Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Der SĂŒdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#71

Beitrag von RĂłsa vom Wolfsclan » Mi 25. Jan 2017, 09:37

Lysa hatte Seweryn aufmerksam gelauscht, als er ihr eine Geschichte erzĂ€hlte, die er selbst erlebt hatte. Und genauso, wie sie sich zuvor darĂŒber empörte, dass Niemand hungern sollte, entrĂŒstete sie sich nun ĂŒber die Leute, welche ihren Freund an der Nase herumfĂŒhren wollten.
Sein Versprechen, dass sie zusammen Kochen wĂŒrden, liess ihre Augen wieder strahlen und dass er ihr sogar erlaubte, das Feuer auf ihre Art heiss zu machen, freute sie noch mehr.
„Wir sagen ihnen einfach, sie sollen Holz sammeln gehen und wĂ€hren sie suchen, können wir schon anfangen zu kochen!“, plante sie bereits voller Elan und wĂ€re am liebsten direkt vom Pferd gesprungen, um die Rast vorzuverlegen.
Lysa hatte den beiden MÀnnern ebenfalls zugehört.
„MĂŒssen wir dann zuerst noch auf die Jagd gehen, um an das Frischfleisch zu kommen?“, fragte sie unschuldig in die Runde, denn auf dem Markt hatten sie vor allem Trockenfleisch und einige WĂŒrste eingekauft, die auch etwas lĂ€nger gut blieben.
Die Wolken behagten der Kleinen nicht so ganz. Einerseits mochte sie zwar den Regen, gleichzeitig fĂŒrchtete sie sich aber auch vor Blitz und Donner. Wenn der Himmel einem ĂŒber den Köpfen einzubrechen drohte, hatte dies etwas BeĂ€ngstigendes fĂŒr das Kind. Misstrauisch beĂ€ugte sie deswegen die Wolkenberge und hoffte, dass sie bald einen sicheren Unterschlupf erreichen wĂŒrden.

Als Lysa und Seweryn mit ihrem Moldi ein StĂŒck vor ihnen herritten, wandte sich RĂłsa zu Jeelen um.
"Noch einmal wegen der Sache in der Stadt. Ich weiss, wie gewieft die Kleine sein kann und ich bin froh, dass Du sie mir heil wieder gebracht hast. Trotzdem wĂ€re ich glĂŒcklich darĂŒber, beim nĂ€chsten Mal zu wissen, wo sie ist und nicht erfahren zu mĂŒssen, dass sie anstĂ€ndige Leute bestiehlt. Und beim nĂ€chsten Mal, lass Dich nicht von ihr um den Finger wickeln! Sie wirkt zwar unschuldig und lieb, aber das MĂ€del ist gerissen wie ein Goblin", sie grinste ihn nun an.
Rósa war schliesslich damit einverstanden, ihr Ziel auf Shohiro zu verlegen. Was sie hörte, gefiel ihr. Bei seiner Frage nach der Schulausbildung von Lysa zögerte sie einen Moment.
Doch Lysa hatte seine Frage ebenfalls gehört.
„Ich will den Menschen helfen“, begann sie zu reden, „ich möchte Heilerin werden. Oder etwas mit Tieren wĂ€re auch schön. Aber lernt man in der Schule auch Kochen und Schneidern und Jagen? Das muss eine Norkara-Frau alles auch können!“
Rósa grinste. TatsÀchlich waren die Frauen in ihrem Dorf sehr vielfÀltig einsetzbar. Sie wurden nicht nur im Haushalt gebraucht, sondern mussten auch handwerkliche TÀtigkeiten erlernen oder gingen mit auf die Jagd oder halfen zumindest beim HÀuten der erlegten Beute.
„Das wirst du auch alles noch lernen Lysa. Und wenn sie es Dir nicht in der Schule beibringen, dann werde ich das tun, keine Angst.“
„Warst Du gar nicht in der Schule Jeelen? Hast Du nie Lesen und Schreiben gelernt?“, fragte da Lysa erstaunt.
Sie selbst hatte gerade so die ersten Schreib-, Lese- und Rechenaufgaben hinter sich gebracht, als sie auch schon aus dem Dorf verreist waren.
„Vielleicht werde ich ja auch einmal JĂ€gerin, wie Mamma“, mutmasste die Kleine dann weiter. Sie kannte bloss die Berufe, welches auch in ihrem Dorf gab, was ihre Auswahl jedoch sehr einschrĂ€nkte.
„Oder ich will eine grosse Magierin werden wie Artok. Die konnte eine Stinkewolke aus dem Nichts erschaffen und mit ihren Gedanken die grossen MĂ€nner in die Knie zwingen!“, begeisterte sich da Lysa.
RĂłsa presste die Lippen aufeinander. Die Magie von Artok hatte ihr im Gegensatz zu Lysa nie so richtig behagt, da sie nicht mit den Elementen verbunden schien. Sie war widernatĂŒrlich, doch sie behielt ihre Gedanken fĂŒr sich.

Sie waren bereits drei Stunden unterwegs, als aus dem Nichts ein Regenschauer losbrach. In der Ferne zuckten Blitze ĂŒber den Himmel und in spĂ€testens einer Stunde wĂŒrde das ganze Ausmass des Gewitters ĂŒber sie hereinbrechen. Lysa hatte sich eng an Seweryn gepresst und beobachtete Ă€ngstlich den Himmel, der immer wieder unheilvoll erleuchtet wurde.
„Ich mag keine Gewitter. Meinst du Segira ist böse, weil Jeelen und ich Mist gebaut haben in der Stadt?“, fragte die Kleine mit aufgerissenen Augen.

RĂłsa hielt unterdessen wie auch die anderen Ausschau nach einem Unterschlupf.
„Schaut einmal dort!“, rief sie plötzlich.
Etwas abseits der Strasse ragte der Umriss einer HĂŒtte aus dem Boden empor – oder das, was davon ĂŒbrig geblieben war. Es war mehr eine Ruine, wo die MauerĂŒberreste wie ein Gerippe aus dem Boden ragten. Der grösste Teil des Daches war zusammengestĂŒrzt, doch ĂŒberall lagen auch noch TrĂŒmmerstĂŒcke herum, aus denen sie vielleicht behelfsmĂ€ssig einen Unterschlupf basteln konnten. Ausserdem schirmten sie die Mauern gegen den gröbsten Wind ab.
„Was meint ihr? Oder lieber Richtung Wald?“
"Ich mag hier bleiben!", nuschelte Lysa und schob eine klatschnasse StrÀhne aus ihrem Gesicht.

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#72

Beitrag von Seweryn » Do 26. Jan 2017, 14:46

Lysa war von Seweryns Vorschlag sofort begeistert. Er war sich sicher, dass sie am liebsten sofort eine Rast gemacht hÀtte. "Guter Einfall, ich denke so können wir das machen."

Als sie nach einer Jagd auf Frischfleisch fragte musste Seweryn breit grinsen. "Ja, aber ich denke wir können noch etwas mit der nÀchsten Jagd warten.".
Schließlich lenkte Seweryn das Pferd wieder etwas weiter vor, den Himmel immer mal wieder im Auge behaltend.

