Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.

Der SĂŒdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Finja
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Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#1

Beitragvon Finja » Do 19. Jan 2017, 22:14

Zwei Tage waren vergangen seit Finja und Nicolai von der Taverne "Zum Schluckspecht" aus aufgebrochen waren. Sie nutzten die Zeit und lernten sich etwas besser kennen. Finja hatte Nicolai ein Bild von ihrem Bruder gezeigt. "Seweryn" stand dort in krakeliger Schrift in einer Ecke geschrieben. Nicolai fiel auf, dass Finja dieses Bild nicht bei den anderen aufbewahrte, sondern in einer kleinen Tasche unter ihrer LederrĂŒstung trug. An den Faltkanten war das Pergament bereits leicht porös und hier und da eingerissen. Das Bild schien etwas Besonderes fĂŒr sie zu sein.

Finja hĂ€tte bereits zu diesem Zeitpunkt ihrer Reise im Freien ĂŒbernachtet, doch sie kamen unterwegs in der Scheune eines kleinen Bauerngehöfts unter, was Nicolai durchaus besser zu gefallen schien. Von der Bauernfamilie hatten sie sogar ein kleines FrĂŒhstĂŒck mit auf den Weg bekommen!
Es war fast Mittag und Finja knabberte an den Resten des frisch gebackenen Brötchens, welches sie von der BĂ€uerin geschenkt bekommen hatte. Schon bald wĂŒrden die beiden das Dorf "Felsensenke" erreichen. "Einige nennen das Dorf auch "Rattenkuhle". Es ist auf kaum einer Karte verzeichnet und wie ich hörte gefĂ€llt auch genau das den Einwohnern sehr.", erklĂ€rte Finja dem Raktauren. "Der Spitzname kommt daher, weil bei einem Rudel Ratten auch alles drunter und drĂŒber geht.". Grinsend schaute sie zu Nicolai hinĂŒber. "Mach dir nicht ins Hemd, es klingt tatsĂ€chlich schlimmer als es ist. Halt dich einfach an mich, dann wird dir nichts passieren.". Finja zwinkerte ihm zu. "Die Leute dort sind wirklich friedlich, solange man ihnen nichts tut.". Ihr Gang hatte mittlerweile etwas leicht federndes und der Speer, den sie locker geschultert hatte, wippte bei jedem Schritt sanft auf und ab. "Wir werden ja eine alte Bekannte von mir besuchen, sie nennt sich "Luna". Ist ein Spitzname. Sie hat in ihrem Warenlager so ziemlich alles, was wir brauchen oder kann es ohne großen Aufwand besorgen. NatĂŒrlich bekommen wir einen Freundschaftspreis.". Finja freute sich schon auf das Wiedersehen mit Luna. Nicht selten hatte sie sich bei ihr fĂŒr ihre AuftrĂ€ge mit diversen AusrĂŒstungsgegenstĂ€nden eingedeckt. Luna war einfach immer die beste Ansprechpartnerin fĂŒr sowas, fand Finja. "Oh und wenn wir dort sind sollten wir auf jeden Fall ein Glas "Krautwasser" zusammen trinken! Das ist eine Art Tee, doch er wird fast eiskalt getrunken. Sehr erfrischend und gleichzeitig wĂŒrzig, das MUSST du einfach probieren! Das gibt es nur da!". Finja hielt kurz inne. "Keine Sorge, da ist kein Alkohol drin...ehm...trinkst du eigentlich?". Sie war, wie Nicolai mittlerweile wusste, "dem ein oder anderen GetrĂ€nk" nicht abgeneigt.
"Ein weiterer Vorteil: Von der Rattenkuhle aus gibt es eine alte und fast vergessene, befestigte HĂ€ndlerstraße, die uns nĂ€her zu deinem...nein...unserem Treffpunkt bringen wird. Da werden wir angenehmer reisen als auf diesen dreckigen Waldwegen hier. Unterwegs gibt es auch gute Übernachtungsmöglichkeiten.".
Finja hatte das Brötchen aufgegessen, fummelte den Trinkschlauch von ihrem GĂŒrtel ab und nahm einen tiefen Schluck. Dann schaute sie den Raktauren ernst an. "Nicolai...verzeih mir bitte wenn ich dich falsch einschĂ€tze, aber falls du nicht mitkommen möchtest, dann geh ich allein dahin und wir treffen uns einfach spĂ€ter hinter der Rattenkuhle wieder. Manchmal bin ich vielleicht etwas zu...ĂŒbereifrig?". Sie machte eine kurze Pause. "Aber...ich wĂŒrde mich freuen, wenn du mich begleiten wĂŒrdest, verstehst du?". Finja ging ein paar Schritte schweigend neben Nicolai her. "Solche Idioten wie vor dem Gasthaus gibt es da auf jeden Fall nicht. Jeder ist dort willkommen, die Leute wollen nur ihren GeschĂ€ften nachgehen. Und wer weiss? Vielleicht findest du da ja auch etwas, was dir gefĂ€llt oder was dir nĂŒtzlich sein kann?". Finja hoffte so an Nicolais Neugier und Forschergeist zu appelieren. "Vertrau mir einfach.". Sie lĂ€chelte.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#2

Beitragvon Nicolai » Fr 20. Jan 2017, 13:49

„Welch charmanter Name fĂŒr ein Dorf“, meinte Nicolai mit einem verhaltenen LĂ€cheln.
Er schritt beschwingt neben Finja her, gut gelaunt darĂŒber, nicht mehr alleine unterwegs zu sein. Im Grunde hatte er die Gesellschaft vermisst und nun durfte er gar noch in Begleitung einer hĂŒbschen jungen Frau reisen.
Sie hatte einen zĂŒgigen Schritt, doch dank seiner vierbeinigen Statur konnte er sich gut ihrem Tempo anpassen.
Einen Tag zuvor hatte Finja ihm ein Bild von ihrem Bruder gezeigt. Die Ähnlichkeit war verblĂŒffend gewesen, selbst auf einer Zeichnung. Dieselben dunklen Haare umrahmten ein Gesicht mit einer etwas schiefen Nase, aus welchem einen dieselben klaren Augen zu mustern schienen wie auch bei seiner Schwester.
Nicolai hatte bemerkt, wie sich ein Leuchten in ihrer Miene zeigte bei seinem Anblick und wie sorgfÀltig sie das Pergament wieder unter ihrer Weste verstaute. Er musste ihr fiel bedeuten.
Er selbst hatte leider keine Geschwister oder zumindest wusste er nichts davon. Einen Moment beneidete er ihren Bruder darum, so bedingungslos geliebt zu werden.

„Ich wewerde bestimmt niemandem etwas tun“, versicherte Nicolai ĂŒberzeugt. Er konnte ja nicht einmal einer Maus ein Haar krĂŒmmen, doch das wollte er der taffen Lady nicht unter die Nase reiben.
„Was brauchen wir denn noch alles?“, fragte der Raktaure vorsichtig nach. Er schĂ€tzte den Eifer von Finja, wusste aber nicht, was sie noch alles einzukaufen gedachte. An seiner GrosszĂŒgigkeit sollte es auf jeden Fall nicht scheitern.
„Krautwasser, das klingt gugut und gesund. Und zu besonderen AnlĂ€lĂ€ssen genehmige ich mir natĂŒrlich auch ein GlĂ€glĂ€schen Alkohol“, meinte Nicolai. Sie klang so begeistert, dass er sich vornahm, das GetrĂ€nk fĂŒr gut zu befinden, egal was sie ihm da auftischen wĂŒrde.
Ihr Elan war wirklich erfrischend und er begann sich tatsĂ€chlich fĂŒr das Dorf zu interessieren und auch der besagte Handelsweg klang ganz nach seinem Geschmack. Keine RĂ€uberbanden und keine sumpfigen Löcher, in welche man versehentlich treten konnte.
„Ich bin sesehr froh, dass Du Dich hier auskennst. Die Übernachtung in der Scheune letzte Nacht wawar besser als erwartet. Wir mĂŒssen noch frĂŒh gegenug unter freiem Himmel nĂ€chtigen“, ein etwas wehmĂŒtiger Ton stahl sich bei den letzten Worten in seine Stimme.

