Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.

Der Südwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen Städte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen Ruinenstädten, die aus den Wäldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz für Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Rósa vom Wolfsclan
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Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#1

Beitragvon Rósa vom Wolfsclan » Do 1. Dez 2016, 18:36

Lysa war schon lange vor ihrer Mutter auf den Beinen und konnte es gar nicht abwarten, bis Rósa endlich bereit war, den Schankraum aufzusuchen.
Sie hatte sich dafür entschlossen, das Angebot der beiden Männer anzuhören und dann spontan zu entscheiden. Vor Allem wollte sie noch einmal die Gelegenheit haben, die beiden genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachdem sie sich von den letzten Gefährten verabschiedet hatten, waren sie alleine unterwegs gewesen, was die Reise beschwerlicher und gefährlicher gestaltet hatte. Trotzdem konnte es riskant sein, sich zwei Fremden anzuschliessen. Sie nahm sich vor, die beiden genau dabei zu beobachten, wie sie auch mit ihrer Tochter umgingen. Damit erhielt sie bereits einen ersten Hinweis auf das Wesen der Kerle.

Sowohl Mutter als auch Tochter trugen aus Hirschfell geschneiderte Hosen, was ihnen von manchen Besuchern seltsame Blicke eintrug. Vor Allem bei den Almanen war es üblich, dass Frauen elegante Kleider trugen. Sie trugen beide ein Wollhemd, und darüber eine Weste, die von Rósa war aus demselben Hirschleder wie die Hose, Lysas war aus weicherem Hasenfell gefertigt, das Rósa sich auf ihrer Reise für das Kind erjagt hatte.
Die Norkara steuerte zielstrebig auf Seweryn zu. Er hatte nicht zu viel versprochen, er sass bereits wieder (oder noch immer?) am selben Tisch.
„Guten Morgen“, Rósa hielt sich nicht mit langem Geplänkel auf, „steht dein Angebot von gestern Abend noch oder war es bloss eine Idee des Alkohols, die du bereits bereust?“
Lysa hielt unterdessen nach dem Goblin und seiner kleinen Begleiterin Ausschau, er war jedoch noch nicht in Sichtweite.
„Mit einem Kind zu reisen, ist nicht immer einfach. Wir müssen öfters einen Halt einlegen, sie wird schneller müde, obwohl sie bereits eine gute Ausdauer hat. Ich erwarte von einem Begleiter, dass er sich unserer Geschwindigkeit anpasst.“
Im selben Moment rief Lysa laut durch den Raum: „Hier sind wir!“

Sie hüpfte von ihrem Stuhl und auf den Goblin zu, der gerade die Treppe heruntergeschritten kam. Lysa führte ihn zum Tisch. Sie interessierte sich wenig für das Gespräch, sondern nur für die kleine Ratte.
„Guten Tag“, begrüsste Rósa nun auch den Grünen.
„Lysa habt ihr beide ja bereits kennengelernt. Mein Name ist Rósa vom Wolfsclan. Nun, ich will keine Zeit verschwenden. Ich habe bereits erwähnt, dass ihr euch unserer Geschwindigkeit anpassen müsstet. Wir haben zwei Ponys, die wir mit Habseligkeiten bepacken können und auch Lysa wird reiten, so kommen wir besser voran. Ausserdem erwarte ich, dass ihr euch entsprechend verhalten könnt, wenn ein Kind in der Nähe ist. Lysa hat ein dickes Fell, doch trotzdem muss sie nicht alles sehen oder hören, was Männer unter sich zu besprechen haben.“
Sie klang bestimmt und liess keinen Zweifel daran, dass sie dafür sorgen würde, dass ihrer Tochter nichts passierte.

Sie zögerte und beobachtete die Reaktionen der beiden.
Schliesslich fuhr sie fort: „Viel Geld haben wir nicht. Ich kann jedoch jagen und ganz hilflos bin ich auch nicht. Ich bin nicht darüber im Bilde, was euer Lohn normalerweise beträgt.“
Sie hielt inne und lächelte als sie sah, wie Lysa die Ratte mit einer Brotkrume zu locken versuchte.
„Lysa scheint ja bereits eine Freundschaft geschlossen zu haben! Vielleicht ein Omen?“
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Seweryn
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#2

Beitragvon Seweryn » Do 1. Dez 2016, 19:29

Seweryn saß schon einige Zeit an dem Tisch vom Vortag. Er hatte ein kleines Frühstück hinter sich, war wieder in Gedanken und spielte nebenbei mit einer Münze herum. Er bemerkte die Norkara, die auf ihn zusteuerte und sah zu ihr herüber. Auf die Frage hin, ob das Angebot noch stehen würde nickte Seweryn knapp. "Guten Morgen. Ja, sonst wäre ich schon weg.", er zwinkerte. "Mir ist klar, dass wir da in gewisser Weise eingeschränkt sind. Aber hey..." er zuckte mit den Schultern. "Ihr gebt das Tempo vor.". Er machte eine kurze Pause und lehnte sich zu der Norkara herüber. "Noch eine wichtige Sache. Wenn ich mich Euch anschließe, dann gibt es allerdings auch von meiner Seite ein paar Regeln zu beachten. Ich werde keine Kinder angreifen oder verletzen...wobei ich nicht glaube, dass ihr derartiges von mir verlangen würdet. Weiterhin werde ich kein Wappen einer Fraktion tragen. Dafür werde ich Euch mit allen Mitteln verteidigen und für Euch kämpfen. Ich werde, falls ihr es wünscht, euch nicht kennen wenn mich jemand nach euch fragt. Da Vorbereitungen nicht nötig sind verlange ich keine Anzahlung. Wir reisen in der Gruppe, daher haben wir alle Vorteile davon. Stimmt ihr meinen genannten Bedingungen zu?". Er stand während des Redens auf, schnallte den Schwertgurt enger und warf sich den Mantel über. Als er mit seinem kurzen Monolog endete warf er sich den Schild mit dem Tragegurt um. Dann sah er die Norkara abwartend an und grüßte zwischendurch auch die kleine Lysa, die an ihm vorbeihuschte.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#3

Beitragvon JEELEN » Do 1. Dez 2016, 20:05

Der Goblin folgte gut gelaunt Lysa und blieb dann vor ihrer Mutter stehen.
Jeelen schaute zu der Norkara auf und hörte ihr aufmerksam zu.

"Ein gutes Omen? Möglich, das würde mir gefallen", antwortete Jeelen freundlich und reichte Lysa seine Ratte, damit sie Pulga leichter füttern und mit ihr spielen konnte.

"Schön Dich kennenzulernen Rosa vom Wolfsclan. Ich bin Jeelen.
Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen.

Wenn ich Euch als Scout führe, dann passe ich meine Geschwindigkeit an das schwächste Mitglied in der Truppe an. Jede Truppe ist nur so stark, wie ihr schwächstes Mitglied. Darüber musst Du Dir keine Sorgen machen.

