Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen St√§dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenst√§dten, die aus den W√§ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz f√ľr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.

Der S√ľdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen St√§dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenst√§dten, die aus den W√§ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz f√ľr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Rósa vom Wolfsclan
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#71

Beitragvon R√≥sa vom Wolfsclan » Mi 25. Jan 2017, 09:37

Lysa hatte Seweryn aufmerksam gelauscht, als er ihr eine Geschichte erz√§hlte, die er selbst erlebt hatte. Und genauso, wie sie sich zuvor dar√ľber emp√∂rte, dass Niemand hungern sollte, entr√ľstete sie sich nun √ľber die Leute, welche ihren Freund an der Nase herumf√ľhren wollten.
Sein Versprechen, dass sie zusammen Kochen w√ľrden, liess ihre Augen wieder strahlen und dass er ihr sogar erlaubte, das Feuer auf ihre Art heiss zu machen, freute sie noch mehr.
‚ÄěWir sagen ihnen einfach, sie sollen Holz sammeln gehen und w√§hren sie suchen, k√∂nnen wir schon anfangen zu kochen!‚Äú, plante sie bereits voller Elan und w√§re am liebsten direkt vom Pferd gesprungen, um die Rast vorzuverlegen.
Lysa hatte den beiden Männern ebenfalls zugehört.
‚ÄěM√ľssen wir dann zuerst noch auf die Jagd gehen, um an das Frischfleisch zu kommen?‚Äú, fragte sie unschuldig in die Runde, denn auf dem Markt hatten sie vor allem Trockenfleisch und einige W√ľrste eingekauft, die auch etwas l√§nger gut blieben.
Die Wolken behagten der Kleinen nicht so ganz. Einerseits mochte sie zwar den Regen, gleichzeitig f√ľrchtete sie sich aber auch vor Blitz und Donner. Wenn der Himmel einem √ľber den K√∂pfen einzubrechen drohte, hatte dies etwas Be√§ngstigendes f√ľr das Kind. Misstrauisch be√§ugte sie deswegen die Wolkenberge und hoffte, dass sie bald einen sicheren Unterschlupf erreichen w√ľrden.

Als Lysa und Seweryn mit ihrem Moldi ein St√ľck vor ihnen herritten, wandte sich R√≥sa zu Jeelen um.
"Noch einmal wegen der Sache in der Stadt. Ich weiss, wie gewieft die Kleine sein kann und ich bin froh, dass Du sie mir heil wieder gebracht hast. Trotzdem w√§re ich gl√ľcklich dar√ľber, beim n√§chsten Mal zu wissen, wo sie ist und nicht erfahren zu m√ľssen, dass sie anst√§ndige Leute bestiehlt. Und beim n√§chsten Mal, lass Dich nicht von ihr um den Finger wickeln! Sie wirkt zwar unschuldig und lieb, aber das M√§del ist gerissen wie ein Goblin", sie grinste ihn nun an.
Rósa war schliesslich damit einverstanden, ihr Ziel auf Shohiro zu verlegen. Was sie hörte, gefiel ihr. Bei seiner Frage nach der Schulausbildung von Lysa zögerte sie einen Moment.
Doch Lysa hatte seine Frage ebenfalls gehört.
‚ÄěIch will den Menschen helfen‚Äú, begann sie zu reden, ‚Äěich m√∂chte Heilerin werden. Oder etwas mit Tieren w√§re auch sch√∂n. Aber lernt man in der Schule auch Kochen und Schneidern und Jagen? Das muss eine Norkara-Frau alles auch k√∂nnen!‚Äú
Rósa grinste. Tatsächlich waren die Frauen in ihrem Dorf sehr vielfältig einsetzbar. Sie wurden nicht nur im Haushalt gebraucht, sondern mussten auch handwerkliche Tätigkeiten erlernen oder gingen mit auf die Jagd oder halfen zumindest beim Häuten der erlegten Beute.
‚ÄěDas wirst du auch alles noch lernen Lysa. Und wenn sie es Dir nicht in der Schule beibringen, dann werde ich das tun, keine Angst.‚Äú
‚ÄěWarst Du gar nicht in der Schule Jeelen? Hast Du nie Lesen und Schreiben gelernt?‚Äú, fragte da Lysa erstaunt.
Sie selbst hatte gerade so die ersten Schreib-, Lese- und Rechenaufgaben hinter sich gebracht, als sie auch schon aus dem Dorf verreist waren.
‚ÄěVielleicht werde ich ja auch einmal J√§gerin, wie Mamma‚Äú, mutmasste die Kleine dann weiter. Sie kannte bloss die Berufe, welches auch in ihrem Dorf gab, was ihre Auswahl jedoch sehr einschr√§nkte.
‚ÄěOder ich will eine grosse Magierin werden wie Artok. Die konnte eine Stinkewolke aus dem Nichts erschaffen und mit ihren Gedanken die grossen M√§nner in die Knie zwingen!‚Äú, begeisterte sich da Lysa.
R√≥sa presste die Lippen aufeinander. Die Magie von Artok hatte ihr im Gegensatz zu Lysa nie so richtig behagt, da sie nicht mit den Elementen verbunden schien. Sie war widernat√ľrlich, doch sie behielt ihre Gedanken f√ľr sich.

Sie waren bereits drei Stunden unterwegs, als aus dem Nichts ein Regenschauer losbrach. In der Ferne zuckten Blitze √ľber den Himmel und in sp√§testens einer Stunde w√ľrde das ganze Ausmass des Gewitters √ľber sie hereinbrechen. Lysa hatte sich eng an Seweryn gepresst und beobachtete √§ngstlich den Himmel, der immer wieder unheilvoll erleuchtet wurde.
‚ÄěIch mag keine Gewitter. Meinst du Segira ist b√∂se, weil Jeelen und ich Mist gebaut haben in der Stadt?‚Äú, fragte die Kleine mit aufgerissenen Augen.

Rósa hielt unterdessen wie auch die anderen Ausschau nach einem Unterschlupf.
‚ÄěSchaut einmal dort!‚Äú, rief sie pl√∂tzlich.
Etwas abseits der Strasse ragte der Umriss einer H√ľtte aus dem Boden empor ‚Äď oder das, was davon √ľbrig geblieben war. Es war mehr eine Ruine, wo die Mauer√ľberreste wie ein Gerippe aus dem Boden ragten. Der gr√∂sste Teil des Daches war zusammengest√ľrzt, doch √ľberall lagen auch noch Tr√ľmmerst√ľcke herum, aus denen sie vielleicht behelfsm√§ssig einen Unterschlupf basteln konnten. Ausserdem schirmten sie die Mauern gegen den gr√∂bsten Wind ab.
‚ÄěWas meint ihr? Oder lieber Richtung Wald?‚Äú
"Ich mag hier bleiben!", nuschelte Lysa und schob eine klatschnasse Strähne aus ihrem Gesicht.

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#72

Beitragvon Seweryn » Do 26. Jan 2017, 14:46

Lysa war von Seweryns Vorschlag sofort begeistert. Er war sich sicher, dass sie am liebsten sofort eine Rast gemacht hätte. "Guter Einfall, ich denke so können wir das machen."

Als sie nach einer Jagd auf Frischfleisch fragte musste Seweryn breit grinsen. "Ja, aber ich denke wir können noch etwas mit der nächsten Jagd warten.".
Schließlich lenkte Seweryn das Pferd wieder etwas weiter vor, den Himmel immer mal wieder im Auge behaltend.