„NanatĂŒrlich werde ich Dich begleiten in das Dorf“, bezeugte Nicolai augenblicklich.
„Ich bin aus hahartem Holz geschnitzt, wie man so schön sasagt. Meine Eltern waren immerhin Raktauren, vermutlich im Didienste von Rakshor.“
„Und Dein Eifer stört mich keineswegs. Manchmal“, er zögerte kurz und suchte nach den richtigen Worten, „brĂ€uchte ich vevermutlich eine Prise mehr davon.“
Er lÀchelte sie an.
„Und mit einer so taffen Begleitung wie Dir wird sich kein Rohling in meimeine NĂ€he wagen“, dieses Mal funkelte sogar einen Moment der Schalk in seinen Augen, bevor er seine Brille wieder ordentlich zurechtrĂŒckte und freundlich lĂ€chelte.
„Ich werde mimich im Hintergrund halten, und Dir das Reden ĂŒberlassen!“

Als sie das Dorf erreichten, blickte sich Nicolai interessiert um. Vielleicht hatte sie Recht, und er benötigte tatsĂ€chlich noch etwas fĂŒr die weitere Reise?
Etwas war ihm tatsĂ€chlich in den Sinn gekommen, nachdem sie den Rohlingen begegnet waren, und Finja ihm von ihren SchwertkĂŒnsten erzĂ€hlt hatte. Auch ihre Waffen hatte er inzwischen zu Gesicht bekommen und hatte schwer geschluckt bei dem Gedanken, dass die zierliche Person damit einem RĂ€uber vielleicht die Hand oder auch mehr abhakten konnte.
„Nun ich.. hĂ€hĂ€tte vielleicht wiwirklich etwas, das ich nonoch gebrauchen kökönnte“, er verhaspelte sich beim Sprechen dauernd, da es ihm irgendwie unangenehm war, sie danach zu fragen. Und es eigentlich auch ĂŒberhaupt nicht seinem Metier entsprach.
„Ich dedenke, dass ich ebenfafalls eine Waffe brĂ€uchte fĂŒr diese gegefĂ€hrliche Expe..Expedition! Im Nonotfall muss ich doch auch zuzur Verteidigung beitragen“, jetzt war es heraus und er blickte sie beinahe Ă€ngstlich an. Hoffentlich lachte sie ihn nicht aus. Er scharrte nervös mit dem Vorderhuf ein Loch in den Boden, wĂ€hrend er abwartete, was sie ihm fĂŒr einen Vorschlag unterbreiten mochte.
Er sah sich bereits mit Pfeil und Bogen, einem riesigen Schwert oder einem Speer durch die Gegend rennen und Jagd auf BĂ€ren und Rabauken machen.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#3

Beitragvon Finja » So 22. Jan 2017, 20:52

"Was wir alles brauchen? Ich habe das ein oder andere bereits dabei...keine Sorge, ich werde dir nicht zu sehr auf der Tasche liegen.", Finja zwinkerte Nicolai zu. Sie war positiv ĂŒberrascht, als Nicolai dem Krautwasser zustimmte. "Du wirst es nicht bereuen!".

Als Nicolai auch noch zusagte, sie zu begleiten steigerte dies noch ihre Laune. "Kein Problem, falls du etwas brauchst, sag es einfach Luna."

So kamen die beiden in dem Dorf an. Das Dorf selbst bestand aus vielen großen und kleinen HĂŒtten, die ohne wirkliche Struktur in der Gegend aufgebaut waren. Es herrschte geschĂ€ftliches Treiben, HĂ€ndler boten ihre Waren an und an den Straßenecken gab es kleine Kochfeuer, an denen Mahlzeiten zu fairen Preisen erworben werden konnten. Viele Reisende strömten ĂŒber die Kreuzung und das Stimmengewirr wurde immer lauter. "Wir mĂŒssen da drĂŒben hin.", meinte Finja schließlich und zeigte auf ein Gehöft, welches aus einem kleinen Steinhaus und einer Scheune bestand. Sie war zwar etwas erstaunt, dass Nicolai unbewaffnet war...aber irgendwie wunderte sie dies auch nicht wirklich. "Wenn wir bei Luna eingekauft haben, dann holen wir uns da vorne das Krautwasser.", Finja deutete auf einen kleinen Wagen, der abgespannt in einer Gasse stand. Ein dĂŒrrer Kerl mit Mönchskranz und Hakennase bediente Laufkundschaft aus dem Karren heraus.

Wenige Augenblicke spĂ€ter betraten die beiden das SteingebĂ€ude. Im Inneren war es recht dĂŒster und es duftete nach RĂ€ucherkerzen. Überall standen Regale und SchrĂ€nke mit den verschiedensten Waren, Teppiche lagen herum und gaben die Wege durch diese schon fast labyrinthartige Inneneinrichtung vor. "Komme gleich!", ertönte plötzlich eine Frauenstimme von weiter hinten. Wenige Momente spĂ€ter erschien eine Frau hinter einem der Regale. "Ich muss noch kurz das hier wegbringen und dann...", die Frau sah zu den beiden Kunden hinĂŒber. "Das kann doch nicht wahr sein?!", fragte sie etwas unglĂ€ubig und kam auf sie zu. Die Frau war grĂ¶ĂŸer und muskulöser als Finja und ihre kurzen, dunklen Haare standen leicht in alle Richtungen ab. Mehrere geflochtene Zöpfe flossen aus dem struppigen Haar heraus und gingen ihr bis ĂŒber den RĂŒcken. Luna trug eine maßgeschneiderte Leinentunika, hatte außerdem viele Ringe und Ketten. Unter der Tunika schauten mehrere Tattoos hervor und eine lange Narbe zog sich ĂŒber ihre rechte Wange. "Finja, die Wespe.", stellte sie fest und setzte einen abschĂ€tzenden Gesichtsausdruck auf. "Dachte wirklich, ich wĂŒrd dich nach der Sache in Stahlbach nicht noch mal sehen.". Finja verdrehte mit hochgezogenem Mundwinkel die Augen und zuckte nur mit den Schultern. "Und doch stehe ich jetzt hier.", stellte sie fest. "Was soll ich sagen? Die anderen waren einfach nicht schnell genug.". Ein paar Sekunden vergingen, da kam Luna auf Finja zu und begrĂŒĂŸte sie mit einer ĂŒberaus festen Umarmung. "Uff...". "Und jetzt bist du zu deiner guten Luna gekommen, weil du wieder etwas ausheckst, hm? Machen wirs wie immer, du weisst, ich kann alles besorgen und so.". Dann fiel ihr Blick auf Nicolai. "Wer ist dein gutaussehender Begleiter?". Ohne auf eine Antwort zu warten stand sie auch schon vor Nicolai. "Hallo. Ich bin Luna. Finjas Freunde sind auch meine Freunde musst du wissen. Ich rĂŒste die gute hier immer mal wieder aus, denke mal du könntest bestimmt auch irgendwas brauchen? Seht euch einfach um.". Finja musste grinsen, als Luna Nicolai etwas zu ĂŒberfallen schien.