Dann sprachen sie ĂŒber ihre weitere Reise und was Lysa alles lernen wollte. Seweryn hielt sich dabei etwas bedeckt, auch gerade dann, als Lysa Jeelen nach seiner Schulzeit fragte. Er selbst hatte nie eine wirkliche Schule besucht und war mit seinem..."Grundwissen"...von Lesen und Rechnen bisher gut ausgekommen. Schulen waren sowieso eher was fĂŒr Adelige oder besser betuchte und nichts fĂŒr einen Söldner, fand Seweryn.
Etwas nachdenklich wurde Seweryn, als Lysa eine große Magierin werden wollte. Sie erzĂ€hlte dabei von einer Person Namens Artok und von FĂ€higkeiten, die mit Gedanken zu tun hatten. Diese Sache war ihm etwas suspekt und er stellte sich vor, was fĂŒr verrĂŒckte und gefĂ€hrliche FĂ€higkeiten es wohl noch geben mochte. Nach einiger Zeit hatte sich Seweryn etwas in diesen dĂŒsteren Vorstellungen verfangen und versuchte daher den Gedanken beiseite zu schieben.

Die Stunden vergingen und plötzlich bekam Seweryn einen Tropfen ab. Er schaute auf seinen HandrĂŒcken, wo ihn der Tropfen getroffen hatte und anschließend nach oben. "Nicht ernsthaft jetzt, oder?", brummte er missmutig und dann passierte es auch schon. <Das wird bestimmt nicht nur ein Schauer.>, dachte er, als ihm das sich nĂ€hernde Gewitter auffiel. "Da kommt was auf uns zu...", murrte er ĂŒber die Schulter hinweg zum Rest der Gruppe. Lysa schien Angst zu bekommen. <Och, bitte nicht.>, dachte Seweryn, als er die Ă€ngstlichen Blicke der sich an ihn pressenden Lysa bemerkte. Dann schossen ihre Blicke zu ihm hoch. „Ich mag keine Gewitter. Meinst du Segira ist böse, weil Jeelen und ich Mist gebaut haben in der Stadt?“ <HĂ€tte nicht gedacht, dass die Kurze so Ă€ngstlich sein kann.>. Er war etwas erstaunt, schĂŒttelte dann aber den Kopf. "Nein, Lysa.", Seweryn bemĂŒhte sich so beruhigend zu sprechen wie er nur konnte. "Ich bin mir sicher, dass das da vorne nichts mit euch zu tun hat. Das zieht bestimmt schnell wieder weg.". <Zumindest hoffe ich das...>. Auch seine Blicke suchten jetzt nach einem möglichen Unterschlupf.

RĂłsa sah schließlich eine Ruine. "Wir sollten uns das auf jeden Fall ansehen!", rief Seweryn etwas gegen den auffrischenden Wind an. "Den Wald sollten wir meiden, solange es geht! Bei Gewitter ist das kein sicherer Ort!". Lysa wĂ€re am liebsten dort geblieben. "Hey, wir werden da bestimmt sicher sein.", redete Seweryn ihr gut zu. "Mitten auf dem Weg können wir nicht bleiben, hm?".

Die Gruppe nĂ€herte sich der Ruine. Viel Zeit fĂŒr einen "Umbau" blieb nicht mehr. Ein Großteil des Daches war bereits eingestĂŒrzt. <Aber wenn man hier und da...>, Seweryn dachte einen Moment angestrengt nach. "Was meint ihr?", fragte er und drehte sich zu RĂłsa und Jeelen. Mittlerweile hatte er seinen Arm etwas fester um Lysa gelegt, da er hoffte sie so etwas beruhigen zu können. "Wenn wir den Teil da irgendwie hoch bekommen und abstĂŒtzen können, dann haben wir vielleicht GlĂŒck. An der Ecke da hinten scheint die Mauer auch noch gut stabil zu sein.". Er zeigte auf die entsprechenden Stellen. Seweryn erinnerte sich an die Befestigungsarbeiten, als sie noch mit dem Heerlager umhergezogen waren. <Da hatten wir zumindest richtiges Werkzeug...>. "Wenn wir das Teil da vorne und das da drĂŒben bewegen kriegen, dann könnten wir damit noch eine Art Wand bauen, versteht ihr?". Ein Blick huschte ĂŒber die Schulter in Richtung Gewitter. "Und wenn, dann mĂŒssen wir uns beeilen! Im besten Fall können wir dann noch ein kleines Feuer anmachen, das uns warm hĂ€lt!".

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#73

Beitrag von JEELEN » Do 26. Jan 2017, 16:12

"Doch ich hab Lesen und Schreiben gelernt Lysa, aber nicht in der Schule. Das hab ich spÀter von Freunden gelernt. Ich habe meinen alten Beruf als Bergarbeiter aufgegeben und einen neuen gelernt.

WĂ€hrend meiner Lehre und noch eine ganze Zeit danach habe ich in einer Wohngemeinschaft mit Freunden gelebt, die mir alles beigebracht haben.
Vorher hab ich das nicht gebraucht, laut meinem Vater. Wobei so eine Einstellung Unsinn ist.

Mein Leitwolf, also mein Lehrer sagte mir mal, Wissen ist Macht.
Dich kann niemand um Deinen Sold oder Lohn betrĂŒgen, wenn Du VertrĂ€ge nachlesen kannst. Und vor allem dann nicht, wenn Du Deinen Sold nachzĂ€hlen kannst oder Prozente ausrechnen. Das soll nicht wichtig sein? Es ist wichtig.

Und ich habe einfach alles gelernt, was mich interessiert. Das hat mir mein Ausbilder so beigebracht. Egal wie unwichtig es Dir im Moment erscheint, wenn Du Spass dran hast lerne es. Es kann irgendwann mal wichtig sein, oder sogar Dein Leben retten. Falls nicht, hattest Du Spass.

Wenn Du Heilerin werden willst, frage ich einen Freund. Er ist Heiler. Er ist ein Goblin und sehr nett. Einer meiner alten Kumpel.

Nun zum Thema machen das Luft stinkt... dazu musst Du keine Magierin werden, es reicht einfach ein großer Bohneneintopf den Du aufisst. Dass mit der Luft passiert dann von ganz alleine", lachte Jeelen.

"Spaß beiseite Kleine. Magier kannst Du nicht einfach so werden Lysa. Ein weiterer Kumpel von damals ist Hexer. Oder Magier, nenn es wie Du willst.

Aber dafĂŒr musst Du geboren sein. So wie mir mein Kumpel das erklĂ€rt hat, nutzt ein Hexer die Lebensenergie der Natur, der Umgebung, anderer oder von sich selbst. Die von sich selbst wohl zuletzt. Aber die Sache ist die, jedes Lebewesen und jede Person hat diese Lebensenergie aber nur wenige AuserwĂ€hlte haben die Möglichkeit diese zu benutzen, anzuzapfen und ihrem Willen zu unterwerfen.


Und man kann sehr viel mit dieser Gabe bewirken. Diese Form heißt Geistmagie. Ich weiß das nur, weil ich meinen Kumpel damals Löcher in den Bauch gefragt habe.

Er kann anderen Personen seinen Willen aufzwingen. Wenn er einfach in Deine Gedanken spĂ€ht, kannst Du ihn nicht belĂŒgen. Aus dem Grund war er von unserer Wohngemeinschaft der Kassenwart. Das ist er heute immer noch.

Er kann anderen Personen ihre Energie rauben oder sie anderen schenken, dazu dringt er in Deinen Kopf - in Deine Gedanken ein.

Wenn Du ihn freiwillig in Deinen Kopf lĂ€sst, kann er Dir Botschaften schicken, die Du dann im Traum empfĂ€ngst. Das geht fĂŒr ihn leichter, wenn er etwas persönliches von Dir besitzt.

Damit er jeden von uns erreichen konnte, besaß er von jedem von uns eine Phiole Blut. Das war damals notwendig um neue Arbeiten verteilen zu können, auch wenn man ein bisschen weiter weg war. So musste man keine Umwege in kauf nehmen.