Dann sprachen sie √ľber ihre weitere Reise und was Lysa alles lernen wollte. Seweryn hielt sich dabei etwas bedeckt, auch gerade dann, als Lysa Jeelen nach seiner Schulzeit fragte. Er selbst hatte nie eine wirkliche Schule besucht und war mit seinem..."Grundwissen"...von Lesen und Rechnen bisher gut ausgekommen. Schulen waren sowieso eher was f√ľr Adelige oder besser betuchte und nichts f√ľr einen S√∂ldner, fand Seweryn.
Etwas nachdenklich wurde Seweryn, als Lysa eine gro√üe Magierin werden wollte. Sie erz√§hlte dabei von einer Person Namens Artok und von F√§higkeiten, die mit Gedanken zu tun hatten. Diese Sache war ihm etwas suspekt und er stellte sich vor, was f√ľr verr√ľckte und gef√§hrliche F√§higkeiten es wohl noch geben mochte. Nach einiger Zeit hatte sich Seweryn etwas in diesen d√ľsteren Vorstellungen verfangen und versuchte daher den Gedanken beiseite zu schieben.

Die Stunden vergingen und pl√∂tzlich bekam Seweryn einen Tropfen ab. Er schaute auf seinen Handr√ľcken, wo ihn der Tropfen getroffen hatte und anschlie√üend nach oben. "Nicht ernsthaft jetzt, oder?", brummte er missmutig und dann passierte es auch schon. <Das wird bestimmt nicht nur ein Schauer.>, dachte er, als ihm das sich n√§hernde Gewitter auffiel. "Da kommt was auf uns zu...", murrte er √ľber die Schulter hinweg zum Rest der Gruppe. Lysa schien Angst zu bekommen. <Och, bitte nicht.>, dachte Seweryn, als er die √§ngstlichen Blicke der sich an ihn pressenden Lysa bemerkte. Dann schossen ihre Blicke zu ihm hoch. ‚ÄěIch mag keine Gewitter. Meinst du Segira ist b√∂se, weil Jeelen und ich Mist gebaut haben in der Stadt?‚Äú <H√§tte nicht gedacht, dass die Kurze so √§ngstlich sein kann.>. Er war etwas erstaunt, sch√ľttelte dann aber den Kopf. "Nein, Lysa.", Seweryn bem√ľhte sich so beruhigend zu sprechen wie er nur konnte. "Ich bin mir sicher, dass das da vorne nichts mit euch zu tun hat. Das zieht bestimmt schnell wieder weg.". <Zumindest hoffe ich das...>. Auch seine Blicke suchten jetzt nach einem m√∂glichen Unterschlupf.

Rósa sah schließlich eine Ruine. "Wir sollten uns das auf jeden Fall ansehen!", rief Seweryn etwas gegen den auffrischenden Wind an. "Den Wald sollten wir meiden, solange es geht! Bei Gewitter ist das kein sicherer Ort!". Lysa wäre am liebsten dort geblieben. "Hey, wir werden da bestimmt sicher sein.", redete Seweryn ihr gut zu. "Mitten auf dem Weg können wir nicht bleiben, hm?".

Die Gruppe n√§herte sich der Ruine. Viel Zeit f√ľr einen "Umbau" blieb nicht mehr. Ein Gro√üteil des Daches war bereits eingest√ľrzt. <Aber wenn man hier und da...>, Seweryn dachte einen Moment angestrengt nach. "Was meint ihr?", fragte er und drehte sich zu R√≥sa und Jeelen. Mittlerweile hatte er seinen Arm etwas fester um Lysa gelegt, da er hoffte sie so etwas beruhigen zu k√∂nnen. "Wenn wir den Teil da irgendwie hoch bekommen und abst√ľtzen k√∂nnen, dann haben wir vielleicht Gl√ľck. An der Ecke da hinten scheint die Mauer auch noch gut stabil zu sein.". Er zeigte auf die entsprechenden Stellen. Seweryn erinnerte sich an die Befestigungsarbeiten, als sie noch mit dem Heerlager umhergezogen waren. <Da hatten wir zumindest richtiges Werkzeug...>. "Wenn wir das Teil da vorne und das da dr√ľben bewegen kriegen, dann k√∂nnten wir damit noch eine Art Wand bauen, versteht ihr?". Ein Blick huschte √ľber die Schulter in Richtung Gewitter. "Und wenn, dann m√ľssen wir uns beeilen! Im besten Fall k√∂nnen wir dann noch ein kleines Feuer anmachen, das uns warm h√§lt!".

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#73

Beitragvon JEELEN » Do 26. Jan 2017, 16:12

"Doch ich hab Lesen und Schreiben gelernt Lysa, aber nicht in der Schule. Das hab ich später von Freunden gelernt. Ich habe meinen alten Beruf als Bergarbeiter aufgegeben und einen neuen gelernt.

Während meiner Lehre und noch eine ganze Zeit danach habe ich in einer Wohngemeinschaft mit Freunden gelebt, die mir alles beigebracht haben.
Vorher hab ich das nicht gebraucht, laut meinem Vater. Wobei so eine Einstellung Unsinn ist.

Mein Leitwolf, also mein Lehrer sagte mir mal, Wissen ist Macht.
Dich kann niemand um Deinen Sold oder Lohn betr√ľgen, wenn Du Vertr√§ge nachlesen kannst. Und vor allem dann nicht, wenn Du Deinen Sold nachz√§hlen kannst oder Prozente ausrechnen. Das soll nicht wichtig sein? Es ist wichtig.

Und ich habe einfach alles gelernt, was mich interessiert. Das hat mir mein Ausbilder so beigebracht. Egal wie unwichtig es Dir im Moment erscheint, wenn Du Spass dran hast lerne es. Es kann irgendwann mal wichtig sein, oder sogar Dein Leben retten. Falls nicht, hattest Du Spass.

Wenn Du Heilerin werden willst, frage ich einen Freund. Er ist Heiler. Er ist ein Goblin und sehr nett. Einer meiner alten Kumpel.

Nun zum Thema machen das Luft stinkt... dazu musst Du keine Magierin werden, es reicht einfach ein großer Bohneneintopf den Du aufisst. Dass mit der Luft passiert dann von ganz alleine", lachte Jeelen.

"Spaß beiseite Kleine. Magier kannst Du nicht einfach so werden Lysa. Ein weiterer Kumpel von damals ist Hexer. Oder Magier, nenn es wie Du willst.

Aber daf√ľr musst Du geboren sein. So wie mir mein Kumpel das erkl√§rt hat, nutzt ein Hexer die Lebensenergie der Natur, der Umgebung, anderer oder von sich selbst. Die von sich selbst wohl zuletzt. Aber die Sache ist die, jedes Lebewesen und jede Person hat diese Lebensenergie aber nur wenige Auserw√§hlte haben die M√∂glichkeit diese zu benutzen, anzuzapfen und ihrem Willen zu unterwerfen.


Und man kann sehr viel mit dieser Gabe bewirken. Diese Form heißt Geistmagie. Ich weiß das nur, weil ich meinen Kumpel damals Löcher in den Bauch gefragt habe.

Er kann anderen Personen seinen Willen aufzwingen. Wenn er einfach in Deine Gedanken sp√§ht, kannst Du ihn nicht bel√ľgen. Aus dem Grund war er von unserer Wohngemeinschaft der Kassenwart. Das ist er heute immer noch.

Er kann anderen Personen ihre Energie rauben oder sie anderen schenken, dazu dringt er in Deinen Kopf - in Deine Gedanken ein.

Wenn Du ihn freiwillig in Deinen Kopf l√§sst, kann er Dir Botschaften schicken, die Du dann im Traum empf√§ngst. Das geht f√ľr ihn leichter, wenn er etwas pers√∂nliches von Dir besitzt.