Was Deine Kleine angeht, sei unbesorgt. Falls es bei einer Rast etwas zu besprechen gibt, was sie nicht hören soll, so kann das warten bis sie schläft. Ich denke da spreche ich in unserer beider Namen", erklärte Jeelen und nickte dem Almanen freundlich zu.

"Die Taler sind kein Problem. Eine Bezahlung muss nicht in Form von Talern erfolgen. Wir schließen einfach ein Tauschgeschäft ab. Kurzum wir tauschen eine Dienstleistung gegen eine andere. Dazu verhandeln wir und halten das Ergebnis in einem Vertrag fest. Einem mündlichen Kontrakt in unserem Fall.

Ein Kontrakt ist ein Übereinkommen von mindestens zwei Personen oder Parteien von denen jede eine Willenserklärung abgibt. Für beide Vertragspartner entstehen Verbindlichkeiten. Die Schriftform ist nicht zwingend erforderlich. Ein Vertrag kann auch mündlich, mit Zeugen oder Handschlag zustande kommen.

Im Vertrag verspricht jede Partei der anderen, etwas Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen, also eine gewünschte Leistung zu erbringen. Wenn eine Partei den Vertrag bricht, ist der andere sofort von seiner Verpflichtung des Vertrages entbunden!

Geschäftsverträge gelten bei Goblins nahezu als heilige Versprechen und es käme ihnen niemals in den Sinn, sie zu brechen. Dass sollte jeder bedenken, der mit einem Goblin einen Kontrakt eingeht.

Ich schwöre Dir, dass ich mich bis jetzt stets an jeden geschlossenen Kontrakt gehalten habe.
Und ich schließe meine Kontrakte fast ausschließlich mündlich und besiegele sie mit Handschlag.

Bevor jemand beschließt den Vertrag einfach zu brechen, sollte er mit seinem Vertragspartner die Aussprache suchen. Es findet sich fast immer eine Lösung. Natürlich sollten Kontrakte grundsätzlich eingehalten werden, aber es kann zu unerwarteten Änderungen kommen, man kann unverschuldet in Not geraten oder ähnliches. Sprechenden Personen wird geholfen in Form von einer Vertrags-Aussetzung für eine gewisse Dauer – ergo eine Stundung, eine Nachverhandlung, oder eine Bitte um anderweitige Absprache.

Also zu meinem Angebot.

Ich biete Dir an, Dich und Deine Tochter zu begleiten, ich werde Euch führen. Meine Loyalität und Verschwiegenheit ist Euch gewiss.

Ich werde für Euch den bestmöglichen und sichersten Weg suchen. Nicht sicher in Form dass Euch überhaupt nichts passiert, sondern ich werde nach besten Wissen und Gewissen entscheiden, ob ihr diesen Weg schaffen könnt. Natürlich werde ich dabei nach Feinden Ausschau halten und diese so gut es geht aus der Entfernung bekämpfen.

Rein vorsorglich weise ich darauf hin, sollte es zu einem Nahkampf kommen, werde ich Euch zwar unterstützen, aber ich werde versuchen den Nahkampfbereich wieder zu verlassen.

Nicht um Euch zu hintergehen oder Euch Eurem Schicksal zu überlassen, sondern einfach weil es nicht meine Art zu kämpfen ist. Auf Distanz kann ich mit Recht behaupten ein tödlicher Gegner zu sein. Für den längeren Nahkampf bin ich nicht geschaffen. Allein schon weil die meisten Rassen wie Menschen oder ähnliche eine viel längere Armreichweite haben als ich.

Solltest Du oder Deine Tochter kleinere Verletzungen wie auch immer erleiden, werde ich mich darum kümmern. Aufgrund meiner Tätigkeit kann ich kleinere Verletzungen behandeln. Erwarte allerdings keine Wunder, es ist eine Erstversorgung. Aber die kann auch schon hilfreich sein.

Wenn Du etwas wissen möchtest, da Du hier völlig neu in der Gegend bist, beantworte ich Dir gerne auch alle Fragen die Du hast. Jedenfalls so gut ich kann. Alles weiß ich leider auch nicht.

Was ich gerne als Gegenleistung hätte.

Du übernimmst nach jeder Wanderung, egal wann wir uns zur Ruhe begeben, die erste Wache. Egal wie müde Du bist, egal wie weit die Wanderung gewesen ist, die erste Wache ist Dein Job. Ausgeruht wacht es sich für mich leichter, es kundschaftet sich leichter und man zielt wesentlich genauer. Ich erwarte bei Deiner Wache nur, dass Du die Augen und Ohren schön offen hältst und uns beim ersten Anzeichen von Gefahr sofort warnst. Wenn Du die Gruppe mit verteidigst, freut mich das – ist aber kein Muss. Du bist immerhin Mutter, Du hast andere Pflichten.

Schön wäre es, wenn Du bei Rast etwas kochen könntest aus dem was wir besorgen oder bei uns haben. Ich kann leider überhaupt nicht kochen.

Du hast von Ponys gesprochen. Das Lysa reiten soll, ist klar. Dein Part in der Gruppe sollte der Provianttransport sein. Etwas tragen wir natürlich weiterhin bei uns, aber wir sind mobiler, wenn wir nicht selbst alles schleppen müssen, sondern die Last von Deinem Pony getragen wird.

Was sagst Du dazu? Verbesserungsvorschläge, Gegenangebote oder ähnliches? Ansonsten besiegeln wir es mit Handschlag“, sagte Jeelen freundlich zu Rosa.
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Rósa vom Wolfsclan
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#4

Beitragvon Rósa vom Wolfsclan » Fr 2. Dez 2016, 07:29

Rósa lauschte den Ausführungen der beiden Männer. Belustigt stellte sie fest, dass der Almane im Vergleich zum Goblin geradezu wortkarg wirkte. Trotzdem wartete sie die Rede der beiden ab, und dachte über die Forderungen nach.
Es ärgerte sie, dass die Männer offenbar das Gefühl hatten, sie sei ein hilfsbedürftiges Weibchen, welches nur zum Kochen brauchbar war.
Natürlich war sie in der Lage zu kochen, welche Norkara hatte dies schon nicht gelernt?

Rósa war es sich gewohnt, dass die Frauen ihres Volkes sich ebenfalls zu verteidigen wussten. Nicht umsonst trug sie Speer und Dolch mit sich herum. Bei ihrem Stamm hatte man sich die Arbeiten geteilt. Wenn die Männer eine erfolgreiche Jagd hinter sich hatten, half das ganze Dorf mit, die Felle, das Fleisch und die Knochen weiter zu verwerten.
Und auch Rósa selbst war eine passable Jägerin. Nicht umsonst hatte sie ihre Tochter durch die Eiswüsten Thogrims geführt.