Der Geist von jeder Person ist unterschiedlich Lysa, so wurde es mir erklÀrt.
Der Geist sieht anders aus und ist so wie Dave es mir sagte, nach den persönlichen Neigungen und Passionen des Besitzers gestaltet. Der Geist spiegelt natĂŒrlich auch den Charakter der Person wieder.

Manche Leute zeigen in ihrem Geist wohl nur einen Gang von dem viele TĂŒren abgehen und dahinter liegen die Erinnerungen und ihr Wissen verborgen.

Das wĂŒrde ich zum Beispiel mal gerne sehen können.

Die Magie ist aber nicht nur fĂŒr den Besuchten gefĂ€hrlich, sondern auch fĂŒr den Magier Lysa.

Er muss zu sich selbst eine Verbindung behalten. Legt er seine ganze Aufmerksamkeit nur auf sein Opfer, kann er verloren gehen. Diesen Verlust hebt nur der Tod des Körpers des Magiers auf, oder wenn das Opfer den Körper des Magiers berĂŒhrt.

Das klingt abstrakt nicht wahr, warum sollte man in dem Kopf von jemand anderen verloren gehen oder in dessen Gedanken? Das habe ich ihn damals nÀmlich auch gefragt, drum kann ich es Dir beantworten.

Es gibt nÀmlich auch Personen, deren Geist ist ein Labyrinth des Grauens.
Wenn Du ihren Geist betrittst, selbst wenn sie Dich darin willkommen heißen, bereust Du schlagartig die Einladung angenommen zu haben.

Du bist in ihrer Welt. Und diese Welt ist so verdreht, krank, abstoßend und widerwĂ€rtig, dass Dir nur ein Gedanke bleibt - Flucht.

Angst ist aber in so einem Fall kein guter Berater, die erste Pflicht ist immer - wie Dave zu sagen pflegte - Ruhe bewahren.

Wir hatten jemanden in unserer Wohngemeinschaft, dessen Geist eine völlig andere Wahrnehmung hatte. Soweit ich weiß, hat ihn Dave nur ein einziges Mal "ausgelesen". Die Erfahrung hat ihm gereicht und Dave ist wirklich kein Weichei, im Gegenteil.

Die Magie, also diese Gabe ist mĂ€chtig, aber sie kann auch fĂŒr den Begabten mĂ€chtig nach hinten losgehen, wenn man sich die falsche Person zum "lesen" aussucht. Dave kann Dir gewaltig mit seiner Gabe helfen, oder auch extrem schaden Lysa.

Wobei er sie meist hilfreich einsetzt. Er ist ein sehr ruhiger, stoischer Mann. Ihn bringt fast nichts aus der Ruhe. Er spricht nicht viel, aber das was er sagt, ist vernĂŒnftig.

Aber anhand seiner Gabe versteht man, warum viele Leute Angst vor Magiern und deren FĂ€higkeiten haben.

Sonst kenne ich nur die Magieformen die wohl jeder kennt. Einmal die Naturmagie, die grĂŒne Magie, jene die Personen und Tiere heilt. Die gefĂ€llt mir gut.

Und Nekromantie, die Lehre der Totenerweckung. Davon halte ich nichts. Stell Dir nur mal vor, wenn die Nekromanten die fiesen Burschen die uns auf der Straße ĂŒberfallen haben, wiederbeleben wĂŒrden! Sowas ist nicht Recht. Die Toten sollen tot bleiben. Alle. Absolut alle, ohne Ausnahme!

Jedenfalls wollte ich Dir gesagt haben, Du musst mit der Gabe der Magie gesegnet und geboren sein Lysa. Einfach lernen kann man es nicht. Sonst wÀren wohl einige Hexer - vielleicht sogar ich", erklÀrte Jeelen freundlich grinsend.

Der Goblin zog seine Kapuze tiefer ins Gesicht um sich vor dem Regen zu schĂŒtzen. Die entdeckte HĂŒtte von Rosa war zwar schon verfallen, aber trotzdem wĂŒrde sie ihren Zweck erfĂŒllen.

"Sie ist nicht gerissen wie ein Goblin, sie ist gerissener als jeder Goblin Rosa.
Das Schlimme war nicht, dass Lysa mich bequatscht hat, sondern dass sie mich gar nicht bequatschen musste! Ich war weich wie Butter in der Sonne, dass gestehe ich zu meiner Schande.

Was soll ich Dich da anlĂŒgen, so war es eben. Ich war kein Deut besser als die Kurze und hab nicht ĂŒber die Konsequenzen nachgedacht. Ich hatte einfach nur den SĂŒsskram im Sinn. Da vergesse ich manchmal alles andere. Ich stehe halt auf SĂŒsskram. Vielleicht weil wir frĂŒher keinen bekommen haben. Egal, es tut mir leid und kommt nicht wieder vor. Versprochen Rosa", flĂŒsterte Jeelen ihr zu.

"Wegen Shohiro, die Stadt hat nicht nur Vorteile. Absolute Freiheit bedeutet auch oft das Recht des StÀrkeren. Drum direkt die Warnung. Wie gesagt, dort leben alle Völker in Harmonie miteinander, die der Handelsallianz angehören. Wenn ihr dorthin ziehen wollt, schliesst Euch der Allianz an.

Kaisho und die Allianz liegen im Krieg. Das bedeutet leider auch, es gibt eine dunkle Seite der Medaille. Wer nicht zu Allianz gehört, kann versklavt werden. Das heißt er wird in das Sklavenheer der Handelsallianz gesteckt. Das Heer besteht natĂŒrlich aus Völkern, die nicht zur Handelsallianz gehören.

Tieflinge, Orks, DĂŒsterlinge, Centauren, Rakshaner, Gestaltwandler und Untote. Genauso die Kriegsgefangenen des Kaisho. Sie werden von der Allianz ebenfalls versklavt. Also Goblins und Almanen des Kaisho Abkommens.

BĂŒrger Naridiens hingegen sind frei. Drum werdet welche, wenn ihr dort leben wollt. So haben es meine Kumpel auch gehalten. Ich will Euch keine Angst machen oder Euch die Handelsallianz ausreden, ich will Euch nur von Anfang auf alles vorbereiten", sagte Jeelen.

"Die HĂŒtte ist ein guter Unterschlupf. Vielleicht nicht ganz wasserdicht, aber der Wald ist keine gute Alternative bei drohendem Gewitter, da hat Seweryn Recht. Lasst uns hier bleiben und mit den Baumaßnahmen direkt anfangen", sagte der Goblin freundlich.

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#74

Beitrag von RĂłsa vom Wolfsclan » Fr 27. Jan 2017, 16:24

Die ErzĂ€hlungen von Jeelen lenkten Lysa etwas von ihrer Unruhe ab und so an Seweryn gekuschelt fĂŒhlte sie sich ganz wohl.
Als der Goblin meinte, sie könne ja einfach einen Bohneneintopf aufessen, musste sie gar lachen.
Hexer?
Dieses Wort gefiel der Kleinen weniger gut. Die Kinder in ihrem Dorf hatten sie manchmal so genannt und es war eindeutig nicht freundlich gemeint gewesen.
Sie entschied fĂŒr sich, Magierin zu werden, keine Hexe.
Dass es Magier gab, welche in den Kopf von anderen eindringen konnten, fand das MĂ€dchen faszinierend, auch wenn sie nicht ganz begriff, wie das gehen sollte.
Sie hatte es einmal versucht aus Neugier heraus als Artok noch mit ihnen reiste, aber der Geist von Menschen blieb ihr verschlossen. Nur allzu gerne hĂ€tte sie hinter die TĂŒren in den Köpfen geschaut, von denen Jeelen erzĂ€hlte.
Als Elementarmagierin beherrschte sie das Wasser, wenn auch sie noch an den AnfĂ€ngen stand. Sie konnte das Wasser spĂŒren, wenn es sich in ihrer NĂ€he befand, es war beinahe greifbar. Lysa konnte es formen mit ihrem Willen, doch es kostete auch Energie und Konzentration.
Sie dachte noch darĂŒber nach, wie es sich wohl anfĂŒhlte, wenn jemand in ihrem eigenen Kopf herumlaufen oder herumstochern wĂŒrde, wĂ€hrend Jeelen nun ĂŒber Shohiro sprach.