Damit er jeden von uns erreichen konnte, besaß er von jedem von uns eine Phiole Blut. Das war damals notwendig um neue Arbeiten verteilen zu können, auch wenn man ein bisschen weiter weg war. So musste man keine Umwege in kauf nehmen.

Der Geist von jeder Person ist unterschiedlich Lysa, so wurde es mir erklärt.
Der Geist sieht anders aus und ist so wie Dave es mir sagte, nach den pers√∂nlichen Neigungen und Passionen des Besitzers gestaltet. Der Geist spiegelt nat√ľrlich auch den Charakter der Person wieder.

Manche Leute zeigen in ihrem Geist wohl nur einen Gang von dem viele T√ľren abgehen und dahinter liegen die Erinnerungen und ihr Wissen verborgen.

Das w√ľrde ich zum Beispiel mal gerne sehen k√∂nnen.

Die Magie ist aber nicht nur f√ľr den Besuchten gef√§hrlich, sondern auch f√ľr den Magier Lysa.

Er muss zu sich selbst eine Verbindung behalten. Legt er seine ganze Aufmerksamkeit nur auf sein Opfer, kann er verloren gehen. Diesen Verlust hebt nur der Tod des K√∂rpers des Magiers auf, oder wenn das Opfer den K√∂rper des Magiers ber√ľhrt.

Das klingt abstrakt nicht wahr, warum sollte man in dem Kopf von jemand anderen verloren gehen oder in dessen Gedanken? Das habe ich ihn damals nämlich auch gefragt, drum kann ich es Dir beantworten.

Es gibt nämlich auch Personen, deren Geist ist ein Labyrinth des Grauens.
Wenn Du ihren Geist betrittst, selbst wenn sie Dich darin willkommen heißen, bereust Du schlagartig die Einladung angenommen zu haben.

Du bist in ihrer Welt. Und diese Welt ist so verdreht, krank, abstoßend und widerwärtig, dass Dir nur ein Gedanke bleibt - Flucht.

Angst ist aber in so einem Fall kein guter Berater, die erste Pflicht ist immer - wie Dave zu sagen pflegte - Ruhe bewahren.

Wir hatten jemanden in unserer Wohngemeinschaft, dessen Geist eine völlig andere Wahrnehmung hatte. Soweit ich weiß, hat ihn Dave nur ein einziges Mal "ausgelesen". Die Erfahrung hat ihm gereicht und Dave ist wirklich kein Weichei, im Gegenteil.

Die Magie, also diese Gabe ist m√§chtig, aber sie kann auch f√ľr den Begabten m√§chtig nach hinten losgehen, wenn man sich die falsche Person zum "lesen" aussucht. Dave kann Dir gewaltig mit seiner Gabe helfen, oder auch extrem schaden Lysa.

Wobei er sie meist hilfreich einsetzt. Er ist ein sehr ruhiger, stoischer Mann. Ihn bringt fast nichts aus der Ruhe. Er spricht nicht viel, aber das was er sagt, ist vern√ľnftig.

Aber anhand seiner Gabe versteht man, warum viele Leute Angst vor Magiern und deren Fähigkeiten haben.

Sonst kenne ich nur die Magieformen die wohl jeder kennt. Einmal die Naturmagie, die gr√ľne Magie, jene die Personen und Tiere heilt. Die gef√§llt mir gut.

Und Nekromantie, die Lehre der Totenerweckung. Davon halte ich nichts. Stell Dir nur mal vor, wenn die Nekromanten die fiesen Burschen die uns auf der Stra√üe √ľberfallen haben, wiederbeleben w√ľrden! Sowas ist nicht Recht. Die Toten sollen tot bleiben. Alle. Absolut alle, ohne Ausnahme!

Jedenfalls wollte ich Dir gesagt haben, Du musst mit der Gabe der Magie gesegnet und geboren sein Lysa. Einfach lernen kann man es nicht. Sonst wären wohl einige Hexer - vielleicht sogar ich", erklärte Jeelen freundlich grinsend.

Der Goblin zog seine Kapuze tiefer ins Gesicht um sich vor dem Regen zu sch√ľtzen. Die entdeckte H√ľtte von Rosa war zwar schon verfallen, aber trotzdem w√ľrde sie ihren Zweck erf√ľllen.

"Sie ist nicht gerissen wie ein Goblin, sie ist gerissener als jeder Goblin Rosa.
Das Schlimme war nicht, dass Lysa mich bequatscht hat, sondern dass sie mich gar nicht bequatschen musste! Ich war weich wie Butter in der Sonne, dass gestehe ich zu meiner Schande.

Was soll ich Dich da anl√ľgen, so war es eben. Ich war kein Deut besser als die Kurze und hab nicht √ľber die Konsequenzen nachgedacht. Ich hatte einfach nur den S√ľsskram im Sinn. Da vergesse ich manchmal alles andere. Ich stehe halt auf S√ľsskram. Vielleicht weil wir fr√ľher keinen bekommen haben. Egal, es tut mir leid und kommt nicht wieder vor. Versprochen Rosa", fl√ľsterte Jeelen ihr zu.

"Wegen Shohiro, die Stadt hat nicht nur Vorteile. Absolute Freiheit bedeutet auch oft das Recht des Stärkeren. Drum direkt die Warnung. Wie gesagt, dort leben alle Völker in Harmonie miteinander, die der Handelsallianz angehören. Wenn ihr dorthin ziehen wollt, schliesst Euch der Allianz an.

Kaisho und die Allianz liegen im Krieg. Das bedeutet leider auch, es gibt eine dunkle Seite der Medaille. Wer nicht zu Allianz geh√∂rt, kann versklavt werden. Das hei√üt er wird in das Sklavenheer der Handelsallianz gesteckt. Das Heer besteht nat√ľrlich aus V√∂lkern, die nicht zur Handelsallianz geh√∂ren.

Tieflinge, Orks, D√ľsterlinge, Centauren, Rakshaner, Gestaltwandler und Untote. Genauso die Kriegsgefangenen des Kaisho. Sie werden von der Allianz ebenfalls versklavt. Also Goblins und Almanen des Kaisho Abkommens.

B√ľrger Naridiens hingegen sind frei. Drum werdet welche, wenn ihr dort leben wollt. So haben es meine Kumpel auch gehalten. Ich will Euch keine Angst machen oder Euch die Handelsallianz ausreden, ich will Euch nur von Anfang auf alles vorbereiten", sagte Jeelen.

"Die H√ľtte ist ein guter Unterschlupf. Vielleicht nicht ganz wasserdicht, aber der Wald ist keine gute Alternative bei drohendem Gewitter, da hat Seweryn Recht. Lasst uns hier bleiben und mit den Bauma√ünahmen direkt anfangen", sagte der Goblin freundlich.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#74

Beitragvon R√≥sa vom Wolfsclan » Fr 27. Jan 2017, 16:24

Die Erz√§hlungen von Jeelen lenkten Lysa etwas von ihrer Unruhe ab und so an Seweryn gekuschelt f√ľhlte sie sich ganz wohl.
Als der Goblin meinte, sie könne ja einfach einen Bohneneintopf aufessen, musste sie gar lachen.
Hexer?
Dieses Wort gefiel der Kleinen weniger gut. Die Kinder in ihrem Dorf hatten sie manchmal so genannt und es war eindeutig nicht freundlich gemeint gewesen.
Sie entschied f√ľr sich, Magierin zu werden, keine Hexe.
Dass es Magier gab, welche in den Kopf von anderen eindringen konnten, fand das Mädchen faszinierend, auch wenn sie nicht ganz begriff, wie das gehen sollte.
Sie hatte es einmal versucht aus Neugier heraus als Artok noch mit ihnen reiste, aber der Geist von Menschen blieb ihr verschlossen. Nur allzu gerne h√§tte sie hinter die T√ľren in den K√∂pfen geschaut, von denen Jeelen erz√§hlte.
Als Elementarmagierin beherrschte sie das Wasser, wenn auch sie noch an den Anf√§ngen stand. Sie konnte das Wasser sp√ľren, wenn es sich in ihrer N√§he befand, es war beinahe greifbar. Lysa konnte es formen mit ihrem Willen, doch es kostete auch Energie und Konzentration.
Sie dachte noch dar√ľber nach, wie es sich wohl anf√ľhlte, wenn jemand in ihrem eigenen Kopf herumlaufen oder herumstochern w√ľrde, w√§hrend Jeelen nun √ľber Shohiro sprach.