Die Sitten auf Asamura waren jedoch andere.
Rósa erklärte sich also mit den Forderungen der beiden Männer einverstanden.
„Das mit der Wache sollte kein Problem darstellen. Als wir alleine unterwegs waren, gab es Nächte, wo ich keine Stunde ruhig schlafen konnte.“
Tatsächlich erinnerte sie sich jedoch nicht gerne an diese Phase zurück. Es war anstrengend gewesen und sehr gefährlich. Oftmals war sie übermüdet gewesen und das Paar hätte ein leichtes Ziel abgegeben. Doch nachdem sich die Wege von Artok, Frosch und ihnen getrennt hatten, war ihnen eine Zeit lang nichts Anderes übriggeblieben.

Obwohl die Norkara froh war, dass die Begleitung sie nicht allzu teuer kommen sollte, blieb sie misstrauisch. Vielleicht hatten die Kerle noch andere Hintergedanken?
Auf jeden Fall dürfte sie sich nicht vorbehaltlos von dem Goblin führen lassen. Vielleicht sollte sein Vertragsgerede sie auch einfach um den Finger wickeln, um sie später in die Irre zu führen.
Dass die beiden sich nicht kannten, war wohl gar nicht so schlecht. So konnten sie gegenseitig ein Auge aufeinander haben.

„Gut, ich bin damit einverstanden gemeinsam zu reisen. Und ich werde euch an meinen Kochkünsten teilhaben lassen“, ein etwas erzwungenes Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Und auch die beiden Ponys können wir gerne mit den Habseligkeiten beladen. Sie sind ausdauernd und zäh. Aber wisset, dass ich keine von euren almanischen Frauen bin, die sich von den Männern herumdiktieren lässt.“

Lysa horchte auf, während sie Pulga streichelte.
„Ich kann auch laufen Mamma“, meinte sie im Brustton der Überzeugung.
„Natürlich mein Schatz, ich weiss, dass du das kannst. Doch wir wollen schnell vorankommen, und solltest du müde werden, kannst du jeder Zeit auf deinem Fredo reiten.“
Lysa nickte zufrieden. Sie freute sich bereits darauf, mehr von dieser ihr fremden Welt zu entdecken. Wo es zu Hause weisse Schneelandschaften hatte, waren jetzt grüne Wiesen, kristallklare Seen und hohe Berge in der Ferne zu erkennen. Gerne wäre sie noch etwas länger in der Taverne geblieben, um die lustigen Gestalten zu beobachten, die hier ein und aus gingen. Doch wenn Jeelen und Seweryn sie begleiteten, würde es bestimmt auch nicht langweilig werden.

„Wir sollten noch über unser Ziel sprechen“, meinte Rósa. Obwohl sie wusste, dass Lysas Magiefähigkeit so oder so bald von allen erkannt werden würde, da ihre Tochter das Spiel damit liebte, wollte sie es nicht direkt herausposaunen. Und auch ihre eigene Fähigkeit hielt sie vorerst verdeckt. Womöglich würden die zwei abspringen, Rósa konnte ja nicht ahnen, wie sie zu Gestaltwandlern standen.

Nachdem auch der Weg besprochen war, wurde entschieden in der nächsten Stadt den Proviant aufzufüllen, um dann die Reise antreten zu können. Der Vertrag wurde mit Handschlag besiegelt und Rósa bestellte bei Shocai für alle ein Getränk nach Wahl, um darauf anzustossen.
Insgeheim freute sie sich über die Reisegruppe. Denn sie war eine gesellige Frau, die gerne lachte, tanzte und feierte.
Da der Tag noch lang war, schlug die Norkara vor, noch heute aufzubrechen in die nahe gelegene Stadt.
"Treffen wir uns in einer Stunde vor den Ställen?", fragte Rósa. Viel zu packen gab es für die beiden Frauen nicht.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#5

Beitragvon Seweryn » Fr 2. Dez 2016, 09:05

<Das war ja einfach.>, dachte Seweryn etwas verwundert. Es war schon länger her, dass alle seine Bedingungen akzeptiert wurden...und das ohne Rückfragen oder dergleichen! Er nahm es recht dankend hin. <Da kommt bestimmt noch was.>, überlegte er und lauschte dann dem Vertragsmonolog des Goblins. Seweryn ertappte sich dabei, wie er Jeelen etwas erstaunt mit hochgezogener Augenbraue skeptisch ansah als dieser redete."Was die Versorgung angeht, da kann ich auch aushelfen.", sagte Seweryn schließlich als es genau darum ging. Mit der Spitze seines Stiefels tippte er ein paar mal an seinen Reiserucksack und das dumpfe Geräusch des kleinen Feldkochtopfes erklang. "Ein bisschen was kann ich auch dazu beitragen."

"Meine Ausrüstung werde ich selbst tragen, den Rucksack würde ich einem Eurer Ponys überlassen.", er nickte Rosa dankend zu, griff nach dem Trageriemen des Rucksacks und stellte ihn aufrecht hin. "Oh...und...Ich bin mir sicher, dass wir euch nicht herumkommandieren werden, schließlich wird das eure Aufgabe sein.", meinte Seweryn und grinste, dem Goblin einen kurzen, schelmischen Blick zuwerfend. Seweryn schien gute Laune zu haben, er war gespannt was ihn wohl erwartete. Sein Blick fiel auf Lysa <Könnte mit einem angenehmen Spaziergang beginnen. Mal sehen, wie lange es dauert bis die Kurze auf dem Pony sitzt.>

Der Weg wurde besprochen, das erste Ziel gesteckt und der Vertrag mit Handschlag besiegelt."Jeelen, ich habe einen Vorschlag. Vielleicht habt ihr als Kundschafter bereits so etwas vorbereitet, aber ich denke es könnte für die Gruppe interessant sein falls dem nicht so ist. Wir sollten auf dem Weg ein paar Zeichen oder Signale ausmachen. Falls Gefahr besteht und der Rest möglichst unauffällig gewarnt werden soll und dergleichen. Bisher kann ich mein Rufhorn hier nutzen. Ich werde mir dazu vielleicht auch noch Gedanken machen, falls ihr mögt." Er schaute den Goblin an und wartete seine Antwort ab.


"In einer Stunde? Das klingt gut.". Seweryn leerte seinen Becher. "Na dann.", der Blick wanderte durch die Runde. "Wir sehen uns gleich, ich habe noch das ein oder andere zu erledigen.". Er stellte den leeren Becher ab und nickte Shocai schon mal zum Abschied zu. Seweryn klopfte dem Goblin einmal kumpelhaft auf die Schulter, nickte Rosa zu und wuschelte im Vorbeigehen einmal durch Lysas Haare. Mit lässigen Schritten stapfte er zu seinem Rucksack und kontrollierte noch einmal zur Sicherheit, dass er auch nichts vergessen hatte. Währenddessen klimperten die Platten in seiner Brigantine leise vor sich hin. Er griff sich kurz an die Brust. Es fehlte nichts, er war fast bereit.