Gemeinsam errichteten sie schliesslich nach Seweryns Anweisungen einen Unterschlupf, der sie tatsÀchlich vor dem gröbsten Regen verschonte.
Die Pferde hatte RĂłsa mit einem Pflock in ihrer NĂ€he befestigt. WĂ€hrend die beiden Ponys in aller Seelenruhe an einigen braunen Grashalmen knabberten, schnaubten die beiden Braunen immer wieder unruhig, bewegten sich sonst aber nicht von der Mauer weg, welche etwas Schutz gegen den aufkommenden Wind bot.
„Völker werden versklavt?“, RĂłsa wandte sich an Jeelen, nachdem sie das GepĂ€ck entweder gut abgedeckt oder unter dem behelfsmĂ€ssigen Dach verstaut hatten.
Dieser Gedanke gefiel ihr nicht und war ihr fremd. Schliesslich zuckte sie jedoch mit den Schultern. Es wĂ€re ja auch eine Illusion gewesen zu denken, dass hier das Paradies wĂ€re. Überall gab es Ungerechtigkeiten, damit mussten sie umgehen.
Solange ihre Tochter die Ausbildung erhielt und sie hier leben konnten, wollte sie nichts gegen die Sklaverei einwenden. Etwas Egoismus und auch Pragmatismus gehörten zum Leben.

Immerhin hatten sie keinen Mangel an Wasser. Inzwischen regnete es nicht mehr bloss, nein ein ganzer Sturzbach schien vom Himmel zu prasseln. RĂłsa stellte den kleinen Kochkessel in den Regen und nach wenigen Minuten war er zur HĂ€lfte gefĂŒllt, so dass sie erst einmal ihre TrinkvorrĂ€te auffĂŒllen konnten.
Lysa hatte sich in Seweryns NĂ€he gesetzt und schlotterte am ganzen Leib, obwohl RĂłsa sie in eine Felldecke eingewickelt hatte.
Da kam ihr eine Idee. Mit einem LĂ€cheln fĂŒllte sie einen ledernen Trinkschlauch mit Wasser auf und drĂŒckte ihn dann dem Kind in die HĂ€nde.
„Zum AufwĂ€rmen“, flĂŒsterte sie und zwinkerte ihrer Tochter verschwörerisch zu.
„Ich vermisse bereits die murrende Klara“, wandte sie sich dann an die beiden MĂ€nner.
„Vor Allem ein Krug warmer Met wĂ€re jetzt nicht zu verachten!“
WÀhrenddessen presste Lysa den Wasserschlauch wie eine Bettflasche an ihren Körper. Er hatte inzwischen eine angenehm wÀrmende Temperatur erreicht, was ihrer Magie zu verdanken war.
Schliesslich fĂŒhlte sie sich wieder so weit fit, Seweryn nach dem Kochen zu fragen und blickte ihn erwartungsvoll an.
Das Feuer wollte einfach nicht richtig aufflackern, denn das Holz war völlig durchnÀsst und aufgeweicht. Das winzige FlÀmmchen schaffte es kaum, den kleinen Kochkessel mit Wasser zu erhitzen, doch nach einigen Minuten kochte es bereits. Lysa, die sich ganz nah beim Feuer platziert hatte, grinste Seweryn stolz an und Rósa musste sich ein Lachen verkneifen, als Jeelen etwas befremdlich ins Feuer starrte.

Einige Zeit spĂ€ter war dann das ganze Ausmass des Gewitters ĂŒber sie hereingebrochen. Der Donner grollte nun ĂŒber ihnen und Blitze zuckten ĂŒber den sturmgepeitschten Himmel. Inzwischen war Lysa die Lust am Kochen vergangen. Sie hatte sich in die hinterste Ecke des Lagers zurĂŒckgezogen, den warmen Wasserschlauch fest an den Körper gepresst. Unter der Decke war sie wie in einer Höhle eingemĂŒmmelt und nur ihre Ă€ngstlichen Augen schauten noch daraus hervor.
RĂłsa wusste selbst nicht, warum das Kind solche Angst vor Gewittern hatte.
"Bei SchneestĂŒrmen versucht sie Schneeflocken zu fangen und auch ein gewöhnlicher Platzregen freut sie mehr, als dass er sie Ă€ngstigt."
Doch sobald sich die Wolken zu Bergen tĂŒrmten, der Donner wie eine hereinbrechende Lawine erklang und die grellen Blitze zuckten, wurde aus dem MĂ€dchen ein NervenbĂŒndel.
Normalerweise verwandelte sich RĂłsa in solchen Momenten in ihre BĂ€rengestalt, was Lysa in irgendeiner Weise mehr Schutz zu versprechen schien, als ihre humanoide Gestalt. Am liebsten kuschelte sie sich dann an das weisse BĂ€renfell und vergrub die Finger im warmen Pelz.
„Es passiert uns hier nix, Liebes. Sieh nur, dank Seweryn haben wir ein Dach ĂŒber dem Kopf. Und sogar Fredo steht ganz still und hat keine Furcht. Du bist doch ein mutiges MĂ€dchen!“
Lysa nickte tapfer und schaute sich dann nach Jeelen um.
„Hat Pulga keine Angst vor Gewittern?“

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#75

Beitrag von Seweryn » Sa 28. Jan 2017, 18:20

Der Unterschlupf wurde rechtzeitig fertig. Trotz seiner Kaputze am Reisemantel waren Seweryns Haare nass und die kalte Feuchte kroch langsam an ihm hoch. Die anderen hatten sich bereits in dem Unterschlupf verkrochen, er jedoch wollte noch einen schnellen Kontrollgang um die HĂŒtte machen. <Sieht doch gut aus...>, er nickte. Dann grollte plötzlich ein lauter Donner gar nicht mehr weit entfernt. "Wooooahhhh!", Seweryn nahm kurz eine leicht gebeugte Haltung ein, schaute sich um und wischte sich die Haare aus dem Gesicht. "Meine GĂŒte...jetzt aber schnell", murmelte er und ging mit schon fast platschenden Schritten zu den anderen.