Gemeinsam errichteten sie schliesslich nach Seweryns Anweisungen einen Unterschlupf, der sie tatsächlich vor dem gröbsten Regen verschonte.
Die Pferde hatte Rósa mit einem Pflock in ihrer Nähe befestigt. Während die beiden Ponys in aller Seelenruhe an einigen braunen Grashalmen knabberten, schnaubten die beiden Braunen immer wieder unruhig, bewegten sich sonst aber nicht von der Mauer weg, welche etwas Schutz gegen den aufkommenden Wind bot.
‚ÄěV√∂lker werden versklavt?‚Äú, R√≥sa wandte sich an Jeelen, nachdem sie das Gep√§ck entweder gut abgedeckt oder unter dem behelfsm√§ssigen Dach verstaut hatten.
Dieser Gedanke gefiel ihr nicht und war ihr fremd. Schliesslich zuckte sie jedoch mit den Schultern. Es wäre ja auch eine Illusion gewesen zu denken, dass hier das Paradies wäre. Überall gab es Ungerechtigkeiten, damit mussten sie umgehen.
Solange ihre Tochter die Ausbildung erhielt und sie hier leben konnten, wollte sie nichts gegen die Sklaverei einwenden. Etwas Egoismus und auch Pragmatismus gehörten zum Leben.

Immerhin hatten sie keinen Mangel an Wasser. Inzwischen regnete es nicht mehr bloss, nein ein ganzer Sturzbach schien vom Himmel zu prasseln. R√≥sa stellte den kleinen Kochkessel in den Regen und nach wenigen Minuten war er zur H√§lfte gef√ľllt, so dass sie erst einmal ihre Trinkvorr√§te auff√ľllen konnten.
Lysa hatte sich in Seweryns Nähe gesetzt und schlotterte am ganzen Leib, obwohl Rósa sie in eine Felldecke eingewickelt hatte.
Da kam ihr eine Idee. Mit einem L√§cheln f√ľllte sie einen ledernen Trinkschlauch mit Wasser auf und dr√ľckte ihn dann dem Kind in die H√§nde.
‚ÄěZum Aufw√§rmen‚Äú, fl√ľsterte sie und zwinkerte ihrer Tochter verschw√∂rerisch zu.
‚ÄěIch vermisse bereits die murrende Klara‚Äú, wandte sie sich dann an die beiden M√§nner.
‚ÄěVor Allem ein Krug warmer Met w√§re jetzt nicht zu verachten!‚Äú
Währenddessen presste Lysa den Wasserschlauch wie eine Bettflasche an ihren Körper. Er hatte inzwischen eine angenehm wärmende Temperatur erreicht, was ihrer Magie zu verdanken war.
Schliesslich f√ľhlte sie sich wieder so weit fit, Seweryn nach dem Kochen zu fragen und blickte ihn erwartungsvoll an.
Das Feuer wollte einfach nicht richtig aufflackern, denn das Holz war völlig durchnässt und aufgeweicht. Das winzige Flämmchen schaffte es kaum, den kleinen Kochkessel mit Wasser zu erhitzen, doch nach einigen Minuten kochte es bereits. Lysa, die sich ganz nah beim Feuer platziert hatte, grinste Seweryn stolz an und Rósa musste sich ein Lachen verkneifen, als Jeelen etwas befremdlich ins Feuer starrte.

Einige Zeit sp√§ter war dann das ganze Ausmass des Gewitters √ľber sie hereingebrochen. Der Donner grollte nun √ľber ihnen und Blitze zuckten √ľber den sturmgepeitschten Himmel. Inzwischen war Lysa die Lust am Kochen vergangen. Sie hatte sich in die hinterste Ecke des Lagers zur√ľckgezogen, den warmen Wasserschlauch fest an den K√∂rper gepresst. Unter der Decke war sie wie in einer H√∂hle eingem√ľmmelt und nur ihre √§ngstlichen Augen schauten noch daraus hervor.
Rósa wusste selbst nicht, warum das Kind solche Angst vor Gewittern hatte.
"Bei Schneest√ľrmen versucht sie Schneeflocken zu fangen und auch ein gew√∂hnlicher Platzregen freut sie mehr, als dass er sie √§ngstigt."
Doch sobald sich die Wolken zu Bergen t√ľrmten, der Donner wie eine hereinbrechende Lawine erklang und die grellen Blitze zuckten, wurde aus dem M√§dchen ein Nervenb√ľndel.
Normalerweise verwandelte sich Rósa in solchen Momenten in ihre Bärengestalt, was Lysa in irgendeiner Weise mehr Schutz zu versprechen schien, als ihre humanoide Gestalt. Am liebsten kuschelte sie sich dann an das weisse Bärenfell und vergrub die Finger im warmen Pelz.
‚ÄěEs passiert uns hier nix, Liebes. Sieh nur, dank Seweryn haben wir ein Dach √ľber dem Kopf. Und sogar Fredo steht ganz still und hat keine Furcht. Du bist doch ein mutiges M√§dchen!‚Äú
Lysa nickte tapfer und schaute sich dann nach Jeelen um.
‚ÄěHat Pulga keine Angst vor Gewittern?‚Äú

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#75

Beitragvon Seweryn » Sa 28. Jan 2017, 18:20

Der Unterschlupf wurde rechtzeitig fertig. Trotz seiner Kaputze am Reisemantel waren Seweryns Haare nass und die kalte Feuchte kroch langsam an ihm hoch. Die anderen hatten sich bereits in dem Unterschlupf verkrochen, er jedoch wollte noch einen schnellen Kontrollgang um die H√ľtte machen. <Sieht doch gut aus...>, er nickte. Dann grollte pl√∂tzlich ein lauter Donner gar nicht mehr weit entfernt. "Wooooahhhh!", Seweryn nahm kurz eine leicht gebeugte Haltung ein, schaute sich um und wischte sich die Haare aus dem Gesicht. "Meine G√ľte...jetzt aber schnell", murmelte er und ging mit schon fast platschenden Schritten zu den anderen.