Einige Zeit später machte sich Seweryn auf den Weg zu den Ställen. Er hatte die Zeit gut genutzt. Die Ausrüstung war ein zweites mal geprüft, ein kleiner Snack eingepackt und die "sanitären Anlagen" aufgesucht worden. Allerdings ging Seweryn zielstrebig an den Ställen vorbei und setzte sich auf einen herumliegenden Haufen Brennholz. Zum Glück war noch keiner der anderen da. Er atmete tief durch, stellte seinen Schild rechts neben sich und schaute in den Himmel. Das Wetter war schön, zwar etwas bewölkt, aber er rechnete nicht mit Regen. Gedankenverloren kramte er das Medallion unter seiner Brigantine hervor und klappte es auf. Das Kohleportrait seiner kleinen Schwester schaute ihn an. "Ich glaube wir hätten beide nicht gedacht, dass es mich mal in diese Richtung verschlägt, oder?", brummte er vor sich hin. <Wie es ihr wohl geht?>. Es war jedes Mal das gleiche. Vor fast jedem angenommenen Auftrag krochen diese Gedanken in ihm hoch. <Wenn ich hierbei draufgehe wird sie es wahrscheinlich nie erfahren.> Er schob diesen düsteren Gedanken, wie sonst auch, beiseite und schüttelte den Kopf. <Mh. Ist vielleicht sogar besser so.>. Es klickte leise, als er das Medallion wieder verschloss, dann schob er es wieder unter seine Kleidung. <Falls du an mich denkst, wünscht uns Glück.>, dachte er und zog den Mantel enger um seine Schultern. Seweryn zog klirrend sein Schwert und prüfte es auf Scharten. Natürlich waren da keine, er hatte es sich bereits mehrfach angesehen. Während seine Blicke etwas ziellos über den Boden huschten, schabte rau der kleine Schleifstein über die Schneide.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#6

Beitragvon JEELEN » Sa 3. Dez 2016, 00:18

Jeelen hörte Rosa aufmerksam zu. Sie hatte seine Forderungen akzeptiert und der Goblin war froh zu hören, dass sie kochen konnte. Erstaunt stellte er fest, dass sogar der Almane kochen konnte. Das freute Jeelen. Anerkennend nickte er dem Almanen zu.

Auch die Nutzung der Ponys wurde geklärt. Die kleine Lysa warf direkt ein, ebenfalls laufen zu können, was der Goblin nicht bezweifelte. Die Kleine war auf eine ganz besondere Art gewitzt und genial. Zudem mochte Pulga das Mädchen und seine Ratte hatte sich noch nie in dem Charakter einer Person getäuscht.

Seweryn machte den Vorschlag, sich innerhalb der Gruppe Zeichen und Signale auszudenken, um die restlichen Gruppenmitglieder zu warnen, wenn Gefahr drohen sollte. Der Vorschlag war gut und berechtigt.

"Keine Sorge, wenn ich früher in der Gruppe verdeckt arbeiten musste, haben wir uns ebenfalls mit Handzeichen verständigt. Dazu benutzt man immer nur eine Hand, damit man die andere auf der Waffe lassen kann. Ich werde Euch nachher die Handzeichen erläutern. Vielleicht möchtet Ihr das eine oder andere ja abändern. Wir sprechen drüber", sagte der Goblin. Ihm gefiel wie der Almane direkt zu Anfang an mitdachte.

Kurz darauf wurden die Ziele abgesprochen und man wollte sich in einer Stunde vor den Ställen treffen. Seweryn verabschiedete sich mit einem freundlichen Schulterdruck und auch der Goblin machte sich auf den Weg.

Er kramte seine Habseligkeiten zusammen und überprüfte zur Sicherheit seine komplette Ausrüstung.

Da er nach alle dem immer noch etwas Zeit hatte, machte er es sich in der Nähe der Ställe gemütlich, zückte seinen Lieblingsdolch und rasierte sich damit wieder den Schädel kahl. Das war sein Ritual um sich auf die Jagd vorzubereiten.

Jeelen blickte wehmütig auf die Taverne zurück. Er hatte eine äußerst angenehme Zeit dort verbracht. Er würde sich jederzeit gerne an Flix erinnern.

Während der Rasur dachte er an andere alte, längst vergangene Tage zurück.
Und wie so oft daran, dass er nun war wo er war und was er war.

Zwar hatte er sich geschworen, dass ihn der Job nicht verändern würde. Damals als junger Mann. Heute wusste er es besser. Man veränderte sich ob man wollte oder nicht. Mit jedem Auftrag, mit jeder Seele die man auf Reisen schickt verändert man sich.

Man fühlt sich in der Masse wohl, aber nicht mehr aufgrund der Leute, sondern des Umstands dass man in ihr unsichtbar wurde. Die meisten Kontakte die man knüpfte, blieben oberflächlich. Ausnahmen bilden eventuell Kollegen. Es kam selten vor, aber es kam vor. Vielleicht war ja der Almane so eine Ausnahme, dachte Jeelen hoffnungsvoll.

Manche wünschten sich möglicherweise dass Leben von ihm oder Seweryn. Ein Leben, wo Recht und Ordnung keine Rolle mehr spielen. Sie hielten es für ein grenzenloses Abenteuer. Aber ihr Leben war kein Abenteuer. Es war vieles, eines war es garantiert - einsam.

Der normale Bürger flüchtet sich in die Geschichten der Erzähler, oder wenn er des Lesens mächtig ist, sogar in Bücher.

Er flüchte sich in seine Träumereien von bürgerlichen Banalitäten.
Ein liebevoller Willkommensgruss von der eigenen Ehefrau wenn man von der Arbeit nach Hause kam. Für ihn gab es dass nicht, er hatte nicht einmal eine Frau, geschweige denn ein Zuhause. Nichts was ihn an einen Ort band oder mit dem man ihn erpressen konnte. Er war ein Rucksacktourist auf dieser Welt.

Er empfand bei diesen Gedanken kein Leid oder Selbstmitleid.
Der Weg den er eingeschlagen hatte, war sein selbst gewähltes Schicksal.

Einmal hatte er es sogar versucht. Vermutlich war er zu dieser Zeit, seiner einzigen Auszeit, der glücklichste Durchschnittskerl auf dieser Welt gewesen. Sie war süss, sie war niedlich und sie war die anständigste Frau die er kannte. Redlich, fleissig und ehrlich war sie, mit Ohren so spitz wie Klingen.

Wieder musterte er kurz die Taverne und schmunzelte.

Die Leute hätten ihn zur damaligen Zeit nicht wiedererkannt. seine schlichte Kleidung war die eines Händlers. Seine widerspenstigen schwarzen Haare waren lang und er trug sie meist zu einem Zopf nach hinten gebunden. Und er trug keine Waffe. Mit Ausnahme seines Dolches. Ein Allzweckwerkzeug, kein Tötungsinstrument.