Lysa war zu ihm herĂŒbergekommen und hockte nun dort, zusammengekauert und in eine Felldecke gewickelt. Er bemerkte, dass dem kleinen MĂ€dchen kalt war, doch konnte er fĂŒr den Moment nicht viel tun. RĂłsa gab Lysa den Trinkschlauch und Seweryn konnte sich vorstellen, was fĂŒr ein Sinn dahinter steckte. Er erhob sich noch einmal und prĂŒfte die "Deckenkonstruktion". <HĂ€lt gut dicht.>, stellte er erleichtert fest.
"Ich mach mich mals ans Feuer. Jeel, reichst du mir mal was von dem Holz da hinten?". Seweryn hatte schon oft ein Feuer entfacht, auch im Freien und bei Regen. Aber dieses mal wollte es einfach nicht so richtig was werden. <Verdammt, was soll das denn?!>. Gemeinsam hatten sie jedoch mehr GlĂŒck und alsbald flackerte eine keine Flamme unter dem Kochkessel.
Seweryn war erst erstaunt, als das Wasser im Kessel schnell erhitzte, doch dann flogen seine Blicke kurz zu Lysa herĂŒber, die ihn stolz angrinste. Seweryn nickte ihr kaum merkbar mit hochgezogener Augenbraue einmal anerkennend zu.

"Jah...ein Met...das hĂ€tte jetzt viel schönes.", Seweryns Augen wanderten in die Ferne. In der Taverne war es angenehm warm gewesen, auch ohne Khira. "Und dann mit der Kleidung weiterreisen...das wird ein Spaß.", stellte Seweryn sarkastisch fest und schaute an sich herunter. "Vielleicht haben wir ja GlĂŒck und können die Sachen irgendwie...irgendwo...trocknen.".

Dann gab das Gewitter alles, was es konnte. Auch Seweryn wurde etwas mulmig, als der Wind an ihrer Konstruktion riss. Er behielt sicherheitshalber die Konstruktion im Auge und bekam kaum mit, dass Rósa, Lysa und Jeelen sich weiter unterhielten. Seine Finger zuckten nervös.

Plötzlich schlug der Blitz ein. Irgendwo, nicht weit entfernt, krachte es und Holz splitterte. Die gesamte Gruppe zuckte zusammen, Lysa kreischte auf und Seweryn sowie Jeelen fluchten. "Da hat es einen Baum erwischt.", vermutete Seweryn und atmete tief durch. "Wir sind hier wirklich sicherer als im Wald.". Er kramte eine kleine Flasche hervor, zog den Korken heraus und nahm einen Schluck. Dann reichte er die Flasche an Jeelen weiter. "Denke, du wĂŒrdest es Medizin nennen.", sagte er trocken. "Gegen den Schreck. Wird euch schmecken, macht ruhig leer. Die Flasche wĂŒrde ich aber gern noch aufbewahren.". Dann fielen seine Blicke auf Lysa. Aus dem DeckenbĂŒndel lugten zwei weit aufgerissene Augen hervor, in denen sich bereits ebenfalls das Wasser sammelte. "Ich versuche mal was.", flĂŒsterte Seweryn in RĂłsas Richtung und schob sich zu Lysa hinĂŒber. "Als ich klein war hat mir das geholfen.". Er nahm das wimmernde BĂŒndel in den Arm, rĂ€usperte sich und begann dann leise zu singen.

"SturmgefÀhrten"
Ein Sturm zieht auf
und die Wolken sind bereits nah
Der Regen fÀllt
und der Donner rollt heran

Hab keine Furcht
denn dein Zuhause ist die Burg
Dort ist der Schutz
den du brauchst zu dieser Zeit

Wir sind da
stehen bei dir Seit' an Seit'
Komme was auch kommen mag
wir sind bei dir Tag und Nacht

Du bist nicht allein
hast GefÀhrten zu dunk'ler Stund'
Und wir bleiben hier bei dir
damt dich findet keine Angst

Der Sturm, er zog vorbei
und kein Regen traf dein Gesicht
Also sei gewiss
Wir werden immer bei dir sein


Als er endete herrschte einen Moment lang Schweigen. "Meiner Schwester hat das Lied auch immer gefallen.", flĂŒsterte er in das mittlerweile ruhig atmende DeckenbĂŒndel. Dann nickte er RĂłsa und Jeelen zu. Sein Blick sagte "Gerade noch mal gut gegangen.".

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#76

Beitrag von JEELEN » Sa 28. Jan 2017, 20:00

Der Goblin reichte Lysa Pulga rĂŒber und mummelte sich selbst tief in seinen Umhang ein.

"Wegen der Sklaven Rosa, ja das ist leider so. Du scheinst es mit Fassung zu tragen. Ich sehe das auch pragmatisch.

Jeder der Sklaverei ablehnt, vertritt in meinen Augen eine ziemlich selbstgerechte Einstellung. NatĂŒrlich hĂ€lt die Allianz Sklaven! Wenn Sklaverei abgeschafft werden soll, dann vollkommen. Woanders hat sie nur einen anderen Namen.

Selbst die angeblichen freien LĂ€nder besitzen Sklaven.
Ich war ein Sklave.

Definiert doch einmal den Begriff Sklave. Ein Sklave ist das Eigentum einer Person oder einer Vereinigung ist. Das ist soweit klar.

Andere meinen es wĂŒrde sich um eine Person handeln, die vermutlich gegen ihren Willen, das Eigentum einer Person oder Vereinigung wurde. Vorzugsweise ist die Aufregung gross, wenn es sich bei der Person um einen Menschen handelt.

Sklaven werden meist gut behandelt, solange sie ihren Zweck erfĂŒllen und ihrer Aufgabe nachkommen. Misshandelt man grundlos seine Sklaven, dann leidet seine Arbeitsleistung. Im eigenen Interesse wird man also den Sklaven nur bestrafen, wenn es angebracht ist. Von weiterer unnötiger Bestrafung sollte man auch absehen, da er sonst versterben kann. Was die Anschaffung eines neuen Sklaven erfordert. Das wĂ€re dann mit Geld und MĂŒhe verbunden.

Gut gehaltene Sklaven haben somit Vollversorgung. Sie haben Nahrung, Kleidung, ein Dach ĂŒber dem Kopf und medizinische Versorgung.

Eine freie Person, die nichts besitzt ist doch wesentlich schlechter dran als ein Sklave. Wenn einer Person ohne jeden Besitz ist, wird sie einen Beruf ausĂŒben mĂŒssen, der sie zwingt zu einem sehr niedrigen Lohn, sehr niedrige Arbeit zu leisten. Und der Sold wird so knapp bemessen sein, dass diese Person jeden Monat, am besten noch jeden Tag auf ihre Arbeit angewiesen ist. Sie schuftet sich die Knochen kaputt und wird wesentlich mehr arbeiten mĂŒssen, als ein Sklave der einen Herren hat.

Ist so ein Leben Freiheit? Ich sage nein, ich war mehr Sklave als so einer der ein Herrchen hat.

Was ist mit den Personen die nicht mal so einen Job bekommen?
Was ist mit den Kriminellen die sich Nahrung und Kleidung stehlen.
Wer ist da eigentlich Kriminell?

Die Person in der ausweglosen Lage ohne Nahrung, oder jene freiheitsliebenden FĂŒrsprecher, die sie in die Situation gezwungen haben. Ist diese Person wirklich frei? Wenn ja zu welchem Preis?

Ein Sklave hat jeden Tag den Napf voll und Kleidung auf dem Leib. Er wird nicht kriminell.

Der Junge auf dem Markt hatte nichts, den Lysa helfen wollte. Keine Nahrung und vermutlich keine Kleidung - ich hab ihn ja nicht gesehen.

Spinnen wir es mal weiter. Was ist mit den anderen Lebewesen die andere Haustiere nennen?

Sind das keine Sklaven? Doch, das sind sie. Sie sind das persönliche Eigentum Ihrer Besitzer. Man kann sie schlagen oder sogar töten. Es wĂ€re keine Straftat. Begriff dafĂŒr - Sklave.

Personen sperren Tiere in KÀfige, sogar Vögel.
Wir halten Sklaven.