"Wir gehen auf eine Expedition.", erklĂ€rte sie Luna. "Ich brauche ein paar Dinge, nichts großartiges. Ich denke mal, ich werde das hier alles finden.". Sie verschwand fĂŒr einen Moment im dem Wirrwarr aus Regalen, kam dann aber noch einmal zurĂŒck. "Luna, mein GefĂ€hrte hier benötigt auf jeden Fall eine Waffe. Ich bin mir sicher, dass du da was passendes da hast.". Wieder verschwand sie. "Eine Waffe, hm?", Luna drehte sich wieder zu Nicolai. "Irgendwelche Vorlieben? NatĂŒrlich kannst du alles ausprobieren, aber bitte...wenn, dann draußen. Die Waffen sind da vorne, dritter Gang links, hinteres Regal. Bei Fragen, ruf mich einfach. Ach, weisst du was? Ich komme einfach kurz mit, Finja weiß sowieso wo alles steht.". Dann ging Luna in Richtung Waffenregal.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#4

Beitragvon Nicolai » Mi 25. Jan 2017, 08:15

Neugierig blickte Nicolai sich in dem GeschĂ€ft um. Die Regale waren bis oben hin gefĂŒllt mit allen möglichen Sachen, einige konnte der Raktaure nicht einmal benennen. Doch trotzdem hatte alles seine Ordnung und wirkte aufgerĂ€umt.
In einer Ecke erkannte er RucksĂ€cke in allen Formen und Grössen. Falls Finjas EinkĂ€ufe zu grossflĂ€chig ausfielen, wĂŒrde er nachher noch einmal genauer diese Reisetaschen in Betracht ziehen.
Etwas Positives hatte sein Körperbau nĂ€mlich trotz allem. Wenn er musste, konnte er um einiges mehr mit sich herumtragen als ein gewöhnlicher Mensch. Bloss fĂŒhlte er sich bisher nie dazu bemĂŒssigt und sein kleiner Lederrucksack reichte fĂŒr seine Utensilien völlig aus.
Sein Blick wanderte weiter ĂŒber Stricke, MĂ€use- und BĂ€renfallen, Schuhwerk und sogar einen kleinen Kompass, der sehr an goblinisches Handwerk anmutete.
Er wollte gerade interessiert darauf zugehen, wĂ€hrend die beiden Frauen sich noch ausgiebig begrĂŒssten, doch da hatte ihn Luna bereits entdeckt und baute sich vor ihm auf.

Obwohl auch sie zu ihm aufblicken musste wie die meisten Menschen, schien sie ihre Grösse mit dem gleichen Feuereifer wettzumachen, der auch Finja innewohnte.
Etwas verblĂŒfft ĂŒber den Redeschwall brachte Nicolai zuerst kein Wort heraus.
Zum GlĂŒck kam ihm seine Begleiterin zu Hilfe und klĂ€rte ihre Freundin ĂŒber die Expedition auf und darĂŒber, dass der Raktaure eine Waffe benötigte. Ergeben trottete er hinter ihr her, als sie ihn zum Waffenregal fĂŒhrte.
Hatte sie ihn da gerade nach seinen Vorlieben gefragt?
„Nun also, am liliebsten mag ich BĂŒcher. Vor Allem Theodor Antigon und Pater Bellorion schreiben fantastische Literatur. Doch gelegentlich fertige ich auch gegerne Zeichnungen zu meinen Notizen. NatĂŒrlich bei Weitem ninicht so wundervolle Werke wie Finja. Und wenn ich nicht gegerade auf Expe...Expedition bin, besuche ich auch gegerne das Theater, wobei mir Tragödien sehr zusagen!“
Als ihn Luna jedoch nur befremdlich anblickte, erkannte er, dass er wohl nicht die richtige Antwort gegeben hatte.
Sie fasste sich jedoch schnell wieder und grinste ihn an.
„In nem Theater war ich leider noch nie, in diesem Rattenpfuhl gibt es sowas nich“, trotz ihrer Wortwahl konnte man sehen, dass Luna dieses „Rattenloch“ gegen kein Theater der Welt eintauschen wollte.
„Nun aber zu eurer Expedition! Finja meinte, du benötigst ne Waffe?“
Nicolai nickte eifrig, als sein Blick jedoch auf das Waffenregal fiel, erbleichte er etwas.
„Ein Mann von deiner Grösse und Statur kann gut zwei leichte Schwerter tragen. Oder stehst du eher auf schwere ZweihĂ€nder? Obwohl nein, ich habe gehört, dass Raktauren vor Allem mit Speeren oder auch Langbogen kĂ€mpfen. Bist du ein Nah- oder FernkĂ€mpfer?“
Ihr Kunde starrte sie hilflos an.
Die Vorstellung, von seinem Gegner weit weg stehen zu können und sich trotzdem zu verteidigen, gefiel ihm jedoch eindeutig besser.
„Ein FernkĂ€mpfer?“, meinte er dann etwas hilflos und sein Blick suchte plötzlich nach Finja.
„Ah interessant. Dann hast du also bereits Erfahrung mit Bögen gesammelt. Ich habe hier vor Allem Kurzbögen, weil die bessert fot gehen. Aber warte, ich bin gleich wieder da. Im Lager hinten habe ich noch einen grösseren rumstehen.“
Im nĂ€chsten Moment war sie davongewuselt und liess Nicolai völlig ĂŒberfordert zurĂŒck.

„Finja
?“, fragte er vorsichtig und blickte um die Ecke, wo er sie vermutete.
„Kannst Du mir hier bitte einmal hehelfen?“
Es war eindeutig, dass der arme Kerl keine Ahnung hatte, weder von Lang-, noch Kurzbögen und auch nicht von Schwertern und Speeren.
Da kam bereits Luna wieder herbeigeilt. Sie hatte einen riesigen Bogen in der Hand, der sie selbst noch ĂŒberragte, wenn sie ihn auf den Boden stellte.
„Hier, nimm ihn einmal in die Hand. Er ist aus leichtem und trotzdem sehr stabilem Holz gefertigt. Sehr handlich!“, sie drĂŒckte dem staunenden Centauren die Waffe in die Hand. TatsĂ€chlich hatte der Bogen eine angenehme Grösse fĂŒr ihn, doch wie man ihn benutzte, das wusste Nicolai bloss aus BĂŒchern.
„Vielleicht bin ich dodoch eher NahkĂ€mpfer“, murmelte er.
Schliesslich bekam er auch noch ein Schwert in die Hand gedrĂŒckt, das er jedoch beinahe fallengelassen hĂ€tte, weil er von dem Gewicht so ĂŒberrascht wurde und einen Speer, der ihm etwas besser behagte.
Trotzdem fĂŒrchtete er sich bloss schon vor der Vorstellung, damit auf einen Gegner einzustechen.

