen, dass sie die Kleidung etwas am Feuer trocknen konnten. Eine Gaststätte wäre wirklich nicht schlecht, grübelte Jeelen.

Als der Blitz ganz in der Nähe einschlug, klingelten dem Goblin danach die Ohren. Als Seweryn ihnen auf den Schreck eine Medizinflasche anbot, nahm Jeelen sie mit dankbarem Nicken entgegen. Der Goblin nahm einen großen Schluck, behielt ihn kurz im Mund und reichte die Flasche dann an Rosa weiter.

Als Seweryn dann für Lysa ein Lied sang, vertrieb er nicht nur die größte Angst von Lysa, sondern auch Jeelens Ohrenschmerzen. Dem Goblin gefiel was er hörte. Mit wesentlich besserer Laune rollte sich Jeelen unter seinem Mantel zusammen.

"Schönes Lied", sagte er glücklich.

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Rósa vom Wolfsclan

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#77

Beitrag von Rósa vom Wolfsclan » So 29. Jan 2017, 15:23

„Ich denke nicht, dass es gut ist, wenn einige sich über andere aufschwingen, um ihnen ihren Willen aufzuzwingen. Und auch wenn es manche Sklaven womöglich besser haben als die Freien, so ist es doch eine Sache des Stolzes und der Ehre, selbst über sein Leben bestimmen zu können, sich aussuchen zu dürfen, wo man leben und was man arbeiten möchte.
Obwohl ich gehört habe, dass hier bei einigen Völkern die Frauen die Sklaven ihrer Männer sind. Auch sie bekommen keinen Lohn für ihre Arbeit. Bei uns Norkara übernehmen Frauen und Männer oftmals dieselben Aufgaben.
Ich denke, dass ich selbst daran zerbreche würde, als Sklavin leben zu müssen. Meine Freiheit schätze ich sehr und ich möchte selbständig für meine Familie sorgen können. Ehre und Stolz sind meinem Volk sehr wichtig. Doch vor Allem möchte ich Lysa ein gutes Leben ermöglichen, sie soll die Freiheit haben, ihren Weg selbst auszusuchen.“


Als der Blitz einschlug, zuckte auch die hartgesottene Norkara zusammen und blickte zu ihrer Tochter hinüber, die den Tränen nahestand.
Auch Seweryn hatte dies bemerkt. Nachdem er Jeelen eine Flasche rüberreichte, die dieser nach einem kräftigen Schluck an Rósa weitergab, nahm er Lysa in den Arm und begann zu singen.
Der Alkohol wärmte sie von Innen, doch auch zu sehen, wie die Gruppe sich zusammenschloss und sich gegenseitig unterstützte, liess eine wohlige Ruhe in ihr aufsteigen.
Alle lauschten sie dem Lied und die Norkara bemerkte, wie das Mädchen sich beruhigte.
Mit grossen Augen hörte Lysa Seweryn zu und vor ihrem Innern zogen die Bilder einer sicheren Burg auf, in deren Mitte eine Gruppe fröhlicher Gesellen vor dem Feuer sass, sich Geschichten erzählte und lachte, während vor den Zinnen ein Sturm tobte.
„Das hat mir gefallen“, flüsterte Lysa zurück. Inzwischen schienen ihr die Lieder beinahe zuzufallen: „Singst Du es noch einmal?“
Rósa lächelte und begann ihr aus der Decke eine Schlafstätte herzurichten.
Sie gab Pulga dem Goblin zurück und achtete dann darauf, dass das Kind bequem zum Liegen kam.
„Ich fand es auch sehr schön. Es stärkt den Zusammenhalt und zeigt auf, wie wichtig Freundschaft ist. Dann bist du auf einer Burg aufgewachsen?“, wandte sie sich dann an den Sänger.
„Du wirst deine Schwester bestimmt wieder sehen“, meinte sie dann noch aufmunternd.