Kein Haustier kann einfach ausziehen und seinen Menschen- oder Goblinfreund die Freundschaft aufkĂŒndigen. Ihr geht als Menschen ja sogar so weit, dass ihr bestimmte Tiere wie Hunde bewusst einseitig vermehrt, dass sich bestimmte Eigenschaften vererben, andere unerwĂŒnschte Eigenschaften ausgemerzt werden. Selektion. Ihr schafft damit Sklavenrassen. Und diese degenerierten Wesen können kaum in ihrer ehemals natĂŒrlichen Umgebung leben oder ĂŒberleben.

Von daher sollte man sich entweder entspannen wie wir beide Rosa, oder man sollte wirklich alle Sklaven aus ihrem Dasein befreien.

Klingt dĂŒster was? Regengedanken.
Ich hasse Regen und Gewitter.
Gewitter verheißt nie was Gutes", murmelte Jeelen und legte die Ohren an.

Sew hatte Recht, sobald der Regen nachlassen wĂŒrde, musste sich klatschnass weiterziehen. Angenehm sah wirklich anders aus. Nur eine Möglichkeit die Kleidung zu trocknen hatten sie nicht.

Vielleicht wenn es aufhörte zu gießen, dass sie die Kleidung etwas am Feuer trocknen konnten. Eine GaststĂ€tte wĂ€re wirklich nicht schlecht, grĂŒbelte Jeelen.

Als der Blitz ganz in der NĂ€he einschlug, klingelten dem Goblin danach die Ohren. Als Seweryn ihnen auf den Schreck eine Medizinflasche anbot, nahm Jeelen sie mit dankbarem Nicken entgegen. Der Goblin nahm einen großen Schluck, behielt ihn kurz im Mund und reichte die Flasche dann an Rosa weiter.

Als Seweryn dann fĂŒr Lysa ein Lied sang, vertrieb er nicht nur die grĂ¶ĂŸte Angst von Lysa, sondern auch Jeelens Ohrenschmerzen. Dem Goblin gefiel was er hörte. Mit wesentlich besserer Laune rollte sich Jeelen unter seinem Mantel zusammen.

"Schönes Lied", sagte er glĂŒcklich.

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#77

Beitrag von RĂłsa vom Wolfsclan » So 29. Jan 2017, 15:23

„Ich denke nicht, dass es gut ist, wenn einige sich ĂŒber andere aufschwingen, um ihnen ihren Willen aufzuzwingen. Und auch wenn es manche Sklaven womöglich besser haben als die Freien, so ist es doch eine Sache des Stolzes und der Ehre, selbst ĂŒber sein Leben bestimmen zu können, sich aussuchen zu dĂŒrfen, wo man leben und was man arbeiten möchte.
Obwohl ich gehört habe, dass hier bei einigen Völkern die Frauen die Sklaven ihrer MĂ€nner sind. Auch sie bekommen keinen Lohn fĂŒr ihre Arbeit. Bei uns Norkara ĂŒbernehmen Frauen und MĂ€nner oftmals dieselben Aufgaben.
Ich denke, dass ich selbst daran zerbreche wĂŒrde, als Sklavin leben zu mĂŒssen. Meine Freiheit schĂ€tze ich sehr und ich möchte selbstĂ€ndig fĂŒr meine Familie sorgen können. Ehre und Stolz sind meinem Volk sehr wichtig. Doch vor Allem möchte ich Lysa ein gutes Leben ermöglichen, sie soll die Freiheit haben, ihren Weg selbst auszusuchen.“


Als der Blitz einschlug, zuckte auch die hartgesottene Norkara zusammen und blickte zu ihrer Tochter hinĂŒber, die den TrĂ€nen nahestand.
Auch Seweryn hatte dies bemerkt. Nachdem er Jeelen eine Flasche rĂŒberreichte, die dieser nach einem krĂ€ftigen Schluck an RĂłsa weitergab, nahm er Lysa in den Arm und begann zu singen.
Der Alkohol wĂ€rmte sie von Innen, doch auch zu sehen, wie die Gruppe sich zusammenschloss und sich gegenseitig unterstĂŒtzte, liess eine wohlige Ruhe in ihr aufsteigen.
Alle lauschten sie dem Lied und die Norkara bemerkte, wie das MĂ€dchen sich beruhigte.
Mit grossen Augen hörte Lysa Seweryn zu und vor ihrem Innern zogen die Bilder einer sicheren Burg auf, in deren Mitte eine Gruppe fröhlicher Gesellen vor dem Feuer sass, sich Geschichten erzÀhlte und lachte, wÀhrend vor den Zinnen ein Sturm tobte.
„Das hat mir gefallen“, flĂŒsterte Lysa zurĂŒck. Inzwischen schienen ihr die Lieder beinahe zuzufallen: „Singst Du es noch einmal?“
Rósa lÀchelte und begann ihr aus der Decke eine SchlafstÀtte herzurichten.
Sie gab Pulga dem Goblin zurĂŒck und achtete dann darauf, dass das Kind bequem zum Liegen kam.
„Ich fand es auch sehr schön. Es stĂ€rkt den Zusammenhalt und zeigt auf, wie wichtig Freundschaft ist. Dann bist du auf einer Burg aufgewachsen?“, wandte sie sich dann an den SĂ€nger.
„Du wirst deine Schwester bestimmt wieder sehen“, meinte sie dann noch aufmunternd.

Es war bestimmt nicht einfach fĂŒr Seweryn, so ohne seine Familie. Immerhin hatte er vor Allem seine Schwester schon einige Mal erwĂ€hnt, und obwohl es oft eher nebenbei geschah, konnte RĂłsa die Liebe erkennen, welche er fĂŒr sie hegte.
Doch auch Jeelen reiste alleine durch die Welt und das obwohl er ebenfalls Leute hatte, welche fĂŒr ihn einer Familie am nĂ€chsten kamen. RĂłsa war gespannt, ob sie in Shohiro einige seiner Freunde kennenlernen wĂŒrden.
Sie wurde immer neugieriger auf die Stadt und freute sich darauf.
Gleichzeitig war sie unheimlich dankbar dafĂŒr, eine so wunderbare Tochter zu haben. Auch wenn die UmstĂ€nde nicht gerade die einfachsten waren, so hatten sie trotzdem einander.
„Hoffentlich lĂ€sst das Gewitter bald nach. So wĂ€re die Weiterreise nicht gerade angenehm!“, murmelte sie dann eher zu sich selbst, wĂ€hrend ihr Blick liebevoll auf dem Kind lag.
Sie entdeckte den Wasserschlauch und hob ihn auf. Er war inzwischen abgekĂŒhlt, nachdem Lysa ihn nicht mehr mit ihrer Magie weiter erwĂ€rmt hatte.
Es war faszinierend, was alles in ihr steckte. Vielleicht konnte sie ihnen auch mit der Kleidung behilflich sein, ging es ihr noch durch den Kopf.
„Hey Jungs, wollt ihr auch Mal eigne Kinder haben? Oder ist die Planung noch in weiter Ferne?“, sie grinste die beiden MĂ€nner an.
„Ihr wĂŒrdet bestimmt ordentliche VĂ€ter abgeben. Und son kleiner Wicht mit deinen Goblinohren wĂ€re bestimmt putzig!“