Das war er damals...
nein...
Im Grunde war er das nicht. Er trug damals nur ein schlecht sitzendes Goblinkostüm, das mit seinem wahren Ich überhaupt nichts mehr zu tun hatte.

Dann kam der Tag, an dem er die Jagdlust wieder verspürte. Er vermisste es. Vermisste den Kitzel der Beute aufzulauern und sie zur Strecke zu bringen.
Und so stahl er sich mitten in der Nacht aus ihrem gemeinsamen Bett.
Er rüstete sich. Und mit jeder angelegten Waffe wurde er ein Stück mehr zu dem Jäger, der er einst war. Zum Schluss rassierte er sich mit einem seiner Dolche den Schädel kahl und schnitt sich damit seinen Zopf ab.

Geburt! Oder besser gesagt Wiedergeburt.

Mit dem Abschneiden seines Zopfes schnitt er die Verbindung zu seinem bürgerlichen Leben ab und wurde als Jäger der Nacht wieder geboren.

<Dass bin ich. Wem wollte ich etwas vormachen?>, überlegte Jeelen.

Er strich sich einige Male über die Glatze, verstaute seinen Dolch und machte es sich gemütlich. Gut gelaunt wartete er auf die anderen der Gruppe. Das war eindeutig sein Leben.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#7

Beitragvon Rósa vom Wolfsclan » So 4. Dez 2016, 08:48

Die beiden Norkara hatten schnell gepackt, war es doch nicht das erste Mal. Während Lysa ihr Pony liebevoll mit altem Brot fütterte, das sie Shocai abgelaust hatte, schnürte Rósa Taschen mit Proviant und Wechselkleidung und sogar einen kleinen Kochkessel auf ihr eigenes Pferdchen. Auch auf Fredos Rücken würden noch Taschen der Mitreisenden Platz finden hinter Lysa.
Die Tiere hatten ein Stockmass von etwa 1,50m, waren aber zuverlässig und kräftig. Auf einer solchen Reise kam es nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf Ausdauer und Trittsicherheit, und dafür waren die weissen Ponys wie geschaffen.
Nur die Farbe der beiden zog auf hier aufmerksame Augen an. In der Schneewüste von Thogrim waren sie perfekt getarnt mit dem weissen, flauschigen Fell. In der grünbräunlichen Landschaft von Asamura jedoch fielen sie sofort auf. Trotzdem wollte Rósa nicht auf die beiden verzichten.

Endlich waren sie zum Aufbruch bereit, Lysa führte ihren Fredo stolz am ledernen Zaum aus dem Stall hinaus und hielt auch sogleich nach den Begleitern Ausschau. Sie entdeckte zuerst Jeelen der ganz in der Nähe auf sie wartete. Sogleich wollte sie auf den Goblin zulaufen, der sie nur um wenige Zentimeter überragte, doch das Pony zupfte bereits zufrieden an den Grashalmen, so dass ein Ruck durch den Zaum ging und Lysa zurückgerissen wurde.
Erst als Rósa dem Frechdachs einen Klaps auf den Hintern gab, zottelte er brav dem Kind hinterher und kam erst vor Jeelen zum Stehen.
„Hallo“, begrüsste das Mädchen freudestrahlend den Grünen, „das ist Fredo, mein Pony. Magst du ihn einmal streicheln?“
Auch Rósa war herangetreten und grüsste freundlich, bevor sie begann, die Habseligkeiten des Goblins auf die Kleinpferde zu verteilen.
„Dort drüben ist Seweryn“, bemerkte da die Norkara, als sie den Almanen auf einem Haufen Brennholz erkannte. Auch ihm stellte Lysa freudig ihr Pony vor, während Rósa seine Taschen verstaute.

Kurz darauf waren sie zum Aufbruch bereit. Auffordernd blickte die Norkara die beiden Männer an. Richtung Westen oder Nordosten?
So oder so müssten sie den Azursee umgehen, der sich nördlich ihres Standortes befand.
Während man im Westen die Spitzen der Roten Berge ausmachen konnte, welche zum Zwergenreich gehörten, barg auch die Wüste Sundhi im Osten ihre Geheimnisse. Da Jeelen sich als Scout vorgestellt hatte, wandte sie sich an ihn: „Welchen Weg schlägst du vor? Ich möchte meine Tochter keinen Gefahren aussetzen, die wir womöglich umgehen könnten.“

Endlich hatten sie sich auf den Weg begeben. Zuerst wollten sie einen kurzen Abstecher nach La Grange machen, um die Vorräte aufzufüllen, denn es würde eine lange Reise werden. Da Rósa kochen sollte, wollte sie zudem noch einige Gewürze einkaufen, sie befürchtete, dass die Kerle ihr sonst davonlaufen würden, noch bevor es richtig begonnen hatte.
Lysa schritt gut gelaunt neben Seweryn her und erzählte ihm Geschichten, die sie bereits mit Fredo erlebt hatte. Sie erklärte ihm, was das Pony am liebsten frass, nämlich süsse Karotten, und dass es diese bei ihnen zu Hause nicht gegeben hatte.
„Mein Papa hat mir Fredo geschenkt zum Geburtstag. Manchmal vermisse ich meinen Papa. Und manchmal kann ich mich fast nicht mehr an ihn erinnern. Aber ich habe ja noch meine Mamma. Sie passt auf mich auf. Und wenn ich gross genug bin, kann ich meinen Papa vielleicht einmal besuchen!“, sie lächelte Seweryn an.
„Hast du auch eine Familie? Und wo lebt die?“

Rósa ging neben Jeelen und unterhielt sich mit ihm über die Gegend.
„Wo bist du denn bereits herumgekommen?“, fragte sie ihn. Sie war begierig darauf, mehr über Asamura zu erfahren und auch über ihre Begleitung.
„Was sind das für Aufträge, die du annimmst?“, fragte sie ihn deshalb direkt heraus.
„Es freut mich, dass meine Tochter scheinbar bereits einen Narren an euch gefressen hat. Sie ist ziemlich offenherzig. Ich möchte nicht, dass sie enttäuscht wird. Obwohl Enttäuschungen natürlich zum Leben dazugehören. Deshalb lasse ich sie auch ihre Erfahrungen machen. Trotzdem habe ich immer ein Auge auf sie. Hast du auch Kinder? Oder jüngere Geschwister?“

La Grange war nicht weit von der Taverne entfernt, und so sahen sie bald die Dächer aufleuchten im Schein der Sonne.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#8

Beitragvon Seweryn » So 4. Dez 2016, 12:20

Einige Momente später war es dann soweit. Seweryn hörte schon leise die Stimmen der anderen, sammelte sich und seinen Kram und ging zu ihnen herüber. Dort angekommen stellte Lysa ihm freudig ihr Pony vor, während sein Rucksack verladen wurde. "Mh, na du?", Seweryn kraulte das Tier kurz und ein Mundwinkel wanderte für einen Moment nach oben.
Dann begegnete Seweryn dem auffordernen Blick der Norkara und zog den Schild auf seinem Rücken zurecht. Er war soweit, es konnte losgehen. Jeelen wurde nach dem Weg gefragt, doch Seweryn drehte sich schon in Richtung Westen und ging einen Schritt voran. <Dann wollen wir mal.>