Inzwischen war sein Gesicht leichenblass geworden, seine HĂ€nde verschwitzt und im Minutentakt schob er das klapprige Brillengestell auf seiner Nase zurecht.
Unruhig peitschte sein Schweif herum und fegte dabei versehentlich den Becher Wasser vom Tisch, den ihm Luna zuvor hingestellt hatte, als sie seine Aufregung bemerkte.
„Oh, ververzeihung! Ich brabrauche frische Luluft!“, stammelte Nicolai plötzlich, machte rechtsumkehrt und floh aus dem GeschĂ€ft hinaus. Draussen schnappte er erleichtert nach Luft und schĂ€mte sich gleichzeitig fĂŒr sein Verhalten. Nun hielten ihn die beiden Frauen bestimmt fĂŒr ein unbedarftes Weichei. Ohne Waffe wĂŒrde er dieses Dorf nicht verlassen, so nahm er sich vor. Was hatte er sich da bloss eingebrockt!

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#5

Beitragvon Finja » Do 26. Jan 2017, 15:32

<Immer wieder schön hier.>, dachte Finja und schlenderte durch die Gassen aus Regalen. <Was muss ich noch mitnehmen?>. Sie ĂŒberlegte einen Moment und ging ihr Inventar im Kopf einmal durch. Anschließend begann sie mit dem Einkauf, meinte dann aber plötzlich in der Ferne ihren Namen gehört zu haben. "Öhm...ja?", fragte sie leise und ging in die entsprechende Richtung. Dann schien etwas runterzufallen und jemand polterte schon fast aus der HĂŒtte.

Schließlich traf Finja Luna in der NĂ€he der Waffenregale. Von Nicolai war nichts zu sehen. Fragend schaute Finja ihre Bekannte an. "Ist einfach rausgestĂŒrmt? Was war da denn auf einmal los?", fragte Luna etwas irritiert und Finja zuckte nur gelassen mit den Schultern. "Er ist...naja...sagen wir, er ist kein wirklich geĂŒbter KĂ€mpfer und...neu auf dem Gebiet.". <Das kann ja noch heiter werden.>. Luna schaute sie skeptisch an. "Ich weeeeiss, was du sagen willst.", stellte Finja fest, verdrehte die Augen und stemmte die Arme in die HĂŒfte. "Finja, was ist das nur wieder fĂŒr eine Mission? Finja, mit was fĂŒr einer Gesellschaft bist du denn wieder unterwegs? Finja, wie soll das nur gutgehen?". Das kenne ich alles schon von dir. Außerdem, hey, es wĂ€re doch langweilig sonst.". Dann mussten beide kurz lachen und Luna knuffte Finja kumpelhaft gegen die Schulter. "Ein Frischling war schon lĂ€nger nicht mehr hier.", dann fiel ihr Blick auf die Sachen, die Finja sich bereits zusammengesucht hatte. Aus einer Decke hatte Finja ein kleines BĂŒndel improvisiert, darin mehrere Kohlestifte, Pergamentbögen verschiedener GrĂ¶ĂŸe, einen Satz Wechselkleidung, sowie eine TonschĂŒssel und ein Essmesser. "Soll ich das schon mal nach hinten bringen?". Finja nickte und ĂŒbergab das BĂŒndel Luna. "Ich rede mal mit ihm.", meinte Finja schließlich und ging in Richtung Ausgang. "Er ist halt etwas...anders als meine bisherigen ReisegefĂ€hrten, das stimmt schon. Aber sieh es doch auch mal als eine Herausforderung fĂŒr dich als VerkĂ€uferin.". Sie grinste schelmisch und verließ dann ebenfalls die HĂŒtte.

Draußen fand sie einen unruhigen und etwa blass um die Nase wirkenden Nicolai. Langsam ging Finja zu ihm herĂŒber. "WĂ€hrend den Verhandlungen abhauen ist nicht besonders nett.", sagte sie und musste dann aber grinsen. "Spaß beiseite, sag, was war los? Und bevor du anfĂ€ngst zu reden...alles ist gut, niemand hier ist irgendwie beleidigt oder so.". Nicolai hatte wohl noch nie eine Waffe besessen, geschweige denn eine benutzt.
"Ich glaube, dass ein Bogen zu dir passen könnte.", dachte Finja laut, sah zu Nicolai auf und nickte dann. "Es wird natĂŒrlich dauern, bis du damit vernĂŒnftig umgehen kannst, aber ich denke, das können wir ĂŒben. Schießen lernt man sowieso schneller als das richtige KĂ€mpfen mit einem Schwert.". Dann ging sie ein paar Schritte um Nicolai herum und stellte sich neben ihn. "Ich glaube, dir wird ein Bogen gut stehen. Wie sieht's aus, wollen wir wieder reingehen? Keine Sorge, ich gucke mir das Teil dann auch mal an.". Sie setzte sich in Bewegung, blieb dann aber noch einmal stehen. "Falls du noch ein paar Minuten brauchst, auch in Ordnung."

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#6

Beitragvon Nicolai » Sa 28. Jan 2017, 12:59

Beinahe so, als wÀre er ein verschrecktes Reh, das im nÀchsten Moment die Flucht ergreifen könnte, kam Finja behutsam auf ihn zu.
„WĂ€hrend den Verhandlungen abhauen ist nicht besonders nett“, meinte sie als erstes und verstĂ€rkte sogleich sein schlechtes Gewissen.
Auch ihr Grinsen konnte dies nicht mehr wettmachen, hatte er doch tatsÀchlich gegen ein Gebot der Höflichkeit und des Anstandes verstossen!
Bevor er jedoch eine Entschuldigung stottern konnte, folgte bereits die Frage, was denn los sei und die beruhigenden Worte, dass ihm sein missliches Verhalten keiner ĂŒbelgenommen hĂ€tte.
„Nun ich ich“, er wusste gar nicht, wie er seine Lage erklĂ€ren sollte.
Luna war durchaus sehr hilfsbereit, setzte jedoch bereits Voraus, dass er Kenntnisse im Umgang mit Waffen besass. Dabei hatte er doch noch nie eine Waffe besessen, abgesehen von seinem Essbesteck.
Doch Finja schien auch so zu begreifen, dass er ihre Hilfe und Empfehlungen benötigte.
„Ich glaube, dass ein Bogen zu dir passen könnte.“
Nicolais Blick folgte ihr gebannt, als sie um ihn herumging und schliesslich anfĂŒgte: „Ich glaube, dir wird ein Bogen gutstehen.“
Trotz seiner Skepsis spĂŒrte er, wie ihn ihre Worte aufbauten und sogar mit ein wenig Stolz erfĂŒllten. Offensichtlich glaubte die junge Frau, dass er im Stande war einen Pfeil zielsicher abzuschiessen – sofern seine Brille nicht verlorenging.
Nicolai nickte wissend, als sie meinte, dass dies mit Übung verbunden war. Es war ja noch nie ein Meister vom Himmel gefallen.