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#78

Beitrag von Seweryn » Mo 30. Jan 2017, 14:54

<Puh, gerade noch so...>, dachte Seweryn als er bemerkte, dass das Lied geholfen hatte. Lysa wuselte in Richtung SchlafstÀtte und bevor Seweryn das Lied noch einmal anstimmen konnte war sie bereits im Land der TrÀume.
Mit einer Mischung aus Dank und Stolz nickte Seweryn RĂłsa und Jeelen zu. "Ja, uns wurde schon frĂŒh beigebracht, wie wichtig Zusammenhalt und dergleichen ist. Aber nein, aufgewachsen bin ich im Heerlager. Da gab es allerdings die ein oder andere Übernachtung bei oder in einer Burg. Das Lied hat meine Mutter schon damals immer gesungen, ich weiß gar nicht, wo sie es her hatte. Aber es freut mich, dass es euch gefallen hat.". RĂłsa schien optimistisch, dass er Finja wiedersehen wĂŒrde. "Jah..." war das einzige, was Seweryn als Antwort hervorbrachte und er starrte stumm in die Flamme des kleinen Feuerchens. Kurze Zeit spĂ€ter riss RĂłsa ihn wieder aus seiner Gedankenwelt. "Nein, nein, das wĂ€re alles andere als schön.", stimmte Seweryn zu, als sie ĂŒber das Unwetter und die Weiterreise redeten. "Warten wir erst mal ab, ich denke das verzieht sich noch.".

"Kinder?", fragte Seweryn etwas verblĂŒfft, schaute etwas irritiert zu Jeelen und ĂŒberlegte dann. "DarĂŒber habe ich mir ehrlich gesagt noch gar nicht sooo viele Gedanken gemacht.", begann er und kratzte sich am Kinn. "Unter uns, manchmal denke ich schon ĂŒber die Zukunft nach und was noch kommen wird. Dieses...Handwerk...dem ich nachgehe, das kann man einfach nicht ewig machen. Auf der anderen Seite...", einem Moment zuckten seine Blicke umher, "...naja, ihr wisst schon.". Es war klar, dass das Söldnerleben alles andere als ungefĂ€hrlich war. Diese Gedanken gefielen Seweryn nicht sonderlich gut, aber er versuchte gute Miene zu bösem Spiel zu machen. "Vielleicht kommt ja irgendwann DER Auftrag, der es mir erlaubt mich zur Ruhe zu setzen.". Er sah RĂłsa und Lysa an und stellte sich kurz vor, wie so ein Leben mit Frau und Kind wohl wĂ€re. "Kleine Seweryns.", flĂŒsterte er vor sich hin und musste kurz aufgrund dieser Vorstellung grinsen. "Warten wirs mal ab. Die große Liebe lĂ€sst sich ja nicht planen oder so. Sobald sie da ist wird die Zeit schon kommen. Könnt ihr euch das vorstellen? Kleine Ichs?". Das Lob, dass er einen ordentlichen Vater abgeben könnte, schmeichelte ihm.

"Ich gucke mal kurz, wie es draußen aussieht.", meinte Seweryn schließlich, erhob sich und steckte einen Moment lang den Kopf aus dem Unterschlupf. Zumindest hatte der Regen etwas nachgelassen. "In der Ferne wird es zum GlĂŒck schon wieder etwas heller. So wie es aussieht, haben wir das Gröbste ĂŒberstanden.", berichtete er den anderen als er sich wieder gesetzt hatte. "Den Pferden geht es soweit auch gut.", fĂŒgte er hinzu. "So wie es aussieht werden wir hier ĂŒbernachten?", fragte Seweryn in die Runde mit Blick auf DeckenknĂ€ul-Lysa und dem eingerollten Jeelen. "Wenn ja, ich mache wieder die Wache nach dir, RĂłsa?".

Bald streckte Seweryn leise stöhnend seine Beine aus. Das linke Knie knackte und er fĂŒhlte sich leicht verspannt. So machte er es sich auf der rechten Seite liegend bequem, zupfte an einem StĂŒck Holz herum und schnipste immer wieder Teile davon in die Glut. <Was Finja wohl gerade macht?>

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#79

Beitrag von JEELEN » Mo 30. Jan 2017, 21:51

"Menschen lieben Musik. Warum Goblins keine Musik lieben obwohl wir eigentlich gut hören können, ist mir unverstÀndlich.

Gut bei uns sagt man, es wĂ€re Zeitverschwendung. Also ĂŒberhaupt so etwas wie Kunst. Wobei man doch eigentlich besser arbeitet, wenn man sich vorher entspannen kann. Mir gefĂ€llt es jedenfalls wenn Du singst Sew", sagte Jeelen gut gelaunt.

Bei der Frage nach ihrem Kinderwunsch musterte der Goblin den Almanen zurĂŒck. Sein Blick war berechtigt. Söldner oder Assassine war nicht gerade ein Kinder freundlicher Beruf. Zudem waren es Berufe die den Tod brachten und nicht neues Leben bescherten.

Das Rosa sie beide fĂŒr spĂ€tere gute VĂ€ter hielt, freute Jeelen. Wobei er glaubte, ihn hatte die Noraka nur der Freundlichkeit halber eingebunden. Wie "gut" er als Aufpasser war, hatte er ja erst vor kurzem unter Beweis gestellt, wer wusste welche Hölle losbrechen konnte, wenn man rund um die Uhr auf so ein winziges Wesen aufpassen musste? Trotzdem fand er die Vorstellung irgendwie gut, sie gefiel ihm.

"Das stimmt, Liebe kann man nicht planen. Eine Frau die ich liebe, habe ich - nur ob ich je Kinder haben werde, weiß ich nicht. Falls wir sie in Shohiro treffen, stelle ich sie Euch vor.

Jedenfalls wenn ich je ein Kind habe, wollen wir mal wenn mit nur einem einzigen anfangen, dann werde ich mir einen anderen Job suchen, das steht fest. Vielleicht als Scout weiterhin irgendwen wohin fĂŒhren, dass geht - aber Söldner?

Nein, das ist nichts, wenn man ein Kind hat. Wobei mir die Vorstellung schon irgendwie gehörig Respekt einflĂ¶ĂŸt, auf so einen winzigen Wurm aufpassen zu mĂŒssen.

Und ich mĂŒsste mir mit meiner Frau ein Haus nehmen, oder bei ihr einziehen. Man kann ja schlecht mit dem Kind leben wo es einen hin verschlĂ€gt. Wobei ich sag Frau... das hieße ich mĂŒsste heiraten, wobei das kann man spĂ€ter ja immer noch. Spaß an so einem KĂŒken hĂ€tte ich.

Das mit den Ohren nehme ich als Kompliment Rosa", grinste Jeelen.

Rosa sprach davon, dass Seweryn vermutlich Finja bald wiedersehen wĂŒrde, wĂŒnschte ihm der Goblin dafĂŒr nur das Beste. Denn so wie Sew danach in die Flammen schaute schien er sie sehr zu vermissen.

Als Sew verkĂŒndete dass es den Pferden gut ging, ertappte sich Jeelen dabei, dass er sich insgeheim wĂŒnschte, die Biester wĂ€ren geflohen. Auf der anderen Seite war er froh, dass die Pferde noch da waren. Jedenfalls fĂŒr die Gruppe.

"Ja lasst uns hierbleiben, wir können morgen frĂŒh in aller FrĂŒhe aufbrechen. Sagt mal lernt jeder Mensch generell Lieder? Oder nur wenn man Interesse daran hat? Ich meine als Allgemeinbildung. Kann jeder Mensch wenigstens ein Lied singen oder so?", fragte der Goblin neugierig.

Er freute sich darauf wieder nach Shohiro zu kommen.