Sie waren bereits einige Zeit unterwegs, doch bis La Grange würde es wohl noch etwas dauern. Das Reisetempo war äußerst angenehm wie Seweryn fand. Rósa und Jeelen gingen voran, er etwas weiter dahinter, Lysa neben sich. <Die Kurze hat wirklich viel zu erzählen, hört ja schon fast gar nicht mehr auf.>. Seweryn hörte halb amüsiert, halb interessiert den Ausführungen Lysas zu und stellte ihr immer mal wieder eine Rückfrage. Schließlich fragte sie ihn nach seiner Familie. "Ich denke, dass dein Fredo ein gutes Tier ist." er holte einen Apfel hervor und zog seinen Dolch. "Er wird dir bestimmt weiterhin ein guter Gefährte sein.". Ein Stück Apfel landete in seinem Mund. "Und natürlich passen wir auch auf ihn auf!", fügte er hinzu und nickte bei dem "wir" in Richtung Jeelen. "Und ja, klein Lysa, ich habe auch eine Familie. Sie lebt in der Gegend um Drakenstein, das ist eine ganz große Stadt. Sie machen das gleiche wie ich, helfen den Leuten und arbeiten für sie." Er hielt ihr ein Stück Apfel hin. "Ich habe noch eine kleine Schwester. Naja, "klein" ist nicht ganz richtig, mittlerweile ist sie ja auch schon etwas älter. Sagen wir ich habe eine große kleine Schwester.. Er grinste Lysa an. Sie schien sogar leicht amüsiert, schaute Seweryn aber weiterhin mit großen Augen an. "Meine Eltern haben uns als Kind immer gesagt, dass man zusammenhalten und füreinander da sein muss. Ich habe oft auf meine Schwester aufgepasst.". Langsam aber sicher driftete sein Blick in die Ferne ab. "Das ist jetzt schon einige Zeit her. Lysa, behalte deine Erinnerungen stets gut bei dir. Sie sind enorm wertvoll." Seweryn fing sich wieder. "Du wirst deinen Vater bestimmt einmal wiedersehen, so wie ich meine Familie. Aber erst einmal haben wir ein Abenteuer zu bestreiten, oder?". Die leichte Wehmut war aus Seweryns Stimme verschwunden und er reichte Lysa ein weiteres Stück Apfel. "Aber sag mal, warum begleitet dein Papa uns eigentlich nicht auf dieser Reise? Passt er auf euer Zuhause auf?" Für diese Fragen hätte er sich gern auf die Zunge gebissen, direkt nachdem er sie ausgesprochen hatte. <Hoffentlich trete ich da jetzt nichts los.>. Sein Blick sprang zwischen Rósa und Lysa einen kurzen Augenblick hin und her. <Nein...bestimmt nicht.> So wie er Lysa einschätzte muss sie einfach eine harte Nuss sein, nicht so wie manche Weicheier aus seiner Kindheit.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#9

Beitragvon JEELEN » So 4. Dez 2016, 13:51

Jeelen wartete auf die Gruppe. Lysa hatte ihn als erste entdeckt und wollte gerade auf ihn zukommen, als sie von ihrem Pony ausgebremst wurde. Ihre Mutter, Rosa, half sofort mit einem Klaps auf den Pferdehintern ab und Lysa konnte ihm ihr Pony vorstellen.
Auf die Frage ob er Fredo auch einmal streicheln wollte, grinste der Goblin das kleine Mädchen an.

"Natürlich. Hübsches Tier, aber ganz schön groß", antwortete er ihn und kraulte Fredo.

Die Gruppe brach auf. Rosa fragte ihn nach dem Weg, aber der Almane hatte instinktiv schon die richtige Richtung eingeschlagen. Im Westen lag das Zwergen-Reich. Im Osten lag die Wüste Sundhi.

"Wir ziehen Richtung Westen um den Azursee zu umgehen. Seweryn hat schon die richtige Richtung eingeschlagen. Im Westen liegt das Zwergen-Reich Rosa. Richtung Osten liegt die Sundhi, das ist eine Wüste. Die Wüste verzeiht keine Fehler, sie selbst wäre unser schlimmster Gegner. Für die Wüste muss man gewappnet sein. Drum gehen wir Richtung Zwergen-Reich. Einen Feind kann man zur Not immer bekämpfen und hat eine Chance auf Sieg.

Widrige Lebensumstände, wie man sie in einer Wüste vorfinden kann, können Dein Todesurteil sein. Wenn Du versagst, bist Du tot. Ein Risiko dass wir nicht eingehen müssen. Und so lachhaft es sich anhören mag, es sind schon mehr Leute in einer Wüste ersoffen, als woanders. Die Leute gehen gerne die "Pfade" entlang. Nicht wissend, dass es sich dabei um Wadi handelt. Wadi sind ausgewaschene Flussbetten. Regnet es in der Wüste und Du befindest Dich in einem Wadi, wird der vermeintliche Pfad zu einer Rutschbahn für die Wassermassen und allem was er mit sich reißt. Ein Entkommen ist so gut wie ausgeschlossen.
In der Wüste ist es Tagsüber brennend heiß und in der Nacht erbittert kalt. Es ist eine Welt für sich und voller Extreme. Ich würde nur in größter Not durch eine Wüste führen. Da wir keine Not haben, gehen wir durchs Zwergen-Reich", erläuterte Jeelen Rosa seine Entscheidung.

"Frag mich doch besser wo ich noch nicht gewesen bin Rosa. Ich war fast überall auf Ghena und auf Asamura. Fast sage ich, weil man immer noch Orte entdecken kann. Allerdings habe ich nie den Kontinent Asamura verlassen. Sprich auf Skallion oder Thogrimm oder so, da war ich noch nie.
Wie steht es mit Dir?", fragte der Goblin freundlich zurück.

Als Rosa ihn nach seinem Beruf fragte, grübelte der Goblin einen Moment. Er entschied sich, dass es besser war seinen Beruf etwas zu umschreiben. Er wusste nicht wie zart besaitet Rosa war, oder was sie von seinem Berufsstand generell hielt. Die meisten fürchteten Assassinen, selbst dann noch, wenn man sie angeheuert hatte. Natürlich war die Furcht nicht grundlos. Die Gefährlichkeit eines Assassine zu leugnen, wäre Unsinn. Aber es verhielt sich mit ihnen ähnlich wie mit einem tödlichen Wachhund. Dieser tötete auch in Ausübung seines Amtes - allerdings nicht seinen Besitzer. Oder er als Assassine nicht seinen Auftraggeber. Es sei denn, dieser würde ihn verraten und hintergehen. Aber war sein Auftraggeber ehrlich, war er dies auch. Er führte den Auftrag gewissenhaft aus und bei Not verteidigte er seinen Auftraggeber, falls es einen Gegenauftrag gab.