Als sie schliesslich gemeinsam die HĂŒtte wieder betraten, war seine BlĂ€sse etwas gewichen.
„Entschuldigt meimein Verhalten!“, sagte er galant zu Luna, „Eure Schönheit hat mir direkt die Luft geraubt.“
Er lÀchelte sie an und brachte sogar ein lustiges Zwinkern zustande.
„Nun, die Wahrheit ist, ich hahabe noch nie eine Waffe benutzt. Deshalb wĂ€re ich um Empfehlungen dankbar! Finja bot sich glĂŒcklicherweise bereits an, mir den Umgang beizuzubringen!“
„Also, die Damen, ich ergebe mich in eure HĂ€nde
 worauf kommt es dedenn nun genau an bei der Wahl?“

Schlussendlich war auch der Raktaure damit einverstanden, sich auf einen Bogen festzulegen. Luna prÀsentierte ihm die unterschiedlichsten Grössen, einige waren auch leicht anders geformt, und dann gab es noch eine schier unendliche Auswahl an Pfeilen, wobei diese Nicolai alle gleich erschienen.
„Ich empfehle Dir noch einen Dolch fĂŒr NotfĂ€lle. Und falls dir die Pfeile ausgehen, kannst du dir selbst behelfsmĂ€ssig welche nachschnitzen“, schlug ihm Luna vor.
So ging es, nachdem sie sich auf einen Bogen festgelegt hatten, der eine stattliche Grösse hatte, aber trotzdem noch handlich genug war um ihn auch auf den RĂŒcken zu schnĂŒren, weiter mit einem Köcher voller Pfeilen und schliesslich hin zu den Dolchen.
Einige waren klein wie Messer, andere wiesen UnterarmlÀnge auf. Manche hatten wunderschön mit Schnitzereien verzierte Griffe, wÀhrend andere wiederum möglichst schlicht gehalten waren. Auch hier liess sich Nicolai dankbar von den beiden Frauen beraten.
FĂŒr ihn war es leicht verstörend, wieviel diese beiden Ladys davon verstanden. Dies waren eindeutig nicht die Frauchen, welche sich den ganzen Tag mit Stickereien beschĂ€ftigten. Gleichzeitig bewunderte er Finja und Luna, welche sich so unkompliziert miteinander unterhielten. Die beiden waren hier eindeutig in ihrem Element, was von ihm ganz und gar nicht zu behaupten war.

Endlich hatten sie sich geeinigt. Der Centaure fĂŒhlte sich, als hĂ€tte er den Tag im Studium verbracht, so sehr rauchte sein Kopf ab all den neuen Begriffen und ErklĂ€rungen.
„Benötige ich nonoch etwas?“, wagte er schliesslich kaum nachzufragen. Er wirkte ziemlich erschöpft. Trotzdem hielt er den Bogen auch irgendwie zufrieden in seiner Hand. Zu seiner eigenen Überraschung fĂŒhlte er sich richtig mĂ€nnlich mit diesem Ding.
Wie ein richtiger Krieger!
Zumindest, solange er seine KampfkĂŒnste keinem Gegner beweisen musste


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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#7

Beitragvon Finja » Sa 28. Jan 2017, 19:02

Endlich hatten sie sich geeinigt. Nicolai schien durchaus erschöpft, Finja rempelte ihn freundschaftlich an, nickte ihm dann lÀchelnd zu.

"Also ich habe bereits das hier zusammengesammelt.", sagte Finja und zeigte auf das BĂŒndel auf der Ladentheke. "Ansonsten...ich weiss nicht, was haben wir noch dabei? Wir werden bestimmt ein grĂ¶ĂŸeres Lager aufschlagen, oder?", sie dachte an die anderen Expeditionsteilnehmer, die ihr angekĂŒndigt worden sind. "Die Frage ist, ob wir irgendwas in Richtung...weiss nicht...Zelt oder so brauchen? Wie lĂ€uft das bei den Centauren, wie leben die? Meinst du wir kommen da unter?".
Schließlich gesellten sich noch ein paar weitere EinkĂ€ufe dazu, den Rest könnten sie sicherlich noch rechtzeitig unterwegs besorgen.
"Das wĂ€rs dann?", fragte Luna und die beiden nickten. "Dann wollen wir doch mal sehen...", murmelte sie und ging in Gedanken die Preise fĂŒr die EinkĂ€ufe durch. "NatĂŒrlich bekommt ihr einen Freundschaftspreis!", fĂŒgte sie hinzu und die Bezahlung wurde vorgenommen. TatsĂ€chlich kamen sie weitaus gĂŒnstiger weg als gedacht. "Danke dir!", sagte Finja fröhlich zu Luna und Nicolai und nahm das BĂŒndel an sich. Es passte sogar noch in ihren großen Rucksack. "War mir wie immer eine Freude und Ehre.", antwortete Luna mit einem zufriedenen Blick auf die MĂŒnzen. "Und dir wĂŒnsche ich viel Erfolg.", sagte sie mit Blick zu Nicolai. "Ich denke du bist bei Finja in guten HĂ€nden. Kannst auf jeden Fall noch was von ihr lernen, Großer.", fĂŒgte sie grinsend hinzu. Als Finja und Nicolai schon fast draußen waren rief Luna noch "Hey, Finja, bring mir dieses mal was mit! Keine Ahnung...was Schönes oder so!". Finja grinste und gab ein "Sicher, du sollst ein Andenken bekommen!" ĂŒber die Schulter zurĂŒck.

Als die beiden draußen waren steuerte Finja den Wagen mit dem Krautwasser an. "Wirklich...ein großes Dankeschön noch mal an dich.", sagte sie zu Nicolai und schwebte schon fast optimistisch neben dem Raktauren her. "Ich wĂŒrde vorschlagen, wir ĂŒben das mit dem Bogen wĂ€hrend unserer nĂ€chsten Rast. Am besten jeden Abend, wenn es die Zeit erlaubt. Keine Sorge, du wirst das schon hinkriegen.". Finja merkte durchaus, dass Nicolai zwar stolz, aber auch etwas skeptisch war.

Sie kamen bei dem Wagen an. Der dĂŒrre Kerl, der die Laufkundschaft bedient hatte, war nicht zu sehen. Finja musste sich auf die Zehenspitzen stellen und schon fast etwas an dem "Tresen" hochziehen um ĂŒberhaupt drĂŒbergucken zu können. "Hey, Meister! Kundschaft!", rief sie und klopfte so gut sie konnte auf die Theke. Ein Vorhang wurde zur Seite geschoben und der Mann mit Hakennase und Mönchskranz trat hervor. "'s darfsn sein?", fragte er mit kratziger Stimme und schaute die beiden Kunden an. "Was wohl? Zwei mal bitte!", antwortete Finja bestimmend, mittlerweile an der Theke hĂ€ngend. Der Mann nickte, holte zwei abgenutzte KrĂŒge hervor und ging damit zu einem der großen FĂ€sser, die weiter hinten in einem Regal lagen. Das Krautwasser plĂ€tscherte in die KrĂŒge und schließlich hatten Finja und Nicolai ihre GetrĂ€nke. "Geht auf mich!", meinte Finja, patschte mit dem HandrĂŒcken an Nicolais Brust und ließ den Tresen los. Mit einem Satz landete sie sicher auf dem staubigen Boden, kramte etwas Geld aus ihrer GĂŒteltasche und bezahlte.
Dann stand sie abwartend vor Nicolai. "Ich wĂŒrde sagen...auf uns und unsere Reise, hm?", sie hob den Becher zum Anstoßen.

"Lass uns mal etwas da rĂŒber gehen.", meinte Finja schließlich und sie stellten sich ein StĂŒck abseits des Wagens, damit weitere Kunden bedient werden konnten. Finja lehnte sich mit dem RĂŒcken an eine Hauswand und stellte einen Fuß dagegen. "Mh!", meinte sie wĂ€hrend des Trinkens und sah Nicolai an. "Wir mĂŒssen gleich die Straße da weiter hoch.", mit einer knappen Handbewegung zeigte sie in die entsprechende Richtung. "Ich wĂŒrde aber vorschlagen, dass wir uns nicht irgendwem hier anschließen, oder? Manchmal tun sich hier "Reisegruppen" zusammen, keine Ahnung wieso.". Sie schwieg einen Moment. "Ich meine hey, wir brauchen keinen von denen und wollen ja schließlich voran kommen. Oder siehst du das anders? Wenn ja, sags ruhig.". Sie nahm einen weiteren Schluck. "Aaah. Ich finde es so erfrischend. Wie schmeckt es dir eigentlich?".