Lysa war zu ihm her√ľbergekommen und hockte nun dort, zusammengekauert und in eine Felldecke gewickelt. Er bemerkte, dass dem kleinen M√§dchen kalt war, doch konnte er f√ľr den Moment nicht viel tun. R√≥sa gab Lysa den Trinkschlauch und Seweryn konnte sich vorstellen, was f√ľr ein Sinn dahinter steckte. Er erhob sich noch einmal und pr√ľfte die "Deckenkonstruktion". <H√§lt gut dicht.>, stellte er erleichtert fest.
"Ich mach mich mals ans Feuer. Jeel, reichst du mir mal was von dem Holz da hinten?". Seweryn hatte schon oft ein Feuer entfacht, auch im Freien und bei Regen. Aber dieses mal wollte es einfach nicht so richtig was werden. <Verdammt, was soll das denn?!>. Gemeinsam hatten sie jedoch mehr Gl√ľck und alsbald flackerte eine keine Flamme unter dem Kochkessel.
Seweryn war erst erstaunt, als das Wasser im Kessel schnell erhitzte, doch dann flogen seine Blicke kurz zu Lysa her√ľber, die ihn stolz angrinste. Seweryn nickte ihr kaum merkbar mit hochgezogener Augenbraue einmal anerkennend zu.

"Jah...ein Met...das h√§tte jetzt viel sch√∂nes.", Seweryns Augen wanderten in die Ferne. In der Taverne war es angenehm warm gewesen, auch ohne Khira. "Und dann mit der Kleidung weiterreisen...das wird ein Spa√ü.", stellte Seweryn sarkastisch fest und schaute an sich herunter. "Vielleicht haben wir ja Gl√ľck und k√∂nnen die Sachen irgendwie...irgendwo...trocknen.".

Dann gab das Gewitter alles, was es konnte. Auch Seweryn wurde etwas mulmig, als der Wind an ihrer Konstruktion riss. Er behielt sicherheitshalber die Konstruktion im Auge und bekam kaum mit, dass Rósa, Lysa und Jeelen sich weiter unterhielten. Seine Finger zuckten nervös.

Pl√∂tzlich schlug der Blitz ein. Irgendwo, nicht weit entfernt, krachte es und Holz splitterte. Die gesamte Gruppe zuckte zusammen, Lysa kreischte auf und Seweryn sowie Jeelen fluchten. "Da hat es einen Baum erwischt.", vermutete Seweryn und atmete tief durch. "Wir sind hier wirklich sicherer als im Wald.". Er kramte eine kleine Flasche hervor, zog den Korken heraus und nahm einen Schluck. Dann reichte er die Flasche an Jeelen weiter. "Denke, du w√ľrdest es Medizin nennen.", sagte er trocken. "Gegen den Schreck. Wird euch schmecken, macht ruhig leer. Die Flasche w√ľrde ich aber gern noch aufbewahren.". Dann fielen seine Blicke auf Lysa. Aus dem Deckenb√ľndel lugten zwei weit aufgerissene Augen hervor, in denen sich bereits ebenfalls das Wasser sammelte. "Ich versuche mal was.", fl√ľsterte Seweryn in R√≥sas Richtung und schob sich zu Lysa hin√ľber. "Als ich klein war hat mir das geholfen.". Er nahm das wimmernde B√ľndel in den Arm, r√§usperte sich und begann dann leise zu singen.

"Sturmgefährten"
Ein Sturm zieht auf
und die Wolken sind bereits nah
Der Regen fällt
und der Donner rollt heran

Hab keine Furcht
denn dein Zuhause ist die Burg
Dort ist der Schutz
den du brauchst zu dieser Zeit

Wir sind da
stehen bei dir Seit' an Seit'
Komme was auch kommen mag
wir sind bei dir Tag und Nacht

Du bist nicht allein
hast Gefährten zu dunk'ler Stund'
Und wir bleiben hier bei dir
damt dich findet keine Angst

Der Sturm, er zog vorbei
und kein Regen traf dein Gesicht
Also sei gewiss
Wir werden immer bei dir sein


Als er endete herrschte einen Moment lang Schweigen. "Meiner Schwester hat das Lied auch immer gefallen.", fl√ľsterte er in das mittlerweile ruhig atmende Deckenb√ľndel. Dann nickte er R√≥sa und Jeelen zu. Sein Blick sagte "Gerade noch mal gut gegangen.".

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#76

Beitragvon JEELEN » Sa 28. Jan 2017, 20:00

Der Goblin reichte Lysa Pulga r√ľber und mummelte sich selbst tief in seinen Umhang ein.

"Wegen der Sklaven Rosa, ja das ist leider so. Du scheinst es mit Fassung zu tragen. Ich sehe das auch pragmatisch.

Jeder der Sklaverei ablehnt, vertritt in meinen Augen eine ziemlich selbstgerechte Einstellung. Nat√ľrlich h√§lt die Allianz Sklaven! Wenn Sklaverei abgeschafft werden soll, dann vollkommen. Woanders hat sie nur einen anderen Namen.

Selbst die angeblichen freien Länder besitzen Sklaven.
Ich war ein Sklave.

Definiert doch einmal den Begriff Sklave. Ein Sklave ist das Eigentum einer Person oder einer Vereinigung ist. Das ist soweit klar.

Andere meinen es w√ľrde sich um eine Person handeln, die vermutlich gegen ihren Willen, das Eigentum einer Person oder Vereinigung wurde. Vorzugsweise ist die Aufregung gross, wenn es sich bei der Person um einen Menschen handelt.

Sklaven werden meist gut behandelt, solange sie ihren Zweck erf√ľllen und ihrer Aufgabe nachkommen. Misshandelt man grundlos seine Sklaven, dann leidet seine Arbeitsleistung. Im eigenen Interesse wird man also den Sklaven nur bestrafen, wenn es angebracht ist. Von weiterer unn√∂tiger Bestrafung sollte man auch absehen, da er sonst versterben kann. Was die Anschaffung eines neuen Sklaven erfordert. Das w√§re dann mit Geld und M√ľhe verbunden.

Gut gehaltene Sklaven haben somit Vollversorgung. Sie haben Nahrung, Kleidung, ein Dach √ľber dem Kopf und medizinische Versorgung.

Eine freie Person, die nichts besitzt ist doch wesentlich schlechter dran als ein Sklave. Wenn einer Person ohne jeden Besitz ist, wird sie einen Beruf aus√ľben m√ľssen, der sie zwingt zu einem sehr niedrigen Lohn, sehr niedrige Arbeit zu leisten. Und der Sold wird so knapp bemessen sein, dass diese Person jeden Monat, am besten noch jeden Tag auf ihre Arbeit angewiesen ist. Sie schuftet sich die Knochen kaputt und wird wesentlich mehr arbeiten m√ľssen, als ein Sklave der einen Herren hat.

Ist so ein Leben Freiheit? Ich sage nein, ich war mehr Sklave als so einer der ein Herrchen hat.

Was ist mit den Personen die nicht mal so einen Job bekommen?
Was ist mit den Kriminellen die sich Nahrung und Kleidung stehlen.
Wer ist da eigentlich Kriminell?

Die Person in der ausweglosen Lage ohne Nahrung, oder jene freiheitsliebenden F√ľrsprecher, die sie in die Situation gezwungen haben. Ist diese Person wirklich frei? Wenn ja zu welchem Preis?

Ein Sklave hat jeden Tag den Napf voll und Kleidung auf dem Leib. Er wird nicht kriminell.

Der Junge auf dem Markt hatte nichts, den Lysa helfen wollte. Keine Nahrung und vermutlich keine Kleidung - ich hab ihn ja nicht gesehen.

Spinnen wir es mal weiter. Was ist mit den anderen Lebewesen die andere Haustiere nennen?

Sind das keine Sklaven? Doch, das sind sie. Sie sind das pers√∂nliche Eigentum Ihrer Besitzer. Man kann sie schlagen oder sogar t√∂ten. Es w√§re keine Straftat. Begriff daf√ľr - Sklave.

Personen sperren Tiere in Käfige, sogar Vögel.
Wir halten Sklaven.