Es war bestimmt nicht einfach für Seweryn, so ohne seine Familie. Immerhin hatte er vor Allem seine Schwester schon einige Mal erwähnt, und obwohl es oft eher nebenbei geschah, konnte Rósa die Liebe erkennen, welche er für sie hegte.
Doch auch Jeelen reiste alleine durch die Welt und das obwohl er ebenfalls Leute hatte, welche für ihn einer Familie am nächsten kamen. Rósa war gespannt, ob sie in Shohiro einige seiner Freunde kennenlernen würden.
Sie wurde immer neugieriger auf die Stadt und freute sich darauf.
Gleichzeitig war sie unheimlich dankbar dafür, eine so wunderbare Tochter zu haben. Auch wenn die Umstände nicht gerade die einfachsten waren, so hatten sie trotzdem einander.
„Hoffentlich lässt das Gewitter bald nach. So wäre die Weiterreise nicht gerade angenehm!“, murmelte sie dann eher zu sich selbst, während ihr Blick liebevoll auf dem Kind lag.
Sie entdeckte den Wasserschlauch und hob ihn auf. Er war inzwischen abgekühlt, nachdem Lysa ihn nicht mehr mit ihrer Magie weiter erwärmt hatte.
Es war faszinierend, was alles in ihr steckte. Vielleicht konnte sie ihnen auch mit der Kleidung behilflich sein, ging es ihr noch durch den Kopf.
„Hey Jungs, wollt ihr auch Mal eigne Kinder haben? Oder ist die Planung noch in weiter Ferne?“, sie grinste die beiden Männer an.
„Ihr würdet bestimmt ordentliche Väter abgeben. Und son kleiner Wicht mit deinen Goblinohren wäre bestimmt putzig!“

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Seweryn

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#78

Beitrag von Seweryn » Mo 30. Jan 2017, 14:54

<Puh, gerade noch so...>, dachte Seweryn als er bemerkte, dass das Lied geholfen hatte. Lysa wuselte in Richtung Schlafstätte und bevor Seweryn das Lied noch einmal anstimmen konnte war sie bereits im Land der Träume.
Mit einer Mischung aus Dank und Stolz nickte Seweryn Rósa und Jeelen zu. "Ja, uns wurde schon früh beigebracht, wie wichtig Zusammenhalt und dergleichen ist. Aber nein, aufgewachsen bin ich im Heerlager. Da gab es allerdings die ein oder andere Übernachtung bei oder in einer Burg. Das Lied hat meine Mutter schon damals immer gesungen, ich weiß gar nicht, wo sie es her hatte. Aber es freut mich, dass es euch gefallen hat.". Rósa schien optimistisch, dass er Finja wiedersehen würde. "Jah..." war das einzige, was Seweryn als Antwort hervorbrachte und er starrte stumm in die Flamme des kleinen Feuerchens. Kurze Zeit später riss Rósa ihn wieder aus seiner Gedankenwelt. "Nein, nein, das wäre alles andere als schön.", stimmte Seweryn zu, als sie über das Unwetter und die Weiterreise redeten. "Warten wir erst mal ab, ich denke das verzieht sich noch.".

"Kinder?", fragte Seweryn etwas verblüfft, schaute etwas irritiert zu Jeelen und überlegte dann. "Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch gar nicht sooo viele Gedanken gemacht.", begann er und kratzte sich am Kinn. "Unter uns, manchmal denke ich schon über die Zukunft nach und was noch kommen wird. Dieses...Handwerk...dem ich nachgehe, das kann man einfach nicht ewig machen. Auf der anderen Seite...", einem Moment zuckten seine Blicke umher, "...naja, ihr wisst schon.". Es war klar, dass das Söldnerleben alles andere als ungefährlich war. Diese Gedanken gefielen Seweryn nicht sonderlich gut, aber er versuchte gute Miene zu bösem Spiel zu machen. "Vielleicht kommt ja irgendwann DER Auftrag, der es mir erlaubt mich zur Ruhe zu setzen.". Er sah Rósa und Lysa an und stellte sich kurz vor, wie so ein Leben mit Frau und Kind wohl wäre. "Kleine Seweryns.", flüsterte er vor sich hin und musste kurz aufgrund dieser Vorstellung grinsen. "Warten wirs mal ab. Die große Liebe lässt sich ja nicht planen oder so. Sobald sie da ist wird die Zeit schon kommen. Könnt ihr euch das vorstellen? Kleine Ichs?". Das Lob, dass er einen ordentlichen Vater abgeben könnte, schmeichelte ihm.