Aber das waren alles Dinge, die Rosa vermutlich nicht interessierten. Oder möglicherweise abschrecken würden. Der Goblin konnte die Frau noch nicht so gut einschätzen, um zu wissen wie weit sie vorurteilsfrei seinen Beruf beurteilen würde. Das würde die Zeit ihm zeigen. Bis jetzt wusste er nur, dass sie eine sehr gute Mutter war.

"Ich bin Reiseführer", antwortete Jeelen Rosa gut gelaunt.
"Egal wohin jemand reisen möchte, ich führe ihn als Scout dahin. Oder, wenn jemand eine andere Person überraschen möchte und ihr eine Reise bucht, dann führe ich "den Beschenkten" dahin, wohin er gebracht werden soll", antwortete der Goblin.

<Gut umschrieben. Die kleine Maus sollte so etwas auch nicht hören>, dachte sich Jeelen.

"Das ist nur Recht, dass Du als Mutter das Beste für Dein Kind wünscht. Von mir geht weder Gefahr noch Enttäuschung für Dein Mädchen aus Rosa. Ich gebe Dir mein Wort darauf", antwortete der Goblin und er meinte jedes Wort absolut ehrlich. Ob die Frau ihm glaubte und seinem Wort einen Wert beimaß, wusste er nicht. Aber sein Wort glich einem Schwur, und ein Schwur war ein Vertrag. Ein heiliges Versprechen.

"Ich habe weder eigene Kinder, noch eine Frau, noch habe ich jüngere Geschwister. Ich war das jüngste Kind von dreien. Ursprünglich stamme ich aus der Bergbaustadt Ramok, ich war Bergarbeiter", teilte er ihr freundlich mit.

Sein vergangenes Leben war so belanglos und dermaßen langweilig, dass es besser als jede Lüge als Tarnung diente. Ein Bergarbeiter aus Ramok, würde man bei einer Ermittlung genauso aufspüren wie ein Sandkorn am Strand, oder ein Blatt im Wald - gar nicht.

"Ach ehe ich es vergesse, Seweryn hat mich doch darum gebeten, dass ich Euch die Handzeichen erläuterte.. Ausgedacht habe ich mir keine, aber gelernt habe ich einige vor langer Zeit. Einst habe ich in einer Gruppe gearbeitet. Wenn man verdeckt vorgeht kommt es darauf an vom Gegner nicht zu früh entdeckt zu werden. Man spricht auch vom verdeckten Vorgehen. Dabei versucht man so wenig Lärm wie möglich zu machen. Um sich mit seiner Gruppe weiterhin verständigen zu können greift man dann auf das Mittel der taktischen Handzeichen zurück.
Ich erkläre Euch einfach die Handzeichen. Wenn Euch eines nicht passt, oder unlogisch erscheint, dann denken wir uns einfach für diese Information ein neues Zeichen aus. Hört gut zu", bat der Goblin die Gruppe.

"Achtung!
Das Zeichen Achtung bedeutet, man darf sich nicht mehr bewegen.
Dazu wird eine Faust geballt und mit dieser nach oben gezeigt.
Alle Gruppenmitglieder müssen sofort stehen bleiben und die Gegend sichern, oder auf weitere Befehle warten.

Aufbrechen!
Dieses Zeichen bedeutet NICHT wir gehen los.
Dieses Zeichen gilt dem Aufbrecher, dem Türeintreter.
Es bedeutet, dass eine Tür oder ein versperrter Durchgang aufgebrochen werden soll.
Es wird auf die entsprechende Tür oder den Zugang gezeigt.

Eine Linie bilden!
Das Zeichen bedeutet, dass sich alle nachfolgenden Gruppenmitglieder in einer Reihe, nebeneinander, aufstellen und so auch weitergehen sollen.
Dazu wird ein Arm seitlich ausgestreckt.

Deckung!
Jedes Gruppenmitglied muss sofort in Deckung gehen und die Umgebung sichern.
Es wird eine Hand oder Faust auf den Kopf gelegt.

Du!
Damit ist das Gruppenmitglied gemeint, auf das gezeigt wird.

Ich!
Man zeigt auf sich selbst und bestätigt somit, dass man selber gemeint oder angesprochen ist.

Gegner!
Ein Gegner, ein Feind wurde gesichtet, zum Beispiel direkt voraus.
Dazu drückt man die flache Hand gegen das Handgelenk der anderen Hand.

Geisel!
Eine Geisel wurde gesichtet, sie befindet sich in der Gewalt von Feinden.
Man legt dazu eine Hand an seinen Hals.

Hören!
Man signalisiert damit zum einen – Ich höre!
Zum anderen auch – Aufpassen, auf verdächtige Geräusche achten.
Dazu hält man sich die flache Hand an ein Ohr.

Hund!
Bei diesem Zeichen signalisiert man seiner Gruppe, dass man einen Hund entdeckt hat.
Dazu wird ein Arm nach unten gehalten und die Finger der Hand nach oben gestreckt.

Kurzwaffe!
Mit diesem Zeichen kann man der Gruppe mitteilen, dass entweder die mit Kurzwaffe vorgehen sollen, oder dass ein Gegner mit einer Kurzwaffe bewaffnet ist.
Man zeigt mit Daumen und Zeigefinger „die Zwei“ die restlichen Finger sind zum Handballen eingeklappt.

Langwaffe!
Das gleiche Zeichen, die gleiche Bedeutung nur für eine Langwaffe.
Die gleiche Darstellung wie bei einer Kurzwaffe, nur dass man dabei den Arm erhebt.

Distanzwaffe, Scharfschütze!
Mit dieser Geste warnt man seine Gruppe vor einem entdeckten Scharfschützen wie Armbrustschützen oder ähnlichen Gegner, oder dass man fordert die Unterstützung des eigenen Scharfschützen an.
Dazu wird die Hand zu einem „O“ geformt und vor ein Auge gehalten.

Sehen – Schauen!
Mit diesem Zeichen signalisiert man, dass man entweder selber das Gebiet untersucht, oder dass ein anderes Gruppenmitglied das Gebiet nach Feinden absuchen soll.
Dazu wird einfach die flache Hand über die Augen gehalten.

Stop!
Halten, Stoppen, nicht weitergehen!
Jedes Gruppenmitglied muss an seiner jetzigen Position verharren und auf weitere Anweisungen warten.
Dazu wird die flache Hand gezeigt.

Verstanden!
Das Zeichen hat zwei Bedeutungen.
Zum einen – ich habe verstanden.
Zum anderen – es ist alles in Ordnung.
Dazu wird der Zeigefinger und der Daumen zu einem „O“ geformt und die anderen Finger dabei gespreizt.