Kein Haustier kann einfach ausziehen und seinen Menschen- oder Goblinfreund die Freundschaft aufk√ľndigen. Ihr geht als Menschen ja sogar so weit, dass ihr bestimmte Tiere wie Hunde bewusst einseitig vermehrt, dass sich bestimmte Eigenschaften vererben, andere unerw√ľnschte Eigenschaften ausgemerzt werden. Selektion. Ihr schafft damit Sklavenrassen. Und diese degenerierten Wesen k√∂nnen kaum in ihrer ehemals nat√ľrlichen Umgebung leben oder √ľberleben.

Von daher sollte man sich entweder entspannen wie wir beide Rosa, oder man sollte wirklich alle Sklaven aus ihrem Dasein befreien.

Klingt d√ľster was? Regengedanken.
Ich hasse Regen und Gewitter.
Gewitter verheißt nie was Gutes", murmelte Jeelen und legte die Ohren an.

Sew hatte Recht, sobald der Regen nachlassen w√ľrde, musste sich klatschnass weiterziehen. Angenehm sah wirklich anders aus. Nur eine M√∂glichkeit die Kleidung zu trocknen hatten sie nicht.

Vielleicht wenn es aufh√∂rte zu gie√üen, dass sie die Kleidung etwas am Feuer trocknen konnten. Eine Gastst√§tte w√§re wirklich nicht schlecht, gr√ľbelte Jeelen.

Als der Blitz ganz in der Nähe einschlug, klingelten dem Goblin danach die Ohren. Als Seweryn ihnen auf den Schreck eine Medizinflasche anbot, nahm Jeelen sie mit dankbarem Nicken entgegen. Der Goblin nahm einen großen Schluck, behielt ihn kurz im Mund und reichte die Flasche dann an Rosa weiter.

Als Seweryn dann f√ľr Lysa ein Lied sang, vertrieb er nicht nur die gr√∂√üte Angst von Lysa, sondern auch Jeelens Ohrenschmerzen. Dem Goblin gefiel was er h√∂rte. Mit wesentlich besserer Laune rollte sich Jeelen unter seinem Mantel zusammen.

"Sch√∂nes Lied", sagte er gl√ľcklich.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#77

Beitragvon R√≥sa vom Wolfsclan » So 29. Jan 2017, 15:23

‚ÄěIch denke nicht, dass es gut ist, wenn einige sich √ľber andere aufschwingen, um ihnen ihren Willen aufzuzwingen. Und auch wenn es manche Sklaven wom√∂glich besser haben als die Freien, so ist es doch eine Sache des Stolzes und der Ehre, selbst √ľber sein Leben bestimmen zu k√∂nnen, sich aussuchen zu d√ľrfen, wo man leben und was man arbeiten m√∂chte.
Obwohl ich geh√∂rt habe, dass hier bei einigen V√∂lkern die Frauen die Sklaven ihrer M√§nner sind. Auch sie bekommen keinen Lohn f√ľr ihre Arbeit. Bei uns Norkara √ľbernehmen Frauen und M√§nner oftmals dieselben Aufgaben.
Ich denke, dass ich selbst daran zerbreche w√ľrde, als Sklavin leben zu m√ľssen. Meine Freiheit sch√§tze ich sehr und ich m√∂chte selbst√§ndig f√ľr meine Familie sorgen k√∂nnen. Ehre und Stolz sind meinem Volk sehr wichtig. Doch vor Allem m√∂chte ich Lysa ein gutes Leben erm√∂glichen, sie soll die Freiheit haben, ihren Weg selbst auszusuchen.‚Äú


Als der Blitz einschlug, zuckte auch die hartgesottene Norkara zusammen und blickte zu ihrer Tochter hin√ľber, die den Tr√§nen nahestand.
Auch Seweryn hatte dies bemerkt. Nachdem er Jeelen eine Flasche r√ľberreichte, die dieser nach einem kr√§ftigen Schluck an R√≥sa weitergab, nahm er Lysa in den Arm und begann zu singen.
Der Alkohol w√§rmte sie von Innen, doch auch zu sehen, wie die Gruppe sich zusammenschloss und sich gegenseitig unterst√ľtzte, liess eine wohlige Ruhe in ihr aufsteigen.
Alle lauschten sie dem Lied und die Norkara bemerkte, wie das Mädchen sich beruhigte.
Mit grossen Augen hörte Lysa Seweryn zu und vor ihrem Innern zogen die Bilder einer sicheren Burg auf, in deren Mitte eine Gruppe fröhlicher Gesellen vor dem Feuer sass, sich Geschichten erzählte und lachte, während vor den Zinnen ein Sturm tobte.
‚ÄěDas hat mir gefallen‚Äú, fl√ľsterte Lysa zur√ľck. Inzwischen schienen ihr die Lieder beinahe zuzufallen: ‚ÄěSingst Du es noch einmal?‚Äú
Rósa lächelte und begann ihr aus der Decke eine Schlafstätte herzurichten.
Sie gab Pulga dem Goblin zur√ľck und achtete dann darauf, dass das Kind bequem zum Liegen kam.
‚ÄěIch fand es auch sehr sch√∂n. Es st√§rkt den Zusammenhalt und zeigt auf, wie wichtig Freundschaft ist. Dann bist du auf einer Burg aufgewachsen?‚Äú, wandte sie sich dann an den S√§nger.
‚ÄěDu wirst deine Schwester bestimmt wieder sehen‚Äú, meinte sie dann noch aufmunternd.

Es war bestimmt nicht einfach f√ľr Seweryn, so ohne seine Familie. Immerhin hatte er vor Allem seine Schwester schon einige Mal erw√§hnt, und obwohl es oft eher nebenbei geschah, konnte R√≥sa die Liebe erkennen, welche er f√ľr sie hegte.
Doch auch Jeelen reiste alleine durch die Welt und das obwohl er ebenfalls Leute hatte, welche f√ľr ihn einer Familie am n√§chsten kamen. R√≥sa war gespannt, ob sie in Shohiro einige seiner Freunde kennenlernen w√ľrden.
Sie wurde immer neugieriger auf die Stadt und freute sich darauf.
Gleichzeitig war sie unheimlich dankbar daf√ľr, eine so wunderbare Tochter zu haben. Auch wenn die Umst√§nde nicht gerade die einfachsten waren, so hatten sie trotzdem einander.
‚ÄěHoffentlich l√§sst das Gewitter bald nach. So w√§re die Weiterreise nicht gerade angenehm!‚Äú, murmelte sie dann eher zu sich selbst, w√§hrend ihr Blick liebevoll auf dem Kind lag.
Sie entdeckte den Wasserschlauch und hob ihn auf. Er war inzwischen abgek√ľhlt, nachdem Lysa ihn nicht mehr mit ihrer Magie weiter erw√§rmt hatte.
Es war faszinierend, was alles in ihr steckte. Vielleicht konnte sie ihnen auch mit der Kleidung behilflich sein, ging es ihr noch durch den Kopf.
‚ÄěHey Jungs, wollt ihr auch Mal eigne Kinder haben? Oder ist die Planung noch in weiter Ferne?‚Äú, sie grinste die beiden M√§nner an.
‚ÄěIhr w√ľrdet bestimmt ordentliche V√§ter abgeben. Und son kleiner Wicht mit deinen Goblinohren w√§re bestimmt putzig!‚Äú

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#78

Beitragvon Seweryn » Mo 30. Jan 2017, 14:54

<Puh, gerade noch so...>, dachte Seweryn als er bemerkte, dass das Lied geholfen hatte. Lysa wuselte in Richtung Schlafstätte und bevor Seweryn das Lied noch einmal anstimmen konnte war sie bereits im Land der Träume.
Mit einer Mischung aus Dank und Stolz nickte Seweryn R√≥sa und Jeelen zu. "Ja, uns wurde schon fr√ľh beigebracht, wie wichtig Zusammenhalt und dergleichen ist. Aber nein, aufgewachsen bin ich im Heerlager. Da gab es allerdings die ein oder andere √úbernachtung bei oder in einer Burg. Das Lied hat meine Mutter schon damals immer gesungen, ich wei√ü gar nicht, wo sie es her hatte. Aber es freut mich, dass es euch gefallen hat.". R√≥sa schien optimistisch, dass er Finja wiedersehen w√ľrde. "Jah..." war das einzige, was Seweryn als Antwort hervorbrachte und er starrte stumm in die Flamme des kleinen Feuerchens. Kurze Zeit sp√§ter riss R√≥sa ihn wieder aus seiner Gedankenwelt. "Nein, nein, das w√§re alles andere als sch√∂n.", stimmte Seweryn zu, als sie √ľber das Unwetter und die Weiterreise redeten. "Warten wir erst mal ab, ich denke das verzieht sich noch.".