"Ich gucke mal kurz, wie es draußen aussieht.", meinte Seweryn schließlich, erhob sich und steckte einen Moment lang den Kopf aus dem Unterschlupf. Zumindest hatte der Regen etwas nachgelassen. "In der Ferne wird es zum Glück schon wieder etwas heller. So wie es aussieht, haben wir das Gröbste überstanden.", berichtete er den anderen als er sich wieder gesetzt hatte. "Den Pferden geht es soweit auch gut.", fügte er hinzu. "So wie es aussieht werden wir hier übernachten?", fragte Seweryn in die Runde mit Blick auf Deckenknäul-Lysa und dem eingerollten Jeelen. "Wenn ja, ich mache wieder die Wache nach dir, Rósa?".

Bald streckte Seweryn leise stöhnend seine Beine aus. Das linke Knie knackte und er fühlte sich leicht verspannt. So machte er es sich auf der rechten Seite liegend bequem, zupfte an einem Stück Holz herum und schnipste immer wieder Teile davon in die Glut. <Was Finja wohl gerade macht?>

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#79

Beitrag von JEELEN » Mo 30. Jan 2017, 21:51

"Menschen lieben Musik. Warum Goblins keine Musik lieben obwohl wir eigentlich gut hören können, ist mir unverständlich.

Gut bei uns sagt man, es wäre Zeitverschwendung. Also überhaupt so etwas wie Kunst. Wobei man doch eigentlich besser arbeitet, wenn man sich vorher entspannen kann. Mir gefällt es jedenfalls wenn Du singst Sew", sagte Jeelen gut gelaunt.

Bei der Frage nach ihrem Kinderwunsch musterte der Goblin den Almanen zurück. Sein Blick war berechtigt. Söldner oder Assassine war nicht gerade ein Kinder freundlicher Beruf. Zudem waren es Berufe die den Tod brachten und nicht neues Leben bescherten.

Das Rosa sie beide für spätere gute Väter hielt, freute Jeelen. Wobei er glaubte, ihn hatte die Noraka nur der Freundlichkeit halber eingebunden. Wie "gut" er als Aufpasser war, hatte er ja erst vor kurzem unter Beweis gestellt, wer wusste welche Hölle losbrechen konnte, wenn man rund um die Uhr auf so ein winziges Wesen aufpassen musste? Trotzdem fand er die Vorstellung irgendwie gut, sie gefiel ihm.

"Das stimmt, Liebe kann man nicht planen. Eine Frau die ich liebe, habe ich - nur ob ich je Kinder haben werde, weiß ich nicht. Falls wir sie in Shohiro treffen, stelle ich sie Euch vor.

Jedenfalls wenn ich je ein Kind habe, wollen wir mal wenn mit nur einem einzigen anfangen, dann werde ich mir einen anderen Job suchen, das steht fest. Vielleicht als Scout weiterhin irgendwen wohin führen, dass geht - aber Söldner?

Nein, das ist nichts, wenn man ein Kind hat. Wobei mir die Vorstellung schon irgendwie gehörig Respekt einflößt, auf so einen winzigen Wurm aufpassen zu müssen.

Und ich müsste mir mit meiner Frau ein Haus nehmen, oder bei ihr einziehen. Man kann ja schlecht mit dem Kind leben wo es einen hin verschlägt. Wobei ich sag Frau... das hieße ich müsste heiraten, wobei das kann man später ja immer noch. Spaß an so einem Küken hätte ich.

Das mit den Ohren nehme ich als Kompliment Rosa", grinste Jeelen.