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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise fĂŒr den feinen Gaumen

#80

Beitrag von RĂłsa vom Wolfsclan » Mi 1. Feb 2017, 18:22

RĂłsa verstand die beiden Kerle gut. Ihre Berufswahl war nicht sehr kinderfreundlich. Aber dass beide es in Betracht zogen ihre Arbeit einzutauschen, um dafĂŒr eine Familie grĂŒnden zu können, machte sie gleich noch sympathischer.
FĂŒr ihr MĂ€dchen hĂ€tte die Norkara alles getan, sie konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen, als Lysa zu verlieren.
„Ich wĂŒrde mich sehr freuen, deine ZukĂŒnftige kennenzulernen, Jeel. Und ihr gleich Mal raten, sowohl das Kind als auch Dich immer im Auge zu behalten, wenn SĂŒssigkeiten in Sichtweite sind.“

„Habt ihr euch nie ĂŒberlegt, an einem Ort zu bleiben und einem „gewöhnlichen“ Handwerk nachzugehen? Oder warum“, ihr Blick glitt prĂŒfend zu Lysa, „tut ihr das, was ihr tut? Des Geldes wegen?“
RĂłsa nickte bloss, als Seweryn Bericht zum Stand des Wetters und den Pferden erstattete.
Gleichzeitig bemerkte sie aber auch Jeelens zwiegespaltene Miene.
„Willst du uns etwas mitteilen Jeel?“, lachte sie.

„Wie kann Musik nur als Zeitverschwendung angesehen werden. Es ist doch eher eine Möglichkeit, die Zeit zu verkĂŒrzen, wenn sie einem zu lange wird. Ausserdem sind Lieder in der Lage, eine Gruppe zusammen zu schweissen, anzutreiben oder kleine Kinder zu beruhigen“, meinte sie als Antwort auf Jeelens Aussage.
Diese Goblins waren schon ein seltsames Völkchen. Doch sie hatte bereits gehört, dass sie eine relativ kurze Lebensspanne besassen, fleissig waren wie ein Bienenstock und keine Minute ungenutzt verstreichen liessen. Jeelen schien sich wohl etwas von seinen Artgenossen zu unterscheiden, zumindest was den Musikgeschmack betraf.
„Nun, ich denke, dass die meisten Menschen Lieder kennen lernen auf ihrem Lebensweg. In meinem Volk im Norden werden bei Festen oder am Lagerfeuer Melodien gesungen und gespielt. Oftmals erzĂ€hlen sie eine Geschichte von unseren Vorfahren, welche die Meere bereisten, bevor sie sich auf Thogrim niederliessen. Und so werden die Lieder von Generation zu Generation weitergegeben und die Ahnen geraten niemals in Vergessenheit.“

RĂłsa nickte zustimmend, sie wĂŒrde die erste Wache ĂŒbernehmen. Das Feuerchen hatte inzwischen völlig aufgegeben und die Dunkelheit begann sie zu umhĂŒllen. Viel Anderes als zu schlafen blieb ihnen gar nicht ĂŒbrig.
„Ich werde dann Mal Draussen wachen“, meinte RĂłsa und liess die drei Schemen im Unterschlupf zurĂŒck.
Sie hatte beschlossen, Seweryn heute einen etwas ausgiebigeren Schlaf zu gönnen, denn sie verspĂŒrte schon den ganzen Tag eine innere Unruhe.

Zuerst machte sie eine prĂŒfende Runde um das Lager herum, um auf Nummer sicher zu gehen, dass keine unliebsamen Besucher in der NĂ€he waren.
Dann achtete sie darauf, hinter einem GestrĂŒpp abzutauchen, das kaum zu sehen war von der Ruine aus, wo sie jedoch die Umgebung trotzdem im Blick haben wĂŒrde. Sie lauschte auf jegliche GerĂ€usche und schnupperte in der Luft.
Keine AuffÀlligkeiten.
Schliesslich entkleidete sie sich so rasch als möglich und legte das BĂŒndel unter den Strauch, um es so etwas von dem Regen zu schĂŒtzen, der bereits merklich nachgelassen hatte.
Völlig nackt kniete sie sich schliesslich auf die feuchte Erde und schloss die Augen, um sich zu verwandeln.

RĂłsa spĂŒrte, wie ihre Sinne sich mehr ausprĂ€gten. Obwohl sie nicht viel mehr sehen konnte, hörte sie nun jedes Knacksen und jeden Schritt in der Umgebung. Doch am allermeisten verĂ€nderte sich ihr Geruchsinn. Als EisbĂ€rin konnte sie Robben unter der Eisdecke riechen und verwesende Tiere ĂŒber mehrere Kilometer hinweg orten.
Doch auch ihr Körper verĂ€nderte sich, nahm an Gewicht und Grösse zu, dichter, weisser Pelz bedeckte beinahe jeden Zentimeter, Nase und Mund wurden zu einer lĂ€nglichen Schnauze mit krĂ€ftigen Kiefern, Ihre HĂ€nde und FĂŒsse zu riesigen Pranken. Mit beinahe 300kg und zwei Metern Kopf-Rumpf-LĂ€nge legte sie eine ordentliche Masse auf die Waage.
Wie gut es tat, wieder einmal den Boden unter ihren Tatzen zu spĂŒren.
WÀhrend sie aufmerksam schnupperte und lauschte, um sich nichts entgehen zu lassen, trottete sie in einem betrÀchtlichen Abstand, um die Pferde nicht aufzuschrecken, um das Lager herum ihre Runden. Sie traute sich nicht, in den nahen Wald zu gehen, wollte sie sich doch trotzdem nicht zu weit entfernen.
Sie fĂŒhlte sich so wach und lebendig wie schon lange nicht mehr.

Als sie einige Stunden spĂ€ter wieder ins Lager zurĂŒckkehrte, haftete ein animalischer Geruch an ihr, den auch der Regen nicht vollkommen abwaschen konnte.
Sie weckte schliesslich Seweryn auf, der noch zu schlafen schien.
„Hab Dir ne grössere MĂŒtze schlaf gegönnt. HĂ€tte noch nicht einpennen können“, murmelte sie ihm zu.
„Keine Besonderheiten.“
Dann mĂŒmmelte sie sich neben Lysa ein.
Am nĂ€chsten Morgen wĂŒrde der Regen auch noch die letzten PrankenabdrĂŒcke weggespĂŒlt haben



Lysa wachte noch vor den anderen beiden Erwachsenen auf und spÀhte mutig aus ihrem DeckenknÀuel hervor. Sie hielt nach Jeelen Ausschau, doch offensichtlich war er Draussen, um Wache zu halten. Schliesslich stand sie auf und tapste leise zum Ausgang. Da sah sie ihn in einiger Entfernung auf einem Stein hocken. Er beobachtete gerade den Sonnenaufgang, der spÀrlich hinter den Wolken zu erkennen war.
Das Kind war gut gelaunt, denn das Gewitter war nun an ihnen vorbeigezogen und ein neckisches Funkeln trat plötzlich in ihre Augen.
Sie sah sich um und entdeckte eine PfĂŒtze, die sich in einer Kuhle im Boden gebildet hatte. WĂ€hrend sie sich konzentrierte, zog sich das Wasser zusammen und begann Form anzunehmen.
Schliesslich schickte Lysa ihre Wasserratte, welche die Grösse von Pulga hat, auf die Reise zu Jeelen, wĂ€hrend sie selbst ihn gespannt beobachtete. Die Wasserfigur kletterte geschickt den Stein hoch und stellte sich frech neben dem Goblin auf die Hinterbeine, gerade so als wĂŒrde sie ihn beschnuppern.

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