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#8

Beitragvon Nicolai » So 29. Jan 2017, 17:03

Nicolai war erleichtert, dass Finja ihm eine Frage stellte, die er tatsÀchlich beantworten konnte.
„Jaja, es wird ein grösseres Lager werden. Da die wiwilden Centauren ein Nomadenvolk sind, haben wir auch Planwagen dabei, welche die VorrĂ€te transportieren. Zum Schlafen gibt es ein grosses Gemeinschaftszelt und fĂŒr die wiwichtigen PostentrĂ€ger wie Heiler, Koch und Forschungsleiter einige separierte kleinere Zezelte.
Aber vielleicht wĂ€re es nicht schlecht fĂŒr Didich eine Unterkunft zu besorgen? Schliesslich weiss ich nicht, wie gross der Frauenanteil bei dieser Expedition ist und es wĂŒwĂŒrde sich nicht ziemen, wenn Du unter lauter MĂ€nnern schlafen mĂŒsstest!“

TatsÀchlich war er sehr besorgt um ihr Wohlergehen, schliesslich nahm sie bloss wegen seiner Anheuerung an der Expedition teil.

Da er sich nun den Bogen mit Köcher auf den RĂŒcken schnallen wollte, erwarb er bei Luna ein Paar Satteltaschen, die er sich ganz einfach ĂŒber den PferderĂŒcken legen konnte und welche seitlich anlagen. Ein breites Band verlief ĂŒber seinen RĂŒcken und hielt die Taschen zusammen, gleichzeitig verteilte es den Druck der Last regelmĂ€ssig. ZusĂ€tzlich verlief ein Lederband bei seiner Unterbrust durch, und hielt die Taschen auch bei einem holprigen Gang an Ort und Stelle, wie es auch ein Sattelgurt tun wĂŒrde.
Nicolai betrachtete sich eingehend im Spiegel. Seine grĂŒne Decke bedeckte ordentlich seinen RĂŒcken, und auch der Bogen samt Köcher sass perfekt. Zufrieden bezahlte er alle ihre EinkĂ€ufe bei der jungen Frau und gab ihr ein grosszĂŒgiges Trinkgeld fĂŒr ihre MĂŒhen.
Zu Lunas Freude hatte er tatsÀchlich den Kompass erworben, zudem ein neues Notizbuch, das er als Tagebuch zu gebrauchen gedachte.
Eine Landkarte gab es leider keine, dafĂŒr entdeckte er zwei kleine BĂŒchlein. Eines zu den unterschiedlichsten Pflanzen und ihrem Gebrauch. Das andere handelte von gefĂ€hrlichen Schlangen und Spinnen, die man meiden sollte.
Da er nun öfters Draussen zu rasten hatte, kaufte er schlussendlich noch einen dicken Mantel, den er jedoch zu seiner Wechselkleidung in den Taschen verstaute, wie auch den Dolch, den er in nÀchster Zeit noch nicht zu gebrauchen hoffte.

Es freute ihn schliesslich zu sehen, wie ausgelassen Finja wirkte, nachdem sie das GeschĂ€ft verlassen hatten. Offensichtlich hatte sie wohl in dieser Hinsicht etwas gemein mit den Frauen aus den StĂ€dten – EinkĂ€ufe versĂŒssten der Damenwelt erkennbar die Laune und zauberten ein LĂ€cheln auf ihre Gesichter.
Er nickte zustimmend, als sie vorschlug, bei der nĂ€chsten Rast sogleich an seinen SchiesskĂŒnsten zu arbeiten. Zu seiner eigenen Überraschung freute er sich darauf, den Bogen auszuprobieren, auch wenn er ahnte, dass Finja zwar eine sehr gute, aber auch unnachgiebige Lehrerin abgeben wĂŒrde.
Zumindest machte sie ihm Mut, was bereits ein guter Anfang war!

WĂ€hrend Nicolai bequem an die Theke hinreichte, hatte die kleiner gewachsene Frau etwas mehr MĂŒhe. Er musste grinsen, als sie sich unelegant an dem Tresen hochzog und unwirsch die GetrĂ€nke bestellte.
Beim ersten Schluck verzog sich sein Gesicht noch unwillkĂŒrlich von dem ungewohnten Geschmack, beim zweiten fand er das Krautwasser doch eigentlich ganz passabel und beim dritten war er bereits ein begeisterter Lieberhaben des „Gesöffs“.
Er strahlte Finja an, als sie mit ihm auf die Reise anstossen wollte und bestellte darauf hin direkt noch zwei Becher bei dem hakennasigen Mönch.

Wie ein Schaf folgte er ihr hinterher, als sie sich etwas abseits hinstellten.
„WĂ€re es in einer Gruppe nicht sisicherer?“, erkundigte sich Nicolai eher besorgt, als abwehrend. So oder so wĂŒrde er sich auf ihre Empfehlung verlassen; der Besuch bei Luna hatte ihn darin bestĂ€rkt, dass sie eindeutig den besseren Scout abgab, als er.
„Andererseits scheint es mir auch wichtig voranzuzukommen, da wir sowieso schon im Verzug sind. NatĂŒrlich nicht wegen dir, sondern wewegen meiner eigenen Unkenntnisse.“

Als sie ihn nach dem Krautwasser fragte, hellte sich seine Miene sogleich auf.
„Oh, es ist fafantastisch. Meinst du der Mönch wird mir sein Rezept fĂŒr einige MĂŒnzen verkaufen? Damit könnte man auch in deder Stadt Gewinn erzielen.“
Dann kam ihm plötzlich ein neuer Gedanke, als er aus der Ferne die Leute beobachtete, welche mit Pferden oder Ochsenwagen unterwegs waren.
„Sosollen wir Dir ein Reittier besorgen? Wie bereits gesagt sind die wilden Centauren in stĂ€ndiger Bewegung, sie leleben nach den Jahreszeiten und schliessen sich den Herdenwanderungen an. Wenn wir dort lĂ€ngere Zeit verbringen, wĂ€re es womöglich von Vovorteil“, nachdenklich schaute er die energiegeladene Frau an. Es musste ja nicht gerade ein Vollblutpferd sein, so dass er selbst noch hinterherhumpeln musste, doch ein Kleinpferd, etwa in seiner eigenen Grösse, wĂŒrde es auch tun.
Bevor sie antworten konnte, schlenderte er bereits zum Mönch hinĂŒber, um mit ihm ĂŒber den Preis des Geheimrezepts zu verhandeln, die beiden Trinkflaschen mit dem Krautwasser auffĂŒllen zu lassen und nach einem guten VerkĂ€ufer fĂŒr Reittiere zu fragen.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#9

Beitragvon Finja » Mo 30. Jan 2017, 16:02

<Na also, geht doch.>, dachte Finja zufrieden, nachdem die beiden angestoßen hatten.