"Kinder?", fragte Seweryn etwas verbl√ľfft, schaute etwas irritiert zu Jeelen und √ľberlegte dann. "Dar√ľber habe ich mir ehrlich gesagt noch gar nicht sooo viele Gedanken gemacht.", begann er und kratzte sich am Kinn. "Unter uns, manchmal denke ich schon √ľber die Zukunft nach und was noch kommen wird. Dieses...Handwerk...dem ich nachgehe, das kann man einfach nicht ewig machen. Auf der anderen Seite...", einem Moment zuckten seine Blicke umher, "...naja, ihr wisst schon.". Es war klar, dass das S√∂ldnerleben alles andere als ungef√§hrlich war. Diese Gedanken gefielen Seweryn nicht sonderlich gut, aber er versuchte gute Miene zu b√∂sem Spiel zu machen. "Vielleicht kommt ja irgendwann DER Auftrag, der es mir erlaubt mich zur Ruhe zu setzen.". Er sah R√≥sa und Lysa an und stellte sich kurz vor, wie so ein Leben mit Frau und Kind wohl w√§re. "Kleine Seweryns.", fl√ľsterte er vor sich hin und musste kurz aufgrund dieser Vorstellung grinsen. "Warten wirs mal ab. Die gro√üe Liebe l√§sst sich ja nicht planen oder so. Sobald sie da ist wird die Zeit schon kommen. K√∂nnt ihr euch das vorstellen? Kleine Ichs?". Das Lob, dass er einen ordentlichen Vater abgeben k√∂nnte, schmeichelte ihm.

"Ich gucke mal kurz, wie es drau√üen aussieht.", meinte Seweryn schlie√ülich, erhob sich und steckte einen Moment lang den Kopf aus dem Unterschlupf. Zumindest hatte der Regen etwas nachgelassen. "In der Ferne wird es zum Gl√ľck schon wieder etwas heller. So wie es aussieht, haben wir das Gr√∂bste √ľberstanden.", berichtete er den anderen als er sich wieder gesetzt hatte. "Den Pferden geht es soweit auch gut.", f√ľgte er hinzu. "So wie es aussieht werden wir hier √ľbernachten?", fragte Seweryn in die Runde mit Blick auf Deckenkn√§ul-Lysa und dem eingerollten Jeelen. "Wenn ja, ich mache wieder die Wache nach dir, R√≥sa?".

Bald streckte Seweryn leise st√∂hnend seine Beine aus. Das linke Knie knackte und er f√ľhlte sich leicht verspannt. So machte er es sich auf der rechten Seite liegend bequem, zupfte an einem St√ľck Holz herum und schnipste immer wieder Teile davon in die Glut. <Was Finja wohl gerade macht?>

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#79

Beitragvon JEELEN » Mo 30. Jan 2017, 21:51

"Menschen lieben Musik. Warum Goblins keine Musik lieben obwohl wir eigentlich gut hören können, ist mir unverständlich.

Gut bei uns sagt man, es w√§re Zeitverschwendung. Also √ľberhaupt so etwas wie Kunst. Wobei man doch eigentlich besser arbeitet, wenn man sich vorher entspannen kann. Mir gef√§llt es jedenfalls wenn Du singst Sew", sagte Jeelen gut gelaunt.

Bei der Frage nach ihrem Kinderwunsch musterte der Goblin den Almanen zur√ľck. Sein Blick war berechtigt. S√∂ldner oder Assassine war nicht gerade ein Kinder freundlicher Beruf. Zudem waren es Berufe die den Tod brachten und nicht neues Leben bescherten.

Das Rosa sie beide f√ľr sp√§tere gute V√§ter hielt, freute Jeelen. Wobei er glaubte, ihn hatte die Noraka nur der Freundlichkeit halber eingebunden. Wie "gut" er als Aufpasser war, hatte er ja erst vor kurzem unter Beweis gestellt, wer wusste welche H√∂lle losbrechen konnte, wenn man rund um die Uhr auf so ein winziges Wesen aufpassen musste? Trotzdem fand er die Vorstellung irgendwie gut, sie gefiel ihm.

"Das stimmt, Liebe kann man nicht planen. Eine Frau die ich liebe, habe ich - nur ob ich je Kinder haben werde, weiß ich nicht. Falls wir sie in Shohiro treffen, stelle ich sie Euch vor.

Jedenfalls wenn ich je ein Kind habe, wollen wir mal wenn mit nur einem einzigen anfangen, dann werde ich mir einen anderen Job suchen, das steht fest. Vielleicht als Scout weiterhin irgendwen wohin f√ľhren, dass geht - aber S√∂ldner?

Nein, das ist nichts, wenn man ein Kind hat. Wobei mir die Vorstellung schon irgendwie geh√∂rig Respekt einfl√∂√üt, auf so einen winzigen Wurm aufpassen zu m√ľssen.

Und ich m√ľsste mir mit meiner Frau ein Haus nehmen, oder bei ihr einziehen. Man kann ja schlecht mit dem Kind leben wo es einen hin verschl√§gt. Wobei ich sag Frau... das hie√üe ich m√ľsste heiraten, wobei das kann man sp√§ter ja immer noch. Spa√ü an so einem K√ľken h√§tte ich.

Das mit den Ohren nehme ich als Kompliment Rosa", grinste Jeelen.

Rosa sprach davon, dass Seweryn vermutlich Finja bald wiedersehen w√ľrde, w√ľnschte ihm der Goblin daf√ľr nur das Beste. Denn so wie Sew danach in die Flammen schaute schien er sie sehr zu vermissen.

Als Sew verk√ľndete dass es den Pferden gut ging, ertappte sich Jeelen dabei, dass er sich insgeheim w√ľnschte, die Biester w√§ren geflohen. Auf der anderen Seite war er froh, dass die Pferde noch da waren. Jedenfalls f√ľr die Gruppe.

"Ja lasst uns hierbleiben, wir k√∂nnen morgen fr√ľh in aller Fr√ľhe aufbrechen. Sagt mal lernt jeder Mensch generell Lieder? Oder nur wenn man Interesse daran hat? Ich meine als Allgemeinbildung. Kann jeder Mensch wenigstens ein Lied singen oder so?", fragte der Goblin neugierig.