Rosa sprach davon, dass Seweryn vermutlich Finja bald wiedersehen würde, wünschte ihm der Goblin dafür nur das Beste. Denn so wie Sew danach in die Flammen schaute schien er sie sehr zu vermissen.

Als Sew verkündete dass es den Pferden gut ging, ertappte sich Jeelen dabei, dass er sich insgeheim wünschte, die Biester wären geflohen. Auf der anderen Seite war er froh, dass die Pferde noch da waren. Jedenfalls für die Gruppe.

"Ja lasst uns hierbleiben, wir können morgen früh in aller Frühe aufbrechen. Sagt mal lernt jeder Mensch generell Lieder? Oder nur wenn man Interesse daran hat? Ich meine als Allgemeinbildung. Kann jeder Mensch wenigstens ein Lied singen oder so?", fragte der Goblin neugierig.

Er freute sich darauf wieder nach Shohiro zu kommen.

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Rósa vom Wolfsclan

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#80

Beitrag von Rósa vom Wolfsclan » Mi 1. Feb 2017, 18:22

Rósa verstand die beiden Kerle gut. Ihre Berufswahl war nicht sehr kinderfreundlich. Aber dass beide es in Betracht zogen ihre Arbeit einzutauschen, um dafür eine Familie gründen zu können, machte sie gleich noch sympathischer.
Für ihr Mädchen hätte die Norkara alles getan, sie konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen, als Lysa zu verlieren.
„Ich würde mich sehr freuen, deine Zukünftige kennenzulernen, Jeel. Und ihr gleich Mal raten, sowohl das Kind als auch Dich immer im Auge zu behalten, wenn Süssigkeiten in Sichtweite sind.“

„Habt ihr euch nie überlegt, an einem Ort zu bleiben und einem „gewöhnlichen“ Handwerk nachzugehen? Oder warum“, ihr Blick glitt prüfend zu Lysa, „tut ihr das, was ihr tut? Des Geldes wegen?“
Rósa nickte bloss, als Seweryn Bericht zum Stand des Wetters und den Pferden erstattete.
Gleichzeitig bemerkte sie aber auch Jeelens zwiegespaltene Miene.
„Willst du uns etwas mitteilen Jeel?“, lachte sie.

„Wie kann Musik nur als Zeitverschwendung angesehen werden. Es ist doch eher eine Möglichkeit, die Zeit zu verkürzen, wenn sie einem zu lange wird. Ausserdem sind Lieder in der Lage, eine Gruppe zusammen zu schweissen, anzutreiben oder kleine Kinder zu beruhigen“, meinte sie als Antwort auf Jeelens Aussage.
Diese Goblins waren schon ein seltsames Völkchen. Doch sie hatte bereits gehört, dass sie eine relativ kurze Lebensspanne besassen, fleissig waren wie ein Bienenstock und keine Minute ungenutzt verstreichen liessen. Jeelen schien sich wohl etwas von seinen Artgenossen zu unterscheiden, zumindest was den Musikgeschmack betraf.
„Nun, ich denke, dass die meisten Menschen Lieder kennen lernen auf ihrem Lebensweg. In meinem Volk im Norden werden bei Festen oder am Lagerfeuer Melodien gesungen und gespielt. Oftmals erzählen sie eine Geschichte von unseren Vorfahren, welche die Meere bereisten, bevor sie sich auf Thogrim niederliessen. Und so werden die Lieder von Generation zu Generation weitergegeben und die Ahnen geraten niemals in Vergessenheit.“

Rósa nickte zustimmend, sie würde die erste Wache übernehmen. Das Feuerchen hatte inzwischen völlig aufgegeben und die Dunkelheit begann sie zu umhüllen. Viel Anderes als zu schlafen blieb ihnen gar nicht übrig.
„Ich werde dann Mal Draussen wachen“, meinte Rósa und liess die drei Schemen im Unterschlupf zurück.
Sie hatte beschlossen, Seweryn heute einen etwas ausgiebigeren Schlaf zu gönnen, denn sie verspürte schon den ganzen Tag eine innere Unruhe.