"Ach, mach dir keine Sorgen. Du meintest, wir mĂŒssen nach Norden und da scheint mir das der beste und auch sicherste Weg hier zu sein. Was die anderen Leute hier angeht...", sie ĂŒberlegte einen Moment. "Vielleicht finden wir ja jemanden, der zufĂ€llig den gleichen Weg hat.". Sie wirkte nicht wirklich ĂŒberzeugt davon jemanden mitzunehmen. "Warten wirs einfach mal ab, kann ja sonst auch sein, dass wir unterwegs noch auf andere Reisende treffen.". In Gedanken ĂŒberschlug sie den ungefĂ€hren Weg zum Treffpunkt. "Je nachdem, wie gut wir voran kommen sollten wir unsere Zeiten der Rast anpassen. Oh wir mĂŒssen dann ja auch das Bogenschießen ĂŒben...aber das kriegen wir hin.".
Nicolai sprach von dem Verzug, den er durch seine Unkenntnisse zu verschulden hatte. "Putz dich nicht selbst so runter.", meinte Finja aufbauend, jedoch mit einer Spur Ernsthaftigkeit und leicht verstĂ€ndnislosem Blick. "Nicht jeder kann von sich behaupten auf so eine Reise zu gehen, geschweige denn sie bis zum Ende durchgezogen zu haben. Dein Meister war auch nicht von Anfang an ein Meister. Jeder fĂ€ngt schließlich mal klein an.". Sie nahm einen tiefen Schluck, musste danach einmal leicht aufstoßen. "Verzeihung.".

"Ich weiss nicht, ob er das Rezept verkauft. Könnte mir vorstellen, dass man nicht ĂŒberall an die Zutaten rankommt...aber weisst du was? Versuch es doch einfach, warum nicht? Mehr als "Nein" sagen kann er nicht. Und sollte man die Sachen nicht bekommen, so kannst du es immer noch in deinen Expeditionsbericht mit aufnehmen.". Finja war davon ĂŒberzeugt, dass Nicolai noch einige EindrĂŒcke seiner Reise niederschreiben wĂŒrde.

"Ein...Reittier?", fragte Finja unsicher. Nicolai ließ sie stehen und schlenderte wieder zurĂŒck zu dem Stand. "Ich auf einem Pferd...", brummelte sie vor sich hin und sah sich schon auf einem viel zu großen Tier hĂ€ngen. Auf der anderen Seite durfte sie bei dem Heerlager damals auch ab und an reiten und das hatte ihr schon Spaß gemacht. Irgendwie hatte sie plötzlich ein schlechtes Gewissen, so ein Pferd war sicherlich nicht gerade gĂŒnstig und schließlich hatten sie gerade auch noch ein kleines Zelt fĂŒr sie gekauft. Auf der anderen Seite machte es durchaus Sinn zu reiten. So wie Nicolai erklĂ€rt hatte sind die Centauren immer in Bewegung und laufen kam dann natĂŒrlich nicht in Frage...

Kurze Zeit spĂ€ter kam Nicolai zurĂŒck und sie machten sich auf zu einem VerkĂ€ufer fĂŒr Reittiere. "Und?", fragte Finja schließlich, "Hast du es bekommen? Das Rezept meine ich?". Irgendwie hatte sie auch Interesse daran und wollte wissen, was genau da eigentlich drin war. Sie schaute den Raktauren gespannt an.

Sie kamen bei dem HĂ€ndler und seinem "Stand" an. Es handelte sich um eine hölzerne Scheune mit Strohdach, dahinter eine Koppel. Der HĂ€ndler sah die beiden potentiellen Kunden schon von weitem und kam ihnen ein StĂŒck entgegen. "Oooh, Nicolai, sieh mal!", platzte es plötzlich aus Finja heraus und sie lief schnellen Schrittes zu dem hölzernen Zaun, der die Koppel umspannte. Mit einem Satz stand sie auch schon auf einer der Querstreben und hielt sich an dem nahestehenden Zaunpfahl fest. Mit großen Augen schaute sie die Pferde an, die dort umherliefen. Das eine Tier schien sogar die richtige GrĂ¶ĂŸe zu haben! <Ohhh...dieses Grau...und diese schwarze MĂ€hne!>. Sie drehte den Kopf in Nicolais Richtung und sah, wie dieser bereits bei dem HĂ€ndler angekommen war. Mit einem leisen "Hepp." sprang sie wieder von dem Zaun herunter und eilte zurĂŒck zu dem Raktauren und dem HĂ€ndler. "Verzeiht...Guten Tag erst einmal.", begrĂŒĂŸte Finja den HĂ€ndler etwas verlegen und wischte die StrĂ€hnen aus ihrem Gesicht. "Das sind wirklich schöne Tiere.", nuschelte sie. <Dass mir sowas immer wieder passiert.>, dachte Finja und musste dann aber wieder grinsen. Sie hatte zwar schon einiges erlebt, gekĂ€mpft und auch die ein oder andere Verletzung ĂŒberstanden, aber bei Tieren kam immer mal wieder das kleine MĂ€dchen in ihr durch. <Hoffentlich zieht der uns jetzt nicht wegen mir ĂŒber den Tisch.>, dachte sie plötzlich und versuchte den HĂ€ndler einzuschĂ€tzen. So oder so, sie wĂŒrde sicherlich gut bei dem VerkaufsgesprĂ€ch zuhören.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#10

Beitragvon Nicolai » Mi 1. Feb 2017, 20:41

„Nun ja, das mamag sein. Doch habe ich so das GefĂŒhl, dass Forscher normalerweise tauglicher sind fĂŒfĂŒr eine solche Reise. Und weit bebesser vorbereitet.“
Trotzdem war er erstaunt, dass sie sich fĂŒr ihn einsetzte, wo sie doch vor Kurzem noch so skeptisch auf sein Vorhaben reagiert hatte in der Taverne.
Nicolai nickte ihr zu und machte sich eine gedankliche Notiz, spÀter noch einen Tagebucheintrag zu verfassen. Schliesslich musste er auch die EinkÀufe ordentlich festhalten, um spÀter seinem Meister die Unkosten vorlegen zu können.
Nicolai hatte sich zu dem Mönch gesellt und man konnte die beiden wild diskutieren und herumfuchteln sehen. Zwischendurch blitzten einige MĂŒnzen auf, und schlussendlich kam Nicolai mit einem zufriedenen Grinsen auf Finja zugeschritten.
„Etwas weiter die Strasse rurunter gibt es einen guten PferdehĂ€ndler. Und ja, ich hahabe ihm einen Teil des Rezepts abgekauft. Der Geizkragen wollte es nicht vollstĂ€ndig heherausgeben. Der Rerest wird sich aber ergeben“, meinte er zuversichtlich und schritt dann guten Mutes voran, wĂ€hrend Finja hinterherwuselte.

Bald erkannte Nicolai den eifrigen VerkÀufer, der bereits auf sie zugeschritten kam.
„Der mamacht doch einen guten Eindruck“, wollte er Finja zuflĂŒster,n doch sie war nicht mehr an seiner Seite. Irritiert hielt der Raktaure inne und blickte sich suchend um.
Er fand sie bei der Pferdekoppel, wo sie mit leuchtenden Augen die Tiere anstrahlte.
Nicolai schmunzelte als er sah, wie sie auf die Querstreben geklettert war, und die Pferde bewunderte.
Doch auch der HĂ€ndler hatte dies bereits bemerkt, und er rieb sich die HĂ€nde als er mit einem erfolgversprechenden LĂ€cheln auf sie zuschritt.