Er freute sich darauf wieder nach Shohiro zu kommen.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise f√ľr den feinen Gaumen

#80

Beitragvon R√≥sa vom Wolfsclan » Mi 1. Feb 2017, 18:22

R√≥sa verstand die beiden Kerle gut. Ihre Berufswahl war nicht sehr kinderfreundlich. Aber dass beide es in Betracht zogen ihre Arbeit einzutauschen, um daf√ľr eine Familie gr√ľnden zu k√∂nnen, machte sie gleich noch sympathischer.
F√ľr ihr M√§dchen h√§tte die Norkara alles getan, sie konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen, als Lysa zu verlieren.
‚ÄěIch w√ľrde mich sehr freuen, deine Zuk√ľnftige kennenzulernen, Jeel. Und ihr gleich Mal raten, sowohl das Kind als auch Dich immer im Auge zu behalten, wenn S√ľssigkeiten in Sichtweite sind.‚Äú

‚ÄěHabt ihr euch nie √ľberlegt, an einem Ort zu bleiben und einem ‚Äěgew√∂hnlichen‚Äú Handwerk nachzugehen? Oder warum‚Äú, ihr Blick glitt pr√ľfend zu Lysa, ‚Äětut ihr das, was ihr tut? Des Geldes wegen?‚Äú
Rósa nickte bloss, als Seweryn Bericht zum Stand des Wetters und den Pferden erstattete.
Gleichzeitig bemerkte sie aber auch Jeelens zwiegespaltene Miene.
‚ÄěWillst du uns etwas mitteilen Jeel?‚Äú, lachte sie.

‚ÄěWie kann Musik nur als Zeitverschwendung angesehen werden. Es ist doch eher eine M√∂glichkeit, die Zeit zu verk√ľrzen, wenn sie einem zu lange wird. Ausserdem sind Lieder in der Lage, eine Gruppe zusammen zu schweissen, anzutreiben oder kleine Kinder zu beruhigen‚Äú, meinte sie als Antwort auf Jeelens Aussage.
Diese Goblins waren schon ein seltsames Völkchen. Doch sie hatte bereits gehört, dass sie eine relativ kurze Lebensspanne besassen, fleissig waren wie ein Bienenstock und keine Minute ungenutzt verstreichen liessen. Jeelen schien sich wohl etwas von seinen Artgenossen zu unterscheiden, zumindest was den Musikgeschmack betraf.
‚ÄěNun, ich denke, dass die meisten Menschen Lieder kennen lernen auf ihrem Lebensweg. In meinem Volk im Norden werden bei Festen oder am Lagerfeuer Melodien gesungen und gespielt. Oftmals erz√§hlen sie eine Geschichte von unseren Vorfahren, welche die Meere bereisten, bevor sie sich auf Thogrim niederliessen. Und so werden die Lieder von Generation zu Generation weitergegeben und die Ahnen geraten niemals in Vergessenheit.‚Äú

R√≥sa nickte zustimmend, sie w√ľrde die erste Wache √ľbernehmen. Das Feuerchen hatte inzwischen v√∂llig aufgegeben und die Dunkelheit begann sie zu umh√ľllen. Viel Anderes als zu schlafen blieb ihnen gar nicht √ľbrig.
‚ÄěIch werde dann Mal Draussen wachen‚Äú, meinte R√≥sa und liess die drei Schemen im Unterschlupf zur√ľck.
Sie hatte beschlossen, Seweryn heute einen etwas ausgiebigeren Schlaf zu g√∂nnen, denn sie versp√ľrte schon den ganzen Tag eine innere Unruhe.

Zuerst machte sie eine pr√ľfende Runde um das Lager herum, um auf Nummer sicher zu gehen, dass keine unliebsamen Besucher in der N√§he waren.
Dann achtete sie darauf, hinter einem Gestr√ľpp abzutauchen, das kaum zu sehen war von der Ruine aus, wo sie jedoch die Umgebung trotzdem im Blick haben w√ľrde. Sie lauschte auf jegliche Ger√§usche und schnupperte in der Luft.
Keine Auffälligkeiten.
Schliesslich entkleidete sie sich so rasch als m√∂glich und legte das B√ľndel unter den Strauch, um es so etwas von dem Regen zu sch√ľtzen, der bereits merklich nachgelassen hatte.
Völlig nackt kniete sie sich schliesslich auf die feuchte Erde und schloss die Augen, um sich zu verwandeln.

R√≥sa sp√ľrte, wie ihre Sinne sich mehr auspr√§gten. Obwohl sie nicht viel mehr sehen konnte, h√∂rte sie nun jedes Knacksen und jeden Schritt in der Umgebung. Doch am allermeisten ver√§nderte sich ihr Geruchsinn. Als Eisb√§rin konnte sie Robben unter der Eisdecke riechen und verwesende Tiere √ľber mehrere Kilometer hinweg orten.
Doch auch ihr K√∂rper ver√§nderte sich, nahm an Gewicht und Gr√∂sse zu, dichter, weisser Pelz bedeckte beinahe jeden Zentimeter, Nase und Mund wurden zu einer l√§nglichen Schnauze mit kr√§ftigen Kiefern, Ihre H√§nde und F√ľsse zu riesigen Pranken. Mit beinahe 300kg und zwei Metern Kopf-Rumpf-L√§nge legte sie eine ordentliche Masse auf die Waage.
Wie gut es tat, wieder einmal den Boden unter ihren Tatzen zu sp√ľren.
Während sie aufmerksam schnupperte und lauschte, um sich nichts entgehen zu lassen, trottete sie in einem beträchtlichen Abstand, um die Pferde nicht aufzuschrecken, um das Lager herum ihre Runden. Sie traute sich nicht, in den nahen Wald zu gehen, wollte sie sich doch trotzdem nicht zu weit entfernen.
Sie f√ľhlte sich so wach und lebendig wie schon lange nicht mehr.

Als sie einige Stunden sp√§ter wieder ins Lager zur√ľckkehrte, haftete ein animalischer Geruch an ihr, den auch der Regen nicht vollkommen abwaschen konnte.
Sie weckte schliesslich Seweryn auf, der noch zu schlafen schien.
‚ÄěHab Dir ne gr√∂ssere M√ľtze schlaf geg√∂nnt. H√§tte noch nicht einpennen k√∂nnen‚Äú, murmelte sie ihm zu.
‚ÄěKeine Besonderheiten.‚Äú
Dann m√ľmmelte sie sich neben Lysa ein.
Am n√§chsten Morgen w√ľrde der Regen auch noch die letzten Prankenabdr√ľcke weggesp√ľlt haben‚Ķ


Lysa wachte noch vor den anderen beiden Erwachsenen auf und spähte mutig aus ihrem Deckenknäuel hervor. Sie hielt nach Jeelen Ausschau, doch offensichtlich war er Draussen, um Wache zu halten. Schliesslich stand sie auf und tapste leise zum Ausgang. Da sah sie ihn in einiger Entfernung auf einem Stein hocken. Er beobachtete gerade den Sonnenaufgang, der spärlich hinter den Wolken zu erkennen war.
Das Kind war gut gelaunt, denn das Gewitter war nun an ihnen vorbeigezogen und ein neckisches Funkeln trat plötzlich in ihre Augen.
Sie sah sich um und entdeckte eine Pf√ľtze, die sich in einer Kuhle im Boden gebildet hatte. W√§hrend sie sich konzentrierte, zog sich das Wasser zusammen und begann Form anzunehmen.
Schliesslich schickte Lysa ihre Wasserratte, welche die Gr√∂sse von Pulga hat, auf die Reise zu Jeelen, w√§hrend sie selbst ihn gespannt beobachtete. Die Wasserfigur kletterte geschickt den Stein hoch und stellte sich frech neben dem Goblin auf die Hinterbeine, gerade so als w√ľrde sie ihn beschnuppern.