Sammeln!
Das Zeichen bedeutet, alle aus der Gruppe sollen sich bei dem Einfinden, der das Zeichen gibt.
Dazu streckt man den Arm nach oben, mit gehobenem Zeigefinger und vollführt mit dem Finger eine Kreisbewegung. So als würde man sich melden.

Jetzt die dazugehörigen Zahlen als Handzeichen.

Eins
Erhobener Zeigefinger
Zwei
Erhobener Zeige- und Mittelfinger
Drei
Erhobener Daumen, Zeige- und Mittelfinger
Vier
Erhobener Zeige-, Mittel-, Ring- und kleiner Finger
Fünf
Volle Hand, alle Finger sichtbar gespreizt
Sechs
Erhobener Zeige-, Mittel- und Ringfinger.
Daumen und kleiner Finger eingeklappt zum Handballen. Beide berühren sich dort
Sieben
Erhoben sind Zeige-, Mittel- und kleiner Finger. Daumen und Ringfinger berühren sich im Handballen
Acht
Erhoben sind Zeige-, Ring- und kleiner Finger. Daumen und Mittelfinger berühren sich im Handballen
Neun
Erhoben sind Mittel-, Ring- und kleiner Finger. Daumen und Zeigefinger berühren sich im Handballen
Zehn
Alle Finger berühren zu einer O geformt den Daumen. Wie ein „O“.

Das sind alle Handzeichen die wir genutzt haben. Ich hoffe ich habe das gut und verständlich erklärt", sagte Jeelen freundlich, während er die Gegend im Auge behielt.
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Re: Kesselgulasch - (k)eine Reise für den feinen Gaumen

#10

Beitragvon Rósa vom Wolfsclan » Mo 5. Dez 2016, 20:18

„Warst du schon in einer grossen Stadt?“, Lysa staunte, denn sie selbst wuchs in einem Dorf auf, umgeben von der Skallischen See und einer Schneewüste. Nur Artok hatte ihr bereits von ihrer frostalbischen Heimat erzählt und von der Hauptstadt Xash’ir, wo auch der König lebte. Er war es auch, der ihrer Mutter von der Akademie berichtet hatte, wo unter anderem Elementarmagie gelehrt wurde.
Sie hörte ihm interessiert zu, als er von seiner grossen kleinen Schwester erzählte.
„Ich hätte auch gerne einen grossen Bruder“, meinte sie leise, „der hätte mich vor den anderen Kindern beschützt und auf mich aufgepasst. Und er hätte Papa auf der Jagd geholfen und der Familie Ruhm und Ehre eingebracht!“
Einen Moment dachte das Mädchen über seine Frage nach und ihre Stirn krauste sich, dann antwortete sie ernsthaft: „Mein Papa mag mich nicht mehr so gerne, weil ich für das Dorf ein schwarzes Schaf bin. Ich habe gehört, wie er mit Mamma gestritten hat deswegen und sie sind ganz laut geworden. Wir sind dann gegangen, ohne dass ich mich von ihm verabschieden konnte. Wenn ich gross bin, werde ich ihm aber zeigen, was ich in der Schule gelernt habe, und dann wird er auch auf mich stolz sein können!“

Sie steigerte sich in ihre Worte hinein und blieb schliesslich stehen.
„Soll ich dir zeigen, was ich schon alles kann?“
Bevor der Almane antworten konnte, konzentrierte sie sich auf ihre Umgebung und entzog aus der Luft und dem Boden etwas von der Feuchtigkeit, um sie für ihre Magie zu nutzen. Es war nicht genug für einen grösseren Zauber, dafür hätte sie Schnee oder Wasser benötigt, doch um ein Paar bunte Seifenblasen zu formen, reichte es aus. Sie hingen einen Moment schwerelos über ihrer Hand, dann entliess sie die Kugeln, und sie schwebten über ihre beiden Köpfe hinweg in den Himmel.
Lysa lachte, als sich das staunende Gesicht von Seweryn darin spiegelte.


Rósa unterhielt sich unterdessen mit Jeelen. Er schien seine Worte ernst zu meinen, und sie nahm sie nickend zur Kenntnis. Auch schien er sich in der Gegend auszukennen, was die Norkara beruhigte. Alleine wäre es schwierig geworden, den richtigen Weg zu finden. Sie hätten sich überall danach erkundigen müssen und hätten vermutlich Umwege in Kauf genommen.
„Meine Tochter und ich kommen von Thogrim her. Dort ist die Landschaft weit karger und die meiste Zeit des Jahres schneebedeckt. Was nicht heisst, dass es nicht schön wäre. Abends glüht der Himmel manchmal in den unterschiedlichsten Farben und spiegelt sich in den Wellen des Meeres. Und es gibt dort Wölfe, Eisbären, Karibus und natürlich Wale. Wir haben oft auch Robben gejagt. Es ist ein ständiger Kampf ums Überleben, doch dadurch halten wir auch zusammen… meist jedenfalls…“, antwortete Rósa auf seine Frage.
„Die Menschen dort sind hart im Nehmen, doch trotzdem lieben wir das gemeinsame Festlichkeiten.“

Ein sehnsüchtiger Klang lag in ihrer Stimme. Sie vermisste die lockere Stimmung, die bei den Feiern geherrscht hatte. Hier auf Asamura fühlte sie sich noch allzu sehr als Fremde. Und sie durfte es sich auch nicht leisten, dem Alkohol zu verfallen, zu gross wären die Gefahren. Trotzdem geschah es hin und wieder, dass sie einen Becher zu viel trank, wofür sie sich im Nachhinein schalt.
„Von Asamura haben wir noch nicht viel gesehen. Es gab ein Unwetter, als wir auf See waren, weswegen wir vom Kurs abgekommen sind und weiter südlich als geplant an Land geschwemmt wurden und dem Gebirge entlang hierher gewandert sind.“
Rósa lauschte seinen Ausführungen zu seiner Vergangenheit. Nur kurz grübelte sie über seine seltsame Wortwahl des „Beschenkten“ nach, schob den Gedanken jedoch beiseite, als er beteuerte, keine Gefahr darzustellen.
Das wird sich noch herausstellen, dachte sich die Norkara.

Schliesslich trommelte er die Gruppe zusammen und erklärte ihnen die Handzeichen. Lysa starrte ihn nur verwirrt an, nach dem dritten Zeichen hatte sie bereits den Überblick und das Interesse verloren. Rósa hingegen versuchte sich die Symbole zu merken.
„Nun gut, ich denke die wichtigsten werde ich mir einprägen können“, sie lächelte leicht gequält. Sie hatte schon viel über den Fleiss der Goblins gehört, und dieser schien es mit seinen Ausführungen ganz korrekt nehmen zu wollen. Immerhin nahm er seine Aufgabe ernst, was Rósa in ihrem positiven Denken bestärkte. Trotzdem zwinkerte sie Seweryn amüsiert zu: „Ich hoffe nicht, dass er uns jetzt jeden Abend die Zeichen abfragt.“
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