„Guten Tag! Wie ich sehe, haben Sie Interesse an einem meiner Tiere?“
"Verzeiht...Guten Tag erst einmal“, nuschelte da auch Finja und stand plötzlich wieder neben ihrem Begleiter.
„Ja, seid gegrĂŒsst. Wir sisind tatsĂ€chlich auf der Suche nach einem Reitpferd fĂŒr die jujunge Lady hier“, antwortete Nicolai freundlich.
„Ahja, haben Sie bereits eine Vorstellung? Die junge Frau hat eine ideale Figur zum Reiten, sie wird sich gut auf einem Pferd machen“, prophezeite der Mann, wobei sein schiefes Grinsen durchaus zweideutig gewertet werden konnte. Nicolai entging dies jedoch, da er zu sehr auf sein Vorhaben konzentriert war.
„Wir susuchen ein Tier, das nicht zu wild ist, jedoch möglichst ausdauernd und trittsicher“, meinte er dann und trat an den Rand der Koppel, um die Pferde zu begutachten.

„Wie wĂ€re es mit dem guten Damascus? Ein ruhiger Geselle, sogar kindertauglich“, gurrte der HĂ€ndler und deutete auf ein dunkelbraunes Pferd.
Nicolai zog die Augenbrauen in die Höhe: „Der sieht ja aus, als wĂ€re er schoschon ĂŒber die 20 Jahre alt! Schauen Sie nunur seinen durchgebogenen RĂŒcken an. Ausserdem scheint er den linken Vorderhuf nicht richtig zu belasten. Bitte hahalten Sie mich nicht zum Narren!“
Von diesem Moment an war der HĂ€ndler fromm wie ein Lamm, da er offensichtlich einen Kunden gefunden hatte, der sich mit Pferden auskannte. Bei nĂ€herer Betrachtung auch gar keine Überraschung, wenn man bedachte, dass er selbst zur HĂ€lfe einen Pferdekörper besass. Doch der HĂ€ndler hatte sich durch sein gepflegtes Äusseres, das klapprige Brillengestell und das Stottern tĂ€uschen lassen.

„Nun, ich kann Ihnen auch Eduardo empfehlen, ein gutmĂŒtiger Wallach, der mit 14 Jahren bereits gut eingeritten ist. Er ist nicht schreckhaft und ein geselliger Kerl“, dieses Mal deutete er auf einen Fuchs, der Nicolai schon besser passte. Das Pferd war jedoch eher ein Pony, doch der Raktaure wusste, dass es darauf schlussendlich nicht ankam, sondern auf die Ausdauer und Trittsicherheit des Tieres.
Sein Blick fiel auf Finja, welche neben ihm am Zaun stand und gebannt die Pferde anstarrte. Nein, das war nicht korrekt, ein bestimmtes Tier hatte sie ins Auge gefasst.
Auch der HĂ€ndler bemerkte ihr Interesse, hob jedoch abwehrend die HĂ€nde.
„Sie wollten doch kein wildes Tier! Arcadia ist mit ihren 10 Jahren noch etwas aufmĂŒpfig. Keine Frage, sie ist ein tolles Pferd und wĂŒrde vermutlich sogar ihren Vorstellungen entsprechen, doch sie kann sehr temperamentvoll sein, wenn nicht sogar zickig
 Sie beisst gerne, ein richtiges WeibsstĂŒck!“
Nachdenklich betrachtete Nicolai die graue Stute, welche tatsÀchlich die ideale Grösse hatte und etwa dieselbe Widerristhöhe, 1,50 Meter, wie er selbst.
Sie schien die Blicke zu bemerken und ihr Haupt schoss aufmerksam in die Höhe.
Finja hatte sich wieder ĂŒber den Zaun gelehnt und begann das Pferd mit einem Schnalzen zu locken. Der VerkĂ€ufer starrte verdattert und misstrauisch zugleich die Stute an, welche plötzlich beinahe hochmĂŒtig auf sie zugeschritten kam.
Nun, ihr Gangbild gefiel dem Raktauren, die Hufe schienen in Ordnung zu sein und sie wirkte gesund. Er musste grinsen, als das Tier und Finja sich tatsĂ€chlich gegenseitig „beschnupperten“ und das MĂ€del ihr ein BĂŒschel Klee unter die NĂŒstern hielt.
„Ich glaube, hier haben sich zwei gefunden. Wieviel wollen Sie fĂŒr die Stute, samt Zaumzeug und Sattel haben?“

Anfangs versuchte der HĂ€ndler noch einen hohen Preis herauszuschlagen, doch als es darum ging das Pferd einzufangen, konnte man deutlich erkennen wie Arcadia tickte, wenn ihr jemand nicht sympathisch war oder der Wunsch desjenigen nicht ihrem eigenen Willen entsprach.
Sie bockte herum und schnappte nach dem Helfer, welcher sie nur mit MĂŒh und Not aus der Koppel herauszerrte.
Ein kritischer Blick Nicolais genĂŒgte um den VerkĂ€ufer schnell sein Angebot revidieren zu lassen, denn schlussendlich war er doch froh, das „zickige Weibsbild“ loszuwerden.
„Ich hoffe Mal, das wird uns nicht nonoch in Schwierigkeiten bringen“, meinte der Raktaure schliesslich doch leicht skeptisch, konnte jedoch nicht anders als zu lĂ€cheln, nachdem Finja ihre neue Begleiterin fröhlich und liebevoll zugleich begrĂŒsste.



Expedition zu den ursprĂŒnglichen Centauren im Jahre 201 n.d.A.

WortfĂŒhrer und Besitzer des Tagebuchs: Raktaure Nicolai BindersmĂŒh

Beinhaltet TagebucheintrÀge, Notizen und Ergebnisse zur Forschungsreise.

Tag 1, Dorf Felsensenke, auch Rattenkuhle genannt
FrĂŒhlingshaftes Wetter, sonnig

Habe mich vor einigen Tagen mit Finja zusammengeschlossen. Junge Almanin, beherrscht Kampffertigkeiten und ZeichenkĂŒnste.
Mit meiner neuen Reisebegleitung habe ich Besorgungen fĂŒr unsere Reise erledigt. Mit ihren Fachkenntnissen ist sie eine grosse UnterstĂŒtzung fĂŒr mich.
Ihre Aufgabe wird es sein, die EindrĂŒcke der Expedition in Bildern festzuhalten.
Haben dementsprechend Zeichenutensilien besorgt.
Des Weiteren: ein Zelt, Wechselkleidung, je eine TonschĂŒssel, Besteck, einen Bogen, einen Köcher mit Pfeilen, einen Dolch, einen Kompass, ein Notizbuch, zwei Ratgeber zur Flora und Fauna, einen warmen Reisemantel, ein Kleinpferd (10-jĂ€hrig, grau, Stockmass 1,50m), Sattel- und Zaumzeug

Vermerk:
Rezept Krautwasser
Zutaten – frisches Bromblatt, Ingwer fein gerieben, Saft und Schale von Zitronen, Pfefferklee, getrocknete Brennnessel- und SchwarzblĂ€tter, Honig und Wasser
Zubereitung – Wasser aufkochen, Zutaten beimischen und einen Tag lang einziehen lassen.

Mengenangaben hat der Mönch auch gegen einen Aufpreis nicht rausrĂŒcken wollen!
Nach Belieben kann ein Schuss KrÀuter- oder Obstschnaps beigegeben werden.