Zuerst machte sie eine prüfende Runde um das Lager herum, um auf Nummer sicher zu gehen, dass keine unliebsamen Besucher in der Nähe waren.
Dann achtete sie darauf, hinter einem Gestrüpp abzutauchen, das kaum zu sehen war von der Ruine aus, wo sie jedoch die Umgebung trotzdem im Blick haben würde. Sie lauschte auf jegliche Geräusche und schnupperte in der Luft.
Keine Auffälligkeiten.
Schliesslich entkleidete sie sich so rasch als möglich und legte das Bündel unter den Strauch, um es so etwas von dem Regen zu schützen, der bereits merklich nachgelassen hatte.
Völlig nackt kniete sie sich schliesslich auf die feuchte Erde und schloss die Augen, um sich zu verwandeln.

Rósa spürte, wie ihre Sinne sich mehr ausprägten. Obwohl sie nicht viel mehr sehen konnte, hörte sie nun jedes Knacksen und jeden Schritt in der Umgebung. Doch am allermeisten veränderte sich ihr Geruchsinn. Als Eisbärin konnte sie Robben unter der Eisdecke riechen und verwesende Tiere über mehrere Kilometer hinweg orten.
Doch auch ihr Körper veränderte sich, nahm an Gewicht und Grösse zu, dichter, weisser Pelz bedeckte beinahe jeden Zentimeter, Nase und Mund wurden zu einer länglichen Schnauze mit kräftigen Kiefern, Ihre Hände und Füsse zu riesigen Pranken. Mit beinahe 300kg und zwei Metern Kopf-Rumpf-Länge legte sie eine ordentliche Masse auf die Waage.
Wie gut es tat, wieder einmal den Boden unter ihren Tatzen zu spüren.
Während sie aufmerksam schnupperte und lauschte, um sich nichts entgehen zu lassen, trottete sie in einem beträchtlichen Abstand, um die Pferde nicht aufzuschrecken, um das Lager herum ihre Runden. Sie traute sich nicht, in den nahen Wald zu gehen, wollte sie sich doch trotzdem nicht zu weit entfernen.
Sie fühlte sich so wach und lebendig wie schon lange nicht mehr.

Als sie einige Stunden später wieder ins Lager zurückkehrte, haftete ein animalischer Geruch an ihr, den auch der Regen nicht vollkommen abwaschen konnte.
Sie weckte schliesslich Seweryn auf, der noch zu schlafen schien.
„Hab Dir ne grössere Mütze schlaf gegönnt. Hätte noch nicht einpennen können“, murmelte sie ihm zu.
„Keine Besonderheiten.“
Dann mümmelte sie sich neben Lysa ein.
Am nächsten Morgen würde der Regen auch noch die letzten Prankenabdrücke weggespült haben…


Lysa wachte noch vor den anderen beiden Erwachsenen auf und spähte mutig aus ihrem Deckenknäuel hervor. Sie hielt nach Jeelen Ausschau, doch offensichtlich war er Draussen, um Wache zu halten. Schliesslich stand sie auf und tapste leise zum Ausgang. Da sah sie ihn in einiger Entfernung auf einem Stein hocken. Er beobachtete gerade den Sonnenaufgang, der spärlich hinter den Wolken zu erkennen war.
Das Kind war gut gelaunt, denn das Gewitter war nun an ihnen vorbeigezogen und ein neckisches Funkeln trat plötzlich in ihre Augen.
Sie sah sich um und entdeckte eine Pfütze, die sich in einer Kuhle im Boden gebildet hatte. Während sie sich konzentrierte, zog sich das Wasser zusammen und begann Form anzunehmen.
Schliesslich schickte Lysa ihre Wasserratte, welche die Grösse von Pulga hat, auf die Reise zu Jeelen, während sie selbst ihn gespannt beobachtete. Die Wasserfigur kletterte geschickt den Stein hoch und stellte sich frech neben dem Goblin auf die Hinterbeine, gerade so als würde sie ihn beschnuppern.

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